Geflügelte Worte_ Der Citatenschatz des deutschen Volkes (German) Georg Büchmann and Walter Robert-tornow 1962 downloads.pdf

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Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes
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Title: Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes

Author: Georg Büchmann
Walter Robert-tornow

Release date: September 17, 2013 [eBook #43759]
Most recently updated: October 23, 2024

Language: German

Other information and formats: www.gutenberg.org/ebooks/43759

Credits: Produced by Lars Aronsson, Robert Kropf, Stephen Rowland
and the Online Distributed Proofreading Team at
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*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK GEFLÜGELTE
WORTE: DER CITATENSCHATZ DES DEUTSCHEN VOLKES ***

Geflügelte Worte

Page 4

Der Citatenschatz des deutschen Volkes

gesammelt und erläutert

von

Georg Büchmann.

Fortgesetzt von Walter Robert-tornow.

Neunzehnte vermehrte und verbesserte Auflage.
Berlin
Haude & Spener'sche Buchhandlung (F. Weidling)
1898.

Transcriber's Note/Transkriptionsnotizen: Die Erstausgabe der "Geflügelten Worte" war bereits
1864 erschienen; die vorige (18.) Auflage von 1895 schloss mit dem Kapitel "Citate aus Sagen und
Volksmärchen" und hatte "Hannemann! geh' du voran! Du hast die grössten Stiefeln an, (Dass
dich das Tier nicht beissen kann)" als letzten Eintrag. Ausführliche Transkriptionsnotizen zu

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möglicherweise unklaren Textstellen der vorliegenden "vermehrten und verbesserten" 19. Auflage
von 1898 haben wir am Ende dieses Textes zusammengestellt.

[Georg Büchmann]

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DES
DEUTSCHEN KAISERS UND KÖNIGS
VON PREUSSEN
WILHELMS II.
MAJESTÄT
IN TIEFSTER EHRFURCHT
ZUGEEIGNET.

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Vorwort

zur neunzehnten Auflage.

Auf Wunsch des verewigten W a l t e r R o b e r t - t o r n o w habe ich die
Herausgabe dieser ersten seinem Ableben folgenden Auflage der
"Geflügelten Worte" übernommen. Der verdienstvolle Nachfolger des
unvergesslichen G e o r g B ü c h m a n n sollte das Erscheinen der
achtzehnten Auflage des Buches und mit ihr die Drucklegung des
hunderttausendsten Exemplares nur um wenige Monate überleben. Alles in
der Zwischenzeit von ihm gesammelte und ihm zugegangene Material
wurde, soweit es sich als brauchbar erwies, in dieser neuen Auflage
verarbeitet. Dasselbe gilt von den zahlreichen späteren Funden und
Einsendungen. Es darf getrost behauptet werden, dass auch die vorliegende
neunzehnte Auflage des "Büchmann" eine "vermehrte und verbesserte"
genannt zu werden verdient, und dass das Buch abermals um einen Schritt
derjenigen Vollkommenheit näher gebracht wurde, die für ein solches Werk
überhaupt erreichbar ist, und die zu erreichen seit mehr als dreissig Jahren
das Bestreben seiner Herausgeber war. Die Freunde des Buches werden
sehen, dass eine stattliche Anzahl neuer "geflügelter Worte" hinzugetreten
ist, und dass auch sonst zahlreiche Verbesserungen und Berichtigungen
älterer Angaben zu verzeichnen sind. Das "Gedenkblatt" wurde durch einen
Lebensabriss R o b e r t - t o r n o w s, verfasst von Dr. Georg Thouret,
erweitert und die "Einleitung" einer gründlichen Umarbeitung unterzogen.
Allen, die durch freundliche Ratschläge und Einsendungen oder
Quellennachweise zur Vervollkommnung des Buches beigetragen haben, sei
hier herzlichster Dank gesagt! Soweit die Beiträge keine Verwendung
gefunden haben, unterliegen sie noch der Prüfung und gelangen, soweit sie
brauchbar sind, später zur Benutzung. Ich bitte um gütige freiwillige
Mitarbeit auch für die Zukunft. Einsendungen werden durch Vermittlung
der Verlagshandlung erbeten.
Möge von der vorliegenden Auflage gesagt werden können, dass sie
pietätvoll im Sinne B ü c h m a n n s und R o b e r t - t o r n o w s das Werk

Page 8

fortzuführen und weiterzubilden bestrebt war. Einen weiteren Anspruch
erhebt sie nicht.
Berlin
Konrad
Weidling.
Dezember 1897.

Page 9

Inhalt.
Gedenkblatt.
Georg Büchmann
Walter Robert-tornow

Einleitung

Geflügelte Worte
I. Aus der Bibel
II. Aus Sagen und Volksmärchen
III. Aus deutschen Schriftstellern
IV. Aus dänischen Schriftstellern
V. Aus französischen Schriftstellern
VI. Aus englischen Schriftstellern
VII. Aus italienischen Schriftstellern
VIII. Aus spanischen Schriftstellern
IX. Aus russischen Schriftstellern
X. Aus griechischen Schriftstellern
XI. Aus lateinischen Schriftstellern
XII. Aus der Geschichte
Hellas
Rom
Italien
Spanien
Polen
Frankreich
Amerika
Holland
England

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Deutschland und Österreich

Namen-Verzeichnis der Urheber "Geflügelter Worte"

Register
1. Deutsche Sprache
2. Französische Sprache
3. Englische Sprache
4. Italienische Sprache
5. Spanische Sprache
6. Griechische Sprache
7. Lateinische Sprache

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[1]
Gedenkblatt.
Georg Büchmann wurde geboren zu Berlin am 4. Januar des Jahres
1822. Er besuchte daselbst das Joachimsthalsche Gymnasium bis zum Jahre
1841, besonders gefördert durch die trefflichen Pädagogen August
M e i n e k e und Ludwig W i e s e, und er studierte, ebenfalls in Berlin,
anfänglich Theologie, bald aber, angezogen durch B o e c k h und
P a n o f k a, klassische Philologie und Archäologie bis zum Jahre 1844.
[1] Das Gedenkblatt für Georg Büchmann schrieb W a l t e r R o b e r t - t o r n o w; den
Lebensabriss Robert-tornows verfasste Dr. G e o r g T h o u r e t.
Durch die damals noch herrschende Hegelsche Philosophie gewann er
früh eine glänzende Dialektik. Die Jugendgenossen wissen von seiner
Redegewandtheit und von seinem schlagenden Witz zu berichten; doch
trieb er keinen Missbrauch mit diesen Gaben, denn sein bester Freund aus
jenen und späteren Tagen schreibt über ihn: "Mit der Freude an seinem
Schaffen vereinte er die anspruchsloseste Bescheidenheit. Streng gegen sich
selbst, war er liebevoll gegen Andere, anerkennend und voll Wohlwollen.
Nur der Lüge und hohlen Phrase, oder der Unduldsamkeit gegenüber
konnte er schroff werden."
Nach Absolvierung der Universität nahm B ü c h m a n n in der Nähe von
Warschau eine Hauslehrerstelle an, erlernte dort die polnische Sprache und
erwarb sich im Oktober 1845 in Erlangen den philosophischen Doktorgrad
auf Grund seiner Dissertation "Ü b e r d i e c h a r a k t e r i s t i s c h e n
Differenzen zwischen den germanischen und
s l a w i s c h e n S p r a c h s t ä m m e n". Demnächst ging er nach Paris,
befestigte seine Kenntnisse in der französischen Sprache und gab Unterricht
an einem dortigen Institut.
Im Jahre 1848 in seine Vaterstadt zurückgekehrt, machte B ü c h m a n n
das Lehrerexamen, erledigte das Probejahr am "Collège" und wurde,
nachdem er drei Jahre lang an der Saldernschen Realschule zu Brandenburg
a. d. Havel unterrichtet hatte, im April 1854 Oberlehrer an der Friedrich-
Werderschen Gewerbeschule in Berlin. Hier gehörte er dreiundzwanzig und
ein halbes Jahr hindurch zu den geachtetsten Lehrkräften und zählte in der

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von Professor H e r r i g gegründeten "Gesellschaft für neuere Sprachen" zu
den Leitsternen.
Hervorragend war Georg B ü c h m a n n s Leichtigkeit in der Aneignung
lebender Sprachen. Das Griechische, Hebräische und Lateinische trieb er
lediglich in den Jugendjahren (nur dass er letzteres noch in seinen
romanischen Abzweigungen, besonders im Provençalischen, eifrig
verfolgte), wählte dann das Französische und Englische zu seinem
Spezialstudium und Lehrgegenstand und machte sich daneben vertraut mit
dem Spanischen, Italienischen, Polnischen, Dänischen und Schwedischen.
Die Ergebnisse seiner Forschungen legte er gelegentlich nieder in
Schulprogrammen und Zeitschriften. So findet sich in den Programmen der
Saldernschen Realschule ausser seiner obenerwähnten Doktordissertation
eine Abhandlung "Ü b e r W o r t - u n d S a t z f ü g u n g i m
N e u s c h w e d i s c h e n", in dem Jahresbericht für 1858 der Berliner
Gewerbeschule ein feinsinniger Essay über L o n g f e l l o w und im
Herrigschen "Archiv" eine vielbelobte Arbeit "B e i t r ä g e z u r
e n g l i s c h e n L e x i k o g r a p h i e". Ferner hatte er den wesentlichsten
Anteil an der Neubearbeitung zur sechzigsten Auflage des
f r a n z ö s i s c h e n W ö r t e r b u c h e s v o n T h i b a u t, die er mit
W ü l l e n w e b e r herausgab.
Auf weitere Kreise suchte Georg B ü c h m a n n zu wirken, als er mit
seinem Schulfreunde Ludwig P o m t o w eine Reihe anmutiger
"M ä r c h e n" herausgab, deren einige noch heute in Sammlungen
fortleben. Auch hielt er am 22. Januar 1862 im Saale des Berliner
Schauspielhauses einen zündenden Vortrag "Ü b e r d e n B e r l i n e r
A d r e s s k a l e n d e r", worin er seine vielseitige Sprachkenntnis zur
Erklärung der üblichsten und der seltsamsten Familiennamen benutzte.
Aber das Gebiet seiner eigensten Befähigung ging ihm erst auf, als er die
Bekanntschaft zweier Werke machte, in denen Engländer und Franzosen
ihren Reichtum an landesüblichen Citaten auszubreiten versuchten.
Diese Bücher führen den Titel: "Handbook of Familiar Quotations"
[Chiefly from English Authors (by J. R. P.). A new Edition. London 1853]
—und: "L'Esprit des Autres" [par Edouard F o u r n i e r. Paris 1855]. Sie
regten Georg B ü c h m a n n s launiges Naturell und seinen durch grosse
Belesenheit unterstützten Scharfsinn zu Forschungen an über die geistige
Scheidemünze aus aller Herren Ländern, welche in Deutschland umläuft.

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Bald gelang es ihm, seine Vorgänger durch Stofffülle und Zuverlässigkeit
weit zu übertreffen.
Zunächst hielt B ü c h m a n n nun im Herrigschen Verein, 1863, einen
Vortrag über "gefälschte Citate" und er sprach dann, 1864, im Saale des
Berliner Schauspielhauses über "landläufige Citate" im allgemeinen, denen
er in bestimmter, erweiterter Auffassung (vrgl. die Einleitung) bei dieser
Gelegenheit den seitdem weltbekannten Namen "Geflügelte Worte" gab. In
demselben Jahre noch erschien im bescheidenen Umfange von 220 Seiten
sein Buch "G e f l ü g e l t e W o r t e . D e r C i t a t e n s c h a t z d e s
d e u t s c h e n Vo l k e s". Schon aus dem Inhalte dieser ersten Auflage ist
ersichtlich, welche weiten, über den engeren Kreis der landläufigen Citate
im gewöhnlichen Sinne erheblich hinausgehenden Grenzen B ü c h m a n n
dem neuen, von ihm geschaffenen sprachwissenschaftlichen Begriffe des
"geflügelten Wortes" zog. In der dreizehnten Auflage, der letzten von ihm
herausgegebenen (1882) schrieb er:
"Die ganz willkürlich gewählte Benennung 'Geflügelte Worte', welche ich diesem Buche
gab, ist allgültig geworden und über Deutschlands Grenzen hinausgedrungen. Es erschien
1871 in Holland unter dem Titel 'Gevleugelde Woorden' ein klägliches Machwerk, welches
mich ausbeutete, ohne dass mein Name darin auch nur erwähnt wurde. Eine sehr
erfreuliche, in der Anlage sich eng an mein Buch anschliessende, aber trotzdem
selbständige dänische Bearbeitung des Stoffes hat 1878 Oscar A r l a u d in Kopenhagen
unter dem Titel 'Bevingede Ord' geliefert und die Citate der dänischen Sprache
hinzugefügt. Im Jahre 1881 liess er ein ebenso lobenswertes Supplement erscheinen. Arvid
A h n f e l d gab 1880 in Stockholm eine Citatensammlung unter dem Titel 'Bevingade Ord'
heraus, zu welcher die meinige und Oscar A r l a u d s benutzt worden sind und welche
ausserdem die schwedischen und finnischen Citate bringt"[2].
[2] Italien und Ungarn traten hinzu. "Chi l'ha detto?" des G i u s e p p e F u m a g a l l i,
Mailand 1895 und "Szájrul szájra" (d. h. "von Mund zu Mund") von T ó t h B é l a,
Budapest 1895.
Selbstverständlich lockte B ü c h m a n n s und seiner Mitarbeiter
Bienenfleiss bis in die jüngste Zeit hinein manche litterarische Drohnen
herbei, die ihren Plagiaten ein mehr oder minder schäbiges Mäntelchen
umhingen, sich Wörter und Namen aus dem Büchmannschen Buchtitel
aneigneten und die Ausbeutung so gründlich betrieben, dass sie sogar die
Druckfehler mit übernahmen. Einen wesentlichen Abbruch konnten sie
indessen dem Werke B ü c h m a n n s nicht thun, weil die gebildeten Kreise
des deutschen Volkes eine feine Empfindung in Dingen des litterarischen
Anstandes besitzen, und weil B ü c h m a n n s Werk in jeder neuen Auflage
für sich selbst sprach.

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Ausserdem, dass seine vortreffliche Arbeit den wohlverdienten Anklang
in den weitesten Kreisen fand, wurde Georg B ü c h m a n n erfreut durch die
Verleihung des Professortitels und des Ordens vom roten Adler.
Es war gut für ihn, dass er nun eine eigene Thätigkeit besass, welche ihn
alle Unbilden des Lebens vergessen machte; denn, krankend an den Folgen
eines schweren Sturzes, musste er sich im Jahre 1877 in den Ruhestand
versetzen lassen. "Alle seine Schüler", so heisst es in dem Programm der
Gewerbeschule vom Jahre 1878, "bewahren der anregenden und bildenden
Kraft seines Unterrichts und der persönlichen Wärme, die er ihnen
entgegentrug, das dankbarste und ehrenvollste Andenken; alle seine
Kollegen zollen ihm ihre Hochachtung, viele verehren in ihm dankbar ihr
Vorbild und Muster in ihrem amtlichen Wirken".
Fortan lebte Georg B ü c h m a n n, gepflegt von seiner Gattin, der
bekannten Malerin Helene B ü c h m a n n, der wir sein wohlgetroffenes
Bildnis verdanken, das in einer Radierung von Hans Meyer unser Buch
schmückt, ganz der Ausgestaltung seines Werkes, versenkt in das Studium
der Weltlitteratur und angeregt durch einen schliesslich über neunhundert
Namen aufweisenden Briefwechsel.[3]
[3] D. h. die überwiegende Zahl dieser Korrespondenten wandte sich E i n m a l an
Büchmann, einige öfters; ein regerer Gedankenaustausch, wie z. B. mit dem Germanisten
Robert H e i n, konnte nur mit sehr Wenigen stattfinden.
Er hatte in der "Einleitung" jeder Auflage um Zusätze und
Berichtigungen gebeten, und ein solcher Appell an die Philologie findet in
deutschen Herzen immer ein Echo. In der damals von Paul Lindau
redigierten "Gegenwart" vom 27. September 1879 sprach Georg
Büchmann in dem Aufsatz "S e c h s h u n d e r t
K o r r e s p o n d e n t e n" seinen lebhaften Dank aus für den vielfältigen
Nutzen, der seiner Sammlung aus solcher freiwilligen Mitarbeiterschaft
erwachsen sei. Gegen Ende dieses Artikels heisst es:
"'Geflügelte Worte' sind vorhanden. Es war meine Pflicht, sie zu sammeln und ihren
Quellen nachzuspüren. Die Frage, ob ihre Anwendung nützlich oder schädlich, zu
empfehlen oder abzuraten sei, hatte ich mir nicht vorzulegen. Sie sind als eine Ergänzung
des deutschen Wortvorrats und Wörterbuches zu betrachten. Das lesende Publikum zollt
ihrer Sammlung einen Beifall, der mich erfreut und mich anspornt, die betretene Bahn nach
Kräften zu erweitern und noch gangbarer zu machen".
Bald nach dem Erscheinen der dreizehnten Auflage der "Geflügelten
Worte", vom Herbst des Jahres 1882 an, sah sich der leidende Autor
genötigt, jeder ernsten Thätigkeit zu entsagen. Ein allmähliches

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Hinschwinden aller Lebenskräfte trat ein, und am 24. Februar 1884 gab ein
erlösender Tod ihm die ewige Ruhe.
Sein Name wird unvergessen bleiben, so lange es auf Erden gebildete
und gründliche Deutsche giebt.

Walter Robert-tornow wurde am 14. Juli 1852 auf Ruhnow in
Hinterpommern geboren. Zeit seines Lebens blieb ihm das
"Horizontgefühl" seiner Jugend, wie er es nannte, lebendig, und immer von
neuem ergriff ihn die Sehnsucht nach den "weissen, reinen" Wolken des
pommerschen Himmels, nach den rauschenden Buchenkronen und den
hochwipfligen Fichten an den stillen, tiefen Landseen voll Wasserrosen, und
nach den in duftigem Schimmer wogenden Getreidefeldern seiner
vielverlästerten, hinterpommerschen Heimat. Leider war ihm das köstliche
Erbteil des Pommernstammes, die derbe Leibesgesundheit, versagt. Nie
empfand er seine körperliche Gebrechlichkeit schmerzlicher als im Jahre
1870.
Während einer Kur auf Helgoland lernte der dreijährige Knabe spielend
lesen, d. h. die Kunst, die er später und bis zum letzten Atemzuge als
Handwerk betrieb. Die gehaltvolle Bücherei des Vaters, der nicht nur in der
Landwirtschaft, sondern auch in den Wissenschaften heimisch war, und die
gesunde Luft eines wohlhabenden und hochgebildeten Elternhauses
begünstigten die geistige Entwicklung des begabten Jünglings. Mit
besonderer Vorliebe pflegte gerade er die künstlerischen Traditionen der
Familie, der eine Rahel, die Gattin Varnhagens von Ense, und ihr Bruder,
der Dichter Ludwig Robert, entsprossen waren. Sein Lehrer in Ruhnow und
für immer sein Freund wurde der Philologe Dr. Isler, und die originelle
Lebensanschauung dieses ausgezeichneten Mannes, bei dem sich
Stoizismus und humorvolle Skepsis wundersam mischten, wirkte nachhaltig
auf den Schüler ein. Aus den Epigrammen in R o b e r t - t o r n o w s
"Begleitbuch" (Berlin 1888) sprechen verwandte Überzeugungen und
Stimmungen.
Im Sommer 1870 bezog unser Freund die Berliner Universität, um
philologische und kunsthistorische Vorlesungen zu hören. Am meisten zog
ihn zunächst die klassische Philologie an, und er hatte bei gediegenen
Kenntnissen und einem angeborenen Spürsinn das Zeug zum Philologen.

Page 16

Zum Abschlusse jahrelanger, aber oft unterbrochener Studien schrieb er
eine lateinische Abhandlung "über die symbolische und mythologische
Bedeutung der Bienen und des Honigs bei den Alten", liess aber die Arbeit
liegen und veröffentlichte sie erst volle achtzehn Jahre später.[4]
[4] De apium mellisque apud veteres significatione et symbolica et mythologica. Berolini
1893. In das philologische Gebiet gehört ausserdem seine Herausgabe der 2. Auflage von
Abels "deutschen Personennamen", Berlin 1889.
Eine Zeit lang zeichnete er neben den Universitätsstudien auf der
Berliner Kunstakademie, weil ein der Familie befreundeter Maler
Portraitiertalent bei ihm entdeckt haben wollte. Diesen Versuch gab er bald
auf; denn Neigung und Talent zogen ihn mächtig zur Poesie. Er übte und
verstand die Kunst, Verse aller Art zu schmieden. Schon bei seiner Arbeit
über die Bienen übertrug er für sich das 4. Buch von Virgils Georgica in
deutsche Jamben, dann machte er sich daran, die Elegieen des Theognis in
Reimen nachzudichten; Versuche aus dem Englischen schlossen sich später
an, bis ihm zuletzt, am Ende seines Lebens, auf diesem Gebiete ein
Meisterwerk gelang: die Übersetzung der "Gedichte des Michelangelo
Buonarotti", die erst nach seinem Tode erscheinen konnte (Berlin 1896).
Durch unausgesetzte Beschäftigung mit der deutschen Litteratur erwarb
er sich eine aussergewöhnliche Belesenheit. Gute Bücher las er immer
wieder und übte sein an sich starkes Gedächtnis durch Auswendiglernen. In
Lessings Werken fühlte er sich zu Haus, so dass er getrost die 9. Auflage
von Stahrs Biographie des Dichters besorgen konnte. Aber am vertrautesten
von allen Dichtern war und blieb ihm Goethe, "sein Tröster, der, aus Sturm
und Drang zur Weisheit gekommen, der Menschheit ein Meer von
Schönheiten erschuf". Auch Heine gehörte zu seinen Lieblingen, weil ihn
dessen Schreibweise bezauberte und sein Schicksal rührte. Gern wandte er
die Mahnung dieses Dichters: "Baue dein Hüttchen im Thal!" auf sich
selbst an. Schon der Umstand, dass Heine nach den Musikkatalogen der am
häufigsten komponierte deutsche Lyriker sein soll, genügte ihm, um ihn zäh
gegen alle Angriffe zu verteidigen. Die schöne Schrift "Goethe in Heines
Werken" (Berlin 1883) darf als die reifste Frucht seiner liebsten Studien
bezeichnet werden.
Unter den deutschen Prosaikern standen die tiefinnerlichen Humoristen
seinem Herzen am nächsten. Scherrs "Michel", Kellers "Grüner Heinrich",
Vischers "Auch Einer", Roseggers "Waldschulmeister" und Reuters

Page 17

"Stromtid" waren ihm unentbehrliche Bücher, am unentbehrlichsten der
grüne Heinrich.
Im Februar 1877 trat R o b e r t - t o r n o w noch von Pommern aus in
nähere Beziehungen zu Büchmann und den "Geflügelten Worten". Damals
begann er dem Verfasser Stoff zuzusenden; beide wechselten dann während
dreier Jahre in steigendem Einverständnisse Briefe und wurden endlich
Freunde, als R o b e r t - t o r n o w i. J. 1880 mit seinen Eltern nach Berlin
übersiedelte[5]. Vier Jahre später starb Büchmann, aber er hatte sein Werk
bereits ganz in die Hände des Freundes gelegt. Auch hätte er keinen
passenderen Nachfolger finden können. Denn Belesenheit und
Gedächtniskraft, Sprachgefühl und Geschmack, Arbeitslust und Musse,
alles fand sich zusammen, um diesen für das verantwortungsvolle Amt
geschickt zu machen.
[5] In das Haus seines verstorbenen Onkels Ferdinand Robert-tornow Er schilderte das
originelle Heim dieses seiner Zeit berühmten Sammlers und Kunstkenners in einer
formvollendeten Monographie. Vgl. deutsche Rundschau XVII, Dezember 1890.
Wie der Ährenleser dem Schnitter, so folgte R o b e r t - t o r n o w
Büchmann nach und sammelte mit demselben Fleisse, den er an seinem
Vorgänger neidlos pries. Stillschweigend besserte er das Vorhandene und
führte die schon von Büchmann angestrebte chronologische Anordnung des
Stoffes innerhalb der einzelnen Kapitel durch. Das reizvolle Kapitel
"Geflügelte Worte aus Sagen und Volksmärchen" ist sein Werk; im ganzen
buchte er 730 neue Citate und Ausdrücke. Ausserdem arbeitete er ein
umfangreiches, durch die Fülle der Schlagwörter nahezu untrügliches
Register aus, um die Benutzung des Buches so bequem wie möglich zu
machen. Endlich gelang ihm, was dem verdienstvollen Begründer trotz aller
Mühe nicht hatte gelingen wollen, nämlich eine feste Definition für den
Begriff eines geflügelten Wortes in sprachwissenschaftlichem Sinne, die
genau mit Büchmanns Absichten übereinstimmt (s. Einleitung). Genug, er
sparte keine Mühe, um das schöne Buch auf der Höhe zu erhalten. Es wurde
ein Stück auch seines Lebens und beeinflusste seinen eigenen Stil in Poesie
und Prosa. Er dichtete am liebsten und besten in der Epigrammform und
verwuchs mit den geliebten "Geflügelten Worten" so innig, dass er in der
Todesstunde nur in Citaten sprach.
Wenn bei einem Buche wie diesem der Erfolg als Massstab für seinen
Wert gelten darf, so erkannte die gebildete Welt R o b e r t - t o r n o w s
Weiterarbeit willig an. Denn während bis zu Büchmanns Tode 13 Auflagen

Page 18

und 57000 Exemplare der "Geflügelten Worte" verbreitet waren, erlebte
R o b e r t - t o r n o w die Freude und gerechte Genugthuung, mit der 18.
Auflage das hundertste Tausend zu erreichen.
Seit dem Jahre 1888 lebte er als Bibliothekar des Königlichen Hauses in
einem heimlichen und anheimelnden Winkel des alten
Hohenzollernschlosses. Gehört Einsamkeit zur Vertiefung und bedeutet
Geselligkeit das beste Gegengift gegen Vergrübeln, ist also Abwechselung
in Beidem das Beste, so führte er hier ein beneidenswertes Dasein. Hinter
diesen gewaltigen Mauern, welche Stille! Hier hauste er wie ein Zauberer
im Märchen. Aber wer ihn suchte und zu finden wusste, der traf ihn stets
aufgeräumt und immer hilfsbereit. Seine Zelle öffnete sich für alle ehrlichen
Seelen. Allen war er da Etwas, gar manchem Viel, jedem aber etwas
Besonderes. Er verstand sich auf Menschenschicksale. Denn auch in seinem
Herzen hatten Leidenschaften getobt, auch um seine Seele hatten dunkle
Gewalten gestritten: er aber hatte sich in selbsterlebten Liedern frei
gesungen und sich zum Siege, zum echten Lebenshumor durchgekämpft.
Nicht unerwähnt darf bleiben, dass er dankbar die steigende Anerkennung
und Gunst des Hofes empfand und sich über die äusseren Ehrungen, die
ihm zu teil wurden, herzlich freute.
Ward es ihm in der Grossstadt zu eng und zu laut, so flüchtete er hinaus
in den Frieden der Wälder, oder an die See und nach Helgoland, seiner
"Insel der Seligen", oder pilgerte zusammen mit Herman Grimm in die
Tiroler Berge. Ein Besuch Pommerns schloss gewöhnlich solche Reisen ab.
Obwohl längst mit dem Gedanken an einen frühen Tod vertraut, suchte
und verstand er als echter Lebenskünstler es doch, sein Dasein
auszuspinnen, bis ihn der Tod auf Helgoland am 17. September 1895
überraschte.
W a l t e r R o b e r t - t o r n o w wird seinen bescheidenen Platz in der
deutschen Litteraturgeschichte erhalten. Eine stets schwankende Gesundheit
und übertriebene Selbstkritik beeinträchtigten seine Leistungsfähigkeit.
Auch scheute er die Öffentlichkeit je länger je mehr, obwohl er mit
gespannter Aufmerksamkeit den Kampf der Geister verfolgte. Er liebte die
Arbeit in der Stille, und seine Stärke war die Treue und Sauberkeit im
Kleinen, "in tenui labor", und hierin hat er Grosses für die "Geflügelten
Worte" geleistet. Durch sie wird die Arbeit seines Lebens Früchte tragen
und sein Gedächtnis dauernd fortleben.

Page 19

Page 20

Einleitung.
Als Georg B ü c h m a n n im Jahre 1864 zuerst jenen köstlichen Schatz
hob, der unter stetiger Vermehrung den Inhalt des vorliegenden Werkes
bildet, gab er seiner Sammlung den willkürlich gewählten, dem Homer
entlehnten Titel "Geflügelte Worte".
Bis dahin hiess "geflügelte Worte" nur, was es bei Homer heisst, nämlich
"schnell von den Lippen des Redenden enteilende, zum Ohre des Hörenden
fliegende Worte". Weil B ü c h m a n n jedoch unter diesem Namen einen
neuen, von ihm selbst geschaffenen Begriff in die deutsche
Sprachwissenschaft einführte, musste er eine möglichst scharfe Erklärung
Dessen, was er wollte, zu geben versuchen. Er sagte darüber:
"Die allgemeinen Verständigungsmittel der Menschen sind nicht nur die in ihrer Form
fertigen, Jedem zu Gebote stehenden einzelnen Wörter; es haben sich daneben auch im
Laufe der Zeit stehende, fertige Formen von Wortzusammenstellungen und Gedanken
entwickelt, für welche eine allgemeine Bezeichnung nicht vorhanden ist, und welche je
nach ihrer Natur Redensarten, sprichwörtliche Redensarten, Sprüche, Sprichwörter u. s. w.
genannt werden. Lässt sich von den meisten dieser Gedankenformen weder die Zeit, in
welcher, noch die Umstände, unter welchen sie entstanden sind, angeben, so giebt es doch
eine Gruppe derselben, die sich auf einen bestimmten litterarischen oder historischen
Ausgangspunkt zurückführen lassen. Diese sind in dem folgenden Büchlein unter dem
Titel: "Geflügelte Worte" gesammelt und mit den Attesten ihres oft überraschend
versteckten Ursprungs versehen worden; mag der Name "geflügelte Worte" nun richtig
gewählt sein oder nicht. So viel über den Gedanken und den Namen des Buchs. Der
Ausführung des Gedankens treten namentlich zwei Schwierigkeiten in den Weg; die
Schwierigkeit der Abgrenzung des geflügelten Wortes gegen das Sprichwort und die
andere, festzustellen, ob ein Wort allgemein genug ist, um den Rang eines geflügelten
Wortes beanspruchen zu dürfen. Was die erstere anbetrifft, so entsteht oft die Frage, ob ein
Schriftsteller ein schon vorher umlaufendes Wort für seine Zwecke angewendet hat, oder
ob er selbst der Schöpfer seines Worts ist. Denn auch die Sprichwörter fallen nicht wie
Manna vom Himmel; jedes derselben hat seinen speciellen Autor, seinen ersten Erfinder;
viele derselben sind ohne Zweifel Sprüche aus verloren gegangenen oder noch nicht
wieder aufgefundenen Schriftstellern. Selten nur ist man so glücklich, von dem
Schriftsteller selbst zu erfahren, ob ein Wort, das er anwendet, auf seiner eigenen Mühle
gemahlen oder fremde Ware ist. In zweifelhaften Fällen wird hier dem Sammler als Regel
gelten dürfen, die erste schriftstellerische Quelle getrost anzumerken und es dann der
spätern Forschung zu überweisen, ob das Wort schon in früheren Tagen im Volke verbreitet
gewesen ist."
Es mag zunächst auffallend erscheinen, dass B ü c h m a n n in der
vorstehenden Erklärung das Wort "Citat" vermeidet. Dies ist kein Zufall.

Page 21

Der engere Begriff des landläufigen Citates in dem allgemein üblichen
Sinne der b e w u s s t e n A n f ü h r u n g eines fremden Satzes deckte sich
nämlich nicht ganz mit dem Inhalte schon der ersten Auflage des Buches.
Schon dort sind als geflügelte Worte verzeichnet die bei uns landläufigen
A n w e n d u n g e n von Aussprüchen und Ausdrücken der Dichter, Denker,
Propheten, Redner, Geschichtsschreiber und Mythographen,
einschliesslich des metaphorischen Gebrauches von
E r e i g n i s s e n u n d t y p i s c h g e w o r d e n e n N a m e n. Mit dem
Untertitel "Citatenschatz des deutschen Volkes" wollte B ü c h m a n n sein
Werk einführen und wenigstens dem grössten Teile des Inhaltes nach
kennzeichnen, soweit er nicht eine Erweiterung des Begriffes "Citat"
überhaupt beabsichtigte. Aus begreiflichen Gründen wurde denn auch
dieser Untertitel beibehalten, obschon er dem allgemeinen Sprachgebrauche
gegenüber zu eng war und mehrfach zu nicht ganz unberechtigten
Bedenken strenger Begriffswächter Anlass geboten hat. B ü c h m a n n sagte
darüber in einer seiner Vorreden, dass das Buch unter dem alten Titel, unter
dem es sich beim Publikum eingeführt hätte, weiter erscheinen müsse, und
dass "weder Autor noch Verleger das Werk unter einem anderen, als dem
gewohnten Namen, gewissermassen in einer Vermummung dem Publikum
vorführen könnten".
B ü c h m a n n musste bald erkennen, dass seine erste Erklärung den
Inhalt seines Buches nicht erschöpfte, und so brachte er denn in der
Einleitung zur achten Auflage vom Jahre 1874 den nachfolgenden kürzeren
Versuch:
"In jeder Sprache, so auch in der deutschen, giebt es neben der unendlichen Fülle von
Sprichwörtern, Stich-, Kraft- und Schlagworten, deren Urheber gänzlich unbekannt sind,
eine verhältnissmässig kleine Zahl solcher Worte, deren Ursprung sich urkundlich belegen
lässt. Letztere sind, soweit sie dem deutschen Volke angehören, in diesem Buche unter dem
Namen 'Geflügelte Worte' zusammengestellt."
Doch auch diese Erklärung konnte B ü c h m a n n nicht auf die Dauer
befriedigen, daher fasste er sich bald ganz kurz und urteilte:
"'Geflügelte Worte' nenne ich solche Worte, welche, von nachweisbaren Verfassern
ausgegangen, allgemein bekannt geworden sind und allgemein wie Sprichwörter
angewendet werden".
Diese, den Inhalt des Buches ebenfalls nur teilweise deckende Definition
behielt B ü c h m a n n bis in die dreizehnte Auflage letzter Hand vom Jahre
1882 bei, indem er annahm, dass sein Buch selbst die beste Definition
enthalte.

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Erst R o b e r t - t o r n o w gelang es, eine feste Umgrenzung des Begriffes
"geflügeltes Wort" im Sinne B ü c h m a n n s zu finden. Diese, auch heute
noch gültige Erklärung lautet:
"Ein geflügeltes Wort ist ein in weiteren Kreisen des Vaterlandes
dauernd angeführter Ausspruch, Ausdruck oder Name, gleichviel
welcher Sprache, dessen historischer Urheber, oder dessen
litterarischer Ursprung nachweisbar ist. Immer muss man möglichst
bestimmt sagen können: 'da steht es zuerst geschrieben', oder: 'aus
der Stelle ist es abgeleitet', oder: 'Der hat es hervorgerufen', und: 'es
hat sich bei den Gebildeten eingebürgert'."
Diese Begriffsbestimmung umschliesst Alles, was B ü c h m a n n in
seiner Sammlung unter dem Namen "Geflügelte Worte" vereinigt hat und
steht daher, weil B ü c h m a n n einen neuen Begriff in die deutsche Sprache
einführte, ebenso ausserhalb der Kritik, wie die Bezeichnung, die der Finder
eines neuen Sternes seiner Entdeckung giebt.
Wenn nun auch hiermit die Definition des "geflügelten Wortes" im
sprachwissenschaftlichen Sinne erledigt ist, so darf doch nicht übersehen
werden, dass auch ihrer Durchführung zwei erhebliche Schwierigkeiten sich
entgegenstellen.
Die erste wurde schon vorhin erwähnt. Sie besteht darin, dass der Begriff
des "landläufigen Citates" sich nicht voll mit dem "geflügelten Worte" im
Sinne B ü c h m a n n s deckt. Diese, wohl unbewusste Erweiterung, die
B ü c h m a n n dem Begriffe "C i t a t" gab, hat mancherlei
Missverständnisse, auch von hochgeschätzter Seite zur Folge gehabt. Denn
viele "geflügelte Worte" im B ü c h m a n nschen Sinne sind längst als
"Wörter" in die deutsche Sprache übergegangen und gehören trotzdem in
diese Sammlung, weil ihr historischer oder litterarischer Ursprung sich
nachweisen lässt. Die zweite Schwierigkeit ist noch grösser, weil sie es
nicht mit Einzelnen zu thun hat, sondern mit dem deutschen
Sprachgebrauche überhaupt, der sich des Ausdruckes "geflügeltes Wort"
nach B ü c h m a n n s Einführung immer mehr und mehr bemächtigte und in
dessen Anwendung weit über die Grenzen, die ihm B ü c h m a n n gezogen
hatte, im Laufe der Zeit hinausgegangen ist. Der vulgäre Sprachgebrauch
versteht unter einem geflügelten Worte jeden Ausspruch, der in
allgemeinem Gebrauch als Citat von Mund zu Mund fliegt, gleichgültig ob
der historische Urheber oder der litterarische Ursprung nachweisbar ist oder

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nicht, und gleichgültig auch, ob das Wort schon wirklich d a u e r n d dem
deutschen Sprachschatze einverleibt ist. Diese, durch einen lässigen
Sprachgebrauch entstandene Begriffserweiterung veranlasst nun wieder
manche Freunde und Leser des Buches in ihm Dinge zu suchen, die in dem,
durch B ü c h m a n n geschaffenen sprachw i s s e n s c h a f t l i c h e n Sinne
gar nicht hineingehören. Die Herausgeber dieses Buches wissen von der
gewaltigen Anzahl von Zuschriften zu berichten, die oft mit den
Ausdrücken des lebhaftesten Erstaunens angebliche geflügelte Worte in
dem Buche vermissen, o h n e d a s s d a b e i d a r a n g e d a c h t
wird, dass ein allgemein bekannter und
g e b r a u c h t e r A u s s p r u c h u . s . w. e r s t d u r c h d e n
bestimmten Nachweis seines historischen Urhebers
oder litterarischen Ursprungs zu einem geflügelten
W o r t e w i r d. Nur um Beispiele zu erbringen, die sich leicht ins
Hundertfache vermehren liessen, sei hier gesagt, dass Citate wie "Als ich
noch im Flügelkleide in die Mädchenschule ging", "honny soit qui mal y
pense", "sint ut sunt aut non sint", "sic transit gloria mundi" darum keine
geflügelten Worte sind, weil ihr Ursprung bis jetzt noch nicht hat
nachgewiesen werden können. Manche bekannten Redensarten und
Ausdrücke, die in alten Auflagen des Buches als "geflügelt" standen, sind
später wieder in Fortfall gekommen, weil die angegebene Quelle sich nicht
als stichhaltig erwies. Sie mögen in den Büchern der Plagiatoren, die sich
dieses Ausschusses aus alten B ü c h m a n n-Auflagen bemächtigt haben,
um den Eindruck grösserer "Reichhaltigkeit" zu machen, nachgelesen
werden.
Zum Kennzeichen des geflügelten Wortes gehört neben der
Nachweisbarkeit seines Ursprunges und seiner Landläufigkeit auch, dass es
d a u e r n d in den Sprachgebrauch der Gebildeten übergegangen ist. Gerade
in dieser Hinsicht muss der Herausgeber doppelt vorsichtig sein, weil die
wandelbare Gunst der Menge schon nach wenigen Jahren oft nichts mehr
von den Schlagworten weiss, die kurz vorher in aller Munde waren. Und so
ist es denn auch kein Zufall, dass in dem vorliegenden Buche die letzten
geflügelten Worte nach zeitlicher Ordnung aus dem Jahre 1888 stammen.
Bedachtsam muss hier weiter gearbeitet werden, und immer muss man an
die Weisung denken, die B ü c h m a n n seinen Nachfolgern hinterliess, dass
nämlich die Prüfung, Ordnung und Sichtung des vorhandenen Inhaltes weit
wichtiger wäre als die Vermehrung.

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Nur als Curiosum sei erwähnt, dass von manchen Lesern verlangt wird,
es sollten in das Buch auch solche Citate, insbesondere aus unseren
deutschen Klassikern, aufgenommen werden, die zwar noch nicht allgemein
gebräuchlich sind, aber doch verdienten, wegen der Tiefe und Schönheit der
in ihnen enthaltenen Gedanken zu geflügelten Worten zu werden.
Die Erfordernisse eines "geflügelten Wortes" sind also nach den
vorstehenden Darlegungen:
1. dass sein litterarischer Ursprung oder sein historischer Urheber
n a c h w e i s b a r ist;
2. dass es nicht nur allgemein bekannt ist sondern auch in den Gebrauch
der deutschen Sprache überging und allgemein gebraucht oder
a n g e w e n d e t wird;
3. dass diese Anwendung nicht nur eine zeitweilige, sondern eine
d a u e r n d e ist, wobei natürlich "Dauer" nicht "Ewigkeit" heissen soll.
Hinsichtlich der ersten Bedingung ist, soweit sie nicht schon früher
erläutert wurde, zu bemerken, dass historische Forschungen hier wie
anderwärts leicht bis an die Grenze des Mythus führen nach dem Satze,
dass "alles Gescheite schon gedacht worden ist".
Wenn wir Homer, Aesop, die Bibel, oder die Edda als Quellen angeben,
so schwankt die Beantwortung der Frage, ob das betreffende Wort wirklich
da zuerst geschrieben stehe, ganz beträchtlich, ja sie schwankt eigentlich
immer, denn Niemand kann sicher wissen, ob nicht etwa mancher aus
Goethe viel citierte Spruch seine Form oder seinen Inhalt befreundetem
oder anderem Einfluss verdankt. Und dennoch bleibt er ein "geflügeltes
Wort" aus Goethes Werken, denn für uns steht er bestimmt da zuerst
geschrieben, wenn sich keine ältere Parallelstelle nachweisen lässt.
Parallelstellen finden aber nur dann Aufnahme,
w e n n s i e f ü r d i e G e n e s i s o d e r f ü r d i e Wa n d l u n g e n
des "geflügelten Wo r t e s " von wesentlicher
Bedeutung sind; während Parodien nur dann
eingeschaltet werden, wenn deren Urheber
erweislich ist.
Die zweite Bedingung, die Beantwortung der Frage, ob ein Wort so
allgemein geworden ist, dass es "geflügelt" genannt zu werden verdient,
lässt sich nur durch Beobachtung und Umfrage lösen. Von vornherein muss
sich Jeder vor dem Irrtum hüten, als ob ihm und seinen besonderen Kreisen

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geläufige Worte deswegen allein schon geflügelte Worte seien, und als ob
ein ihm nicht geläufiges, vielleicht gar nicht bekanntes Wort deswegen aus
der Reihe der geflügelten Worte zu streichen sei.
Obwohl Mancher daran zweifelt, giebt es dabei doch recht untrügliche
Proben. Wird nämlich ein Wort von unbelesenen Leuten überhaupt, oder
von vielen Gedächtnisschwachen falsch, oder von mehreren Witzigen in
übertragener Bedeutung angeführt, dann ist es gewiss ein "geflügeltes"; ist
es aber vielen belesenen und gedächtnisfrischen Leuten fremd, dann ist es
schwerlich "geflügelt".
Mit blossem Taktgefühl oder ästhetischem Belieben kommt man bei
diesem Werke nicht weiter. Der Begriff des geflügelten Wortes zieht dem
Sammler strenge Schranken, und es wäre allerdings viel bequemer, dem
Buche durch hineingesprengte Citate eigener leichtfertiger Wahl den
Anschein grösseren Stoffreichtums zu geben.
Bei der Sorgfalt, mit der die Bearbeitung dieser Sammlung länger als
dreissig Jahre hindurch stattgefunden hat, darf gesagt werden, nicht nur,
dass die Hauptarbeit gemacht ist, sondern auch, dass es kaum geflügelte
Worte in irgendwie erheblicher Anzahl geben wird, die der "Büchmann"
nicht verzeichnet. Was aber von bekannten Aussprüchen und Redensarten
hier fehlt, ist in seinem Ursprünge noch nicht nachweisbar und darum auch
nicht "geflügelt".
Nicht ganz so sicher wird man den vorstehenden Satz umkehren können
dahin, dass alle in dieser Sammlung verzeichneten Worte auch ausnahmslos
"geflügelt" sind oder wenigstens einmal "geflügelt" waren. Manch ein Wort
wird wohl als "blinder Passagier" in dem Schifflein dieses Buches
mitschwimmen, ohne sich genügend über seine Landläufigkeit, soweit sie
wenigstens für die Gegenwart noch in Frage kommt, ausweisen zu können,
oder das mit einem Ursprungsatteste versehen ist, dessen Angaben spätere
historische oder litterarische Forschungen als unrichtig erweisen werden.
Jeder, der sich ernstlich damit befasst, wird merken, dass es nicht leicht ist,
die Klasse der geflügelten Worte aus dem Gesamtschatz aller heimischen
und eingewanderten Worte und Wendungen herauszuheben, und er muss
einsehen, dass auch dem Erfahrenen bei der Bestimmung eines "geflügelten
Wortes" Irrtümer nicht erspart bleiben.
Wenn nun der Sammler geflügelter Worte mit inniger Freude seinen
Vorrat überschaut, weil es ihm immer und immer wieder dabei vor die Seele

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tritt, wie hoch der durchschnittliche Bildungsgrad seines Volkes im
Vergleich zu anderen Nationen ist, so ist er doch keineswegs in der
glücklichen Lage Desjenigen, der es sich zur Aufgabe gestellt hat, die
Perlen und Goldkörner, die in reichster Fülle über die deutsche Litteratur
zerstreut sind, zusammenzulesen; er hat es im Gegenteil oft genug mit dem
Staube der Alltäglichkeit zu thun. Zieht Jenen vielleicht gerade das
Ungewöhnliche und Seltene an, so ist er verpflichtet, auf das Gewöhnliche
und Gebräuchliche sein Augenmerk zu richten, mag er sich auch oft daran
erfreuen können, dass das Gebräuchliche zugleich ein tiefer, schön
ausgeprägter Gedanke ist. Nicht der gediegene Inhalt nämlich macht Worte
zu geflügelten, sondern der oft zufällige Eindruck auf einen grösseren Kreis
von Lesern und mehr noch von Hörern. Die Kanzel, das Theater, das
Schulkatheder, die Rednerbühne, der Gesang, die Zeitschrift sind die
Vermittler derselben. Daher kommt es, dass die dramatische Litteratur ihrer
mehr liefert, als die lyrische oder die epische, und dass aus der lyrischen
Poesie mehr solche fliessen, die komponiert worden sind und gesungen
werden, als andere. Daher kommt es auch, dass mancher Liebling des Volks
und der Musen in diesem Buche unvertreten bleibt, und dass Meisterstücke
der Lyrik, ausgezeichnete Romane, überhaupt Werke, die in den seltenen
Stunden stiller Weihe die Seele erquicken und deren Publikum stets der
einzelne Mensch oder höchstens ein traulich geschlossener enger Kreis ist,
eine überaus geringe Ausbeute zu den geflügelten Worten geben. Diese
entstehen auf dem Markte des Lebens und im Strudel der Öffentlichkeit.
Viele werden das Werk nur als N a c h s c h l a g e b u c h wert halten und
benutzen, Manche jedoch werden den in ihm behandelten Stoff tiefer fassen
als eine Hilfswissenschaft zur Erkenntnis des Seelenlebens der Völker.
Diesen, unseren eigentlichen L e s e r n kann es nicht darauf ankommen,
sich zu merken, wie man richtig zu citieren habe, geschweige auf
oberflächliche Vielwisserei; sondern ihre Grundfrage wird lauten: "Welche
geistigen Strömungen haben Deutschland im 19. Jahrhundert befruchtet?"
"Und was hat Deutschland an die anderen Nationen weitergegeben?"
werden sie fragen, wenn sie die ähnlichen Werke für Frankreich, Italien,
Ungarn, England, Holland, Dänemark und Schweden vergleichend lesen.
Im 20. Jahrhundert kommen hoffentlich die Deutschen als Spendende
mehr und mehr in Betracht. Allmählich erfüllt sich ja F r i e d r i c h s d e s
G r o s s e n Prophezeiung: "Il pourra arriver que notre langue polie et
perfectionnée s'étende, en faveur de nos bons écrivains, d'un bout de

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l'Europe à l'autre. Ces beaux jours de notre littérature ne sont pas encore
venus: mais ils s'approchent." Schon sind wir längst nicht mehr nur die
Übersetzenden, sondern wir werden auch fleissig übersetzt, und G o e t h e s
"Weltlitteraturepoche" tritt immer lebendiger ans Licht.

Page 28

I.

[6]
Geflügelte Worte aus der Bibel.

D aSprachen
die Bibel unter allen Büchern der Erde das bekannteste ist, so sind die
mit volkstümlichen Ausdrücken aus ihr reichlich getränkt. So
die deutsche Sprache:
"Der Mensch wird nackt geboren wie Adam, er ist keusch wie Joseph,
weise wie Salomo, stark wie Simson, ein gewaltiger Nimrod, der wahre
Jakob, ein ungläubiger Thomas; er ist ein langer Laban, ein Riese Goliath,
ein Enakskind; er lebt wie im Paradiese, dient dem Mammon und hat
Mosen und die Propheten, oder er stimmt, arm wie Lazarus oder ein blinder
Tobias, Jeremiaden an, sehnt sich zurück nach den Fleischtöpfen Ägyptens,
bekommt eine Hiobspost über die andere und muss Uriasbriefe bestellen,
wobei er von Pontius zu Pilatus zu laufen hat. Vielleicht ist er ein Saul unter
den Propheten, ein barmherziger Samariter oder ein Pharisäer, der
Judasküsse giebt; noch schlimmer, wenn er ein Kainszeichen an der Stirn
trägt oder wenn man ihn zur Rotte Korah zählen muss, aber möglicherweise
gehört er zu dem unschädlichen Geschlechte der Krethi und Plethi, oder er
ist nichts als ein gewöhnlicher Philister. Jedenfalls müssen ihm der Text, die
Epistel und die Leviten gelesen werden, damit er den alten Adam ausziehe
und er nicht länger wie in Sodom und Gomorrha lebe, in ägyptischer
Finsternis und babylonischer Verwirrung. Doch wie dem auch sei, er sehnt
sich danach, alt zu werden wie Methusalem, und wenn es mit ihm Matthäi
am letzten ist, wird er aufgenommen in Abrahams Schoss."
[6] Aus diesem Kapitel (15. Aufl.) ging des Pfarrers Paul G r ü n b e r g sorgfältige Studie
"über den Gebrauch und Missbrauch der Bibel in der deutschen Volks- und
Umgangssprache" hervor ("Biblische Redensarten" Henninger, Heilbronn 1888), der
wiederum unsere 17. Auflage manchen Aufschluss verdankte.
Es braucht wohl kaum erwähnt zu werden, dass "wahrer Jakob", "langer
Laban", "von Pontius zu Pilatus" (statt: von Herodes zu Pontius Pilatus)
Anlehnungen oder Entstellungen sind.

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Neben solchen der Bibel entnommenen Worten, Namen und Redensarten
sind eine Menge biblischer Sprüche im Munde des Volkes, die oft zu
bequemerem Gebrauch umgestaltet, ja sogar profaniert worden sind.
Es wird in dem Folgenden Luthers Bibelübersetzung citiert[7], denn diese
allein ist seit mehr als drei Jahrhunderten Volksbuch; und so findet man
denn auch, weil sie das Volk aus der Bibel citiert, Worte hier eingereiht, die
streng genommen nicht biblisch, sondern luthersch, ja sogar manchmal
vorluthersch sind. Auch bleibt in diesem Kapitel die Reihenfolge der
Bücher so unchronologisch, wie sie uns durch Luther zur Gewohnheit
wurde.—
[7] Wo in diesem Buche Luthers Werke ohne weiteren Zusatz citiert werden, ist die
Erlanger Ausgabe gemeint.

Ein wüster Zustand der Verwirrung heisst uns nach 1. Mose 1, 2 ein
Tohuwabohu
(nach den hebräischen Ausdrücken für "wüste und leer").—

1. Mos. 1, 3 steht:
Es werde Licht.—

1. Mos. 1, 12 schliesst:
Und Gott sahe, dass es gut war.—

Den Menschen nennen wir nach 1. Mos. 2, 7 einen
Erdenkloss.—

Nach 1. Mos. 2, 9 u. 17, wo von dem "Baum des Erkenntnisses Gutes und
Böses" die Rede ist, dessen Früchte der Herr dem ersten Menschenpaar zu
geniessen verbietet (s. 3, 2-6), wurden die Worte üblich:
Vom Baum der Erkenntniss essen

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und:
Die verbotene Frucht.—

Nach 1. Mos. 2, 18 citieren wir:
Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei,
und:
Mann und Frau sind Eins
nach 1. Mos. 2, 24: "Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter
verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein Ein Fleisch"
(vrgl. Matth. 19, 5).—

Aus 1. Mos. 2, 23, wo Adam von Eva sagt: "Das ist doch Bein von meinen
Beinen, und Fleisch von meinem Fleisch", entnehmen wir:
Fleisch von meinem Fleisch und Bein von meinem Bein.—

1. Mos. 3, 5 lesen wir das Schlangenwort: "Und werdet sein wie Gott und
wissen, was gut und böse ist". Die Vulgata giebt: "Eritis sicut Dii". "Und
werdet sein wie die Götter". Wir aber citieren die Stelle so, wie sie
G o e t h e in der Schülerscene des "Faust" anwendet:
Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum.
Und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
Die Verwendung bei Goethe dürfte durch A g r i p p a v o n N e t t e s h e i m vermittelt
sein, der im Anfange seines Werkes "de incertitudine et vanitate omnium scientiarum",
Köln 1527, sich dahin äussert, die Wissenschaft erhebe zu Gott nur im Sinne dieses
Spruches der Schlange. "Eritis sicut Deus" wurde zum Titel eines die Philosophen,
besonders Fr. Th. Vischer, verspottenden Romans erkoren, der 1855 anonym zu Hamburg
erschien und dessen fromme Verfasserin Wilhelmine Canz hiess.—

Nach dem Sündenfall heisst es 1. Mos. 3, 7 von Adam und Eva, sie "wurden
gewahr, dass sie nackend waren; und flochten Feigenblätter zusammen, und
machten ihnen Schürzen". Hiernach ward uns das

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Feigenblatt
ein bildlicher Ausdruck für "schamhafte Verhüllung".—

1. Mos. 3, 16 spricht Gott zu Eva: "dein Wille soll deinem Manne
unterworfen sein, und
Er soll dein Herr sein".—

1. Mos. 3, 19 steht:
Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brod essen,
und:
Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.
Dies citieren wir auch mit Sirach 41, 11 (vrgl. 42, 13 u. Pred. Sal. 12, 7) in
der Form:
Alles, was aus der Erde kommt, muss wieder zur Erde werden.


1. Mos. 4, 9 fragt Kain:
Soll ich meines Bruders Hüter sein?—

Der Ausdruck
himmelschreiend
beruht auf 1. Mos. 4, 10; 18, 20; 19, 13; 2. Mos. 3, 7; 22, 23; Jakobi 5, 4.
Die alte Dogmatik hatte hieraus den Begriff der "schreienden Sünden", der
"peccata clamantia" gebildet und diese in folgenden Versen aufgezählt:
Clamitat ad coelum vox sanguinis et Sodomorum,
Vox oppressorum, viduae, pretium famulorum.
Es schreit zum Himmel

Page 32

die Stimme des Bluts und der Sodomiter, die Stimme der
Unterdrückten, der Witwe, der Arbeiter Lohn.—

Nach 1. Mos. 4, 15: "Und der Herr machte ein Zeichen an Kain, dass ihn
niemand erschlüge", reden wir von einem
Kainszeichen
in dem fälschlichen Sinne, als stünde geschrieben, dass der Herr
sichtbarlich Kain zum Mörder stempelte.—

1. Mos. 5, 24 heisst es von Henoch: "Und dieweil er ein göttlich Leben
führte, nahm ihn Gott hinweg
und ward nicht mehr gesehen".
Dies Wort ist oft dichterisch als Schlusseffekt verwendet worden[8].—
[8] Z. B. von W i e l a n d am Schlusse des "Musarion"; von G o e t h e am Schlusse der
Ballade "der Fischer"; von S c h i l l e r in der "Braut von Messina", als Manuel dem Chor
seine Liebe enthüllt; und von T i e d g e am Schlusse des Gedichtes "Jenny" in Beckers
"Taschenb. z. gesell. Vergnüg." Leipzig 1804. S. 259.
Nach diesem Spruch (oder nach 1. Mos. 6, 9) sagt man auch:
Ein göttliches Leben führen,
ohne mehr an Henochs oder Noahs Wandel zu denken, sondern im
Märchensinne des Schlaraffenlebens.—

Zur Bezeichnung eines sehr hohen Alters dient
Methusala, gewöhnlich: Methusalem,
welcher nach 1. Mos. 5, 27 das Alter von 969 Jahren erreichte.—
Den Weg alles Fleisches gehen
für "zu Grunde gehen" entnehmen wir wohl aus 1. Mos. 6, 12-13: "Da sahe
Gott auf Erden, und siehe, sie war verderbet; denn alles Fleisch hatte seinen
Weg verderbet auf Erden. Da sprach Gott zu Noah: Alles Fleisches Ende ist
vor mich gekommen, denn die Erde ist voll Frevels von ihnen; und siehe da,

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ich will sie verderben mit der Erde". Auch 1. Kön. 2, 2: "ich gehe hin den
Weg aller Welt", ist zu beachten und Hiob 16, 22 (s. unten).—

1. Mos. 6, 4 steht:
Berühmte Leute.—

Nach 1. Mos. 6, 17; 7, 10 u. 17; 9, 11 u. 15; Psalm 29, 10; Weisheit 10, 4;
Sirach 40, 27; Matth. 24, 38 u. 39; 2. Petri 2, 5; 3, 6 reden wir mit Luther
von einer
Sündflut
anstatt von einer Sintflut (Sint-Fluot d. i. grosse Flut), wie die genaueren
Gelehrten nun zu schreiben pflegen.—
Das Ölblatt,
welches nach 1. Mos. 8, 11 die zweite von Noah ausgesandte Taube
heimbrachte, gilt bis heute als Zeichen der Beschwichtigung, der
Versöhnung und des Friedens.—

1. Mos. 8, 21 (vrgl. 1. Mos. 6, 5) steht:
Das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.


Zur Bezeichnung eines leidenschaftlichen Jägers dient Noahs Enkel
Nimrod
nach 1. Mos. 10, 9: "Daher spricht man: Das ist
ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn
wie Nimrod".—

Menschenkind(er),

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kommt 1. Mos. 11, 5 und sonst noch sehr oft in der Bibel vor, namentlich
im Hesekiel.—

Babylonische Verwirrung
stammt aus 1. Mos. 11, 9: "Daher heisset ihr Name Babel, dass der Herr
daselbst verwirret hatte aller Länder Sprache . . ."—

Gnade vor deinen (meinen) Augen finden
beruht auf 1. Mos. 18, 3; 19, 19; 2. Mos. 33, 12. 13. 16. 17.—

1. Mos. 18, 14 (vrgl. Jerem. 32, 27) steht: "Sollte dem Herrn etwas
unmöglich sein?" und danach Jerem. 32, 17 "und ist kein Ding vor dir
(Herr) unmöglich", was dann bei Luk. 1, 37 (vrgl. Matth. 19, 26; Mark. 10,
27; Luk. 18, 27) also lautet:
bei Gott ist kein Ding unmöglich.—

Auf 1. Mos. 19 beruht
Sodom und Gomorrha,
eine oft in der Bibel wiederkehrende Bezeichnung lasterhafter Stätten.—

Mit Blindheit geschlagen werden
steht 1. Mos. 19, 11; 5. Mos. 28, 28; 2. Kön. 6, 18 und "Weisheit" 19, 16.—
Zur Salzsäule werden
heisst uns "vor Entsetzen erstarren" nach 1. Mos. 19, 26 "Und sein (Lot's)
Weib sahe hinter sich und ward zur Salzsäule". Der Herr hatte zu Lot und
den Seinen gesagt, als die Engel sie fortführten aus dem der Vernichtung
anheimfallenden Sodom (17): "Errette deine Seele und siehe nicht hinter
dich".—

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Nach 1. Mos. 22, 17; 32, 12; 41, 49; Jesaias 10, 22; 1. Kön. 4, 20; Hosea 1,
10; Gebet Asariae 36; Römer 9, 27 und anderen ähnlichen Schriftstellen
sagen wir
Wie Sand am Meer.—

Aus 1. Mos. 23, 4. 9. 20; 49, 30; 50, 13 kommt uns das Wort:
Erbbegräbnis.—

1. Mos. 23, 6 heisst es: "begrabe deinen Todten in unsern ehrlichsten
Gräbern", Sirach 38, 16: "bestatte ihn ehrlich zum Grabe" und 2. Macc. 4,
49: "und liessen sie ehrlich zur Erde bestatten". Hieraus bildeten wir das
Wort
ein ehrliches Begräbnis.—

Nach 1. Mos. 25, 34 nennen wir etwas Wertloses, wofür etwas Wertvolles
preisgegeben wird,
ein Linsengericht;
denn für ein solches mit Brod verkaufte Esau dem Bruder Jakob seine
Erstgeburt (vrgl. Ebr. 12, 16).—

Gotteshaus
wird für "Kirche" oder "Tempel" gebraucht nach 1. Mos. 28, 22; Richter 17,
5; Matth. 12, 4. Kühnerweise schrieb Zesen sich diese Erfindung zu [s. unt.
a. a. O. bei "Gottestisch"].—

Nach 1. Mos. 31, 20; 2. Sam. 15, 6 sagen wir:
Einem das Herz stehlen
und danach:
Herzensdieb.—

Page 36

Die Kinder Israël
werden 1. Mos. 32, 32 und auch sonst häufig in der Bibel genannt.—

1. Mos. 33, 9 steht
Behalt, was du hast,
was sich Offenbar. Joh. 3, 11 in der Form: "Halt, was du hast" wiederholt,
während es ebenda 2, 25 heisst: "(Doch) was ihr habt, das haltet, (bis dass
ich komme)".—

Nach 1. Mos. 34, 1 wird ganz willkürlich von Männern auf Freiersfüssen
gesagt:
ausgehen, um die Töchter des Landes zu besehen;
denn Jakobs und Leas T o c h t e r Dina, so steht geschrieben, "ging heraus,
die Töchter des Landes zu s e h e n".—

Nach 1. Mos. 37, 27: "Es ist unser Bruder, Fleisch und Blut", nennen wir
die nächsten Angehörigen unser
Fleisch und Blut.—

1. Mos. 37, 35 steht für "sterben":
in die Grube fahren,
ein oft in der Bibel wiederkehrender Ausdruck.—

Habeat sibi,
meinetwegen,
oder, wie Luther übersetzt: "Sie hab's ihr", ist aus 1. Mos. 38, 23 entlehnt
(vrgl. S u e t o n: "Julius Cäsar", 1).—

Keusch wie Joseph

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ist entwickelt aus 1. Mos. 39.—

Pharaos Traum, 1. Mos. 41, von "sieben schönen fetten Kühen", die von
"sieben hässlichen und mageren Kühen" gefressen und von "sieben dicken
und vollen Ähren", die von "sieben mageren Ähren" verschlungen werden,
wird von Joseph dahin gedeutet, dass in ganz Ägyptenland "sieben reiche
Jahre" und nach denselben "sieben Jahre teure Zeit" kommen würden.
Hiernach sprechen wir von
Fetten Jahren und mageren Jahren.—

Aus 1. Mos. 41, 43, wo geschrieben steht, dass Pharao vor Joseph her
ausrufen liess: "Der ist des Landes Vater" stammt
Landesvater,
oder aus Cicero "pr. Sest." 57: "pater patriae", "Vater des Vaterlands".—

Benjamin
als Bezeichnung des jüngsten Kindes und Lieblingssohnes beruht auf 1.
Mos. 42, 4 und 43, 6 und 14.—

Nach 1. Mos. 44, 4; 1. Sam. 24, 18; 25, 21 und Jerem. 18, 20 sagen wir:
Gutes mit Bösem vergelten.
"Arges um Gutes thun" steht Psalm 35, 12; 38, 21 und: "Vergeltet nicht
Böses mit Bösem" 1. Petri 3, 9; daher unser:
Böses mit Bösem vergelten.—

Nach 2. Mos. 1, 14: "Und (die Ägypter) machten ihnen (den Kindern Israel)
ihr Leben sauer, mit schwerer Arbeit in Thon und Ziegeln und mit allerlei
Fröhnen auf dem Felde", sagen wir:
Einem das Leben sauer machen.—

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Wir sprechen von einem gesegneten Lande,
darinnen Milch und Honig fliesst
nach 2. Mos. 3, 8. Der Ausdruck wiederholt sich häufig in der Bibel und ist
auch in den klassischen Sprachen bekannt[9].—
[9] Vrgl. Gualterus R o b e r t - t o r n o w: "De apium mellisque apud veteres
significatione et symbolica et mythologica" (Berolini apud Weidmannos, 1893, p. 82-85).


Zeichen und Wunder,
2. Mos. 7, 3 wiederholt sich ebenfalls oft in der Bibel. Auch im Aelian (2.
Jahrh. n. Chr.; "Variae historiae" 12, 57) findet sich der Ausdruck σημεῖα
καὶ τέρατα, also in derselben Form, wie im Neuen Testament an vielen
Stellen, z. B. Matth. 24, 24.—

Der Finger Gottes
beruht zunächst auf 2. Mos. 8, 19, wo die Zauberer, weil Aaron Läuse aus
dem Staube entstehen lassen konnte, zu Pharao sprechen: "Das ist Gottes
Finger". Luk. 11, 20 spricht Jesus vom Austreiben der Teufel "durch Gottes
Finger".—

Wir reden von der
Ägyptischen Finsternis
nach 2. Mos. 10, 22: "Da ward eine dicke Finsternis in ganz Ägyptenland
drei Tage".—

2. Mos. 14, 17. 18 und Psalm 46, 11 heisst es:
Ehre einlegen.—

2. Mos. 15, 10: "Da liessest du deinen Wind blasen, und das Meer bedeckte
sie" . . "Flavit spiritus tuus et operuit eos mare" . . . rief ein viel citiertes
Wort hervor. Auf die Vernichtung der gegen England gesandten Riesenflotte
Philipps II., der Armada, durch die August- und Septemberstürme d. J. 1588

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schlugen nämlich die Holländer in Middleburg eine Dank- und Denkmünze.
Die eine Seite trägt mit den Wogen kämpfende Schiffe und die Umschrift:
"Flavit Jehovah et dissipati sunt" ("Jehovah" in hebräischen Lettern auf
einem Gewölk: vergl. Van Loon "Nederlandsche Historipenningen" 1, 392).
Die andere Seite zeigt als Sinnbild des Protestantismus eine auf
meerumbrandetem Fels festgegründete Kirche, darunter des Moritz von
Nassau Wappenschild und um den Rand die Worte: "Allidor non laedor"
("mag es an mir anprallen, wird es doch an mir abprallen"). Irrtümlich
schreibt A d d i s o n ("Spectator" No. 293) eine solche Denkmünze mit der
Inschrift: "Afflavit Deus et dissipantur" der Königin Elisabeth von England
zu, und S c h i l l e r bringt, nach M e r c i e r ("Portrait de Philippe second"
Amst. 1785. "Précis historique" p. IX), in der Anmerkung zu seinem
Gedicht "Die unüberwindliche Flotte" (1786, "Thalia" II, 71) denselben
Irrtum nebst der nun durch ihn landläufig gewordenen Änderung der
Devise:
Afflavit Deus et dissipati sunt,
die er am Schluss des Gedichtes also übersetzt:
"Gott der Allmächt'ge blies,
Und die Armada flog nach allen Winden".

Dies lautet in R a c i n e s "Athalie" (1691) 5, 6, 3-4:
"Comme le vent dans l'air dissipe la fumée,
La voix du tout-Puissant a chassé cette armée . . ."
und in Martin C r u g o t s "Der Christ in der Einsamkeit" (1756, J. Korn, Breslau): "Der
Allmächtige blies und zerstäubete die Unüberwindliche wie Spreu, welche der Wind
zerstreuet". Vrgl. "Martin Crugot, der ältere Dichter der unüberwindlichen Flotte
Schillers". Urkundlich nachgewiesen von Karl Hermann Manchot (Bremen, C. W.
Roussell, 1886. S. 23).—

Auf 2. Mos. 16, 15. 33. 35 (vrgl. Psalm 78, 24; Joh. 6, 31. 49. 58), beruht:
Manna in der Wüste.—

Wollen wir bezeichnen, dass sich jemand nach einer äusserlich besseren
Lage zurücksehnt, so sagen wir mit Anlehnung an 2. Mos. 16, 3 (vrgl. 4.

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Mos. 11): "Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben, durch des Herrn
Hand, da wir bei den Fleischtöpfen sassen", dass er sich zurücksehnt nach
den Fleischtöpfen Ägyptens.—

2. Mos. 21, 24; 3. Mos. 24, 20; 5. Mos. 19, 21; Matthäi 5, 38 steht:
Auge um Auge, Zahn um Zahn.—

Die Verehrung des Reichtums und die Sucht nach Metallbesitz bezeichnen
wir fälschlich nach 2. Mos. 32 (wo wörtlich 'gegossenes Kalb' steht) mit
Anbetung des goldenen Kalbes; Tanz ums goldene Kalb;
denn in der betreffenden Stelle handelt es sich um ein Götzenbild, welches
die Israeliten allerdings anbeteten und umtanzten, zu dessen Herstellung sie
sich aber ihres goldenen Geschmeides entäussert hatten; auch liefert Ch.
B e k e (in "The Idol of Horeb: Evidence that the Golden Image was a Cone
and not a Calf", 1871) den Beweis, dass die eigentliche Bedeutung des
hebräischen Wortes nicht "Kalb", sondern "Kegel" ist.—

Aus 2. Mos. 23, 6; 5. Mos. 16, 19; 24, 17; 27, 19; 1. Sam. 3, 3; Hiob 34, 12
(vrgl. auch Sprichw. 17, 23; 18, 5; Jes. 10, 2) entnehmen wir:
das Recht beugen,
nach Luther, der so übersetzt, gleichviel ob in der Vulgata "declinare",
"opprimere", "subvertere" oder "pervertere" steht. Aber es entstand
unabhängig von ihm aus den Vulgataworten (5. Mos. 27, 19 vrgl. dazu 24,
17 und Hiob 34, 12): "maledictus, qui pervertit iudicium . . ." die Wendung:
das Recht verdrehen
und daraus:
Rechtsverdreher
und:
Rechtsverdrehung.—

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Nach 2. Mos. 32, 27: ". . Gürte ein jeglicher sein Schwert auf seine Lenden
. ." sagen wir für "sich kampfbereit machen":
Seine Lenden mit dem Schwert gürten.—

2. Mos. 33, 11 steht geschrieben: "Der Herr aber redete mit Mose
von Angesicht zu Angesicht,
wie ein Mann mit seinem Freunde redet".—

Auf 3. Mos. 16 (vrgl. 4. Mos. 7, 16ff.; 15, 24; 28 u. 29) beruht der
Ausdruck:
Sündenbock,
von welchem Vers 21 und 22 geschrieben steht: "Da soll denn Aaron seine
beide Hände auf sein Haupt legen, und bekennen auf ihm alle Missethat der
Kinder Israel, und alle ihre Übertretung in allen ihren Sünden; und soll sie
dem Bock auf das Haupt legen, und ihn durch einen Mann, der vorhanden
ist, in die Wüste laufen lassen: dass also der Bock alle ihre Missethat auf
ihm in eine Wildnis trage".—

Aus 3. Mos. 19, 18: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" ("als
dich selbst": Matth. 5, 43; 22, 39; Mark. 12, 31; Röm. 13, 9) entsprangen
die Worte:
Nächstenliebe
und (Gal. 5, 14):
Liebe deinen Nächsten als dich selbst.—

3. Mos. 19, 32 lautet: "Vor einem grauen Haupt sollt ihr aufstehen und die
Alten ehren"; daher wir sagen:
Ein graues Haupt ehren.—

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Aus 3. Mos. 19, 36: "Ihr sollt nicht ungleich handeln am Gericht, mit der
Elle, mit Gewicht, mit Maas" stammt die Wendung:
Mit gleicher Elle messen.—

3. Mos. 20, 4 steht für "gegen Einen nachsichtig sein": dem Menschen
Durch die Finger sehen.—

3. Mos. 24, 11-16 (vrgl. Daniel 7, 25) lesen wir von Einem, der "des Herrn
Namen lästert" und danach 2. Macc. 13, 6 das Wort:
Gotteslästerer
und 2. Macc. 15, 24, wie Matth. 26, 25; Mark. 2, 7; 3, 28; 14, 64; Luk. 5,
21:
Gotteslästerung.
Hier giebt der Grundtext:

Βλασφημία,
Blasphemie,
was bei den Hellenen lediglich "Lästerung" bedeutete.—

3. Mos. Kap. 25 ist überschrieben "Feier- und Jubeljahr", und es wird darin
den Kindern Israel befohlen, jedes fünfzigste Jahr mit dem Schall der
Posaune (hebräisch: jobel) als ein Erlassjahr anzukündigen, "da jedermann
wieder zu dem Seinen kommen soll". Eigentlich müsste es also "Jobeljahr"
heissen; aber schon im 6. Jahrh. n. Chr. nennt A r a t o r ("de actib. Apostol."
II, 677) dieses jüdische Festjahr "annus iubilaeus". Wir sagen nun von einer
seltenen Wiederholung, sie komme
"alle Jubeljahr' mal",
und die katholische Kirche feiert noch heute alle fünfundzwanzig Jahre ein
gewinnbringendes Jubel- und Gnadenjahr, welches zuerst Bonifacius VIII.

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i. J. 1300 für eine hundertjährige Wiederkehr eingesetzt hatte. Die Worte
"Jubel, jubeln, jubilieren, Jubelfest, Jubiläum, Jubilar, Jubelgreis", sind alle
davon herzuleiten.—

3. Mos. 26, 6; 1. Macc. 7, 50; 9, 57; 14, 11 steht:
Friede im Lande.—

Aus 4, Mos. 6, 25: "Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei
dir gnädig" entnehmen wir:
Sein Angesicht leuchten lassen über Jemandem.—

4. Mos. 9, 23 heisst es von den Kindern Israel: "Nach des Herrn Munde
lagen sie und nach des Herrn Munde zogen sie, dass sie auf des H e r r n
H u t warteten . . ." Dieser Spruch und andere auf den Wachtdienst im
Tempel bezügliche Stellen des alten Testamentes (s. 3. Mos. 8, 35; 4. Mos.
9, 19; 1. Chron. 24, 32; Nehemia 12, 45; Sacharja 3, 7) trugen bei zur
Bildung des Sektennamens
Herrnhuter.
Nämlich der Zimmermann Christian D a v i d aus Mähren begründete im
Jahre 1722 auf Berthelsdorf, dem Oberlausitzischen Gut des frommen
G r a f e n Z i n z e n d o r f, mit neun Anderen am H u t b e r g e eine
Niederlassung, aus der die "evangelische Brüdergemeinde" hervorwuchs.
Er, der Haushofmeister Georg H e i t z und der Magister Christian Gottfried
M a r c h e benannten in des Spenders Abwesenheit den Ort "Herrnhut" und
D a v i d schrieb darüber (s. Ersch und Grubers "Encyclopädie" unter
"Brüder-Unität"): "Wir gaben diesem Orte nach dem dabei gelegenen
H u t b e r g e den Namen H e r r n h u t, teils deswegen, weil wir uns immer
dabei erinnern sollten, dass der Herr über uns Hüter und Wächter ist, teils
um uns täglich zu erinnern, dass wir auch auf der Hut und Wache sein
sollen".—

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Für Riesenkind, riesig starker Mensch, sagen wir nach 4. Mos. 13, 23. 29.
34 und anderen Stellen des alten Testamentes
Enakskind.—

Aus 4. Mos. 14, 34; 5. Mos. 31, 6. 8; Psalm 74, 11 schöpfen wir das Wort
die Hand abziehen von Einem.—

Die Bezeichnung eines Haufens wüster Polterer durch
die Rotte Korah
ist 4. Mos. 16, 5 entnommen.—

Auf 4. Mos. 31, 26. 27; Josua 22, 8; Eichter 5, 20 beruht:
Den Raub unter sich teilen.—

Dorn im Auge
ist aus 4. Mos. 33, 55 gebildet, wo es heisst:
"Werdet ihr aber die Einwohner des Landes nicht
vertreiben vor eurem Angesicht, so werden euch
die, so ihr überbleiben lasset, zu Dornen werden
in euren Augen—".—

5. Mos. 1, 17 (vrgl. Sprichw. 24, 25; Joh. 7, 24) steht: "Keine Person sollt
ihr im Gericht ansehen" und Hiob 34, 19 heisst es von Gott (vrgl. Hiob 13,
10; Maleachi 1, 9; Sir. 35, 16; Matth. 22, 16; Mark. 12, 14; Luk. 20, 21;
Apostelg. 10, 34. 35; Röm. 2, 11; 2. Kor. 19, 7; Gal. 2, 6; Ephes. 6, 9; Col.
3, 25; Jak. 2, 1): "Der doch nicht ansieht die Person der Fürsten und kennt
den Herrlichen nicht mehr, denn den Armen". Daher verlangen wir mit 1.
Petri 1, 17, man solle richten
Ohne Ansehen der Person.—

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Nach 5. Mos. 4, 26 sagen wir:
Himmel und Erde zu Zeugen (an)rufen.—

5. Mos. 4, 29; 6, 15; 10, 12; 26, 16; 30, 2; 30, 6; 30, 10; Josua 22, 5; 23, 14;
1. Kön. 2, 4; 8, 48; 2. Kön. 23, 3. 25; Jerem. 32, 41 steht geschrieben:
Von ganzem Herzen und von ganzer Seele—
und 5. Mos. 30, 19 und 31, 28:
Himmel und Erde zu Zeugen nehmen.—

Aus 5. Mos. 8, 3 ist:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
entnommen, was wir Matth. 4, 4 und mit Wortumstellung Luk. 4, 4 lesen.—

Für "Einen unbarmherzig strafen" sagen wir:
Einen steinigen
nach 5. Mos. 13, 10; 17, 5; 21, 21. 24.—

Seine milde Hand aufthun
stammt aus 5. Mos. 15, 11 (vrgl. Psalm 104, 28; 145, 16): "Es werden
allezeit Arme sein im Lande; darum gebiete ich dir und sage, dass du deine
Hand aufthust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist in deinem Lande"
und Psalm 37, 21: "Der Gerechte ist barmherzig und milde".—

5. Mose 21, 1-9 wird angeordnet, dass da, wo ein Erschlagener liege, dessen
Mörder unbekannt sei, die Ältesten der nächsten Stadt über einer jungen
Kuh, der der Hals abgehauen ist, ihre Hände waschen und dabei sagen
sollen: "Unsere Hände haben das Blut nicht vergossen, so haben es auch
unsere Augen nicht gesehen; sei gnädig deinem Volke Israel, dass du, der
Herr, erlöset hast, lege nicht das unschuldige Blut auf dein Volk Israel

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u. s. w.". Hierauf beruht die uns nach Psalm 26, 6 oder besser Ps. 73, 13
(vrgl. Pilatus bei Matth. 27, 24) geläufige Wendung:
Ich wasche meine Hände in Unschuld,
oder:
Seine Hände in Unschuld waschen.—

Aus 5. Mos. 22, 26 "Sünde des Todes werth" und 1. Joh. 5, 16. 17 "Sünde
zum Tode" stammt das Wort:
Todsünde.—

Aus 5. Mos. 24, 1. 3 (vrgl. Matth. 5, 31; 19, 7; Mark. 10, 4; Luk. 16, 18; 1.
Kor. 7, 10) stammt der
Scheidebrief.—

Du sollst dem Ochsen, der da drischet, nicht das Maul
verbinden
steht 5. Mos. 25, 4 (vrgl. 1. Kor. 9, 9; 1. Timoth. 5, 18). Noch heute wird in
Syrien das im Freien ausgebreitete Getreide gedroschen, indem man mit
einem ochsenbespannten hölzernen Stuhlschlitten darüberhinfährt, unter
dessen Kufen scharfe Steine befestigt sind.—

5. Mos. 25, 18 findet sich:
müde und matt.—

5. Mos. 27, 15-26 steht zwölfmal: "und alles Volk soll sagen: Amen";
Matth. 5, 37: "Eure Rede sei ja, ja . . ." und Offenb. Joh. 22, 20: "Ja, ich
komme bald, Amen". Daher unser:
Ja und Amen zu Etwas sagen.—

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Aus 5. Mos. 28, 29, wo dem, der nicht auf des Herrn Stimme hörte,
prophezeit wird: "Und wirst tappen im Mittage, wie ein Blinder tappet im
Dunkeln", citieren wir:
im Dunkeln tappen.
Vrgl. Hiob 5, 14; 12, 25.—

Vom Scheitel bis zur Sohle
sagen wir nach 5. Mos. 28, 35; 2. Sam. 14, 25 und Hiob 2, 7, obwohl wir
eigentlich "von der Fusssohle an bis auf die Scheitel" citieren müssten.—

Aus 5. Mos. 28, 37 (vrgl. 1. Kön. 9, 7; 2. Chron. 7, 20; Hiob 17, 6; Jerem.
24, 9; Hes. 14, 8) entnehmen wir:
zum Sprichwort werden
und:
zur Fabel werden.—

Eine Person oder Eigenschaft, die Einem Unehre macht, nennen wir einen
Schandfleck
nach 5. Mos. 32, 5: "Sie sind Schandflecken und nicht seine Kinder", und
nach Sir. 20, 26: "Die Lüge ist ein hässlicher Schandfleck an einem
Menschen" und 47, 21: ". . und bringest deiner Ehre einen Schandfleck an".


Jemanden wie seinen Augapfel behüten
ist aus 5. Mos. 32, 10 und Psalm 17, 8. (Sacharja 2, 8: "Wer euch antastet,
der tastet seinen Augapfel an".)—

Traubenblut
für "Wein" finden wir 5. Mos. 32, 14.—

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5. Mos. 32, 35 (Röm. 12, 19; Ebr. 10, 30) spricht der Herr:
Die Rache ist mein.—

Mann Gottes
steht 5. Mos. 33, 1 und sonst noch sechzigmal im alten Testamente.—

Josua 1, 14; 8, 3; Richter 3, 29; 18, 2; 20, 17; 1. Chronika 6, 18; 11, 12
finden wir:
streitbare Männer,
Josua 17, 1:
Ein streitbarer Mann.—

Josua 3, 7 verspricht der Herr, "Josua gross zu machen vor dem ganzen
Israel", 4, 14 beginnt: "An dem Tage machte der Herr Josua gross vor dem
ganzen Israel", und in der "Historie von der Susanne und Daniel" 64 heisst
es: "Und Daniel ward gross vor dem Volk". Daher stammt die unserer
jüdischen Bevölkerung geläufige Redensart:
Gross vor den Leuten.—

Josua 6, 5. 10. 16. 20; 1. Thess. 4, 16 steht:
Feldgeschrei.—

Nach Josua 10, 24; Psalm 74, 3; Ev. Joh. 13, 18 und Ebräer 10, 29 sagen
wir:
Einen mit Füssen treten.—

Josua 24, 15 steht:
Ich (aber) und mein Haus wollen dem Herrn dienen.—

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Josua 24, 16; 1. Samuelis 14, 45; 2. Sam. 20, 20; Römer 3, 4. 6 und öfters in
den paulinischen Briefen lesen wir:
Das sei ferne!
vrgl. "Das sei ferne von dir" (1. Mos. 18, 25) und "Das sei ferne von mir" (1. Mos. 40, 7).


Das Buch der Richter 2, 10 (vrgl. 2. Kön. 22, 20; 2. Chronik. 34, 28; 1.
Macc. 2, 69 und auch 1. Mos. 25, 8) schenkt uns das Wort:
zu seinen Vätern versammelt werden.—

Im Buch der Richter 5, 6 (vrgl. Psalm 125, 5) steht: ". . . die da auf Pfaden
gehen sollten, die wandelten durch
krumme Wege".—

Im Buche der Richter 6, 12 und Ruth 5, 6 steht:
(Ein) streitbarer Held.—

Als Bezeichnung des Losungswortes für eine Partei gebrauchen wir nach
dem Buch der Richter 12, 5. 6:
Schiboleth.
Die Gileaditer hatten sich bei einer Furt des Jordans aufgestellt und
richteten an jeden Ephraiter, der hinüber wollte, die Frage: "Bist du ein
Ephraiter? Wenn er dann antwortete: Nein; so hiessen sie ihn sprechen:
Schiboleth; so sprach er: Siboleth und konnte es nicht reden. So griffen sie
ihn" u. s. w.—

Löst jemand eine Aufgabe mit fremder Hülfe, so nennen wir das:
mit fremdem Kalbe pflügen,

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nach dem Vorgange Simsons, dessen Weib die Auflösung eines von ihm
aufgegebenen Rätsels seiner Verschwiegenheit entlockt und den Ratenden
mitgeteilt hatte, worauf er zu ihnen (nach dem Buche der Richter 14, 18)
sprach: "Wenn ihr nicht hättet mit meinem Kalbe gepflüget, ihr hättet mein
Rätsel nicht troffen".—

Brandfuchs
wird (nach H a s e: "Ideale und Irrtümer", Lpz. 1872, S. 116) der Student im
zweiten Semester genannt, weil ihm, dem "Fuchs", dann einige Haare hinter
dem Ohre mit einem Fidibus angebrannt wurden, damit er von nun ab ein
Brandfuchs im Kampfe gegen die Philister würde, wie (nach dem Buche
der Richter 15) Simson gegen die Felder, Gärten und Weinberge der
Philister dreihundert Füchse aussendete, von denen je zwei einen Brand
zwischen ihren Schwänzen hatten.—

Philister
für Nichtstudent, Widersacher des Studententums, soll darauf beruhen, dass,
als am Ende des 17. Jahrhunderts[10] bei Händeln in Jena zwischen den
Studenten und den Einwohnern der Johannisvorstadt ein Student erschlagen
worden war, der Oberpfarrer und Generalsuperintendent Lic. theol. G ö t z e
ihm die Leichenrede über den im Buche der Richter (16) viermal
vorkommenden Text gehalten habe:
"Philister über dir,
Simson". (vrgl. S c h m e i t z e l in den "Wöchentlichen Hallischen
Anzeigen", 1746 Sp. 177 und E. B. W i e d e b u r g "Beschreib. d. Stadt
Jena", Jena 1785, S. 155.)
[10] In "Jena und Umgegend, Taschenbuch für Fremde" von H. Ortloff wird jedoch das
Jahr 1624 angegeben.
Hingegen nach O s k a r J u s t i n u s ("Schlesische Zeitung" Nr. 520, 1879) haben
diejenigen Häuser der ehemaligen Universitätsstadt Helmstädt, welche in irgend einer
Beziehung zur Universität standen, Tafeln mit einem Simson, der einem Löwen den
Rachen aufreisst. Dies vom Kaiser Maximilian verliehene Siegel hätte zuwege gebracht,
dass man alle, welche nicht unter diesem Zeichen standen, also alle Nichtakademiker, mit
dem Namen der von Simson bekämpften Philister belegte. Friedrich Kluge bezweifelt diese
Deutung mit Recht in seinem "historischen Wörterbuche der Studentensprache" (K. J.
Trübner. Strassburg 1895).—

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Dass sich ein Volk erhebt
wie Ein Mann
ist ein Wort, das wir dem Buche der Richter 20, 1. 8. 11; Esra 2, 64; 3, 1. 9;
6, 20 und Nehemia 7, 66; 8, 1 entlehnen.—

1. Samuelis 1, 15; Psalm 42, 5 und 62, 9 entstammt:
Sein Herz ausschütten.—

Nach 1. Samuelis 3, 11 (vrgl. 2. Könige 21, 12): "Wer das hören wird, dem
werden seine beiden Ohren gellen" und Jeremias 19, 3: "ich will ein solch
Unglück über diese Stätte gehen lassen, dass, wer es hören wird, ihm die
Ohren klingen sollen" . . sagen wir, dass Einem
die Ohren gellen oder klingen.—

1. Samuelis 3, 13 (vrgl. Hiob 21, 5; Matth. 6, 16) heisst es von Eli, "dass er
wusste, wie seine Kinder sich schändlich hielten, und hätte nicht einmal
sauer dazu gesehen".—

Nach 1. Samuelis 5, 9 und 11 sagen wir:
Einen grossen Rumor machen.—

Nach 1. Samuelis 9, 2, wo es von Saul heisst: "der war ein junger feiner
Mann" sagt man wohl:
ein feiner junger Mann;
doch wird darunter nicht mehr, wie dort, ein stattlich gewachsener, sondern
ein wohlanständiger Jüngling verstanden und auch spöttisch ein
ladenmässig geschniegelter.—

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Das von G o e t h e am Ende von "Wilhelm Meister's Lehrjahren"
angewendete:
Saul, der Sohn Kis, ging aus, seines Vaters Eselinnen zu
suchen und fand ein Königreich
erklärt sich aus 1. Samuelis, Kap. 9 und 10.—

Wie kommt Saul unter die Propheten?
hat folgenden Ursprung. Einer Prophetenschar begegnend und vom Geiste
Gottes ergriffen, fing Saul auch an, unter ihnen zu weissagen, und sie
sprachen (1. Samuelis 10, 11); "Ist Saul auch unter den Propheten?" und
"Daher", heisst es 1. Samuelis 10, 12, "ist das Sprichwort kommen: Ist Saul
auch unter den Propheten?" (vrgl. 1. Sam. 19, 24.)—

Ein Mann nach dem Herzen Gottes
beruht auf 1. Samuelis 13, 14 und Apostelg. 13, 22.—

1. Samuelis 16, 7 steht geschrieben: "Ein Mensch siehet, was vor Augen ist,
der Herr aber siehet das Herz an". Hieraus schöpfen wir unser:
Gott sieht aufs Herz.—

Nach 1. Samuelis 17 nennen wir einen hochgewachsenen Mann einen
Goliath oder einen Riesen Goliath.—

Als ein Beispiel inniger Freundesliebe gelten uns
David und Jonathan
nach 1. Samuelis 18, 1-7; 19, 1; 20, 17; 23, 18; 2. Samuelis 1, 26; 21, 7 (s.
unten: 1. Macc. 10 und 11).—

Nach 1. Samuelis 25, 17. 25; 2. Samuelis 20, 1, wo aber "Mann" steht,
sagen wir:

Page 53

Ein heilloser Mensch.—

2. Samuelis 8, 13 lesen wir:
Sich einen Namen machen.—

Das bekannte Wort:
Krethi und Plethi,
d. h. die Kreter (nach anderen die Karer) und Philister, welche die
Leibwache des Königs bildeten, steht 2. Samuelis 8, 18; 15, 18; 20, 7. 23; 1.
Könige 1, 38. 44; 1. Chronica 19, 17 und es ist uns gleichbedeutend mit
"allerlei Pöbel".—

Als nach 2. Samuelis 10, 5 und 1. Chronika 20, 5 der Ammoniterkönig
Hanon den abgesendeten Dienern des Königs David hatte die Haare scheren
lassen, liess David ihnen sagen: "Bleibet zu Jericho, bis euer Bart
gewachsen", woraus jene volkstümliche Abfertigung an einen frühklugen
Unbärtigen entstand:
Gehe nach Jericho und lass dir den Bart wachsen.—

Nach 2. Samuelis 11, 14 u. 15 nennt man einen Brief, welcher dem
Überbringer Unheil bringt:
Uriasbrief,
denn David schickte an Joab den Uria mit einem Briefe des Inhalts: "Stellet
Uria an den Streit, da er am härtesten ist, und wendet euch hinter ihm ab,
dass er erschlagen werde und sterbe". Und also geschah es.—

2. Samuelis 12, 5 steht:
Kind des Todes,
1. Sam. 26, 16; Psalm 79, 11; 102, 21: "Kinder des Todes".—

Page 54

Aus 2. Samuelis 15, 14 stammt:
Kein Entrinnen.—

2. Samuelis 16, 7 u. 8 nennt Simei den David einen
Bluthund;
und Sirach 34, 27 lautet: "Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht giebt, der ist
ein Bluthund".—

2. Samuelis 18, 9 berichtet von Absalom, der auf einem Maultier ritt: "da
das Maulthier unter eine grosse dicke Eiche kam, behing sein Haupt an der
Eiche und schwebete zwischen Himmel und Erde, aber sein Maulthier lief
unter ihm weg". Danach brauchen wir die Wendung:
zwischen Himmel und Erde schweben.—

Aus 2. Samuelis 18, 33 und 19, 4 stammt:
O mein Sohn Absalom!—

1. Könige 2, 2 sagt der sterbende David zu seinem Sohne Salomo:
sei ein Mann.—

1. Könige 3, 7 spricht Salomo zu Gott: ". . bin . . ein kleiner Knabe, weiss
nicht weder meinen Ausgang noch Eingang". Daher sagen wir:
nicht aus noch ein wissen.—

Auf 1. Könige 3, 16-28 beruht:
Salomonisches Urteil.

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Es wird da eine junge Mutter von einer anderen bei Salomo verklagt, sie
habe der Schlummernden ihr eigenes im Schlaf erdrücktes Kind
untergeschoben und sich deren lebendes genommen, was die Bezichtigte
läugnet. Um die Wahrheit herauszubringen, entscheidet der König, das
lebendige Kind solle mit dem Schwert in zwei Teile geteilt werden und
jeder eine Hälfte zufallen. Die eine willigt darein, die andere aber will dann
lieber ganz verzichten, "denn ihr mütterliches Herz entbrannte über ihren
Sohn". Da sprach Salomo: "Gebt dieser das Kind lebendig und tötet es
nicht; die ist die Mutter."—
Weise wie Salomo, Weisheit Salomos oder Salomonis,
salomonische Weisheit
beruht auf 1. Könige 4, 29. 30. 31. 34; 5, 7. 12; 10, 4. 6. 7. 8. 23. 24; 11, 41;
2. Chronika 1, 10. 11. 12; 9, 3. 5. 6. 7. 22. 23; Luk. 11, 31 und dem Titel des
apokryphischen Buches "die Weisheit Salomons an die Tyrannen".—

1. Könige 12, 11 sprechen "die Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren"
zu Rehabeam, Salomos Sohn, er möge dem um Erleichterung flehenden
Volke antworten: "mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, I c h aber
will euch
mit Scorpionen (d. h. mit Geisseln) züchtigen".—

1. König 22, 22 und 23 ist die Rede von "einem falschen Geist in aller
Propheten Munde" (vrgl. Jesais 9, 15; Jerem. 5, 31; 6, 13; 14, 14; 23, 25
und 26), danach reden wir mit Matth. 7, 15; 24, 11; Mark. 13, 22; 2. Petri 2,
1; 1. Joh. 4, 1; Offenb. 16, 13; 15, 20 und 20, 10 von
falschen Propheten.—

Aus 2. Könige 4, 40 entnehmen wir den Klageruf über schlechtes Essen:
der Tod im Topf!—

1. Chronica 13, 18 steht:

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Friede sei mit dir.—

1. Chronica 13, 19 sagen die Fürsten der Philister von David: "wenn er zu
seinem Herrn Saul fiele, so möchte es uns unsern Hals kosten"; daher die
Wendung:
es kostet den Hals.—

1. Chronica 17, 34; Psalm 106, 1; 107, 1; 118, 1. 29; 1. Maccab. 4, 24;
Gesang der drei Männer im Feuer, 89, (vrgl. 2. Chronika 7, 3; Psalm 136, 1;
Esra 3, 11) steht:
Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte
währet ewiglich.—

Esra 9, 6 schliesst: "unsere Missethat ist über unser Haupt gewachsen und
unsere Schuld ist gross bis in den Himmel". Danach sagen wir:
Sich Etwas über den Kopf wachsen lassen.—

Für "Alles was dazu dient, eine leere Stelle auszufüllen", sagen wir:
Lückenbüsser,
nach Nehemia 4, 7: "da aber Saneballat, und Tobia, und die Araber, und
Ammoniter, und Asdoditer höreten, dass die Mauern zu Jerusalem
zugemacht waren, und dass sie die Lücken angefangen hatten zu büssen
(veraltet für: "ausbessern, flicken"), wurden sie sehr zornig".—

Im Sack und in der Asche trauern (oder) Busse thun
beruht auf Esther 4, 1 und 3 (vrgl. Jes. 58, 5; Jerem. 6, 26; Jona 3, 6; 1.
Maccab. 3, 47; Matth. 11, 21; Luk. 10, 13).—

In dem Buche Hiob 1, 1 u. 8; 2, 3 (vrgl. 2. Sam. 15, 3; Ps. 25, 21) wird
Hiob bezeichnet als

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schlecht (d. i. schlicht) und recht.—

Eine unglückliche Botschaft nennen wir eine
Hiobspost
nach Hiob 1, 14. 16. 17 und 18; während
Arm wie Hiob
sich auf das ganze Buch oder noch passender auf Hiob 17, 6 stützt: "Er hat
mich zum Sprichwort unter den Leuten gesetzt".—

Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der
Name des Herrn sei gelobet
steht Hiob 1, 21.—

Wenn wir bei einem grossen Schrecken sagen, dass uns
die Haare zu Berge stehen,
so citieren wir damit Hiob 4, 15: "Und da der Geist vor mir über ging,
standen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe".
Sir. 27, 15 "gehen" Einem die Haare zu Berge.—

Hiob 8, 9 heisst es:
(Denn) wir sind von gestern (her und wissen nichts).—

Aus Hiob 10, 22: "(Ehe denn ich hingehe) in das Land, da es stockdick
finster ist . . ." schöpfen wir das Wort:
stockfinster.—

Aus Hiob 15, 32: "und sein Zweig wird nicht grünen" ist die Redensart:

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auf keinen grünen Zweig kommen
wahrscheinlich entstanden.—

Ein leidiger Trost
sagen wir nach Hiob 16, 2: "Ihr seid allzumal leidige Tröster".—

Den Weg gehen, den man nicht wiederkommt
stammt aus Hiob 16, 22: "Aber die bestimmten Jahre sind gekommen und
ich gehe hin des Weges, den ich nicht wiederkommen werde". S. oben:
"Den Weg alles Fleisches gehen".—

Nach Hiob 12, 18: "Sie (die Gottlosen) werden sein . . . wie Spreu, die der
Sturmwind wegführet," sagen wir von etwas Haltlosem, Vergänglichem, es
sei
wie Spreu im Winde.
Vrgl. Psalm 1, 4 "wie Spreu, die der Wind zerstreuet", Psalm 35, 5 "wie Spreu vor dem
Winde", sowie Hosea 13, 3 und Zephanja 2, 2.—

Hiob 21, 23; Tobias 5, 28 (vrgl. 8, 15; 14, 15); Sir. 30, 14 und 2. Macc. 9,
20 lesen wir:
frisch und gesund.—

Auf Hiob 25, 3; Psalm 97, 11; 112, 4; Matth. 4, 16 beruht:
Es geht mir ein Licht auf.—
Hiob 27, 2 steht:
So wahr Gott leb(e)t.—

Aus Hiob 27, 6: ". . mein Gewissen beisst mich nicht" kam uns das Wort:
Gewissensbisse.—

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Hiob 29, 10 heisst es: "Da die Stimme der Fürstin sich verkroch und ihre
Zunge an ihrem Gaumen klebte"; Ps. 22, 16: "Meine Kräfte sind
vertrocknet wie ein Scherben und meine Zunge klebet an meinem
Gaumen"; Ps. 137, 6: "Meine Zunge müsse an meinem Gaumen kleben, wo
ich deiner (Jerusalem) nicht gedenke"; Klagelieder 4, 4; "Dem Säuglinge
klebt seine Zunge am Gaumen vor Durst" und Hesekiel 3, 26: "Ich will die
Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, dass du verstummen sollst".
Danach sagen wir:
Es klebt einem die Zunge am Gaumen
vor Durst, Schreck, Schwäche oder Angst.—

Hiob 29, 16 steht: "Ich war
ein Vater der Armen",
danach wir auch sagen:
Armenvater.—

"Man hat mich in Dreck getreten und gleich geachtet dem
Staub und Asche"
steht Hiob 30, 19 (vrgl. "Erde und Asche" 1. Mos. 18, 27; Sirach 10, 9;
"Erde und Staub" Sir. 17, 31).—

Aus Hiob 31, 17: "Habe ich meinen Bissen allein gegessen und nicht der
Waise auch davon gegessen?" 18: "Denn ich habe mich von Jugend auf
gehalten wie ein Vater . . ." oder aus Sirach 4, 10: "Halte dich gegen die
Waisen wie ein Vater . ." bildeten wir das Wort:
Waisenvater.—

Nach Hiob 36, 26: "Siehe, Gott ist gross und unbekannt" sagt man von
einem sich in Werken offenbarenden, sonst unsichtbar bleibenden
bedeutenden Geist:

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Der grosse Unbekannte.
So wurde (nach J. Ebertys "Walter Scott" 1, 143, 318, 322; 2, 42) der
anonyme Verfasser des "Waverley" genannt ("The great Unknown") und
Lenau singt ("der Hagestolz"):
"Die Schädelpfeif' hat auch geraucht,
Als drin das Leben brannte,
Als noch der Raucher drein gehaucht,
Der grosse Unbekannte".—

Des Herren Worte an das Meer:
Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hie sollen sich
legen deine stolzen Wellen;
finden sich Hiob 38, 11. Gewöhnlich wird, wie in Schillers "Räubern" (2,
1), verkürzt citiert:
Bis hierher und nicht weiter!
G o e t h e legt die in dem Verse 11 enthaltenen Endworte in der Form:
"Werden sich schon legen die stolzen Wellen", der Postmeisterin in "Stella"
(1) in den Mund. Die Worte "und nicht weiter" sind sowohl in der von
Franzosen und Engländern richtig angeführten Übersetzung:
Nec plus ultra,
wie in der Umformung, die wir damit vorgenommen:
Non plus ultra,
eine Bezeichnung des höchsten Grades einer Eigenschaft geworden.—

Hiob 39, 30 (vrgl. Habakuk 1, 8) heisst es vom "Adler": "wo ein Aas ist, da
ist er", danach wir mit Matth. 24, 28 und Lukas 17, 37 sagen:
Wo (aber) ein Aas ist, da sammeln sich die Adler.—

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Auf Hiob 42, 3: ". . Darum bekenne ich, dass ich habe unweislich geredet,
dass mir zu hoch ist und nicht verstehe", oder auf Psalm 139, 6 (vrgl. 131,
1): "Solches Erkenntnis ist mir zu wunderlich und zu hoch, ich kann es
nicht begreifen" oder auf den "Sprüchen Salomons" 24, 7: "Weisheit ist
dem Narren zu hoch"—beruht das Wort:
Das ist mir zu hoch.—

Psalm 1, 1: "Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen; noch tritt
auf den Weg der Sünder; noch sitzet, da die Spötter sitzen . . ." liefert uns
die Worte:
Sitzen, da die Spötter sitzen,
oder:
Auf der Bank der Spötter sitzen.—

Aus Psalm[11] 2, 1: "Warum toben die Heiden?" mag das Wort
Heidenlärm
entstanden sein, was dann für "grosser Lärm" gebraucht ward und in diesem
Sinne des Gewaltigen Worte hervorrief wie "Heidengeld", "Heidenprofit",
"heidenmässig viel Geld".—
[11]
Die folgenden Psaltercitate sind aus Luthers Bibelübersetzung, wie sie j e t z t
vorliegt. In seiner ersten Übersetzung von 1524 ("Der Psalter deutsch, nach Art ebräischer
Sprache") kommen manche in ganz anderer Form vor. Seine zweite Übersetzung ist von
1531; aber in den späteren Ausgaben wurde noch vieles geändert, so dass der heutige Text
erst von 1545 stammt.

Aus Psalm 2, 11: "Dienet dem Herrn mit Furcht und freuet euch mit
Zittern" stammt
mit Furcht und Zittern,
was sich Tobias 13, 5; Ephes. 6, 5 und Philipp. 2, 12 wiederholt. Hiob 4, 14
und Ps. 55, 6 steht: "Furcht und Zittern", 1. Kor. 2, 3: "Mit Furcht und
grossem Zittern".—

Page 62

Aus Psalm 4, 4: "Erkennet doch, dass der Herr seine Heiligen wunderlich
führet" stammt:
wunderlicher Heiliger
und
Gott führt seine Heiligen wunderlich.—
Aus Psalm 4, 9 (Vulgata): "in pace in idipsum dormiam et requiescam"
entnehmen wir, ohne dass dort vom Tode die Rede ist, unseren Wunsch für
einen Verstorbenen:
Requiescat in pace!
Er ruhe in Frieden!
und wenden ihn auch auf einen Lebenden an, den wir zu den Toten werfen.


Psalm 7, 10 (vrgl. Psalm 26, 2; Jerem. 11, 20; 17, 10; 20, 12; Offenbar. 2,
23) bringt uns:
Herzen und Nieren prüfen.—

Psalm 8, 6 steht:
Von Gott verlassen sein
(vrgl. Psalm 22, 2; Matth. 27, 46; Mark. 15, 34).—

Reden ist Silber
beruht wohl auf Psalm 12, 2: "Die Rede des Herrn ist lauter, wie
durchläutertes Silber" und Sprüche 10, 20: "Der Gerechten Zunge ist
köstliches Silber"; aber welcher Weise setzte hinzu: "Schweigen ist Gold"?
Der Prediger Salomo 3, 7 sagt nur: "Schweigen, Reden hat seine Zeit".
Manche nennen für "Reden ist Silber und Schweigen ist Gold" den Koran
als Quelle, bezeichnen aber klüglich nie die Sure, in der es Mohammed
offenbart habe.—

Page 63

Zum Spott der Leute werden
sagen wir nach Psalm 22, 7: "Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein
Spott der Leute und Verachtung des Volks".—

Jugendsünden
entstand aus Psalm 25, 7: "Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend".—

Es heisst Psalm 34, 20:
Der Gerechte muss viel leiden,
und 35, 20:
Die Stillen im Lande,
ferner 37, 3:
Bleibe im Lande und nähre dich redlich.—

Aus Psalm 39, 3: "Ich bin verstummet und still und schweige der Freuden
und muss mein Leid in mich fressen" stammt das Wort:
Sein Leid in sich fressen.—

Psalm 41, 9 heisst es: "Sie haben ein
Bubenstück
über mich beschlossen: wenn er liegt, soll er nicht wieder aufstehen".—

Aus Psalm 42, 2 citieren Dürstende:
Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser.—

Den Ausdruck:
Falsche Zunge und falsche Zungen

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lesen wir Psalm 52, 6; 120, 2; Sprüche 6, 17; 12, 19; 26, 28; Micha 6, 12.—

Psalm 73, 19 (s. Gefl. Worte aus der Geschichte: Schill) heisst es:
Ein Ende mit Schrecken nehmen.—

Aus Psalm 75, 9 ist der Scherz entwickelt:
Die Gottlosen kriegen die Neige,
oder:
Der Rest ist für die Gottlosen;
denn der Herr wird dort als ein Schenk dargestellt, der uns aus einem
Becher starken Weines tränkt; aber "die Gottlosen" heisst es weiter,
"müssen alle trinken und die Hefen aussaufen". Jeremias 25, 15-28 reicht
der Herr dem Propheten einen "Becher Weins voll Zorn" zum Ausschenken.


Jammerthal,
(Psalm 84, 7; nach der Vulgata Ps. 83, 7: "vallis lacrymarum") ist längst vor
Luther aus dieser Bibelstelle gebildet worden.
H u g o v o n T r i m b e r g (1260-1309) wendet es in "Dem Renner", Vers 235 und 896
an. (Nach der Erlanger Handschrift, herausg. in Bamberg 1834-36.) In Grimms
Wörterbuch sind eine Menge Stellen angegeben, wo es citiert wird.—

Psalm 90, 10 steht:

Page 65

Unser Leben währet siebenzig Jahr, und wenn's hoch kommt,
so sinds achtzig Jahr, und wenn's köstlich gewesen ist,
so ist's Mühe und Arbeit gewesen.
Hiernach sagen wir, es erreiche Einer
das Alter des Psalmisten oder das Psalmistenalter.—

Psalm 91, 12 bringt:
Auf (den) Händen tragen,
was, mit Berufung auf diese Stelle, Matth. 4, 6 und Luk. 4, 11 wiederholen.
Es wird von den Engeln gesagt, die dafür sorgen, dass der Fuss des
Getragenen nicht an einen Stein stosse; und es bedeutet daher "mit
Engelsgüte behandeln".—

Aus Psalm 92, 8: "Die Gottlosen grünen, wie das Gras, und die Übelthäter
blühen alle" entnehmen wir:
Grünen und blühen.
"Blühen und grünen" soll "Israel" nach Jesaias 27, 6.—

Psalm 94, 15 steht:
(Denn) Recht muss (doch) Recht bleiben.—

Das nach Psalm 104, 15 "Und dass der Wein erfreue des Menschen Herz"
gebildete:
Der Wein erfreut des Menschen Herz
ist der Anfang eines Trinkliedes von G l e i m (Sämtl. Werke, hrsg. v. Körte, II, 166), der
Ausspruch Bruder Martins in G o e t h e s "Götz" (1. Akt), ferner der Anfang der Arie Nr. 3
aus dem musikalischen Quodlibet "Der Kapellmeister von Venedig" v. B r e i t e n s t e i n
(Danzig bei Wedel, ersch. nach Mozarts "Don Juan"), endlich der Anfang eines von Zelter
1795 komponierten Liedes von K a r l M ü c h l e r in F. W. A. S c h m i d t s "Neuem
Berlinischen Musenalmanach" (1797, S. 45), das fälschlich J. H. Vo s s zugeschrieben und

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irrig in Fr. v. S o n n e n b e r g s Gedichte (Rudolst. 1808) aufgenommen wurde, (vrgl.
Sprüche Salomons 31, 6. 7; Prediger 10, 19; Sirach 32, 34-35; 40, 20.)—

Das auserwählte Volk
werden die Juden genannt nach Psalm 105, 43: "also führte er sein Volk aus
mit Freuden und seine Auserwählten mit Wonne" und nach 2. Macc. 5, 19:
"Gott hat das Volk nicht auserwählt um der Stätte willen, sondern die Stätte
um des Volkes willen."—

Vor den Riss treten,
d. h. "Verluste durch Einsetzung der eigenen Person wieder gut machen", ist
ein biblischer Gedanke, s. Psalm 106, 23, Hesekiel 13, 5 und 22, 30. An der
ersten Stelle lautet der Ausdruck: "den Riss aufhalten", an der zweiten: "vor
die Lücken treten", an der dritten: "wider den Riss stehen".—

Eine durstige Seele
steht Psalm 107, 9 und ebenda (vrgl. Baruch 2, 18):
Eine hungrige Seele.—

Nach Psalm 107, 42: ". . . aller Bosheit wird das Maul gestopfet werden"
(vrgl. Matth. 22, 34; Titus 1, 11) sagen wir:
Einem das Maul stopfen.
"Lügenmäuler verstopfen" steht Psalm 63, 12, "den Mund stopfen" Psalm 40, 10 u. Luk.
11, 53.—

Augen haben und nicht sehen und Ohren haben und nicht hören
beruht auf Psalm 115, 5. 6; 135, 16. 17; Jer. 5, 21; Hesek. 12, 2; Weisheit
15, 15.—

Psalm 116, 11 steht:
Omnis homo mendax,

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Alle Menschen sind Lügner.—
Im Texte von Psalm 127, 2: "Denn seinen Freunden giebt er's schlafend",
liegt das Wort:
Gott giebt's den Seinen im Schlafe,
oder:
Dem Gerechten giebt's der Herr im Schlafe.—

Als Umgestaltung von Psalm 127, 3: "Siehe, Kinder sind eine Gabe des
Herrn" mag gelten:
Viel Kinder, viel Segen.—

Psalm 143, 2: ". . . gehe nicht in's Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir
ist kein Lebendiger gerecht" giebt uns das Wort:
Mit Einem ins Gericht gehen.—

Psalm 145, 15 und 16 (s. oben 5. Mos. 15, 11) steht das Tischgebet:
Aller Augen warten auf Dich und Du giebst ihnen ihre Speise
zu seiner Zeit. Du thust Deine Hand auf und erfüllest
alles, was lebet, mit Wohlgefallen.—

Der weise Salomo, der "dreitausend Sprüche redete" (1. Könige 4, 32), und
der den Sprichwörtern die allgemeingültige Bezeichnung der
Weisheit auf der Gasse
(Sprüche Salomons 1, 20: "Die Weisheit klaget draussen, und lässet sich
hören auf den Gassen") verschafft hat, wird natürlich oft citiert.—

"Sprüche" 1, 10 lautet:
(Mein Kind,) wenn dich die bösen Buben

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locken, so folge nicht.—

"Sprüche" 2, 16 warnt vor "eines andern Weib, und die nicht dein ist, die
glatte Worte
giebt".—

"Sprüche" 3, 12 enthält:
Welchen der Herr liebet, den strafet er,
was sich Ebräer 12, 6 ähnlich wiederholt (s. auch Offenbar. Joh. 3, 19):
We(lche)n der Herr lieb hat, den züchtigt er.—

"Sprüche" 4, 24 lesen wir: "Thue von dir den verkehrten Mund und lass das
Lästermaul

ferne von dir sein".—

"Sprüche" 5, 4 heisst es im schlimmen, Ebräer 4, 12 und Offenb. Joh. 1, 16
u. 2, 12 im guten Sinne von einer scharfen Rede, sie sei wie
ein zweischneidig(es) Schwert.
Gedankenlos wird heute dies Wort so citiert, als sei im allgemeinen ein
Schwert gemeint, dessen eine Schärfe Heil, dessen andere Unheil bringe.—

"Sprüche" 8, 14 steht: "Mein ist beides
Rat und That";
während es Jeremias 32, 19 heisst: "Gross von Rat und mächtig von That".

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Gestohlenes Wasser schmeckt süss,
sagen wir nach "Sprüche" 9, 17: "Die verstohlenen Wasser sind süsse"
(vrgl. 20, 17) und
Unrecht Gut gedeiht nicht,
nach "Sprüche" 10, 2: "Unrecht Gut hilft nicht" (vrgl. Sirach 5, 10; 41, 12 u.
unter Kap. X: Sophokles).—

Dies irae,
der Tag des Zorns, d. h. des Gerichts Gottes, steht, wie "Sprüche" 11, 4
"dies ultionis" und Hesekiel 7, 19 "dies furoris", in der Vulgata Römer 2, 5
(vrgl. Offenb. 6, 16. 17; 11, 18) und bildet den Anfang des Liedes von
T h o m a s v o n C e l a n o (13. Jahrh.), das beim katholischen Traueramte
ertönt und in G o e t h e s "Faust" dem reuigen Gretchen im Dome
entgegenbraust.—

"Sprüche" 12, 10 bietet:
Der Gerechte erbarmet sich seines Viehes.—
"Sprüche" 13, 24 steht: "Wer seiner Ruthe schonet, der hasset seinen Sohn;
wer ihn aber lieb hat, der züchtiget ihn bald". (vrgl. Sirach 30, 1.) Hiernach
ist gebildet:
Wer sein Kind lieb hat, der züchtigt es.—

"Sprüche" 14, 13: "Nach dem Lachen kommt Trauern, und nach der Freude
kommt Leid" und Lukas 6, 25: ". . . Wehe euch, die ihr hier lachet, denn ihr
werdet weinen und heulen" sind die Quellen des Wortes:
Nach Lachen kommt Weinen.—

Nach "Sprüche" 16, 9 (Vulgata): "Cor hominis disponit viam suam, sed
Domini est dirigere gressus eius", bei L u t h e r : "Des Menschen Herz

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schläget seinen Weg an, aber der Herr allein giebt, dass er fortgehe" ist
gebildet:
Homo proponit, sed Deus disponit.
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
L'homme propose et Dieu dispose.
Der lateinische Spruch kommt schon in dem englischen Gedichte W. L a n g l a n d s
"Piers Ploughmans Vision", (Mitte des 14. Jahrh.) V. 6644 und V. 13, 994 vor. An ersterer
Stelle heisst es: "Homo proponit, sprach ein Dichter, und Plato hiess er, und Deus disponit
sprach er; lass Gott seinen Willen thun".—

Hochmut kommt vor dem Fall
ist gebildet nach "Sprüche" 16, 18: "Stolzer Mut kommt vor dem Fall" (vgl.
Tobias 4, 14: "Hoffart . . . ist ein Anfang alles Verderbens" und Sirach 3, 30:
"Hochmut thut nimmer gut und kann nichts denn Arges daraus erwachsen").


"Sprüche" 19, 17 steht:
Wer sich des Armen erbarmet, der leihet dem Herrn.—

"Sprüche" 24, 8 lautet: "Wer ihm selbst Schaden thut, den heisst man billig
einen
Erzbösewicht".
Als solcher wird Maccabäer 15, 3 Nicanor bezeichnet, der aber anderen
Schaden zu thun trachtet.—

Aus "Sprüche" 24, 15: "Laure nicht als ein Gottloser, auf das Haus des
G e r e c h t e n, verstöre s e i n e R u h e nicht" mag sich der Ausdruck
Schlaf des Gerechten
entwickelt haben (andere leiten ihn her aus 3. Mos. 26, 6; aus Psalm 3, 6. 7;
4, 9; 127, 2; oder aus Sprüche Sal. 3, 24).—

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"Sprüche" 24, 29: "Wie man mir thut, so will ich wieder thun", wird
verkürzt zu:
Wie du mir, so ich dir.—

"Sprüche" 25, 11 bringt uns:
Güldene Äpfel in silbernen Schalen.—

"Sprüche" 25, 22 steht geschrieben: wer seinem Feinde Gutes thut, wird
"Kohlen auf sein Haupt häufen" d. h. er wird dessen Wangen vor Schamröte
erglühen machen. Nach dem Apostel Paulus (Röm. 12, 20) citieren wir dies
Wort also:
Feurige Kohlen auf sein (oder: Jemandes) Haupt sammeln.—

Nach "Sprüche" 26, 27: "Wer eine Grube machet, der wird darein fallen"
(vrgl. Psalm 7, 16; 9, 16; 57, 7; Predig. Sal. 10, 8; Sirach 27, 29) ist
gebildet:
Wer ändern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Vrgl. H e s i o d, (Werke und Tage, Vers 265): "οἷ τ' αὐτῷ κακὰ τεύχει ἀνὴρ ἄλλῳ κακὰ
τεύχων" (Der Mann, der einem andern Böses bereitet, bereitet das Böse sich selbst.)—

Prediger Salomo 1, 2 und 12, 8 ruft: "Es ist alles ganz eitel", danach wir
sagen:
Alles ist eitel.
Auch wird der lateinische Text citiert:
Vanitas vanitatum, et omnia vanitas.—
1, 7 (vrgl. Sirach 40, 11) heisst es:
Alle Wasser laufen ins Meer.—

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1, 8: . . "das Auge sieht sich nimmer satt, und das Ohr hört sich nimmer
satt" liess uns das Wort bilden:
Ein Nimmersatt.—

1, 9:
und geschiehet nichts Neues unter der Sonne.—

3, 1:
Ein jegliches hat seine Zeit.—

3, 11:
(Er aber thut) Alles (fein) zu seiner Zeit.—

3, 12: "Darum merke ich, dass nichts besseres darinnen ist, denn fröhlich
sein und ihm
(sich) gütlich thun
in seinem Leben".—

3, 13: "Denn ein jeglicher Mensch, der da isset und trinket und hat guten
Mut in aller seiner Arbeit, das ist
eine Gabe Gottes".—
5, 18: ". . . welchem Menschen Gott Reichtum und Güter und Gewalt giebt,
dass er davon isset und trinket für sein Teil und fröhlich ist in seiner Arbeit;
das ist
eine Gottes-Gabe".—

4, 12: "Einer mag überwältigt werden, aber zween mögen widerstehen;
denn eine dreifältige Schnur reisst nicht leicht entzwei", daher wohl

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stammt:
Doppelt reisst nicht oder: Doppelt hält besser.—

9, 4: Ein lebendiger Hund ist besser weder (d. h. als) ein toter
Löwe.—

Nach dem Prediger Salomo 10, 15: "Die Arbeit der Narren wird ihnen
sauer" und nach Sirach 7, 16: "Ob dirs sauer wird mit deiner Nahrung und
Ackerwerk, das lass dich nicht verdriessen" sagen wir:
Es wird Einem sauer
und:
Saure Arbeit.—
Pred. Sal. 10, 16 bietet:
Wehe dir Land, dess König ein Kind ist.—

Aus Pred. 12, 1: "Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe denn
die bösen Tage kommen und die Jahre herzutreten, da du wirst sagen: sie
gefallen mir nicht", entnehmen wir:
Das sind Tage, von denen wir sagen: Sie gefallen uns nicht.—

12, 12 steht:
Viel Büchermachens ist kein Ende.—

Das Hohelied Salomons (1, 15; 4, 1; 5, 12) schenkt uns das Wort:
Taubenaugen
und (8, 6):
Liebe ist stark wie der Tod.—

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Nach Jesaias 5, 7: "Des Herrn Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel"
(vrgl. Matth. 20, 1 ff.) sprechen wir vom
Weinberg des Herrn.—
Jesaias 8, 14 und 1. Petri 2, 8 findet sich:
Stein des Anstossens (gewöhnlich: des Anstosses),
während Römer 9, 32 und 33 "Stein des Anlaufens" gesagt wird.—

Wenn die christliche Poesie den Fürsten der Finsternis
Lucifer
(Lichtbringer)
nennt, so stützt sie sich auf Jesaias 14, 12: "Wie bist du vom Himmel
gefallen, du schöner Morgenstern!" da die lateinische Bibel für
"Morgenstern" "Lucifer" setzt.—
Der Grund- und Eckstein
sagen wir von dem Wesentlichen eines Werkes nach Jesaias 28, 16: ". . . ich
lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen köstlichen
Eckstein."
(Vrgl. Psalm 118, 22: "Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein
geworden" und Jer. 51, 25-26: ". . . ich will an dich, du schädlicher Berg . . . dass man
weder Eckstein noch Grundstein aus dir nehmen könne". S. auch unter den "Gefl. Worten
aus der Geschichte": Süvern.)—

Jesaias 34, 8 (u. a. a. O.) steht:
Der Tag der Rache.—

Nach Jesaias 38, 1: ". . . Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben" . . .
sagen wir für "sein Testament machen":
Sein Haus bestellen.—

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Wer vergeblich mahnt, den nennen wir einen
Prediger in der Wüste
nach Jesaias 40, 3: "Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste" (vrgl.
Jes. 53, 1: ". . wer glaubt unserer Predigt?"); nach der Vulgata:
vox clamantis in deserto,
was, gedeutet auf Johannes den Täufer, Matth. 3, 3, Mark. 1, 3, Luk. 3, 4
und Johannes 1, 23 wiederholt wird. Genau genommen wäre zu übersetzen:
"Es ist die Stimme eines Rufenden: In der Wüste (bereitet dem Herrn den
Weg, auf dem Gefilde machet eine Bahn unserm Gotte)". Hieraus und aus
Jesaias 42, 20: "Man predigt wohl viel, aber sie halten es nicht; man sagt
ihnen genug, aber sie wollen es nicht hören" bildete man wohl das Wort:
Tauben Ohren predigen.—

Aus Jesaias 48, 4 "und deine Stirn ist ehern" ist entnommen:
Eherne Stirn,
oder, wie Lessing (1755 "Miss Sara Sampson" 2, 4) sagt:
Eiserne Stirn,
die er auch der "frons ferrea" der Angeberschar bei P l i n i u s (Panegyricus,
35) verdanken kann.—

In der Vulgata lautet Jesaias 49, 20: ". . . Angustus est mihi locus, fac
spatium mihi, ut habitem".—"Der Raum ist mir zu eng, mach' mir Platz, auf
dass ich wohnen kann!" In seinem "Il poeta di teatro" (zuerst ersch. Lond.
1808) II, 14 "la rivoluzione teatrale", 2, singt Filippo P a n a n t i da
Mugello, wohl darauf anspielend:
E donde nascon le rivoluzioni?
Dai lumi dei filosofi? dal peso
Dell' ingiustizia, delle imposizioni?
So che questo si dice; anch' io l'ho inteso.

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Ma tutto si riduce, al parer mio,
Al dire, e s c i d i l i , c i v o ' s t a r i o .
Und woher kommen Revolutionen?
Von Philosophenlichtern? Von den Banden
Der Ungerechtigkeit, der Steuerfronen?
Ich weiss, so sagt man; und ich hab's verstanden.
Doch scheint mir alles drauf hinaus zu gehen,
Zu sagen: p a c k ' d i c h f o r t , i c h w i l l h i e r s t e h e n !
G i u s t i wiederholte fast buchstäblich die beiden letzten Verse in einem
Sonett (1829) mit dem Zusatz: "come dice un poeta da Mugello" "wie's ein
Poet Mugellos ausgedrückt". Wir aber citieren die Schlusssentenz in der
französischen Fassung des Grafen Saint-Simon ("Catéchisme des
industriels". Paris 1823, s. "Oeuvres" Paris 1875. Vol. VIII, p. 53):
ôte-toi de là, que je m'y mette!—

Ein Himmel, wie ein Sack
sagen wir nach Jesaias 50, 3: "Ich kleide den Himmel mit Dunkel und
mache seine Decke als einen Sack".—

Wer geduldig, still und willig anderen nachgiebt, von dem sagen wir, nach
Jesaias 53, 7 und Apostelg. 8, 32, er sei
wie ein Lamm.—

Wer da schweigt, wo er reden sollte, von dem sagen wir, er sei
Ein stummer Hund
nach Jesaias 56, 10: "Alle ihre Wächter sind blind, sie wissen alle nichts:
stumme Hunde sind sie, die nicht strafen; sind faul, liegen und schlafen
gerne".—
Kopfhänger und Kopfhängerei

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bilden wir nach Jesaias 58, 5: "Sollte das ein Fasten sein, das ich erwählen
soll, dass ein Mensch seinem Leibe des Tages über Leid thue oder seinen
Kopf hänge wie ein Schilf . . .", aus Jeremias 48, 39: "Wie heulen sie! Wie
schändlich hängen sie die Köpfe!" und aus Sirach 19, 23: "Derselbige
Schalk kann den Kopf hängen und ernstlich sehen und ist doch eitel
Betrug".—

Von Leuten, die Böses sinnen, sagen wir, dass sie
Basiliskeneier ausbrüten
nach Jesaias 59, 5: "Sie brüten Basiliskeneier und wirken Spinnwebe. Isset
man von ihren Eiern, so muss man sterben, zertritt man sie aber, so fährt
eine Otter heraus", (vrgl. P l i n i u s: "Basiliskenblick".)—

Nach Jeremias 4, 20 und 11, 16 reden wir von einem
Mordgeschrei,
nach Jeremias 12, 6 von
Zeter schreien,
und nach Amos 3, 9 und Judith 14, 16 von
Zetergeschrei,
woraus wir gebildet haben
Mord und Zeter schreien und Zeter Mordio.—

Das übliche Bild vom
Lockvogel
findet sich zuerst bei Jeremias 5, 27: "ihre Häuser sind voller Tücke, wie ein
Vogelbauer voller Lockvögel ist"; und bei Sirach 11, 81: "Ein falsch Herz
ist wie ein Lockvogel auf dem Kloben und lauert, wie er dich fangen
möge", (vrgl. auch: Lockspitzel.)—

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Jeremias 7, 11: "Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen
genannt ist, für eine Mördergrube?" citiert Matth. 21, 13 (vrgl. Luk. 19, 46)
in der Form: "Mein Haus soll ein Bethaus heissen. Ihr aber habt eine
Mördergrube daraus gemacht", und wir citieren danach ganz ungenau, wenn
wir statt "aus jemandes Hause . . ." sagen:
Aus seinem Herzen eine Mördergrube machen.—

Jeremias 12, 13 (vrgl. Sirach 11, 11) heisst es von den Gottlosen: "sie lassen
es ihnen [= sich] sauer werden, aber sie werden es nicht geniessen", daher
wir sagen:
Es sich oder Sich's sauer werden lassen.—

Auf Jeremias 13, 23: "Kann auch ein Mohr seine Haut wandeln, oder ein
Parder seine Flecken?" beruht:
Mohrenwäsche, einen Mohren weiss waschen.
Die Griechen sagten sprichwörtlich: "Einen Aethiopier abreiben". (S.
A e s o p, Fab. 13 rec. v. Halm, L u c i a n "An den Ungebildeten", 28 und
Z o n a r a s 15, 4.)—

"Gnade und Barmherzigkeit" findet sich sehr oft in der Schrift; aber
ohne Gnade und Barmherzigkeit,
wie wir zu sagen pflegen, beruht wohl auf Jeremias 16, 5: ". . . ich habe
meinen Frieden von diesem Volk weggenommen, spricht der Herr, samt
meiner Gnade und Barmherzigkeit", wobei dann noch vorschweben mag
Psalm 56, 8: "Gott stosse solche Leute ohne alle Gnade hinunter" oder
Psalm 59, 14: "Vertilge sie ohne alle Gnade" und 2 Macc. 5, 12: "Und hiess
die Kriegsknechte erschlagen ohne alle Barmherzigkeit" oder Ebr. 10, 28:
"Wenn jemand das Gesetz Mosis bricht, der muss sterben ohne
Barmherzigkeit".—

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Jeremias 26, 23 lesen wir, dass Jojakim des hingerichteten Uria "Leichnam
unter dem
gemeinen Pöbel.
begraben" liess.—

Jeremias 31, 34 spricht der Herr: "ich will ihnen ihre Missethat vergeben
und ihrer Sünde nicht mehr gedenken", danach wir sagen:
vergeben und vergessen.—

Jeremias 32, 7-8 steht geschrieben: "Du hast das nächste Freundrecht dazu,
. . . denn du hast Erbrecht dazu und du bist der Nächste". Daraus stammt
das vielcitierte Lieblingswort der Frau Pastorin in Fritz R e u t e r s "Ut mine
Stromtid" (1862-64):
Ich bin die Nächste dazu.—

Jeremias 32, 34 steht:
versiegelt und verbrieft.—

Nach Jeremias 33, 8: "Er hält weder Treue noch Glauben" sagen wir:
Treue und Glauben halten.—

Jeremias 50, 43 (s. Hesekiel 30, 16) heisst es vom Könige zu Babel: "ihm
wird so
angst und bange werden,
wie einer Frau . . . . . . .". Nach Sirach 4, 19 sagen wir:
angst und bange machen,
("bange und angst" steht 1. Maccab. 13, 2).—

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Nach Jeremias 51, 6: "Fliehet aus Babel, damit ein jeglicher seine Seele
errette . . .", 51, 9: "Wir heilen Babel, aber sie will nicht heil werden . .", 51,
24: "ich will Babel vergelten alle ihre Bosheit, die sie an Zion begangen
. . ." 51, 25: "Siehe, ich will an Dich, du schädlicher Berg . . ." und nach
anderen Bibelstellen dient
Babel
uns zur Bezeichnung einer sündhaften Grossstadt. Wer bildete danach das
für Paris übliche Wort:
Seinebabel?—

Aus Jeremias 51, 39 (s. auch 57) entnehmen wir:
Den ewigen Schlaf schlafen,
denn es heisst dort: "Ich will sie . . . trunken machen, dass sie fröhlich
werden und einen ewigen Schlaf schlafen, von dem sie nimmermehr
aufwachen sollen, spricht der Herr".—

Nach "Klaglieder Jeremiae" bilden wir:
Jeremiade.—

Aus 2, 11 (vrgl. Baruch 2, 18) entnehmen wir:
sich die Augen ausweinen.—

2, 12 (vrgl. Apostelg. 5, 5 und 10; 12, 23) bringt uns die übliche Wendung
für "sterben":
Den Geist aufgeben.—

3, 41: "Levemus corda nostra cum manibus ad Dominum in coelos" "Lasst
uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel" scheint die
Quelle des

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Sursum corda! empor die Herzen!
zu sein, womit der katholische Priester die "Praefatio", den Lobgesang
beginnt, welcher den "Canon missae", die Einsegnung des Brotes und
Weines, einleitet. Die Gemeinde respondiert dann: "habemus ad Dominum"
"wir haben sie zum Herrn (emporgerichtet)". Schon Cyprian, der
Kirchenvater (3. Jahrh.), erwähnt diesen Brauch ("De dominica oratione"
"Über das Gebet des Herrn", 31).—

Hesekiel 3, 19 (vrgl. 33, 9) lautet: "Wo du aber den Gottlosen warnest und
er sich nicht bekehret von seinem gottlosen Wesen und Wege: so wird er um
seiner Sünde willen sterben; aber du hast eine Seele errettet". Daher rührt
unser:
dixi et salvavi animam meam,
Ich habe gesprochen (d. h. gewarnt) und meine Seele gerettet (d. h. mein
Gewissen beruhigt).—

Hesekiel 17, 21 steht:
In alle Winde zerstreut.—

Hesekiel 17, 24 u. 21, 26 (vrgl. Sprüche Sal. 29, 23; Xenophon "Anabasis"
6, 3; Luk. 14, 11 u. 18, 14) citieren wir mit Matth. 23, 12 in dieser Form:
Wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget, und wer sich
selbst erniedriget, der wird erhöhet.—

Hesekiel 33, 14. 16. 19; 45, 9 entnehmen wir:
Thun was recht und gut ist.—

Auf Nebucadnezars Traum im Daniel 2, 31-34 beruht das Wort:
Koloss mit oder auf thönernen Füssen.—

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Für "Warnungsruf" sagen wir:
Mene Tekel
nach Daniel 5, 25. König Belsazer gab ein wüstes Mahl. Plötzlich sah er
entsetzt an der hell bestrahlten Wand des Saales entlang sich Finger einer
Menschenhand bewegen und die Worte verzeichnen: "Mene, Mene, Tekel,
Upharsin". Daniel, zur Deutung dieser rätselhaften Ausdrücke
herbeigerufen, las den Untergang des Reiches heraus. Der König starb in
der folgenden Nacht. Die in Vers 27 enthaltene Verdolmetschung des
Wortes "Tekel": "man hat dich in einer Wage gewogen und zu leicht
gefunden", hat der deutschen Sprache die Wendung zugeführt:
In einer Wage gewogen und zu leicht befunden werden.—

Daniel 9, 27 (11, 31; 12, 11; 1. Maccab. 1, 57; Matth. 24, 15; Mark. 13, 14)
bietet:
Gräuel der Verwüstung.—

Auf Hosea 8, 7 (vrgl. "ut sementem feceris, ita metes"): "Sie säen Wind und
werden Ungewitter einernten", "ventum seminabunt, et turbinem metent"
beruht:
Wer Wind säet, wird Sturm ernten.—

Joël 2, 13 steht: "Zerreisset eure Herzen und nicht eure Kleider" und Psalm
7, 2-3: "Hilf mir . . .; dass sie nicht, wie Löwen, meine Seele . . . zerreissen
. . ." Hieraus entstand uns wohl das Wort
herzzerreissend.—

Nach Amos 5, 7 u. 24; 6, 12 reden wir von
Recht und Gerechtigkeit.—

Amos 5, 12 steht: ". . . ich weiss . . ., wie ihr die Gerechten dränget und

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Blutgeld
nehmet und die Armen . . . unterdrücket". Auch werden Matth. 27, 6 mit
diesem Wort die dreissig Silberlinge bezeichnet, für die Judas Jesum verriet.


Nach Jona 4, 11 sprach der Herr: "Und mich sollte nicht jammern Ninive's,
solcher grossen Stadt, in welcher sind mehr denn hundert und zwanzig
tausend Menschen, die
Nicht wissen (Unterschied), was rechts oder links ist,
dazu auch viele Tiere?"—

Micha 7, 3 steht: "die Gewaltigen raten nach ihrem Mutwillen Schaden zu
thun, und drehen es, wie sie wollen", und Sirach 19, 22 heisst es vom
"Schalk": er "kann die Sache drehen, wie er's haben will". Danach sagen
wir:
Es oder Eine Sache drehen, wie man will.—

Zephanja 1, 11 heisst es: "Heulet, die ihr in der Mühle wohnet; denn das
ganze
Krämervolk
ist dahin und alle, die Geld sammeln sind ausgerottet", woher wohl Adam
S m i t h den Ausdruck
nation of shopkeepers>
nahm. Er sagt in seinem Werk "Wealth of Nation" (1775; II, 4; Kap. 7, Part.
3): "Einen grossen Staat gründen zu dem einzigen Zweck ein Volk von
Kunden aufzuziehen, mag beim ersten Blick als ein nur für ein Krämervolk
geeigneter Plan erscheinen". Und vor ihm, 1766, heisst es in einem Traktat
des Dekans von Gloucester, T u c k e r: "Was von einem Krämer wahr ist, ist
auch von einem krambesitzenden Volk wahr".—

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Nach Haggai 2, 7 (vrgl. 2, 22 u. Ebr. 12, 26), wo der Herr verheisst, er
werde "Himmel und Erde und das Meer und das Trockne bewegen", sagen
wir:
Himmel und Erde in Bewegung setzen.—

Nach Sacharja 8, 23; Apost. 10, 28; 21, 39 und 22, 3 wird gesagt:
Ein jüdischer Mann.—

Das Maleachi 3, 16 und Matth. 23, 5 vorkommende Wort
Denkzettel
erklärt sich aus 4. Mos. 15, 38-39, wo der Herr durch Moses den Kindern
Israel befiehlt, dass sie "Läpplein an den Fittigen ihrer Kleider" tragen, bei
deren Anblick sie an alle Gebote denken sollen (vrgl. das ähnliche
"Denkmahl" 5. Mos. 6, 8; 11, 18 und dazu Sprüche 3, 3; 7, 3).—

Aus dem Buche "Die Weisheit Salomons an die Tyrannen" 15, 12: "Sie
halten auch das menschliche Leben für einen Scherz, und menschlichen
Wandel für einen Jahrmarkt" . . entnehmen wir den
Jahrmarkt des Lebens.—

Im Buche Judith 6, 3 steht:
sterben und verderben.—

Tobias 2, 9 lesen wir: "Tobias aber fürchtete Gott mehr, denn den König"
. ., danach uns Paulus in der Apostelgeschichte 5, 29 die Lehre giebt:
Man muss Gott mehr gehorchen denn den Menschen.—

Ein alter Reimspruch:

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Was du nicht willst, das dir geschieht, Das thu' auch keinem
andern nicht,
oder:
Was du nicht willst, das man dir thu', Das füg' auch keinem
Andern zu,
ist die Umformung von Tobias 4, 16: "Was du nicht willst, das man dir thue,
das thue einem Andern auch nicht", (vrgl. Matth. 7, 12 und Luk. 6, 31.)
Man nimmt an, das Buch Tobiae stamme aus dem ersten vorchristlichen
Jahrhundert, und so könnte man diesen Spruch auch auf den Rabbi H i l l e l
zurückführen, der von 70 vor bis 10 n. Chr. lebte. Nach dem Talmudtraktat
Sabbath (fol. 31 a) hat nämlich dieser Synedrialvorsitzende und
Mischnalehrer einst einem Heiden, der ins Judentum aufgenommen werden
wollte, gesagt: "Was dir unlieb ist, füge deinem Nebenmenschen nicht zu;
das ist das ganze Gesetz u. s. w." Wir citieren das Wort auch lateinisch nach
L a m p r i d i u s (51), welcher vom Kaiser A l e x a n d e r S e v e r u s
(† 235 n. Chr.) berichtet: "Er rief öfter aus, was er von einigen Juden oder
Christen gehört und behalten hatte:
Quod tibi fieri non vis, alteri ne feceris,
liess es, wenn er jemanden rügte, durch den Ausrufer ausrufen, und liebte
diesen Spruch so, dass er ihn sowohl an seinen Palast wie auch an
öffentliche Gebäude anschreiben liess". Doch hätte der Kaiser diese
Weisheit auch von den Heiden erfahren können: denn schon im 4. Jahrh. v.
Chr. sagte I s o k r a t e s (3, im Nikokles, 61) ἃ πάσχοντες ὑφ' ἑτέρων
ὀργίζεσθε, ταῦτα τοῖς ἄλλοις μὴ ποιεῖτε (Worüber ihr zürnt, wenn ihr es von
andern erleidet, das thut den andern nicht.) Der Spruch findet sich ferner im
S e n e k a (ep. 94) und in der syrischen Redaktion des Buches "von den
sieben weisen Meistern" (von Fr. Bäthgen, Lpz. 1879, S. 4), sowie in der
arabischen Bearbeitung dieser Erzählung in "1001 Nacht". (Deutsche
Ausgabe. Hagen-Habicht, B. 15, S. 117.) u. s. w.—

Ein guter Gesell
sagen wir nach Tobias 5, 6.—

"Der gute Engel

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Jemandes sein" oder "Einem als solcher zur Seite stehen", ist aus Tobias 5,
29 (vrgl. 2. Makk. 15, 23) entlehnt, wo Tobias zur Frau seines Sohnes von
diesem spricht: "Ich glaube, dass der gute Engel Gottes ihn geleite".—

Die Worte aus Tobias 6, 3:
O Herr, er will mich fressen!
wendet man im gewöhnlichen Leben an, um ein unverstecktes, unhöfliches
Gähnen damit zu rügen. Weil man aber gähnt, wo es langweilig ist, so
kritisiert man damit auch eine solche Gesellschaft, oder man sagt kurzweg:
Tobias sechs, Vers drei.—

Jesus Sirach 3, 11 steht:
"Des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser,
aber der Mutter Fluch reisset sie nieder".—

3, 24 lesen wir:
(Und) was deines Amtes nicht ist, da lass deinen Vorwitz;
und nach 3, 27: "Denn wer sich gern in Gefahr giebt, der verdirbt darinnen"
wird citiert:
Wer sich in Gefahr begiebt, kommt darin um.—

Wider den Strom schwimmen
ist entnommen aus Sirach 4, 31: "Strebe nicht wider den Strom" (vrgl.
Juvenal 4, 89: "nunquam direxerit brachia contra torrentem").—

Sirach 7, 15 (vrgl. Matth. 6, 7): . . . "wenn du betest, so mache nicht viele
Worte" ist die Quelle der Redewendungen:
Viele Worte machen

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und:
Nicht viele Worte machen.—

Sirach 7, 40 steht:
Was du thust, (so) bedenke das Ende.
Ist nach diesem Spruch der lateinische gemacht:
Quidquid agis, prudenter agas et respice finem,
Was du beginnest, beginne es klug und bedenke das Ende, der schon im
Mittelalter (z. B. in den "Gesta Romanorum", c. 103) citiert wird? Andere
mittelalterliche Schriften (Edélestand du Méril, Poésies inédites du moyen-
âge, p. 162) berufen sich hinsichtlich dieses Ausspruches auf A e s o p (Fab.
45, bei Halm; vrgl. 45b): ... τῶν ἀνθρώπων τοὺς φρονίμους δεῖ πρότερον τὰ
τέλη τῶν πραγμάτων σκοπεῖν, εἶθ' οὕτως αὐτοῖς ἐπιχειρεῖν—"klugen
Leuten ziemt es, zunächst das Ende eines Unternehmens ins Auge zu
fassen, und es erst dann also ins Werk zu setzen". Ferner ist zu erinnern an
V. 27 aus den pseudo-pythagoräischen "goldenen Sprüchen": βουλεύου δὲ
πρὸ ἔργου, ὅπως μὴ μωρὰ πέληται—"Überlege vor der That, damit nichts
Thörichtes daraus entstehe".
H a n s S a c h s erzählt in dem 1557 geschriebenen

"Mensch, was du thust, bedenk' das End,
Das wird die höchst' Weisheit genennt."
(I, 4), dass ein Philosoph aus Athen diese Weisheit für tausend Goldstücke zu Rom dem
Kaiser Domitianus verkauft habe, und glaubt irrtümlich, diese Geschichte sei im Sueton zu
finden. Im "Kurtzweiligen Zeitvertreiber" von 1666, S. 50 wird erzählt, dass der Tyrann
Dionysius einst einen Philosophen unter den Kaufleuten sitzen sah und ihn fragte, was er
zu verkaufen hätte. Er antwortete: "Weisheit" und bestimmte den Preis dafür auf 400
Gulden. Dionys bezahlte den Preis, und der Philosoph sagte ihm unsern Spruch her.—

Sirach 9, 24 steht:
Das Werk lobt den Meister.—

Auf Sirach 10, 12 "Heute König, morgen tot" beruht

Page 88

Heute rot, morgen tot.—

Aus Sirach 11, 29 stellen wir um:
Du sollst niemand rühmen vor seinem Ende.
vrgl. auch: nemo ante mortem beatus.—

Aus Sirach 11, 34 citieren wir:
Nichts Gutes im Sinne haben.—

Sirach 13, 1 steht:
Wer Pech angreift, (der) besudelt sich (damit).—

Aus Sirach 18, 20: "Hilf dir zuvor selber, ehe du andere arzneiest"
entsprang:
Arzt, hilf dir selber!
Lukas 4, 23 wird es schon als Sprichwort angeführt.—

Seine Worte auf der Goldwage wägen
stützt sich auf Sirach 21, 27: "Die unnützen Wäscher plaudern, das nichts
zur Sache dienet; die Weisen aber wägen ihre Worte mit der Goldwage" und
28, 29: "Du wägest dein Gold und Silber ein; warum wägest du nicht auch
deine Worte auf der Goldwage?"
In einem Fragmente des Varro aus der Satire Περίπλους (Buch 2 περὶ φιλοσοφίας)
kommt der Ausdruck in der Form "unum quodque verbum statera aeraria pendere"
ebenfalls vor. (Ausg. v. Bücheler, No. 419.)—

Eine sitzen lassen
sagen wir nach Sirach 22, 4: "Eine vernünftige Tochter kriegt wohl einen
Mann, aber eine ungerathene Tochter lässt man sitzen und sie bekümmert
ihren Vater".—

Page 89

Mit B ü r g e r ("Die Weiber von Weinsberg" Strophe 6) reden wir von
Weiberlist
nach Sirach 25, 18: "Es ist keine List über Frauen List".—

Einem den Rücken bläuen
entnehmen wir aus Sirach 30, 12: "bläue ihm den Rücken, weil er noch
klein ist, auf dass er nicht halsstarrig und dir ungehorsam werde".—

Heute mir, morgen dir
stammt wohl aus Sirach 38, 23: "Gedenke an ihn wie er gestorben, so musst
du auch sterben. Gestern war es an mir, heute ist es an dir".—

Früh aufstehen
für "gescheidt sein" sagen wir nach Sirach 39, 5, wo es von dem
G e l e h r t e n und W e i s e n heisst: "und denkt, wie er früh aufstehe, den
Herrn zu suchen, der ihn geschaffen hat, und betet vor dem Höchsten".—

Nichts Besseres zu hoffen, noch zu erwarten haben
citieren wir aus Sirach 41, 3: "O Tod, wie wohl thust du dem Dürftigen, 4:
Der da schwach und alt ist, der in allen Sorgen steckt und nichts Besseres
zu hoffen, noch zu erwarten hat!"—

Sirach 41, 26 steht:
Gut machet Mut.—

Sirach 42, 4:
Rechtes Maß und Gewicht halten.—

Sirach 50, 24:
Nun danket alle Gott,

Page 90

was als der Anfang eines 1644 verfassten Kirchenliedes von Martin
R i n c k h a r t (1585-1649) am bekanntesten ist.—

Nach Baruch 2, 25 sagen wir:
jämmerlich umkommen.—

1. Maccabäer 10, 18 und 11, 30 wird Jonathan, des Mathathias Sohn, in
den Briefen der Könige Demetrius und Alexander
Bruder Jonathan
angeredet, womit jetzt scherzend die Nordamerikaner bezeichnet werden.
Der bibelfeste W a s h i n g t o n nämlich soll nach einem ergebnislosen
Kriegsrat, auf seinen Freund J o n a t h a n T r u m b u l l, den Gouverneur
von Connecticut zielend, ausgerufen haben: "da müssen wir Bruder
Jonathan zu Rate ziehen", und diese Bezeichnung soll dann, sprichwörtlich
geworden, auf die Nordamerikaner überhaupt angewandt worden sein. Oder
meinte Washington jenen anderen Jonathan, den Sohn Sauls, der (s. oben 2.
Sam. 1, 26) von seinem Freunde David "Bruder Jonathan" genannt wird?—

Es giebt Petschafte mit der Inschrift "1. Maccabäer 12, 18" weil daselbst
steht:
Und bitten um Antwort.—

Aus 2. Maccabäer 3, 38 schöpfen wir das Wort:
Mit dem Leben davon kommen.—

2. Maccabäer 4, 11 heißt es vom Hohenpriester Jason: "die guten löblichen
Sitten, von den alten Königen geordnet, that er gar ab . . .", daher wir sagen:
Eine löbliche Sitte.—

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2. Maccabäer 7, 28 ist die Quelle des Wortes:
Aus Nichts hat Gott die Welt erschaffen;
denn es heisst da: "Siehe an Himmel und Erde, und alles, was darinnen ist:
dies hat Gott alles aus nichts gemacht, und wir Menschen sind auch so
gemacht".—

Auf der Historie von der Susanne und Daniel beruht der Ausdruck
Daniel
für "weiser Richter", welcher durch S h a k e s p e a r e s "Kaufmann von
Venedig" (4, 1) volkstümlich geworden ist. Shylock nennt dort die in
Gestalt eines Richters auftretende Porzia einen Daniel, und Graziano
wiederholt das Wort, den Shylock verhöhnend.—

Auf Matthäus 3, 10 (vrgl. Luk. 3, 9): "Es ist schon die Axt den Bäumen an
die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Frucht bringet, wird
abgehauen und ins Feuer geworfen . ." beruht:
die Axt an die Wurzel legen.—

Matth. 3, 11 (vrgl. Luk. 3, 16) heisst es: "Ich taufe euch mit Wasser zur
Busse: der aber nach mir kommt . . . . ., der wird euch mit dem heiligen
Geist und mit Feuer taufen". Daher reden wir, jedoch ohne den Sinn
festzuhalten, von einer
Feuertaufe.—

Aus Matth. 3, 12: "Und er hat seine Wurfschaufel in seiner Hand; er wird
seine Tenne fegen und den Weizen in seine Scheune sammeln; aber die
Spreu wird er verbrennen mit ewigem Feuer", citiert man:
Die Spreu vom Weizen sondern.—

Matth. 3, 17 lesen wir:

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Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe;
(vrgl. Jesaias 42, 1; Matth. 17, 5; Mark, 1, 11; Luk. 3, 22; 2. Petri 1, 17).—

Matth. 4, 10, sowie Luk. 4, 8 steht das Wort Jesu zum Teufel:
Hebe dich weg von mir, Satan! Apage, Satana!
(In ähnlicher Weise redet Christus den Petrus an: Matth. 16, 23 und Mark.
8, 33.)—

Matth. 5, 3: "Μακάριοι οἱ πτωχοὶ τῷ πνεύματι" ("Selig sind die am Geiste
Armen") übersetzte Luther: "Selig sind, die da geistlich (veraltet für
"geistig") arm sind", woraus wir die Worte gebildet haben:
arm an Geist,
geistesarm und Geistesarmut.—
Matth. 5, 14 spricht Jesus zu den Jüngern: "Ihr seid das Licht der Welt",
nach der Vulgata: "Vos estis lux mundi", woraus uns wohl für einen
bedeutenden Geist die Bezeichnung "ein
lumen mundi"
entsprang. "Lumina civitatis" (Staatsleuchten) nannte C i c e r o ("Catil." 3,
10, 24) berühmte Männer.—
Sein Licht unter den Scheffel stellen
und
Sein Licht vor den Leuten leuchten lassen
stammt aus Matth. 5, 15 und 16: "Man zündet auch nicht ein Licht an und
setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es
denen allen, die im Hause sind. Also lasset euer Licht leuchten vor den
Leuten" u. s. w. (vrgl. Mark. 4, 21; Luk. 8, 16 und 11, 33.)—
Kein Jota, oder nicht ein Jota

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beruht auf Matth. 5, 18. Der griechische Text hat dort statt des Lutherischen
"—wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe": "ἰῶτα ἕν—οὐ μὴ παρέλθῃ"
(in der Vulgata: "iota unum—non praeteribit" d. h. "n i c h t e i n J o t a
wird zergehen"). Der ganze Satz (vrgl. Luk. 16, 17) lautet: "Bis dass
Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe,
noch Ein Titel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe". Daher auch unser:
Kein Titel, oder Tütel, oder Tittel, oder Tittelchen.—

Nach Matth. 5, 26 sagen wir:
der letzte Heller.—

Matth. 5, 37 steht:
Eure Rede aber sei, ja, ja, nein, nein; was drüber ist, das ist vom
Übel.—

Matth. 5, 45: ". . . er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über
die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte" giebt uns das
Wort:
Seine Sonne scheinen lassen über Gerechte und Ungerechte.—

Giebt jemand prahlerisch aller Welt etwas kund, so tadeln wir, dass er es
ausposaune,
nach Matth. 6, 2: "Wenn du nun Almosen giebst, sollst du nicht lassen vor
dir posaunen, wie die Heuchler thun in den Schulen und auf den Gassen".—
Lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte thut
lesen wir Matth. 6, 3.—

Matth. 6, 9-13 (vrgl. Luk. 11, 2. 4) steht das
Vaterunser, lateinisch: Paternoster,

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dessen vierte Bitte
das tägliche Brot
und dessen siebente Bitte das "Erlöse uns von dem Übel" bietet. Hiernach
sagt man im Volke von einem bösen Weibe: "Sie ist aus der siebenten
Bitte", oder man nennt sie kurzweg:
Böse Sieben.
Nach Andern soll dieser Ausdruck von den sieben Todsünden entlehnt sein.
Auch werden an manchen Stellen der heiligen Schrift böse Sieben
angeführt. So heisst es:
Sprüche 26, 25: "Denn es sind sieben Gräuel in seinem Herzen"; Matth. 12,
45: "So gehet er hin und nimmt zu sich sieben andere Geister, die ärger
sind, denn er selbst" (Luk. 11, 26);—Mark. 16, 9: "Jesus aber, da er
auferstanden war frühe am ersten Tage der Sabbather, erschien er am ersten
der Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte";—
Luk. 8, 2: "Maria, die da Magdalena heisset, von welcher waren sieben
Teufel ausgefahren".
Andere wiederum leiten "böse Sieben" von einem im 15. Jahrh. erwähnten
Kartenspiele, Karnüffel, Karnöffel, Karnuffel oder Karnoffel genannt, her.
Darin war die siebente Karte von oben der Teufel, der alle anderen Karten
stach. Man nannte diese Karte die "böse Sieben". (Cyriacus
S p a n g e n b e r g veröffentlichte: "Wider die bösen Sieben ins Teufels
Karnöffelspiel". Jena 1562; Eisl. 1562; Frankf. 1562.)—

Aus Matth. 6, 20 schöpfen wir das Wort:
Schätze sammeln, die weder Motten noch Rost fressen.—

Matth. 6, 21 (vrgl. Luk. 12, 34) steht geschrieben:
Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.—

Der Spruch Matth. 6, 24:
Niemand kann zween Herrn dienen

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hat in Luk. 16, 13 die Form erhalten: "Kein Hausknecht kann zween Herrn
dienen".—

Aus Matth. 6, 24 ist auch:
Mammon und Mammonsdiener
für "Reichtum" und "Geldmensch" entnommen. Es heisst daselbst: "Ihr
könnet nicht Gott dienen und dem Mammon" (d. h. dem syrischen Gott des
Reichtums). Der Mammon wird auch erwähnt Luk. 16, 9. 11. und 13.—

Matth. 6, 27 (vrgl. Luk. 12, 25) lautet: "Wer ist unter euch, der
seiner Länge E i n e Elle zusetzen
möge, ob er gleich darum sorget?"—

Matth. 6, 34, lesen wir:
Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine Plage habe,
was wir gewöhnlich verkürzen in:
Jeder Tag hat seine Plage.—

Matth. 7, 1 (vrgl. Luk. 6, 37) steht:
Richtet nicht, auf das ihr nicht gerichtet werdet.—

Den Ausdruck:
Splitterrichter
bilden wir aus Matth. 7, 3-5: "Was siehest du aber den Splitter in deines
Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?" u. s. w.
(vrgl. Luk. 6, 41). Doch ist nach Dr. Zunz ("ges. Schrift." III, 294. Berl.
1876) der Priester und Mischnalehrer T a r f o n der wahre Urheber dieses
Spruches.—

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Die Perlen vor die Säue werfen
ist gebildet nach Matth. 7, 6: "Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden
geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen".—

Suchet, so werdet ihr finden
steht Matth. 7, 7 und Luk. 11, 9 (Sprüche Sal. 2, 4-5 ist wohl die Quelle).—

Aus Matth. 7, 9: "Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet
um Brot, der ihm einen Stein biete?" entnehmen wir:
einen Stein statt Brot geben.—

Auf Matth. 7, 15: "Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in
Schafskleidern zu Euch kommen, inwendig aber sind sie reissende Wölfe"
beruht:
Wölfe in Schafskleidern.—

Matth. 7, 16 und 20 (vrgl. 12, 33 und Luk. 6, 44) steht:
an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
Ein griechisches Sprichwort (Paroemiogr. Graeci. 1, 252, ed. Leutsch.) ist:
ἐκ τοῦ καρποῦ τὸ δένδρον.—

Matth. 7, 26 lesen wir Jesu Gleichnis von dem "thörichten Manne", der
Sein Haus auf den Sand bauete,
so dass Regen und Wind es zu Falle brachten.—

Matth. 8, 12; 13, 42. 50; 22, 13; 24, 51; 25, 30 und Luk. 13, 28 steht, dass in
der Hölle, in "der äussersten Finsternis", sein wird
Heulen und Zähnklappen.—

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Aus Matth. 8, 20 oder aus Lukas 9, 58, wo Jesus von sich spricht: "Die
Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber
des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege", entnehmen wir zur
Bezeichnung äusserster Armut das Wort:
Nicht haben, wo man sein Haupt hinlege.—

Matth. 8, 22, sowie Luk. 9, 60 bietet Jesu Wort:
Lass die Toten ihre Toten begraben.—

Matth. 9, 12 und fast ebenso Mark. 2, 17 und Luk. 5, 31 spricht Jesus:
Die Starken (d. h. die Gesunden) bedürfen des Arztes nicht,
sondern die Kranken.—

Matth. 10, 14 (sowie Mark. 6, 11; Luk. 9, 5 und Apost. 13, 51) bringt uns
für "verachtungsvoll von dannen gehen" das Wort:
Den Staub von den Füssen schütteln.—

Matth. 10, 16 enthält:
Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.—

Nach Matth. 10, 27 und Luk. 12, 3 wird citiert:
Auf den Dächern (von den Dächern) predigen.—

Nach Matth. 10, 38 (vrgl. 16, 24; Mark. 8, 34; 10, 21; Luk. 9, 23; 14, 27;
Joh. 19, 17) sagen wir von jemandem, der ein Leid zu tragen hat:
Er trägt sein Kreuz
und
Sein Kreuz auf sich nehmen

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und danach:
Ein Kreuzträger.—

Matth. 11, 15 findet sich das häufig wiederholte:
Wer Ohren hat zu hören, der höre.—

Matth. 11, 28 lesen wir: "Kommet her zu mir alle, die ihr
mühselig und beladen
seid, ich will euch erquicken".—

Nach Matth. 11, 30: ". . mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht", sagen
wir:
Ein sanftes Joch.—

Nach Matth. 12, 24. 27, sowie Luk. 11, 15. 18. 19 (vrgl. 9, 34 und Mark. 3,
22) sagt man:
den Teufel durch Beelzebub austreiben.—

Matth, 12, 30 und Luk. 11, 23 (vrgl. 9, 50) steht:
Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich.—

Auf Matth. 12, 31 (vrgl. Mark. 3, 28; Luk. 12, 10; Ebr. 6, 4) beruht:
Sünde wider den heiligen Geist.—

Das von L u t h e r volkstümlich gefasste und deshalb, wie er im "Sendbriefe
vom Dolmetschen" vom 8. Sept. 1530 (§ XIV) mitteilt, von ihm zur
Übersetzung des Urtextes (ἐκ ... τοῦ περισσεύματος τῆς καρδίας τὸ στόμα
λαλεῖ) Matth. 12, 34 (vrgl. Luk. 6, 45) gewählte:

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Wess das Herz voll ist, dess gehet der Mund über,
lautet wörtlich übersetzt im Französischen:
De l'abondance du coeur la bouche parle.—

Matth. 13, 12; 25, 29; Mark. 4, 25; Luk, 8, 18; 19, 26:
Wer da hat, dem wird gegeben,
fand seinen französischen Schliff in:
On ne prête qu'aux riches.—

Aus Matth. 13, 13 (s. oben Psalm 115, 5) schöpfen wir das Wort:
Mit sehenden Augen nicht sehen.—

Matth. 13, 21 sowie Mark. 4, 17 übersetzt Luther "πρόσκαιρος" mit
wetterwendisch,
d. h. unbeständig, sich wendend und ändernd wie das Wetter. Vo r Luther
lässt es sich in dieser übertragenen Bedeutung nicht nachweisen.—

Nach Matth. 13, 25 citieren wir:
Unkraut zwischen den Weizen säen.—

Matth. 13, 57 (s. Mark. 6, 4; Luk. 4, 24; Joh. 4, 44): "Ein Prophet gilt
nirgend weniger, denn in seinem Vaterlande und in seinem Hause", wird
gemeiniglich gekürzt in:
Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande.—

Matth. 15, 11 (vrgl. Mark. 7, 15) enthält:

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Was zum Munde eingehet, das verunreinigt den Menschen
nicht.—

Aus Matth. 15, 27 stammt:
Brosamen, die von des Herrn Tische fallen.—

Brosamen, die von des Reichen Tische fallen
beruht auf Luk. 16, 21.—

Aus Matth. 16, 3: "Könnet ihr denn nicht auch die Zeichen dieser Zeit
urteilen?" ist entlehnt:
Zeichen der Zeit.—

Matth. 16, 24 (Mark. 8, 34; Luk. 9, 23) spricht Jesus zu seinen Jüngern:
"Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst . . ." Danach reden
wir von:
sich selbst verleugnen
und von
Selbstverleugnung,
ein Moralbegriff, der noch über den der "Nächstenliebe" (3. Mos. 19, 18;
Matth. 5, 43; 22, 39; Mark. 12, 21; Röm. 13, 9; Gal. 5, 14) hinausgeht, weil
er schon das "Thut wohl denen, die euch hassen" (Matth. 5, 44; Luk. 6, 27)
in sich schliesst, und der seine Wurzel in dem Gebote (2. Mos. 23, 5) hat:
"Versäume gerne das Deine um seinet (d. h. des Feindes und Hassers)
willen".—

Aus Matth. 17, 4: "Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei
Hütten machen, dir eine, Mosi eine, und Elias eine", und aus den ähnlichen
Stellen Markus 9, 5 und Lukas 9, 33 hat sich der Volksmund die Redensart:
Hier ist gut sein, hier lasst uns Hütten bauen

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zurechtgelegt.—

Matth. 19, 6 und Markus 10, 9 steht:
Was (nun) Gott zusammengefüget hat, das soll der Mensch nicht
scheiden.—

Matth. 19, 30 (vrgl. Matth. 20, 16; Markus 10, 31 und Luk. 13, 30) bietet:
(Aber viele, die da sind) die ersten werden die letzten und die
letzten werden die ersten sein.—

Auf Matth. 20 (vrgl. Jesaias 5, 7) beruhen die
Arbeiter im Weinberg.—

Für "späte Zeit" ist Matth. 20, 6 und 9 entnommen:
Elfte (nicht: zwölfte) Stunde.—

Matth. 20, 12 steht:

Des Tages Last und Hitze getragen haben.—

Matth. 20, 16 und 22, 14 findet sich:
(Denn) viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet.—

Nach Matth. 22, 11 entschuldigen wir uns, dass wir
kein hochzeitlich Kleid anhaben.—

Matth. 22, 21; Markus 12, 17; Luk. 20, 25 liest man:

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(So) gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gotte, was
Gottes ist.—
Matth. 23, 3: "Alles nun, was sie (die Schriftgelehrten und Pharisäer) euch
sagen, das ihr halten sollt, das haltet und thut es; aber nach ihren Werken
sollt ihr nicht thun. Sie sagen es wohl, und thun es nicht", ist die Quelle
unseres
Haltet Euch an meine Worte und nicht an meine Werke!
Nach L i v i u s 7, 32 sagte der Consul Valerius (343 v. Chr.) "facta mea, non dicta vos,
milites, sequi volo"—"Soldaten, ich will, dass ihr meinen Thaten, nicht meinen Worten
folget".—

Matth. 23, 15 lautet: "Wehe euch, Schriftgelehrten und Pharisäern, ihr
Heuchler, die ihr Land und Wasser umziehet, dass ihr E i n e n
Judengenossen machet (ποιῆσαι ἕνα προσήλυτον); und wenn er es
geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, zwiefältig mehr, denn
ihr seyd". Mit Hinzuziehung des griechischen Textes bildete man hieraus
das verächtliche Wort:
Proselytenmacherei.—

Auf Matth. 23, 23 und Lukas 11, 42: "Dies sollte man thun und jenes nicht
lassen" beruht:
Eines thun und das andere nicht lassen.—

Von Leuten, die im Nichtigen gewissenhaft und im Wichtigen gewissenlos
sind, sagen wir, dass sie
Mücken seigen (d. h. durch ein Sieb entfernen) und Kameele
verschlucken,
wie Jesus nach Matth. 23, 24 zu den Schriftgelehrten und Pharisäern sprach:
"Ihr verblendete Leiter, die ihr Mücken seiget und Kameele verschlucket".

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Matth. 23, 27 werden die Schriftgelehrten und Pharisäer Heuchler genannt
und
"Übertünchte Gräber,
welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller
Totenbeine und alles Unflats".—

Matth. 24, 2 (vrgl. Mark. 13, 2; Luk. 19, 44; 21, 6) spricht Jesus in
Jerusalem: "Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht
zerbrochen werde". Danach sagt man von Dingen und Verhältnissen, die der
völligen Zerstörung entgegengehen:
Es wird kein Stein auf dem andern bleiben.—

Mit dem Bürger in G o e t h e s "Faust" (I "vor dem Thore") citieren wir
Krieg und Kriegsgeschrei
aus Matth. 24, 6: "Ihr werdet hören Kriege und Geschrei von Kriegen . ."—

In Bild und Wort verdanken wir den
Posaunenengel
Matth. 24, 31: "Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen . . ."
(vrgl. Offenb. Joh. 8, 2).—

Auf Matth. 25, 15-28, wo von den "vertraueten Centnern" und deren
Verwertung erzählt wird, beruht der Ausdruck:
Talent.
Das griechische "τάλαντον", in der Vulgata "talentum", von L u t h e r in
diesem Kapitel mit "Centner" übersetzt, ist späterhin zu einem allen
westeuropäischen Völkern gemeinsamen Ausdrucke für geistige Anlagen
geworden (s. im Register "anvertrautes Pfund").—

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Auf Matth. 25, 18 und 25 beruht:
Sein Pfund vergraben
mit Hinzuziehung des ähnlichen Gleichnisses bei Lukas 19 (s. weiterhin),
da hier nur von "Centnern" die Rede ist.—

Matth. 25, 32 u. 33 heisst es von "des Menschen Sohn": "Und werden vor
ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden,
gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird
die Schafe zu(seine)r Rechten (stellen, und) die Böcke zur
Linken".
Dies wurde zum beliebten Vergleich guter mit bösen Menschen.—

Auf Matth. 26, wo geschrieben steht, dass die anderen Jünger schlafen,
während Judas den Herrn verrät, beruht das Wort:
Der Verräter schläft nicht;
und auf Matth. 26, 15: "Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm 30
Silberlinge" der Ausdruck:
Judaslohn.—

Wenn wir in bitteren Leiden wünschen:
Dieser Kelch mag an mir vorübergehen,
so wenden wir ungenau Worte Christi an, die Matth. 26, 39. 42; Lukas 22,
42; Markus 14, 36 angegeben werden.—

Matth. 26, 10 spricht Jesus von dem Weibe, die köstliches Wasser auf sein
Haupt goss: "Sie hat ein gutes Werk an mir gethan". Daher unser Wort:
Ein gutes Werk an Einem thun.—

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Matth. 26, 41 und Markus 14, 38 lesen wir:
Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.—

Matth. 26, 48 u. 49 (vrgl. Luk. 22, 48) heisst es von Judas: "Und der
Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: welchen ich küssen
werde, der ist's, den greifet. Und alsobald trat er zu Jesu und sprach:
Gegrüssest seyst du, Rabbi! und küssete ihn". Darauf beruht der Ausdruck:
Judaskuss,
und einen
Judas
nennen wir danach einen falschen, verräterischen Menschen.—
Sehen, wo es hinaus will
sagen wir nach Matth. 26, 58: "Petrus . . . setzte sich bey den Knechten, auf
dass er sähe, wo es hinaus wollte".—

Matth. 26, 73 sprechen die Umstehenden zu Petro, als er Jesum zum
zweiten Male verleugnet hatte: "Wahrlich, du bist
auch Einer von Denen
(nämlich: die mit Ihm waren); denn deine Sprache verrät dich". Der Titel
von Fr. Th. V i s c h e r's Buch "Auch Einer" (1879) wurzelt in diesen
Worten.—

Matthäi am letzten sein
in der Bedeutung: "Seinem Ende oder seinem Verderben nahe sein" beruht
auf dem Schlusse des Evangeliums Matthäi: "(bis an der Welt) Ende".
"Matthäi am letzten" citiert Luther im "Katechismus" (4. Hauptst. 1. B.).—

Aus Markus 1, 7; Luk. 3, 16; Joh. 1, 27 (vrgl. Apost. 13, 25) entnehmen
wir die Redeweise:

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Nicht wert sein, einem die Schuhriemen aufzulösen.—

Nach Mark. 3, 30: "Denn sie sagten: er hat einen unsaubern Geist" citieren
wir:
Unsauberer Geist.
Von der Macht Jesu über die "unsauberen Geister", oder "den unsauberen Geist",
welcher Luk. 4, 33 "unsauberer Teufel" heisst, ist die Rede Matth. 10, 1; Mark. 1, 23-27; 5,
2-9; 9, 25; Luk. 4, 33-35; 8, 29; Mark. 3, 11; vom Ausfahren des "unsauberen Geistes"
ausser an einigen der citierten Stellen: Matth. 12, 43 u. Luk. 11, 24.—

Ihre Zahl ist Legion
beruht auf Mark. 5, 9, wo der "unsaubere Geist" spricht: "Legion heisse ich,
denn unser ist viel" und Luk. 8, 30, wo der Teufel sagt, dass er "Legion"
heisse; "denn es waren viel Teufel in ihn gefahren".—

Mark. 6, 26 heisst es vom Herodes "er ward betrübt", weil Herodias ihn um
des Täufers Haupt gebeten, "doch um des Eides willen und derer, die am
Tische sassen, wollte er sie nicht lassen
eine Fehlbitte thun".
Im Text aber steht gerade diese Wendung nicht, so dass wir damit nicht
Markus, sondern Luther citieren.—

Das Scherflein der Witwe
beruht auf Mark. 12, 42 und Luk. 21, 1-4, wo jedoch von "zwei Scherflein"
(= einem Heller) die Rede ist;
der Glaube macht selig
auf Mark. 16, 16: "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden:
wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden". ("Wer's glaubt, wird
selig", sagt das Volk zu einer wenig glaubwürdigen Erzählung.)—
Mit Zungen reden

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ist Mark. 16, 17 entnommen; auch kommt es Apostelgeschichte 2, 4; 10, 46;
19, 6 und 1. Korinth. 14 vielmals vor. In den ersten beiden Stellen, wo es
"mit neuen" und "mit andern Zungen" lautet, bedeutet es "in fremden
Sprachen reden", in den folgenden Stellen ohne Beiwort hat es den Sinn
"vom heiligen Geist erfüllt reden".—

Aus Lukas 1, 66 citieren wir:
Was wird (eigentlich: will) aus dem Kindlein werden!
aus Luk. 2, 13:
Die Menge der himmlischen Heerscharen;
aus Luk. 2, 52:
Zunehmen an Alter und Weisheit;
und aus Luk. 6, 38:
Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und
überflüssig Mass (wird man in euren Schoss geben: denn
eben) mit dem Mass, da ihr (mit) messet, wird man euch
wieder messen.
(vrgl. Matth. 7, 2 u. Mark. 4, 24.)—

Nach Luk. 9, 55: "Welches Geistes Kinder" citiert man:
Wess Geistes Kind.—

Luk. 10, 7 und 1. Tim. 5, 18 heisst es:
(Denn) ein Arbeiter ist seines Lohnes wert,
während es Matth. 10, 10 "seiner Speise" lautet.—

Das Gleichnis vom
barmherzigen Samariter,

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Luk. 10, 30-37, schliesst Jesus:
(So) gehe hin und thue desgleichen.
Wir reden danach auch von einem
Samariterdienst.—

Nach Luk. 10, 34 citieren wir:
Öl in die Wunden giessen,
und nach 10, 40 und 41 sprechen wir von der
geschäftigen Martha.—

Wenn wir sagen, dass wir
das bessere Teil erwählt haben,
so gestalten wir den Ausdruck in Luk. 10, 42 um: "Maria hat das gute Theil
erwählet".—

Luk. 10, 42 steht:
Eins aber ist not.—

Aus Luk. 12, 19: "Liebe Seele . . ., habe nun Ruhe" ist abgeleitet:
Nun hat die liebe Seele Ruh'.—

Das "Nötige sie, hereinzukommen", Luk. 14, 23, übersetzt die Vulgata mit:
Compelle intrare.
In dieser Form wurde es zur Rechtfertigung der gegen die Ketzer
angewendeten Gewalt gebraucht und dient noch heute dazu, um die
Ausübung irgend eines Zwanges auszudrücken. Viel wird auch citiert das
sich unmittelbar an diese Worte anschliessende:

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auf dass mein Haus voll werde.—

Auf Luk. 15, 11-32 beruht:
der verlorene Sohn,—

welcher V. 18 heimzukehren und zum Vater zu sagen beschliesst:
pater, peccavi[12] (Vater, ich habe gesündiget).
V. 21 führt er diesen Vorsatz aus, worauf der verzeihende Vater
ein fettes Kalb
(wörtlich: "ein gemästetes" V. 23) zu Ehren des Wiedergefundenen
schlachten lässt.—
[12] So ruft schon der goldgequälte Midas bei O v i d ("Met." 11, 132) zum Bacchus: "Da
veniam, Lenaee pater; peccavimus . . ." "Vater Lenaeus, verzeih'; ich habe gesündiget . . ."
Aus Lukas 16, 8 (vrgl. 20, 34): ". . . die Kinder dieser Welt sind klüger,
denn die Kinder des Lichts...; leiten wir die Worte her:
Kinder der Welt, Weltkind, Weltklug und Weltklugheit.—

Lukas 16, 9 und 11 bietet das Wort:
Ungerechter Mammon.—

Aus Lukas 16, 19 ist:
Herrlich und in Freuden leben;
aus Lukas 16, 20:
Arm wie Lazarus
(dessen Name in "Lazareth" und "Lazzaroni" verewigt ist);
aus Lukas 16, 22 und 23:
In Abrahams Schoss.—

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Lukas 16, 26 sagt Abraham, den Lazarus im Schoss liegend, vom Himmel
herab zu dem aus der Hölle emporflehenden Reichen: ". . über das Alles ist
zwischen uns und euch
eine grosse Kluft
befestiget, dass die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können
nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren".—

Moses und die Propheten haben
dient uns als scherzhafte Hindeutung auf den Geldbesitz der Juden. Luk. 16,
29 sagt nämlich Abraham zu dem aus der Hölle für seine fünf Brüder
bittenden Reichen: "Sie haben Moses und die Propheten; lass sie
dieselbigen hören". Hieraus ist das Wort entlehnt und dessen falsche
Anwendung mag daher rühren, dass "Moos haben" für "Geld haben" damit
verquickt wurde.
Das jüdische Wort "Moos" für "Geld" ist der schlecht gesprochene Pluralis eines nur im
Junghebräischen der Mischna vorkommenden Wortes, welches im Singularis eine kleine
Münze = 1/6 Denar bedeutet (Buxtorf, Lexikon Talmud. S. 1236).—

Auf Grund der Evangelien überhaupt und besonders nach Lukas 18, 10ff.
ist uns der
Pharisäer
zum Typus der Selbstgerechtigkeit geworden, dessen Gebet Lukas 18, 11:
Ich danke dir Gott, dass ich nicht bin wie andre Leute
wir solchen Selbstgerechten gern ironisch in den Mund legen; während das
Gebet des Zöllners, Lukas 18, 13:
Gott sei mir Sünder gnädig!
noch heut mit bescheidenem Ernst aus dem Herzen des Demütigen quillt.
Aus demselben Verse citieren wir im Sinne des zerknirscht Insichgehens
das Wort:
an seine Brust schlagen,

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das Nahum 2, 8, wie bei den Griechen und Römern, im Sinne der Betrübnis,
Luk. 2, 3. 48 in dem der Verwunderung vorkommt.—

Man pflegt einen Menschen, den man bei allen öffentlichen Lustbarkeiten
findet:
Zachäus auf allen Kirchweihen
zu nennen, weil der kleine Zachäus, der aus Drang, Jesum zu sehen, auf
einen Baum steigt, im Evangelium des Tages der Kirchweihung, Luk. 19, 1-
10, vorkommt, also regelmässig am Kirchweihtage genannt wird.—

Aus dem Gleichnis Luk. 19, 12-23 "Von vertrauten Pfunden" schöpfen wir
die nicht unmittelbar darin enthaltenen Worte:
anvertrautes Pfund,
was für "Geistesgaben" angewendet wird (s. oben "Talent"), und:
Mit seinem Pfunde wuchern.—

Luk. 19, 40 (s. Habakuk 2, 11) spricht Jesus von den Jüngern:
Wo diese (werden) schweigen, (so) werden die Steine schreien.
In der "Legenda aurea" des J a c o b u s a Vo r a g i n e (2. Hälfte des 13.
Jahrh.), Cap. 181 "De sancto Pelagio papa" (S. 833, Graesses Ausg.) wird
von Beda Venerabilis ( † 735) erzählt, er habe sich im hohen Alter, als er
blind geworden, führen lassen, und sein Führer habe ihm in einem steinigen
Thale vorgeredet, es harre dort eine grosse Menschenmenge seiner Predigt.
Am Ende derselben hätten die Steine Amen gerufen. Diese Legende erzählt
L. Th. K o s e g a r t e n unter dem Titel: "Das Amen der Steine"
("Legenden", neue Aufl., Berl. 1810, 1. Bd., 1. Bch., XVII), darinnen es
heisst:
Wenn Menschen schweigen, werden Steine schrei'n.—

Luk. 21, 26 steht:

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Warten der Dinge, die (da) kommen sollen.—

Luk. 21, 35 (vrgl. Hiob 43, 19) spricht Jesus: "wie ein
Fallstrick
wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen".—

Luk. 22, 6 (vrgl. Apostelg. 24, 68) steht:
Ohne Rumor.—

Aus Luk. 23, 6-12 erklärt sich die Redensart:
von Herodes (fälschlich: Pontius) zu Pilatus schicken oder laufen.


Das Luk. 23, 16 und 22 enthaltene:
Züchtigen und loslassen
ist ein den Handwerkern gewöhnlicher Ausdruck geworden. Der Küfer sagt,
er könne züchtigen und loslassen, d. h. zum Wein Wasser zusetzen oder
nicht; der Schuhmacher, wenn er Schuhe mit Riemen gemacht hat, er könne
sie züchtigen und loslassen, d. h. zubinden und aufbinden u. s. w.—

Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren
werden!
steht Lukas 23, 31.—

Lukas 24, 36 und Joh. 30, 19. 21. 26 spricht Jesus:
Friede sei mit euch! Pax vobiscum!—

Johannes 1, 46 spricht Nathanael zum Philippus:

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Was kann von Nazareth Gutes kommen?—

Joh. 1, 51 (vrgl. Hesekiel 1, 1, Apostelgesch. 7, 55 und 10, 11) finden wir:
Den Himmel offen sehen.—

Joh. 2, 15 (vrgl. Matth. 21, 12; Mark. 11, 15 und Luk. 19, 45) heisst es von
Jesus: "... er machte eine Geissel aus Stricken und t r i e b sie alle z u m
T e m p e l h i n a u s", nämlich die Viehhändler und Wechsler. Daher
zum Tempel hinaus treiben
uns für "unsanft entfernen" üblich wurde.—
Wie Nikodemus kommen bei der Nacht
beruht auf Joh. 3, 2 wo erzählt wird, dass der Pharisäer Nikodemus, "ein
Oberster unter den Juden", zu Jesu kam "bey der Nacht" (s. auch 7, 50 und
19, 39), der mit ihm redete vom Wege zum ewigen Leben, der Wiedergeburt
im Geiste. "Wie mag solches zugehen?" fragt Nikodemus, und (V. 10):
"Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Bist Du ein Meister in Israel und weisst das nicht?"—

Auf Joh. 8, 7, wo Jesus spricht: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe
den ersten Stein auf sie" beruht:
Den ersten Stein auf jemanden werfen.—

Nach Joh. 8, 57: "Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig
Jahr alt und hast Abraham gesehen?" wurde die Redeweise
Er hat schon Vater Abraham gesehen
in den Rheinlanden gebräuchlich für "er ist über fünfzig Jahre alt".—

Joh. 9, 4 steht: "Ich muss wirken die Werke dess, der mich gesandt hat, so
lange es Tag ist;

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es kommt die Nacht, da niemand wirken kann".
(vrgl. Goethes "Noch ist es Tag" u. s. w.).—

Was du thust, das thue bald
spricht Joh. 13, 27 Jesus zu Judas Ischarioth.—

Joh. 18, 38 enthält die Frage des Pilatus:
Was ist Wahrheit?—

Der Ausruf des Pilatus, Joh. 19, 5: "Sehet, welch ein Mensch!" ist in
lateinischer Form:
Ecce homo!
ein Wort geworden, womit man in der Kunst die Darstellung eines
leidenden Christus mit der Dornenkrone bezeichnet.—

Joh. 19, 22 steht des Pilatus Grundsatz:
Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.—

Die Worte des auferstandenen Jesu zu Maria aus Joh. 20, 17 lauten in der
Vulgata:
Noli me tangere! (Rühre mich nicht an!).—

Ungläubiger Thomas
ist aus Joh. 20, 24-29 entwickelt, wo der Jünger Thomas nicht eher an die
Auferstehung Jesu glauben mag, als bis er dessen Wunden betastet hat.—

Joh. 21, 23 sagen die anderen Jünger von dem Johannes:
Dieser Jünger stirbt nicht.—

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Aus der Apostelgeschichte S. Lucae 2, 5 und 10, 35 ist entlehnt:
Allerlei Volk,
aus 2, 11:
Juden und Judengenossen;
aus 2, 12:
Was will das werden?
und aus 2, 13:
voll süssen Weines sein.—

Apost. 4, 20 steht:
Non possumus
"w i r k ö n n e n e s j a n i c h t lassen, dass wir nicht reden sollten, was
wir gesehen und gehöret haben".
ebenda 4, 32:
Ein Herz und eine Seele.—

Nach dem Zauberer Simon (Apost. 8, 9-24), der die Gabe der Mitteilung
des Geistes durch Händeauflegen von den Aposteln für Geld erhandeln zu
können glaubte, nennen wir Schacher mit geistlichen Ämtern
Simonie.—

Apost. 9, 5 und 26, 14 steht der bei den vorchristlichen Griechen und
Römern schon übliche[13] Vergleich:
Wider den Stachel löcken.
"Löcken" ist so viel als "mit den Beinen ausschlagen", und das dem Ausdrucke zu
Grunde liegende Bild ist das eines vor den Pflug gespannten Rindes, welches gegen den
Stachelstock des Treibers eigensinnig ausschlägt.—
[13] "πρὸς κέντρον λακτίζειν"—Aeschyl. "Agam." 1624; Eurip. "Bakch." 795; s. auch
Plaut. "Truc." 4, 2, 55 u. Terent. "Phorm." 1, 2, 28: "contra stimulum calcare".

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Aus einem Saulus ein Paulus werden
oder:
Seinen Tag von Damaskus erleben
erläutert sich aus dem Anfange des 9. Kap. der Apostelgeschichte. Apost. 9,
15 spricht der Herr von Saulus: "Dieser ist mir
ein auserwähltes Rüstzeug".—

Der Bekehrung des Saulus Apost. 9, 18 ist entlehnt:
Wie Schuppen von den Augen fallen.—

Apost. 18, 21 steht geschrieben: "τοῦ θεοῦ θέλοντος ..." ("will's Gott . . ."),
ebenso 1. Kor. 4, 19 ("So der Herr will . . ."), Ebr. 6, 3 ("So es Gott anders
zulässt . . .") und ähnlich Jak. 4, 15 ("So der Herr will . . ."). Danach
sprechen wir:
"Will's Gott" oder: "So Gott will".—

Apost. 20, 35 bringt:
Geben ist seliger denn Nehmen.
Nach P l u t a r c h s "Sprüchen von Königen und Feldherren" hat A r t a x e r x e s gesagt:
"Geben ist königlicher denn Nehmen" (τὸ προσθεῖναι τοῦ ἀφελεῖν βασιλικώτερόν ἐστι).—

Wenn wir sagen:
zu den Füssen eines Lehrers sitzen,
so citieren wir Paulus, der Apost. 22, 3 berichtet: "Ich bin ein jüdischer
Mann, geboren zu Tarsen in Cilicien, und erzogen in dieser Stadt, zu den
Füssen Gamaliels, gelehret mit allem Fleiss im väterlichen Gesetz . . ."—

Apost. 26, 24 enthält:

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Paule, du rasest,
und:
Die grosse Kunst macht Dich rasen(d).—

Aus dem Römerbrief citieren wir:
1, 20:
Also dass sie keine Entschuldigung haben;
3, 23: "Denn es ist hier kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder . . ."
wird gewöhnlich so citiert:
Wir sind Sünder allzumal.—

5, 5:
Hoffnung (aber) lässt nicht zu Schanden werden.—

Nach Römer 6, 6, Epheser 4, 22, Kolosser 3, 9, wo "der alte Mensch"
gebraucht wird, ist
der alte Adam
gebildet, ein Wort, das auf der Anschauung und Sprachweise des Paulus
beruht (Römer 5, 14 ff. und 1. Korinth. 15, 45), wonach dem ersten Adam
als Urheber der Sünde und des Todes in Christus der zweite Adam als
Urheber des Lebens und der Unsterblichkeit gegenübergestellt wird. Das
hebräische Wort "Adam" heisst auf deutsch "Mensch". Ist "alter Adam"
zuerst von Luther gebraucht worden?
Es kommt im 4. Hauptstück des Katechismus vor; in seiner Predigt am Sonntag Lätare,
die andere Predigt; in der 9. Passionspredigt; in der anderen Predigt am Tage der heiligen
Dreifaltigkeit; in der Predigt am 16. Sonntag und in der am 19. Sonntag nach der
Dreifaltigkeit.—

Nach Römer 7, 18: ". . . Wollen habe ich wohl, aber Vollbringen das Gute
habe ich nicht" und nach Philipper 2, 13: "Gott ist es, der in euch wirket

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beides, das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen" reden
wir vom
Wollen und Vollbringen.—
Nach Röm. 7, 22 und Ephes. 3, 16 sagen wir:
der inwendige Mensch.—

Röm. 10, 2: "ich gebe ihnen das Zeugnis, dass sie eifern um Gott, aber mit
Unverstand", bietet uns das Wort:
eifern mit Unverstand.—

Heidenblindheit und blinder Heide
stammt aus Röm. 11, 25: "Blindheit ist Israel eines Teils widerfahren, so
lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei"; und noch deutlicher aus
Eph. 4, 17: "So sage ich . . ., dass ihr nicht mehr wandelt, wie die andern
Heiden . . .", 18: "welcher Verstand verfinstert ist und sind entfremdet von
dem Leben, das aus Gott ist, durch . . . die Blindheit ihres Herzens".—

Röm. 12, 11 steht:
Schicket euch in die Zeit;
auch Eph. 5, 16 und Koloss. 4, 5 lautet es bei Luther ebenso, während Bunsen hier strenger
übersetzt: "Kaufet die Zeit aus", d. h. "wendet die Zeit gescheidt an".—

Röm. 12, 15: "Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den
Weinenden" liefert uns die Wendung:
Sich freuen mit den Fröhlichen.—

Römer 13, 7 bietet:
Ehre, dem (die) Ehre gebühret.—

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Aus Röm. 14, 22: ". . . Selig ist, der sich selbst kein Gewissen macht in
dem, das er annimmt" schöpfen wir:
Sich kein (oder ein) Gewissen aus Etwas machen.—

Im 1. Korintherbrief heisst es: 1, 19 (s. Jesaias 29, 14), dass Gott
verwerfen will
Den Verstand der Verständigen
(s. Schillers "Die Worte des Glaubens" 1798).—

1. Kor. 1, 23 lautet: "Wir aber predigen den gekreuzigten Christum,
den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Thorheit".
Dem griechischen Text nach:
Ἰουδαίοις μὲν σκάνδαλον, Ἕλλησι δὲ μωρίαν.
Hiernach sagen wir von einem anstössigen Ärgernis, es sei
Ein Skandal.—

1. Kor. 3, 8 lautet: "Der aber pflanzet und der da begiesset, ist
einer wie der andere.
Ein jeglicher aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit". Man
bezieht aber heute "Es ist einer wie der andere" auf die Schlechtigkeit.—

1. Kor. 3, 10 (vrgl. 15, 10) bietet das demutsvolle
Von Gottes Gnade(n). Dei gratia,
was schon im 5. Jahrhundert Kirchenfürsten und vom 6. Jahrhundert an
auch weltliche Herrscher im Sinne der Demut vor ihren Titel setzten.
Als Theodolinde (592) nach ihrer zweiten Vermählung zu Monza eine, Johannes dem
Täufer geweihte, Basilica bauen liess, legte sie in deren Schatz eine goldene Krone nieder
mit der Umschrift: "Agilulf, von Gottes Gnaden König von Italien u. s. w."—

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1. Kor. 5, 6 heisst es:
Euer Ruhm ist nicht fein.—

Aus 1. Kor. 5, 7 und 8 entnehmen wir
"den alten Sauerteig
der Bosheit und Schalkheit", dem der "Süssteig der Lauterkeit und der
Wahrheit" gegenübergestellt ist.—

1. Kor. 7, 38 steht:
Welcher verheiratet, der thut wohl: welcher aber nicht
verheiratet, der thut besser;
1. Kor. 11, 3 und Ephes. 5, 23:
Der Mann ist des Weibes Haupt;
1. Kor. 13, 1: "Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und
hätte der Liebe nicht; so wäre ich
ein tönend(es) Erz oder eine klingende Schelle".—

Nach 1. Kor. 13, 2 (vrgl. Matth. 17, 20; 21, 21 und Mark. 11, 23) wird
citiert:
Der Glaube versetzt Berge.
Das "Berge versetzen" stammt aus Hiob 9, 5, vrgl. 14, 18; 18, 4.—

1. Kor. 13, 9 bietet:
(Denn) unser Wissen ist Stückwerk.—

Aus 1. Kor. 13, 11: "Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und
war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge" . . . entsprang der
Vers:

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Sunt pueri pueri, pueri puerilia tractant,
Kinder sind Kinder doch stets, und Kindisches treiben die Kinder;
doch welcher Klosterschulmann ihn aus dieser Quelle schöpfte, ist noch
eine offene Frage.—

1. Kor. 13, 13:
Glaube, Hoffnung, Liebe
wird gewöhnlich in der Form:
Glaube, Liebe, Hoffnung
citiert (vrgl. 1. Thessalonicher 1, 3; 5, 8).—

Nach 1. Kor. 14, 9 sagen wir:
In den Wind reden (oder sprechen, oder schwatzen).—

Es heisst 1. Kor. 14, 34:
Mulieres in ecclesiis taceant,
Eure Weiber lasset schweigen unter der Gemeine [Gemeinde],
was mit Umänderung in die Einzahl so citiert wird:
Mulier taceat in ecclesia
(vrgl. 1. Timoth. 2, 12). Eine Gnome M e n a n d e r s (s. Meineke: "Fragm.
Com. Graec." 4, 347) lautet schon: Ἱστοὶ γυναικῶν ἔργα, κοὐκ ἐκκλησίαι
(Webstühle sind Frauenwerk, Gemeindeversammlungen nicht).—

Nach 1. Kor. 15, 33: "Böse Geschwätze verderben gute Sitten", oder wie
B u n s e n übersetzt: "Schlechter Umgang verdirbt (besser: "verderbt") gute
Sitten", sagen wir:
Böse Beispiele verderben gute Sitten,

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(Φθείρουσιν ἤθη χρήσθ' ὁμιλίαι κακαί),
H a u s r a t h ("Neutestamentliche Zeitgeschichte", II, S. 398) sagt darüber
etwas schulmeisternd:
"So sehr P a u l u s die Citate liebte, die aus den griechischen Schriftstellern sind sparsam
und bestehen ausschliesslich aus allgemeinen, sprichwörtlich gewordenen Citaten
griechischer Dichter. 1. Kor. 15, 33 recitiert Paulus einen iambischen Trimeter aus der
"Thaïs" des Menander (Menander, ed. Meineke, S. 75); aber er verfehlt das Versmass und
lässt sich einen üblen Hiatus zu Schulden kommen, der nur zu deutlich verrät, wie sein Ohr
an den Wohlklang griechischer Prosodie nicht gewöhnt ist. Der Spruch selbst aber:
"schlechter Umgang verdirbt gute Sitten", ist ein hellenischer Gemeinplatz, den niemand
aus Büchern lernte. Vielmehr hat sich Paulus denselben wohl gelegentlich auf der Strasse
aufgelesen, wie den unmittelbar vorhergehenden Satz seines Briefes: "Lasset uns essen und
trinken, denn morgen sind wir tot", den er auf dem Sockel der Sandansäule des
benachbarten Anchiale gesehen haben dürfte".
vrgl. Weisheit Salomos 4, 12: "Denn die bösen Exempel verführen und
verderben einem das Gute".—

1. Kor. 15, 55 lesen wir:
Tod, wo ist dein Stachel!
(Hölle, wo ist dein Sieg!)
und 16, 22 nach der Vulgata, wo jedoch "sit anathema" steht:
Anathema sit (er sei verflucht)!
Bei Luther heisst es: "Der sei Anathema".—

Der 2. Korintherbrief bietet 3, 6:
(Denn) der Buchstabe tötet, aber der Geist machet lebendig;
daher wir auch, vom eigentlichen Sinne abweichend, sagen:
Der tote Buchstabe.—

2. Kor. 9, 7 steht:
Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.—

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11, 11 und 12, 2 (vrgl. Galater 1, 20) steht:
Gott weiss es.—

Aus 2. Kor. 11, 26 (vrgl. Galater 2, 4) citieren wir:
Falsche Brüder.—

Mit aus 2. Kor. 12, 2 "derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel"
mag der Ausdruck für den höchsten Grad freudiger Erregung herrühren:
Im siebenten Himmel sein.
Aber er fliesst auch noch aus anderen Quellen. Abraham Geiger sagt in
seiner gekrönten Preisschrift "Was hat Mohammed aus dem Judentum
aufgenommen"? (Bonn 1833, S. 65-66): "Die Anzahl der Himmel wurde
ihm wohl von den Juden überliefert, und ihre Ansicht von sieben Himmeln,
welche durch die verschiedenen Namen, die vom Himmel angegeben sind,
herrührt, ging auch auf ihn über". Diese "sieben Himmel" werden im Koran
Sure 2, 17, 40, 65, 67, 71 erwähnt, werden Sure 23 "sieben Wege" und Sure
78 "sieben Vesten" genannt, und es wird angenommen, dass in der Nacht
Alkadar, vom 23. zum 24. des Monats Rhamadan der Koran durch den
Engel Gabriel aus dem siebenten Himmel herabgebracht wurde.—

2 Kor. 12, 7 lautet: ". . auf dass ich mich nicht der hohen Offenbarung
überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, nämlich des Satans Engel,
der mich mit Fäusten schlage . . .—" Daher sagen wir:
ein Pfahl im Fleisch.—

Nach Galater 6, 9 (vrgl. 2. Thess. 3, 13): "Lasset uns aber Gutes thun und
nicht müde werden", sagen wir:
Nicht müde werden, Gutes zu thun.—

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Epheser 4, 23: "Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths"; 24: "Und
ziehet den neuen Menschen an . . ." (vrgl. Colosser 3, 9-10) verdanken wir
das Wort:
Einen neuen Menschen anziehen.—

Aus Epheser 6, 6: "(Ihr Knechte, seid gehorsam) nicht mit Dienst allein vor
Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi"
stammt
Augendienerei.—

Epheser 6, 16 u. 17 entnehmen wir den
Schild des Glaubens
und das
Schwert des Geistes.—

Philipper 2, 14 (vrgl. 1. Petri 4, 9 "ohne Murmeln") lesen wir:
(Thut alles) ohne Murren (und ohne Zweifel).—

Philipper 4, 3 schreibt P a u l u s von seinen Gehülfen, "welcher Namen sind
in dem
Buch des Lebens".
Hiermit ist das 2. Mos. 32, 32 erwähnte "Buch" gemeint, in dem der Herr
die Gerechten anschreibt und aus dem er die Sünder tilgt (vrgl. Psalm 69,
29; Daniel 12, 1; Luk. 10, 20; Offenb. 3, 5; 13, 8; 17, 8; 20, 12 u. 15; 21,
27). Ebräer 12, 23 spricht mit Bezug auf dieses "Buch" von "der Gemeine
der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind", daher uns die
Wendung kommt:
Gut (oder schlecht) angeschrieben sein.—

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Nach 1. Thessalonicher 5, 2 (vrgl. Matth. 24, 42-44; Luk. 12, 39 und 2.
Petri 3, 10) soll der Tag des Herrn
Wie ein Dieb in der Nacht kommen.—

1. Thess. 5, 21: "Prüfet aber alles, und das Gute behaltet" wird citiert in der
Form:
Prüfet alles, und behaltet das Beste.—

Auf 1. Thess. 5, 22: "Meidet allen bösen Schein" beruht:
Den Schein vermeiden.—

Der 2. Brief an die Thessalonicher enthält 3, 10:
So jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen.—

Im 1. Briefe an Timotheus steht
1, 19:
am Glauben Schiffbruch erlitten haben;
5, 6:

Page 126

lebendig todt,
6, 5:
Schulgezänk(e),
womit Luther παραδιατριβαί übersetzt:
6, 10:
Geiz ist eine Wurzel alles Übels;
6, 12 (vrgl. unt. "Goethe": "Dieser ist ein Mensch gewesen" u. s. w.):
"Kämpfe den guten Kampf des Glaubens", wonach wir von
Glaubenskämpfen
reden und davon, dass wir
Einen guten Kampf kämpfen
oder (nach 2. Tim. 4, 7 s. unter "Dieser ist ein Mensch gewesen . .")
Einen guten Kampf gekämpft haben.—

Im Briefe an Titus 1, 15 schreibt P a u l u s:
Den Reinen ist alles rein.
(2. Samuelis 22, 27 und Psalm 18, 27 heisst es: "Bei den Reinen bist du
rein".)—

1. Petri 4, 7 steht: "Das Ende aller Dinge" und Sirach 40, 25 (vrgl. Jes. 62,
11; 49, 6; Jer. 25, 30; Sacharja 9, 10; Matth. 28, 20): "Bis ans Ende der
Welt" und Apostelg. 13, 47; "Bis an's Ende der Erde". Hiernach sagen wir
mit König Georgs V. von Hannover Proklamation von 1865 aus Anlass des
fünfzigjährigen Besitzes von Ostfriesland:
Bis an's Ende aller Dinge.—

1. Petri 5, 8 heisst es:

Page 127

(Der Teufel) gehet umher wie ein brüllender Löwe, (und suchet,
welchen er verschlinge).—

Nach 2. Petri 2, 18: ". . . sie reden stolze Worte, da nichts hinter ist . . ."
sagen wir:
Es ist Nichts dahinter.—

1. Johannes 2, 18; 4, 3; 2. Joh. 7 wird im griechischen Text der Bösewicht
ὁ ἀντίχριστος,
der Antichrist,
genannt. Luther übersetzt "Widerchrist", doch giebt er Daniel 12 die
Überschrift "Vom Antichrist" und Off. Joh. 17: "eine Beschreibung des
antichristlichen Reichs".—

1. Joh. 2, 19 steht:
Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns;
und 5, 19:
Die (ganze) Welt lieget im Argen.—

Ebräer 1, 14 finden wir:
Dienstbare Geister.—

Nach Ebräer 4, 12: ". . das Wort Gottes ist schärfer denn kein zweischneidig
Schwert und durchdringet, bis dass es scheidet . . . Mark und Bein" sagen
wir:
Mark und Bein durchdringend.—

Page 128

Ebräer 10, 27 lautet: "(so wir muthwillig sündigen . . . haben wir . . .) ein
schreckliches Warten des Gerichts und des
Feuereifers,
der die Widerwärtigen verzehren wird".—

Ebräer 12, 4 lautet: "ihr habt noch nicht
bis aufs Blut
widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde".—

Aus Ebräer 13, 14 entlehnen wir:
keine bleibende Stätte (wörtlich: Stadt) haben.—

Und Ebräer 13, 16 lesen wir:
Wohlzuthun und mitzutheilen (vergesset nicht).—

Jacobus 1, 22-23 steht geschrieben: "Seid . .
Thäter des Worts
und nicht Hörer allein . . . . Denn so jemand ist ein
Hörer des Worts
und nicht ein Thäter; der ist gleich einem Manne, der sein leibliches
Angesicht im Spiegel beschauet".—

Seine Zunge im Zaum halten
sagen wir nach Jacobus 1, 26: "So aber sich jemand unter euch lässt
dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern
verführet sein Herz: dess Gottesdienst ist eitel".—

Page 129

Jakobus 3, 7 lesen wir: ". . . alle Natur der Thiere und der Vögel und der
Schlangen und der
Meerwunder
werden gezähmet und sind gezähmet von der menschlichen Natur".—

Sub reservatione Jacobea,
das heisst: "unter dem Vorbehalt, wie ihn Jakobus macht", beruht auf
Jacobus 4, 15: "So der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das
thun".—

Weil sich "der Herr" Jesaias 41, 4; 44, 6 und 48, 12 "der Erste und der
Letzte" nennt, schreibt ihm die Offenbarung Johannis 1, 8 u. 11; 21, 6; 22,
13 das Wort zu: "Ich bin
das A und das O",
was sich daraus erklärt, dass A (Alpha) der erste und O (Omega) der letzte
Buchstabe des griechischen Alphabets ist. Heute bedeutet dies soviel wie:
"Alles in Allem", "das Wichtigste und Liebste", "Anfang und Ende".—
Getreu bis in den Tod
ist entlehnt aus Offenb. 2, 10: ". . sei getreu bis in den Tod, so will ich dir
die Krone des Lebens geben".—

Offenb. 3, 15-16 lesen wir: "Ich weiss deine Werke, dass du
weder kalt noch warm
bist. Ach dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber
lau
bist, und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem
Munde".—

Offenb. 4, 8, sowie 14, 11 heisst es:

Page 130

keine Ruhe Tag und Nacht,
was in der Form:
keine Ruh' bei Tag und Nacht
in M o s c h e r o s c h s "Totenheer" (1643) S. 203 der D i t t m a rschen
Ausgabe und ferner in dem D a p o n t eschen Text der Mozartschen Oper
"Don Juan" vorkommt.—

Offenb. 5, 1-6 steht:
ein Buch (geschrieben inwendig und auswendig, versiegelt) mit
sieben Siegeln,
was für ein schwer verständliches Buch, wie überhaupt für alles schwer
Verständliche angewendet wird.—

Offenb. 6, 1 findet sich: "Und ich hörete der vier Thiere eins sagen, als
mit einer Donnerstimme:
komm, und siehe zu".—

Wenn man sagen hört, dass jemand
auf einem faulen Pferde,
d. h. auf schlimmen Wegen der Hölle, ertappt worden sei, so ist dies
missverständlich gesetzt für: "auf einem fahlen Pferde" von denen, welche
die Quelle des Worts nicht kennen. In der Offenb. 6, 8 steht: "Und ich sahe,
und siehe, ein fahl Pferd und der darauf sass, dess Name hiess Tod und die
Hölle folgte ihm nach".—
Offenb. 14, 13 spricht der Geist zu Johannes von denen, die in dem Herrn
sterben: dass sie ruhen von ihrer Arbeit; denn
ihre Werke folgen ihnen nach.—
In der Offenbarung Johannis 15, 7 heisst es: "sieben güldene Schalen voll
Zorns Gottes", und 16, 1: "giesset aus die Schalen des Zorns Gottes",

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woraus wir entnommen haben:
die Schale des Zorns ausgiessen.—
Aus Offenb. 20, 2-3: "und er griff den Drachen, die alte Schlange, welche
ist der Teufel und der Satan, und band ihn tausend Jahre und warf ihn in den
Abgrund und verschloss ihn und versiegelte oben darauf, dass er nicht mehr
verführen sollte die Heiden, bis dass vollendet würden tausend Jahr; und
darnach muss er los werden eine kleine Zeit", so wie aus 20, 7: "Und wenn
tausend Jahre vollendet sind, wird der Satanas los werden aus seinem
Gefängnis" ward entwickelt:
Der Teufel ist los.—
Das in den Psalmen und im Habakuk vorkommende Wort "Sela" bezeichnet
ein Finale im musikalischen Vortrage und daher sagen wir, wenn wir mit
einer Sache glücklich zu Ende kamen:
Abgemacht! Sela!

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II.

Geflügelte Worte aus Sagen und Volksmärchen.
Aus den Sagen und Volksmärchen citieren wir dauernd eine Anzahl
Ausdrücke und Namen, deren Auftauchen zu erforschen nicht ohne Reiz ist.
In H o m e r s "Iliade" (3, 6) heisst es von den Kranichen:
"ἀνδράσι Πυγμαίοισι φόνον καὶ κῆρα φέρουσαι",
"welche Verderben und Tod darbringen Pygmäischen Männern".
Diese klassischen Däumlinge (wörtlich: "Fäustlinge"), die
Pygmäen,
wurden uns zum spasshaften Symbol für die Auflehnung kleiner Geister
gegen Geistesheroën, weil sie den Tod des Riesenbruders Antaeus (s.
weiterhin) am Herkules zu rächen gedachten und gegen den schlafenden
Halbgott zu Felde zogen, d. h. auf seinen Gliedern herumkrabbelten und
sein Haupt in Belagerungszustand versetzten, ohne ihn im mindesten zu
schädigen. Der Gewaltige wachte auf, lachte, sammelte all die kleinen
Helden in sein Löwenfell und brachte sie seinem Arbeitgeber Eurystheus.
(Vrgl. P h i l o s t r a t, "Icon." 2, 22.—Frans de Vriendt, gen. Floris, der "niederländische
Rafaël", 1520-1570, zeichnete diese Scene, und H. Cock verbreitete das Blatt durch den
Kupferstich.)—

Eine anmutige Mundschenkin nennen wir eine

Hebe

nach H o m e r ("Il." 4, 2), wo beim Zeus den Göttern "πότνια Ἥβη
ἐῳνοχόει"—"die herrliche Hebe Wein einschenkt", welche er ("Od." 11,

Page 133

603) als "καλλίσφυρον"—"die mit den schönen Knöcheln" preist.—

Im H o m e r erscheint uns auch zuerst der "Οὔλυμπος",
Olymp,
ein Berg auf Thessaliens und Macedoniens Grenze, als "Sitz der
Unsterblichen", oder "Göttersitz" ("Il." 8, 456 "ἀθανάτων ἕδος"; "Od." 6,
42-46 "θεῶν ἕδος"). Späteren Dichtern (s. S o p h o k l e s "Frg." 490,
Nauck; A r i s t o p h a n e s "Thesmoph." 1068 ff.; Ve r g i l "Ecl." 5, 56-57)
heisst dann auch das Himmelsgewölbe, auf dem die Götter wohnen,
"Olymp"; während wir damit die obersten Sitzreihen im Theater wohl
deswegen bezeichnen, weil sie dem wolken- und götterreichen Plafond
zunächst liegen.—

Ganymed
ist uns das Urbild eines erfreulichen Mundschenken nach H o m e r s
Schilderung ("Il." 20, 232 ff.):
"... ἀντίθεος Γανυμήδης
ὃς δὴ κάλλιστος γένετο θνητῶν ἀνθρώπων
τὸν καὶ ἀνηρείψαντο θεοὶ Διὶ οἰνοχοεύειν
κάλλεος εἵνεκα οἷο, ἵν'ἀθανάτοισι μετείῃ".
"Ganymedes, den Göttern vergleichbar,
Welcher der Schönste war von allen sterblichen Menschen;
Ihn ja rafften die Götter empor, Zeus' Becher zu füllen,
Wegen der schönen Gestalt, dass er lebe mit ewigen Göttern".—

Bei H o m e r ("Il." 24, 25-30) findet sich auch die erste Hindeutung auf
Das Urteil des Paris,
das zu unzähligen Darstellungen verwertet ward und noch heut citiert wird,
wo es gilt, einen Streit um Frauenschönheit zu entscheiden. Here und
Athene zürnten Ilion wegen der frevelhaften Verblendung des Alexandros
(Paris),

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"ὃς νείκεσσε θεὰς, ὅτε οἱ μέσσαυλον ἵκοντο,
τὺν δ' ᾔνησ' ἥ οἱ πόρε μαχλοσύνην ἀλεγεινήν",
"welcher die Göttinnen schmähte, als ihm ins Gehöfte sie kamen,
und die pries, die zum Lohn ihm verderbliche Üppigkeit anbot".
nämlich Aphrodite, der er als der Schönsten den Apfel gab (vrgl.
E u r i p i d e s "Hec." 633, "Troad." 930). Die Vorgeschichte hierzu liefert
L u c i a n ("dial. marin." 5; vrgl. in des Proclus "Chrestomathie": "Kyprien",
wo der Apfel noch unerwähnt ist) also:
Die zur Hochzeit des Peleus und der Thetis nicht gebetene Eris (Discordia,
Göttin der Zwietracht) rollte einen goldenen Apfel mit der Aufschrift "Die
Schöne soll mich bekommen" dahin zwischen die Gäste, wo Here, Athene
und Aphrodite weilten, die alsbald in Zwist gerieten, welcher von ihnen der
Apfel gebühre. Für ein Streitobjekt entnehmen wir daraus den bildlichen
Ausdruck:
Apfel der Zwietracht, Zankapfel, Erisapfel,
der uns zuerst bei J u s t i n u s (XII, 15; XVI, 3) als "malum Discordiae"
und "Discordiae malum" begegnet[14]. Dieser Zwist der Göttinnen rief dann
eben das den trojanischen Krieg entfesselnde "Urteil des Paris" hervor, das
"iudicium Paridis" (s. Kap. XI: Vergil "Aen." 1, 27).—
[14] J u s t i n u s (2. Jahrh. n. Chr.) excerpierte den P o m p e i u s T r o g u s (um 20 v.
Chr.), der also schon das Wort gebraucht haben mag.

Ein unzertrennliches Freundespaar nennen wir
Orest und Pylades
nach den beiden Vettern, Freunden und Schwägern, deren gemeinsame
Rache an Aegisth und Klytemnestra wegen Agamemnons Ermordung des
Hagias v o n T r o e z e n "Heimkehr" schilderte (s. Proclus:
"Chrestomathie"). Als bester Freund und Waffengefährte des Orest beim
Rachezug und bei Iphigeniens Heimführung begegnet uns dann Pylades bei
A e s c h y l u s ("Choëph." 557), bei S o p h o k l e s ("Elektra" 15) und bei
E u r i p i d e s ("Orest." 388, 705-712, 773, 779 ff., 859 ff, 927 ff, 991 ff,
1042-1076, 1370 ff, 1586-7; "Elektra" 82-85, 835-837, 870-879; "Iphig.
Taur." 94 ff, 296-300, 307 ff, 469, 570-579, 621, 643-691, 868). Darum

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spricht C i c e r o ("de fin." 2, 26) von "Pyladeïscher Freundschaft"
("Pyladea amicitia"). Am berühmtesten ist der Beiden edler Wettstreit,
welcher von ihnen sterben soll (s. E u r i p i d e s "Orest." 1046-1076; "Iphig.
Taur." 570-579, 621, 643-679 und danach M. P a c u v i u s, den C i c e r o
"Laelius" 2, 24 citiert; vrgl. C i c . "de fin." 2, 24 und O v i d "ex Pont." 3, 2,
85-86).—

Für ein vielgestaltiges wandelbares Wesen gab uns der Meergott
Proteus (Πρωτεύς)
den Namen. H o m e r singt ("Od." 4. 416-418 u. 456-458) zuerst von dessen
Fähigkeit, sich in Alles zu verwandeln, was auf Erden webt und lebt, um
nicht Rede stehen zu müssen.—

Einen himmlischen Aufenthalt nennen wir ein
Elysium
nach H o m e r s "Odyssee" 4, 565-568, an welcher Stelle der überwältigte
Proteus dem Menelaos das "an der Erde Grenzen" liegende "Elysische
Gefilde" ("Ἠλύσιον πεδίον") also ausmalt:
"τῇ περ ῥηίστη βιοτὴ πέλει ἀνθρώποισιν·
οὐ νιφετός, οὔτ' ἂρ χειμὼν πολὺς οὔτε ποτ' ὄμβρος,
ἀλλ' αἰεὶ Ζεφύροιο λιγὺ πνείοντος ἀήτας
Ὠκεανὸς ἀνίησιν ἀναψύχειν ἀνθρώπους".
"Wo in behaglicher Ruhe den Menschen das Leben dahinfliesst:
Dort ist kein Schnee, kein schneidender Sturm, kein strömender
Regen,
Sondern der Ocean sendet empor zur Erquickung der Menschen
Immer den luftigen Hauch des frischhinwehenden Zephyrs".—

Nektar und Ambrosia
als "Göttertrank und Götterspeise" finden wir bei H o m e r ("Od." 5, 93;
vrgl. 5, 199-201), wo Kalypso Hermes den Tisch deckt:

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"ἀμβροσίης πλήσασα, κέρασσε δὲ νέκταρ ἐρυθρόν
αὐτὰρ ὁ πῖνε καὶ ἦσθε διάκτορος ἀργειφόντης".
"Füllte Ambrosia auf und mischt' ihm rötlichen Nektar;
Hierauf ass er und trank, der argostötende Bote".
Sonst wurde Ambrosia auch oft als Trank oder als Salböl der Götter angesehen.—

Ein durch dämonischen Zauber fesselndes Weib nennen wir eine
Circe
nach H o m e r ("Od." 10, 210 ff.), wo die Göttin Κίρκη, die lockige und
ränkevolle, den Odysseus zur Liebe verleitet; obwohl er sie fürchtete, weil
sie seine Gefährten in Schweine verwandelt hatte.—

Von den Enkeln Neptuns, den Riesenbrüdern Otos und Ephialtes,
überliefert H o m e r ("Od." 11, 305-320), dass sie die Götter also bedrohten:
"Ὄσσαν ἐπ' Οὐλύμπῳ μέμασαν θέμεν, αὐτὰρ ἐπ' Ὄσσῃ
Πήλιον εἰνοσίφυλλον, ἵν' οὔρανος ἄμβατος εἴη".
"Ossa zu höh'n auf Olympos gedachten sie, aber auf Ossa
Pelion, rege von Wald, um hinauf in den Himmel zu steigen".
Apoll aber tötete vorher die Überkühnen. Für ein gewaltiges, gleichsam
Himmel und Erde bewegendes Beginnen brauchen wir daher das Wort:
Den Pelion auf den Ossa stülpen oder türmen wollen.—

Im H o m e r ("Od." 11, 582-92) berichtet Odysseus vom Tantalus, er
habe ihn in der Unterwelt zur Büssung seiner Frevel bis zum Knie im
Wasser stehend gefunden, das hinwegschwand, sowie er sich zum Trinken
neigte, während die Fruchtzweige zu seinen Häupten vom Winde entführt
wurden, wenn er sich nach ihnen reckte. Für die Qualen unbefriedigten
Verlangens bildete sich daher das Wort
Tantalusqualen.—

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Weiterhin (593-600) erzählt Odysseus, dass er in der Unterwelt auch den
Sisyphus sah, welcher dort zur Strafe für seine Erdensünden ein immer
wieder herabrollendes Felsstück (s. Kap. X: "Hurtig mit Donnergepolter"
u. s. w.) immer von neuem einen Berg hinaufzuwälzen hatte. Danach
nennen wir, wie P r o p e r z (3, 8: "Sisyphios labores") eine mühevolle und
ergebnislose Arbeit eine
Sisyphusarbeit.—

Circe warnt im H o m e r ("Od." 12, 39 ff.) den Odysseus vor den
Sirenen, jenen beiden zauberisch singenden Wesen, die den Schiffer Weib
und Kind vergessen machten, ihn an sich lockten und töteten. Hiernach
nennen wir ein liebreizendes, durch Schmeicheltöne ins Verderben
lockendes Weib eine
Sirene
und sprechen von bezauberndem
Sirenengesang
und von einer verführerischen
Sirenenstimme.—

Ein Wesen, das uns zu raten giebt, nennen wir eine
Sphinx;
denn die thebanische Sphinx, welche nach C i n a e t h o s, des Milesiers,
"Oedipodie" (s. P r o c l u s "Chrestomathie") keine "Bestie" ("θηρίον"),
sondern eine "Wahrsagerin" ("χρησμολόγος"), nach anderen jedoch
(A p o l l o d o r III, 5, 8) ein Geschöpf war mit Weibsgesicht, Löwenkörper
und Vogelflügeln, diese Sphinx, die H e s i o d ("Theog." 326) "Echidnas
und Orthys' Tochter", "die furchtbare" ("ὀλοήν") und "ein Verderben für die
Kadmeer" ("Καδμείοισιν ὄλεθρον") nennt, sie gab den Thebanern Rätsel
auf und tötete deren viele, die an der Auflösung verzagten, bis Oedipus auf
ihre Frage: "Wer ist morgens vierbeinig, mittags zweibeinig, abends

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dreibeinig?" die kluge Antwort: "der Mensch" zu geben wusste, worauf sie
sich selbst (oder er ihr) das Leben nahm.
Belegstellen s. bei Heyne zu A p o l l o d o r a. a. O. u. ferner: A e s c h y l u s "Sieb. geg.
Th." 526, 543; S o p h o k l e s "Oedip. tyr." 1179; E u r i p i d e s "Phoen." 6, 745, 784ff.,
1297, 1442ff., 1668ff.; H y g i n . 67; A u s o n i u s "Griphus" 38-41 u. a. m.—

Nach dem h o m e r i s c h e n Hymnus auf Apoll (285-289) baute sich
dieser Gott der Musen und Dichter am Fusse des "Πάρνησος",
Parnass
(Berg in Phokis) einen Tempel. Auch der "Ἑλικών,"
Helikon
(Berg in Böotien) ist Aufenthalt der Musen, die dort tanzen und sich in der
Quelle "Ἱππουκρήνη,"
Hippokrene
baden (H e s i o d "Theog." 1 ff.). Diesen Musenquell liess der Hufschlag
des als Spross Neptuns und der Medusa von der Erde zu den Göttern
schwebenden Flügelrosses
Pegasus
(H e s i o d "Th." 284: "Πήγασος ἵππος") entspringen (O v i d "Met." 5, 257:
"Dura Medusaei quem praepetis ungula rupit") und wer sich mit dem
Wasser dieses "Rossquells" "die Lippen netzte", d. h. wer daraus trank,
wurde ein Dichter (s. P e r s i u s "Prolog.": "Nec fonte labra prolui
caballino" und andere Stellen bei J. Mallet "Quaestiones Propertionae"
Gött. 1882 S. 4-7, wo nachgewiesen wird, dass diese Vorstellung auf
alexandrinische Dichter zurückgeht).—

Im H e s i o d ("Theog." 227) begegnet uns zuerst die Tochter der Eris,
Lethe (Λήθη, die Vergessenheit). Der mythische Fluss
Lethe
wurde nach ihr benannt und aus diesem,

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aus dem Strom der Vergessenheit trinken
die abgeschiedenen Seelen, die vom Elysium zu verklärtem Dasein
übergehen (vrgl. Ve r g i l "Aen." 6, 714-715: "Lethaei ad fluminis undam
. . . longa oblivia potant").—

H e s i o d ("Theog." 313) erwähnt zuerst die Tochter Typhons und
Echidnas, "Ὕδρην ... λύγρ' εἰδυῖαν Λερνειήν", "die Verderben brütende,
Lernaeische
Hydra oder Hyder",
wozu der Scholiast (p. 257) treffend bemerkt, sie versinnbildliche das Böse,
das immer wieder sein Haupt erhebt, so sehr man es auch vernichten will.
Herkules tötete aber die Hydra, obgleich nach A p o l l o d o r (II, 5, 2) "μιᾶς
κοπτομένης κεφαλῆς δύο ἀνεφύοντο", "ihr zwei Köpfe wiederwuchsen,
wenn einer abgehauen war".
Vrgl. O v i d "Met." 9, 71-74. Die Zahl ihrer Häupter wird verschieden angegeben. Vrgl.
P i s a n d e r aus Kamiros bei Pausan. II, 37. p. 399, 400; A l c a e u s beim Scholiasten zu
Hesiod, a. a. O.; E u r i p i d e s "Herc. fur." 419; D i o d o r 4, 21; H y g i n . "Fab." 30.—

Von H e s i o d (9. Jahrh. v. Chr.) wird auch zuerst
die goldene Zeit
oder: das goldene Zeitalter
erwähnt ("Werke und Tage" 109-123). Es ist das saturnische Zeitalter
gemeint, "wo die Menschen sorglos ohne Arbeit und Weh dahinlebten, wie
die Götter, ohne Altersbeschwer, immer tafelfreudig, und starben, als
schliefen sie ein; wo der Acker von selbst Frucht trug" u. s. w.
Vrgl. A r a t u s "Phaenomena" 96-106; T i b u l l 1, 3, 35; O v i d "Amor." 3, 8, 40; "Met." 1,
89-112; d. Verf. d. "Aetna" V. 9 u. C l a u d i a n "Lob d. Stilicho" 1, 85.—S.: Eichhoff in
"Fleckeisens Jahrb. f. Philol. u. Pädag." 120, 581. Viele einschlagende Stellen der alten
Komödiendichter giebt A t h e n a e u s 6 p. 267 E.-270 A. Auch schrieb E u p o l i s ein
"χρυσοῦν γένος".—

In der attischen Komödie des fünften Jahrhunderts v. Chr. finden wir
unter anderen Zügen der "goldenen Zeit" bei K r a t e s (s. Athenaeus

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a. a. O.): "παρατίθου τράπεζα"—"Tisch, decke dich!", dem wir im
deutschen Märchen wieder begegnen als
Tischlein, decke dich!—
T e l e k l e i d e s aber singt (ebenda): "ὀπταὶ κίχλαι μετ' ἀμητίσκων εἰς τὴν
φάρυγ' εἰσεπέτοντο"—"Gebratene Krammetsvögel mit kleinen Kuchen
flogen Einem in den Schlund hinein"; während sie nach P h e r e k r a t e s
(ebenda), sehnsüchtig verspeist zu werden, Einem "περὶ τὸ στόμ'
ἐπέτοντο"—"um den Mund herumflogen". Der gleichen Vorstellung
entsprang unser:
Gebratene Tauben, die Einem ins Maul fliegen,
von denen schon 1536 H a n s S a c h s ("Gedichte", Nürnb. 1558, S. 544)
in seinem "Schlaweraffen Landt" weiss, so wie das in "les navigations de
Panurge" (in d. 1547 zu Valence ersch. Nachdruck d. "Gargantua u.
Pantagruel" von Rabelais) vorkommende:
Il attend, ques les alouettes lui tombent toutes rôties
(er erwartet, dass ihm die Lerchen ganz gebraten herabfallen).—
Das Märchen vom Lande der Faullenzer (mittelhochdeutsch "slur"), bei uns
Schlaraffenland
genannt, ist den europäischen Völkern gemeinsam. "Das Schluraffenlandt"
heisst es 1494 in Sebastian B r a n t s "Narrenschiff" (Zarncke, S. 104),
während es bei Hans S a c h s (a. a. O.) "Schlaweraffen Landt" und
"Schlauraffenlandt" lautet (s.: J. Pöschel in "Beitr. z. Gesch. d. deutschen
Spr. u. Lit." Bd. 5, Halle 1878 u. F. Liebrechts Nachträge dazu in Gräbers
"Zeitschr. f. roman. Philol." 3, 127).—

Aus H e s i o d ("W. u. T." 94 ff.) entnehmen wir ferner das beliebte Wort
für etwas Unheilbergendes und Unheilausströmendes:
Büchse der Pandora oder Pandorabüchse.
Die Menschen, so erzählt er, lebten, bevor Zeus ihnen zur Strafe für den
Feuerdiebstahl des Prometheus die Pandora mit der schreckensvollen

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Büchse sandte, ohne Drangsal, Krankheit und Alter;
"ἀλλὰ γυνὴ χείρεσσι, πίθου μέγα πῶμ' ἀφελοῦσα,
ἐσκέδασ' ἀνθρώποισι, δ' ἐμήσατο κήδεα λυγρά"
"Aber das Weib hob ab von der Büchse den mächtigen Deckel,
Streute mit Händen daraus: für die Menschheit sann sie auf
Trübsal".
Nur die Hoffnung blieb tückisch in der Büchse zurück.—

Auch besingt H e s i o d ("Theog." 311) zuerst den
"Κέρβερον ὠμηστὴν, ἀίδεω κύνα χαλκεόφωνον,
πεντηκοντοκάρηνον, ἀναιδέα τε κρατερόν τε ..."
"Cerberus, der rohes Fleisch frisst, den Höllenhund mit der ehernen
Stimme, den fünfzigköpfigen, frechen und starken", dessen Wächteramt vor
den Thoren des Hades Ve r g i l ("Aen." 6, 417 ff.) u. a. schildern. Wir
nennen daher einen grimmigen Thürhüter einen
Cerberus.—

Im A e s c h y l u s (525-456 v. Chr.) finden wir zuerst den Argus
("Ἱκέτιδες" 805), welcher die von der eifersüchtigen Juno in eine Kuh
verwandelte Io zu hüten hatte, erwähnt als "den Alles sehenden
Wächter"—"τὸν πάνθ' ὁρῶντα φύλακα". Daher nennen wir scharfe
aufmerksame Augen
Argusaugen.—

Die Gelegenheit beim Schopf oder bei der Stirnlocke fassen
citieren wir aus dem griechischen Mythus, nach welchem der durch I o n
v o n C h i o s ( † 422 v. Chr.) besungene, in Olympia als Gott verehrte
(P a u s a n i a s, V 14) Kairos (Καιρός, Occasio, die günstige Gelegenheit)
mit lockigem Vorhaupt und kahlem Nacken im Davonfliegen geschildert
wurde, da man die gute Gelegenheit hintennach zu spät ergreift. So

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beschreibt ihn uns (um 280 v. Chr.) im 13. Epigramm P o s i d i p p ("Griech.
Anthologie" IV) als vom L y s i p p plastisch dargestellt.
A u s o n i u s (Epigr. 12) nennt nur deshalb P h i d i a s als den Meister, weil ihm dessen
Name besser in den Vers passt. Vrgl. auch P h a e d r u s ("Fab." V, 8) und K a l l i s t r a t
("Stat." 6).—

Aus S o p h o k l e s (496-406 v. Chr.) erfahren wir ("Trach." 549 ff.), dass
der wegen seines Angriffs auf Deïanira von deren Gatten Herkules durch
einen Giftpfeil getötete Kentaur Nessus der Begehrten sterbend riet, sein
Blut als Liebesmittel aufzubewahren, damit sie den Herkules dauernd an
sich fesseln könne. Als dieser sich nun in Iole verliebte, sandte ihm die
Gattin ein mit dem giftigen Blute bestrichenes Opferhemd. Herkules zog es
an und verfiel in so rasenden Schmerz, dass er den Flammentod wählte.
Daher gilt uns als etwas die höchste Pein Verursachendes das
Nessushemd.—

Grundloses, plötzliches Entsetzen nennen wir, wie die Alten, einen
panischen Schrecken,
oder, nach dem französischen "panique", eine
Panik;
denn Griechen und Römer führten den im Heerlager durch blinden Lärm
hervorgerufenen nächtlichen Schrecken (seltener den bei Tage) auf Pan
zurück. Im p s e u d o e u r i p i d e ï s c h e n "Rhesus" (36 ff.) fragt Hektor
den Chor, der ihn nachts zu den Waffen ruft:
"ἀλλ' ἦ Κρονίου Πανὸς τρομερᾷ
μαστίγι φοβεῖ, φυλακὰς δὲ λιπών
κινεῖς στρατιάν;"
"Sag', bist du erschreckt von dem schwirrenden Schwung
Der Geissel des Pan, des Kroniden, und liess'st
Den Posten im Stich, erregend das Heer?"

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E r a t o s t h e n e s ("Katast." 27) meldet vom Pan, er habe durch Blasen auf einer
Seemuschel die Titanen in die Flucht gejagt, und H y g i n ("Poet. Astr." 2, 28) lässt ihn
dasselbe durch Werfen mit Muscheln erreichen. Va l e r i u s F l a c c u s (3, 46) hingegen
besingt den nächtlichen Schrecken, den Pans Stimme verbreitet, und P l u t a r c h ("Is. u.
Osir." 14) erwähnt die durch Pane und Satyrn in Ägypten erregten "panischen Schrecken"
("ταραχὰς πανικάς"); während P o l y a e n u s ("Strateg." 1, 2) die Feinde des bacchischen
Heeres durch Pans wildes, vom Echo vermehrtes Geschrei in die Flucht treiben lässt (vrgl.
Auct. "de incredibilibus" 11, ed. Teucher 1796). Die 11. "o r p h i s c h e H y m n e" nennt
Pan (7):

"φαντασιῶν ἐπαρωγέ, φόβων ἔκπαγλε βροτείων",
"Bringer der Schreckphantasie'n, Erreger der menschlichen Ängste",
(23)

"Πανικὸν ἐκπέμπων οἶστρον ἐπὶ τέρματα γαίης",
"Bis zu den Grenzen der Erd' entsendend das panische Rasen".
Und nicht allein Dichter und Mythographen, auch Geschichtsschreiber wissen davon zu
erzählen.
X e n o p h o n ("Anab." 2, 2) und A e n e a s T a c t i c u s (27) geben verschiedene Mittel
an, nachts im Lager die Mannszucht aufrecht zu erhalten, damit nicht der "panische
Schrecken" um sich greife. Dies muss sehr nötig gewesen sein; denn P a u s a n i a s (10, 23)
berichtet über die von den Macedoniern geschlagenen Gallier unter Brennus: "In der Nacht
befiel sie ein panischer Schrecken ("φόβος Πανικὸς") . . . sie glaubten Pferdegetrappel zu
hören und den Feind zu sehen und huben an, sich in ihrer Verblendung untereinander
anzugreifen und zu töten".
Die Römer schrieben nach D i o n y s v o n H a l i k a r n a s s (5, 16) dem Faunus die
Eigenschaften Pans zu, Phantome, seltsame Geräusche und Schrecken ("τὰ Πανικά")
nachts im Heerlager hervorzurufen. C i c e r o bringt das Wort stets in griechischer Form
("πανικός" sc. "φόβος" u. "πανικά" sc. "δείματα") und bezieht es einmal ("Att." 5, 20) auf
den Kriegsschrecken, sonst ("Att." 14, 3; 16, 1; "Ad. fam." 16, 23) auf leere
Schreckversuche oder Schreckensgerüchte anderer Art. In Hirts "Bilderbuch" (II, S. 160,
Vign. 4) findet sich die Abbildung eines antiken Terracottareliefs, das den "panischen
Schrecken" darstellt.—

Aus der alten, im pseudoplatonischen "Axiochus" (371 e) und in des
A e s c h i n e s "Dialogen" (3, 21) flüchtig berührten, uns erst von
H y g i n u s (168) erzählten Mythe, dass die Töchter des Danaus,
ausgenommen Hypermnestra, zur Strafe des Gattenmordes verdammt
waren, in der Unterwelt beständig Wasser in ein leckes Fass zu schöpfen,
entwickelte sich das sprichwörtliche Bild für Verschwendung "ὁ τετρημένος
πίθος", "das durchlöcherte Fass" (s. A r i s t o t e l e s "Oekon." 1, 6) und für

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vergebliche Arbeit "εἰς τὸν τετρημένον πίθον ἀντλεῖν", "in das
durchlöcherte Fass schöpfen" (s. X e n o p h o n "Oekon." 7, 40). L u c i a n
nennt dieses Fass zuerst ("Hermot." 61): "ὁ τῶν Δαναίδων πίθος".
Das Fass der Danaïden
füllen zu wollen, ist uns daher ein Bild bodenloser Anstrengung und
Vergeudung.—

"Ζεὺς ὑέτιος", "Zeus der Regenspender" tritt uns zuerst im
A r i s t o t e l e s ("de mundo" 7) entgegen. Die Griechen verehrten ihn an
mehreren Orten (s. P a u s a n i a s 2, 19; 9, 39), und er ist auf der
Antoninussäule zu Rom geflügelt dargestellt. Wasserströme fliessen vor
ihm nieder. Im T i b u l l (1, 7, 26) finden wir, dass am Nil "kein dürres Gras
zum Regenspender Zeus (Pluvio Jovi) flehe", wonach wohl Goethe in
"Wanderers Sturmlied" (1771) und im 22. "Epigramm" (Venedig 1790) vom
Jupiter pluvius
singt, den er in Deutschland zum geflügelten Wort gemacht hat.—

A r i s t o t e l e s (Πολιτ. Σαμ. Frg. 523, ed. Rose, vrgl. Tzetzes zu
Lykophron 488) erzählt die Anekdote vom A n c a e u s, dem mythischen
König auf Samos, und dessen Knecht. Ancaeus pflanzte Weinstöcke, und
der Knecht prophezeite ihm, er würde sterben, ehe er Wein davon tränke.
Als nun der Wein reifte, sagte Ancaeus er würde es doch noch erleben; aber
der Knecht orakelte:

Πολλὰ μεταξὺ πέλει κύλικος καὶ χείλεος ἄκρου
Zwischen dem Rande der Lipp' und des Bechers kann Viel sich
ereignen.
Und richtig! Ancaeus wurde von einem Wildschwein getötet, bevor er
seinen Wein getrunken. Dieser Spruch wird auch gern lateinisch citiert:
Multa cadunt inter calicem supremaque labra;
in England sagt man statt dessen:

Page 145

There is many a slip—t'wixt cup and lip;
im französischen "Reinecke Fuchs" lautet V. 5468:
Entre bouche et cuillier—Avient souvent grand encombrier!
und bei uns heisst es nach Fr. K i n d s Gedicht "Ankaeos" (1802 verf.—S.
"Gedichte" v. Fr. K. Lpz. 1817. I, 85):
Zwischen Lipp' und Kelchesrand
Schwebt der finstern Mächte Hand.—

T h e o k r i t (um 250 v. Chr.) schildert zuerst den Liebling der Venus, den
Adonis, als blühend (I, 109), schön (XV, 127), rosig, achtzehn- oder
neunzehnjährig und so flaumbärtig, dass sein Kuss nicht sticht (XV, 85,
128-130). Auch Bion (I, 1, 2, 5, 6, 7, 37, 38, 63, 67, 71, 79, 92), Ve r g i l
("Ecl." 10, 18), P r o p e r z (2, 13, 53), O v i d ("Met." X, 522) und die
a p o l l o d o r i s c h e "Bibliothek" (III, 14, 4) preisen seine Schönheit und
Zartheit. Daher nennen wir einen gar zu schönen jungen Mann einen
Adonis.—

Wenn wir von dem Zauber reden, der die Seele dessen stärkt, der den
Boden der Heimat wieder betritt, so citieren wir gern den mythischen
Beherrscher Libyens, den Riesen
Antaeus,
welchen Herkules nur dadurch besiegen konnte, dass er ihn vom Erdboden
emporhob und also erwürgte, weil jenem die Kräfte im Ringkampf
wuchsen, wenn er die Erde berührte, die für seine Mutter galt (s.
A p o l l o d o r s "Bibl." 2, 5, 11; L u c a n 4, 598-616; P h i l o s t r a t .
"Icon." 2, 21).—

Einen höllenstrengen Richter nennen wir einen
Rhadamanth

Page 146

nach dem "Ῥαδάμανθυς", von dem es in A p o l l o d o r s "Bibliothek" (III,
1, 2) heisst, dass er "im Hades mit Minos Recht spreche" ("ἐν ᾅδου μετὰ
Μίνωος δικάζει"), welche beiden Brüder C i c e r o ("Tusc." 1, 5, 10) "die
unerbittlichen Richter" und ("Tusc." 1, 41, 98), zusammen mit Aeacus und
Triptolemus "die einzig wahren Richter" nennt. Ve r g i l ("Aen." 6, 566)
erwähnt hingegen allein des Rhadamanth "überaus hartes Regiment"
("durissima regna"), mit dem er Geständnisse auspresse, und C l a u d i a n
(5, 478 ff.) nennt ihn im Gegensatz zu Minos "den gestrengen Bruder"
("rigidum fratrem"), der die Sünder zur Strafe mit wilden Tieren
zusammenkoppele; während er bei H o m e r noch als der "gottgleiche,
blonde Sohn des Zeus und der Europa nach Euböa reist und im Elysium
weilt" ("Il." 14, 322; "Od." 4, 564; 7, 322) und P i n d a r ("Pyth." 2, 133)
nur andeutet, dass er "den Täuschungen abhold" sei ("οὐδ' ἀπάταισι θυμὸν
τέρπετα ἔνδοθεν").—

D i o d o r (um d. Mitte d. 1. Jahrh. v. Chr.) erzählt uns zuerst (Buch 4),
dass Prokrustes in Attika die des Weges Kommenden auf ein Bett legte,
nach dessen Länge er die zu Kleinen reckte und die zu Grossen kürzte. So
wurde uns das
Prokrustesbett
ein Bild für jegliche Art gewaltsamen Ausdehnens oder Abkürzens.—

In demselben Buche D i o d o r s wird uns, wie in der Apollodorischen
"Bibliothek" (2, 55), als eine Kraftleistung des Herkules berichtet, dass er
des Augias, Königs von Elis, seit vielen Jahren nicht gesäuberten
Rinderstall in einem Tage von Dung befreite, indem er zwei Flüsse
hindurchleitete. Daher reden wir, wenn es gilt, massenhaft angehäufte
Missstände zu durchbrechen und zu beseitigen, mit L u c i a n (Alex. 1:
"Τὴν Αὐγείου βουστασίαν ἀνακαθήρασθαι") und mit S e n e c a (Apoc. 7:
"cloacas Augeae purgare"), von einem
Augiasstall,
dessen Reinigung
herkulische Kraft

Page 147

erfordere, und sprechen, mehr im Hinblick auf diese als auf die anderen elf
Arbeiten jenes Halbgottes, von einer
Herkulesarbeit.—

Heiligzuhaltendes, dessen Bewahrung uns Schutz gewährt, nennen wir
ein
Palladium
nach jenem Pallasbilde von Holz, das in Ilion zuerst, als ein vom Himmel
gefallenes, verehrt und sorgsam behütet wurde, da sein Besitz die Stadt
unüberwindlich machen sollte (s. Ve r g i l "Aen." I, 164ff. und dazu
Heyne).—

Die geheime Ratgeberin eines Staatslenkers nennen wir seine
Egeria
weil, nach Livius 1, 19 und 21 (vrgl. Valerius Maximus 1, 2, 1; Vergil
"Aen." 7, 763 u. 775; Ovid "Amor." 2, 13, 18, "Fast." 3, 154; 261 sqq.; 4,
669; "Met." 15, 432 sqq.; 547 sqq.; Juvenal 3, 12 sqq.; Dionys v. Halik. 2,
60 sqq.), König Numa behauptete, von jener Nymphe, seiner Gemahlin, in
nächtlichen Zusammenkünften zu erfahren, was er zu thun habe. Diese
geheime Zwiesprache verlegen Manche in einen Hain bei Aricia, Andere in
einen Hain vor der Porta Capena bei Rom.—

Aus einem Wirrsal, einem
Labyrinth,
leitet uns, wie Theseus, der
Faden der Ariadne, der Ariadnefaden,
von dem wir im O v i d ("Her." 10, 103; "Met." 8, 172; "Fast." 3, 462) und
H y g i n (42) lesen. Danach nennen wir ein handliches Büchlein, das uns
durch die verschlungenen Pfade einer Wissenschaft führt, einen
Leitfaden.—

Page 148

Bei O v i d (43 v.-17 n. Chr.) finden wir auch ("Met." 8, 183-235; vrgl.
H y g i n 40) die Erzählung von Ikarus, der trotz des Daedalus väterlicher
Warnung mit den wachsverklebten Flügeln der Sonne zu nahe flog, so dass
sie schmolzen und er im Meere ertrank. Hiernach nennen wir ein
tollkühnes, missglückendes Wagnis einen
Ikarusflug.—

Das Urbild aller greisen, frommen und treuliebenden Ehepaare ist für uns
Philemon und Baucis,
die nach O v i d ("Met." 8, 620-725) Jupiter und Merkur gastlich
aufnahmen, ohne sie noch als Götter erkannt zu haben, die dafür ihre Hütte
zum Tempel verwandelt sahen, dessen Diener sie werden durften, und die,
auf Verlangen zur selbigen Stunde sterbend, in eine Eiche und eine Linde
umgestaltet wurden, welche gepaart an Phrygiens Höhen wuchsen, von
Gläubigen bekränzt. H a g e d o r n ("Werke" 1793; II, 197) und danach
G o e t h e (1802 "Was wir bringen"; 1809 "Wahlverwandtschaften" II, 1 und
1833 "Faust" II, 5) brachten weiteren Kreisen Deutschlands den Stoff nahe,
den bereits L a F o n t a i n e ("Philemon et Baucis") verwertet hatte.—

Morpheus,
in dessen Armen wir Schlafende ruhen lassen, besitzt nach O v i d ("Met."
11, 634-693), als ein Sohn des Schlafgottes Somnus, die Macht,
Traumgestalten hervorzurufen ("μορφή", die Gestalt; danach: "Μορφεύς",
der Gestaltende).—

In der 107. Fabel des H y g i n u s (bl. um 10 v. Chr.) tötet Apoll in der
Gestalt des Paris den Achill durch einen Pfeilschuss in die Ferse. Hier war
die Stelle, wo er sterblich war; denn bis auf die Ferse, an der sie ihn hielt,
hatte Thetis den Neugeborenen in den unverwundbar machenden Styx
getaucht (s. Fulgentius 3, 7). Wir nennen daher die schwache, verwundbare
Stelle eines Menschen seine
Achillesferse

Page 149

(von den Ärzten wird der sich von der Wade zur Ferse hinziehende
Sehnenstrang "Achillessehne" genannt).—

Nach H y g i n u s (Fab. 178) tötete Cadmus den Drachen, der den
kastalischen Quell bewachte, und säete dessen Zähne aus und pflügte sie
unter. Daraus entsprossen dann Krieger, die sich, bis auf fünf, einander
erschlugen. Hiernach nennen wir eine Saat der Zwietracht
Drachensaat,
obwohl es richtig wäre, von einer "Drachenzahnsaat" zu reden.—

Wir pflegen zu sagen, dass ein neubelebt aus dem Zusammenbruch des
Bestehenden hervorgehender Staat oder Mensch sich erhebe, wie ein
Phönix aus der Asche;
denn also schildert C l a u d i a n (44 "Phoenix", 102: "origo per cinerem")
die Wiedergeburt des indischen Wundervogels, der, alt geworden, sich im
eigenen Neste verbrenne, um verjüngt aus der Asche zu erstehen. Die
weiteren Phönixmythen s. b. C r e u z e r ("Symbolik" II, 163ff.; 3. Aufl.
1841) und bei Th. G r a e s s e ("Sagen des Mittelalters" Dresd. 1850).—

Die Märchensammlung "Tausend und ein Nacht" liefert uns aus "Aly
Baba und die vierzig Räuber" die schatzerschliessende Zauberformel:
Sesam! öffne dich!
Dieser Sesamblüte der orientalischen Sage ähnelt
die blaue Blume
der deutschen, von der J. G r i m m ("Deutsche Mythol." 3. Aufl. Gött. 1854,
S. 1152) schreibt:
"Die ungenannte blaue Wunderblume (S. 916, 924), die dem Hirten, wenn er sie
unversehens aufgesteckt hat, plötzlich seine Augen öffnet und den bisher verborgenen
Eingang zum Schatz entdeckt (S. 923), erscheint desto geheimnisvoller, weil sie gar nicht
angegeben werden kann. Der Name Vergissmeinnicht, den sie sich gleichfalls selbst
beilegt, soll bloss ihre Bedeutsamkeit ausdrücken und mag erst im Verlauf der Zeit auf
Myosotis angewandt worden sein".

Page 150

In des N o v a l i s Roman "Heinrich von Ofterdingen" (1802) erfüllt die
"blaue Blume" die Sehnsucht des Titelhelden. So wurde sie zum
Losungswort der Romantik.—

Aus dem Tierepos haben wir den schon um 1200 vorkommenden Namen
des Wolfes
Isegrim (Eisenhelm)
zur Bezeichnung eines grimmigen Menschen entnommen.—

Für ein zurückgesetztes, zur niedrigsten Hausarbeit verwendetes
Mädchen giebt uns das deutsche Märchen den Namen
Aschenbrödel oder Aschenputtel.—

Eine schwäbische Sage, die Gustav S c h w a b nach mündlicher
Überlieferung in seiner Ballade "Der Reiter und der Bodensee" (1826, s.
"Gedichte" Stuttg. 1828-9) dem deutschen Volke schenkte, lautet also: Über
die Schneefläche des zugefrorenen Bodensees sprengt ahnungslos ein
Reiter, der, jenseits angekommen, tot vom Ross sinkt, als er hört, welcher
Gefahr er entronnen. Wir erinnern daher bei ähnlichen Schrecken nach
unbewusst überstandenem Unheil an den
Reiter über den Bodensee.—

Aus der norwegisch-isländischen Sage citieren wir für wilde
Kampfeswut und Ingrimm die
Berserkerwut;
denn in der "älteren Edda" (16, 23 Simrock) heisst es:
"Zu Sorgen und Arbeit hatte die Söhne
Arngrim gezeugt mit Eyfura,
Das Schauer und Schrecken von Berserkerschwärmen
Über Land und Meer gleich Flammen lohten".—

Page 151

In der "jüngeren Edda" (1, 27 Simrock) lesen wir von einem der zwölf
göttlichen Asen, vom Heimdall: "Er bedarf weniger Schlaf als ein Vogel
und sieht sowohl bei Nacht als bei Tag hundert Rasten weit; er hört auch
das Gras in der Erde und die Wolle auf den Schafen wachsen, mithin auch
alles, was einen stärkeren Laut giebt". Mit der Wendung
Das Gras wachsen hören
bezeichnen wir daher noch heut eine übermenschliche Feinspürigkeit.—

Wenn ein zuverlässiger Hüter und Warner von uns ein
Treuer Eckart oder ein Getreuer Eckart
genannt wird, so entlehnen wir diesen Namen der nordischen, auf deutscher
Grundlage ruhenden Wilkinasage. Eckart rettet als Erzieher der Harlunge
diese vor einem Überfall. Dann finden wir ihn vor Frau Holles wilder Jagd
als Warner, dass die Leute aus dem Wege gehen (s. G r i m m: "deutsche
Mythol." S. 887), und am Venusberge, dass niemand hineingehe (s.
"Heldenbuch" ges. 1472 und "die Mohrin" verf. 1453 von H. v.
S a c h s e n h e i m). Schon bei A g r i c o l a ("Sprichw." Hagenau, 1584)
heisst das 667. Sprichwort: "Du bist der treue Eckart; du warnest
jedermann", T i e c k gab (1799) die romantische Erzählung heraus: "Der
getreue Eckart und Der Tannenhäuser" und G o e t h e schrieb (1813) die
Ballade "Der getreue Eckart".—

Einen verführerischen Wüstling nennen wir einen
Don Juan
nach dem Helden einer spanischen Sage des 14. Jahrhunderts, die sich an
eine historische Person knüpft, den Don Juan Tenorio, einen Freund Peters
des Grausamen. Der Sage nach hatte er die Tochter eines Komturs
entführen wollen, den er im Zweikampf erstach. Die dem Gefallenen
errichtete Bildsäule ladet er höhnend zum Abendessen, und jener
Steinerne Gast

Page 152

findet sich wirklich ein und überliefert den Sünder der Hölle. Dies Wort
citieren wir im Sinne S c h i l l e r s, der ("Piccolomini" IV, 6 a. E.) den vor
sich hinbrütenden Max einen "steinernen Gast" schelten lässt, "der uns den
ganzen Abend nichts getaugt". Die Don-Juan-Sage ging in mannigfacher
Gestaltung über die Bühnen Spaniens (zuerst 1634 durch Tirso de Molina),
Italiens, Frankreichs und Englands, bis die Musik unseres M o z a r t (1787)
dem Libretto Lorenzo D a p o n t e s (s. Kap. VII) zum Siege über alle
Vorgänger verhalf.—

Einen bösen Ehemann nennen wir einen
Blaubart
nach dem ursprünglich altfranzösischen Märchen "Raoul, Le Chevalier
Barbe-Bleue", in dem dieser blutdürstige Ritter seine sechs Gemahlinnen
wegen ihrer Neugier tötet. Auch seine siebente würde er getötet haben, hätte
man ihn nicht erschlagen.—

Aus dem im Anfang des 16. Jahrhunderts auftauchenden Märchen "Von
den 7 Schwaben" (herausg. v. Richard Michael Bück in Bartsch-Pfeiffers
"Germania". Neue Reihe V. 317) ist die Aufforderung des sechsten unter
ihnen, der bald "Gelbfüssler", bald "Jokele", bald "Hansele" heisst,
allgemein gebräuchlich geworden:
"Hannemann! geh' du voran!
Du hast die grössten Stiefeln an",
(Dass dich das Tier nicht beissen kann).—

Page 153

III.

Geflügelte Worte aus deutschen Schriftstellern.

D em 13. Jahrhundert gehört
Neue Besen kehren gut
an, was zuerst[15] in Freidanks "Bescheidenheit" (W. Grimms Vrîdanc 15:
"Von Dieneste" g. E.) in der Form vorkommt:
Der niuwe beseme kert vil wol
ê daz er stoubes werde vol.
(Der neue Besen kehrt sehr wohl,
Eh' dass er Staubes werde voll.)—
[15] Vrgl. über Dieses und Ähnliches die "E i n l e i t u n g", in der gesagt ist, dass auch
Sprichwörter nicht vom Himmel fallen, sondern stets ihren ersten Urheber haben müssen.
Falls also nicht aus der Form des ersten Befundes mit Sicherheit hervorgeht, dass ein
bereits gebräuchliches Sprichwort vorliegt, kann der Sammler die erste schriftstellerische
Quelle getrost anmerken. Die spätere Forschung möge dann untersuchen, ob das Wort
schon in früheren Tagen im Volke verbreitet war.

Das fünfte Rad am Wagen
stammt aus Herbort von Fritzlars (1. Decennium des 13. Jahrh.) "Liet von
Troye" 83 "so zele man mich zem fünften Rade" oder aus "V r î d a n c" 41
"Von Guote und Uebele":
der wagen hât deheine stat
dâ wol stê daz fünfte rat.
(Der Wagen hat keine Stelle,
Wo das fünfte Rad wohl angebracht wäre.)—

Den Mantel nach dem Winde kehren

Page 154

findet sich zuerst in Gottfried von Strassburgs (um 1215) "Tristan und
Isolt" (262, 32 f. Massmann, Leipz. 1843) in der Form:
man sol den mantel keren,
als ie die winde sint gewant.—

Aus dem "Sachsenspiegel" (1219-1233) Eike von Repkows, eines
Schöffen aus der Nähe von Magdeburg, stammt:
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Es lautet bei H o m e y e r ("Des Sachsenspiegels erster Teil oder das
Sächsische Landrecht nach der Berliner Handschrift von 1369"; 3. Ausg.,
Berlin 1861, 2. Buch, Artikel 59, § 4): "Die ok irst to der molen kumt, die
sal erst malen".—

Wer seinen Kindern giebt das Brot
Und leidet nachmals selber Not,
Den soll man schlagen mit der Keule tot,
befindet sich an manchem Stadtthore Norddeutschlands neben einer
aufgehängten Keule angebracht. Dieser Spruch ist einer Erzählung des
Rüdiger von Hünchhover entnommen, der in Urkunden 1290-1293
erscheint (Herrigs Archiv 7, 340). Sie heisst "Der Schlägel" und lautet also:
"Ein alter Mann, der sein ganzes Vermögen seinen Kindern überlassen hat,
die ihn nun schlecht behandeln, weiss in ihnen den Glauben zu erwecken,
dass er noch einen Schatz zurückbehalten habe, worauf sie ihn wieder in
Ehren halten. Nach seinem Tode finden aber die Kinder in der
vermeintlichen Schatzkiste nichts als einen Schlägel, mit der Beischrift,
dass man einem jeden, der seine ganze Habe seinen Kindern übergiebt und
infolgedessen in Not und Elend lebt, mit diesem Schlägel das Gehirn
einschlagen müsse".
("Koloczaer Codex altdeutscher Gedichte" von Graf M a i l á t h und K ö f f i n g e r, S. 155,
und v. d e r H a g e n s "Gesamtabenteuer" 49, vrgl. auch "Meister Stephans Schachbuch",
ein mittelniederdeutsches Gedicht des 14. Jahrhunderts, herausgegeben von W. Schlüter
1889-90, V. 4730-4881.) Nach T h i e l e "Danmarks Folkesagen", I, 107 wird in Dänemark
diese Geschichte von Olaf Bagger in Odense unter Friedrich II. (1559-1588) erzählt.—

Page 155

Die Welt will betrogen sein
steht in der Form "die wellt die will betrogen syn" in S e b a s t i a n Brants
(1458-1521) 1494 erschienenen "Narrenschiff" (Ausg. Zarncke, S. 65, Sp.
1). Man führt es oft in der lateinischen Form an:
Mundus vult decipi.
So heisst es schon in Sebast. F r a n k s 1533 erschienenen "Paradoxa", No.
236 (247): "Die Welt will betrogen und belogen sein und nur mit Wahn
geäfft und regiert werden, wie jener Mönch sagt, der für sein Thema hält:
Mundus vult decipi
darumb bin ich hie,
dem man zu Lohn alle Säcke voll stiess". Hierin sieht Dr. W e i n k a u f f
(Birlingers "Alemannia", VI, 1. S. 48 u. 49) die Grundlage von
Mundus vult decipi, ergo deciplatur
(Die Welt will betrogen sein, darum sei sie betrogen);
während T h u a n u s (Bch. 12, anno 1556) dies lateinische Wort auf den
päpstlichen Legaten C a r a f f a (späteren Papst Paul IV., † 1559)
zurückführt.—

Grobian
ist auch ein Wort S e b a s t i a n B r a n t s aus dem "Narrenschiff" (Zarncke,
S. 71 u. 72). Er spricht dort von einem "neuen Heiligen, Grobian
geheissen", den er weiterhin "Sankt Grobian" nennt.—

Hanswurst
findet sich zum ersten Male in der Form H a n s W o r s t in der
niederdeutschen Übersetzung von S e b a s t i a n B r a n t s "Narrenschiff"
(Rostock 1519, No. 76, 83, Ausg. Z a r n c k e, S. 75, Sp. 2). Bei Brant selbst
steht h a n s m y s t. H a n s M i s t ist auch der Name eines Bauern in
einem Fastnachtspiele des 15. Jahrh. (K e l l e r I, S. 342). Hans Worst
wiederholt sich bei L u t h e r in der "Vermahnung an die Geistlichen,
versammelt auf dem Reichstag zu Augsburg", 1530, im Abschnitte "Vom
ehelosen Stande"; in der Predigt über die "Auferstehung der Toten", B. 19,

Page 156

133; in "Wider den Meuchler zu Dresden" (1531), 25, 105; und in "Wider
Hans Worst" (Wittenberg 1541, 26, 4) sagt L u t h e r:
"Dies Wort, Hans Worst, ist nicht mein, noch von mir erfunden, sondern von andern
Leuten gebraucht wider die grossen Tölpel, so klug sein wollen, doch ungereimt und
ungeschickt zur Sache reden und thun".
Schon hieraus möchte man schliessen, dass Luther an eine volkstümliche
Bühnengestalt gedacht hat, besonders aber aus den kurz darauf folgenden
Worten:
"Wohl meinen etliche, ihr haltet meinen gnädigen Herrn (den Kurfürsten von Sachsen)
darum für Hans Worst, dass er von Gottes, dem ihr feind seid, Gaben stark, fett und
volliges Leibes ist. Also hab ichs auch oft gebraucht, sonderlich und allermeist in der
Predigt".
Die heut übliche Form "Hans Wurst" steht erst in F i s c h a r t s "Gargantua"
(1575. c. 8. g. E.): "Trink alzeit for den durst—So tringt dich kain durst—
Mein Hans Wurst".—

Calembourg
entstammt nach der von Philarète C h a s l e s ("Études sur l'Allemagne
ancienne et moderne", Paris 1854, p. 83) aufgestellten und in L i t t r é s
Lexikon gebilligten Etymologie dem Schwankbuche Philipp Frankfurters
"Der Pfaffe von Kalenberg" (nachweisbar erst Ende des 15. Jahrh.
geschrieben, vielleicht schon im 11. Jahrh.). Aus Calembourg haben wir
dann zur Bezeichnung hervorragend schlechter Wortwitze
Kalauer
gemacht, wobei wohl an Leder und die geringere Qualität der Stiefel
gedacht worden ist, wie sie die Stadt Kalau liefert. Andere wollen wissen,
der Ausdruck rühre daher, dass Ernst Dohm seine guten Witze dem
"Kladderadatsch" Sommers aus Kalau sandte.—

Der Name
Amerika
entstand nach dem des Amerigo (Americus) Vespucci auf den Vorschlag des
Buchhändlers und Professors Martin Waldseemüller (Hylacomylus in St.-
Dié), welcher Vespuccis dritte Reise nach der "Neuen Welt" i. J. 1507

Page 157

herausgab (vrgl. A. v. Humboldt "Examen critique de l'histoire et de la
géographie du nouveau continent". IV., 97ff. 104-6).—

Die Geister platzen aufeinander
steht in Luthers (1483-1546) auf das Münzersche Treiben in Altstadt
bezüglichem Briefe (vom 21. August 1524) "an die Fürsten zu Sachsen von
dem aufrürischen Geiste", B. 53, Nr. 108, S. 255ff, in der Form: "Man lass
die Geister auf einander platzen und treffen".—
Nach dem "Was ist das?" zum 8. Gebot in L u t h e r s "Katechismus" (1529)
sollen wir
Alles zum Besten kehren,
und im dritten Hauptstück heisst es: "Vater unser, der du bist im Himmel.—
Was ist das? Gott will uns damit locken, dass wir glauben sollen, er sei
unser rechter Vater". Hiernach ist
Er will uns damit locken
ein geflügeltes Wort geworden. Ebenda zählt Luther in der Erklärung der
"vierten Bitte" des "Vaterunsers" auch
Gute Freunde, getreue Nachbarn
zu "unserem täglichen Brod".—
Wasser thuts freilich nicht
stammt aus dem vierten Hauptstück.—
Die Kunst geht nach Brot,
(d. h. "die Kunst geht betteln",) was in L e s s i n g s "Emilia Galotti", 1, 2
vorkommt, steht bei L u t h e r, B. 64, S. 183: "Kunst gehet itzt nach Brot,
aber Brot wird ihr wieder nachlaufen und nicht finden". Bei Neander:
"Ethice vetus et sapiens", (Lpz. 1590) steht S. 338 unter "Proverbia
Germanorum" bereits: "Kunst gehet nach Brot".—
Aus L u t h e r s "Ein' feste Burg ist unser Gott" (im Klugschen
Gesangbuche von 1529, S. 21) wird citiert:
Mit unsrer (eigentl.: unser) Macht ist nichts getan,

Page 158

ferner:
Das Wort sie sollen lassen stan,
und:
Lass fahren dahin.
Letzteres benutzte S c h i l l e r im "Reiterliede" (Schillers Musenalmanach für 1798, S.
137) am Schluss von "Wallensteins Lager"

Lass fahren dahin, lass fahren!
B ü r g e r singt in Strophe 14 des Gedichtes "der Bruder Graurock und die Pilgerin"
(1777):

Lass fahren! Hin ist hin!—
Für "Legende" braucht L u t h e r "L u g e n d a" in seiner "Predigt am 25.
Sonntag nach der heiligen Dreifaltigkeit, Anno 1537, in tempio parochine",
B. 6, S. 244: "Sonderlich hat die Lugenda von den Wunderzeichen Franzisci
ein Sack voll erlesener, grosser, schändlicher Lügen". L u g e n d e steht in
Grimmelshausens "wunderbarlichem Vogelnest", (1672) II, 13. Später
wurde aus Lugenda "Lügende" und "Lüg-Ente". In "S c h e l m u f f s k y s
Curiöser und sehr gefährlicher Reisebeschreibung zu Wasser und Lande,
von E. S.[16]. Gedruckt zu Schelmerode in diesem Jahr" (1696) heisst es zu
Anfang: "so wusste ich allmalen so eine artige L ü g - E n t e vorzubringen".
Daraus ist
Ente
für Zeitungslüge geworden. Grimm jedoch sagt im "Wörterbuch": "Man
nennt eine in Zeitungen verbreitete, gleichsam fortschwimmende, wieder
auftauchende Fabel oder Lüge heute gewöhnlich Ente; früher hiess es blaue
Ente; blau ist nebelhaft, nichtig; einem etwas Blaues vormachen, blauen
Dunst machen bedeutet vorlügen". Es folgen dann mehrere Belegstellen,
wobei zu bemerken ist, dass auch im Französischen "canard" und im
Spanischen "ánade" für Zeitungslüge gebraucht wird.—
[16] Der Verfasser war der einunddreissigjährige Christian R e u t e r, dessen Leben und
Werke Friedrich Zarncke beschrieb. Vrgl. Bd. IX d. "Abhandl. d. philol.-hist. Classe der
Kgl. sächs. Gesellsch. d. Wissensch." No. 5. Lpz. S. Hirzel. 1884.
Allgemein wurde, doch ohne jegliche Gewähr, auf L u t h e r der Spruch
zurückgeführt:

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Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang,
Der bleibt ein Narr sein Lebelang;
auch die Lutherstube auf der Wartburg ist jetzt damit geschmückt.
X a n t h i p p u s ("Spreu" IV, München 1883) hat wohl mit Recht als die
Quelle den italienischen Reim bezeichnet:
"Chi non ama il vino, la donna e il canto
Un pazzo egli sara e mai un santo."
"Wer nicht liebt Gesang und Weib und Wein,
Der wird ein Narr und nie ein Heiliger sein."
Zum ersten Male, scheint es, tritt die Luther-Legende im "Wandsbecker
Bothen" von 1775, No. 75 in folgender "Devise an einen Poeten" auf:
Dir wünsch' ich Wein und Mädchenkuss,
Und deinem Klepper Pegasus
Die Krippe stets voll Futter!
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang,
Der bleibt ein Narr sein Lebenlang.
Sagt Doktor Martin Luther.
Nach R e d l i c h ("Die poetischen Beiträge zum Wandsbecker Bothen", Hamburg 1871, S.
57) machte wahrscheinlich J o h . H e i n r i c h Vo s s diese Verse, also nicht C l a u d i u s,
wie W. R o e s e l e r ("Mathias Claudius und sein Humor", Berlin 1873, S. 41) annimmt.
Dann teilt Vo s s den oben citierten Vers 1777 im "Musenalmanach" (Hamburg, S. 107) mit
der Überschrift "Gesundheit" und der Unterschrift "Dr. M. Luther" mit. Auch sein 1777
gedichtetes Lied: "An Luther" (Vo s s: "Sämmtl. Gedichte" Königsb. 1802. B. 4, S. 60)
endet mit jenen Worten, und aus seiner Anmerkung S. 294, ersehen wir, dass Hamburger
Pastoren in dem Abdrucke des Spruches im Musenalmanach eine Verunglimpfung Luthers
erblickten und deshalb Vossens Wahl zum Lehrer am Johanneum vereitelten. Über den
Ursprung gab Voss keine Auskunft. H e r d e r ("Volkslieder", 1. T. Leipz. 1778, S. 12)
schliesst die Zeugnisse über Volkslieder mit:
Wer nicht liebt, Weib, Wein und G'sang,
Der bleibt ein Narr sein Leben lang.
Luther.
K a r l M ü c h l e r giebt in dem zuerst in F. W. A. Schmidts "Neuem Berliner
Musenalmanach für 1797", S. 48 gedruckten Trinkliede "Der Wein erfreut des Menschen
Herz" ("Lieder geselliger Freude", herausg. von J. F. Reichardt, 1797, 2. Abtlg. S. 15) jeder
Strophe die Kehrreime:

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— —Was Martin Luther spricht:
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang,
Der bleibt ein Narr sein Lebelang;
Und Narren sind wir nicht.
Auch in M e t h f e s s e l s "Allgemeinem Commers- und Liederbuch", Rudolstadt 1818,
schliesst das v o n L i c h t e n s t e i n s c h e Lied "Wo der geistige Freudenbringer":
Drum singt, wie Doktor Luther sang:
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang,
Der bleibt ein Narr sein Leben lang.

Wenn in den "Epistolis obscurorum virorum" (Lips. 1864, p. 371) gesagt wird: "Quamvis
Salomon dicat: musica, mulier et vinum laetificant cor hominis, primo Proverbiorum XII".
"Obgleich Salomon sagt: Musik, Weib und Wein erfreuen des Menschen Herz, erstes Buch
der Sprüche 12", so ist das ein erdichtetes Citat, da es kein erstes Buch der Sprüche
Salomos giebt.—

Dunkelmänner,
die wörtliche Übersetzung von "obscuri viri", hat folgenden Ursprung: der
für die Reformation kämpfende Humanist R e u c h l i n gab, um sein
Ansehen im Streite gegen die kölner Papisten, Pfefferkorn, Hochstraten,
Arnold von Tongern, Ortuinus Gratius u. s. w. zu stärken, 1514 seinen
Briefwechsel mit berühmten Leuten: "Epistolae clarorum virorum" heraus.
Von ihm befreundeter Seite, es werden Crotus Rubianus, Ulrich Hutten,
Jacob Fuchs, Eobanus Hesse, Petreius Eberbach genannt, erschien 1515 der
erste, 1517 der zweite Band "Epistolae obscurorum virorum" (Briefe
unberühmter Leute), die so abgefasst sind, als kämen sie von seinen
Feinden, und die auch an Ortuinus Gratius gerichtet sind. Zuerst
frohlockten diese; als sie aber merkten, dass sie gemeint seien, erschien
1518 die Gegenschrift: "Lamentationes obscurorum virorum, non prohibitae
per sedem Apostolicam". So bekam "obscuri viri", eigentlich "unberühmt"
im Gegensatz zu "clari viri", den Nebensinn von Obscuranten,
Finsterlingen, "Dunkelmännern". Letzterer Ausdruck scheint erst im 19.
Jahrhundert gebildet worden zu sein. In der von B e n t z e l - S t e r n a u
herausgegebenen Zeitschrift "Jason", Jahrgang 1809, III. Band, S. 271 wird
gesagt: "Bekannt ist es, welche heilsame Wirkung die Briefe der
Dunkelmänner auf den Lesenden (den kranken Erasmus) hervorbrachten."
H o f f m a n n v o n F a l l e r s l e b e n brachte in den "Unpolitischen
Liedern" (1. T. 1840) ein Gedicht "Dunkelmannstracht" und H. H e i n e:
"Wintermärchen" (1844), Kap. 4, sagt von Köln:

Page 161

Ja, hier hat einst die Klerisei
Ihr frommes Werk getrieben,
Hier haben die Dunkelmänner geherrscht,
Die Ulrich von Hutten beschrieben.—

U l r i c h von Hutten (1488-1523) ist wegen seines Wahlspruches:
Ich hab's gewagt,
zu erwähnen, welcher sich zuerst auf dem Titelblatt seiner Übersetzungen
der "Conquestiones" (wahrscheinlich—nach Böcking—1520 erschienen)
sowie als Unterschrift in der, nach Böcking gleichfalls 1520 erschienenen
"Klag über den Lutherischen Brandt zu Mentz (Mainz)" findet. Ebenso
beschliesst Hutten mit diesem Spruch das Vorwort zu seinem
"Gesprächbüchlein" (1521) und in demselben seinen Dialog in Prosa: "Die
Anschauenden", und er hängt ihn fast stets seinen deutschen Versen als
Schluss, ohne Zusammenhang mit dem Vorhergehenden, an. Im
Zusammenhang steht es am Schluss seiner "Klag und Vormahnung gegen
den übermässigen unchristlichen Gewalt des Bapsts zu Rom", wo es heisst:
Wohlauf, wir haben Gottes Gunst,
Wer wollt in solchem bleiben d'heim?
Ich hab's gewagt, das ist mein Reim.
Auch beginnt ein 1521 gedrucktes Lied von ihm:
Ich hab's gewagt mit Sinnen,
dessen sechste Strophe schliesst:
Bin unverzagt,
Ich hab's gewagt,
Und will des Ends erwarten.
Er sah in diesem deutschen Wahlspruch eine Übersetzung seines
lateinischen, bereits 1517 als Motto seinem "Phalarismus" vorgesetzten und
auch später noch, z. B. in der Vorrede "an alle freien Männer Deutschlands"
(ad liberos in Germania omnes) von ihm angewendeten Wahlspruches:

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Jacta est alea.
Gefallen ist der Würfel.
(vrgl. Menander unt. "Gefl. Worte aus Griech. Schriftst.").—

Nach dem Buchdrucker J o h a n n Ballhorn (eigentlich Balhorn), der seit
1531 in Lübeck (nach Balthasar S c h u p p i u s zu Soest in Westfalen) thätig
war, heisst
ballhornisieren oder verballhornen
so viel wie "verschlimmbessern", "lächerliche Veränderungen in einem
Schriftstück anbringen". Der erste, welcher Johann Ballhorn erwähnt, ist
S c h u p p i u s in dem "Kalender" (1659) S. 588 und 601. An der ersten
Stelle heisst es: "wie Johann Ballhorn, der Buchdrucker zu Soest in
Westfalen, welcher das ABCbuch vermehrt und verbessert herausgehen
liess"; und an der zweiten: "als ich dasselbe erbrochen, lag darin dieses
Pasquill, auctior et correctior, wie Johann Ballhorn zu schreiben pflag".
Andere leiten "verballhornen" von dem jedoch durch Johann Ballhorn nur
gedruckten Buche "Lübeckische Statuta" u. s. w., (1586) ab, weil die darin
vorgenommenen und dem allein auf dem Titelblatt genannten Ballhorn
fälschlich zugeschriebenen Verbesserungen allseitigen Tadel gefunden
hätten. Noch Andere schieben ihm zu, dass er dem auf der letzten Seite der
Fibeln üblichen Hahn ein paar Eier untergelegt habe. Eine Fibel mit dem
Bilde des Hahnes, im Jahre 1583 gedruckt zu Hamburg, befindet sich in der
dortigen Stadtbibliothek. In "Deutscher Recht- nicht Schlechtschreibung"
(S. 5, Berlin 1877) wird "Johann Ballhorn von Buxtehude" genannt; einen
solchen giebt es nicht.—

Aus dem "Esopus", (4, 62; 1548) des B u r c h a r d Waldis (1490-1556)
stammt:
Das ist für die Katze,
oder, wie man im Königreich Sachsen zu sagen pflegt:
Das ist der Katze,

Page 163

d. h. das lohnt nicht, das bringt nichts ein. Der Ausdruck ist ein Rest der
dort befindlichen Erzählung "Vom Schmied und seiner Katze". Ein Schmied
nahm sich vor, von seinen Kunden nichts für seine Arbeit zu verlangen,
sondern die Bezahlung ihrem eigenen Willen anheimzustellen; sie
begnügten sich aber mit dem blossen Danke. Nun band er seine fette Katze
in der Werkstatt an, und wenn ihn die Kunden mit leeren Worten des
Dankes verliessen, sagte er: "Katz, das geb ich dir!" Die Katze verhungert,
und der Schmied beschliesst, es zu machen wie die anderen Handwerker.[17]
S e u m e glaubte, die Schnurre rühre von T a u b m a n n her; denn er
schreibt in seinem Buche "Mein Leben", ziemlich gegen Ende: "so dass ich
— — —weiter nichts erntete, als ein freundliches 'Wir bleiben Euch in
Gnaden gewogen', wovon doch am Ende selbst Taubmanns Katze ihr
Bischen Geist aufgab".
[17] S. B a l t h a s a r S c h u p p i u s "Freund in der Not" (1657) S. 229, "der
Kurtzweilige Zeitvertreiber" von 1666, S. 41 und A b r a h a m a St. C l a r a "Huy und Pfuy
der Welt".
In den "Deutschen Rechtssprichwörtern" von Graf und Dietherr, 2. Ausg., Nördlingen
1869, S. 267 steht "vom Danke kann man keine Katze füttern" und in der Anmerkung a:
"von'n danke kan man keine katten futtern". Es ist also ebenso möglich, dass W a l d i s
seine Erzählung daraus herspann, wie, dass diese Worte aus ihr entsprangen.—

Lehrstand, Nährstand, Wehrstand
wird bei Erasmus Alberus (1500-53) zum ersten Male angedeutet. In seiner
"Predigt vom Ehestand" aus dem Jahre 1546 (auf der Königl. Bibliothek in
Berlin) heisst es Bogen 6: "Der Priester muss lehren, die Oberkeit wehren,
die Bauerschaft nähren" und in seinem "Buch von der Tugend und Weisheit,
nämlich 49 Fabeln" (Frankfurt a. M. 1550, Fabel 47, Morale):
"Fein ordentlich hat Gott die Welt
Mit dreien Ständen wohl bestellt.
Wenn die sich nur wüssten zu halten,
So liess Gott immerdar hin walten.
Ein Stand muss l e h r n, der andre n ä h r n,
Der dritt' muss bösen Buben w e h r n".
In Luthers "Tischreden", 1560, (B. 59, S. 207) heisst es:
"Amt eines treuen Seelsorgers".

Page 164

"N ä h r e n und w e h r e n muss in einem frommen, treuen Hirten und Pfarrherrn
beisammen sein . . . sonst wenn das W e h r e n nicht da ist, so frisst der Wolf die Schafe
desto lieber, da sie wohl gefüttert und feist sind. . . . Ein Prediger muss ein Kriegsmann und
ein Hirte sein. N ä h r e n i s t l e h r e n, und das ist die schwerste Kunst; darnach soll er
auch Zähne im Maule haben und w e h r e n oder streiten können". In den "Tischreden" (ed.
Förstemann, Abt. 3, S. 415) steht Kap. XXXVII, § 118: "Einem Lehrer gebührt, dass er
gewiss lehre, nähre und wehre" und bei Bindseil "Colloquia latina", V. p. 280: "Id eo ad
Doctorem pertinet nehren und wehren docere et confutare". "Nähramt, Wehramt" kommt
bei Luther am Schluss der Schrift "Ob Kriegsleute u. s. w." vor, und "Vom Nähr- und
Lehrstande" u. s. w. ist die Überschrift zu Sirach 39. Im W e n c e l S c h e r f f e r ("Geist-
und Weltliche Gedichte", Brieg 1652, S. 74) werden die drei Beine einer von den Herzögen
zu Liegnitz und Brieg erlegten dreibeinigen Bache auf die drei Stände: "den Regier-, Lehr-
und Nährstand" gedeutet und "Wehr-Lehr-Nähr-Her-Stand" betitelt Friedrich von L o g a u
einen seiner Verse (Salomons von Golau Deutscher Sinn-Getichte drey Tausend. Breslau.
In Verlegung Caspar Klossmanns. 1654 ersch. jedoch ohne Jahresangabe. 2. Tausend 8.
Hundert No. 21). Die drei Substantiva "Wehrstand, Lehrstand, Nährstand" findet man in
der Überschrift, welche W e i d n e r dem 3., 4. und 5. Teile von Z i n c g r e f s
"Apophthegmata" (1653-55) giebt. Z e l l e r erläutert ("Geschichte der Philosophie", II, 1,
764) die drei Stände in Platos "Staat" durch diese deutschen Bezeichnungen.—
In der Schrift des E r a s m u s A l b e r u s "Ein Dialogus oder Gespräch
etlicher Personen vom Interim" (1548; Blatt Diiij) heisst es:
(Gehe hin, und) thu, das du nicht lassen kannst.
L e s s i n g wiederholt es in "Emilia Galotti" (1772), 2, 3; v. H i p p e l in den "Lebensläufen
nach aufsteigender Linie", I, 5 (1778) sagt: "Er thue, was er nicht lassen kann"; in
W i e l a n d s "Pervonte" (1778) heisst es von Vastola, als diese den Pervonte küssen muss
(2. Teil); sie "that was sie nicht lassen konnte"; S c h i l l e r in "Wilhelm Tell", 1, 1 lässt Tell
sagen: "ich hab' gethan, was ich nicht lassen konnte".—

Atlas
für "Landkartensammlung" führte Gerhard Mercator (Kremer; 1512-94)
durch sein Werk ein "Atlas sive geographicae meditationes de fabrica
mundi et fabricati figura", (Atlas oder geographische Betrachtungen über
die Erschaffung der Welt und über die Gestalt der erschaffenen Welt)
Duisburg 1595.—

Der Pastor in Frankfurt a. O. Andreas Musculus (Mensel; 1514-81) gab
1556 die Schrift heraus "Vom zuluderten zucht und ehrerwegnen
pluderichten Hosen Teuffel vermanung und warnung", auf deren neuer
Auflage v. J. 1629[18] der Hosenteufel bezeichnet wird als "Dess jetzigen
Weltbeschreyten verachten und verlachten Al-modo Kleyder Teuffels Alt-
Vatter". Dies sehen wir als die Quelle des üblichen Wortes

Page 165

Modeteufel
an (mit Julius L e s s i n g: "Der Modeteufel" S. 5; Berl. 1884.
"Volkswirtschaftl. Zeitfr." Heft 45).—
[18]Dieser nach des M u s c u l u s Tode erschienene Nachdruck fehlt in der Kgl.
Bibliothek zu Berlin, ist aber vorhanden in der reichhaltigen Costume-Bibliothek des
Freiherrn von Lipperheide in Berlin.

In Johann Fischarts (1547-89) "Gargantua" (S. 160) lesen wir: "Duck
dich Seel, es kommt ein Platzregen," was vielleicht die Quelle des
bekannten Wortes ist:
"Freue dich, liebe Seele, jetzt kommt ein Platzregen",
wie unter einer in den vierziger Jahren des 19. Jahrh. zu Berlin
erschienenen kolorierten Zeichnung steht, die einen dicken
schweisstriefenden Herrn darstellt, der, an einem Tisch sitzend, die Hand
nach einem vollen Glase Berliner Weissbier ausstreckt.—
F i s c h a r t verdanken wir auch den tief ins Volk gedrungenen Witz
Jesu-wider
(für "Jesuit", "Jesuiter"); denn er reimt in seinem "Jesuitenhütlein" (1580,
Kap. 4):
"Aber weil der Nam Wider Christ
Noch etlichen zuwider ist,
Welche doch noch zu gewinnen weren:
So that den Namen ich verkehren
Und setzt das förderst rechts darhinder,
Auff dass mans finden könt dest minder,
Macht Christ Wider und Jesu Wider
Für Wider Christ, den sonst kennt jeder".—

Johannes Olorinus Variscus (Johann Sommer; 1559-1622) erzählt in
"Ethographia Mundi", (1609, 1. T., 17. Regel) unter andern
Lügengeschichten, dass jemand, ans Ende der Welt gekommen, dort

Page 166

Die Welt mit Brettern vernagelt
oder, wie er sagt, "verschlagen" gefunden habe.—

Gas
ist ein von van Helmont (1577-1644) in Brüssel erfundenes Wort. In seinen
"Opera omnia", (ed. M. B. Valentini, 1707) heisst es S. 102, Sp. 12 § 14
nach Erwähnung des von ihm entdeckten Gases: "Hunc spiritum,
incognitum hactenus, novo nomine g a s voco" (Diese bislang unbekannte
Art Luft benenne ich mit dem neuen Namen "Gas").—

Friedrich von Logau (1604-55) sang in seinen Sinngedichten (Salomons
von Golau deutscher Sinn-Getichte drey Tausend. Breslau. In Verlegung
Caspar Klossmanns ersch. 1654 jedoch ohne Jahresangabe. 1. Tausend, 8.
Hundert, No. 2) nach vollendetem dreissigjährigen Kriege:
"Gewaffneter Friede".
"Krieg hat den Harnisch weg gelegt, der Friede zeucht ihn an,
Wir wissen was der Krieg verübt, wer weiss was Friede kann?"
und (3. Tausend, 5. Hundert, No. 78):
"Der geharnischte Friede".
"Der Friede geht im Harnisch her, wie ist es so bestellt?
Es steht dahin; er ist vielleicht die Pallas unsrer Welt".
Danach sagen wir:
ein bewaffneter Friede.—
Eben daher citieren wir (2. Tausend, 4. Hundert, No. 34):
"Der Mai".
"Dieser Monat ist ein Kuss, den der Himmel giebt der Erde,
Dass sie jetzund seine Braut, künftig eine Mutter werde".—
L o g a u s Sinngedichte ("Die Liebe". 2. Tausend, 4. Hundert, No. 14):

Page 167

"Nenne mir den weiten Mantel, drunter alles sich verstecket;
Liebe thuts, die alle Mängel gerne hüllt und fleissig decket",
und (2. Taus., 9. Hundert) "Christliche Liebe":
"Liebe kaufte neulich Tuch, ihren Mantel zu erstrecken,
Weil sie, was durch dreissig Jahre Krieg verübt, soll alles decken",
sind wohl unsere Quellen, wenn wir sagen, dass wir etwas
Mit dem Mantel der Liebe zudecken.
In Friedrich Wilhelm G o t t e r s "Gedichten" (I, S. 91; Gotha 1787) heisst
es in der Romanze "Die Trauer" (1774):
"Elise, die gern Thränen stillt,
Verirrte gerne leitet,
Und über kleine Schwächen mild
Der Liebe Mantel breitet".
Es sei hierbei erinnert an "Sprüche Salomonis" 10, 12: "Liebe decket zu alle
Übertretungen", an 1. Petri 4, 8: "Die Liebe decket auch der Sünden Menge" und an das
(nach dem "Corpus iuris canonici", Dist. 96, c. 8) dem Kaiser Konstantin zugeschriebene
Wort: "er würde, wenn er mit eigenen Augen einen Priester oder Einen im Mönchsgewande
sündigen sähe, seinen Mantel ausziehen und ihn so damit bedecken, dass Niemand ihn
gewahre" ("chlamydem meam expoliarem et cooperirem eum, ne ab aliquo videretur").—

Aus P a u l Gerhardts (1606-76) Kirchenliede "Nun ruhen alle Wälder"
("Geistliche Lieder und Psalmen", Berlin 1653) stammt die Frage:
Wo bist du, Sonne (ge)blieben?—
Auch citiert man die erste Zeile seines 1649 gedichteten Liedes vom
Folgenden abgelöst, also:
Wach auf, mein Herz, und singe!—

Ein Weihnachtslied von Johann Rist (1607-67) beginnt:
Ermunt're dich, mein schwacher Geist.—

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Nürnberger Trichter
beruht auf dem Titel eines Buches von Harsdörffer (1607-58): "Poetischer
T r i c h t e r, die Teutsche Dicht- und Reimkunst, ohne Behuf der
lateinischen Sprache, in VI Stunden einzugiessen", das 1648 ohne Namen
in N ü r n b e r g erschien.
Das Bild vom Trichter ist nicht seine Erfindung, da er sich in der Vorrede
auf "H. S c h i c k a r d s Hebreischen Trichter" (Tüb. 1627) bezieht, und ein
solcher Trichter schon in der lateinischen Komödie "Almansor, sive ludus
literarius" des Mart. H a y n e c c i u s (Lpz. 1578) 5, 5, genannt wird. Vrgl.
Z i n c g r e f - W e i d n e r ("Apophthegmata", T. 3, Amst. 1653, S. 227):
"Der Drechter Almansoris, mit welchem man den Leuten ingegossen, ist
lang verlohren". "Mit einem Trichter eingiessen" steht bereits bei Sebast.
F r a n c k ("Sprichw." 1541, II, 107 b). "Eintrichtern" sagen wir jetzt. Franz
T r a u t m a n n gab 1849-50 in Nürnberg ein humoristisches Blatt "der
Nürnberger Trichter" heraus.—

Philipp von Zesen (1619-89), wendete
lustwandeln
in "Der Adriatischen Rosemund" (1645) zum ersten Male für "spazieren
gehen" an. Mit seinen anderen, S. 366 daselbst zusammengestellten
Verdeutschungen drang er nicht durch; aber "lustwandeln" erhielt sich, weil
es den Spott ganz besonders hervorrief. Christian W e i s e macht sich in
dem satirischen Romane (1672) "Die drei ärgsten Erznarren in der ganzen
Welt", Kap. 11 darüber lustig, sowie G r i m m e l s h a u s e n in "Des
weltberühmten Simplicissimi Pralerey und Gepräng mit seinem Teutschen
Michel u. s. w." (o. O. u. J. Kap. 5 g. E.). Im obengenannten Verzeichnisse
bildete Zesen das Wort
Gottestisch (für Altar)
wohl mit Anlehnung an 1. Kor. 10, 21 "Teilhaftig sein des Herrn Tisches".


Samuel Rodigast (1649-1708) dichtete das evangelische
Gesangbuchlied:

Page 169

Was Gott thut, das ist wohlgethan.—

Wenn in unfeinen Kreisen die Geliebte eines Menschen als seine
Charmante
(noch gemeiner: Schockscharmante) bezeichnet wird, so ist dieser Ausdruck
dem Französischen nicht unmittelbar entnommen, da "sa charmante" einem
Franzosen in diesem Sinne unverständlich ist. "Charmante" ist vielmehr
eine der Geliebten des Helden in Christian Reuters (geb. 1665) die
entarteten Simpliciaden geisselnden Romane "Schelmuffskys Wahrhafftige,
Curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und zu Lande,
in hochteutscher Frau Muttersprache eigenhändig und sehr artig an den Tag
gegeben von E. S". (Hamburg 1696.)[19]—
[19] S. die Anmerkung unter "Ente".

Das Ende der 2. Strophe im Liede Erdmann Neumeisters (1671-1756):
"Herr Jesu Christ, mein Fleisch und Blut" lautet:
Herr Jesu Christ! wo du nicht bist,
Ist Nichts, das mir erfreulich ist;
was geschmacklos umgestaltet wurde in:
Wo du nicht bist, Herr Organist,
Da schweigen alle Flöten.—

Als Bezeichnung Berlins findet sich
Spree-Athen
wohl zuerst in dem Gedichte des Erdmann Wircker zu Friedrichs I. Lobe
"An seiner königl. Majestät zu Preussen im Nahmen eines andern", worin
es heisst:
"Die Fürsten wollen selbst in deine Schule gehn,
Drumb hastu auch für Sie ein Spree-Athen gebauet".

Page 170

(In dem Buche "Märkische neun Musen, welche sich unter dem allergrossmächtigsten
Schutz Sr. koenigl. Majestät in Preussen als Ihres allergnädigsten Erhalters und ändern
Jupiters bey glücklichen Anfang Ihres Jubel-Jahres auff dem Franckfurtischen Helicon
frohlockend aufgestellt" Erste Assemblée verlegts Johann Völcker 1706. S. 59.)—

Bramarbas
für "Prahlhans" ist dem satirischen Gedichte eines nicht bekannten
Verfassers "Cartell des Bramarbas an Don Quixote" entnommen, das
Philander v o n d e r L i n d e (Burchard Menke 1675-1732) in der zu
seinen "Vermischten Gedichten", (Leipz. 1710) den Anhang bildenden
"Unterredung von der deutschen Poesie" mitteilt. Hiernach gab
G o t t s c h e d ("Deutsche Schaubühne", Leipz. 1741, III) dem Lustspiele
H o l b e r g s "Jacob von Tyboe eller den stortalende Soldat" (oder der
grosssprecherische Soldat), das er in der Übersetzung D e t h a r d i n g s
veröffentlichte, den Titel "Bramarbas oder der grosssprecherische Officier",
weil, wie er sich in der Vorrede äussert, der Name Tyboe "in unserer
Sprache keine Anmut gehabt haben würde"; er setzt hinzu, dass er diesen
Namen dem Philander von der Linde entlehnt habe.—

Ein sorglos bei seinem Tagewerk Singender und überhaupt ein laut
Vergnügter wird gern
Johann, der muntre Seifensieder
genannt nach der Anfangs- und Schlusszeile des Friedrich von
Hagedornschen (1708-54) Gedichtes "Johann der Seifensieder" ("Versuch
in poetischen Fabeln und Erzehlungen" 1. Buch, Hamb. 1738). Auch spricht
man kurzweg von einem
muntren Seifensieder,
wie denn schon G l e i m ("An die Freude". S. Voss: "Musenalm." f. 1798; S.
88) dichtet:
"Alle muntren Seifensieder
Sind verschwunden aus der Welt!
Hagedorns und meine Lieder
Singt kein Trinker und kein Held!"

Page 171

H a g e d o r n schöpfte den Stoff aus L a F o n t a i n e s ("Fables" VIII, 2) "Le savetier et le
financier", nur machte er aus dem "Schuhflicker" einen "Seifensieder", indem er wohl
"savetier" von "savon" ableitete. Die Moral der Geschichte stammt aus Horaz (Epist. 1, 7,
95): "vitae me redde priori"; "gieb mich meiner alten Lebensart zurück!"—

von Haller (1708-77) sagt in dem Gedichte "Falschheit menschlicher
Tugenden" im "Versuche schweizerischer Gedichte" (1732 in Bern zuerst
anonym erschienen):
"Ins Innre der Natur dringt kein erschaffner Geist;
Zu glücklich, wann sie noch die äussre Schale weist".
Dieser Behauptung widerspricht G o e t h e heftig in den Gedichten
"Allerdings" (1820, 3. Heft der Morphologie) und "Ultimatum" (zuerst in
der Ausg. von 1827). Aus dem Ersteren citieren wir H a l l e r s Wort also:
In's Innre der Natur
Dringt kein erschaffner Geist,
Glückselig! wem sie nur
Die äussre Schale weis't!—
In demselben Buche Hallers (S. 47) steht zu lesen:
"Unselig Mittelding von Engeln und von Vieh!
Du prahlst mit der Vernunft und du gebrauchst sie nie".
B r o c k e s trat in seinem "Irdischen Vergnügen in Gott" (1748; 133. 9, S.
344) diesen Gedanken breit, dem der Altonaer Goldschmied Joachim
Lorenz E v e r s die knappe Form gab:
Was ist der Mensch? Halb Tier, halb Engel.
So nämlich beginnt seine Nr. 369 der 1797 erschienenen "Vierhundert
Lieder", die "der geselligen und einsamen Fröhlichkeit gewidmet" sind.
Bemerkt sei hier, dass H a l l e r s Verse wohl G o e t h e ("Faust", "Prolog im Himmel", 43-
44) zu den Worten des Mephistopheles über den Menschen anregten:
"Er nennt's Vernunft und braucht's allein,
Nur tierischer als jedes Tier zu sein".—

Sternwarte

Page 172

ist ein von Popowitsch ("Untersuchungen vom Meere", Frankf. u. Leipz.
1750, S. 89) geschaffener Ausdruck. Nicht H a l l e r bildete das Wort, wie
J a h n ("Deutsches Volkstum", VIII, 1, 6) angiebt.—

Baumgarten (1714-62) hielt 1742 zu Frankfurt a. O. über die
Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis Vorlesungen, welche er unter dem
Namen "Aesthetica", Frankfurt a. O. 1750-58, herausgab. Daraus entstand
Aesthetik.—

Gellerts (1715-69) Fabel "Der Tanzbär" (B. 1 der "Fabeln u.
Erzählungen", Lpz. 1746) liefert uns das Begrüssungswort für einen
Heimkehrenden:
Petz ist wieder da!
womit die Bären des Waldes sich freudig anbrummen, als der Tanzbär zu
ihnen zurückgekommen ist.—
Aus G e l l e r t s Erzählung (B. 1): "Die Widersprecherin" haben wir uns zur
Bezeichnung einer Widerspruch liebenden Frau das Wort:
Der Hecht, der war doch blau
zurecht gemacht, welches in dieser Form nicht darin vorkommt. Es handelt
sich in der Fabel darum, ob ein Hecht zu blau oder zu wenig blau gesotten
ist; dem Hausherrn ist er's zu wenig, der Hausfrau zu sehr. Da Jener bei
seiner Meinung beharrt, so fällt Ismene darob in Ohnmacht, aus der sie
Nichts zu erwecken vermag. Ihr Tod scheint gewiss. Der tiefbetrübte Mann
bricht in die Klage aus:
"Wer hiess mich dir doch widerstreben,
Ach der verdammte Fisch! Gott weiss, er war nicht blau!"
Den Augenblick bekam sie wieder Leben.
"Blau war er", rief sie aus, "willst Du Dich noch nicht geben?"—
G e l l e r t s Erzählung "Der Greis" (B. 1) schliesst:
(Er ward geboren,)

Page 173

Er lebte, nahm ein Weib und starb.
Hiermit ahmte Gellert des C h r . G r y p h i u s Epigramm nach ("Poetische
Wälder". Anderer Teil. Bresl. u. Leipz. 1718, S. 439):
"Ein sechzigjähr'ger Mann ward unlängst beigesetzt;
Er kam auf diese Welt, ass, trank, schlief, starb zuletzt."—
Die Schlussworte aus G e l l e r t s Erzählung "Der sterbende Vater" (1748;
B. 2), worin der Vater dem ältesten Sohn ein Juwelenkästchen, dem
jüngeren nichts vermacht, heissen:
Für Görgen ist mir gar nicht bange,
Der kommt gewiss durch seine Dummheit fort.—
Aus G e l l e r t s Erzählung "Das junge Mädchen" (B. 2) wird citiert:
Vierzehn Jahr' und sieben Wochen,
womit dies heiratslustige Wesen eine irrige Angabe ihres Vaters verbessert,
als er ihre vierzehn Jahre als Einwand gegen einen Eheschluss anführt. Es
ist die Bearbeitung einer Anekdote im "Kurtzweiligen Zeitvertreiber" von
1666, S. 351.—
Aus G e l l e r t s Erzählung "Der Bauer und sein Sohn" (B. 2) führen wir an:
Die Brücke kommt. Fritz, Fritz! wie wird dir's gehen?
was auch umgestaltet wird zu:
Fritz, Fritz! Die Brücke kommt!—
Weit verbreitet ist eine geschmacklose Travestie des Beginns von
G e l l e r t s "Morgengesang" ("Geistliche Oden und Lieder" 1757):
"Mein erst Gefühl sei Preis und Dank!"—
Aus G e l l e r t s Liede "Zufriedenheit mit seinem Zustande" (a. a. O.) sind
die Verse:
Geniesse, was dir Gott beschieden,
Entbehre gern, was du nicht hast.
Ein jeder Stand hat seinen Frieden,

Page 174

Ein jeder Stand auch seine Last.
In dem folgenden Liede "Vom Tode" beginnt die zweite Strophe:
Lebe, wie du, wenn du stirbst,
Wünschen wirst, gelebt zu haben.
Vielleicht ist dieser Gedanke dem frommen Spruchdichter A n t o i n e
F a u r e (1551-1624) entlehnt, dessen Quatrain No. 48 (Ausg. v. 1612)
lautet:
Puisque tu sais quel moyen il faut suivre
Pour vivre bien, pourquoi ne vis-tu pas
Pour bien mourir ainsi, qu'à ton trépas
Tu voudrais bien avoir su toujours vivre?
Faures Quatrains waren noch im 18. Jahrh. ein sehr verbreitetes
Spruchbuch. Doch mögen Faure und Gellert aus M a r c A u r e l geschöpft
haben, der (5, 29) lehrt: "Wie du beim Hinscheiden gelebt zu haben
wünschest, so kannst du jetzt schon leben" (Ὡς ἐξελθὼν ζῆν διανοῇ, οὕτως
ἐνταῦθα ζῆν ἔξεστιν). In des Christian G e r m a n n aus Memmingen
Stammbuch schrieb 1766 G e l l e r t zu einem Todtenkopf die Worte:
"Fac ea, quae moriens facta fuisse velis".
(s. "Deutsche Stammbücher" der Brüder Keil. 1893 Nr. 1729).—

Lichtwer (1719-83) gab 1748 zu Leipzig "Vier Bücher Aesopischer
Fabeln" ohne Namen heraus. In der 22. Fabel des 1. Buches "Die Katzen
und der Hausherr" lautete, wie in der Ausgabe von 1758, der 1. Vers der 2.
Strophe:
Mensch und Tiere schliefen feste,
während in der zu Berlin und Stralsund 1762 mit Namen erschienenen
Ausgabe die Fabel umgeändert ist, mit den Worten
Tier' und Menschen schliefen feste,
beginnt und ferner die Worte

Page 175

So ein Lied, das Stein erweichen,
Menschen rasend machen kann,
enthält, welche in den beiden früheren Auflagen gar nicht vorkommen. Die
Fabel schliesst:
Blinder Eifer schadet nur.—
Der Anfang von L i c h t w e r s Fabel (4, 24) "Die Kröte und die
Wassermaus":
"Von dem Ufer einer See
Krochen annoch Abends späte
Eine Wassermaus und Kröte
An den Bergen in die Höh"
begeisterte den Berliner Hofschauspieler R ü t h l i n g zu folgenden Versen
[20]
:
"Eines Abends noch sehr späte
Gingen Wassermaus und Kröte
Einen steilen Berg hinan".
"Da sprach die Wassermaus zur Kröte:
Eines Abends es war schon späte
Gehen wir diesen Berg hinan".
"Da sprach zur Wassermaus die Kröte:
Eines Abends noch sehr späte
Gehen wir diesen Berg hinan!"
"Und so gingen Wassermaus und Kröte
Eines Abends noch sehr späte
Diesen steilen Berg hinan".
Hieraus hat sich das "geflügelte Wort" gebildet:
Eines Abends spöte
Gingen Wassermaus und Kröte

Page 176

Einen steilen Berg hinan . . . .
was dann verschieden fortgesetzt zu werden pflegt.—
[20] Zu finden in der Intendanturbibliothek des Berliner Kgl. Schauspielhauses
(Französischestr. 36) als Einlage im Souffleurbuch von "Richard's Wanderleben" (Lustspiel
in 4. Aufz. nach d. Englischen des John O. Keefe frei bearbeitet v. G. Kettel), zuerst
aufgeführt 1831.

Gleim (1719-1803) sagt in den "Fabeln", Berlin 1756 (anonym), S. 9 am
Schlusse der 4. Fabel: "Der Löwe, der Fuchs":
(Denn) was von mir ein Esel spricht,
Das acht' ich nicht.—
Im "Musenalmanach für das Jahr 1798", hrsg. von J. H. Voss, dichtet
G l e i m:
"Beim Lesen eines wizreichen Buchs".
"Wiz auf Wiz!
Bliz auf Bliz!
Schlag auf Schlag!
Ob's auch einschlagen mag?"
Hieraus entstammt unser:
Witz auf Witz! Schlag auf Schlag!
vrgl. R a u p a c h s "Schleichhändler" (1828)2, 9, wo der Bader Schelle sagt: "Und so ging
der Witz immer weiter, Schlag auf Schlag".—

Fr. K. von Moser (1723-98) schrieb an H a m a n n ein "Treuherziges
Schreiben eines Layen-Bruders im Reich an den
Magum im Norden
oder doch in Europa, 1762" (Mosers "Moral. u. pol. Schrift." Bd. 1,
Frankf. a. M. 1766, S. 503). Hamann adoptierte das Wort sofort und nannte
sich
Magus im Norden und Magus des Nordens.—

Page 177

Anton Friedrich Büsching (1724-93) übersetzte "Geographie" zuerst mit
Erdbeschreibung.
Der 1. Teil seiner "Erdbeschreibung" erschien 1754 in Hamburg.—

Klopstock (1724-1803) singt wiederholt in seiner Ode "der Zürchersee"
(1750), Dichterunsterblichkeit sei
des Schweisses der Edlen wert.—
Saat, von Gott gesäet, dem Tage der Garben zu reifen,
was K l o p s t o c k 1758 auf seiner Meta Grab in Ottensen bei Altona setzen
liess, was seine zweite Gattin 1803 ihm auf's Grab setzte, und womit
R ü c k e r t sein Gedicht "Die Gräber zu Ottensen" schliesst, ist der 845.
Vers des 11. Gesangs des "Messias" (1768). K l o p s t o c k lehnt sich hier
an Vers 5 und 6 des 125. Psalms an: "Die mit Thränen säen, werden mit
Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und
kommen mit Freuden und bringen ihre Garben".—

Immanuel Kants (1724-1804)
kategorischer Imperativ
kommt zuerst in seiner 1785 zu Riga herausgegebenen "Grundlegung der
Metaphysik der Sitten" vor, wo es im zweiten Abschnitt heisst: "Alle
Imperativen gebieten entweder hypothetisch oder
c a t e g o r i s c h. Jene stellen die praktische Notwendigkeit einer möglichen
Handlung als Mittel zu etwas Anderem was man will (oder doch möglich
ist, dass man es wolle) zu gelangen vor. Der categorische Imperativ wird
der sein, welcher diese Handlung als für sich selbst, ohne Beziehung auf
einen andern Zweck, als objektiv notwendig vorstellt". Weiterhin sagt
K a n t: "Dieser I m p e r a t i v mag der d e r S i t t l i c h k e i t heissen".—

Karl Wilhelm Ramlers (1725-98) Ode: "Der Triumph", worin er
Friedrich den Grossen feierte, beginnt:
Schäme dich, Kamill,

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(Dass du mit vier Sonnenpferden
In das errettete Rom zogst),
weil der König am 30. März 1763 nach dem Friedensschlusse dem
festlichen Empfange der Berliner aus dem Wege gegangen war.—
Ja, Bauer! das ist ganz was Anders,
steht in R a m l e r s "Fabellese" (Berlin 1783-90), 1, 45 in der Fabel "Der
Junker und der Bauer", einer Umschmelzung der Fabel Michael Richeys,
welche in dessen "Deutschen Gedichten" (herausg. von Gottfried Schütz in
Hamburg von 1764-66) im 1. Bande unter dem Titel "Duo quum faciunt
idem, non est idem" (Wenn zwei dasselbe thun, ist's nicht dasselbe) die
einhundertneunzehnte Nummer der 4. Abt. "Sinn- und Scherzgedichte" ist,
und wo der entsprechende Vers lautet:
Ja, Bauer, das ist ganz ein anders!
Die dort erzählte Geschichte ist alt.[21]—
[21] H a l l i w e l l "Dictionary of archaic and provincial words", Lond. 1844-1845, führt
die alte sprichwörtliche Redensart "The case is altered, quoth Plowden" (der Fall ist ein
anderer, sprach Plowden) auf diesen ausgezeichneten Juristen zur Zeit der Königin Maria
von England (1553-58) zurück. In "Tales and quicke Answeres", (o. J. um 1535) wird sie
von einem Bauer in Seeland erzählt; (Shakespeare Jest-Boocks. W. Carew Hazlitt. Lond.
1860. Vol. I. 2. Abt. S. 134, No. 121); auch E r a s m u s in "Ecclesiastae sive de ratione
concionandi" (2. Ausg., 1536, S. 454) nennt sie eine Seeländische Geschichte. Nach
"Luthers Tischreden", Eisleben, 1566, S. 612 erzählte sie L u t h e r 1546. Dort heisst es:
"Da sprach der Schultes: 'War's meine Kuh? Das ist ein ander Ding'". In "B i d e r m a n n i
ex societate Jesu Acroamatum libri 3" wird in 3, 1, 13 sprichwörtlich "die Kuh des Praetor"
angeführt. Eine andere Geschichte, in der einem Bauer doppeltes Recht, das zweite Mal
mit den Worten: "Mein Bauer, das wär ein anders" in Aussicht gestellt wird, erzählt
G r i m m e l s h a u s e n im "Wunderbarlichen Vogelnest", 1, 6 (1672); er wiederholt sie im
"Deutschen Michel", 8.

Ach, wie ist's möglich dann,
Dass ich dich lassen kann
ist der Anfang eines um 1750-1780 entstandenen Volksliedes. ("Deutscher
Liederhort" von Erk und Böhme, 1893, No. 548.) Zur ersten Strophe sind
zwei hinzugedichtet; diese drei bilden den jetzt üblichen Text, den G e o r g
S c h e r e r ("Volkslieder", 1868, No. 40) mitteilt. Der neue Text ist
komponiert von Moritz E r n e m a n n: "Acht Lieder. Berlin 1825"; darin
steht unter dem Texte: H e l. (mina) v . C h é z y (1783-1856).

Page 179

Die jetzt übliche Melodie hat F r i e d r i c h K ü c k e n (geb. 1810, † 1882) komponiert.
Die "Gartenlaube" machte Louis Böhmer ( † 1860) zum Dichter und Komponisten des
Liedes, was H o f f m a n n v o n F a l l e r s l e b e n "Unsere volkstümlichen Lieder", 3.
Aufl., Leipzig 1869, S. 159 eine Schrulle nennt. Erk schrieb darüber an Büchmann: "Der
Bummelante Böhner kann nichts dazu, dass ihm unverständige Leute die Melodie
zugeschrieben haben".—

Morgen, morgen! nur nicht heute![22]
(Sprechen immer träge Leute)
ist der Anfang des Liedes "Der Aufschub" von Christian Felix Weisse
(1726-1804) in dessen "Liedern für Kinder", 1766, verm. Aufl. Mit neuen
Melodien v. J. A. H i l l e r, (Leipz. 1769, S. 104-5). Laut Vorrede sind die
Lieder von S. 100 an hier neu hinzugekommen.—
[22] "Also das Eilige auf Morgen" sprach A r c h i a s lächelnd zu Pelopidas und steckte
den Brief zu sich, welchen ihm dieser als eilig überbrachte. Das "οὐκοῦν εἰς αὔριον τὰ
σπουδαῖα" wurde nach P l u t a r c h ("Pelopidas" c. 10) sprichwörtlich in Griechenland.

Aus Gotthold Ephraim Lessings (1729-81) "Sinngedichten" (1753)
citieren wir den Schluss des ersten "Die Sinngedichte an den Leser":

Page 180

(Wer wird nicht einen Klopstock loben?
Doch wird ihn Jeder lesen?—Nein.)
Wir wollen weniger erhoben
Und fleissiger gelesen sein.
Geschöpft sind diese Verse aus M a r t i a l s (4, 49) Spottworten an den
Dichter Flaccus:
"Confiteor: laudant illa, sed ista legunt",
"Ja; dich preisen sie hoch, doch lesen thuen sie mich".—
Aus L e s s i n g s "Liedern" (1, 6) citiert man ungenau, aber verbessernd den
Schluss der "Antwort eines trunknen Dichters":
Zu viel kann man wohl trinken,
Doch trinkt man nie genug.
Im Text heisst es: "Doch nie trinkt man genug".—
Aus L e s s i n g s "Hamburger Dramaturgie", 101.-104. Stück, (1768)
stammt:
Seines Fleisses darf sich jedermann rühmen.—
Aus "Emilia Galotti" (1772) 1, 4 ist
Weniger wäre mehr
durch W i e l a n d s Vermittelung entstanden, welcher im Neujahrswunsche
der Zeitschrift "Merkur" von 1774 den Ausspruch des Prinzen:
"Nicht so redlich, wäre redlicher"
folgendermassen umformte:
"Und minder ist oft mehr, wie Lessings Prinz uns lehrt".
(Siehe H e s i o d: "die Hälfte ist mehr als das Ganze" und C e r v a n t e s, in dessen "Don
Quijote" [1, 6 g. E.] der Pfarrer den "Schatz mannichfaltiger Dichtungen" also kritisiert:
"como ellas no fueran tantas, fueran mas estimadas", "wären es nicht so viele, so hätten sie
mehr Wert").—
Das oft wiederholte Wort aus "Emilia Galotti":

Page 181

Raphael wäre ein grosser Maler geworden, selbst wenn er ohne Hände
auf die Welt gekommen wäre,
lautet in derselben Scene eigentlich also:
"Oder meinen Sie, Prinz, dass Raphael nicht das grösste malerische Genie
gewesen wäre, wenn er unglücklicher Weise ohne Hände wäre geboren
worden?"
(S e n e c a "De beneficiis", IV, 21: "Artifex est etiam, cui ad excercendam artem
instrumenta non suppetunt", "auch der ist ein Künstler, dem zur Ausübung der Kunst die
Werkzeuge mangeln").—
Aus "Emilia Galotti" 2, 7 u. 8 wird citiert:
Perlen bedeuten Thränen,
womit L e s s i n g einen Aberglauben wieder auffrischt, der bereits im 9.
Jahrh. verbreitet war. Zu jener Zeit erschienen die "Traumlehren" des
A s t r a m p s y c h u s und des N i c e p h o r u s (her. v. Rigaltius. Par. 1603),
in denen es heisst: "οἱ μάργαροι (bei Niceph.: "μαργαρῖται") δηλοῦσι
δακρύων ῥόον", "Perlen bedeuten einen Thränenstrom".—
Aus "Emilia Galotti" 4, 7 stammt:
Wer über gewisse Dinge den Verstand (5, 5: seinen Verstand) nicht
verliert, der hat keinen zu verlieren.
Gewiss kam der in spanischer Litteratur so bewanderte L e s s i n g auf diese
Wendung durch Baltazar G r a c i a n s Wort: "Muchos por faltos de sentido,
no le pierden"—"Viele verlieren den Verstand deshalb nicht, weil sie keinen
haben" ("Oraculo manual" § 35, 1637 zuerst erschienen, übersetzt von Arth.
S c h o p e n h a u e r: "Handorakel" 3. Aufl. 1877, S. 22).—
In "Emilia Galotti" 4, 7 heisst es ferner:
(Ha, Frau,) das ist wider die Abrede.
S c h i l l e r lässt in "Kabale und Liebe", 2, 3, Ferdinand, und im "Fiesco", 2, 9, den Mohren
diese Worte sagen. Fr. K i n d legt sie in der Wolfschluchtscene des "Freischütz" dem
Jägerburschen Max in den Mund.—
"Emilia Galotti", 5, 2 steht:
Hohngelächter der Hölle;
und 5, 6:

Page 182

Wer lacht da? (Bei Gott, ich glaub', ich war es selbst).—
Ebenda 5, 7 ruft Emilia, als sie die Rose zerpflückt hat, die ihrem
gemordeten Verlobten Appiani galt, und sie nun, den Dolch im Herzen,
niedersinkt:
Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert.—
"Nathan der Weise" (1779) enthält 1, 2:
Es ist Arznei, nicht Gift, was ich dir reiche,
wobei L e s s i n g wohl an Romeos Worte in "Romeo und Julia", 5, 2:
Come cordial, not poison,
Komm Medizin, nicht Gift,
gedacht hat, und 1, 3 (ähnlich 3, 10):
Kein Mensch mnss müssen.—
Als Bekräftigung dient uns das in Lessings "Nathan" 1, 5 sechsmal
vorkommende Wort des Klosterbruders:
Sagt der Patriarch.—
Viel citiert werden auch die Worte Nathans 2, 5:
Nur muss der Eine nicht den Andern mäkeln,
Nur muss der Knorr den Knubben hübsch vertragen,
Nur muss ein Gipfelchen sich nicht vermessen,
Dass es allein der Erde nicht entschossen.—
Der Schluss vom 2. Akt des "Nathan" ist:
Der wahre Bettler ist
(Doch einzig und allein) der wahre König!—
4, 2 steht dreimal:
Thut nichts, der Jude wird verbrannt.—
und 4, 4:

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Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.—

Aus Christoph Martin Wielands (1733-1813) "Idris und Zenide", 3, 10
(1768) citieren wir:
Ein Wahn, der mich beglückt,
Ist eine Wahrheit wert, die mich zu Boden drückt,
was vielleicht dem Worte G r a y s aus "On the Prospect of Eton College"
nachgebildet ist:
Where ignorance is bliss,
't is folly to be wise.
Wo Nichtwissen Seligkeit,
Ist es Thorheit klug zu sein.—
W i e l a n d ist ferner durch seine Worte in "Musarion" (1768 B. 2, V. 142,
in späteren Ausgaben, V. 135):
Die Herren dieser Art blend't oft zu viel Licht;
Sie seh'n den Wald vor lauter Bäumen nicht,
der Schöpfer der Redensart:
Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen
geworden, die er in seiner "Geschichte der Abderiten" (1774), V. 2
wiederholt. B l u m a u e r bestätigt diese Autorschaft Wielands durch
"Aeneis", B. 2, Str. 9:
Er sieht oft, wie Herr Wieland spricht,
Den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Eigentlich aber hat Wieland nur ein älteres Wort "die Stadt vor lauter
Häusern nicht sehen" umgeändert, welches J. Eiselein ("Sprichwörter" S.
576) falsch auf Agricola zurückführt, und das französischen Ursprungs ist.
[23]
Auch fühlt man sich erinnert an Ovids (Trist. 5, 4, 9 und 10):
"Nec frondem in silvis, nec aperto mollia prato

Page 184

Gramina, nec pleno flumine cernit aquas."
"Weder die Blätter im Wald, noch auf sonniger Wiese die zarten
Gräser, noch im Fluthstrom weiss er das Wasser zu seh'n."
und an des Properz (1, 9. 16): "Medio flumine quaerere aquam", "mitten im
Fluss das Wasser suchen".—
[23] Edouard Fournier "l'Esprit des Autres", 7. Ausg., S. 2 citiert ein Lied eines
poitevinischen Bauern:

La hauteur des maisons
Empêch' de voir la ville.
Dies Citat scheint aus der Luft gegriffen. Die Redensart steht vielmehr in "Les bigarrures et
touches du seigneur des Accords. Avec les Apophthegmes du Sieur Gaulard. Et les
Écraignes dijonnoises. Dernière édition, revue et beaucoup augmentée. Paris. Jean Richter
1603". Der besondere Titel des zweitgenannen Werkes ist: "Les contes facétieux du sieur
Gaulard, gentilhomme de la Franche Comté Bourguignotte" (sic!). (1. Ausg. 1582.) S. 21
heisst es: "Als er in Paris war und durch die Strassen ging, sprach er: Jeder sagte mir, ich
würde eine so grosse und schöne Stadt sehen; aber man machte sich über mich lustig; denn
man kann sie nicht sehen wegen der Menge von Häusern, die den Umblick verhindern".
Sam. G e r l a c h teilt dann in "Eurapeliae" (Lübeck 1639), 3. Hundert, No. 7-29 närrische
Reden und Wendugen des M. Gaulard mit und erzählt No. 24 die eben erwähnte
Äusserung.—Z i n c g r e f - W e i d n e r ("Apophthegmata", 3. T. 1653 S. 55 und 5. T. 1655
S. 112) wiederholt die Geschichte und nennt den Erzähler (S. 118) Herrn Gaulardt, Baron
aus Burgundien.
In W i e l a n d s "Oberon" (1780) steht
1, 1:
Ritt in das alte romantische Land,
5, 30:
Nichts halb zu thun ist edler Geister Art,
7, 75:
Ein einz'ger Augenblick kann Alles umgestalten.—
Aus W i e l a n d s Singspiel "Alceste", 4, 2 wird citiert:
Noch lebt Admet (in deinem Herzen).
1, 2 heisst es:
noch

Page 185

Lebt dein Admet.—

August Ludwig von Schlözer (1735-1809) wurde in gerechtem Zorn
über die Hinrichtung der "Hexe" Anna Göldi aus Glarus zum Schöpfer des
Wortes
Justizmord.
Nämlich in seinen "Staatsanzeigen" (1782-93; 2. Bd., S. 273) steht ein
Aufsatz von ihm: "Abermaliger Justizmord in der Schweiz 1782". In der
Fussnote heisst es:
"Ich verstehe unter diesem neuen Worte die Ermordung eines Unschuldigen, vorsätzlich,
und sogar mit allem Pompe der heiligen Justiz, verübt von Leuten, die gesetzt sind, dass sie
verhüten sollen, dass ein Mord geschehe oder, falls er geschehen, doch gehörig gestraft
werde".
Von "assasins juridiques", Justizmördern, sprach übrigens schon
Vo l t a i r e in einem Briefe an Friedrich II. (Apr. 1777).—

Aus Gottlieb Konrad Pfeffels (1736-1809) "Tobakspfeife" (1782
gedichtet, 1783 im Vossischen "Musenalmanach" S. 159 erschienen) citiern
wir:
Gott grüss Euch, Alter! Schmeckt das Pfeifchen?
und:
Ein andermal von euren Thaten!—

In Gottlob Wilhelm Burmanns (1737-1805) "Kleinen Liedern für kleine
Jünglinge" (Berlin und Königsberg 1777) beginnt das Lied "Arbeit" also:
Arbeit macht das Leben süss.—

Von Matthias Claudius (1740-1815) citieren wir:
Ach, sie haben
Einen guten Mann begraben;
Und mir war er mehr

Page 186

aus seinem Gedichte "Bei dem Grabe meines Vaters" (I. und II. T. d.
"Wandsbecker Bothen", Hamburg 1775, S. 96); aus seinem 1775 im
Vossischen "Musenalmanach" auf das Jahr 1776 erschienenen, von Joh.
André ("Musikal. Blumenstrauss", Offenbach 1776) komponierten
"Rheinweinlied":
Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre Reben,
und aus seinem im Vossischen "Musenalmanach" auf das Jahr 1786
erschienenen Liede "Urians Reise um die Welt" die Anfangsverse:
Wenn jemand eine Reise thut,
So kann er was verzählen.—

Die Bezeichnung einer unmöglichen Existenz durch:
Messer ohne Klinge, an welchem der Stiel fehlt
gehört Georg Christoph Lichtenberg (1742-99), der im Göttingenschen
Taschen-Kalender von 1798 ein "Verzeichnis einer Sammlung von
Gerätschaften, welche in dem Hause des Sir H. S. künftige Woche
verauktioniert werden sollen", angeblich "nach dem Englischen" mitteilt, in
welchem Verzeichnis unser Wort den ersten Auktionsartikel bildet.—

Joh. Gottfried Herder (1744-1803) nannte (in der 1801 bis 1803
erschienenen "Adrastea", Bd. 3, im Artikel "Kunst-Sammlungen in
Dresden", S. 52-56) Dresden wegen seiner Kunstschätze ein "Deutsches
Florenz", woraus
Elb-Florenz
entstanden ist.—
Aus seinem Gedichte "Der gerettete Jüngling" (in der Sammlung der
Legenden, die Herder in seinen "Zerstreuten Blättern", 6. Sammlung, Gotha
1797, S. 285-289 gab) wird citiert:
Eine schöne Menschenseele finden
Ist Gewinn.—

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Aus H e r d e r s Gedicht "Der Gastfreund" wird
Nur über meinen Leichnam geht der Weg
nicht nach S c h i l l e r s Fassung ("Wallenst. Tod" 5, 7):
Erst über meinen Leichnam sollst du hingehn,
sondern nach K ö r n e r s ("Hedwig" 3, 10) also citiert:
Nur über meine Leiche geht der Weg.—
H e r d e r s Gedicht "Die wiedergefundenen Söhne" ("Adrastea" 2, 200-204,
Lpz. 1801) bietet:
Was die Schickung schickt, ertrage!
Wer ausharret wird gekrönt.
Die erste Zeile stammt wohl aus S h a k e s p e a r e s (Heinrich VI., T. 3, 4,
3):
"What fates impose, that men must needs abide".—
Der von H e r d e r bearbeitete "Cid" (1805) beginnt:
Trauernd tief sass Don Diego.—
Im 28. Gesange heisst es:
Rückwärts, rückwärts, Don Rodrigo!
- - - -
Rückwärts, rückwärts, stolzer Cid!—
Der 51. Gesang enthält:
"Auf ins Feld! Es geht zum Siege,
Krieger, gen Valencia!"
was wir nach Pius Alex. W o l f f s "Preciosa" (1821) 4, 12 in der Form
citieren:
Auf (denn)—nach Valencia!
R e i n h o l d K ö h l e r, "Herders Cid und seine französische Quelle", (Lpz. 1867) hat
nachgewiesen, dass mit Ausnahme von 14 Romanzen Herders Cid eine bald mehr bald
weniger treue metrische Übertragung einer namenlosen französischen Prosabearbeitung

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der spanischen Cid-Romanzen in der "Bibliothèque universelle des Romans", (1783, Juli)
ist. Die 22 ersten Romanzen erschienen in der "Adrastea" 5, 165-239, Leipz. 1803.—

Karl Arnold Kortum[24] (1745-1824) lässt in T. I, Kap. 19 der 1784 in
Münster erschienenen "Jobsiade" bei den wunderlichen Antworten des
Examinanden stets die Verse wiederkehren:
Über diese Antwort des Kandidaten Jobses
Geschah allgemeines Schütteln des Kopfes.—
[24] Nicht: K o r t ü m.

In Trapps "Braunschweigischem Journal", 11. Stück, Novemberheft
1790, schlägt der Sprachreiniger Joachim Heinrich Campe (1746-1818) auf
S. 280-282:
Zerrbild
oder: "Zerr-gemälde" für "Karikatur" vor und für "Delicatesse" auf S. 282:
Zartgefühl,
was W e i g a n d ohne Begründung auf L e s s i n g zurückführt. In W i e l a n d s "Pervonte"
(1778) wird das Wort noch wie "Zärtlichkeitsgefühl" gebraucht, wenn (3. Teil) Vastola
sagt:
"Wo nimmt es wohl Pervonte her,
Dass unser einer sich von Zartgefühlen nähre?"—

In seiner Schrift "Über die Reinigung und Bereicherung der deutschen
Sprache" (Dritter Versuch. Verb. u. verm. Ausg., Brnschw. 1794,
Ausübender Teil, S. 284) empfahl C a m p e für "Rendez-vous" das Wort
"Stell-dich-ein", welches wir jetzt
Stelldichein
schreiben. Ebenda (S. 14) spricht er von dem "anfangs so laut verworfenen,
nachher von vielen guten Schriftstellern angenommenen Wort":
Umwälzung
für "Revolution". Dies Wort hatte er in den "Briefen aus Paris" zum ersten
Male versucht, welche im "Braunschweigischen Journal" abgedruckt

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wurden. Im 3. Bd., 1789, 2. Brief aus Paris, steht S. 303:
Staatsumwälzung.—

Aus Friedrich Justin Bertuchs (1747-1822) Lied "Das Lämmchen"
("Wiegenliederchen", Altenburg 1772, S. 30) wird
Ein junges Lämmchen, weiss wie Schnee,
und:
Die Freuden, die man übertreibt,
Die Freuden werden Schmerzen.
in der Form citiert:
Die Freuden, die man übertreibt,
Verwandeln sich in Schmerzen.—

Gottfr. Aug. Bürgers (1748-94) Gedicht "Die Weiber von Weinsberg"
(1774) enthält:
O weh, mir armen Korydon!,
eine Klage, die sich ursprünglich auf den in unerwiderter Liebe zum
schönen Alexis hinschmachtenden Schäfer Korydon in Ve r g i l s 2.
Ecloge[25] bezieht, der den Namen seinem Vorbilde Theokrit entlehnte, in
dessen 4. Idylle Korydon handelnd auftritt, während er Idylle 5, 6 nur
erwähnt wird. Bürger benutzte ein altes Studentenlied, in dem ein Vers
beginnt:
O weh, mir armen Choridon, o weh!
("Studentenlieder des 17. und 18. Jahrh.", herausg. v. Rob. u. Rich. Keil,
1861, S. 171.) Zu erinnern ist hier auch noch an das Gedicht des Adam
Olearius:
"Coridons Klage über die jetzige verkehrte Welt".—
[25] Vrgl. Vers 69:

"Ah, Corydon, Corydon! Quae te dementia cepit!"

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"Korydon, Korydon, Ach! Welch Wahnsinn hat dich ergriffen!"
Wonach dann bei Iuvenal 9, 102 "O Corydon, Corydon!" so viel heisst, wie "O du Hans
Narr!"—
In B ü r g e r s "Lenore" (Göttinger Musenalmanach von 1774, S. 214)
Strophe 1, 3 steht:
Bist untreu, Wilhelm, oder todt?—
Strophe 2, 2 bietet:
Des langen Haders müde.—
und Strophe 9, 1 u. 2 enthält das Wort:
Hin ist hin!
Verloren ist Verloren!—
Der 6. Vers der 20. Strophe dieses Gedichtes, der mehrmals darin
wiederholt wird:
Die Toten reiten schnell!
ist nicht Bürgers Erfindung, sondern (nach A l t h o f "Leben Bürgers"
Göttingen 1798, S. 37) dem Munde eines Bauermädchens entnommen, das
er einst im Mondschein singen hörte:
Der Mond, der scheint so helle,
Die Toten reiten so schnelle,
Fein's Liebchen, graut dir nicht?
Diese wenigen Worte hätten ihm nie wieder aus dem Sinne gewollt, und aus
ihnen hätte sich nach und nach das gewaltige Lied "Lenore" gestaltet.
Nach H e r d e r s erst 1815 nach seinem Tode erschienener Recension (Ausg. Suphan, Bd.
20, S. 377-379) des Althofschen Buches hat Herder in seiner Kindheit in einer Weltecke in
Ostpreussen oft ein Zaubermärchen erzählen hören, in dem der Refrain (und zwar mit einer
Antwort vermehrt) gerade die Strophe war, die Bürger singen hörte. Der Geliebte nämlich
reitet mit der Geliebten in einer kalten, mondhellen Winternacht und spricht sie im
Weiterreiten wiederholt an:
Der Mond scheint hell,
Der Tot reit't schnell,
Feinsliebchen, grauet dir?

worauf sie antwortet:

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Und warum sollt's mir grauen?
Ist doch Feinslieb bei mir.
"Die Toten reiten schnell", heisst es auch in dem in "Des Knaben Wunderhorn" (B. II, S.
19; 1. Ausg. 1808) mitgeteilten Liede "Lenore", welches die Überschrift hat: "Bürger hörte
dieses Lied nachts in einem Nebenzimmer". L. E r k hält es nicht für ein Volkslied. Die
Überschrift "Aus dem Odenwald", welche es in der 2. Ausg. v. J. 1846 bekommen hat,
enthält wohl nur eine Mutmassung. Erk hat kein solches Lied im Odenwald ausfindig
machen können. In der Bearbeitung von Achims v o n A r n i m und Clemens'
B r e n t a n o "Des Knaben Wunderhorn", die B i r l i n g e r und C r e c e l i u s 1876
lieferten, steht es T. 2, S. 263 und ist betitelt "Die Toten reiten schnell". In H e i n e s
"Französischen Zuständen", Brief XIII vom 25. Juli 1840 heisst es:
"Auf den hiesigen Boulevards-Theatern wird jetzt die Geschichte Bürgers, des
deutschen Poeten, tragiert; da sehen wir, wie er, die Leonore dichtend, in
Mondschein sitzt und singt: Hurrah! les morts vont vite—mon amour, crains-tu
les morts?"
Schon Mme de Staël (1813: "De l'Allemagne" XIII) citierte bei Besprechung Bürgers das
"Les morts vont vite".—
Aus der Schlussstrophe der "Lenore" ist:
Geduld! Geduld! wenn's Herz auch bricht!—
Aus B ü r g e r s "Der Kaiser und der Abt" ("Gedichte", Götting. 1778)
stammt:
Drei Männer umspannten den Schmerbauch ihm nicht,
und:
Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht,
Hätt' sicher aus Häckerling Gold schon gemacht.—
B ü r g e r s Ballade "Die Entführung, oder Ritter Karl von Eichenhorst und
Fräulein Gertrude von Hochburg" (Januar 1778) beginnt:
Knapp', sattle mir mein Dänenross,
Dass ich mir Ruh erreite.—
B ü r g e r s "Trost" (vermutlich 1786):
Wenn dich die Lästerzunge sticht,
So lass dir dies zum Troste sagen:
Die schlechtsten Früchte sind es nicht,
Woran die Wespen nagen,

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stand zuerst im Göttinger Musenalmanach für 1787, S. 7.—

Ludw. Heinr. Christoph Höltys (1748-76) 1775 verfasstes, im Vossischen
Musenalmanach für 1776 zuerst gedrucktes Rheinweinlied beginnt:
Ein Leben wie im Paradies.—
Im Jahrgange 1777 des erwähnten Almanachs erschien auch zuerst ein 1776
gedichtetes Lied:
Wer wollte sich mit Grillen plagen?
aus dem dann noch die Verse bekannt sind:
O, wunderschön ist Gottes Erde
Und wert darauf vergnügt zu sein.—
Im Jahrgang 1778 desselben Almanachs steht H ö l t y s ebenfalls 1776
gedichtetes Lied:
Rosen auf den Weg gestreut
Und des Harms vergessen!
Diese beiden Lieder fanden durch J. F. Reichardts Composition die weiteste
Verbreitung.
Endlich finden wir im Vossischen Musenalmanach von 1779 H ö l t y s
Lied:
Üb' immer Treu und Redlichkeit,
das nach der Melodie des Liedes "Ein Mädchen oder Weibchen" aus
Mozarts "Zauberflöte" (1791) gesungen zu werden pflegt.—

Aus Goethe (1749-1832) sind folgende geflügelte Worte. In "Götz von
Berlichingen" (1773) 1. Akt, erwidert Götz den Wunsch Weislingens, er
möge Freude an seinem Sohn Karl erleben, mit dem Spruche:
Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.—
Kurz darauf antwortet Weislingen dem ihm mit den Worten: "Ein fröhlich
Herz!" zutrinkenden Götz:

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Die Zeiten sind vorbei!—
(vrgl. das lächelnde "Tempi passati".)
In G o e t h e s "Clavigo" 1, 1 (1774) sagt Carlos:
Man lebt nur einmal in der Welt;
und Akt 2 am Ende:
Da macht wieder jemand einmal einen dummen Streich.—
Im 4. Akt gegen Ende sind:
Luft! Luft! Clavigo!
die Worte der sterbenden Marie Beaumarchais.—
In "Dichtung und Wahrheit" (14. Buch) gedenkt Goethe seines am 19. Juli
1774 gedichteten Schwankverses "Diné zu Coblenz". Er schildert sich darin
bei Tische zwischen Lavater und Basedow sitzend. Lavater belehrt einen
Geistlichen über die Geheimnisse der Offenbarung; Basedow beweist einem
Tanzmeister, dass die Taufe ein veralteter Gebrauch sei; Goethe widmet
sich unterdessen den Genüssen der Mahlzeit:
Prophete rechts, Prophete links,
Das Weltkind in der Mitten.—
In den "Leiden des jungen Werthers" (1774) B. II, unterm 24. Dez. 1771
lesen wir: "Und das
Glänzende Elend,
die Langeweile unter dem garstigen Volke, das sich hier neben einander
sieht!"
In G e l l e r t s Fabel "Damokles" (1746) hiess es schon:
"Bei aller Herrlichkeit stört ihn des Todes Schrecken
Und lässt ihn nichts, als teures Elend schmecken".

Dies deutet weiterhin auf O v i d, der ("Met." 11, 133) den Midas in
Verzweiflung vor seinen in Gold verwandelten Speisen zum Bacchus beten
lässt:
" . . miserere, precor, speciosoque eripe damno".

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"Sei barmherzig und mach' mich frei von dem glänzenden Übel!"—
In der "Iris" (Jacobis), Bd. 2, St. 3, März 1775, S. 161-224 erschien
G o e t h e s Singspiel "Erwin und Elmire", das im 1. Auftritte des 1.
Aufzuges die Worte enthält:
Ein Schauspiel für Götter,
(Zwei Liebende zu sehn!)
G o e t h e mochte hierzu durch G e l l e r t s Lustspiel "Die zärtlichen Schwestern" (1747)
angeregt worden sein, worin es (2, 6) heisst: "Kann wohl ein schönerer Anblick sein, als
wenn man zwei zärtliche sieht, die es vor Liebe nicht wagen wollen, einander die Liebe zu
gestehen?"—
In "Erwin und Elmire" (a. a. O. S. 242) steht auch das Gedicht "Neue Liebe,
neues Leben" mit dem Anfangsvers:
Herz! mein Herz? was soll das geben?—
Aus G o e t h e s Ballade "Der Fischer"[26] wird citiert:
Kühl bis ans Herz hinan!
und:
Halb zog sie ihn, halb sank er hin.—
[26] In "Volks- und anderen Liedern, mit Begleitung des Fortepiano. In Musik gesetzt
von Siegm. Frhr. v. Seckendorff", Weimar 1779, S. 5, in demselben Jahre von H e r d e r
("Volkslieder", 2. T., S. 3) als "Das Lied vom Fischer" wieder abgedruckt.
Aus der Ballade "Erlkönig" (1782 im Singspiel "Die Fischerin" erschienen,
1781 gedichtet) wird citiert:
Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt.—
Aus dem Gedichte "Das Göttliche" (zuerst im Tiefurter Journal, 1782, No.
40) citieren wir:
Edel sei der Mensch,
Hülfreich und gut.—
Das von G o e t h e am 7. September 1783 an einen Fensterpfosten des
Bretterhäuschens auf dem Gickelhahn bei Ilmenau geschriebene Lied:
Über allen Gipfeln ist Ruh

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schliesst:
Warte nur, balde
Ruhest du auch!—
Am 16. März 1787 schrieb G o e t h e in Bezug auf seine "Iphigenie" in
Caserta:
So eine Arbeit wird eigentlich nie fertig.—
"Iphigenie", 1787, bietet in 1, 2 die Worte der Titelheldin:
Das Land der Griechen mit der Seele suchend
und:
Ein unnütz Leben ist ein früher Tod
und:
Das Wenige verschwindet leicht dem Blick,
Der vorwärts sieht, wie viel noch übrig bleibt,
ferner die des Arkas:
Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort
Der Frauen weit geführt.—
In G o e t h e s "Iphigenie" 1, 3 stehen die Worte des Thoas:
Du sprichst ein grosses Wort gelassen aus
und:
Man spricht vergebens viel, um zu versagen;
Der andre hört von allem nur das Nein;
in 2, 1 die Worte des Pylades:
Lust und Liebe sind die Fittige
Zu grossen Thaten;
endlich in 3, 1 die Worte des Orest an Iphigenie:
Zwischen uns sei Wahrheit!

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die Friedrich Wilhelm IV., der belesene Fürst, am 11. Apr. 1847 dem
vereinigten Landtage zurief.—
Das Beste ist gut genug
ist entnommen aus G o e t h e s "Italiänischer Reise", unter "Neapel", am
Ende des 2. Briefes vom 3. März 1787, wo es heisst: "In der Kunst ist das
Beste gut genug".—
A r i s t o p h a n e s, der Dichter des von Goethe 1787 übersetzten Lustspiels
"Die Vögel" wird im Epiloge zu dieser Übersetzung von G o e t h e
der ungezogene
Liebling der Grazien
genannt, ein Wort, das später gern auf Heinrich H e i n e angewendet wurde.
Vielleicht zuerst 1846 von L. S c h ü c k i n g (s. dessen
"Lebenserinnerungen" 1886, Bd. 2, S. 137 und 140).—
Aus G o e t h e s "Egmont" (1788) werden die Worte 3, 2:
Ich versprach dir einmal Spanisch zu kommen
von demjenigen citiert, welcher mit einem Rohrstocke droht.—
Clärchens Lied in "Egmont", Akt 3:
Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein;
Langen
Und Bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt,
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt,
wurde uns zu einer Kette von "Geflügelten Worten". "Langen" hat hier die
Bedeutung von "Verlangen tragen", "sich sehnen" (englisch: to long), und
wird oft in "Hangen" verändert.

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Geschah dies zuerst durch B e e t h o v e n, der 1810 die Musik zum Egmont mit dieser
Veränderung drucken liess? In der Handschrift des Egmont auf der Königl. Bibliothek zu
Berlin steht von G o e t h e s Hand: "Langen"; "Hangen" wurde wohl durch die
'schwebende Pein' hervorgerufen. Das Volk singt wie der vermeintliche Schneidergeselle in
H e i n e s "Harzreise" (1824):
Freudvoll und leidvoll,
Gedanken sind frei.
"Zum Tode betrübt" entlehnte G o e t h e den Worten Jesu (Matth. 26, 38; Mark. 14, 34):
"Meine Seele ist betrübt bis an den Tod".—

Auch sind die gegen Ende des 5. Aktes von Egmont gesprochenen Worte zu
verzeichnen:
Süsses Leben! schöne freundliche Gewohnheit des Daseins und
Wirkens! von dir soll ich scheiden!—
Aus dem Singspiele "Die ungleichen Hausgenossen", woran G o e t h e
1785-89 arbeitete, ist das zuerst in Schillers Musen-Almanach für 1796
veröffentlichte Gedicht: "Antworten bei einem gesellschaftlichen
Fragespiel". Daraus führen wir an die Worte eines "Erfahrenen":
Geh' den Weibern zart entgegen,
Du gewinnst sie auf mein Wort.
Und wer rasch ist und verwegen,
Kommt vielleicht noch besser fort.
Doch, wem wenig d'ran gelegen
Scheinet, ob er reizt und rührt,
Der beleidigt, der verführt.—
Aus dem 1789 im 8. Bd. von "Goethes Schriften" (Leipz., Göschen)
erschienenen Gedichte "Beherzigung" wird die Schlussstrophe citiert:
Eines schickt sich nicht für alle!
Sehe jeder, wie er's treibe,
Sehe jeder, wo er bleibe,
Und wer steht, dass er nicht falle.
Der letzte Vers beruht auf 1. Korinther 10, 12: ". . . wer sich lässt dünken, er stehe, mag
wohl zusehen, dass er nicht falle", während der erste Vers aus lateinischer Quelle geflossen
zu sein scheint. Vrgl. C i c e r o pro Roscio Amerino 42, 122: "Non in omnes, arbitror,

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omnia convenire"; P r o p e r z 4, 9, 7: "Omnia non pariter rerum sunt omnibus apta";
T a c i t u s "Ann." 6, 54: "non eadem omnibus decora" und P l i n i u s "Epist." 6, 27: "non
omnibus eadem placent, nec conveniunt quidem".—
Unmittelbar hinter diesem Gedichte stand dasjenige, welches jetzt
"Erinnerung" heisst:
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh', das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen:
Denn das Glück ist immer da.
Das Gedicht: "Frisches Ei, gutes Ei" endigt:
Begeisterung ist keine Heringsware,
Die man einpökelt auf einige Jahre.—
Das Gedicht: "Wie du mir, so ich dir" heisst:
Mann mit zugeknöpften Taschen,
Dir thut niemand was zu lieb;
Hand wird nur von Hand gewaschen;
Wenn du nehmen willst, so gieb!
vrgl.: "manus manum lavat".—
Aus G o e t h e s "Tasso" (1790) citieren wir:
Du siehst mich lächelnd an, Eleonore, (1, 1)
(Und siehst dich selber an und lächelst wieder);
Die Stätte, die ein guter Mensch betrat,
Ist eingeweiht; (1, 1)
Es bildet ein Talent sich in der Stille,
Sich ein Charakter in dem Strom der Welt; (1, 2)
(Doch—haben alle Götter sich versammelt
Geschenke seiner Wiege darzubringen:)
Die Grazien sind leider ausgeblieben. (2, 1)—
Das 2, 1 vorkommende:

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"So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt"
wird in der Form citiert:
Man merkt die Absicht und man wird verstimmt.—
In derselben Scene finden wir das Wort Tassos:
Erlaubt ist, was gefällt,
was dem
libito fè licito
aus D a n t e s "Hölle" V, 55 nachgeahmt zu sein erscheint, aber von Goethe
aus T a s s o s Schäferspiel "Aminta" entnommen ist, worin die zweite
Strophe des Chorliedes am Ende des ersten Aktes mit den Worten schliesst:
"ein goldnes, glückliches Gesetz,
Das die Natur schrieb: Wenn's gefällt, so ziemt's,"
wie überhaupt die begeisterten Worte über die goldene Zeit, die Goethe hier
dem Tasso in den Mund legt, eine Umschreibung dieses Chorgesanges sind.
Zu Grunde liegt wohl dem Allem das freche "si libet, licet", was Julia zu
ihrem Stiefsohn Caracalla sagte, als er sie zum Weibe begehrte (bei
S p a r t i a n: "Antonin. Caracalla", c. 10).
—Die Prinzessin erhebt dann bei Goethe sofort den Spruch des Dichters zu
dem einfach schönen:
"Erlaubt ist, was sich ziemt",
wozu sie ihm den Weg durch die Worte weiset:
Willst du genau erfahren, was sich ziemt,
So frage nur bei edlen Frauen an.
Die Gegenüberstellung des "Erlaubt ist, was gefällt", und des "Erlaubt ist, was sich ziemt",
verdankte Goethe entweder dem Schäferdrama "Il pastor fido" (1585) des G u a r i n i
(Mailand. 1807. S. 368ff.), der in bewusstem Gegensatze zu Tassos Worten singt: "Wenn es
sich ziemt, gefällt's" ("piaccia, se lice"), oder er entnahm es diesen ihm wohl durch Herder
zugänglich gemachten Versen des Jakob B a l d e (geb. 1603, gest. 1668; "Poemata" Colon.
1660. "Lyric." IV, Od. 14. Str. 12):

"Ardente Roma: QVOD LIBET, HOC LICET
Clament NERONES: QVOD LICET, HOC LIBET;

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TRAJANE, dices. At nec omne
Quod licet, hoc libeat regenti."
Herder arbeitete, ehe der "Tasso" erschien, an einer Übersetzung des Balde. In der
"Terpsichore" I. T. 1795 lautet bei ihm die obige Strophe (s. "Sämtl. Werke", her. v. B.
Suphan, Bd. 27, S. 67):
"N e r o n e n singen, während dem Brande Roms:
'E r l a u b t i s t , w a s b e l i e b e t'. Mein König singt:
'N u r w a s e r l a u b t i s t , d a s b e l i e b t m i r'.
Königen auch ist erlaubt nicht Alles".—

Aus G o e t h e s "Faust. Ein Fragment". (Echte Ausgabe. Leipzig, Göschen.
1790) wird citiert:
Nacht.
Faust: Da steh' ich nun, ich armer Thor!
Und bin so klug, als wie zuvor.
Es möchte kein Hund so länger leben!
Urväter Hausrat.
Welch Schauspiel! aber ach! ein Schauspiel
nur!
Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein!
Geist: (So schaff ich) am sausenden Webstuhl der Zeit.
Faust: Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht
erjagen.
Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen.
Wenn es euch nicht von Herzen geht.
Wagner: (Allein) der Vortrag macht des Redners Glück.
Faust: Es trägt Verstand und rechter Sinn
Mit wenig Kunst sich selber vor.
Wagner: (Und) wie wir's dann zuletzt so herrlich weit
gebracht.—

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Faust. Mephistopheles.
(Seit der Ausgabe von 1808: Studierzimmer.)
Mephist.: Ich sag' es dir: ein Kerl, der spekuliert,
Ist wie ein Tier, auf (einer Heide. Seit 1808:)
dürrer Heide
Von einem bösen Geist im Kreis herum geführt,
Und rings umher liegt schöne grüne Weide.—

(Schülerscene.)
Mephist.: In spanische Stiefel eingeschnürt.
Mephist.: Irrlichteriere(n)
Schüler: Mir wird von allem dem so dumm,[27]
Als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum.
Schüler: Denn was man schwarz auf weiss besitzt
Kann man getrost nach Hause tragen.
Mephist.: Es erben sich Gesetz' und Rechte
Wie eine ew'ge Krankheit fort.
Mephist.: (Vernunft wird Unsinn, Wohlthat Plage;)
Weh dir, dass du ein Enkel bist!
(Vom Rechte, das mit uns geboren ist,
Von dem ist leider nie die Frage.)
Mephist.: Im Ganzen—haltet euch an Worte!
Am besten ist's auch hier, wenn ihr nur Einen
hört
Und auf des Meisters Worte schwört.
(vrgl. H o r a z "Epist." I, 1, 14, "jurare in verba magistri".)

Mephist.: Denn eben wo Begriffe fehlen,
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.

Page 202

Mephist.: Ich bin des trocknen Tons nun satt.
Mephist.: Der Geist der Medizin ist leicht zu fassen.
Mephist.: Doch der den Augenblick ergreift,
Das ist der rechte Mann.
Mephist.: Besonders lernt die Weiber führen;
Es ist ihr ewig Weh und Ach
So tausendfach
Aus einem Punkte zu kurieren.
Schüler: Das sieht schon besser aus! Man sieht doch, wo
und wie.
Mephist.: Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldner Baum.
Mephist.: (Folg' nur dem alten Spruch und meiner Muhme, der
Schlange),
Dir wird gewiss einmal bei deiner
Gottähnlichkeit bange!
Mephist.: Sobald du dir vertraust, sobald weisst du zu
leben.—
[27] In den späteren Bearbeitungen: von alle dem.

Auerbach's Keller in Leipzig.
Siebel: (Fühlt man erst recht) des Basses Grundgewalt.
Brander: Ein garstig Lied! Pfui! Ein politisch Lied!
Brander: Hatte sich ein Ränzlein angemäst't Als wie der
Doktor Luther.
Mephist.: (Mit) wenig Witz und viel Behagen.
Frosch: Mein Leipzig lob' ich mir!

Page 203

Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.
Schon in einer Beschreibung Leipzigs vom Jahre 1768 heisst es "Paris im Kleinen"
(Düntzers Faust, 2. Aufl.) und in dem seltenen Buche "Gepriesenes Andencken von
Erfindung der Buchdruckerey . . .", Lpzg. 1740, singt der Magister und Rektor in
Sangerhausen, Christian Gottlob K ä n d l e r (S. 139):
"So schlecht der Fremde von uns spricht,
So untersteht er sich doch nicht,
Was Leipzig drucket zu verschmähen,
Papier und Littern sind zu schön,
Er denkt zum Schluss: Paris zu sehen,
Allein er siehet Leipzig stehn".

Mephist.: Den Teufel spürt das Völkchen nie,
Und wenn er sie beim Kragen hätte.
Spanien, das Land des Weins und der Gesänge
entwickelte sich aus den Worten des Mephistopheles:

"Wir kommen erst aus Spanien zurück,
Dem schönen Land des Weins und der Gesänge".
Frosch: Denn wenn ich judicieren soll,
Verlang' ich auch das Maul recht voll.
Brander: Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen
leiden,
Doch ihre Weine trinkt er gern.
Alle singen: Uns ist ganz kannibalisch wohl
Als wie fünfhundert Säuen.—

Hexenküche.
Mephist.: (Auch) die Kultur, die alle Welt beleckt,
(Hat auf den Teufel sich erstreckt).
Mephist.: Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben.
Mephist.: Dies ist die Art, mit Hexen umzugehn.

Page 204

Mephist.: (Denn) ein vollkommner Widerspruch
Bleibt gleich geheimnisvoll für Kluge wie für
Thoren.
Mephist.: Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur
Worte hört,
Es müsse sich dabei doch auch was denken
lassen.—
Strasse.
Faust: Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
Meinen Arm und Geleit ihr anzutragen?—
Abend.
Margarete: Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch Alles!
Mephist.: Gleich schenken? Das ist brav! Da wird er
reüssieren!—
Der Nachbarin Haus.
Mephist.: Es ist eine der grössten Himmelsgaben,
So ein lieb Ding im Arm zu haben.
(In späteren Ausgaben: 's ist u. s. w.)
Margarete: Das ist des Landes nicht der Brauch.
Mephist.: Durch zweier Zeugen Mund
Wird allerwegs die Wahrheit kund.
(Dies ruht auf 5. Mos. 19, 15: "Es soll kein einzelner Zeuge wider jemand auftreten,
sondern in dem M u n d e z w e i e r oder dreier Z e u g e n soll die Sache bestehen" und auf
Joh. 8, 17: "Auch stehet in eurem Gesetz geschrieben, dass zweier Menschen Zeugnis
w a h r sei", vrgl. 5. Mos. 17, 6; Matth. 18, 16; 2. Kor. 13, 1; 1. Tim. 5, 19.)

Faust: Wer recht behalten will und hat nur eine Zunge
Behält's gewiss.—

Page 205

Gretchens Stube.
Gretchen: Meine Ruh' ist hin.
Mein Herz ist schwer.—
Marthens Garten.
Faust: Name ist Schall und Rauch,
Umnebelnd Himmelsgut.
Margarete: Es thut mir lang schon weh',
Dass ich dich in der Gesellschaft seh'.
Faust: Es muss auch solche Käuze geben.
Faust: Ahnungsvoller Engel (du)!
Faust: Du hast nun die Antipathie!
Margarete: Ich habe schon so viel für dich gethan,
Dass mir zu thun fast nichts mehr übrig bleibt.
Mephist.: Die Mädels sind doch sehr interessiert,
Ob einer fromm und schlicht nach altem
Brauch.
Sie denken, duckt er da, folgt er uns eben auch.
Mephist.: Hab' ich doch meine Freude d'ran!—
Dom.
Gretchen: Nachbarin! Euer Fläschchen!—
Aus G o e t h e s 1794 erschienenem "Reinecke Fuchs" stammt:
Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen.—
Im 11. Kap. des 2. Buches von "Wilhelm Meisters Lehrjahren" (erschienen
1795 und 1796) kommt in dem am Schlusse stehenden Liede des
Harfenspielers (gedichtet 1782):
O Trank der süssen Labe!

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vor. Das Lied erhielt später unter "Balladen" den Titel: "Der Sänger". Hier
sind die Worte verändert in:
O Trank voll süsser Labe!—
Die Worte des Harfenspielers in "Wilhelm Meisters Lehrjahren" 2, 13:
Wer nie sein Brot mit Thränen ass,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend sass,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte
schrieb die Königin Luise in ihr Tagebuch, als sie auf der Flucht nach
Königsberg am 3. Dez. 1806, von einem Schneesturm überfallen, zu
Ortelsburg in ein Bauernhaus einkehren musste. Goethe spricht sich bewegt
hierüber aus in den "Sprüchen in Prosa" (n. 153. Werke 19, 43. Hempel.
vrgl. "Du speisest sie mit Thränenbrot" . . Ps. 80, 6 und "Der Betrübten
Brot" Hosea 9, 4).—
Aus der sich bei G o e t h e anschliessenden Strophe:
Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr lasst den Armen schuldig werden,
Dann überlasst ihr ihn der Pein;
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden,
ist der letzte Vers sehr bekannt. Dahinter steht bei G o e t h e ein anderer
Gesang des Harfenspielers, welcher beginnt:
Wer sich der Einsamkeit ergiebt,
Ach! der ist bald allein!—

Das Land, wo die Citronen blüh'n,
ist aus dem Liede "Mignon" (Wilhelm Meisters Lehrjahre 3, 1): "Kennst du
das Land, wo die Citronen blüh'n?"—
In der 3. Strophe heisst es:
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg,
was auf unklare Menschen angewendet zu werden pflegt.—

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In "Wilhelm Meisters Lehrjahren" 4, 9 stehen Philines Worte:
wenn ich dich lieb habe, was geht's dich an!
G o e t h e citiert sie in "Wahrheit und Dichtung", 14. Buch, also: "Jenes
wunderliche Wort (S p i n o z a s): "Wer Gott recht liebt, muss nicht
verlangen, dass Gott ihn wieder liebe", mit allen den Vordersätzen, worauf
es ruht, mit allen den Folgen, die daraus entspringen, erfüllte mein ganzes
Nachdenken. Uneigennützig zu sein in Allem, am uneigennützigsten in
Liebe und Freundschaft, war meine höchste Lust, meine Maxime, meine
Ausübung, so dass jenes freche spätere Wort
Wenn ich dich liebe, was geht's dich an
mir recht aus dem Herzen gesprochen ist". Das Wort S p i n o z a s steht in
seiner Ethik, pars V, propositio XIX in der Form: "Qui Deum amat, conari
non potest, ut Deus ipsum contra amet".—
Wir citieren die Überschrift des 6. Buches von "Wilhelm Meisters
Lehrjahren", wenn wir
Bekenntnisse einer schönen Seele
sagen.—
G o e t h e s Ballade "Der Zauberlehrling" (zuerst in Schillers Musen-
Almanach für 1798, S. 32) enthält die Worte:
Die ich rief, die Geister,
Werd' ich nun nicht los;
und aus seiner Ballade "Der Schatzgräber" (zuerst ebenda S. 46) wird
citiert:
Tages Arbeit! Abends Gäste!
Saure Wochen! Frohe Feste!—
Aus G o e t h e s Sonett in "Was wir bringen" (Vorspiel bei Eröffnung des
neuen Schauspielhauses zu Lauchstädt: 26. Juni 1802; 19. Auftritt) wird
citiert:
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister.

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Dies Sonett befindet sich mit dem Titel "Natur und Kunst" auch in dem
"Epigrammatisch" überschriebenen Abschnitte seiner Gedichte.—
Im Wieland-Goetheschen "Taschenbuch auf das Jahr 1804", S. 97 steht
G o e t h e s "Tischlied" zum 22. Jan. 1802:
Mich ergreift, ich weiss nicht wie,
Himmlisches Behagen;
und S. 113 das Gedicht "Schäfers Klagelied", das nach Zelters
"Briefwechsel mit Goethe" (I, S. 21 und 41) schon 1802 bekannt war. Am
Ende der zweiten Strophe befinden sich, die das träumende Hinabwandeln
des Schäfers vom Berge schildernden Zeilen:
Ich bin heruntergekommen
Und weiss doch selber nicht wie,
die wir in ganz anderem Sinne ("heruntergekommen" in übertragener
Bedeutung) citieren.—
Aus G o e t h e s (ebenda S. 115-116 zuerst erschienenem) Gedichte "Trost
in Thränen" wurde üblich:
Die Sterne, die begehrt man nicht.
S. 150 ebenda lässt G o e t h e am Ende des Gedichtes "Frühlingsorakel" den
Kuckuck seinen eigenen Namen
Mit Grazie in infinitum
wiederholen.—
Aus dem zu Schillers Todtenfeier am 10. Aug. 1805 von der Lauchstädter
Bühne erklungenen G o e t h eschen "Epiloge zu Schillers Glocke" blieben
die folgenden Worte der vierten Strophe haften:
Denn er war unser! (Mag das stolze Wort
Den lauten Schmerz gewaltig übertönen!)
Und hinter ihm in wesenlosem Scheine,
Lag, was uns Alle bändigt, das Gemeine.
Erschienen im "Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1806" her. v. Huber, Lafontaine,
Pfeffel u. A., Tübingen, J. G. Cotta; wiederholt und erneut bei der Vorstellung am 10. Mai
1815; abgedruckt in den "Sämtl. Werk." 6, 423. Stuttg. u. Tüb., J. G. Cotta 1840.—

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Aus dem in Tübingen, 1808, bei Cotta (8. Band von G o e t h e s Werken)
erschienenen "Faust" wird citiert:
Zueignung (gedichtet 1797).
Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten.


Vo r s p i e l a u f d e m T h e a t e r .
Direktor: (Zwar sind sie an das Beste nicht gewöhnt.
Allein) sie haben schrecklich viel gelesen.
Dichter: Was glänzt, ist für den Augenblick geboren,
Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren.
Direktor: Wer Vieles bringt, wird Manchem etwas
bringen.
Lustige Person: Greift nur hinein in's volle Menschenleben!
Lustige Person: Und wo ihr's packt, da ist's interessant.
Lustige Person: Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen,
Ein Werdender wird immer dankbar sein.
Direktor: Der Worte sind genug gewechselt,
Lasst mich auch endlich Thaten seh'n.—

Prolog im Himmel.
Der Herr: Es irrt der Mensch, so lang er strebt.
Der Herr: Ein guter Mensch, in seinem dunkeln Drange
Ist sich des rechten Weges wohl bewusst.
Mephist.: Von Zeit zu Zeit seh' ich den Alten gern.—

Faust. Der Tragödie erster Teil.

Page 210

Nacht.
Wagner: Zwar weiss ich viel, doch möcht' ich alles
wissen.
Faust: Was du ererbt von deinen Vätern hast.
Erwirb es, um es zu besitzen.
Faust: Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt
der Glaube;
Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.


Vo r d e m T h o r .
Bürger: Nein, er gefällt mir nicht, der neue
Burgemeister!
Andrer Bürger: . . . . hinten, weit in der Türkei.
Faust: . . . . . . ein dunkler Ehrenmann.
Faust: Was man nicht weiss, das eben brauchte man,
Und was man weiss, kann man nicht
brauchen.
Faust: Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält mit derber Liebeslust
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.
Schon Wieland lässt in dem lyrischen Drama "Die Wahl des Herkules" (1773) diesen,
zwischen Tugend und Begehrlichkeit schwankenden Halbgott ausrufen:
"Zwei Seelen—ach, ich fühl' es zu gewiss!
Bekämpfen sich in meiner Brust
Mit gleicher Kraft." . . . .

Page 211

Und lange vor Wieland singt R a c i n e (1639-1699) im dritten Gesange seiner "Cantiques
spirituels", "Plainte d'un Chrétien sur les contrariétés qu'il éprouve au dedans de lui-
même", den er dem siebenten Kapitel des "Römerbriefes" entlehnte, wo Paulus den Kampf
seines inneren und äusseren Menschen schildert:

"Mon Dieu, quelle guerre cruelle!
Je trouve deux hommes en moi:
L'un veut, que plein d'amour pour toi,
Mon coeur te soit toujours fidèle,—
L'autre, à tes volontés rebelle,
Me révolte contre la loi".

"L'un tout esprit et tout céleste,
Veut, qu'au ciel sans cesse attaché,
Et des biens éternels touché,
Je compte pour rien tout le reste,
Et l'autre par son poids funeste
Me tient vers la terre penché". etc.

W i e l a n d und G o e t h e setzten für "deux hommes" unwillkürlich "deux âmes" als den
üblichen Begriff. Sie kannten wohl die Lehre des Mani (3. Jahrh. n. Chr.), von deren
Anhängern Balthasar B e k k e r ("Bezauberte Welt" I. Buch, XVIII. Hauptstück § 7;
holländ. 1691, deutsch 1693 Amsterd.) sagt: "Sie halten gar dafür, dass jeder Mensch zwo
Seelen habe, deren eine allezeit wider die andere streite". Und Beide hatten gewiss in
X e n o p h o n s "Cyropaedie" VI, 41 des wider Willen sündhaft verliebten Araspes
Vermuthung gelesen, "er müsse ohne Frage zwei Seelen haben (δύο γὰρ, ἔφη, ὦ Κῦρε,
σαφῶς ἔχω ψυχάς), denn e i n e Seele könne nicht böse u n d gut sein, noch zugleich etwas
wollen und es auch nicht wollen." Bereits in den "Unterhaltungen deutscher
Ausgewanderten" (1793-1795) lässt G o e t h e den "Alten" von "Ferdinand" sagen, er habe
seiner Eltern grundverschiedene Gemüthsarten in sich vereinigt, so dass "seine Freunde zu
der Hypothese ihre Zuflucht nehmen mussten, dass der junge Mann wohl zwei Seelen
haben mochte"; und weiterhin heisst es da "die gute Seele schien die Oberhand zu
gewinnen". H i e r z u brauchte G o e t h e Racine nicht; seine Faustworte aber strömen klar
aus jener Quelle.—

Faust: (Du hast wohl recht:) ich finde nicht die Spur
Von einem Geist, und alles ist Dressur.—

S t u d i e r z i m m e r.
Faust: mein geliebtes Deutsch.
Mephist.: Wozu der Lärm? was steht dem Herrn zu
Diensten?

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Faust: Das also war des Pudels Kern!
Faust: Der Kasus macht mich lachen.
Mephist.: der Geist, der stets verneint!
Mephist.: Beisammen sind wir, fanget an!
Mephist.: Du bist noch nicht der Mann, den Teufel fest zu
halten!—

S t u d i e r z i m m e r.
Mephist.: Allwissend bin ich nicht; doch viel ist mir
bewusst.
Faust: Was willst du armer Teufel geben?
Faust: Verweile doch! Du bist so schön!
(vrgl. T. II, 5 "Grosser Vorhof des Palastes".)

Mephist.: Blut ist ein ganz besondrer Saft.
Schon in Christian Heinrich Postels Singspiel "Die Gross-Muthige Thalestris oder Letzte
Königin der Amazonen" (Hamburg. Vorgestellet anno 1690) heisst es im "anderen
Auftritt":
"Blut ist der Safft vor allen Säfften,
Der tapfren Muth im Herzen kann ernähren".—

Mephist.: Ein stiller Geist ist Jahre lang geschäftig;
Die Zeit nur macht die feine Gährung kräftig.
Tiere: (Wir kochen) breite Bettelsuppen.—

Wa l p u r g i s n a c h t .
Mephist.: süsser Pöbel.
(G. v. L o e p e r führt dies Wort in seiner Ausgabe des Faust auf ein "dolce
plebe" im Ariost zurück, giebt aber keine Stelle an.)

Mephist.: Die Müh' ist klein, der Spass ist gross.

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Mephist.: Du glaubst zu schieben und du wirst geschoben.
(vrgl. "Maximes et réflexions morales du Duc de la Rochefoucauld" 1782,
No. 43 "L'homme croit souvent se conduire lorsqu'il est conduit".)—

Feld.
Mephist.: Sie ist die erste nicht. (Nicht Goethes Erfindung,
sondern ein altes Wort.)—

K e r k e r.
Faust: Der Menschheit ganzer Jammer fasst mich an.
Das Bild
der rote Faden
wird in G o e t h e s "Wahlverwandtschaften" (1809), II. 2, also erklärt:
"Wir hören von einer besonderen Einrichtung bei der englischen Marine: Sämtliche
Tauwerke der königlichen Flotte, vom stärksten bis zum schwächsten, sind dergestalt
gesponnen, d a s s e i n r o t e r F a d e n d u r c h d a s G a n z e d u r c h g e h t, den
man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke
kenntlich sind, dass sie der Krone gehören.
Ebenso zieht sich durch Ottiliens Tagebuch ein Faden der Neigung und Anhänglichkeit,
der alles verbindet und das Ganze bezeichnet".
G o e t h e citiert den roten Faden noch einmal in den
"Wahlverwandtschaften", II, 4 zur Einleitung eines Stücks von Ottiliens
Tagebuch: "Manches Eigene von innigerem Bezug wird an dem roten
Faden wohl zu erkennen sein."
"Dieser rote Faden" schrieb Lothar B u c h e r ("National-Zeit." 8. Juli 1865 Morgenbl.),
"sieht in Wirklichkeit gar nicht rot aus, sondern gelb". Das war aber damals nur bei den in
Chatham angefertigten Tauen der englischen königlichen Marine der Fall, während die aus
Portsmouth rot, die aus Plymouth blau und die aus Pembroke grün gekennzeichnet wurden.
Jetzt ist der rote Faden allein üblich, was zu Goethes Zeit sich ebenso verhalten haben
wird. Seit 1776 besteht der Brauch in Englands Flotte. Als Unterscheidungszeichen für
Zwillinge kommt "der rote Faden" 1. Mos. 38, 28 u. 30 vor.—

Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen
(d. h. in der Region der Ideale) steht im Tagebuche Ottiliens
("Wahlverwandtschaften", II, 7) und wird oft vergeblich in L e s s i n g s

Page 214

"Nathan" gesucht. Dort sagt I, 6 der Tempelherr zu Daja: "Weib macht mir
die Palmen nicht verhasst, worunter ich so gern sonst wandle".—
Nur der Lump ist bescheiden
entlehnen wir G o e t h e s Versen aus dem zuerst 1810 im "Pantheon"
gedruckten, von Zelter komponierten Gedichte "Rechenschaft":
Nur die Lumpe sind bescheiden,
Brave freuen sich der That.
Goethe mag hierauf, wie Schopenhauer ("Par. u. Paral." 2, 496; Lpzg. 1877)
bemerkte, durch C e r v a n t e s gekommen sein, welcher in den seiner
"Reise auf den Parnass" angehängten Verhaltungsregeln für Dichter auch
diese giebt: "Jeder Dichter, den seine Verse lehrten, dass er einer sei, achte
und schätze sich hoch, indem er sich an das Sprichwort halte: ein Lump sei,
wer sich für einen Lump hält" ("ruin sea el que por ruin se tiene!").—
Hier sind wir versammelt zu löblichem Thun
ist der 1. Vers von G o e t h e s am 26. März 1810 nach Berlin gesandtem
und in den "Gesängen der Liedertafel", 1811, No. 44, zuerst gedrucktem
Liede: "Ergo bibamus" (s. auch "Geflügelte Worte aus der Geschichte").
Das Lied sollte, wie Reinhold S t e i g (Goethe-Jahrbuch XVI, S. 186 ff.)
aus den Akten der Singakademie nachwies, den Geburtstag der K ö n i g i n
L u i s e post festum verherrlichen. "Wunderlichst in diesem Falle!" Als "Ein
Spätling zum 10. März" ist es wirklich in der Handschrift vom Dichter
bezeichnet. Z e l l e r setzte es in Musik.—
Das in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mit seinen Verwandten
g e n i a l oder, wie man damals sagte, g e n i a l i s c h entstandene Wort:
Geniestreich
hat seine schriftstellerische Weihe durch G o e t h e im 1814 geschriebenen
3. Teile, im 19. Buche, von "Dichtung und Wahrheit" gefunden, wo er kurz
nach der Definition: "Genie ist die Kraft des Menschen, welche durch
Handeln und Thun Gesetz und Regel giebt", sagt: "Wenn einer zu Fusse,
ohne recht zu wissen warum und wohin, in die Welt lief, so hiess dies eine
Geniereise, und wenn einer etwas Verkehrtes ohne Zweck und Nutzen
unternahm, ein Geniestreich".

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Als ältere Stellen sind anzuführen:
Alman. de belletr. 1782 S. 100, wo es von den Sturm- und Drang-Dichtern (nach Grimm)
heisst: "die Herrn samt ihren Geniestreichen . . . sind beinahe vergessen"; dann erschien
1786 ein Buch unter dem Titel "Folgen einer akademischen Mädchenerziehung, mit unter
einige Geniestreiche. Kein pädagogischer Roman"; und endlich schrieb Schiller am 1. Nov.
1790 an Koerner über die wahrscheinliche Verheirathung Goethens mit "Mamsell Vulpius",
es könnte ihn doch verdriessen, "wenn er mit einem solchen Geniestreich aufhörte".—
Das häufige Zurückweisen auf Shakespeare bezeichnen wir mit dem Titel
eines im "Morgenblatt für gebildete Stände", 1815, No. 113, am 12. Mai
erschienenen Aufsatzes von G o e t h e:
Shakespeare und kein Ende.—
G o e t h e s zuerst für die Ausgaben von 1815 vereinigte Sammlung
"Sprichwörtlich" liefert uns den Vers:
Alles in der Welt lässt sich ertragen,
Nur nicht eine Reihe von schönen Tagen;
was bei L u t h e r (B. 57, S. 128) "Gute Tage können wir nicht vertragen"
lautet; und das aus dem "Epilog zum Trauerspiel Essex" abgelöste, von
G o e t h e am 18. Okt. 1813, dem Schlachttage von Leipzig gedichtete:
Der Mensch erfährt, er sei auch, wer er mag,
Ein letztes Glück und einen letzten Tag.—
Aus dem Abschnitt "Sprüche" (zugleich auch aus dem "Westöstlichen
Divan. Buch der Sprüche") citieren wir das nach Ev. Joh. 9, 4 (s. Kap. I
dieses Buches) gebildete:
Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann!
Die Nacht tritt ein, wo niemand wirken kann.—
In G o e t h e s "Sprüchen in Prosa", Abt. 2 heisst es:
"Es giebt
problematische Naturen,
die keiner Lage gewachsen sind, in der sie sich befinden, und denen keine
genug thut".
Hiernach gab Friedrich Spielhagen einem seiner Romane den Titel "Problematische
Naturen" (1860). G o e t h e schrieb auch in der "Geschichte der Farbenlehre" (III. Abt.
"Bacon v. Verulam"): "Man durchsuche Dictionnaire, Bibliotheken, Nekrologe, und selten

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wird sich finden, dass eine problematische Natur mit Gründlichkeit und Billigkeit
dargestellt worden . . ." und er wandte das Wort noch einmal an, als er in Jena am 8. Okt.
1827 zu Eckermann ("Gespräche" III, 143) vom Kuckuck sagte: "Er ist eine höchst
problematische Natur, ein offenbares Geheimniss, das aber nichtsdestoweniger schwer zu
lösen, weil es so offenbar ist".—
Aus G o e t h e s "West-östlichem Divan" (1819) stammt das beliebte
Aufsatzthema:
Mach't nicht so viel' Federlesen!
Setz't auf meinen Leichenstein:
Dieser ist ein Mensch gewesen
Und das heisst ein Kämpfer sein.
Eigentlich aber sagt dort im "Buch des Paradieses" in dem Gedichte
"Einlass" der Dichter zur Huri:
Nicht so vieles Federlesen!
Lass mich immer nur herein:
Denn ich bin ein Mensch gewesen
Und das heisst ein Kämpfer sein.
(vrgl.: "Ma vie est un combat".) Man hat wohl den Schlussreim des unter
"Epigrammatisch" befindlichen, 1815 erschienenen G o e t h eschen
Gedichtes "Grabschrift" beim Citieren damit verschmolzen:
"Auf deinem Grabstein wird man lesen:
Das ist fürwahr ein Mensch gewesen".
vrgl. 1. Tim. 6, 12: "Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben
. . ." und 2. Tim. 4, 7: "Ich habe einen guten Kampf gekämpfet, ich habe den Lauf
vollendet, ich habe Glauben gehalten".—
G o e t h e s "Noten und Abhandlungen zu besserem Verständnis des West-
östlichen Divans" (1819) tragen das Motto:
"Wer das Dichten will verstehen
Muss ins Land der Dichtung gehen;
Wer den Dichter will verstehen
Muss in Dichters Lande gehen".
In den "Noten" selbst sagte Goethe, unter "Eingeschaltetes": "Der Dichter
steht viel zu hoch, als dass er Partei machen sollte"; ein Ausspruch, der

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durch F r e i l i g r a t h s Gedicht "Aus Spanien" (1841) zu dem geflügelten
Wort wurde:
Der Dichter steht auf einer höhern Warte
Als auf den Zinnen der Partei.
Hierauf antwortete H e r w e g h mit dem Gedichte "Die Partei", dessen Schlussverse
lauten:
I c h hab' gewählt, ich habe mich entschieden,
Und m e i n e n Lorbeer flechte die P a r t e i!—

Aus dem 2. Buche der G o e t h eschen "Zahmen Xenien" (1823) wurde
üblich:
Im Auslegen seid frisch und munter!
Legt ihr's nicht aus, so legt was unter;
aus dem 4.:
Liegt dir Gestern klar und offen,
Wirkst du heute kräftig frei,
Kannst auch auf ein Morgen hoffen,
Das nicht minder glücklich sei;
aus dem 5.:
Sollen dich die Dohlen nicht umschrei'n,
Musst nicht Knopf auf dem Kirchturm sein,
und:
Jeder solcher Lumpenhunde
Wird vom zweiten abgethan;
aus dem 6. (zuerst in Wendts Musen-Almanach für 1831, S. 42, "Die
vereinigten Staaten"):
Amerika, du hast es besser,
und aus dem 7.:
Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis,

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Wenn man ihn wohl zu pflegen weiss.—
Im Jahre 1827 schenkte uns G o e t h e das Wort
Weltliteratur.
Zu dieser Zeit entstand sein also betiteltes Gedicht (in "Epigrammatisch");
in seinen "Sprüchen in Prosa . . ." heisst es gegen Ende der 6. Abteilung:
"Jetzt da sich eine Weltliteratur einleitet, hat, genau besehen, der Deutsche
am meisten zu verlieren; er wird wohl thun, dieser Warnung zu gedenken".
Auch findet sich bei Goethe (Cotta 1840. XXXII, 433-8) unter "Ferneres
über Weltliteratur" ein Wink, wie sich der Einzelne dieser Erscheinung
gegenüber gedeihlich zu verhalten habe. Endlich sprach er zu Eckermann
31. Jan. 1827: "Nationalliteratur will jetzt nicht viel sagen, die Epoche der
Weltliteratur ist an der Zeit, und jeder muss jetzt dazu wirken, diese Epoche
zu beschleunigen"; und (15. July 1827): "Es ist sehr artig, dass wir jetzt, bei
dem engen Verkehr zwischen Franzosen, Engländern und Deutschen, in den
Fall kommen, uns einander zu corrigieren. Das ist der grosse Nutzen, der
bei einer Weltliteratur herauskommt und der sich immer mehr zeigen wird".

Aus G o e t h e s 1831 vollendetem, 1833 bei Cotta in Stuttgart erschienenen
2. Teil des "Faust" wird citiert:
1. Akt. Anmutige Gegend.
Faust.: Am farbigen Abglanz haben wir das
Leben.—

Kaiserliche Pfalz.
Kanzler: Natur und Geist—so spricht man nicht zu
Christen,
Mephist.: Daran erkenn' ich den gelehrten Herrn.—

Weitläufiger Saal.
Gärtnerinnen: Denn das Naturell der Frauen
Ist so nah mit Kunst verwandt.—

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2. Akt. Hochgewölbtes, enges gotisches Zimmer.
Baccalaureus: Im Deutschen lügt man, wenn man höflich
ist.
Mephist.: Original, fahr' hin in deiner Pracht.
Wer kann was Dummes, wer was Kluges
denken,
Das nicht die Vorwelt schon gedacht.
(s. des T e r e n z: "Nullum est iam dictum . . .")

Wenn sich der Most auch ganz absurd
geberdet,
Es giebt zuletzt doch noch 'nen Wein.—

5. Akt. Grosser Vorhof des Palastes.
Faust: Nur der verdient sich Freiheit wie das
Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Aeonen untergehn.—

Bergschluchten, Wald, Fels, Einöde.
Chorus mysticus: Das Unzulängliche
Hier wird's Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist's gethan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.—

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Der Anfang eines Gedichtes des Johann Heinrich v. Reitzenstein: "Lotte
bey Werthers Grabe", Wahlheim 1775, das in demselben Jahre in Wielands
"Teutschem Merkur" und im "Rheinischen Most", No. 7, erschien, lautet:
Ausgelitten hast du—ausgerungen.
S c h i l l e r mag hierdurch zu den Versen seines "Siegesfestes" angeregt worden sein:

"Ausgestritten, ausgerungen
Ist der lange schwere Streit."—

Friedr. Leop. Graf zu Stolberg (1750-1819) hat uns durch das "Lied
eines alten schwäbischen Ritters an seinen Sohn" mit dem Verse beschenkt:
Sohn, da hast du meinen Speer
Das Lied stand zuerst im "Wandsbecker Bothen", 1774, No. 77 vom 14.
Mai.—

Johann Martin Millers (1750-1814)
Für mich ist Spiel und Tanz vorbei
ist der Anfangsvers der 2. (in seinen Gedichten, Ulm 1783, fortgelassenen)
Strophe des zuerst im Göttinger Musen-Almanach auf 1773 gedruckten,
dort L. unterzeichneten "Klagelied eines Bauern", (komponiert von Frh. v.
Seckendorff (?) und Chr. Dan. Schubart). Aus M i l l e r s 1776 gedichtetem,
zuerst im Vossischen Musen-Almanache für 1777 gedrucktem Liede
"Zufriedenheit" (komponiert von Mozart, aber erfolgreicher von Neefe)
sind bekannt der Anfang:
Was frag' ich viel nach Geld und Gut,
Wenn ich zufrieden bin?
sowie die Endverse der 2. Strophe:
Je mehr er hat, je mehr er will,
Nie schweigen seine Klagen still.
vrgl. Seneca "de benef." 2, 27: "Eo maiora cupimus, quo maiora venerunt"—"wir begehren
um so mehr, je mehr uns zufiel"; Justinus 6, 1: ". . more ingenii humani, quo plura habet,
eo ampliora cupientis"—"nach Art des Menschengeistes, der je mehr er hat, um so mehr

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begehrt . ."; und Luther B. 57, S. 345: "Je mehr er hat, je mehr er haben will"; ähnlich B.
62, S. 144.—

Im Grab' ist Ruh'
ist der Anfangs- und Schlussvers eines im Göttinger Musenalmanach für
1792 (S. 16) enthaltenen Gedichtes "Die Ruhe im Grabe", unterzeichnet
"Ung.", während die Komposition "Langhansen" unterzeichnet ist.[28] Nach
dem "Versuch eines Chiffernlexikons" u. s. w. von R e d l i c h (Hamburg
1875, S. 30) ist Langhansen (1750-1816) der Verfasser. (S. "Chr. Erh.
L a n g h a n s e n s u. s. w. Gedichte, nach dem Tode d. Verf. her. v. Ulr. v.
S c h l i p p e n b a c h", Mitau 1828, S. 28.) H e i n e s "Buch der Lieder"
("Junge Leiden" 1817-21. "Bergstimme") verschaffte dem Wort die weiteste
Verbreitung.—
[28] Der eigentliche Komponist war Georg Carl Claudius, vrgl. "Als der Grossvater die
Grossmutter nahm". Ein Liederbuch für altmodische Leute. 2. Aufl. Lpzg. 1887, hersausg.
von Gustav Wustmann, S. 584.

Aus der von Mozart 1791 komponierten "Zauberflöte" Emanuel
Schikaneders (1751-1812), der einen Plan Ludwig G i s e k e s,
Schauspielers und Choristen am Schikanederschen Theater (s. J a h n
"Mozart", T. IV, S. 603, Leipz. 1859), benutzte, stammt:
Dies Bildnis ist bezaubernd schön.
Ich kann nichts thun, als dich beklagen,
Weil ich zu schwach zu helfen bin.
Zur Liebe will (nicht: kann) ich dich nicht zwingen.[29]
In diesen heil'gen Hallen
Kennt man die Rache nicht,
und:
Das höchste der Gefühle.—
[29] W i e l a n d "Ausgewählte Briefe", Zürich 1815, Bd. 3, S. 176 schreibt 9. Jan. 1774
an Gleim: "Ich begreife nichts von dem, was Herr H.*** (Heinse) von mir will. Man kann
doch wohl niemand zur Liebe zwingen".—

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August Cornelius Stockmanns (1751-1821)
Wie sie so sanft ruhn
steht im Leipz. Musen-Almanach auf das Jahr 1780, S. 214 und ist "Der
Gottesacker" betitelt. Friedrich Ludwig B e n e k e n setzte das Lied in
Musik.—

J o h a n n H e i n r i c h Voss (1751-1826) ist zu nennen wegen des im
"Vossischen Musenalmanache" von 1782 befindlichen, von Joh. Abraham
Peter S c h u l z komponierten Liede
Seht den Himmel, wie heiter!
und wegen des Distichons mit der Unterschrift X. im "Vossischen
Musenalmanache", 1792, S. 71:
A u f m e h r e r e B ü c h e r.
Nach Lessing.
Dein redseliges Buch lehrt mancherlei Neues und Wahres,
Wäre das Wahre nur neu, wäre das Neue nur wahr!
was in dieser Form citiert wird:
Das Neue daran ist nicht gut, und das Gute daran ist nicht neu.
Die Stelle, nach welcher das Distichon gemacht ist, steht in Lessings
"Briefen, die neueste Litteratur betreffend" (111. Brief, 1760, 12. Juni) und
heisst: "wenn es erlaubt ist, allen Worten einen andern Verstand zu geben,
als sie in der üblichen Sprache der Weltweisen haben, so kann man leicht
etwas Neues vorbringen. Nur muss man mir auch erlauben, dieses Neue
nicht immer für wahr zu halten".—

A. G. E b e r h a r d ("Blicke in Tiedges und Elisas Leben", S. 19) erzählt
von Christoph Aug. Tiedge (1752-1841):
"E i n m a l vorzüglich musste ich seine andauernde Geduld bei meinen wiederholten
Kritteleien ganz vorzüglich bewundern. Als ich nämlich im Manuskript der Urania auf eine
Stelle stiess, die einen sehr ansprechenden Gedanken enthielt, äusserte ich gegen ihn, dass
er daraus ein wahres Kleinod für die Stammbuchsentenzen-Schreiberinnen bereiten könnte,

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wenn er sich die Mühe gäbe, sie möglichst gedrängt und glatt in der äusseren Form und
hierdurch recht mund- und gedächtnisgerecht zu machen. Er machte sich sogleich an diese
Arbeit, aber immer hatte ich noch bald diese, bald jene Ausstellung zu machen, bis der
Hauptgedanke möglichst zusammengedrängt war, die darin befindlichen Gegenstände
symmetrisch gegenübergestellt und die Verse, zwei und drei, gleich lang waren. Durch den
eingeworfenen Scherz, dass es schon einiger Mühe wert sei, eine klassische
Stammbuchsentenz für Mit- und Nachwelt zurecht zu machen, entstand endlich die Stelle:
Sei hochbeseligt oder leide:
Das Herz bedarf ein zweites Herz.
Geteilte Freud' ist doppelt Freude,
Geteilter Schmerz ist halber Schmerz.
Zwar hätte ich wohl gegen "doppelt" statt "doppelte" noch eine Einwendung zu machen
gehabt; allein ich unterliess es, um ihn nicht aus seiner guten Laune zu bringen und
ungeduldig zu machen. Meine Prophezeihung ist auch so in Erfüllung gegangen: jene
Stelle hat in dem Munde unzähliger Leser fortgelebt und ist in eine Menge von
Stammbüchern eingeschrieben und eingekritzelt worden".
Die Verse 221-224 des vierten Gesangs der "Urania" (1801) sind die citierten. R ü c k e r t
hat darüber eine Glosse gedichtet (Ges. poet. Werke in 12 Bänden, 7, 326).
v. T r e i t s c h k e ("Historische und politische Aufsätze", 4. Aufl. Leipz. 1871, 1. Bd.) sagt
in dem Aufsatz "Lessing", (Leipz. 1863) S. 70: "Das widrige Sprichwort, das in jenen
weichlichen Tagen von Mund zu Munde ging, das Wort "geteilter Schmerz ist halber
Schmerz" hatte der Jüngling (Lessing) schon mit der stolzen Gegenrede abgewiesen:
"Was nutzt mir's, dass ein Freund mit mir gefällig weine?
Nichts, als dass ich in ihm mir zwiefach elend scheine."
So wäre das Tiedgesche Wort ein älteres Sprichwort? Es fehlt dafür jeder Beweis. Der
Gedanke freilich ist nicht neu, denn schon C i c e r o, Laelius, cap. 6, § 22, sagt: "et
secundas res splendidiores facit amicitia et adversas partiens communicansque leviores"
(anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und erleichtert das Unglück)
und S e n e c a, Epistolae, 6: "Nullius boni sine socio iucunda possessio est" (ohne
Genossen ist kein Glücksbesitz erfreulich).—

Christoph Kaufmann (1753-1795), der herrnhutische Arzt und Apostel
der Geniezeit, schlug K l i n g e r, der ihm 1776 in Gotha sein Drama
"Wirrwarr" vorlas, dafür den Titel
"Sturm und Drang"
vor und gab damit der ganzen Litteraturperiode vom Anfange der 70er bis
in die Mitte der 80er Jahre ihren dauernden Namen. Klinger schrieb darüber
an G o e t h e (s. "Verhandlungen der 8. Versamml. deutsch. Philologen und
Schulmänner in Darmstadt" S. 48, Darmst. 1846): dass ihm K a u f m a n n

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"den Titel Sturm und Drang aufdrang, an dem später mancher Halbkopf
sich ergötzte".
(vrgl. "Chr. Kaufmann" von H. Düntzer, Leipzig 1882, S. 69 und Riegers "Klinger",
Darmst. 1880, S. 163).—

Der Anfangsvers eines Liedes von Chr. Ad. Overbeck (1755-1851), das
zuerst im Vossischen Musenalmanach (v. J. 1776, S. 49) steht und von
Mozart componiert wurde, wird abgerissen citiert:
Komm, lieber Mai, und mache (!)
als bedeute dies "mache" soviel wie "eile dich!", während der Dichter
fortfährt:
"die Bäume wieder grün!"—
Ferner beginnt, auch in "Frizchens Liedern" (Hamburg 1781, S. 72), ein
von F. F. Hurka komponiertes Lied O v e r b e c k s:
Das waren mir selige Tage.—

Aus Aloys Blumauers (1755-1798) "Virgils Aeneis travestirt", (Wien
1784-1788), Bd. 2, Strophe 54 stammen die Worte des seine Gemahlin
vermissenden Aeneas:
Kreusa!—Schatzkind!—Rabenvieh,
Wo hat dich denn der Teufel?
Im Text steht aber der letztere Vers vor dem ersteren.—

Balthasar Gerhard Schumacher (geb. 1755) brachte in der "Haude und
Spenerschen Zeitung" am 17. Dezember 1793 unter dem Titel "Berliner
Volksgesang" ein Lied mit den Anfangsworten:
Heil dir im Siegeskranz,
welches nichts ist, als eine Umarbeitung des "Liedes für den dänischen
Unterthan an seines Königs Geburtstag zu singen in der Melodie des
englischen Volksliedes: God save the King". Heinrich H a r r i e s dichtete es

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und veröffentlichte es am 27. Januar 1790 im "Flensburger Wochenblatt".
Es beginnt also:
"Heil Dir dem liebenden
Herrscher des Vaterlands!
Heil, C h r i s t i a n, Dir!"
Nach Hoffmann von Fallersleben ("Unsere volksthümlichen Lieder" 2.
Aufl. Lpzg. 1859. S. 66) schuf der Hoforganist John B u l l die englische
Hymne zur Zeit der Errettung König Jakobs I. vom Tode durch die
Pulververschwörung im November 1605; während nach Friedrich
Chrysander ("Jahrbuch für musikalische Wissenschaften", Lpzg. 1863, B. I.
S. 380ff.) Henry C a r e y die Hymne, wie Händel sein "Dettinger Te
Deum", zur Feier von König Georgs II. Sieg bei Dettingen über die
Franzosen im Frühling 1743 dichtete und mit Joh. Christoph S c h m i d t s
Hülfe komponierte. Doch ist Chrysanders Begründung minder stichhaltig,
als sie heute Manchem erscheint.—

Aus Aug. Friedr. Ernst Langbeins (1757-1835) 1803 verfasstem
Gedichte "Die Wehklage", ("Neuere Gedichte", Tübingen 1812) Strophe 1
stammt:
Schon sieben—und Georg nicht hier!
und aus der 14. Strophe des in den "Gedichten" (1788) erschienenen
"Abenteuers des Pfarrers Schmolke und Schulmeisters Bakel":
Sperr' oculos!
(Sperre die Augen auf!).
Sein ebenda erschienenes Gedicht "Die neue Eva" endigt:
Tadeln können zwar die Thoren,
Aber klüger handeln nicht,
woraus der Volksmund gemacht hat:
Tadeln können zwar die Thoren,
Aber besser machen nicht!—

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Der Anfang des 1810 verfassten L a n g b e i nschen Gedichtes "Der Zecher"
lautet:
Ich und mein Fläschchen sind immer beisammen.—
Altväterische, verschwundene Zeiten bezeichnen wir mit der Anfangszeile
eines (1813 in Beckers "Taschenbuch zum geselligen Vergnügen"
erschienenen) L a n g b e i nschen Liedes:
Als der Grossvater die Grossmutter nahm.
Dies Wort erkor Gustav Wustmann zum Titel seiner vortrefflichen
Sammlung der wackeren Gesänge unserer Gross- und Urgrosseltern, die nur
noch leise aus der Kinderzeit in uns nachklangen. (3. Aufl. Leipzig 1895.
Fr. Wilh. Grunow.)—
Das verschweigt des Sängers Höflichkeit
ist der Kehrreim eines in Berlin (bei S. F. Lischke, jetzt Karl Paez)
erschienenen Liedes, welches beginnt:
Als der liebe Gott die Welt erschaffen,
Schuf er Fische, Vögel, Löwen, Affen,
und dessen Verfasser unbekannt ist. Jedoch eine 1804 gedichtete Erzählung
L a n g b e i n s "Die Weissagung" (Langbeins neuere Gedichte, Tübingen
1812, S. 237) hebt an:
In einem Städtlein, dessen Namen
Des Dichters Höflichkeit verschweigt,
und in "Allerhand für Stadt und Land", Jahrg. 1808, 8. Stück, Zittau,
herausg. v. G. B. F l a s c h n e r, steht S. 117 ein Lied: "Des Dichters
Höflichkeit", dessen Strophen mit dem Kehrreime "Das verschweigt des
Sängers Höflichkeit" schliessen.—

Namen nennen dich nicht
ist der Anfang eines im Göttinger Musen-Almanach von 1786, S. 127
erschienenen Liedes Wilhelm Ueltzens (1758-1808). Ludwig B e r g e r
(1812) komponierte es und Goethe legte dann 1813 dieser Komposition
sein Lied "Alles kündet dich an" unter, das den Titel "Gegenwart" trägt.

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Später schuf G e o r g N e u m a n n (im "Rheinischen Odeon" Jahrg. 1. Koblenz 1836) das
Lied dadurch um, dass er den 5 Strophen desselben 5 neue Strophen vorstellte. Er hatte die
Verwegenheit, diese Umwandlung als ein von ihm verfasstes Gedicht zu bezeichnen und es
in die "Gedichte von Karl Georg Neumann, Königl. Preuss. Regierungs- und Medicinalrate
a. D." S. 80, Aachen 1841, aufzunehmen. Hier führt es den Titel: "An Charlotte, 1792".—

In Schillers (1759-1805) "Räubern" (1781), 2, 3 lesen wir Karl Moors
Worte:
Ich kenne dich, Spiegelberg,
oft umgestellt in:
Spiegelberg, ich kenne dich,
(aber ich will nächstens unter euch treten und)
fürchterlich Musterung halten;
und am Ende des zweiten Aktes:
Ich fühle eine Armee in meiner Faust.
Im 4. Akte schliesst in der 5. Scene Moors Gesang von Brutus und Cäsar
Geh' du linkwärts, lass mich rechtwärts geh'n,
was an 1. Mos. 13, 9 erinnert: "Willst du zur Linken, so will ich zur
Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken". Weiterhin ruft
der alte Moor:
Bist du's, Hermann, mein Rabe?
der Raben gedenkend, die nach 1. Könige 17, 4 und 6 dem Elias Nahrung
zuführten.
5, 1 enthält Franz Moors Worte:
Hab' mich nie mit Kleinigkeiten abgegeben!
und die letzten Worte des Schauspiels:
Dem Mann kann geholfen werden,
sind eine ganz triviale Redensart geworden.—
Konfiszierter Kerl

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ist wahrscheinlich auch auf Schiller zurückzuführen. Karl Hoffmeister
("Schillers Leben für den weiteren Kreis seiner Leser", T. 1, Kap. 4) erzählt
über diese Redensart folgendes:
"Als Schiller einst den Freunden die Worte vortrug, die Franz Moor im Anfange des
fünften Aktes zu Moser spricht: 'Ha! was, du kennst keine drüber (über den Vatermord)?
Besinne dich nochmals—Tod, Himmel, Ewigkeit, Verdammnis schwebt auf dem Laute
deines Mundes! keine einzige drüber?' da Öffnete sich die Thür, und der hereintretende
Aufseher sah Schillern halb in Verzweiflung die Stube auf- und abrennen. 'Ei, so schäme
man sich doch', sagte er, 'wer wird denn so entrüstet sein und fluchen!' Als er den Rücken
gekehrt, rief ihm Schiller, zu den lachenden Gesellen gewandt, das Wort aus den "Räubern"
nach: 'E i n k o n f i s z i e r t e r K e r l!'" Jedoch dieser Ausdruck findet sich nirgends in
den "Räubern", sondern in "Kabale und Liebe", 1, 2, wo Musikus Miller von Sekretär
Wurm sagt: "E i n k o n f i s z i e r t e r widriger K e r l, als hätte ihn irgend ein
Schleichhändler in die Welt meines Herrgotts hineingeschachert". Im Personenverzeichnis
zu "Fiesco" wird Muley Hassan, Mohr von Tunis, als "konfiszierter Mohrenkopf"
bezeichnet.

Und darum Räuber und Mörder
steht nicht in der ersten Ausgabe der "Räuber" (Frankfurt u. Leipz. 1781),
sondern in der noch heute allen Bühnen-Aufführungen zu Grunde liegenden
Umarbeitung, welche S c h i l l e r mit seinem Stücke für das Mannheimer
Theater auf Andrängen des Intendanten Dalberg vornahm, im 4. Akt, Sc. 17
(Neue für die Mannheimer Bühne verbesserte Aufl. Mannheim 1782).—
Aus S c h i l l e r s Gedichte "Kastraten und Männer" (in der "Anthologie auf
das Jahr 1782. Gedruckt in der Buchdruckerei zu Tobolsko", S. 125) in
seiner späteren Umbildung "Männerwürde" genannt, stammt:
Zum Teufel ist der Spiritus,
Das Phlegma ist geblieben.
Das Bild ist vom Destillationsprozesse hergenommen, bei dem nach
Herstellung des Spiritus eine wässerige, fade schmeckende Flüssigkeit
zurückbleibt, welche früher "Phlegma" hiess. In derselben "Anthologie"
bietet in dem Gedichte: "In einer Bataille. Von einem Offizier", S. 49
(später "Die Schlacht" genannt):
Das wilde eiserne Würfelspiel
eine viel citierte Umschreibung für Kampf und Krieg.—
Aus S c h i l l e r s ebenda abgedrucktem Gedichte "An Minna", S. 190, wird
citiert:

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Meine Minna geht vorüber?
Meine Minna kennt mich nicht?—
S c h i l l e r s "Verschwörung des Fiesco" (1783) bietet 1, 5 Gianettino
Dorias Fluch:
Donner und Doria!,
und aus 3, 4 pflegt man zu citieren:
Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan; der Mohr kann gehen,
während es an Ort und Stelle "Arbeit", nicht "Schuldigkeit" heisst.
3, 5 steht Fiescos Drohung:
(Fahre wohl, Doria, schöner Stern.)
Auch Patroklus ist gestorben,
Und war mehr als du;
ein Citat aus H o m e r s "Iliade" 21, 106 und 107, wo Achill dem um sein
Leben flehenden Lykaon zuruft:
Ἀλλά, φίλος, θάνε καὶ σύ. τίη ὀλοφύρεαι οὕτως;
Κάτθανε καὶ Πάτροκλος, ὅπερ σέο πολλὸν ἀμείνων.
Stirb denn auch du, lieber Freund! Warum wehklagest Du also?
Starb ja doch auch Patroklos, der sehr viel besser als du war.—
Verderben, gehe deinen Gang!
heisst es im "Fiesco" am Ende von 5, 1.
Man erinnert sich dabei an Shakespeares "Julius Caesar" 3, 2:

"Mischief, thou art afoot,
Take thou what course thou wilt!"

"Unheil, du bist im Zuge,
Nimm, welchen Lauf du willst!"

Im "Fiesco" 5, 4 steht:
Deutsche Hiebe;

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5, 16 spricht Fiesco: "Was zerrst du mich so am Mantel?—er fällt!" Verrina
(mit fürchterlichem Hohne): "Nun, wenn der Purpur fällt, muss auch der
Herzog nach!" (Er stürzt ihn ins Meer.) Dies wird also citiert:
Wenn der Mantel fällt, muss der Herzog nach.—
Aus "Kabale und Liebe" (1784) 2, 2 ist:
Legt's zu dem Übrigen,
was S c h i l l e r später auch in "Maria Stuart" 1, 1 gebraucht. Ferner finden
wir in "Kabale und Liebe":
5, 3:
Unglückseliges Flötenspiel!
5, 7:
Die Limonade ist matt, wie deine Seele.—
S c h i l l e r s Gedicht "An die Freude" ("Thalia", I. Bd. 1787, 2. Heft, S. 1-
5) enthält:
Freude, schöner Götterfunken;
Seid umschlungen, Millionen!
und:
Wem der grosse Wurf gelungen.
Das Wort dieses Gedichtes:
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
hat am Schlusse von Beethovens Oper "Fidelio" und im Finale seiner
neunten Symphonie die musikalische Weihe gefunden; jedoch lautet es da:
Wer ein solches Weib errungen,
Stimm' in unsern Jubel ein!
(nach der auf B e e t h o v e n s Wunsch durch F. T r e i t s c h k e umgearbeiteten
S o n n l e i t n e r s c h e n Übersetzung des Operettentextes B o u i l l y s: "Léonore ou
l'amour conjugal").—

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Weitere Citate aus dem Gedicht "An die Freude" sind:
Unser Schuldbuch sei vernichtet!
und
Männerstolz vor Königsthronen!
Dem Verdienste seine Kronen.—
Der Anfang des Schillerschen Gedichtes "Resignation" ("Thalia", I. Bd. 2.
Heft) lautet:
Auch ich war in Arkadien geboren.
(Siehe "Et ego in Arcadia".) Aus demselben Gedichte gebrauchen wir die
beiden Strophenanfänge:
Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder
und:
Mit gleicher Liebe lieb' ich meine Kinder,
sowie die beiden Strophenschlüsse:
Die Weltgeschichte ist das Weltgericht
und:
Was man von der Minute ausgeschlagen,
Giebt keine Ewigkeit zurück.—
In S c h i l l e r s "Don Carlos" (1787) 1, 1 stehen die Worte, mit denen Don
Carlos in der "Rheinischen Thalia" von 1785 jedoch nicht begann:
Die schönen Tage in Aranjuez
Sind nun zu Ende.
Aus derselben Scene citieren wir:
Brechen Sie
Dies rätselhafte Schweigen;[30]
O wer weiss,

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Was in der Zeiten Hintergrunde schlummert;[31]
und:
Wo alles liebt, kann Karl allein nicht hassen.
[30] In der "Rheinischen Thalia" von 1785: "Nur brechen Sie dies grauenvolle
Schweigen".
[31] Ebenda in 2, 3.

Sc. 2:
Wer kommt?—Was seh' ich?—O, ihr guten Geister!
Mein Roderich![32]
Du sprichst von Zeiten, die vergangen sind;—
O der Einfall
War kindisch, aber göttlich schön;[33]
Sprich mir von allen Schrecken des Gewissens,
Von meinem Vater sprich mir nicht.
Beim Citieren wird statt "meinem Vater" je nach Umständen der
Gegenstand des Entsetzens eingeschaltet.
[32] Ebenda. "Was seh' ich?—O, ihr guten Geister! Mein Rodrigo".
[33] Ebenda.

Sc. 4 enthält:

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Grosse Seelen dulden still;
Sc. 5:
E i n Augenblick, gelebt im Paradiese,
Wird nicht zu teuer mit dem Tod gebüsst;[34]
[34] Ebenda.

Sc. 6:
(Deswegen
Vergönn' ich Ihnen zehen Jahre Zeit)
Fern von Madrid (darüber nachzudenken),[35]
und was S c h i l l e r bereits vorfand:
Die Sonne geht in meinem Staat nicht unter.[36]
[35] Ebenda.
[36] Ebenda. "Die Sonne geht in meinem Reich nicht unter".

Der Gedanke findet sich schon im Keime bei H e r o d o t (7, 8), wo X e r x e s ( † 465 v.
Chr.) zu seinem Kriegsrate von dem Feldzugsplane gegen die Athener spricht: "Wenn wir
uns Die und deren Nachbarn aus dem Reiche des Phrygiers Pelops unterwerfen, so thun
wir dar, dass Persien dann an den Aether des Zeus grenzt. Denn d a n n ["χώρην γε
οὐδεμίαν κατόψεται ἥλιος ὁμουρέουσαν τῇ ἡμετέρῃ"] w i r d d i e S o n n e a u f k e i n
L a n d m e h r h e r a b b l i c k e n , d a s a n d a s u n s r i g e g r e n z t; vielmehr
werde ich, ganz Europa mit euch durchstreifend, alle Länder zu einem Lande vereinigen".
Die erste Aldiner Ausgabe des Herodot wurde 1502 in Venedig gedruckt. 1585 wurde zu
Turin bei der Vermählung des Herzogs von Savoyen mit Katharina von Österreich ein
Schäferdrama "Il pastor fido" von G u a r i n i aufgeführt, in dessen Prolog es heisst:

Altera figlia
Di qel Monarca, a cui
Nè anco, quando annotta, il Sol tramonta.

Hehre Tochter jenes Monarchen, dem die Sonne auch dann nicht untergeht, wenn es
nachtet.

Balthasar S c h u p p sagt in der "Abgenötigten Ehrenrettung" (1660), S. 665: "Der König in
Spanien ist ein grosser Potentat; er hat einen Fuss stehen im Orient, den anderen im
Occident, und die Sonne gehet nimmer unter, dass sie nicht in etlichen seiner Länder
scheine". Nach E d m u n d D o r e r "An Calderon zum 25. Mai 1881" ("Die Gegenwart",
4. Juni 1881, S. 361) hat es ein König von Spanien zuerst gesagt. Welcher? wann? wo?—
In S c h i l l e r s "Don Carlos" 1, 6 findet man ferner die Worte:
Hier ist die Stelle, wo ich sterblich bin;[37]

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und:
Wenn ich einmal zu fürchten angefangen,
Hab' ich zu fürchten aufgehört.[38]
[37] In der "Rheinischen Thalia" von 1785.
[38] Ebenda.

(Ob Schiller hier an S h a k e s p e a r e s "Othello", 3, 3 gedacht hat:
to be once in doubt
Is once to be resolved,
Einmal zweifeln macht mit Eins entschlossen?)—

Die Worte derselben Scene:
Der Knabe
Don Karl fängt an, mir fürchterlich zu werden[39]
soll L u d w i g D e v r i e n t einst in der Weinstube von Lutter und Wegener
in Berlin, Charlottenstrasse No. 49, dem Kellner Karl zugerufen haben, als
dieser ihm die stark aufgelaufene Rechnung reichte.—
[39] Ebenda "Dieser Knabe Don Karl u. s. w."

Im "Don Carlos" 1, 9 steht:
In des Worts verwegenster Bedeutung,
und:
Arm in Arm mit dir,
So fordr' ich mein Jahrhundert in die Schranken.
2, 1 bietet:
In seines Nichts durchbohrendem Gefühle,[40]
was Alba in Sc. 5 in der Form: "In meines Nichts durchbohrendem
Gefühle" wiederholt.
[40] In der "Rheinischen Thalia" von 1785.

Ebenda 2, 2 steht:
Wer ist das?
Durch welchen Missverstand hat dieser Fremdling
Zu Menschen sich verirrt?[41]

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Dreiundzwanzig Jahre!
Und nichts für die Unsterblichkeit gethan;[42]
[41] Ebenda.
[42] Ebenda heisst es: "Dreiundzwanzig Jahre und König Philipps Sohn, und nichts
gebaut und nichts zertrümmert unter diesem Monde".
2, 8:
(Poesie!—Nichts weiter.—) Mein Gehirn
Treibt (öfters) wunderbare Blasen auf,
(Die schnell, wie sie entstanden sind, zerspringen.)
Die Liebe ist der Liebe Preis,[43]
Beim wunderbaren Gott—das Weib ist schön;
[43] Ebenda.

2, 15:
Unrecht leiden schmeichelt grossen Seelen.[44]
[44] Ebenda.

3, 10:
Stolz will ich
Den Spanier;
(Ich mag es gerne leiden,) wenn auch der Becher überschäumt,
Wenn solche Köpfe feiern, (welch ein Verlust für meinen Staat):
Ich kann nicht Fürstendiener sein,
Die Ruhe eines Kirchhofs.
Geben Sie
Gedankenfreiheit!
was gern erweitert wird zu:
Sire, geben Sie Gedankenfreiheit!
Sonderbarer Schwärmer,

Page 236

Anders,
Begreif' ich wohl, als sonst in Menschenköpfen
Malt sich in diesem Kopf die Welt.
4, 21:
(Königin!)
O Gott, das Leben ist doch schön!
was auch also angeführt wird:
O Königin, das Leben ist doch schön!
und in der letzten Scene des letzten Aktes:
So sehen wir uns wieder,
was auch in der "Braut von Messina" vorkommt, als Isabella ihre Tochter
wiedersieht. Die vom König gesprochenen Schlussworte des "Don Carlos"
lauten:
Kardinal, ich habe
Das Meinige gethan. Thun Sie das Ihre.—
Aus der in S c h i l l e r s Monatsschrift "Die Horen" (Tübingen, Cotta, 1795;
IV. Bd., 10. Heft, S. 72) enthaltenen "Elegie", welche später den Titel "Der
Spaziergang" erhielt, wird der Anfang citiert:
Sei mir gegrüsst, mein Berg, mit dem rötlich strahlenden Gipfel!
und aus dem 134. Verse:
Der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht;
sowie der Schlussvers:
Und die Sonne Homers, siehe! sie lächelt auch uns.—
Aus S c h i l l e r s (ebenda, IV. Bd., 11. Heft, S. 17 anonym erschienenen)
"Teilung der Erde" stammt:
Was thun? spricht Zeus,
und:

Page 237

Willst du in meinem Himmel mit mir leben,
So oft du kommst, er soll dir offen sein.—
In dem Gedichte "Die Ideale" (S. 135 des Schillerschen Musen-Almanachs
für das Jahr 1796, Neustrelitz) redet der Dichter die fliehende Zeit also an:
So willst du treulos von mir scheiden?—
Aus dem Gedichte "Würde der Frauen", ebenda S. 186, ist:
Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben.
was oft geschmacklos travestiert wird.—
Aus S c h i l l e r s "Xenien" (Musen-Almanach für das Jahr 1797) gehören
folgende Citate hierher:
das Distichon "Wissenschaft":
Einem ist sie die hohe, die himmlische Göttin, dem Andern
Eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt,
aus dem Distichon "Kant und seine Ausleger":
Wenn die Könige bau'n, haben die Kärrner zu thun.
"Sonntagskinder" (aus Vereinigung zweier Distichen entstanden, deren
erstes "Geschwindschreiber" betitelt war), die heute schon lehren wollen,
was sie gestern gelernt, werden in dem gleichnamigen Doppeldistichon mit:
Ach, was haben die Herrn doch für ein kurzes Gedärm!
abgefunden.—
Das grosse gigantische Schicksal,
Welches den Menschen erhebt, wenn es den Menschen
zermalmt,
steht im 35. und 36. Verse der S c h i l l e rschen Parodie "Shakespeares
Schatten".—Aus den auf die "Xenien" ebenda folgenden "Tabulae votivae"
(Votivtafeln) S c h i l l e r s wird citiert:
Pflicht für jeden.

Page 238

Immer strebe zum Ganzen! und, kannst du selber kein Ganzes
Werden, als dienendes Glied schliess' an ein Ganzes dich an!
Der Schlüssel.
Willst du dich selber erkennen, so sieh', wie die Andern es
treiben;
Willst du die Andern versteh'n, blick' in dein eigenes Herz,
und aus dem Distichon
Wa h l .
(Kannst du nicht Allen gefallen durch deine That und dein
Kunstwerk,
Mach' es Wenigen recht;) Vielen gefallen ist schlimm.—
Endlich bietet uns ("Mus.-Alm." 1797) S c h i l l e r s Gedicht
"Das Mädchen aus der Fremde"
die Verse:
Doch eine Würde, eine Höhe
Entfernte die Vertraulichkeit,
und seine "Nadowessisehe Todtenklage" (ebenda) das schalkhaft auf
Lebende angewandte:
Mit dem Anstand, den er hatte . . .
und seine Ballade "Ritter Toggenburg" (ebenda) den Vers:
Und so sass er, eine Leiche . . .—
Aus S c h i l l e r s "Hoffnung" (10. Stück der Horen von 1797, S. 107) sind
die Endverse bekannt:
Und was die inn're Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.—
Der Musen-Almanach für 1798 enthält eine Reihe S c h i l l e rscher
Balladen. Aus dem "Ring des Polykrates" (S. 24) wird citiert Strophe 9:

Page 239

Des Lebens ungemischte Freude
Ward keinem Irdischen zu Teil,
und Strophe 11:
Noch Keinen sah ich fröhlich enden,
Auf den mit immer vollen Händen
Die Götter ihre Gaben streun;
endlich Strophe 16:
Hier wendet sich der Gast mit Grausen.—
aus dem "Handschuh" (S. 41) stammt:
Die Damen in schönem Kranz
und:
Den Dank, Dame, begehr' ich nicht.—
Aus S c h i l l e r s "Taucher" (S. 119) wird citiert:
Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp,
Zu tauchen in diesen Schlund?
Da unten aber ist's fürchterlich,
Und der Mensch versuche die Götter nicht;
Unter Larven die einzig fühlende Brust;
Lasst, Vater, genug sein das grausame Spiel,
gewöhnlich citiert in der Form:
Lass, Vater, genug sein des grausamen Spiels.—
Ebenda stehen (S. 221) "Die Worte des Glaubens", worin im Anfange der
zweiten Strophe:
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd' er in Ketten geboren,

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und am Schlusse der dritten, mit Benutzung des 1. Kor. 1, 19
vorkommenden "Verstands der Verständigen":
(Und) was kein Verstand der Verständigen sieht,
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.—
Aus der Ballade "Die Kraniche des Ibykus" (ebenda S. 267) wird citiert:
Wer zählt die Völker, nennt die Namen?
Es steigt (nicht: es ragt) das Riesenmass der Leiber
Hoch über Menschliches hinaus.
und
Sieh' da, sieh' da, Timotheus,
Die Kraniche des Ibykus!—
Aus dem "Gang nach dem Eisenhammer" (ebenda S. 306):
Str. 7:
Red'st du von Einem, der da lebet?
Str. 14:
Dess freut sich das entmenschte Paar.
Str. 25 u. 28:
Der ist besorgt und aufgehoben.
Str. 28:
Herr, dunkel war der Rede Sinn.
Str. 30:
Dies Kind, kein Engel ist so rein.—
In seinem im Okt. 1798 bei Wiedereröffnung der Schaubühne in Weimar
gesprochenen "Prolog" zu "Wallensteins Lager" schuf S c h i l l e r die
Worte:
Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze,
(Denn) wer den Besten seiner Zeit genug

Page 241

Gethan, der hat gelebt für alle Zeiten.
(s. unten Horaz: "principibus placuisse . . ." u. s. w.)

Im engen Kreis verengert sich der Sinn,
Es wächst der Mensch mit seinen grössern Zwecken.
(vrgl. S e n e c a: "Natur. quaest." III, praef.: "Crescit animus, quoties coepti magnitudinem
attendit".)

Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt,
Schwankt sein Charakterbild in der Geschichte;
Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.—
In "Wallensteins Lager" (1798), 5. Auftritt, ruft der erste Jäger, als die
Marketenderin kommt:
Was? der Blitz!
Das ist ja die Gustel aus Blasewitz.
Im 6. Auftritt wirft der Wachtmeister einem Jäger vor, dass ihm
der feine Griff und der rechte Ton
fehle, den man nur in des Feldherrn Nähe lernen könne. Der Jäger erwidert
darauf:
Wie er räuspert und wie er spuckt,
Das habt ihr ihm glücklich abgeguckt.
was aus M o l i è r e s "Femmes savantes" 1, 1 entlehnt ist, wo Armande
sagt:
Wer sich nach andern bilden will und achten.
Hat ihren guten Sitten nachzutrachten.
Das heisst gewiss sein Vorbild nicht erreichen,
Im Räuspern nur und Spucken (tousser et cracher) ihm zu gleichen.
M o l a n d sagt in seiner Molière-Ausgabe, VII, Paris 1864: "Molière bringt hier nur eine
sprichwörtliche Redensart, die zu seiner Zeit gebräuchlich war, in Verse", und führt zum
Beleg "Francien" von S o r e l, Buch XI an: "ce n'est pas imiter un homme que peter et
tousser comme lui".
Der Anfang der Kapuzinerpredigt[45] in "Wallensteins Lager" lautet:

Page 242

Heisa, juchheia! Dudeldumdei!
Das geht ja hoch her. Bin auch dabei!
[45] Manche meinen, das Wort "Kapuzinade" sei nach dieser Schwankpredigt gebildet,
aber es ist älter als Schillers "Wallensteins Lager", und wer es zuerst brauchte, ist noch
unentschieden.
Es treten im Lager zwei Arquebusiere auf, philisterhafte Gesellen, die sich
zweimalige Kritiken zuziehen, im 10. Auftritt:
(Lass sie gehen, sind) Tiefenbacher,
Gevatter Schneider und Handschuhmacher,
und im 11. Auftritt:
(Schad' um die Leut; sind sonst wackre Brüder)
Aber das denkt wie ein Seifensieder.
Aus dem Schlussworte des letzten von Körner, Zahn, Zelter und Zumsteeg
komponierten Chorgesanges in "Wallensteins Lager" wird citiert:
Und setzet ihr nicht das Leben ein,
Nie wird euch das Leben gewonnen sein.—
Dem Musen-Almanach für das Jahr 1799 entnehmen wir folgende Citate:
aus S c h i l l e r s Ballade "Der Kampf mit dem Drachen" (S. 151):
Was rennt das Volk, was wälzt sich dort
Die langen Gassen brausend fort?
Mut zeiget auch der Mameluck,
Gehorsam ist des Christen Schmuck;
aus seiner "Bürgschaft" (S. 176);
Möros, den Dolch im Gewande;
Das sollst du am Kreuze bereuen;
Zurück! du rettest den Freund nicht mehr;
(Der fühlt) ein menschliches Rühren;
(Und) die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn.

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Endlich wird aus der "Bürgschaft" citiert:
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der dritte,
was kein ursprünglicher Einfall Schillers war, sondern vielmehr einer der
Fundstellen dieser Ballade entlehnt ist. (S. Register: Dionys der Jüngere.)—
Aus "Des Mädchens Klage" (ebenda, S. 208) und dann, um zwei Strophen
verkürzt, als Theklas Lied ("Piccolomini" 3, 7) wird citiert:
Ich habe genossen das irdische Glück;
Ich habe gelebt und geliebet.—
Die Schlussverse der letzten Strophe des Gedichts vom Jahre 1799: "An
Goethe, als er den 'Mahomed' von Voltaire auf die Bühne brachte":
Der Schein soll nie die Wirklichkeit erreichen,
Und siegt Natur, so muss die Kunst entweichen
erfuhren nach S c h i l l e r s Tode ein bizarre Umgestaltung.
Es giebt nämlich eine alte, gewöhnlich in die Zeit Karls V. von Frankreich verlegte, aber
bereits in einem viel älteren französischen Roman enthaltene Sage, nach welcher ein
französischer Ritter, Aubry, von einem seiner Waffengefährten, Robert Macaire, dessen
Name in Frankreich eine typische Bezeichnung für einen Hallunken geworden ist,
meuchlings erschlagen, und die Ermordung Aubrys durch das feindselige Betragen des
Hundes des Getöteten gegen den Mörder ans Tageslicht gebracht wird. Diese Sage wurde
zu einem Melodrama verarbeitet, in welchem ein dressierter Pudel die Hauptrolle spielte,
der den Pariser Janhagel in Begeisterung versetzte. 1816 gab sich die königliche Bühne in
Berlin dazu her, den Pudel auftreten zu lassen, was, wie Z e l t e r (Brief 246) an G o e t h e
schreibt, die Berliner zu dem Witze veranlasste, dass "den Hund aufs Theater bringen"
eigentlich "das Theater auf den Hund bringen" sei. Auch der Grossherzog von Weimar, ein
grosser Hundeliebhaber, wünschte den vierbeinigen Schauspieler auf seiner Bühne zu
sehen, stiess aber auf Widerstand bei G o e t h e, dem Intendanten. Der Pudel wurde jedoch
heimlich verschrieben, Goethe ging am Abend der Theaterprobe, am 20. März 1817, mit
eigenmächtiger Urlaubserteilung nach Jena, reichte nach der am 12. April stattgehabten
Aufführung den Abschied ein und erhielt darauf von Karl August folgende Zeilen: "Aus
den mir zugegangenen Äusserungen habe ich die Überzeugung gewonnen, dass der
Geheimrat von Goethe wünscht, seiner Funktion als Intendant enthoben zu sein, welches
ich hiermit genehmige". Die Tagesblätter veränderten die obigen Verse Schillers
demzufolge also:
Dem Hundestall soll nie die Bühne gleichen
Und kommt der Pudel, muss der Dichter weichen,
und nannten den Pudel den "Schicksalspudel". Goethe selbst erwähnt in den "Annalen"
unter dem Jahre 1817 von diesen Vorkommnissen nichts.[46]—

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[46] C a r l E b e r w e i n "Weimarer Sonntagsblatt", 1857, S. 312. In Gotthardis
"Weimarischen Theaterbildern" II, 168 soll diese Travestie mit einer kleinen Variante
stehen.
Schwindet ein Wesen oder ein Werk ohne Ruhm dahin, so hört man sagen,
dass es
Klanglos zum Orkus hinab
ging, ein Wort, welches den Schluss von S c h i l l e r s "Nenie" bildet (ged.
1. Okt. 1799).—
Aus "Hektors Abschied" (zuerst in den "Gedichten von Friedrich
S c h i l l e r", 1. T., Leipz. 1800) wird citiert:
Will sich Hektor ewig von mir wenden?
und
Theures Weib, gebiete deinen Thränen!
(In Goedekes "Historisch-kritischer Ausg.", T. 11, wird das Gedicht mit der
Jahresbezeichnung 1780-93 versehen, was wohl heissen soll, dass die ältere Form, wie sie
in den "Räubern", 4, 4 vorliegt, aus dem Jahre 1780, die neuere aus dem Jahre 1793
stammt.)—
Im "Musen-Almanach für das Jahr 1800" S. 243, erschien S c h i l l e r s
"Lied von der Glocke"; daraus werden als Citate verwendet die Worte:
Von der Stirne heiss
Rinnen muss der Schweiss . . .;
Zum Werke, das wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
Wenn gute Reden sie begleiten,
Dann fliesst die Arbeit munter fort;
Nehmet Holz vom Fichtenstamme;
Die schwarzen und die heitern Lose;
Errötend folgt er ihren Spuren;
O zarte Sehnsucht, süsses Hoffen.
Der ersten Liebe goldne Zeit!

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Das Auge sieht den Himmel offen,[47]
Es schwelgt das Herz in Seligkeit;
O dass sie ewig grünen bliebe,
Die schöne Zeit der jungen Liebe;
Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
Wo Starkes sich und Mildes paarten,
Da giebt es einen guten Klang;
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet;
Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang;
Doch mit des Geschickes Mächten
Ist kein ew'ger Bund zu flechten,
Und das Unglück schreitet schnell;
Wohlthätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht;
Mütter irren (!)
Leer gebrannt
Ist die Stätte;
Ein süsser Trost ist ihm geblieben,
Er zählt die Häupter seiner Lieben,
Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt;
[47] Anschluss an Joh. 1, 51: s. Kapitel I.

(Die Berliner sagten 1813 von Bernadottes geringen Verlusten bei Grossbeeren und
Dennewitz nach H ä u s s e r s "Deutscher Geschichte", 3. Aufl., Bd. 4, S. 267:
Er zählt die Häupter seiner Lieben,
Und sieh! es fehlten ihm nur sieben.)

. . die Gattin . . ., die teure;
. . das Auge des Gesetzes wacht;

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Wenn sich die Völker selbst befrei'n,
Da kann die Wohlfahrt nicht gedeih'n;
Da werden Weiber zu Hyänen;
Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn;
Jedoch der Schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.—
Aus S c h i l l e r s Drama "Die Piccolomini" (1800) wird citiert:
Spät kommt ihr, doch ihr kommt (1, 1),
wobei bemerkt werden mag, dass schon in der Odyssee, 23, 7 von Odysseus
gesagt wird, er komme nach Hause, obwohl er spät komme. (Ursprünglich
begannen weder "Don Carlos" noch die "Piccolomini" mit ihren so
berühmten Worten. Der Anfang der "Piccolomini" lautete:
Gut, dass Ihr's seid, dass wir Euch haben! wusst' ich doch,
Graf Isolani bleibt nicht aus.)
Was ist der langen Rede kurzer Sinn? (1, 2.)
Des Dienstes immer gleichgestellte Uhr. (1, 4.)
In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne. (2, 6.)
Wohl ausgesonnen, Pater Lamormaín! (2, 7.)
Wär' der Gedank' nicht so verwünscht gescheit,
Man wär' versucht, ihn herzlich dumm zu nennen (ebenda).
(O, der ist aus dem Himmel schon gefallen,
Der an der Stunden Wechsel denken muss!)
Die Uhr schlägt keinem Glücklichen (3, 3),
was gewöhnlich in der Form citiert wird:
Dem Glücklichen schlägt keine Stunde;

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Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an,
Wenn man den sichern Schatz im Herzen trägt (3, 4),
Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme (3, 8),
was als Nebentitel des von H a u f f unter dem Namen H. C l a u r e n und
gegen diesen geschriebenen Romans "Der Mann im Monde" (1825) noch
bekannter geworden ist;
Das eben ist der Fluch der bösen That,
Dass sie fortzeugend immer Böses muss gebären (5, 1).
Derselbe Gedanke wird schon im "Agamemnon" des Ä s c h y l u s, 758 so ausgesprochen:
"Die gottlose That erzeugt mehre, die ihrem Geschlecht gleichen", und von S a x o
G r a m m a t i c u s († 1204) in seiner Erzählung von "Hamlet" folgendermassen: "Das eben
ist der Fluch der Schuld, dass sie immer wieder Reiz und Veranlassung zu neuer Schuld
enthalten muss". (Simrock, "Quellen des Shakespeare", 2. Aufl., I., 104.)—
Aus "Wallensteins Tod" wird citiert:
1, 4:
Ernst ist der Anblick der Notwendigkeit;
Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht
Und die Gewohnheit nennt er seine Amme;
Sei im Besitze, und du wohnst im Recht;
1, 5:
Ich hab' hier bloss ein Amt und keine Meinung.
2, 2:
Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort:
Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit—
Leicht bei einander wohnen die Gedanken,
Doch hart im Raume stossen sich die Sachen.
2, 3:
Es giebt im Menschenleben Augenblicke;
Und Ross und Reiter sah ich niemals wieder.

Page 248

2, 6:
Dank vom Haus Österreich!
3, 9:
Das war kein Heldenstück, Octavio!
3, 10:
Nacht muss es sein, wo Friedlands Sterne strahlen;
(Gern wird für "Sterne strahlen" hier "Sterne glänzen" gesagt, weil es weicher klingt.)
3, 13:
Du hast's erreicht, Octavio!
was gewöhnlich so citiert wird:
Du hast's gewollt! Octavio!
Da steh' ich, ein entlaubter Stamm!
3, 15:
So ist's, mein Feldherr!
Daran erkenn' ich meine Pappenheimer
3, 18:
Max, bleibe bei mir!
4, 10:
Keines Überfalls gewärtig;
Gekeilt in drangvoll fürchterliche Enge;
Man sagt, er wollte sterben.
Theklas Monolog in 4, 12 enthält:
Was ist das Leben ohne Liebesglanz?
und schliesst:

Page 249

Das ist das Loos des Schönen auf der Erde!
5, 5 findet sich:
Ich denke einen langen Schlaf zu thun,
Denn dieser letzten Tage Qual war gross;
und 5, 11:
Des Menschen Engel ist die Zeit.—
Aus "Maria Stuart" (1801) citieren wir
4, 6:
"Graf! dieser Mortimer starb Euch sehr gelegen",
in der Form:
Der starb Euch sehr gelegen.
Die Schlussverse aus "Maria Stuart" lauten:
Der Lord lässt sich
Entschuldigen; er ist zu Schiff nach Frankreich.—
In S c h i l l e r s Gedicht "Der Antritt des neuen Jahrhunderts"
("Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1802". S. 167) heisst es:
Freiheit ist nur in dem Reich der Träume,
Und das Schöne blüht nur im Gesang.
Ebenda, S. 231, steht "Voltaires Pucelle und die Jungfrau von Orleans",
später "Das Mädchen von Orleans" genannt. Daraus wird citiert:
Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen
Und das Erhab'ne in den Staub zu zieh'n.
Aus der zweiten Scene des Prologes zur "Jungfrau von Orleans", die zuerst
1801 in Leipzig aufgeführt wurde, und deren erster Druck unter dem Titel:
"Kalender auf das Jahr 1802. Die Jungfrau von Orleans" u. s. w. (Berlin,
Unger) erschien, wird citiert:
Wie kommt mir solcher Glanz in meine Hütte?

Page 250

aus der dritten:
Mein ist der Helm, und mir gehört er zu;
Nichts von Verträgen, nichts von Übergabe.
Der Anfangsvers der ersten Strophe des Monologs Johannas:
Lebt wohl ihr Berge, ihr geliebten Triften,
wird, wie ihr Schlussvers:
Johanna geht, und nimmer kehrt sie wieder,
bei einem Abschiede angewendet. Die Worte des Königs Karl (VII, 1, 2):
Drum soll der Sänger mit dem König gehen,
Sie beide wohnen auf der Menschheit Höhen,
erscheinen mit ihrem "Drum" als eine Schlussfolge aus den vorhergehenden
Betrachtungen Karls; citiert wird das Wort, indem man für "Drum"
eigenmächtig "Es" setzt.
Mit dem Volke soll der Dichter gehen,
Also les' ich meinen Schiller heut'!
sagt F r e i l i g r a t h.
Ferner sind uns aus der "Jungfrau von Orleans" folgende Stellen geläufig:
Kann ich Armeen aus der Erde stampfen?
Wächst mir ein Kornfeld in der flachen Hand? (1, 3)
(wobei zu bemerken, dass nach P l u t a r c h s "Cäsar", K. 33, Pompeius einst geprahlt
hatte, er könne Armeen aus der Erde stampfen;)

Nichtswürdig ist die Nation, die nicht
Ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre (1, 5);
1, 9:
Ein Schlachten war's, nicht eine Schlacht zu nennen;[48]
[48] Solche Gegenüberstellung findet sich bereits: L i v i u s 5, 44; 22, 48; 23, 40; 25, 14;
C u r t i u s 4, 15; T a c i t u s, hist. 3, 77: "pugna" und "caedes"; L i v i u s 2, 53 und 5, 45;
T a c i t u s, hist. 4, 33: "proelium" und "caedes"; L i v i u s 28, 16: "pugna" und "trucidatio
velut pecorum".

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1, 10:
Von wannen kommt dir diese Wissenschaft?
(Schiller ahmte sich selbst in diesem Verse nach; denn in "Macbeth", 1, 5 (1801) übersetzt
er das Shakespearesche 1, 3 vorkommende:

Say from whence
You owe this strange intelligence?
also:

Sagt, von wannen kam euch
Die wunderbare Wissenschaft?)

1, 10:
Unsinn, du siegst, und ich muss untergeh'n!
3, 6:
Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.
4, 1:
Ach, es war nicht meine Wahl!
5, 14:
Wie wird mir? Leichte Wolken heben mich;
und der Schlussvers des ganzen Dramas:
Kurz ist der Schmerz, und ewig ist die Freude!—
S c h i l l e r s Gedicht "An die Freunde" ("Taschenbuch für Damen auf das
Jahr 1803", Tübingen, Cotta, S. 1 u. 2) enthält das Wort:
(Und) der Lebende hat recht
dann die Umschreibung für Theaterbühne:
Die Bretter, die die Welt bedeuten
S. 201 und S. 202 daselbst steht das Gedicht: "Thekla. Eine Geisterstimme",
aus dem der Endvers citiert wird:
Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel.—

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Aus der "Braut von Messina" (1803) sind bekannt der Anfangsvers
Der Not gehorchend, nicht dem eignen Trieb,
der vielleicht aus dem Wort des Apothekers in Shakespeares "Romeo und Julie" (5, 1)
entstand:

"My poverty, but not my will, consents",
oder aus Dantes ("Inferno" 12, 87):
"Necessità 'l c' induce e non diletto".

Nachdem Don Manuel zum ersten Male die Bühne verlassen hat, ertönt das
Wort des Chors:
Etwas fürchten und hoffen und sorgen
Muss der Mensch für den kommenden Morgen.
Ferner citieren wir:
1, 7:
Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen;
2, 5:
Die ist es oder keine sonst auf Erden!
3, 4:
Blendwerk der Hölle!
3, 5:
Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe!
4, 4:
Nicht an die Güter hänge dein Herz,
Die das Leben vergänglich zieren!
Wer besitzt, der lerne verlieren,
Wer im Glück ist, der lerne den Schmerz;
4, 7:
Auf den Bergen ist Freiheit!

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Die Welt ist vollkommen überall,
Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual.
Das Leben ist der Güter höchstes nicht,
Der Übel grösstes aber ist die Schuld.
Der zweite Vers ist die Übersetzung von Ciceros [ad. fam. VI, 4, 2]: ("nec esse ullum
malum praeter culpam".—A. W. v. Schlegel versah diese Verse mit Bezug auf Müllners
Drama "Die Schuld", 1816, im Wendtschen Musen-Almanach von 1832 mit der
Überschrift: "Unter Müllners Bildnis" und Carl Bagger ["Digtninger, gamle og nye", 1836]
schreibt:

[In ein Stammbuch.]

Das Leben ist der Güter höchstes nicht,
Der Übel grösstes aber sind die Schulden).—
Der erste Vers aus S c h i l l e r s Romanze "Der Jüngling am Bache", welche
in dem am 12. Okt. 1803 in Weimar aufgeführten und 1806 erschienenen
"Parasiten" 4, 4 eingeflochten ist, lautet:
An der Quelle sass der Knabe.
Der "Parasit" ist von S c h i l l e r aus P i c a r d s "Médiocre et Rampant ou le moyen de
parvenir" (1797) weniger übersetzt als übertragen; die Schillersche Romanze hat mit der
Picards nur die Stimmung gemein, so dass obiges Citat durchaus Schiller angehört,
während jedoch der Schluss der Romanze:

Raum ist in der kleinsten Hütte
Für ein glücklich liebend Paar
seine Entstehung wohl einer Reminiscenz verdankt. Nämlich in W i e l a n d s "Musarion"
(1768), Bd. 1, stottert Fanias: "Gewiss sehr viel Ehre! Allein mein Haus ist klein"; worauf
die Schöne versetzt: "Und wenn es kleiner wäre, für eine Freundin hat die kleinste Hütte
Raum" und in J. A. L e i s e w i t z e n s "Julius von Tarent" (1776) 2, 3 ruft Bianca: "Diese
Hütte ist klein; Raum genug zu einer Umarmung.—Dies Feldchen ist enge—Raum genug
für Küchenkräuter und zwei Gräber; und dann, Julius, die Ewigkeit;—Raum genug für die
Liebe!"—
Aus S c h i l l e r s Ballade "Der Graf von Habsburg" ("Taschenbuch für
Damen auf das Jahr 1804", Tübingen, Cotta) stammt:
die kaiserlose, die schreckliche Zeit!
aus dem "Siegesfest" (ebenda):
Von des Lebens Gütern allen

Page 254

Ist der Ruhm das höchste doch;
Wenn der Leib in Staub zerfallen,
Lebt der grosse Name noch,
sowie:
Trink ihn aus, den Trank der Labe,
Und vergiss den grossen Schmerz.—
Der vorletzte Vers des von S c h i l l e r 1804 für Beckers "Taschenbuch"
verfassten Gedichtes "Der Alpenjäger" lautet:
Raum für alle hat die Erde.—
Citate aus "Wilhelm Tell" (1804) sind Tells Worte an Ruodi den Fischer (1,
1):
Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt;
Ruodis Antwort:
Vom sichern Port lässt sich's gemächlich raten;
Ferner Ruodis:
Da rast der See und will sein Opfer haben;
Tells Worte an den Hirten (s.: Erasmus A l b e r u s):
Ich hab' gethan, was ich nicht lassen konnte;
und der Schlussvers der ersten Scene:
Wann wird der Retter kommen diesem Lande?
In der zweiten Scene wendet Gertrud ein Wort an, das nur die
Wiederauffrischung eines alten Sprichworts ist:
Dem Mutigen hilft Gott![49]
[49] s.: Fortes fortuna adiuvat.

Der zweite Akt führt uns aus der ersten Scene zu:
Ich bin der letzte meines Stamms;

Page 255

wobei zu erinnern ist, dass bereits Friedr. Leop. Graf zu S t o l b e r g in seiner "Romanze"
(1774; "ges. W." der Brüder Stolberg T. 1, S. 56) sang:
"Er, der letzte seines Stammes
Weinte seiner Söhne Fall".

Aus derselben Scene des "Tell" citieren wir:
Ans Vaterland, ans teure, schliess dich an,
Das halte fest mit deinem ganzen Herzen,
Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft;
und:
Es lebt ein anders denkendes Geschlecht.
2, 2 bietet:
Wir sind ein Volk und einig woll'n wir handeln,
und gegen Ende:
Wir wollen sein ein einzig (nicht: einig) Volk von Brüdern,
In keiner Not uns trennen und Gefahr.
Aus 3, 1 entnehmen wir die Worte Walthers:
Was da fleucht und kreucht,
gewöhnlich in der Form sämtlicher späteren Auflagen:
Was da kreucht und fleucht,[50]
Worte, die sich an 1. Mos, 7, 14 anlehnen.
[50] Schon W a l t h e r v o n d e r Vo g e l w e i d e singt (nach Simrocks Übersetzung,
6. Aufl., Leipz. 1876, S. 5) im Gedichte "Wahlstreit" (1198): "Was kriechet oder flieget",
vrgl. H o m e r s "Ilias" 17, 447: "ὅσσα τε γαῖαν ἔπι πνείει τε καὶ ἕρπει", H e r o d o t 1, 140:
"τἆλλα ἑρπετὰ καὶ πετεινά" u. s. w.—
Aus derselben Scene brauchen wir drei Worte Tells:
Früh übt sich, was ein Meister werden will;
Die Axt im Haus erspart den Zimmermann;
Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.
3, 3 enthält des Rudenz Worte:

Page 256

Allzu straff gespannt, zerspringt der Bogen.[51]
[51] A m a s i s , König von Ägypten (570-526) sagte vom Bogen (Herodot II, 173): "εἰ
γὰρ δὴ τὸν πάντα χρόνον ἐντεταμένα εἴη, ἐκραγείη ἄν"—"denn bliebe er alle Zeit
gespannt, so würde er wohl zerbrechen". Er entschuldigte damit seinen Hang, die
Regierungsmühen mit Trinkgelagen abwechseln zu lassen. Dann leiht Phädrus (3, 4, 10)
dem A e s o p die Weisheit, der Geist brauche Spiel, um wider [wieder] denkfrisch zu
werden, denn: "Cito rumpes arcum, semper si tensum habueris"—"du zerbrichst den Bogen
schnell, wenn du ihn stets gespannt haben willst". G r i m m e l s h a u s e n s
"Simplicissimus" IV, 1 bietet: "Wann man den Bogen überspannet, so muss er endlich
zerbrechen". Doch Schiller schöpfte wohl aus F. M. K l i n g e r s Trauerspiel: "Die
Zwillinge" (1774), wo es 2, 2 heisst: "wir wollen den Bogen nicht zu stark spannen, damit
die Sehne halte".
4, 2 spricht der sterbende Attinghausen:
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,
Und neues Leben blüht aus den Ruinen;
Seid einig—einig—einig!
Aus Tells Monolog 4, 3 wird citiert:
Durch diese hohle Gasse muss er kommen,
Es führt kein andrer Weg nach Küssnacht.—Hier
Vollend ich's.
Die Gelegenheit ist günstig.
Dort der Hollunderstrauch verbirgt mich (ihm);
Mach deine Rechnung mit dem Himmel, Vogt!
Fort musst du, deine Uhr ist abgelaufen;
in gährend Drachengift hast du
Die Milch der frommen Denkart mir verwandelt;
(wobei wohl 5. Mos. 32, 33 "Ihr Wein ist Drachengift" und Lady Macbeth ["Macbeth" 1, 5]
vorgeschwebt hat, die vom Gemüt ihres Mannes sagt, es sei "zu voll von der Milch der
Menschenliebe";)

Es lebt ein Gott zu strafen und zu rächen;
Entränn' er jetzo kraftlos meinen Händen (nämlich der Pfeil),
Ich habe keinen zweiten zu versenden;

Page 257

endlich:
Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen,
was schon des auffallenden Stils wegen citiert wird.
Aus dem darauf folgenden Gespräch Tells mit dem Flurschützen ist
bekannt:
Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben,
Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt,
die Umänderung eines älteren Sprichworts: "Niemand kann länger Frieden
haben, als seinem Nachbar beliebt".
Dann ruft der getroffene Gessler (4, 3):
Das ist Tells Geschoss!
Und nun singen die barmherzigen Brüder:
Rasch tritt der Tod den Menschen an.—
Aus dem durch S c h i l l e r s Tod (1805) unvollendet gebliebenen
"Demetrius" citieren wir:
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen,
wodurch ein oft dagewesener Gedanke[52] für uns seine bleibende Form
erhielt.—
[52] S. C i c e r o "d. off." 2, 22: "non enim numero haec iudicantur, sed pondere";
P l i n i u s d . j ü n g . B. 2, Ep. 12: "numerantur enim sententiae, non ponderantur";
M o s e s M e n d e l s s o h n (Ges. W. 3, 370; an Nicolai): "Stimmen . . . wollen gewogen
und nicht gezählt sein"; W i e l a n d (1774. "Abderiten" 5, 3), der da meint, es komme nicht
auf "majora" (das Mehr), sondern auf "saniora" (das Vernünftigere) an; L i c h t e n b e r g
(1777. Ausg. v. 1867 B. 2, 3, 236), der es bedauert, "dass wir so oft die Stimmen nur zählen
können. Wo man sie wägen kann, soll man es nie versäumen"; K l o p s t o c k (Aug. 1800.
"Die Wage"): "Du zählst die Stimmen; wäge sie—" und endlich S c h i l l e r selbst (1801.
"Maria Stuart" 2, 3): "Nicht Stimmenmehrheit ist des Rechtes Probe", (vrgl. Stahls
"Autorität nicht Majorität!")

Chr. Fürchteg. Fulda, Lehrer am Pädagogium zu Halle, ist der Verfasser
eines Spottverses gegen Goethes und Schillers "Xenien":
Die neumodischen Distichen.

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Īn Wĕimăr ūnd īn Jēnā mācht măn Hĕxāmĕtĕr wīe dēr.
Aber die Pentameter sind doch noch excellenter,
der in "Trogalien zur Verdauung der Xenien, Kochstädt, zu finden in der
Speisekammer", 1797 zu lesen ist.—

Nikolaus Sturm, mit dem Klosternamen M a r c e l l i n u s (1760-1819),
ist Verfasser eines Liedes, dessen Anfang lautet:
Nach Kreuz und ausgestand'nen Leiden.
("Lieder, zum Teil in bayerischer Mundart von P. Marcelin S t u r m,
ehemaligem Augustiner". 1819 No. 15.)—

Joh. Peter Hebel (1760-1826) "Schatzkästlein des rheinischen
Hausfreundes" (1811) erzählt eine Geschichte "Die zwei Postillone":
"Diese Postillone, welche zwischen Dinkelsbühl und Ellwangen fuhren, hatten von zwei
Handelsleuten stets so schlechte Trinkgelder erhalten, dass sie sich vornahmen, die Herren
freigebiger zu machen. Einst traf es sich, dass der Dinkelsbühler Schwager, den einen
dieser Handelsleute fahrend, auf der Landstrasse dem Postillon von Ellwangen begegnete,
welcher den anderen Handelsmann fuhr. Keiner will dem anderen ausweichen. Zuerst
zanken sich die Postillone, und als die Reisenden sich in den Wortwechsel mischen, schlägt
der Ellwanger Postillon dem Passagier in dem gegenüberstehenden Postwagen mit der
Peitsche ins Gesicht, worauf der Postillon aus Dinkelsbühl ein Gleiches an dem anderen
Passagier that. Nachdem sie ihre gegenseitigen Passagiere durchgepeitscht hatten, trennten
sie sich. Diesmal gab jeder der beiden Reisenden ein besseres Trinkgeld.—Hebel lässt den
einen Postillon sagen: 'Du sollst meinen Passagier nicht hauen; er ist mir anvertraut und
zahlt honett, oder ich hau' den Deinigen auch'."
Der Volksmund hat die Worte des Postillons verkürzt zu:
Haust Du meinen Juden, so hau' ich Deinen Juden.
H e b e l erklärt in der Vorrede, dass mehrere der mitgeteilten Geschichten anderswo bereits
zu hören oder zu lesen waren, und dass er auf diese Kinder des Scherzes und der Laune,
denen er ein nettes und lustiges Röcklein angehängt, keine weiteren Ansprüche mache.
Wem entlehnte er diesen Schwank?—

Durch Aug. Friedr. Ferd. von Kotzebues (1761-1819) Lustspiel "Die
Indianer in England" (1789 zu Reval aufgeführt, 1790 zu Leipzig
erschienen) ist der Name der Tochter des Nabob von Mysore,

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Gurli,
eine Bezeichnung für ein gefühlvoll-naives Frauenzimmer geworden. Auch
citiert man den Sammeltitel einiger Schriften K o t z e b u e s:
Die jüngsten Kinder meiner Laune
(Leipz. 1793-97) gewöhnlich in der Form:
Das jüngste Kind meiner Laune,
mit welchem Scherzworte der Tischler Valentin in R a i m u n d s
"Verschwender" 3, 7 seine Pepi vorstellt.—
Die Anfangsverse von K o t z e b u e s 1802 verfasstem, von Himmel
komponierten Liede (im Februarheft des "Freimütigen" von 1803) "Trost
beim Scheiden" (zuerst "Gesellschaftslied" genannt) citieren wir in der
Form:
Es kann ja nicht immer so bleiben
Hier unter dem wechselnden Mond,
und den Anfang von dessen vierter Strophe also:
Wir sitzen so fröhlich beisammen,
Wir haben einander so lieb;
während es ursprünglich "Es kann schon nicht Alles so bleiben" hiess und
"Wir haben uns Alle so lieb".—
Der Anfangsvers einer 1810 erschienenen Romanze K o t z e b u e s aus
seinem Lustspiele "Der arme Minnesinger" (Alman. dram. Spiele, 9. Jhrg.
S. 146) heisst:
Über die Berge mit Ungestüm.
Das Lied wurde 1811 allgemein bekannt durch Carl Maria von Webers
Composition, die seine erste war.—

Rinaldo Rinaldini
wurde zur stehenden Bezeichnung für einen räuberhaften Gesellen durch
des Chr. Aug. Vulpius (1762-1827) ehemals weitverbreiteten Schauerroman
"Rinaldo Rinaldini, der Räuberhauptman; eine romantische Geschichte

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unsers Jahrhunderts" (Leipz. 1797 ff.). In seiner Zeitschrift "Janus"
veröffentlichte V u l p i u s im Jahre 1800 "Romanzen und Lieder über
Rinaldini". Die zweite "Romanze" dort (1, 371) beginnt: "In des Waldes
düstern Gründen", und wurde zum Volkslied (vrgl. den "Liederhort" von
Erk und Böhmer). Diesen Anfangsvers citieren wir in der Form:
In des Waldes tiefsten Gründen,
wohl mit Anlehnung an S c h i l l e r, der in seiner "Kassandra" (1802) singt:
"In des Waldes tiefste Gründe
Flüchtete die Seherin."—

Die letzte Strophe des Gedichtes "Das Grab" von Joh. Gaudenz Gusert
Graf von Salis-Seewis (1762-1834) lautet ("Götting. Mus.-Alman." f.
1788):
Das arme Herz, hienieden
Von manchem Sturm bewegt,
Erlangt den wahren Frieden
Nur, wo es nicht mehr schlägt.—

Der Anfang des Weihnachtsliedes:
Morgen, Kinder, wird's was geben,
Morgen werden wir uns freu'n,
wird oft angewendet. Es steht in Splittegarbs Liedersammlung, Berlin 1795,
2. Aufl., S. 317, wurde aber schon vor 1783 von Joh. Phil. Kirnberger in
Berlin komponiert. Nach einer Familientradition war der Verfasser der
Schulvorsteher Martin Friedrich Philipp Bartsch in Berlin († 1833).—
Unterbrochenes Opferfest
ist der Titel einer v o n W i n t e rschen, 1796 erschienenen Oper, deren Text
von F. X. Huber herrührt.—

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Joh. Gottfr. Seume (1763-1810) bietet uns in dem Gedichte "Der Wilde"
("Gedichte", Riga, 1801) die Worte:
(Ein Kanadier, der noch) Europens
Übertünchte Höflichkeit (nicht kannte).
(Seht,) wir Wilden sind doch bess're Menschen,
Und er schlug sich seitwärts in die Büsche.
Zuerst erschien das Gedicht in Schillers "Neuer Thalia" (Bd. 3 S. 255 Lpz. 1793) und
begann:
"Ein Amerikaner, der Europens . . ."—

In der "Zeitung für die elegante Welt", 1804, No. 23, liess S e u m e das
Gedicht "Die Gesänge" erscheinen, dessen erste Strophe:
Wo man singet, lass dich ruhig nieder,
Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;
Wo man singet, wird kein Mensch beraubt;
Bösewichter haben keine Lieder,
im Volksmunde umgewandelt worden ist in:
Wo man singt, da lass dich ruhig nieder;
Böse Menschen haben keine Lieder.
Schon L u t h e r sagt in seinem Gedichte "Frau Musica" (Klugs Gesangbuch, Wittenberg
1543):
Hie kann nicht sein ein böser Mut,
Wo da singen Gesellen gut,

und C e r v a n t e s "Don Quijote", II 34 (1615) gegen Ende:
Senora, donde hay musica, no puede haber cosa mala.
Gnädige Frau, wo Musik ist, da kann nichts Böses sein.

Die Parodie der Seumeschen Verse von David K a l i s c h:
Wo man raucht, da kannst du ruhig harren,
Böse Menschen haben nie Cigarren
steht im "Humoristisch-satirischen Volkskalender des Kladderadatsch" von
1850, S. 27.—

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Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter, 1763-1825) machte zum
Schauplatz seiner Satire "Das heimliche Klaglied der jetzigen Männer"
(Bremen 1801) das Landstädtchen[53]
Krähwinkel,
das dadurch, wie dann durch K o t z e b u e s Lustspiel "Die deutschen
Kleinstädter" (1803), die Bedeutung eines Klatschnestes erhielt. Auch
schrieb K o t z e b u e "Des Esels Schatten oder der Process in Krähwinkel"
im "Almanach dramatischer Spiele für 1810" (Riga 1809). Danach nennt
man jedes kleinstädtisch aufgebauschte Ereignis eine
Krähwinkelei.—
[53] Crawinkel, von J a h n (nach H. Pröhle in "Fr. Ludwig Jahns Leben") in einem Briefe
von 1825 Krähwinkel genannt, ist ein Dorf bei Laucha im Kreise Eckartsberga unweit von
Jena; Krehwinkel, ein Weiler im Oberamt Schorndorf in Württemberg; Krähwinkel, ein
Dorf im Kreise Solingen des Regierungsbezirks Düsseldorf.
Ferner gab Jean Paul (1804-5) den Roman
"Flegeljahre"
heraus, nachdem er schon in seinem "Siebenkäs" (1795 Band 2, Kap. 5)
schrieb: "Wenn der Mensch über die Tölpeljahre hinüber ist, so hat er noch
jährlich einige Tölpelwochen und Flegeltage zurückzulegen".—
Auch ist wohl J e a n P a u l als der Schöpfer des Worts
Weltschmerz
anzusehen. In seinem 1810 begonnenen posthumen Werke "Selina oder
über die Unsterblichkeit" (ersch. 1827; s. Bd. 2, S. 132) sagt er von Gott:
"N u r s e i n Auge sah alle die tausend Qualen der Menschen bei ihren
Untergängen. Diesen Weltschmerz kann er, so zu sagen, nur aushalten durch
den Anblick der Seligkeit, die nachher vergütet." Hier also bedeutet das
Wort entweder "Qualen aller Menschen" oder "schmerzliches Mitgefühl
Gottes für das Weltelend". H e i n e jedoch verlegte den "Weltschmerz" dann
in die empfindsame Menschenseele, indem er in seiner pariser Schrift "Aus
der Gemälde-Ausstellung von 1831" bei der Besprechung des Bildes von
Delaroche: "Oliver Cromwell vor Karls I. Leiche" ausruft: "Welchen
grossen Weltschmerz hat der Maler hier mit wenigen Strichen
ausgesprochen". Es bedeutet hier "Schmerz für den fühlenden Menschen

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über die Vergänglichkeit alles Irdischen". An Jean Paul und Heine lehnte
sich dann Julius M o s e n an, der da sang ("Gedichte" 1836, S. 93:
"Weltsünde" Str. 2):
"Und meine Seele riss entzwei der Schmerz,
Doch der mich schlug, den hört' ich also sagen:
Das ist der Weltschmerz, den einst Gott getragen!"
und ferner ("Ahasver" 1838, Gesang 1 Str. 10) im Sinne eines die ganze
Welt umfassenden heroischen Schmerzes:
"Zur Zeit nur eines Volkes Todesschmerzen,
Zur Zeit die Noth nur einer einz'gen Stadt,
Trägt er den Weltschmerz bald in seinem Herzen".
H e i n e wiederum wendet dann das Wort in der Vorrede (1854) zu den
"Geständnissen" ironisch an im Sinne des Mitleids für das Weltelend, das
auch "Schufte von Gefühl" hegen. Wir aber brauchen "Weltschmerz" heut
im Sinne von "schmerzlichem oder eingebildetem Ekel an Welt und
Leben"; und dazu schlug abermals H e i n e die Brücke, obwohl er das Wort
da in "Weltqual" ummodelt, durch folgende 1840 geschriebene Stelle ("Ges.
W." Strodtmann, 12, 230): "Wenn ich auch am Tage wohlbeleibt und
lachend dahinwandle durch die funkelnden Gassen Babylon's, glaubt mir's!
sobald der Abend herabsinkt, erklingen die melancholischen Harfen in
meinem Herzen, und gar die Nacht erschmettern darin alle Pauken und
Cymbeln des Schmerzes, die ganze Janitscharenmusik der Weltqual, und es
steigt empor der entsetzlich gellende Mummenschanz . . ."—

Das 1793 von Johann Martin Usteri (1763-1827) verfasste Lied:
Freut euch des Lebens,
Weil noch das Lämpchen glüht;
Pflücket die Rose,
Eh' sie verblüht!
erschien zuerst als Einzeldruck 1793 in Zürich und dann mit Nägelis
Komposition in Böheims "Freimaurer-Liedern mit Melodien" (Berlin
1795).—

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Ludwig Ferdinand Huber (1764-1804) nannte Goethes 1803 zuerst in
Weimar aufgeführtes und 1804 erschienenes Trauerspiel "Die natürliche
Tochter" (im "Freimütigen" von 1803, No. 170, S. 678)
marmorglatt und marmorkalt.
(L. F. Hubers "Sämtliche Werke seit dem Jahre 1802", 2. T., S. 240.)—

Der Prediger Friedr. Wilh. Aug. Schmidt zu Werneuchen (1764-1838)
hat in seinem Gedichte "Der Mai 1795" ("Neuer Berliner Musen-Almanach
für 1797", S. 86) Anlass zu der Redensart gegeben:
Sich freuen wie ein Stint,
indem er sang:
"O sieh; wie alles weit und breit,
Von lindem Schmeichelwind
Mit Wonneblüten überstreut,
An warmer Sonne minnt!
Vom Storche bis zum Spatz sich freut,
Vom Karpfen bis zum Stint!"—

Aus Wenzel M ü l l e r s Singspiele "Das Neu-Sonntagskind" (1793 zuerst
aufgeführt, 1794 zuerst in Pressburg gedruckt), Text von Joachim Perinet
(1765-1816), stammt:
Wer niemals einen Rausch hat g'habt,
Der ist ein schlechter Mann,
was in der Form:
Wer niemals einen Rausch gehabt,
Der ist kein braver Mann
citiert wird und sein Vorbild hat in den Versen, die wir bei K e i l in den
"Deutschen Studentenliedern des 17. u. 18. Jahrh.", S. 33 finden:
Denn wer sich scheut, ein Rausch zu han,

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Der will nicht, dass man ihn soll kennen,
Und ist gewiss kein Biedermann.—

Joh. Friedr. Kind (1768-1843) ist zu nennen wegen:
Komm doch näher, liebe Kleine!
aus seinem Gedichte "Der Christabend" (das auch Citat aus Mozarts "Don
Juan" sein kann); und aus seinem Text zu Karl Maria von Webers zuerst am
18. Juni 1821 in Berlin aufgeführtem "Freischütz" citieren wir:
Glaubst du, dieser Adler sei dir geschenkt?
Werft (eigentlich: Stürz't) das Scheusal in die Wolfsschlucht!
Samiel, hilf! oder: Hilf, Samiel!
Er war von je ein Bösewicht;
Ihn traf des Himmels Strafgericht!
Was gleicht wohl auf Erden
Dem Jägervergnügen!—

Von Friedr. Dan. Ernst Schleiermacher (1768-1834) rührt her:
In sieben Sprachen schweigen.
In "Zelters Briefwechsel mit Goethe" (V. S. 413) sagt Zelter in einem Briefe
vom 15. März 1830: "nun muss ich schweigen, (wie unser Philologus
Bekker, den sie den Stummen in sieben Sprachen nennen)"; und H a l m
"Nekrolog auf Immanuel Bekker" ("Sitzungsber. d. bayerisch. Akad. d.
Wissensch." 1872, S. 221) sagt: "Schleiermachers geistreiches Wort, Bekker
schweige in sieben Sprachen, ist zu einem geflügelten geworden".
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden
schafft.
wird in Berlin auch auf S c h l e i e r m a c h e r zurückgeführt. Wo findet es
sich aber in d i e s e r F o r m zuerst gedruckt?—

Page 266

Ernst M o r i t z Arndt (1769-1860) beginnt sein "Vaterlandslied"
(1812):
Der Gott, der Eisen wachsen liess,
Der wollte keine Knechte;
und ferner verdanken wir ihm das Wort:
Soweit die deutsche Zunge klingt,
welches den dritten Vers der sechsten Strophe seines Gedichtes "Des
Deutschen Vaterland" bildet, das 1813 zu Ostern erschien (s. "Deutsche
Wehrlieder für das Kgl. preuss. Frei-Corps", 1. Samml.) und 1825 von
Gustav R e i c h a r d t komponiert wurde.—
Schliesslich citieren wir auch den Titel von A r n d t s 1813 zu Leipzig bei
W. Rein erschienener Schrift: "Der Rhein, Teutschlands Strom, aber nicht
Teutschlands Gränze" in der Form:
Der Rhein, Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze.
Diese Worte schmücken Afingers Arndtdenkmal in Bonn.—

F r i e d r . Voigt (1770-1814) beginnt ("Lieder für das Herz; zur
Beförderung eines edlen Genusses in der Einsamkeit", Lpz. 1799) ein Lied
"Elisas Abschied":
Noch einmal, Robert, eh' wir scheiden,
(Komm an Elisas klopfend Herz).
Ursprünglich stand Heinrich statt Robert da (s. den ersten Druck in der
deutschen Monatsschrift, August 1798, S. 281 ff.).—
Den Bürgermeister ausgenommen
steht in dem Gedichte "Die Ausnahme" von Andreas Wilke ( † 1814 zu
Grabow in Mecklenburg-Schwerin als Vorsteher einer Privatschule).
Entlehnt hat er wohl den Schwank einer Erzählung im "Vademecum für
lustige Leute" (8. T., Berlin 1781, S. 68, No. 130). Danach sagt ein Fremder
in einer kleinen Stadt nach der Mahlzeit zum Gastwirt, er habe so gut
gegessen wie irgend einer im Lande. Der Wirt, ein Ratsherr des Städtchens,

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versetzt darauf: "den Herrn Bürgermeister ausgenommen". Als der Fremde
dies bestreitet, muss er vor Gericht einen Gulden Strafe zahlen. Dabei aber
bemerkt er: "Der Kerl, der mich hier vor Gericht gebracht hat, ist der
grösste Narr der Christenheit—Sie, Herr Bürgermeister, ausgenommen".—
Alles, was ist, ist vernünftig
ist eine Umformung der Worte Georg Wilh. Friedr. Hegels (1770-1831) in
der Vorrede zu seinen: "Grundlinien der Philosophie des Rechtes" (1821):
Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist
vernünftig;
(Aristot. Ethic. Nicom. I, 8, § 1). P o p e "Essay on Man", 1, 289 hat:
Whatever is, is right,
Alles was ist, ist recht so.—

Das Motto der Briefe R a h e l s:
Still und bewegt
entlehnte Va r n h a g e n v . E n s e aus Joh. Christ. Friedr. Hölderlins
(1770-1843) "Hyperion" (Tübingen 1797-99, Bch. 2, Brief 2: "Wie der
Sternenhimmel, bin ich still und bewegt"), eingedenk der Worte Goethes
(1795) über Rahel: "Sie ist, soweit ich sie kenne, in jedem Augenblicke sich
gleich, immer in einer eigenen Art b e w e g t , u n d d o c h r u h i g,—
kurz, sie ist, was ich eine schöne Seele nennen möchte", (vrgl. "Rahel, ein
Buch des Andenkens für ihre Freunde". Berlin 1833. S. 98.) Wahrscheinlich
ist H ö l d e r l i n s Vergleich eine Übertragung von: "in motu immotum",
dem Motto des Kardinals Luigi Este ( † 1586), das mit dem Emblem des
sternenbedeckten Firmaments die Devise jenes Fürsten bildete.—

Der König rief, und alle, alle kamen,
ist der Anfang eines von H. Clauren (Carl Heun 1771-1854) gedichteten
Liedes, dessen erster Druck das Datum "Gnadenfrei, den 24. Juni 1813"
trug, "in Kommission zu haben bei W. G. Korn in Breslau und bei
Gröbenschütz in Berlin".—

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Der Anfangsvers eines Liedes von A u g u s t Mahlmann (1771-1826) in
B e c k e r s "Taschenbuch zum geselligen Vergnügen" (1802, S. 278, 279)
lautet:
Ich denk' an euch, ihr himmlisch schönen Tage
(der seligen Vergangenheit!).—

Von Friedrich von Schlegel (1772-1829) ist:
Der Historiker ist ein rückwärts gekehrter Prophet.
Es steht in dem von seinem Bruder August Wilhelm und ihm
herausgegebenen "Athenaeum", Berlin 1798-1800, Bd. 1, Stück 2, S. 20
unter "Fragmente".—

Göttliche Grobheit
ist aus Fr. v. S c h l e g e l s Roman "Lucinde" (Berlin 1799) entwickelt, in
dem es S. 30 heisst:
"Ich wollte Dir erst beweisen und begründen, es liege ursprünglich und
wesentlich in der Natur des Mannes ein gewisser tölpelhafter Enthusiasmus,
der gern mit allem Zarten und Heiligen herausplatzt, nicht selten über
seinen eigenen treuherzigen Eifer hinstürzt und mit einem Wort leicht b i s
z u r G r o b h e i t g ö t t l i c h i s t".
K o b e r s t e i n ("Grundriss", 5. Auflage, 4. Band, S. 696) sagt: "Die Gegner (der
Romantiker) griffen den Ausdruck Fr. Schlegels 'göttliche Grobheit', dessen er sich in der
'Lucinde' bedient hatte, auf und wandten ihn häufig auf die Kritik und Polemik der neuen
Schule an". (?) Hiernach wäre der erste, welcher "göttliche Grobheit" anwendete, nicht
E. T. A. H o f f m a n n gewesen. (?) In seiner Erzählung im Berlinischen Taschen-Kalender
von 1821: "Die Irrungen. Fragment aus dem Leben eines Phantasten" heisst es im Kapitel
"Traum und Wahrheit": "O Baron, sprach die Jungfrau, du hast Mut und nicht fremd blieb
dir göttliche Grobheit".—

Von Novalis (Friedrich Freiherr von Hardenberg 1772-1801) ist das im
Schlegel-Tieckschen Musenalmanach für 1802 mitgeteilte:
Wenn ich ihn nur habe,
Wenn er mein nur ist,
sowie das ebenda befindliche:

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Wenn alle untreu werden,
So bleib' ich dir doch treu.
Max von S c h e n k e n d o r f ("Gedichte", Cotta 1815, S. 141 "Erneuter Schwur". Junius
1814. An Friedrich Ludwig Jahn.) wiederholte diese Verse, nur dass er "euch" statt "dir"
setzte und die Gefährten seiner Jugend damit besang.—

Nach R. K ö p k e: "Ludwig Tieck, Erinnerungen aus dem Leben des
Dichters" (I, 210 und 211) ist L u d w i g Tieck (1773-1853) der Schöpfer
des Wortes:
Waldeinsamkeit.
Es heisst daselbst: "Als Tieck sein Märchen 'Der blonde Eckbert' (1797) im Kreise der
Freunde aus dem Korrekturbogen vorlas, erfuhr das Wort, welches im Mittelpunkt
desselben stand, W a l d e i n s a m k e i t, eine scharfe Kritik, W a c k e n r o d e r erklärte, es
sei unerhört und undeutsch, wenigstens müsste es heissen: "Waldeseinsamkeit". Die
Übrigen stimmten bei. Umsonst suchte T i e c k sein Wort durch ähnliche
Zusammensetzungen zu verteidigen. Er musste endlich schweigen, ohne überzeugt zu sein,
strich es aber nicht aus und gewann ihm das Bürgerrecht in der Litteratur". T i e c k selbst
erzählt dies in seiner 1841 in der "Urania", (S. 133 ff.) erschienenen Novelle
"Waldeinsamkeit", nennt jedoch das Jahr 1796.—
Das Wort
romantisch,
das 1734 im "Bernischen Spectateur" neben dem bis dahin üblichen
"romanisch" zuerst[54] vorkommt, erlangte seine allgemeine Bedeutung als
litterarischer Parteiname, nachdem T i e c k 1800 seine Gesamtgedichte
unter dem mit vollster Unbefangenheit gewählten Titel "Romantische
Dichtungen" herausgegeben hatte (s. R. K ö p k e: "Ludwig Tieck,
Erinnerungen aus dem Leben des Dichters", I, 265; s. auch II, 172). Erst
A. W. S c h l e g e l stellte in "Charakteristiken und Kritiken" (Königsberg
1801) die klassische Poesie des Altertums und die romantische des
Mittelalters und der Neuzeit als auf ganz verschiedene Weise entstanden
gegenüber. R o m a n t i c wird nach F r i e d l ä n d e r ("Darstell. aus d.
Sittengesch. Roms", 5. Aufl. 1881. Bd. 2, S. 245) im Englischen schon
Mitte des 17. Jahr. von Personen und Naturscenen gebraucht.—
[54] S. "Die Gegenwart" XXVII, S. 71 "Klassisch und Romantisch." Eine Wortstudie von
H. Breitinger.
Ein Losungswort für und gegen die Romantik war einst Tiecks:

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Mondbeglänzte Zaubernacht.
Nämlich im Prolog und am Schlusse seines "Kaiser Oktavianus" (1804)
glossiert er das Thema:
Mondbeglänzte Zaubernacht,
Die den Sinn gefangen hält,
Wundervolle Märchenwelt,
Steig' auf in der alten Pracht!
U h l a n d verwendet das Wort in seiner Glosse "Der Romantiker und
Recensent".—

Amadeus Gottfr. Adolf Müllners (1774-1829) Worte in dem Drama "Die
Schuld" (aufgeführt 1813, ersch. 1816) 2, 5:
(Und) erklärt mir, Oerindur,
Diesen Zwiespalt der Natur!
(Bald möcht' ich in Blut sein Leben
Schwinden seh'n, bald—ihm vergeben)
hat der Volksmund also umgestaltet:
Erkläret (löset) mir, Graf Oerindur,
Diesen Zwiespalt der Natur.—

Von L u i s e Brachmann (1777-1822) citieren wir den ersten Vers ihres
Gedichtes "Columbus":
Was willst du, Fernando, so trüb und so bleich?—

D e l a M o t t e Fouqués (1777-1843) "Trost" ("Frauentaschenbuch für
1816" S. 187) beginnt:
Wenn alles eben käme,
Wie du gewollt es hast.—

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Zahlen beweisen
oft erweitert zu:
Zahlen beweisen, sagt Benzenberg,
müsste eigentlich heissen: "Zahlen entscheiden"; denn so lautet es an vielen
Stellen der Schriften des rheinischen Physikers und Publicisten Joh. Friedr.
Benzenberg (1777-1846). Verbreitet wurde der Ausdruck besonders durch
die "Kölnische Zeitung". Als nämlich 1833 der Stadt Köln das Stapelrecht
genommen und ihr zum Ersatz ein Freihafen gegeben wurde, entspann sich
unter den Beteiligten ein lebhafter Streit über den Nutzen oder den Schaden
der neuen Einrichtung, welcher in der genannten Zeitung unter der
abwechselnden Überschrift "Zahlen beweisen" und "Zahlen beweisen
nicht" ausgefochten wurde. Der Karneval von 1834 bemächtigte sich der
Frage und verschaffte durch allerlei drollige Wendungen und Zusätze dem
Worte Eingang in die weitesten Kreise.—

In Clemens Brentanos (1778-1842), Lustspiel "Ponce de Leon" (1804),
5, 2, sagt der Haushofmeister Valerio zu einem Schulmeister mit Bezug auf
eine erwartete Musikantenschar: "Diese schlechten Musikanten und guten
Leute aber werden sich unter Eurer Anführung im Walde versammeln".
Hieraus entstand durch E. T. A. H o f f m a n n ("Seltsame Leiden eines
Theater-Direktors", anonym, Berl. 1819, S. 198, u. "Kater Murr", 1820, 2.
Abschn.) und H e i n r i c h H e i n e ("Ideen. Das Buch le Grand", 1826,
Kap. 13) das Dictum:
Gute Leute und schlechte Musikanten.
B r e n t a n o wird dadurch zu seinem Worte angeregt worden sein, dass die
Amme in Shakespeares "Romeo und Julia" (IV, 5) die Musikanten "Ihr
guten Leute" anspricht, denen weiterhin Peter sagt: "Es heisst 'Musik mit
ihrem Silberklang', weil solche Kerle, wie ihr, kein Gold fürs Spielen
kriegen".—

Aus dem zuerst im "Neuen Liederbuch für frohe Gesellschaften",
Hamburg 1808, S. 91, sodann im Sommer 1810 bei J. A. Böhme in

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Hamburg erschienenen "Gesellschaftslied: Im Kreise froher kluger Zecher,
in Musik gesetzt fürs Piano-Forte von Karl D ö b b e l i n" stammt:
Wir Menschen sind ja alle Brüder.
(Schon Maleachi 2, 10 ruft aus: "Haben wir nicht alle einen Vater?") Das
Lied ist unterzeichnet Ludwig. Ist damit J o h a n n e s L u d w i g gemeint,
der Verfasser der "Lieder und Gedichte für Freunde der Natur und
häuslichen Glückseligkeit", Hildburghausen 1802? Später steht
Z s c h o k k e s Name unter dem Liede. Nach dem "Nekrolog der
Deutschen" (IV, 281) soll Christian Gottlob O t t o, Professor der
Mathematik an der Fürstenschule zu Meissen (1763-1826) der Verfasser
sein.—

Volkstum
ist Friedrich Ludwig Jahns (1778-1852) Erfindung. Er gab "Das deutsche
Volkstum" 1810 zu Lübeck heraus. In der bereits 1808 geschriebenen, dem
Buche vorangehenden "Erklärung", erwähnt er, dass er schon früher eine
Schrift "Volkstum" verfasst habe, die verloren gegangen sei.—
Turnen
ist ein ebenfalls von J a h n um jene Zeit eingeführtes Wort. Er eröffnete
1811 den ersten Turnplatz in der Hasenhaide bei Berlin. Turner (mit
turnieren in Verbindung) steht bereits gegen 1650 bei M o s c h e r o s c h,
"Philander von Sittewald", II, 146. (Althochdeutsch turnan = wenden,
lenken).—
(Das Publikum, das ist) ein Mann,
Der alles weiss und gar nichts kann,
beginnt ein Gedicht "Das Publikum" von L u d w i g Robert (1778-1832),
welches nach dem Nekrolog von W. Alexis für Robert (im "Freimütigen",
Juli 1832) "von Mund zu Munde" ging (s. "Ludw. R o b e r t s Schriften".
Mannh. 1838. T. I, S. 19). Ernst v o n W i l d e n b r u c h in seinem
"Christoph Marlow" (1884) lässt Ben Jonson sagen (Akt 3, Sc. 5): "Ein
Recensent, siehst du, das ist ein Mann, der Alles weiss und gar nichts
kann".—

Page 273

Aus R o b e r t s Gedicht "An L. Tieck. Promenaden eines Berliners in seiner
Vaterstadt" (1824) stammt das Wort (s. "Morgenblatt" vom 21. Sept. 1824
und L. Roberts "Schriften" II, 125):
Hof-Demagoge.
("So nämlich nenn' ich keinen Berliner! Hof-Demagogen sind Männchen,
Die allem Volke den Hof machen Und bei jeder Gelegenheit Für massigen
Preis, Was preussisch ist, preisen".)
Dies wurde der Spitzname für den aus Münchengosserstädt stammenden Berliner
Schriftsteller Friedrich F ö r s t e r, der ein eifriger Liberaler und Hofgelegenheitsdichter
war. Später nannte ein Kritiker der "Nachträge zu den Reisebildern (1831)" im
"Konversationsblatt" Heinrich H e i n e einen "Salondemagogen" (s. "Ges. W." XX, 225,
1876), woraus dann das harmlosere Witzwort "Salontiroler" entsprungen sein mag, was
Berthold A u e r b a c h in seinem Roman "Auf der Höhe" gebraucht und das von Defregger
zum Titel und Inhalt eines Gemäldes (Berliner Nationalgalerie) auserkoren ward, nur dass
dort nicht das Waldkind im Salon, sondern der Salonmensch unter den Wäldlern die
komische Figur spielt.—

Der "Denkspruch" von K a r l Streckfuss (1779-1844):
Im Glück nicht stolz sein und im Leid nicht zagen,
Das Unvermeidliche mit Würde tragen,
Das Rechte thun, am Schönen sich erfreuen,
Das Leben lieben und den Tod nicht scheuen,
Und fest an Gott und bess're Zukunft glauben,
Heisst leben, heisst dem Tod sein Bitt'res rauben,
findet sich in seinen "Gedichten" (Lpzg. 1811) und ist im
Inhaltsverzeichnisse mit der Jahreszahl 1809 versehen. Die zweite Reihe
wurde zum "geflügelten Worte".
Nach den Mitteilungen seiner Söhne bestimmte Streckfuss 1831, als die Cholera in Berlin
herrschte, in seinem Testamente, dass jene Verse auf sein Grab gesetzt werden sollten. Sie
befinden sich auch auf seinem namenlosen Grabstein auf dem alten
Dreifaltigkeitskirchhofe in Berlin vor dem Hallischen Thore. 1843, ein Jahr, ehe Streckfuss
starb, liess die litterarische Gesellschaft, deren Vorsteher er war, ihn durch Franz K u g l e r
zeichnen und die, mit dem von ihm eigenhändig geschriebenen Denkspruch versehene
Zeichnung lithographisch vervielfältigen.—Der gleiche Gedanke ist schon früh den
Griechen aufgestiegen. Vrgl. T h e o g n i s, 591-594 (Poetae lyrici graeci, ed. Bergk. Leipz.
1882, 4. Aufl. Tom. II):

Τολμᾶν χρή, τὰ διδοῦσι θεοὶ θνητοῖσι βροτοῖσιν,

Page 274

ῥηϊδίως δὲ φέρειν ἀμφοτέρων τὸ λάχος,
μηδὲ λίην χαλεποῖσιν ἀσῶ φρένα, μηδ' ἀγαθοῖσιν
τερφθῇς ἐξαπίνης, πρὶν τέλος ἄκρον ἰδεῖν.
(Der Mensch soll dulden, was die Gottheit sendet,
Und, wie das Loos auch fällt, es leicht ertragen.
Im Leid lass nie dein Herz zu tief verzagen,
Im Glück nicht jubeln, eh' du weisst, wie's endet!)
und die Worte des Kleobulus bei Diogenes Laertius (I, 6 u. 4, 93):

εὐτυχῶν μὴ ἴσθι ὑπερήφανος ἀπορήσας μὴ ταπεινοῦ.
(Sei nicht übermütig im Glück, nicht kleinmütig im Unglück.)
Conz ( † 1827) übersetzt den am Ende des "Handbuches des Epiktet" (Stuttgart o. J.)
befindlichen Vers (der nach Simplicius dem K l e a n t h e s , Schüler des Zeno und Lehrer
des Chrysippus, angehört):

Ὅστις δ' ἀνάγκῃ συγκεχώρηκεν καλῶς
(Wer sich der Notwendigkeit in schöner Weise fügt)
mit Benutzung der Streckfussischen Worte:

Und wer das Unvermeidliche mit Würde trägt.
Die erste Zeile der Streckfussischen Grabschrift entsprang wohl dem Verse

"Im Glücke bin ich stolz, verzagt in Kümmernissen"
aus G e l l e r t s Gedicht "Das natürliche Verderben des Menschen" (s.
"Geistliche Oden und Lieder" 1757).—

Aus der zuerst 1809 aufgeführten "Schweizerfamilie" Joseph W e i g l s
mit Text von Ignaz Friedr. Castelli (1781-1862) citieren wir:
Setz' dich, liebe Emeline,
Nah', recht nah zu mir.—

Der Anfang eines Liedes von J o h a n n R u d o l f Wyss d. J. (1781-
1830) lautet:

Page 275

Herz, mein Herz, warum so traurig?
Und was soll das Ach und Weh?
Es erschien im Schweizeralmanach "Alpenrosen" 1811 zuerst in Berner Mundart:

"Herz, myn Herz, warum so trurig?"—

Adalbert v. Chamissos (1781-1831):
Der Zopf, der hängt ihm hinten,
(1822. "Tragische Geschichte". Zuerst in "Moosrosen" auf das Jahr 1826,
herausg. von Wolfgang M e n z e l, Stuttg. 1826, S. 395, 396) ist ebenso
bekannt, wie sein
Das ist die Zeit der schweren Not,
was zuerst in einem im Juni 1813 von C h a m i s s o an J. H i t z i g aus
Kunersdorf geschriebenen Briefe vorkommt (J. Hitzig: "Leben und Briefe
von Ad. v. Chamisso", I., S. 343, Leipz. 1839), wo es heisst: "Gott verzeihe
mir meine Sünden!
Thema.
Das ist die schwere Zeit der Not,
Das ist die Not der schweren Zeit,
Das ist die schwere Not der Zeit,
Das ist die Zeit der schweren Not".
Diese vier Zeilen führen in den Werken Chamissos jetzt den Titel "Kanon".

In C h a m i s s o s "Nachtwächterliede" (1826; Werke 3, 95 Lpz. Weidmann,
1836) lautet die dritte Strophe:
"Hört, ihr Herrn, so soll es werden:
Gott im Himmel, wir auf Erden,
Und der König absolut,
Wenn er unsern Willen thut.
Lobt die Jesuiten!"—

Page 276

Auch wird aus C h a m i s s o s "Frauen-Liebe und -Leben" 2 ("Gedichte"
1831 n. A.) citiert:
Er, der herrlichste von allen.
vrgl. Hiob 1, 3: "Er war herrlicher, denn Alle, die gegen Morgen wohneten".—

Max von Schenkendorf (1783-1817) sagt in der vorletzten Strophe von
"Schills Geisterstimme" (1809):
Für die Freiheit eine Gasse!
Theodor K ö r n e r sagt nach ihm in seinem "Aufruf" (von 1813) "Frisch
auf, mein Volk! die Flammenzeichen rauchen", wo es den Anfang des
vorletzten Verses der ersten Strophe bildet:
Der Freiheit eine Gasse!
Dass Arnold von Winkelried, wie erzählt wird, sich mit diesen Worten 1386 in der Schlacht
bei Sempach in die Speere der Feinde gestürzt habe, lässt sich nicht nachweisen. Im Liede
H a l b s u t e r s, das von Liliencron in den "historischen Volksliedern der Deutschen vom
13. bis 16. Jahrh.", 1. Bd. S. 125-140 mitteilt, wird nur Strophe 27 "Ein Winkelried"
genannt und Strophe 29 von ihm gesagt:
Hie mit da tet er fassen
ein arm voll spiess b'hend;
den sinen macht er gassen,
sin leben hat ein end.
H e r w e g h besang Winkelrieds That mit einem Gedichte, dessen Titel und Kehrreim:
"Der Freiheit eine Gasse!" ist. Ähnlich sagte schon um 61 n. Chr. S e n e c a ("de provid."
2), indem er schildert, wie Cato Uticensis sich nach der Niederlage bei Thapsus (46 v. Chr.)
das Leben nahm: "Una manu latam libertati viam faciet"—"mit einer Hand wird er der
Freiheit eine breite Bahn schaffen".—
Auch citieren wir den Anfangsvers von S c h e n k e n d o r f s Liede (1813):
Freiheit, die ich meine,
Die mein Herz erfüllt,
Komm' mit deinem Scheine,
Süsses Engelsbild!—

Was vergangen, kehrt nicht wieder;
Aber ging es leuchtend nieder,

Page 277

Leuchtet's lange noch zurück!
bildet in den Gedichten K a r l Försters (1784-1841), herausg. v. L. T i e c k,
Leipz. 1843, I. S. 60 den Anfang des Gedichtes "Erinnerung und
Hoffnung".—

Das von P i u s A l e x . Wolff (1784-1828) nach des Cervantes Novelle:
"la gitanilla de Madrid" gedichtete Drama "Preciosa" (zum ersten Male in
Berlin 14. März 1821 auf die Bühne gekommen) enthält 1, 5:
Herrlich! Etwas dunkel zwar—
Aber 's klingt recht wunderbar,
und
Leb' wohl, Madrid! (Nie wende sich dein Glück!)—
Der 2, 1 vorkommende Reim:
Wird man wo gut aufgenommen,
Muss man ja nicht zweimal kommen,
lautet als stehendes Citat gefälliger so:
Wird man wo gut aufgenommen,
Muss man nicht gleich wiederkommen.—
2, 2 enthält Preciosas Gesang:
Einsam bin ich nicht alleine,
(s. "Geflügelte W. a. d. Geschichte". "Rom": Scipio.)—
Aus 3, 2 der "Preciosa" sind die Worte Pedros:
Auf der grossen Retirade, und:
Peter des Plaisirs
für "maitre de plaisir", und
Thut nichts, könnt's noch öfter hören;
aus Sc. 3 u. 8:

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Donnerwetter Parapluie;
Die Stelle der dritten Scene lautet:
Pedro: Parapluie!
Ambrosio: Flucht nicht so grässlich!
Pedro: Donnerwetter!
Pedro spricht gern in wälschen, von ihm missverstandenen Wörtern, und so
wird jenes "Parapluie" von ihm aus "parbleu" verzerrt, das seinerseits aus
"par Dieu" entstand, wie "Potsdonnerwetter" aus "Gottsdonnerwetter".—

Ernst Benj. Sal. Raupach (1784-1852) lässt seinen "König Enzio" (1831)
zweimal sagen:
Das Glück war niemals mit den Hohenstaufen.
(Akt 2, Sc. 2, Auftritt 5 und Akt 4, Sc. 2, Auftritt 8.)—

Adolf Bäuerles (1784-1869) Lied "Was macht denn der Prater?" aus
seinem von Wenzel M ü l l e r komponierten Operntext "Aline" (aufgef. in
Wien am 9. Okt. 1822) hat den Refrain:
"Ja nur ein' Kaiserstadt, ja nur ein Wien".
Dies Lied wurde in K. v. H o l t e i s "Die Wiener in Berlin" (4. Jahrb. d.
Bühne für 1825) eingeschoben, und man citiert es im Wiener Dialekt:
's giebt nur a Kaiserstadt, 's giebt nur a Wien!
"Es giebt nur a Wien" steht übrigens schon in einer 1781 in Wien
erschienenen, namenlosen Schrift "Schwachheiten der Wiener".—

Ein altes jüdisches Sprichwort: "Butterbrot fällt uf's Ponim" (d. h. aufs
Gesicht, vom hebräischen "panim") hat Ludwig Börne (1786-1837) zu dem
Worte verarbeitet (Ges. Schr., 3, 276):

Page 279

Minister fallen, wie Butterbrode, gewöhnlich auf die g u t e Seite.

In seiner "Rede auf Jean Paul" (Ges. Schr., 1, 313) sagt B ö r n e (vrgl. Kap.
IX H e r a k l i t s πάντα ῥεῖ):
Nichts ist dauernd als der Wechsel,
was H e i n e als Motto seiner "Harzreise" (1824) verwendet.—
In den "Briefen aus Paris" schreibt B ö r n e unter dem 4. Nov. 1831 (Ausg.
1833: IX, 83): "Salvandy ist einer von den b e q u e m e n C a r l i s t e n, die
in P a n t o f f e l n u n d i m S c h l a f r o c k die Rückkehr Heinrichs V.
abwarten". Dies Wort verwandte der preussische Minister des Auswärtigen,
Frhr. v. M a n t e u f f e l, als er am 8. Jan. 1851 in der ersten Kammer über
eine etwaige Beamtenrevolution sagte: "Ja, meine Herren, ich erkenne eine
solche R e v o l u t i o n für sehr gefährlich, gerade weil man sich dabei in
S c h l a f r o c k u n d P a n t o f f e l n beteiligen kann, während der
Barrikadenkämpfer wenigstens den Mut haben muss, seine Person zu
exponieren". Daher stammt der Ausdruck:
Revolutionäre in Schlafrock und Pantoffeln.
Börne wird nur ein in Paris wohl längst bekanntes Wort N a p o l é o n s umgemodelt haben,
welcher, nach den "Memoires de Mdme la Duchesse d'Abrantés" (Par. 1832, VI, 40), kurz
bevor er die Tempel der Pariser Theophilanthropen schloss (Décret des 1. Consuls vom 4.
Okt. 1801), deren Religion "une religion en robe de chambre" nannte.—

Der Karnickel hat angefangen!
steht in folgender von dem Reimer und Kupferstecher Heinrich Lami
(1787-1849) in Verse gebrachten Geschichte, "Eigennützige
Dienstfertigkeit" (s. "Mixpickel (sic!) und Mengemus, eingemacht von H.
L a m i", Magdeburg 1828, S. 21 und 22): Der Pudel eines über den Markt
wandelnden Herrn zerreisst ein lebendiges Kaninchen, das zu dem Kram
einer Hökerin gehört. Obwohl der Herr ihr zehnfachen Ersatz bietet, besteht
die Verkäuferin, in der Absicht, ihn zu prellen, darauf, dass er mit ihr "auf
die Obrigkeit" gehen soll. Ein Schusterjunge, der dem Streite zugehört hat,
nimmt Partei für den Herrn und verspricht, gegen ein Trinkgeld zu
bezeugen, "det der Karnickel hat angefangen" (dass das Kaninchen
angefangen hat). Der Ausdruck ist jetzt auch ins Französische

Page 280

übergegangen. Am Schluss eines Artikels "Aménités" der Pariser Zeitung
"Le Bien public", No. 66, 7. März 1877, heisst es: "Encore une fois,
c'est le lapin qui a commencé!"—

Aus Ludwig Uhlands (1787-1862) "Wanderliedern" (7, "Abreise"; 14. Sept.
1811; zuerst gedruckt im "Deutschen Dichterwald", S. 32, Tübingen 1813,
wo es die Bezeichnung 6 trägt) wird citiert:
Von Einer aber thut mir's weh;
aus U h l a n d s "Frühlingsglauben" ("Frühlingslieder", 2; 21. März 1812;
zuerst ebenda S. 5):
Nun muss sich Alles, Alles wenden,
und:
Die Welt wird schöner mit jedem Tag;
Man weiss nicht, was noch werden mag;
aus U h l a n d s "Freier Kunst" (24. Mai 1812, zuerst gedruckt im
"Deutschen Dichterwald", S. 3):
Singe, wem Gesang gegeben,
was Chamisso 1831 zum Motto seiner "Gedichte" erkor; aus "Des Sängers
Fluch" (3. u. 4. Dez. 1814; Gedichte, Stuttg. u. Tüb., Cotta, 1815, S. 335)
das vielfach travestierte:
Denn was er sinnt, ist Schrecken, und was er blickt, ist Wut,
Und was er spricht, ist Geissel, und was er schreibt, ist Blut;
ferner:
Noch eine hohe Säule zeugt von verschwundener Pracht;
und:
Versunken und vergessen.—
Aus der "Schwäbischen Kunde" (6. Dez. 1814), ebenda S. 287 wird citiert:
Der wackre Schwabe (oft verwandelt in: Ein wackrer Schwabe)
forcht sich nit;

Page 281

aus U h l a n d s "Vaterländischen Gedichten. Am 18. Okt. 1816":
Untröstlich ist's noch allerwärts;
aus "Bertran de Born" ("Morgenblatt von 1829", No. 283. 6. Nov.):
Deines Geistes
Hab' ich einen Hauch verspürt.—
Aus dem einaktigen, 1836 erschienenen Vaudeville Karl Blums (1786-
1844): "Ein Stündchen vor dem Potsdamer Thor", ist wohl nur in
Norddeutschland geläufig:
O Kyritz, mein Vaterland!—

Aus Louis Angelys (1788-1835): "Fest der Handwerker" (Angelys
"Vaudeville und Lustspiele", Berlin 1828-34, II. 11) sind die Worte des
Maurerpoliers Kluck:
Positus, ich setz' den Fall,
mit Anlehnung an J e a n P a u l s "Posito, gesetzt Sie werden unser
Landmesser" (in dem "heimlichen Klaglied der jetzigen Männer", "4.
Ruhestunde") und:
Darum keine Feindschaft nicht!
(eigentlich: "Dadrum keene Feindschaft nich")
sowie die Redensart Hähnchens des Tischlers:
Allemal derjenige, welcher,
besonders in Berlin übliche Citate geblieben.—
Aus demselben Lustspiele erhielt sich auch Hähnchens Wort
Nie ohne dieses.—

Arthur Schopenhauer (1788-1860) braucht in seinen 1856-1860
geschriebenen "Materialien zu einer Abhandlung über den argen Unfug, der
in jetziger Zeit mit der deutschen Sprache getrieben wird" (A. Sch.'s

Page 282

"Handschriftlicher Nachlass", her. v. J. Frauenstädt. Lpz. 1864. S. 66) zuerst
das Wort
Zeitungsdeutsch.—

Aus Joseph Freiherr v. Eichendorffs (1788-1857) Gedichte "Der frohe
Wandersmann" (1822), zuerst gedruckt in der Novelle "Aus dem Leben
eines Taugenichts", (Berlin 1826. S. 4-5) wird der Anfang citiert:
Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt.—

Aus Friedrich Rückerts (1788-1866) Gedichte "Welt und Ich" wird
citiert:
Wenn die Rose selbst sich schmückt,
Schmückt sie auch den Garten.
Es stand zuerst im "Deutschen Musen-Almanach" von C h a m i s s o und
S c h w a b, 1834, No. 19, S. 41. 42.—

Aus Ferdinand Raimunds (1790-1836) Zauberspiele "Der Diamant des
Geisterkönigs", (1824) 2, 19 wird citiert:
Ich bin dein Vater Zephises
Und habe dir nichts zu sagen als dieses.—

In R a i m u n d s romantischem Original-Zaubermärchen (1826) "Der
Bauer als Millionär" oder "Das Mädchen aus der Feenwelt", 2, 6, singt die
Jugend:
Scheint die Sonne noch so schön.
Einmal muss sie untergeh'n,
was durch Heinr. H e i n e ("Buch der Lieder", Vorrede zur 2. Aufl. 1837) in
der Umformung Citat wurde:

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Und scheint die Sonne noch so schön,
Am Ende muss sie untergeh'n.—
In R a i m u n d s romantisch-komischem Märchen (1828) "Der Alpenkönig
und der Menschenfeind" (1, 20 u. 21) singt die arme Kohlenbrennerfamilie
"Glühwurm" beim Verlassen ihres vom reichen "Rappelkopf" gekauften
Hauses, das sie in Leid und lärmendem Zwist bewohnt, fünfmal die Verse:
So leb' denn wohl du stilles Haus.
Wir ziehn betrübt aus dir hinaus.—

Aus Theodor Körners (1791-1813) "Hedwig" 2, 10 citieren wir:
Die Pferde sind gesattelt (gnäd'ger Herr)
als Beispiel für eine unbedeutende Rolle, da es die einzigen Worte sind, die
ein auftretender Diener in jenem Stück zu sprechen hat.—
Aus K ö r n e r s "Aufruf" (1872. "Frisch auf, mein Volk! . . .") stammt:
Vergiss die treuen Toten nicht!—

Aus Franz Grillparzers (1791-1813) "Ahnfrau"; (1816) ist anzuführen:
Den Jüngling ziert Bescheidenheit,
eine Umstellung der Worte gegen Ende des ersten Aufzuges:
Ziert Bescheidenheit den Jüngling,
(Nicht verkenn' er seinen Wert,)
welche auch die bekannte Travestie hervorgerufen haben:
Bescheidenheit ist eine Zier,
Doch kommt man weiter ohne ihr.—
Aufzug 3 der "Ahnfrau" bietet:
Ja, ich bin's, du Unglücksel'ge,
Bin der Räuber Jaromir;

Page 284

auch dies ist verändert, da zwischen beiden Versen fünfzehn andere des
ursprünglichen Textes weggelassen werden.—
In G r i l l p a r z e r s "Abschied von Wien" (1842) wird Wien
Capua der Geister
genannt, weil Capua bei den Alten wegen seiner entnervenden Üppigkeit
berühmt war.—

Ich bin ein Preusse, kennt ihr meine Farben?
wurde zum Geburtstage F r i e d r i c h W i l h e l m s I I I . 1830 von J. B.
Thiersch (1794-1855) verfasst und steht in den "Liedern und Gedichten des
Dr. Bernhardt Thiersch, von seinen Freunden in und bei Halberstadt für sich
herausgegeben" (Halberstadt 1833).—

Graf August v. Platen (1796-1835) sagt in einem titellosen Gedichte vom
Jahre 1818:
So viel Arbeit um ein Leichentuch!—

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) dichtete 1822
das Lied:
Du siehst mich an und kennst mich nicht.
Es erschien zuerst in seinen "Gedichten", Breslau 1827, S. 114. Sein auf
Helgoland entstandenes Lied:

Page 285

Deutschland, Deutschland über alles
erschien zuerst als Einzeldruck am 1. September 1841 zu Hamburg, und
zwar mit Haydns Melodie zu "Gott erhalte Franz den Kaiser", wodurch
Hoffmann die österreichische Volkshymnenweise geschickt nach
Deutschland hinüberspielte.—

Aus dem 1826 zum ersten Male auf der Königstädtischen Bühne in
Berlin gegebenen Singspiele von Karl v. Holtei (1798-1880): "Der alte
Feldherr" sind folgende zwei Liederanfänge:
Denkst du daran, mein tapferer Lagienka?
eine Nachbildung des 1815 gedichteten Liedes von Emile D e b r a u x:
Te souviens-tu, disait un capitaine
Au vétéran qui mendiait son pain?
("Chants et chansons populaires de la France par H. L. Delloye", Paris
1843, 2. Serie, No. 1), und
Ford're niemand mein Schicksal zu hören!—
Der Anfang des 1827 geschriebenen Mantelliedes aus H o l t e i s "Lenore"
(zum ersten Male aufgeführt zu Berlin, 12. Juni 1828) lautet:
Schier dreissig Jahre bist du alt,
Hast manchen Sturm erlebt.
Das Lied fand die weiteste Verbreitung, weil es nach der schönen alten
Volksweise gesungen wird: "Es waren drei Reiter gefangen".—

Aus Heinrich Heine (1799-1856) citieren wir das 1822 in den
"Gedichten" mit der Überschrift "An Karl von U(echtritz). Ins Stammbuch"
abgedruckte:
(Anfangs wollt' ich fast verzagen
Und ich glaubt' ich trüg' es nie,
Und ich hab' es doch getragen,—)

Page 286

Aber fragt mich nur nicht wie?—
Und aus seiner ebenda befindlichen, 1819 gedichteten Romanze "Die
Grenadiere":
Was schert mich Weib, was schert mich Kind?
(Lass sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind.)
Dies entsprang den Versen der altschottischen Ballade "Edward, Edward" (s. Percy:
"Reliques of ancient english poetry", (2. ed., London 1767, p. 59):
"And quhat wul ze leive to zour bairns and zour wife,
Quhan ze gang ovir the sea, O?
The warld is room, late them beg throw life,
Mither, mither.")
Nach Herder (Suphan, Bd. 25, S. 20, Berl. 1885), aus dem Heine wohl schöpfte:

"Und was willst lassen dein'm Weib und Kind
wann du gehst übers Meer—o!
Die Welt ist Raum!—lass's betteln drinn
Mutter, Mutter."—

Aus H e i n e s "Lyrischem Intermezzo" (1823 mit den "Tragödien"
erschienen) sind die Anfangsverse der Gedichte (No. 1 u. 9):
Im wunderschönen Monat Mai,
und:
Auf Flügeln des Gesanges,
sowie (No. 39) die Verse aus dem zuerst im Berliner "Gesellschafter" vom
9. Okt. 1822 gedruckten Gedichte: "Ein Jüngling liebt' ein Mädchen":
Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu.—
Aus H e i n e s "Heimkehr" (No. 2) ist das zuerst im Berliner
"Gesellschafter" vom 26. März 1824 abgedruckte:
Ich weiss nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,

Page 287

Das kommt mir nicht aus dem Sinn,
mit dem Schlusse:
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei gethan;
ferner der Schluss des zuerst in den "Rheinblüten" (Taschenbuch auf das
Jahr 1825) abgedruckten Gedichtes (No. 19):
Sei mir gegrüsst, du grosse,
Geheimnisvolle Stadt,
mit dem überraschenden Wortspiel:
(Die Thore jedoch, die liessen
Mein Liebchen entwischen gar still;)
Ein Thor ist immer willig,
Wenn eine Thörin will;
und aus dem (ebenda zuerst gedruckten) Gedichte (No. 38) "Mensch,
verspotte nicht den Teufel" die Zeile:
Mensch bezahle deine Schulden;
sowie der Anfang des Liedes (No. 64):
Du hast Diamanten und Perlen
mit seinem Kehrreim:
Mein Liebchen, was willst du mehr?[55]
welches mit der Notiz "Geschrieben im Herbst 1823" zuerst in der
Hamburger Zeitschrift "Die Biene" vom 31. Jan. 1826 erschien; und das in
No. 66 enthaltene:
Die Leutnants und die Fähnderichs,
Das sind die klügsten Leute.—
[55] Eine Anlehnung an den Kehrreim in Goethes "Nachtgesang": "Schlafe! w a s
w i l l s t d u m e h r?" (vrgl. "Goethe in Heines Werken" v. W. Robert-tornow. 1883. S.
11) der dem "Dormi, c h e v u o i d i p i ù?" eines von Reichardt komponierten

Page 288

italienischen Volksliedes nachgebildet ist, welches Viehoff ("Goethes Gedichte" I, 110; 3.
Aufl. 1876) mitteilt.
Am Schlusse eines Gedichtes in der "Harzreise" (1824; Ges. W. I, 63) nennt
H e i n e sich einen "Ritter von dem heil'gen Geist"; ein Wort, das uns in der
Form
Ritter vom Geist
durch G u t z k o w s Roman "Die Ritter vom Geiste" (1850-52) geläufig
wurde.—
Aus dem siebenten Gedichte des zweiten Cyklus von H e i n e s "Nordsee"
(1826), "Fragen", wird der Schlussvers citiert:
Und ein Narr wartet auf Antwort.—
Alle bisher angeführten Heinecitate finden sich im "Buch der Lieder".—
In den "Englischen Fragmenten" (1828, Kap. 12, Vorrede von 1830) nennt
sich H e i n e "so recht
europamüde".
Ernst W i l l k o m m schrieb dann (1838) einen Roman "Die Europamüden",
und I m m e r m a n n citierte das Wort im "Münchhausen" (Düsseld. 1839. I,
18). Im Vorwort zu A. W e i l l s "Sittengemälden aus dem elsässischen
Volksleben", 1847 (Ges. W. XIV, 151), und im "Romancero", 1846-51 (Ges.
W. XVIII, 79 u. 122), wendet Heine selbst das Wort wiederum an.—
Aus H e i n e s "Neuem Frühling" (1831), No. 6, stammt:
Wenn du eine Rose schaust,
Sag', ich lass' sie grüssen.—
Aus Kap. 24 von H e i n e s "Atta Troll" (Kap. 1-24 ersch. 1843 in der
"Zeitung für die elegante Welt") ist:
Kein Talent, doch ein Charakter,
und aus Kap. 27 des "Atta Troll" (ersch. Hamb. 1847), wo Heine von den
jungen Freiheitsdichtern im Gegensatz zu den alten Romantikern singt:
"Das sind ja des Völkerfrühlings
Kolossale Maienkäfer,

Page 289

Von Berserkerwut ergriffen!"
citieren wir den
Völkerfrühling.
Fürst B i s m a r c k schloss seine Reichstagsrede am 2. März 1885 mit dem Satz: "Es liegt
eine eigentümliche prophetische Voraussicht in unserem alten nationalen Mythus, dass
sich, so oft es den Deutschen gut geht, wenn ein deutscher Völkerfrühling wieder, wie der
verstorbene Kollege Völk sich ausdrückte, anbricht, dass dann auch stets der Loki nicht
fehlt, der seinen Hödur findet, einen blöden, dämlichen Menschen, den er mit Geschick
veranlasst, den deutschen Völkerfrühling zu erschlagen, respektive niederzustimmen".
Joseph V ö l k s Rolle im öffentlichen Leben begann aber erst nach dem Erscheinen des
"Atta Troll", so dass er wohl schwerlich vor H e i n e vom "Völkerfrühling" gesprochen
haben wird. H e i n e singt schon in seinem "Poseidon" (1825-26 "Die Nordsee" I, 5) von
Hellas' leuchtendem "Menschenfrühling" und Friedrich D e l b r ü c k schrieb ein Buch
"Über die Verehrung gegen Eltern und der Frühling der Natur verglichen mit dem Frühling
des Menschengeschlechts". Magdeburg 1799.—
Schliesslich citiert man aus H e i n e s "Neuen Gedichten", 1844 (Jolanthe
und Marie):
Blöde Jugendeselei,
und aus dem "Romancero" (1846-51 "Zwei Ritter") als Muster
verkommenen Polentums:
Krapülinski und Waschlapski.—

Aus Wilhelm Hauffs (1802-27) Liede "Reiters Morgengesang"
(gedichtet 1824 nach dem schwäbischen Volksliede) citieren wir, das
Vergängliche menschlicher Pracht betonend:
Gestern noch auf stolzen Rossen,
(Heute durch die Brust geschossen,
Morgen in das kühle Grab!).
und:
. . ach, wie bald
Schwindet Schönheit und Gestalt!—

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Aus Nikolaus Lenaus (1802-50) Liede "Der Postillon" hört man oft den
Anfangsvers citieren:
Lieblich war die Maiennacht.—

Aus des Wieners F r i e d r i c h K a i s e r Posse "Verrechnet", deren
Kouplets von Johann Nepomuk Nestroy (1802-62) sind, blieb
Es muss ja nicht gleich sein,
—es hat ja noch Zeit,
in der Form bekannt:
Muss es denn gleich sein?—

Ludolf Wienbarg (1802-72) versah sein Buch "Aesthetische Feldzüge",
1834, (nach S t r o d t m a n n "Heines Leben" I, S. 432, auf den Vorschlag
seines Verlegers J u l i u s W i l h . C a m p e) mit einer Widmung an
das junge Deutschland,
und im folgenden Jahre richtete W. M e n z e l ("Litteraturblatt", 11. und 13.
Sept.) seinen ersten Angriff auf die junge Litteratur, der er zum Zeichen der
Verachtung ihres kosmopolitischen Strebens den Namen "la jeune
Allemagne" gab.—

Des Lebens Unverstand mit Wehmut zu geniessen,
Ist Tugend und Begriff;
stammt aus dem Anfange dieses Jahrhunderts und hat nicht, wie die
"Braunschweiger Anzeigen" (Okt. 1876. St. 232. S. 2809) behaupten, den
weiland braunschweigischen Hof-Buchbinder Joh. Engelh. Voigts zum
Verfasser, sondern den General und Oberhofmarschall des Kurfürsten von
Hessen, Hans Adolf von Thümmel ( † 1851), der in dem Glauben, ein
Dichter zu sein, viele ähnliche Verse beging. Die obigen begeisterten einen
Kandidaten der Theologie, A. L., dazu, ins Fremdenbuch der Rudelsburg
folgende Worte (mit Zeichnung) einzutragen:
Und wer des Lebens Unverstand

Page 291

Mit Wehmut will geniessen,
Der lehne sich an eine Wand
Und strample mit den Füssen.—
Derselbe v. Thümmel soll auch der Verfasser sein von:
Im Schatten kühler Denkungsart.
Möglicherweise aber sind d i e s e Worte Eigentum des oben genannten
Vo i g t s, wie in dem angeführten Artikel der "Braunschweiger Anzeigen",
allerdings ohne Beleg, versichert wird.—

Aus Gust. Albert Lortzings (1803-51) zuerst 1837 in Berlin aufgeführter
Oper "Czar und Zimmermann" citieren wir:
O, ich bin klug und weise,
Und mich betrügt man nicht.
und:
Es ist schon lange her—
endlich:
O selig, o selig, ein Kind noch zu sein!
Der Text zu dieser komischen Oper ist nach H o f f m a n n v o n
F a l l e r s l e b e n ("Unsere volkstümlichen Lieder", No. 817, Nachtrag)
von Salomon R e g e r (1804-57); nach dem Textbuche Hermann Mendels
(Herausg. d. musikal. Convers.-Lex.) hat aber L o r t z i n g den Operntext
selbst gedichtet, und nur das Czarenlied stammt von Salomon Reger her.—

Aus Eduard Mörikes (1804-75) Gedichten ist in Süddeutschland als Citat
anzusehen:
Sommerweste.
Nämlich in dem Gedichte "An meinen Vetter" (1. Ausg. der Gedichte,
Stuttg. u. Tüb. 1838, S. 208-9) heisst es:
Lieber Vetter! Er ist eine

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Von den freundlichen Naturen,
Die ich Sommerwesten nenne.—
Setze dir neben mir,
Dir steh'n zu seh'n, das jammert mir,
und:
Was ist mich das, mein Kind, mit dich!
Du isst mich nich, du trinkst mich nich,
und:
Du bist mich doch nich krank?
sind einem, die in Berlin gewöhnliche Verwechselung von m i r und m i c h
verspottenden Gedichte des Hofschauspielers Rüthling ( † 1849)
entnommen, lauten jedoch im Originale ("Museum komischer Vorträge",
No. 1, 11. Aufl., Berlin) etwas anders.—

Aus den Gedichten von Karl Friedrich Heinrich Strass (1803-64) citieren
wir den Anfang eines von ihm 1842 gedichteten, von C h e m n i t z
umgearbeiteten und von C. G. B e l l m a n n komponierten Liedes:
Schleswig-Holstein, meerumschlungen.—

Ludwig Feuerbach (1804-72) schrieb in seiner Anzeige von
M o l e s c h o t t s "Lehre der Nahrungsmittel für das Volk" i. J. 1850 das
geflügelt gewordene Wort:
Der Mensch ist, was er isst,
wobei ihm B r i l l a t - S a v a r i n (s. unter Kap. V) vorgeschwebt haben
mag. Da nun F e u e r b a c h s Satz von den Gegnern des Materialismus
noch platter aufgefasst wurde, als er gemeint war, so gab Feuerbach zur
Erläuterung die Schrift heraus "Das Geheimnis des Opfers oder der Mensch
ist, was er isst" (Ges. Werke. Lpz. 1864-66. X). Darin heisst es (S. 6):
"Gott ist, was er isst; er isst Ambrosia, d. h. also Unsterblichkeit oder unsterbliche
Speise, also ist er ein Unsterblicher, ein Gott; der Mensch dagegen isst Brot, isst Früchte

Page 293

der Erde, also Irdisches, Nicht-Ambrosisches, Sterbliches, also ist er ein Mensch, ein
Sterblicher".
Und weiterhin (S. 26) fragt er:
"Sind die Juden nicht auch deswegen von den Heiden so verspottet und gehasst worden,
weil sie die Speisen verschmähten, welche diese liebten? . . . Liegt aber diesem Hasse nicht
der Gedanke zu Grunde: Wer nicht i s s t, was wir essen, der i s t auch nicht, was wir
sind?"—

Aus Louis Schneiders (1805-78) Schwank "Der reisende Student"
stammt:
Ungeheure Heiterkeit
(Ist meines Lebens Regel),
welches er der Melodie des Beauplanschen Liedes "C'est le galop qui fait le
bonheur de ma vie" als Text unterlegte.—
L. S c h n e i d e r s Lustspiel "Der Kurmärker und die Picarde" giebt uns, als
Einlage das Lied:
O Tannebaum, o Tannebaum,
Wie grün sind deine Blätter!
Dies entsprang (nach dem "Deutschen Liederhort" von Erk und Böhmer, 1893, No. 175 a,
b, c, d u. 176) aus dem zwischen 1550 und 1580 auf einem fliegenden Blatt gedruckten
Liede (s. Strophe 9, die sich wiederholt in No. 121 des 1582 erschienenen Ambraser
Liederbuches) "Es hing ein Stallknecht seinen Zaum u. s. w.":

"O Tanne, du bist ein edler Zweig,
Du grünest Winter und die liebe Sommerzeit,
Wenn alle Bäume dürre sein,
So grünest du, edles Tannenbäumelein".—

Der Anfang des von Ida Gräfin Hahn-Hahn (1805-80) 1835 verfassten
Liedes:
Ach wenn du wärst mein eigen!
wird allgemein citiert, jedoch soll nach E r k und B ö h m e r ein Volkslied
aus dem 16. Jahrh. den gleichen Anfang haben.—

Page 294

Das vor 1826 entstandene, von M e n d e l s s o h n komponierte Gedicht
Eduard Freiherr von Feuchterslebens (1806-49) "Nach altdeutscher Weise"
beginnt:
Es ist bestimmt in Gottes Rat,
Dass man, was man am liebsten hat,
Muss meiden,
und schliesst:
Wenn Menschen auseinandergehn,
So sagen sie: auf Wiedersehn!
Ja Wiederseh'n!
Die Anfangszeilen jedoch citieren wir in der Form, die der Komponist
ihnen gab:
Es ist bestimmt in Gottes Rat,
Dass man vom Liebsten, was man hat,
Muss scheiden.—

Friedrich Halm (Pseudonym für Eligius Franz Joseph Freiherr v.
M ü n c h - B e l l i n g h a u s e n; 1806-71) bietet in dem Drama "Der Sohn
der Wildnis" (1842):
Zwei Seelen und ein Gedanke,
Zwei Herzen und ein Schlag!—

Den
Staatshämorrhoidarius
erfand Graf Franz Pocci (1807-76) für die Münchener "Fliegenden Blätter".
Der "Staatshämorrhoidarius" Poccis gelangte in dieser Zeitschrift zum
Abdruck in elf Nummern aus den Jahren 1844-47.—

Page 295

Johann Hermann Detmold (1807-51), der nachmalige Minister und
Bundestagsgesandte, schrieb als konservativer Abgeordneter der deutschen
Nationalversammlung 1849 die vielbelachte illustrierte Satire "Thaten und
Meinungen des Herrn Piepmeyer, Abgeordneten zur konstituirenden
Nationalversammlung zu Frankfurt am Mayn". Heft 2 p. 8 übt Piepmeyer
eine Rede ein und spricht tiefnachdenklich: "Eine verräterische Camarilla,
eine brutale Soldateska!" Daher das Schlagwort:
Vertierte Soldateska.—

David Friedrich Strauss (1808-74) gab 1847 in Mannheim die Schrift
heraus "Der Romantiker auf dem Thron der Caesaren oder Julian der
Abtrünnige", worin er die Auffrischung des Heidentums durch Julianus
Apostata mit der der protestantischen Orthodoxie durch Friedrich Wilhelm
IV. verglich. Diesen König nannte man seitdem oft den
Romantiker auf dem Throne.—

Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein
ist der Anfang eines 1840 von Nicolaus Becker (1809-45) gedichteten
Liedes, das zuerst im Rheinisch. Jahrbuch, 1841, S. 365 stand.—

Struwwelpeter
ist der Titel einer 1845 erschienenen Kinderschrift von Heinrich
Hoffmann-Donner in Frankfurt a. M. (geb. 1809). In der Form
"Strubbelpeter" kommt das Wort früher vor. Als Goethe 1765-68 in Leipzig
studierte, nannte ihn die Frau des Kupferstechers Stock "den Frankfurter
Strubbelpeter" und zwang ihn, sich das Haar auskämmen zu lassen (s.
"Kunst und Leben" aus Försters Nachlass hrsg. v. H. Kletke. 1873. S. 102
ff.).—
Auch der die Suppe verschmähende
Suppenkasper
ist aus H o f f m a n n s Schrift bekannt.—

Page 296

O lieb', so lang du lieben kannst,
ist der Anfang von Ferdinand Freiligraths (1810-76) Gedichte "Der Liebe
Dauer", das, 1830 verfasst, zuerst im "Morgenblatt für gebildete Leser",
Stuttgart, No. 271, 12. Nov. 1841 stand.
Auch F r e i l i g r a t h s Gedichttitel
Der Blumen Rache
wurde zum geflügelten Wort. Doch nimmt man hier Blumen in
übertragenem Sinn und denkt an weibliche Rache, während in dem
Gedichte wirkliche Blumen durch ihren Duft ein schlummerndes Mädchen
tödten, aus Rache dafür, dass sie von ihr grausam aus der Erde gerissen
wurden.—

Rrrr! ein ander Bild!
sind die Worte des Guckkästners in des pseudonymen B r e n n g l a s
(Glasbrenners) "Berlin, wie es ist—und trinkt" (Lpz. 1832-50). Aus
denselben Heften ist:
Auch eine schöne Gegend!
(eigentlich: Ooch 'ne scheene Jejend.)
Diese Redensart kommt in einem Gespräche zweier Berliner Frauen vor, die
einander fragen, wo ihre beiderseitigen Söhne im Freiheitskriege gefallen
seien. Auf die Antwort der Einen: "Bei Leipzig", erfolgt nun die oben
angeführte Äusserung im breitesten Berliner Dialekt.
Heinrich H e i n e schaffte dem Worte weitere Verbreitung; denn er sagt im "Tannhäuser"
(1836):

Zu Hamburg sah ich Altona,
Ist auch eine schöne Gegend,
im "Ex-Nachtwächter":

Das ist eine schöne Gegend
Ebenfalls.
und in "Himmelfahrt" (Letzte Gedichte, 1853-55):
Sie (die Spree) fliesst gemütlich über, wenn's regent
Berlin ist a u c h e i n e s c h ö n e G e g e n d.

Page 297

Vielleicht kam G l a s b r e n n e r auf diese Wendung durch T i e c k s
"Gestiefelten Kater" (1797), worin (3, 5) der König sagt:
"Auch eine hübsche Gegend. Wir haben doch schon
eine Menge schöner Gegenden gesehen".—

In der No. 395 der Münchener "Fliegenden Blätter" (1852) befindet sich
ein "Die Wassersnoth in Leipzig" betiteltes Gedicht, das anfängt:
In der grossen Seestadt Leipzig,
und in dessen Verlauf sich die bekannten Zeilen finden:
Auf dem Dache sitzt ein Greis,
Der sich nicht zu helfen weiss.
Das Gedicht ist unterzeichnet G. H. und der Dichter war nach einer
Mitteilung der Redaktion der "Fliegenden Blätter" ein damals in Kiel
lebender stud. jur. G. J. F. H a n s e n. Es wird aber behauptet, dass das
Gedicht schon vor 1852 in Leipzig allgemein bekannt war.—

Die in Gustav Raeders (1810-68) Posse "Robert und Bertram oder die
lustigen Vagabonden" (1859) häufig vorkommende und vielfach
umgestaltete Redensart Bertrams:
Weiter (oder: Sonst) hat es keinen Zweck
ist ein sehr gebräuchliches Wort geworden, ebenso wie das in seiner
Zauberposse "Der artesische Brunnen" (ersch. 1860) oft im Munde
Balthasars vorkommende:
Meine Mittel erlauben mir das!—

Aus F r i t z Reuters (1810-74) "Ut mine Stromtid" (ersch. 1862-64) Kap.
3 wird Inspektor Bräsigs Äusserung zu Karl Havermann citiert:
Darin bin ich dir über.—

Alles schon dagewesen,

Page 298

pflegt Rabbi Ben Akiba in Karl Gutzkows (1811-78) "Uriel Acosta" (1847)
in den verschiedensten Formen zu wiederholen [s.: Prediger Salomo 1, 9].


Wir sprechen, um die Richtung des Komponisten R i c h a r d Wagner
(1813-83) und seiner Anhänger zu bezeichnen, auf Grund seiner Schrift:
"Das Kunstwerk der Zukunft" (Leipz. 1850) von
Zukunftsmusik.
In der "Niederrheinischen Musikzeitung" von 1859, No. 41 schrieb deren damaliger
Redakteur, Prof. Ludwig B i s c h o f f: "All' die Ungegohrenheit, der Schwindel, all' die
Eitelkeit, all' die Selbstbespiegelung, all' die Trägheit, der Zukunft zuzuschieben, was man
selbst leisten müsste, all' die Hohlheit und Salbaderei der ästhetischen Schwätzer—wie
schön fasst sich das alles in dem einen Wort 'Zukunftsmusik' zusammen". W a g n e r
antwortete darauf (s. "Das Judentum in der Musik" S. 36): "Prof. Bischoff in der
Kölnischen Zeitung verdrehte meine Idee eines 'Kunstwerkes der Zukunft' in die
lächerliche Tendenz einer Zukunftsmusik". Jedoch adoptierte W a g n e r später das
Spottwort; denn er gab 1861 eine Schrift "Zukunftsmusik. Brief an einen französischen
Freund" heraus. Übrigens ist die Idee nicht ganz Wagners Eigentum. Schon in Rob.
S c h u m a n n s "Gesammelten Schriften" (Bd. I, S. 46) findet man unter den
Aufzeichnungen Florestans die Bemerkung aus dem Jahre 1833: "Eine Zeitschrift für
zukünftige Musik fehlt noch"! und Karl G a i l l a r d, Redakteur der "Berliner
musikalischen Zeitung", sagt No. 24, Jahrgang 1847 derselben: "Schafft sich Herr Berlioz
ein eigenes Orchester an, so mag er dirigieren, soviel es ihm beliebt, und seinen
musikalischen Hokuspokus, genannt 'die neue Musik' oder 'die Musik der Zukunft',
treiben", (vrgl. die gründliche Erörterung Wilh. T a p p e r t s in dessen "Wagner-Lexikon",
Lpz. 1877, S. 45.)—

E m a n u e l Geibels (1815-84) Lied "Der Zigeunerbube im Norden"
beginnt:
"Fern im Süd' das schöne Spanien,
Spanien ist mein Heimathland,
Wo die schattigen Kastanien
Rauschen an des Ebro Strand."
Danach sagen wir:
Spanien, das Land der Kastanien!—
Aus G e i b e l s Lied "Wo still ein Herz von Liebe glüht" wird citiert:

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O rühret, rühret nicht daran!
und aus seinem Gedichte "Hoffnung" ("Zeitstimmen", Lübeck 1841, S. 15):
Es muss doch Frühling werden.—

Johannes Scherr (1817-86) gab dem ersten Kapitel des achten Buches
seines Werkes "Blücher und seine Zeit" (1862-63) die auf Napoléon I.
bezügliche Überschrift:
Kaiserwahnsinn;
danach dann (1864) in der "Verlorenen Handschrift" Gustav Freytags (geb.
1816) Professor Werner von der Meisterschaft spricht, mit welcher Tacitus
die eigentümlichen Symptome und den Verlauf des
Caesarenwahnsinns
schildert.—

G e o r g Herweghs (1817-75) Gedicht "Aus den Bergen" bietet:
Raum, ihr Herren, dem Flügelschlag
Einer freien Seele
und sein Gedicht "Strophen aus der Fremde" schliesst:
Das arme Menschenherz muss stückweis brechen.
Es stand zuerst in Rückerts "Musenalmanach" (Lpz. 1840, S. 246 ff.) und
darauf in den "Gedichten eines Lebendigen" (Zürich u. Winterthur 1841).—

Der Titel eines Walzers von Johannes Strauss:
(An der Donau)
An der schönen blauen Donau
ist der Kehrreim der ersten beiden Strophen des Gedichtes "An der Donau"
aus den "Stillen Liedern" (Lpz. 1839) von Karl Beck (1817-79).—

Page 300

Es giebt eine alte Anekdote[56] von einem Reisenden, der im Auslande
Bienen von der Grösse eines Schafes gesehen zu haben vorgab, während die
Bienenkörbe nicht grösser gewesen seien, als die in der Heimat, und der
dann auf die Frage "Wie die Bienen denn hineinkämen?" die Antwort giebt:
"Dafür lass' ich sie selbst sorgen." Diese Anekdote hat W i l h e l m
Camphausen (geb. 1818) in den "Düsseldorfer Monatsheften" illustriert
und einem für sein Vaterland begeisterten Russen die volkstümlich
gewordene Antwort
Der Bien' muss
in den Mund gelegt.—Von demselben Künstler ist die Illustration zu dem
berühmten Worte eines Unteroffiziers an einen Soldaten:
Was nutzt mich der Mantel, wenn er nicht gerollt ist?
welche auf No. 23 der "Münchener Bilderbogen", 5. Aufl., steht und schon
1847 in den "Fliegenden Blättern", Bd. V. No. 98 unter dem Titel: "Der
einjährige Freiwillige auf dem Marsche" zu finden war.—
[56] S. den Lügenmärchen-Anhang zur 6. Ausgabe des "L a i e n b u c h e s" (Schiltbürger)
von 1597, deren einziges bekanntes Exemplar sich auf der Wiener Hofbibliothek befindet;
ferner: M e l a n d e r s "Jocor. atq. serior. centur. aliq." No. 115 (Frkf. 1603), Olorin.
Va r i s c u s "Ethogr. mundi", T. 1 No. 2 (Magdb. 1609), Nicod. F r i s c h l i n i "Beb. et
Pogii facetiae, item additamenta Phil. Hermotimi", p. 304 (Amst. 1660),
"K u r t z w e i l i g e r Z e i t v e r t r e i b e r" von 1666, S. 117 unter "Aufschneidereien",
und A b r a h a m a S a n t a C l a r a in "Huy und Pfuy! der Welt" (1680) unter "Ross".

Aus der "Wacht am Rhein", gedichtet 1840 von M a x Schneckenburger
(1819-49) stammt:
Lieb Vaterland, magst ruhig sein!
Das 1854 von Carl W i l h e l m komponierte Lied wurde erst im Jahre 1870
volkstümlich. Anton L a n g e r in Wien verfasste im Aug. 1872 eine
Entgegnung darauf unter dem Titel "Donauwacht". Als Antwort auf dieses
antideutsche Pasquill schrieb F. F. Masaidek (geb. 1840), ein Mitarbeiter
des Wiener Figaro, ein Gegenpasquill:
Die Wacht am Alserbach,
das am 23. Aug. 1872 in der "Deutschen Zeitung" und im "Figaro" erschien
und Tags darauf vom "Vaterland", der "Tagespresse", der "Wehrzeitung",

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dem "Volksfreund" und dem "Extrablatt" abgedruckt wurde. Der Titel hat
sich in Österreich erhalten und dient heute zur Bezeichnung der exaltierten
Schwarzgelben.—

Aus der Posse "Berlin, wie es weint und lacht" von D a v i d Kalisch
(1820-75) stammt:
Alles muss verrungeniert werden,
(Alles muss ruiniert werden,)
und:
Was ich mir dafür kaufe!
(eigentlich: Wat ick mir dafor kofe!)
(im Sinne von: Was ich mir daraus mache!).—
Das Wort
's Geschäft bringt's mal so mit sich
stammt aus K a l i s c h s "Berlin bei Nacht";
Darin bin ich komisch
und:
So'n bischen Französisch,
Das ist doch ganz wunderschön
aus seiner Posse "Der gebildete Hausknecht".
So lasst ihm doch das kindliche Vergnügen
ist aus der Posse "Namenlos" von P o h l und K a l i s c h. K a l i s c h ist auch
der Schöpfer der typisch gewordenen Gestalten des "Kladderadatsch"
(begründet 1848): des ewigen Quartaners
Karlchen Miessnick,
des schlagfertigen Berliner Spiessbürgerpaares
Müller und Schultze

Page 302

und des breitspurig jüdelnden
Zwückauör (Zwickauer),
der auch in K a l i s c h s gleichzeitiger Posse "100,000 Thaler" als
Börsenspekulant mit Herrn Zittauer auftritt und nach Max R i n g s
"Erinnerungen", ein Breslauer Urbild gehabt haben soll.—

Gegen Demokraten
Helfen nur Soldaten
ist der Schluss des Gedichtes v. Merckels "Die fünfte Zunft", das als
fliegendes Blatt im Aug. oder Sept. 1848 erschien, in den "Zwanzig
patriotischen Liedern" von v . M e r c k e l (Berlin 1850) wieder abgedruckt
wurde und in P a u l L i n d a u s "Gegenwart" vom 16. Nov. 1878 zu finden
ist. Sehr bekannt wurde das Wort als der Titel einer 1848 zu Berlin
erschienenen Broschüre, die ein Oberst v . G r i e s h e i m verfasst haben
soll (s. Graf Roons Denkwürdigkeiten 1, 270).
Wenn Karl B r a u n - W i e s b a d e n in "Nur ein Schneider" den Schneider sagen lässt, der
Prinz von Oranien-Nassau habe seit 1787 den Grundsatz im Munde geführt: "Gegen
Demokraten helfen nur Soldaten", so ist das wohl nur eine Erfindung.—

Wie denken Sie über Russland?
ist der Titel eines in Berlin 1861 erschienenen Lustspiels von Gustav v.
Moser (geb. 1825).—

Es wär' so schön gewesen,
Es hat nicht sollen sein
ist die Umgestaltung von
Behüet dich Gott! es wär' zu schön gewesen,
Behüet dich Gott, es hat nicht sollen seyn!
im XIV. Stück des "Trompeter von Säkkingen" (1854) Viktor v. Scheffels
(1826-1886).—

In "Immanuel Kant. Ein Denkmal seiner unsterblichen Philosophie, dem
deutschen Volke geweiht von Fr. M. Freystadt" (1. u. 2. Aufl., Königsb.

Page 303

1864; S. 16) nennt der Verfasser
Königsberg die Stadt der reinen Vernunft
und fügt in einer Anmerkung hinzu: "Schreiber dieses war der Erste, der
Königsberg den gedachten Ehrentitel gab in einem Korrespondenzartikel
für die Leipziger Allgemeine Zeitung während der vierziger Jahre dieses
Säculums". (Jahrgang und Nummer giebt er nicht an.) Dies Wort scheint
frei nach Heinrich Heine gebildet zu sein, der 1828-29 im 2. T. der
"Reisebilder" (Ges. W. II, 12) von Berlin "der gesunden Vernunftstadt"
spricht.

Julius Stettenheims (geb. 1831) ergötzlicher Lügenberichterstatter und
Verdreher geflügelter Worte
Wippchen
ist zur typischen Figur geworden und viel citiert wird dessen oft
wiederkehrende und meistens überflüssige Wendung:
Verzeihen Sie das harte Wort!
(vrgl. "Wippchens sämtliche Berichte" von J u l i u s S t e t t e n h e i m 1878 ff.).
"Verzeiht ein hartes Wort mir!" sagt schon in H e r d e r s "Cid." (I, 21) Doña Uraca zu
ihrem sterbenden Vater.—

Aus Wilhelm Buschs (geb. 1832) "Max und Moritz, eine
Bubengeschichte in sieben Streichen" (Münch. 1865) ist der Vers verbreitet:
Dieses war der erste Streich,
Doch der zweite folgt sogleich.—

Aus Hermann Salingrés (1833-79) Posse "Graupenmüller" (1865) wird
citiert:
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.—

Page 304

Der Titel eines 1876 als Manuscript gedruckten Lustspiels von Julius
Rosen (Nikolaus Duffek 1833-92) lautet:
O diese Männer!
Schon in dem R i c h a r d s o nschen Romane "Sir Charles Grandison"
(1753), Bd. 3, Brief 16 heisst es:
"O these men!"—

Als am 9. Sept. 1865 zu Danzig ein auf Rechnung des Herrn Friedrich
Heyn erbautes Fregattschiff "Marineminister von Roon" von Stapel
gelassen wurde, ward dabei ein vom Regierungsrat Wantrup ( † 1891)
verfasstes Gedicht gesprochen, aus dessen Anfangszeilen:
Vom Fels zum Meere weh'n des Königs Fahnen,
Und auch die blaue Salzflut grüssen ihre Farben
Schwarzweiss—so reinlich und so zweifelsohne
die letzten fünf Worte unvergänglich geworden sind.—

Ein sonst unbekannter, nun verstorbener Schriftsteller Hogarten ist der
Verfasser des weitverbreiteten Verses:
Geniess't im edlen Gerstensaft
Des Weines Geist, des Brotes Kraft.
Er schrieb diese Worte im Auftrage der Berliner Tivolibrauerei, deren
Saalgebäude sie seit 1869 schmücken. Als Kuriosum sei erwähnt, dass sich
der Dichter, dem man einen Friedrichsd'or bot, zwanzig dafür erstritt.—

In einem Feuilletonartikel "tote Seelen" in der "Neuen freien Presse" (31.
März 1875; wieder abgedruckt in "Halb-Asien", 2. Aufl. 1879. II, 81 ff.),
der das Treiben jüdischer Wucherer in Galizien geisselte, schuf Karl Emil
Franzos (geb. 1848) das Schlagwort:
Jedes Land hat die Juden, die es verdient,

Page 305

und nannte es den "Schlüssel zur neueren Geschichte der Juden".
Antisemiten und Philosemiten zogen gegen das Wort los, es hallte wieder in
der europäischen Presse und blieb geflügelt. F r a n z o s hat es offenbar dem
Satze nachgebildet: "Chaque pays a le gouvernement qu'il mérite", der auf
P r o u d h o n zurückgeführt zu werden pflegt. Ob mit Recht, bleibt noch zu
erforschen. Andere meinen, Friedrich G e n t z sei des Gedankens Vater.
Halb-Asien
wird ein Teil des von der Kultur nur überfirnissten Osteuropas genannt,
nachdem ihn Karl Emil F r a n z o s zuerst im Feuilleton der "Neuen freien
Presse" (Herbst 1875, "Von Wien nach Czernowitz") so bezeichnete.
Franzos citierte sich dann selbst, als er (Jan. 1876) das Buch
herausgab: "Aus Halb-Asien. Kulturbilder aus Galizien, der Bukowina,
Südrussland und Rumänien".—

In der No. 28 der "Züricher Post" vom 2. Februar 1888 steht ein
satirisches Lied von Karl Henckell (geb. 1864), das den Titel:
"Lockspitzellied" führt. Davon stammt das Wort
Lockspitzel
als Verdeutschung von "agent provocateur". Die Bezeichnung "Spitzel" für
Spion entstammt der österreichischen Volkssprache.—

Page 306

IV.

Geflügelte Worte aus dänischen Schriftstellern.

D urch Ludwig Freiherr von Holbergs (1684-1754) 1722 erschienenes
Lustspiel "Der politische Kannegiesser" hat das Wort
Kannegiesser
die Bedeutung eines politischen Schwätzers bekommen, und wir leiten
selbst Wörter davon ab wie:
kannegiessern, Kannegiesserei.
Der Titel eines anderen Lustspiels von Holberg:
Don Ranudo de Colibrados
ist die Bezeichnung eines von Adelstolz aufgeblähten, bettelhaften
Menschen geworden. Ranudo ist Anagramm von O du Nar(r).—

Page 307

V.

Geflügelte Worte aus französischen
Schriftstellern.

E inen Menschen, dem die Wahl zwischen zwei gleich wertvollen
Gegenständen schwer wird, vergleichen wir mit
Buridans Esel.
Um zu beweisen, dass keine Handlung ohne einen bestimmenden Willen
stattfinden könnte, soll sich B u r i d a n, ein französischer Philosoph des 14.
Jahrh., des Bildes eines Esels bedient haben, der in gleichem Abstande von
zwei Bündeln Heu, gleichmässig von beiden angezogen, notwendigerweise
verhungern müsse. Er mag dies mündlich gethan haben, denn in Buridans
Werken ist der entsprechenden Stelle vergeblich nachgespürt worden.
Durch S c h o p e n h a u e r ("Die beiden Grundprobleme der Ethik" 2. Aufl.,
S. 58) wissen wir, dass B a y l e ( † 1706) im Artikel "Buridan" die
Grundlage alles seitdem darüber Geschriebenen ist. Schopenhauer sagt
daselbst ferner:
"Auch hätte Bayle, da er die Sache so ausführlich behandelt, wissen sollen, was jedoch
auch seitdem nicht bemerkt zu sein scheint, dass jenes Beispiel . . . weit älter ist als
Buridan. Es findet sich im Dante, der das ganze Wissen seiner Zeit inne hatte, vor Buridan
lebte und nicht von Eseln, sondern von Menschen redet, mit folgenden Worten, welche das
vierte Buch seines Paradiso eröffnen:
Intra duo cibi distanti e moventi
D'un modo, prima si morria di fame
Che liber' uomo l'un recasse a' denti.
(Zwischen zwei gleich entfernten und gleich anlockenden Speisen würde der Mensch eher
sterben, als dass er bei Willensfreiheit eine von ihnen an die Zähne brächte.) Ja, es findet
sich schon im Aristoteles 'über den Himmel', 2, 13 mit diesen Worten: 'Ebenso was über
einen heftig Hungernden und Dürstenden gesagt wird, wenn er gleich weit von Speise und
Trank absteht, denn auch dieser muss in Ruhe verharren'. B u r i d a n, der aus diesen
Quellen das Beispiel überkommen hatte, vertauschte den Menschen gegen einen Esel,

Page 308

bloss weil es die Gewohnheit dieses dürftigen Scholastikers ist, zu seinen Beispielen
entweder Sokrates oder Plato oder asinum zu nehmen".—

(Mais) où sont les neiges d'antan?
Wo ist der Schnee des verflossenen Jahres?
ist der Kehrreim der "Ballade des Dames du temps jadis" François Villons
(1431-61), in der er die Vergänglichkeit aller weiblichen Schönheit des
Leibes und der Seele besingt.—

L'appétit vient en mangeant
Je mehr man hat, je mehr man will,
eigentlich: "Die Esslust kommt beim Essen", steht in des François Rabelais
(1483-1553) "Gargantua", Kap. 5. Das im "Leben des Gargantua und
Pantagruel" vorkommende und seitdem für Nachäfferei angewendete
Les moutons de Panurge
Die Schafe des Panurge
findet seine Erklärung darin, dass in der Erzählung Panurge einem eine
Herde Schafe mit sich führenden Viehhändler, der sich auf demselben
Schiff befindet, ein Schaf abkauft und es über Bord wirft, worauf alsdann
die ganze Herde nachspringt.
Horror vacui
Grauen vor dem Leeren
lässt sich auf "Gargantua et Pantagruel" 1, 5: "Natura abhorret vacuum"
zurückführen.
Deficiente pecu, deficit omne, nia
(Mangelt im Beutel die Bar — mangelt's an Jeglichem, — schaft,)
heisst es in "Gargantua und Pantagruel", III, 41 (1546).—

Page 309

Clement Marot (1495-1544) schilderte (1531) in einer poetischen Epistel
an den König (Au Roy pour avoir esté des-robbé), wie ihn sein Diener
bestohlen habe, "ein Fresser, Trunkenbold, ein unverschämter Lügner, ein
falscher Spieler, Spitzbube, Flucher, Lästerer, dem man auf hundert Schritt
anriecht, er werde an den Galgen kommen,
sonst der beste Kerl von der Welt",
"au demeurant le meilleur fils du monde".—

Der Kanzelredner Pierre Charron (1541-1603) sagt am Anfang der
Vorrede des ersten Buches seines "Traité de la Sagesse" (Bordeaux 1601):
"La vraie science et le vrai étude de l'homme, c'est l'homme". Diesen Satz
citieren wir englisch nach Pope, der ihn (1733) in seinem Lehrgedichte
"Essay on Man" 2, 1 also wiedergab:
The proper study of mankind is man.
"Das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch"
sagt G o e t h e in den "Wahlverwandschaften" II, 7 am Ende.—

Chronique scandaleuse
ist der Titel einer historischen Schrift über Louis XI., die man J e a n d e
T r o y e s zugeschrieben hat, die aber von Ludwigs XI. écuyer und maître
d'hôtel D e n i s H e s s e l i n inspiriert, wenn nicht verfasst ist. Die Schrift
heisst ursprünglich "Chroniques du très-chréstien et victorieux Louys de
Valois, unziesme de ce nom". Erst ein Buchhändler, der 1611 diese Schrift
wieder abdruckte, gab ihr den Titel "Chronique scandaleuse", den sie ihrem
Inhalte nach nicht verdient. (Aubertin "Hist. de la littérature franç. au
moyen-âge", II, 271).—

Einen schmachtenden Liebhaber nennen wir nach einer Person des
Romans "Astrée" (1619) von d'Urfé (1567-1625) statt Céladon:
Seladon.—

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Réne Descartes (Renatus Cartesius, 1596-1650) bezeichnet als die erste
und sicherste Erkenntnis des Philosophen (s. "Princip. Philos." 1, 7 u. 10.
Amst. 1644) den Satz: "ego
cogito, ergo sum".
Ich denke, also bin ich.—

Aus 4, 3 des "Cid" (1636) von Pierre Corneille (1606-84) ist:
Et le combat cessa, faute de combattants,
Und endlich schwieg der Kampf, da es an Kämpfern fehlte.—

Jean Rotrou (1609-50) schrieb in seiner zuerst 1636 gegebenen Komödie
"Les Sosies" (IV, 4):
"Point point d'Amphytrion (sic!), où l'on ne disne point",
"Amphitryon ist hin, wenn er uns nicht mehr sättigt".
Dieser Vers wurde wohl dadurch angeregt, dass bei P l a u t u s
("Amphitruo" III, 3, 13 s. auch 2, 70) Jupiter unter des Titelhelden Maske
den Blepharo durch Sosias zum Frühstück bitten lässt, und er rief
M o l i è r e s Worte hervor ("Amphitryon" 1668, III, 5):
"Le véritable Amphitryon
Est l'Amphitryon où l'on dîne".
"Amphitryon, der echte rechte,
Ist der Amphitryon, bei dem man tafelt".
So wurde denn "L'Amphitryon où l'on dîne" in Frankreich "geflügelt" und
danach erlangte auch bei uns, ohne Beziehung auf Plautus,
Amphitryon
die Bedeutung eines gefälligen Gastgebers.—

Die Kastanien aus dem Feuer holen,

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Tirer les marrons du feu,
entlehnen wir der Fabel Jean de La Fontaines (1621-95), 9. Bch., 17 "Der
Affe und die Katze". Der Affe Bertram bewegt die Katze Raton, geröstete
Kastanien aus dem Feuer zu holen, die er sofort verspeist, bis eine Magd
dazu kommt, worauf beide Tiere fliehen. "Raton war nicht zufrieden, sagt
man", schliesst die Fabel, welche schon im 16. Jahrh. von Sim. M a j o l i in
"Dies caniculae" lateinisch und von Noël du F a i l in "Eutrapel"
französisch, im 17. von Jac. R e g n e r i u s lateinisch und von Guil.
B o u c h e t, Pierre D e p r e z, Is. B e n s e r a d e französisch erzählt wurde,
vrgl. Fabel 17 in des Armeniers Va r t a n († 1271) Fabelsammlung (Paris
1825).—

Nach Molières (Jean Baptiste P o q u e l i n 1622-73) Komödie "Le dépit
amoureux" (1656) reden wir von einem
dépit amonreux,
verliebtem Trotze.—
Aus M o l i è r e s "l'Amour médecin" (1665) 1, 1 dienen Sganarelles Worte
an den Goldschmied Josse:
Vous êtes orfèvre, Monsieur Josse
Sie sind ein Goldschmied, Herr Josse
zur Verspottung eigennützigen Rates. Herr Josse nämlich hatte ihm geraten,
seiner Tochter zur Bekämpfung ihrer Melancholie eine Garnitur von
Rubinen, Diamanten und Smaragden zu kaufen.—
Als Sganarelle, der Holzhauer, in Molières "le Médecin malgré lui" (1666)
1, 6 den Preis des von ihm gefällten Holzes angiebt, will er sich auf kein
Feilschen einlassen. Anderswo könne man das Holz allerdings billiger
bekommen; aber
Il y a fagots et fagots;
Zwischen Holz und Holz ist ein Unterschied;

Page 312

und als er, wider seinen Willen den Arzt spielend, die Lage der Leber und
des Herzens verwechselt und auf diesen Irrtum aufmerksam gemacht wird,
erwidert er 2, 6:
Nous avons changé tout cela,
Wir haben das Alles geändert.—
Aus 1, 1 des ebenfalls 1666 erschienenen "Misanthrope" sind die Worte des
Alceste bekannt:
L'ami du genre humain n'est point du tout mon fait.
Wer aller Menschen Freund, der ist der meine nicht.—
Tartufe,
die Hauptperson in "le Tartufe", (1667) ist ein allgemein verständlicher
Ausdruck für "Scheinheiliger" geworden.
(Molière selbst schrieb: Tartuffe. Tartufo kommt als Bezeichnung eines bösartigen
Menschen in Lippis "Malmantile" vor, der handschriftlich in Frankreich vor dem Tartufe in
Umlauf war. S. Littré.)—

Les envieux mourront, mais non jamais l'envie.
Die Neider sterben wohl, doch nimmermehr der Neid,
in 5, 3 des "Tartufe" ist ein älteres, von M o l i è r e in die Litteratur
eingeführtes Sprichwort, welches Q u i t a r d ("Dictionnaire des proverbes")
aus Philippe G a r n i e r s 1612 in Frankfurt erschienener Sammlung citiert.

Aus M o l i è r e s "George Dandin" (1668), 1, 9 sollten wir: "Vous l'avez
voulu; vous l'avez voulu, George Dandin, vous l'avez voulu" bei
selbstverschuldetem Missgeschick citieren; statt dessen sagen wir:
Tu l'as voulu, George Dandin, tu l'as voulu.
Du hast es so haben wollen, George Dandin, du hast es so haben
wollen.—
In M o l i è r e s "Fourberies de Scapin" (1671) 2, 11 wiederholt Géronte
siebenmal:

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Que diable allait-il faire dans cette galère!
Was zum Teufel hatte er auf jener Galeere zu suchen?
womit wir auf den Unvorsichtigen zielen, der, wie man zu sagen pflegt, in
ein Wespennest gestochen hat. Schon früher hatte Molières Jugendfreund,
C y r a n o d e B e r g e r a c, in "le Pédant joué", 2, 4 dies Wort
angewendet; doch erfahren wir aus G r i m a r e s t s "Leben Molières", Paris
1715, dass es Cyrano samt der ganzen Scene, in der es vorkommt, nur
Molières vertraulichen Mitteilungen verdankte und während dessen
Abwesenheit in der Provinz seinem Lustspiel einverleibte; dass dann
M o l i è r e nach seiner Rückkehr zur Hauptstadt sich seines geistigen
Eigentums, als er die "Fourberies de Scapin", schrieb, mit den Worten "Je
reprends mon bien où je le trouve" wiederbemächtigte, was umgeändert in
Je prends mon bien où je le trouve
Ich nehme mein Eigentum, wo ich es finde,
ein geflügeltes Wort wurde. "Je reprends mon bien où je le trouve" ist aber
wohl nur eine Übersetzung des Rechtssatzes "Ubi rem meam invenio, ibi
vindico", der auf L. 6 Dig. "De rei vindicatione" (I, 9) beruht: "ubi enim
probavi rem meam esse, necesse habebit possessor restituere".—
In M o l i è r e s "Les Femmes savantes", (1672) 3, 2 sagt Armande:
Nul n'aura de l'esprit, hors nous et nos amis!
Keiner soll Geist haben als wir und unsere Freunde!—
Einen Menschen, der sich einbildet, krank zu sein, nennen wir einen
Malade imaginaire
nach M o l i è r e s Komödie "Le Malade imaginaire" (1673), aus der uns
Argans Seufzer (2, 11) geläufig wurde:
Ah, il n'y a plus d'enfants!
Ach, es giebt keine Kinder mehr!—

Juste milieu

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Richtige Mitte
kommt zuerst vor in Blaise Pascals (1623-62) "Pensées sur la religion" (3,
3, Amst. 1692; 1. Ausg. Par. 1670). L u d w i g P h i l i p p wandte das Wort
auf seine innere Politik an ("Nous chercherons à nous tenir dans un juste-
milieu également éloigné des excès du pouvoir populaire et des abus du
pouvoir royal" . . . s. den "Moniteur universel" vom 31. Januar 1831) und
gab damit seinem Regierungssystem den bleibenden Namen.—

Aus Nicolas Boileau-Despréauxs (1636-1711) 9. Epistel, Anfang, ist:
Rien n'est beau que le vrai; le vrai seul est aimable.
Schön ist das Wahre nur; das Wahre nur ist lieblich.
Aus seiner Satire 1, 52 stammt:
J'appelle un chat un chat et Rolet un fripon.
'ne Katze nenn' ich Katz' und Rolet einen Schelm.
Dieser Rolet war ein Prokurator von schlechtestem Rufe; öffentlich mit ihm
anbinden war gewagt, und B o i l e a u glaubte sich damit zu helfen, dass er
seinem Verse die Randbemerkung hinzufügte: "Rolet, Gastwirt bei Blois".
Nun wollte aber der Zufall, dass bei Blois wirklich ein Gastwirt Rolet
wohnte, den dieser unbeabsichtigte Angriff in nicht geringe Wut versetzte.
Der Dichter hatte Mühe ihn zu besänftigen.—
Der Schlussvers des zweiten Gesanges der "Art poétique" des B o i l e a u
lautet:
Un sot trouve toujours un plus sot, qui l'admire
Ein Thor fand immer noch den Tropf, der ihn bewundert.—

In Nolant de Fatouvilles "Arlequin, Empereur dans la Lune", aufgeführt
1684, (Ghérardi "Théâtre italien", B. 1) macht Harlekin, der sich für den
Kaiser im Monde ausgegeben hat, dem Doktor, dessen Tochter er heiraten
will, eine Beschreibung der Mondbewohner; bei jedem Zuge dieser

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Beschreibung bemerken die Umstehenden: "C'est tout comme ici" und zwar
neunmal. Daraus entstand das bekannte
tout comme chez nous,
ganz wie bei uns.
H o l b e r g benutzt im "Ulysses" 2, 2 diese Wendung häufig in dänischer
Form (ligesaa hos os).—

Embarras de richesses,
Reichtumsnot,
ist der Titel einer Komödie des Abbé d'Allainval (†1753).—

Philipp Néricault Destouches (1680-1754) sagt in der Komödie "Le
Glorieux" (zuerst gegeben 18. Jan. 1732) 2, 5:
La critique est aisée, et l'art est difficile,
Die Kritik ist leicht, und die Kunst ist schwer;
in 3, 5 befindet sich der dem H o r a z (Epist. 1, 10, 24 "Naturam expellas
etc.") nachgebildete Vers:
Chassez le naturel, il revient an galop.
Vertreib't das Naturell, es kommt im Nu zurück.—

Das Bild für eine komisch grosse Erregung in kleinem Kreise,
Sturm im Glase Wasser,
verdanken wir Charles de Sécondat, Baron de Montesquieu (1689-1755),
welcher die Wirren in der Zwergrepublik San Marino "tempête dans un
verre d'eau" nannte (s. Balzacs "le Curé de Tours" p. 281, Oeuvr. compl.
Par. 1857).
Ihm floss dieser Vergleich wohl aus den Alten zu. In ähnlichem Sinne nämlich war zur Zeit
C i c e r o s (s. "de leg." 3, 16) "excitare fluctus in simpulo" (Stürme im Schöpflöffel
erregen) sprichwörtlich; und im A t h e n a e u s ("Deipnos." VIII, 19) verspottet der

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Flötenspieler Dorion die Tonmalerei des Zitherspielers Timotheos, der einen Seesturm
spielen wollte, mit den Worten: "er habe in einem siedenden Kochtopfe schon einen
grösseren Sturm gehört".—

Von Worten François Marie Arouet de Voltaires (1694-1778) sind
bekannt: aus "Candide":
Tout est pour le mieux dans le meilleur des mondes possibles,
Alles ist aufs beste bestellt in der besten der möglichen Welten,
ein von L e i b n i z in "Theodicaea", (1710) 1, 8 (— —nisi inter omnes
possibiles mundos optimus esset, Deus nullum produxisset, Gott hätte keine
Welt geschaffen, wenn sie nicht unter allen möglichen die beste wäre)
ausgesprochener und von Vo l t a i r e in diesem Romane verspotteter
Gedanke; dann Vers 1, 7 der Komödie "Charlot":
Et voilà justement comme on écrit l'histoire
Und das ist just die Art, wie man Geschichte schreibt,
während er ein Jahr früher, 24. Sept. 1766, an Madame du Deffand in Prosa
geschrieben hatte: "Et voilà comme on écrit l'histoire". In Vo l t a i r e s
"Jeannot et Colin" lesen wir: "Toutes les histoires anciennes, comme le
disait un de nos beaux esprits, ne sont que des fables convenues" und
vermuten Voltaire selbst in dem "Schöngeist", der uns so die Geschichte
eine
fable convenue
vereinbarte, zugegebene Fabel
nennen lehrte. Andere rathen auf F o n t e n e l l e, wie Garnier in seiner
Voltaire-Ausgabe T. XXI, p. 237 ohne Fundstelle.—
Aus dem ersten Gesange von Vo l t a i r e s "Henriade" ist der 31. Vers:
Tel brille au second rang, qui s'éclipse au premier,
Oft glänzt im zweiten Rang, wer ganz erlischt im ersten;
aus der Vorrede zum "Enfant prodigue":

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Tous les genres sont bons, hors le genre ennuyeux,
Alle Kunstgattungen sind gut, mit Ausnahme der langweiligen
Kunstgattung,
(von W i e l a n d am Ende seiner "Sendschreiben an einen jungen Dichter", von G o e t h e
in dem am 11. Juni 1792 gesprochenen Epilog [s. seine "Theaterreden"], nachgeahmt);
aus "le Mondain":
Le superflu, chose très-nécessaire,
Das Überflüssige, ein höchst notwendiges Ding.—
Der Salomon des Nordens
wird F r i e d r i c h d e r G r o s s e zuerst in Vo l t a i r e s "Ode an die
Preussen bei der Thronbesteigung Friedrichs" (1740) und später oft in den
Briefen genannt.
Vo l t a i r e s:
Ecrasez l'infâme
findet sich in seinem Briefwechsel mit einigen ihm befreundeten
Freigeistern in dem Zeitraume von 1759-68. Man trifft diesen Ausdruck,
und ähnliche, in seiner Korrespondenz mit Friedrich dem Grossen,
Helvetius, Diderot, d'Alembert, Marmontel, Thieriot, dem Advokaten
Christin, dem Grafen d'Argental, Marquis d'Argens, Madame d'Épinay und
Damilaville. Namentlich zeichnete Voltaire seine Briefe an d'Alembert oft
und an Damilaville, den anonymen Verfasser eines "Enthüllten
Christentums", einen seiner zuverlässigsten Freunde, gewöhnlich statt mit
seinem Namen mit Écr. l'inf.. . oder auch wohl Écrlinf, so dass die mit der
Eröffnung staatsgefährlicher Briefe betrauten Beamten dies für den Namen
des Absenders hielten. Der Ausdruck "L'infâme" findet sich zum ersten Mal
in einem Briefe Friedrichs des Grossen an den Marquis d'Argens vom 2.
Mai 1759, dann in einem Briefe, den der König am 18. Mai 1759 aus
Landshut an Voltaire richtet, und zuletzt in einem Brief Voltaires am 27.
Jan. 1768 an Damilaville. Das Wort scheint später aus Voltaires
Korrespondenz zu verschwinden, weil es eine ihm gefährliche Berühmtheit
bekommen mochte. Aus sämtlichen Stellen geht hervor, dass "infâme" als
weibliches Eigenschaftswort zu denken ist, zu dem man daher ein
entsprechendes Hauptwort zu ergänzen hat. Voltaire wünschte, das zu

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ergänzende Hauptwort solle "superstition", Aberglaube, sein, was sich aus
vielen seiner Briefe ergiebt, z. B. 1) aus einem vom 23. Jan. an d'Alembert,
2) aus einem vom 29. Aug. 1762 an den König, 3) aus einem vom 28. Nov.
1762 an d'Alembert, und 4) aus einem vom 21. Juni 1770 an denselben.
Voltaire meinte mit "Aberglauben" die Kirche (nicht die Religion).—
Séide, Seïde,
der Sklave Muhameds, ist durch Vo l t a i r e s Tragödie "Le fanatisme ou
Mahomed le prophète" (1739) die Bezeichnung für einen fanatischen
Nachbeter und Anhänger geworden.—
Ebenda 2, 4 spricht Mahomed das Wort aus, das Beaumarchais zum Motto
nahm:
Ma vie est un combat,
Mein Leben ist ein Kampf.
Dieser Gedanke war nicht neu; denn nach der Vulgata lautet H i o b 7, 1 "Militia est vita
hominis" ("des Menschen Leben ist ein Kampf", nach Luther: "Muss nicht der Mensch
immer im Streit sein auf Erden?"); E u r i p i d e s ("Die Hülfeflehenden" 550) sagt:
"πάλαισμά θ' ἡμῶν ὁ βίος" ("Unser Leben ist ein Kampf") und S e n e c a schreibt im 96.
Briefe: "Vivere militare est", "leben heisst kämpfen" (vrgl. "Gefl. Worte aus lateinischen
Schriftst." und 1. Tim. 6, 12; 2. Tim. 4, 7 sowie G o e t h e s "Denn ich bin ein Mensch
gewesen u. s. w.").—
In Vo l t a i r e s "Discours sur l'homme", 6, lesen wir:
"Mais malheur à l'auteur qui veut toujours instruire!
Le secret d'ennuyer est celui de tout dire".
Doch wehe dem Poët, der lehrt in jeder Zeile!
Wer Alles sagt, besitzt die Kunst der Langenweile.—

Le style, c'est l'homme,
Wie der Stil, so der Mensch,
ist eine Umänderung der Worte des Grafen George Louis Leclerc de Buffon
(1707-88) in seiner Antrittsrede in der Akademie: "Recueil de l'Académie"
(1753, S. 337) "le style est l'homme même". Die Lesart späterer Ausgaben
lautet aber: "le style est de l'homme même".—

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Où peut-on être mieux
Qu'au sein de sa famille?
Tout est content, le coeur, les yeux.
Vivons, aimons comme nos bons aieux!
(Wo kann man besser weilen, als im Schosse seiner Familie? Alles ist
befriedigt, das Herz, die Augen. Leben wir,lieben wir, wie unsre guten
Voreltern!)
ist aus Jean François Marmontels (1723-99) am 5. Januar 1769 zuerst
aufgeführten, von Grétry komponierten "Lucile".—

Ils sont passés, ces jours de fête,
Sie sind vorbei, des Festes Tage,
stammt aus Anseaumes am 20. Sept. 1769 zuerst aufgeführten Oper "Le
Tableau parlant".—

Les extrèmes se touchent
ist in Louis Sebastien Merciers (1740-1814) "Tableau de Paris" (Amst.
1782-88) die Überschrift vom 348. Kapitel des vierten Bandes. Es kommt
ferner vor bei A n q u e t i l in "Louis XIV, sa Cour et le Régent", (Paris
1789) 1. Bd. (1674-80).—L a b r u y è r e ("Caractères", 1687) sagt: "Une
gravité trop étudiée devient comique; ce sont comme des extrémités qui se
touchent", und P a s c a l ("Pensées", 1692): "Les sciences ont deux
extrémités qui se touchent".
E p i p h a n i u s (4. Jahrh.) "Adversus haereses" I. 3, t. 2 führt als berühmten Ausspruch
heidnischer Philosophen an: "αἱ ἀκρότητες, ἰσότητες, extremitates, aequalitates". In des
Aristoteles "Moral. Eudemiorum" lib. 3, c. 7, 1234 steht: ἔστι δ' ἐναντιώτερον τοῖς ἀκροῖς
τὸ μέσον ἢ ἐκεῖνα ἀλλήλοις, διότι τὸ μὲν μετ' οὐδετέρου γίνεται αὐτῶν τὰ δὲ (τὰ ἄκρα)
πολλάκις μετ' ἀλλήλων. (Extrema frequenter una habitant.) Der Commentator zu
C a s s i a n i († um 448) "Collationes", c. 16, A l a r d u s G a z a e u s sagt: "videtur haec
sententia (nimitates aequalitates) proverbialis locutio ex Aristotele desumpta II, Ethik 6".—

Évariste Vicomte de Parny (1753-1814) singt ("Poësies", Par. 1777,
Lettre 4):
"La peine est aux lieux qu'n habite

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Et le bonheur où l'on n'est paso".
"Die Qual ist überall, wo wir auch hausen,
Und wo wir nicht sind, ist das Glück".
Dies citieren wir mit der Schlusszeile von "Des Fremdlings Abendlied", das
S c h m i d t v o n L ü b e c k 1808 im "Taschenbuch zum geselligen
Vergnügen" veröffentlichte, in folgender Form:
Da, wo du nicht bist, ist das Glück!
Z e l t e r komponierte das Lied und dann S c h u b e r t, der es aber veränderte und "Der
Wanderer" betitelte. Bei ihm schliesst es:
"Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück!"—

Jean François Collin d'Harlevilles (1755-1806) stolze Redensart in
"Malice pour malice" (1793), 1, 8:
Impossible est un mot que je ne dis jamais,
"Unmöglich" ist ein Wort, dass ich nie ausspreche,
mochte N a p o l é o n I . vorschweben, als er aus Dresden am 9. Juli 1813
(s. "Correspondance") an den Kommandanten von Magdeburg, Grafen
Lemarois, schrieb: "'Ce n ' e s t p a s p o s s i b l e', m'écrivez-vous: c e l a
n ' e s t p a s f r a n ç a i s"—"'Es ist nicht möglich', schreiben Sie mir: Das
ist unfranzösisch". Hieraus entsprang das geflügelte Wort
Impossible n'est pas un mot français.—

Anthelme Brillat-Savarin (1756-1826) begann seine "Physiologie du
goût" (1825) mit den "Aphorismes du professeur", deren viertes lautet:
Dis-moi ce que tu manges, je te dirai ce que tu es.
Sage mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist.
S. Feuerbachs "Der Mensch ist, was er isst".—

Page 321

Das ganz unverbürgte Wort des Müllers von Sanssouci an Friedrich den
Grossen: "Ja, wenn das Berliner Kammergericht nicht wäre", hat François
Guillaume Jean Stanislas Andrieux (1759-1833) den Stoff zu einer
poetischen Erzählung "der Müller von Sanssouci" (1797) geliefert. Daraus
wird der Vers:
Oui, si nous n'avions pas de juges à Berlin,
Ja, wenn wir in Berlin nicht Richter haben würden,
auch in Deutschland citiert und zwar in der Fassung
Il y a des juges à Berlin.
L e h m a n n s "Florilegium politicum auctum", (Frankfurt 1662, 1. T., S. 332, No. 46)
erzählt eine ähnliche Geschichte, von der eine persische Version aus der Zeit des Chosrev
Nuschirvan (531-79) in Wüstenfelds "Zeitschrift der deutschen Morgenländischen
Gesellschaft" (18, 406; 1864) mitgeteilt wird.—

Allons, enfants de la patrie!

Auf, Kinder des Vaterlands!
ist der Anfang des in der Nacht vom 24. zum 25. April 1792 in Strassburg
von dem Ingenieuroffizier Joseph Rouget de Lisle (1760-1836) gedichteten
und komponierten "Chant de guerre de l'armée du Rhin" ("Schlachtgesang
der Rheinarmee").
Am 25. April trägt er das Lied beim Maire Dietrich vor und schickt es an demselben Tage
mit Widmung an den Oberbefehlshaber der Rheinarmee, Marschall de Luckner. Ende Mai
oder Anfang Juni erschien es anonym, mit der Widmung auf zwei Queroctav-Blättern. Am
30. Juli singen es die Marseiller Verbündeten bei ihrem Einzuge in Paris, und von nun an
nimmt es die Bezeichnung "Marseillaise" an. Eine Originalausgabe ist in Strassburg i. E.
Dann erschien das Lied als "Le Chant des Combats" 1793 im "Almanach des Muses" zu
Paris und 1796 in den "Essais en vers et en prose par Joseph Rouget de Lisle" (Paris. P.
Didot l'ainé. An 5e de la republique. S. 57-59) unter dem Titel: "Le Chant des Combats,
vulgairement L'Hymne des Marseillois. Aux Mânes de Sylvain Bailly, premier Maire de
Paris".—

Anne Louise Germaine Baronne de Staël-Holstein, geb. Necker (1766-
1817) sagt in ihrem Buch "Corinne, ou L'Italie" (1807; L. 18, Ch. 5):
"Überlegenheit von Geist und Seele fürchtet man mit Unrecht; diese
Überlegenheit ist vielmehr höchst sittlicher Natur; denn ("tout comprendre

Page 322

rend très-indulgent") Alles richtig verstehen macht sehr nachsichtig . . ."
Hieraus scheint der stets auf Frau von S t a ë l zurückgeführte weiter
greifende Satz gebildet zu sein:
Tout comprendre c'est tout pardonner.
Alles verstehen ist Alles verzeihen.—

François Auguste Vicomte de Chateaubriand (1768-1848) schildert am
Schluss seines Buches "Les Martyrs ou le triomphe de la religion
chrétienne" ("Oeuvres" t. 21. p. 132, Paris 1836), wie Alles in Rom donnert
und kracht, als ein edles Märtyrerpaar den Tigern in der Arena preisgegeben
wird, wie die Götterbilder wanken und man, wie einst in Jerusalem, eine
Stimme rufen hört:
Les dieux s'ent vont.
Dies Wort brachte H e i n e bei uns auf, der 1833 ("Romantische Schule".
"Werke". Strodtmann. VI, 101) schrieb: "Les dieux s'en vont, Goethe ist
todt." C h a t e a u b r i a n d aber schöpfte aus Flavius Josephus, der ("de
bello judaico" VI, 5, 3) unter den Vorzeichen von Jerusalems Untergang
anführt, die Priester hätten zu Pfingsten im Tempel ein Getöse verspürt und
den vielstimmigen Ruf gehört: "Wir gehen fort von hier!"—

Das in Camille Jordans (1771-1821) "Vrai sens du vote national sur le
consulat à vie" (1802, S. 46) enthaltene
"Le couronnement de l'édifice"
die Krönung des Gebäudes
ist durch N a p o l é o n I I I . zum Schlagworte geworden. Er wendete es in
einem Schreiben an den Staatsminister R o u h e r an, das sein Dekret über
vorzunehmende Reformen vom 20. Januar 1867 begleitete. Schon am 14.
Febr. 1853 hatte er in seiner Eröffnungsrede des Parlaments gesagt: "La
liberté n'a jamais aidé à fonder d'édifice politique durable; elle le couronne
quand le temps l'a consolidé". ("Die Freiheit hat niemals ein dauerhaftes

Page 323

Staatsgebäude gründen helfen; sie krönt es, wenn die Zeit es befestigt hat".)


Aus M é h u l s zuerst 1807 in Paris und in Deutschland 1809
aufgeführtem "Joseph in Ägypten", Text von Alexandre Duval (1767-
1842), Akt 1 ist:
Ich war Jüngling noch an Jahren.—

Artikel 340 des "Code Napoléon" (vom 20. März 1804) lautet:
La recherche de la paternité est interdite.
Die Erforschung der Vaterschaft ist untersagt.—

Aus B o i e l d i e u s zuerst 1812 aufgeführtem "Johann von Paris", dessen
Text von St. Just gedichtet ist, stammt:
Welche Lust gewährt das Reisen!—

Aus einer Romanze der zuerst 1814 in Paris aufgeführten Oper
I s o u a r d s "Joconde" (3. Aufz. No. 1), Text von Étienne (1778-1845)
stammt:
"(On pense, on pense encore
A celle qu'on adore,)
Et l'on revient toujours
A ses premiers amours."
"An Die man denkt und denkt,
Der's Herz man einst geschenkt
Und stets kommt man zurück
Aufs erste Liebesglück."
Viele citieren den Vers verderbend: "premières amours", weil sie wähnen, die männliche
Form sei ganz unzulässig; aber im "Dictionnaire de l'Académie" (v. J. 1800) steht unter

Page 324

"Amour (Liebschaft)": "p r e s q u e toujours feminin au pluriel . ." und E t i e n n e bedurfte
des Jambenflusses halber dieser Ausnahme von der Regel.—

Aus B o i e l d i e u s 1825 zuerst aufgeführten Oper "Die weisse Dame",
deren Text von Augustin Eugène Scribe (1791-1861) ist, stammt:
Ha! welche Lust, Soldat zu sein!
Aus Scribes und Germain Delavignes(1790-1868) von Hermann Mendel
übersetztem Texte zu M e y e r b e e r s zuerst in Paris 1831 aufgeführtem
"Robert der Teufel" ist:
(Ja) das Gold ist nur Chimäre,
das auch den Franzosen in der Form spruchhaft wurde:
Oui, l'or est une chimère.—

Revanche für Pavia!
ist der Nebentitel des Lustspiels "Die Erzählungen der Königin von
Navarra" (1851) von Scribe und Ernest Legouvé (geb. 1807).—

Les enfants terribles
erfand der Satirenzeichner Paul Gavarni (Sulpice Guillaume Chevalier,
1801-66) für eine seiner komischen Bilderfolgen.—

Das Lied:
Reich mit des Orients Schätzen beladen,
ist die Übersetzung von L é o n Halévys (1802-82):
"Un beau navire à la riche carène etc.",
die der Dresdener Oberpfarrer Karl K i r s c h 1829 lieferte (s. "Troubadour,
eine Sammlung von Romanzen, Liedern und Nocturnes, Worte von Karl
Kirsch". Lpzg. o. J., Industrie-Comptoir). Den Titel "La jeune Indienne"
übertrug er mit "das Hindumädchen"; die erste Zeile lautete jedoch: "Reich
mit des Orients Segen beladen". Der Komponist Louis H u t h veränderte es

Page 325

zu der oben angegebenen Fassung. Hiernach wären die Angaben
H o f f m a n n v . F a l l e r s l e b e n s ("Unsere volkstümlichen Lieder",
No. 741) umzugestalten. Jedenfalls kannte der Übersetzer die Verse aus
S c h i l l e r s "Ring des Polykrates":
"Mit fremden Schätzen reich beladen,
Kehrt zu den heimischen Gestaden
Der Schiffe mastenreicher Wald."—

Aus Eugène Sues (1804-57) "le Juif errant" (1844-45) ist
Rodin
für die Bezeichnung eines Jesuiten typisch geworden.—

Chauvin,
ein Rekrut, tritt in dem am 19. März 1831 im Theater "Folies dramatiques"
mit vielem Beifall aufgeführten Lustspiele der Gebrüder Cogniard
(Théodore, 1806-72, und Hippolyte, 1807-82,) "La cocarde tricolore" auf.
Im "Figaro" (28. Jahrg., Sér. 3, No. 41) behauptet ein alter Pariser, er habe
diesen Haudegen persönlich gekannt. Nach Littré ist es jedoch nur eine auf
volkstümlichen Zeichnungen vorkommende Figur, die, eines verblendeten
und beschränkten Patriotismus Gefühle in Bezug auf Napoléons I. Erfolge
und Misserfolge ausdrückend, demjenigen den Namen gab, der
übertriebene und lächerliche Ansichten über Vaterlandsliebe und Krieg hat.


La propriété c'est le vol,
Eigentum ist Diebstahl,
sagt Pierre Joseph Proudhon (1809-65) in "Qu'est-ce que c'est que la
propriété? ou: Recherches sur le principe du droit et du gouvernement"
(Paris 1840). B r i s s o t schrieb bereits in seinen "Recherches
philosophiques sur le droit de propriété et sur le vol considéré dans sa
nature" (1780): "La propriété exclusive est un vol dans sa nature". Übrigens
sagen schon im 13. Jahrh. die Weisheitssprüche hinter Jehuda Tibbons
Ermahnungsschrift (Berlin 1852), dass Eigentum, d. h. Geld, Diebstahl ist;

Page 326

und "Eigentum ist etwas Abscheuliches" heisst es in M o r e l l y s "Le Code
de la nature" (Amsterd. 1755).—

Le spectre rouge (de 1852)
Das rothe Gespenst (von 1852)
ist der Titel einer Broschüre M. A. Romieus (4o Edit. Berlin 1851), in
welcher er für Frankreich den Bürgerkrieg prophezeit.—

(Le) Demi-monde Halbwelt
ist der Titel eines 1855 veröffentlichten Romans von A l e x a n d r e Dumas
dem Jüngeren (geb. 1824).—

Auf, nach Kreta!
ist aus O f f e n b a c h s Operette "Die schöne Helena" (1865), deren Text
von Henry Meilhac (geb. 1832) und Ludovic Halévy (geb. 1834) herrührt.

Page 327

VI.

Geflügelte Worte aus englischen Schriftstellern.
Utopien
(d. h. Nirgendreich aus dem griechischen οὐ, nicht, und τόπος, Ort) nennen
wir ein von der Phantasie geschaffenes, ideales, unmögliches Land nach der
von Thomas Morus (1480-1535) 1516 verfassten Schrift "De optimo
reipublicae statu deque nova insula Utopia" ("über den besten Zustand des
Staates und über die neue Insel Utopien").—

In Sir Philip Sidneys (1554-86) "Arcadia", 3, die erst nach seinem Tode
erschien, steht:
My better half
meine bessere Hälfte.—

In englischer Sprache citieren wir:
My house is my castle,
Mein Haus ist meine Burg,
die Umformung eines Rechtsspruches bei Sir Edward Coke (1551-1633),
der ("Institutes", T. 3, R. 162, Abschnitt "Gegen das Bewaffnetgehen") den
Satz "Es darf Jemand Freund und Nachbarn versammeln, um sein Haus
gegen Diejenigen zu verteidigen, welche ihn berauben oder töten oder ihm
darin Gewalt anthun wollen", also begründet:
For a man's house is his castle.
Denn eines Mannes Haus ist seine Veste.

Page 328

Er sagt ferner in "Semaynes Case" (5, Report 91): "Das Haus eines
Jeglichen ist ihm gleich wie seine Burg und seine Veste, sowohl zu seiner
Verteidigung gegen Beleidigung und Gewalt wie zu seiner Ruhe". Doch
hätten wir es kaum nötig, diesen alten Rechtsspruch englisch zu citieren, da
er im Haimburger Stadtrecht von 1244 deutsch lautet: "Wir wollen auch,
daz einem jegeleichen purger sein Haus seine Veste sei".
(O s e n b r ü g g e n "Der Hausfrieden", Erlangen 1857, S. 3 und 4.)—

F r a n c i s Bacon (1561-1626) veröffentlichte "Essayes. Religious
Meditations. Plaies of perswasion and disswasion". (Scene and allowed.
Print. f. H. Hooper. Chancery Lane. 1597.) Der besondere Titel der zweiten,
auf dem Gesamttitel als "Religious Meditations" bezeichneten Abteilung
lautet: "Meditationes sacrae". (Londini. Excud. Joh. Windel.) Nur diese
"Meditationes sacrae" erschienen hier in lateinischer Sprache, und in deren
11. Artikel "De Haeresibus" steht die Stelle: "nam et ipsa scientia potestas
est" (denn die Wissenschaft selbst ist Macht). 1598 wurde dieser
Sammelband bei demselben Verleger wieder abgedruckt, nur dass in dieser
Ausgabe die "Religious meditations" auch englisch erschienen; hier im 11.
Artikel "Of Heresies" ist Obiges übersetzt: for (denn)
knowledge (itself) is power,
Wissenschaft (selbst) ist Macht.
Im "novum organum" 1, 3 (vrgl. 2, 1 u. 3) begründet es Bacon also:
"scientia et potentia humana in idem coincidunt, quia ignoratio causae
destituit effectum" (Der Menschen Wissen und Macht fällt in Eins
zusammen, weil Unkenntnis jeden Erfolg vereitelt).—

Shakespeare (1564-1616), der hier nach der sogenannten S c h l e g e l -
T i e c kschen Übersetzung citiert wird, in der jedoch dreizehn Dramen von
Wolf Graf B a u d i s s i n bearbeitet sind, bietet im "Hamlet" 1, 2:
Schwachheit, dein Nam' ist Weib!
Frailty, thy name is woman!
Vordem übersetzte W i e l a n d:

Page 329

Gebrechlichkeit, dein Nam' ist Weib!
R a u p a c h ("Die Schleichhändler", Akt 2 geg. Ende) bildete daraus die
Travestie:
O Verstellung, dein Name ist Kieckebusch!—
Im "Hamlet" 1, 2 heisst es ferner:
Er war ein Mann, nehmt Alles nur in Allem,
Ich werde nimmer seines Gleichen seh'n,
He was a man, take him for all in all,
I shall not look upon his like again,
wie auch Antonius vom Brutus im "Cäsar", 5, 5 sagt:
Dies war ein Mann;
This was a man!
"Hamlet" 1, 4 steht:
(Du kommst in) so fragwürdiger Gestalt,
(Thou com'st in) such a questionable shape,
Etwas ist faul im Staate Dänemark;
Something is rotten in the state of Denmark;
1, 5:
(But soft! methinks,) I scent the morning air,
(Doch still! mich dünkt) ich witt're Morgenluft,
(was in B ü r g e r s "Lenore", Str. 28 wiederholt wird);

Es giebt mehr Ding' im Himmel und auf Erden,
Als eure Schulweisheit sich träumen lässt;
There are more things in heaven and earth, Horatio,
Than are dreamt of in our philosophy;

Page 330

Die Zeit ist aus den Fugen,
The time is out of joint.
"Hamlet" 2, 2 steht:
Kürze ist des Witzes Seele,
Brevity is the soul of wit;
auch hört man die Übersetzung: "Kürze ist des Witzes Würze";

Mehr Inhalt, wen'ger Kunst;
More matter, with less art;
Zweifle an der Sonne Klarheit,
Zweifle an der Sterne Licht,
Zweifl', ob lügen kann die Wahrheit,
Nur an meiner Liebe nicht;
Doubt thou, the stars are fire,
Doubt that the sun doth move;
Doubt truth to be a liar;
But never doubt, I love;
Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode;
Though this be madness, yet there is method in it;
Kaviar für das Volk;
Caviare to the general;
Behandelt jeden Menschen nach seinem Verdienst, und wer ist
vor Schlägen sicher?
Use every man after his desert, and who should 'scape
whipping?
Was ist ihm Hekuba, was ist er ihr,
Dass er um sie soll weinen?

Page 331

What's Hecuba to him, or he to Hecuba,
That he should weep for her?
In H o m e r s "Iliade" (6, 449 ff.) sagt Hektor zu Andromache, dass ihn sogar der Hekuba,
seiner Mutter, künftiges Leid minder bekümmere, als ihres, der Gattin.
Aus Hamlets Monolog in 3, 1 ist:
Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.
To be or not to be, that is the question.
(s' ist) ein Ziel
Aufs innigste zu wünschen (näml. der Todesschlaf).
'tis a consummation
Devoutly to be wish'd;
Der angebor'nen Farbe der Entschliessung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;
And thus the native hue of resolution
Is sicklied o'er with the pale cast of thought.
Das Wort Hamlets ebenda:
Get thee to a nunnery,
Geh' in ein Kloster,
wird bei uns in der Form citiert:
Geh' in's Kloster,
so von H e i n e in den "Romancero"-Gredichten: "Die alte Rose" und "Der
Exnachtwächter".—
Ferner enthält diese Scene Ophelias:
O welch' ein edler Geist ist hier zerstört!
O what a noble mind is here o'erthrown!
Aus 5, 1 ist Hamlets Ausruf:
Ach, armer Yorick!

Page 332

Alas, poor Yorick!
Lorenz S t e r n e veröffentlichte seine "Predigten" (London 1760 und 1766) unter dem
Namen Yorick, womit er sich keine geringe Schmeichelei sagte, da Hamlett den Yorick,
des Königs Spassmacher, 5, 1 einen "Burschen von unendlichem Humor, voll von den
herrlichsten Einfällen" nennt. Auch S t e r n e s "Sentimentale Reise" erschien nach seinem
Tode (1768) unter dem Namen Yorick.—
Aus 5, 2 werden Hamlets letzte Worte citiert:
Der Rest ist Schweigen.
The rest is silence.—
Aus dem 1. Teile von S h a k e s p e a r e s "König Heinrich IV." wird der
Beiname Heinrich Percys,
Hotspur, Heisssporn
auf einen heissblütigen, ritterlichen Jüngling angewendet. 2, 4 bietet die
Worte des Kellners Franz:
Gleich, Herr, gleich!
Anon, Sir, anon!
und die drei Worte des Falstaff:
So lag ich, und so führt'(e) ich meine Klinge,
Here I lay, and thus, I bore my point;
(Wenn Gründe) so gemein wie Brombeeren (wären),
(If reasons were) as plenty as blackberries;
Hol' die Pest Kummer und Seufzen! Es bläst einen Menschen
auf, wie einen Schlauch,
A plague of sighing and grief; it blows a man up like a bladder.
Auch fordert Falstaff dort mehrfach "a cup of sack", "ein Glas Sekt",
worunter ein südlicher Wein zu verstehen ist. Das Wort
Sekt (oder Sect)

Page 333

soll zuerst in Berlin und bald in ganz Deutschland die Bedeutung
"Champagner" dadurch bekommen haben, dass sich Ludwig D e v r i e n t,
die Rolle des Falstaff weiter spielend, in der Weinstube von Lutter und
Wegener in Berlin (Charlottenstr. 49) also sein schäumendes
Lieblingsgetränk zu bestellen pflegte.
4, 2 bietet Falstaffs
Futter für Pulver (oder: Kanonenfutter),
Food for powder.
5, 1 gegen Ende finden wir Falstaffs:
Ich wollte, es wäre Schlafenszeit, Heinz, und Alles gut.
I would it were bedtime, Hal, and all well.
5, 4 sagt Prinz Heinrich, als er den sich tot stellenden Falstaff unter den
Gefallenen auf dem Schlachtfelde erblickt:
Ich könnte besser einen Bessern missen,
I could have better spared a better man,
und ebenda sagt Falstaff:
Das bessere Teil der Tapferkeit ist Vorsicht.
The better part of valour is discretion.
Im zweiten Teil von S h a k e s p e a r e s, "König Heinrich IV.", 4, 4 haben
wir des Königs Worte:
Dein Wunsch war des Gedankens Vater, Heinrich,
Thy wish was father, Harry, to that thought.
Es liesse sich annehmen, dass irgendwie des D e m o s t h e n e s Gedanke (3. Olynthische
Rede § 19): "ὃ γὰρ βούλεται, τοῦθ' ἕκαστος καὶ οἴεται". (Jeder bildet sich die Dinge so ein,
wie er sie sich wünscht) bis zu Shakespeare gelangt wäre, der ihm dann seine dauernde
Form gab.—
In S h a k e s p e a r e s "Julius Cäsar", 1, 2 sagt Cäsar:
Er denkt zu viel, die Leute sind gefährlich.

Page 334

He thinks too much; such men are dangerous.
Das in 3, 1 vorkommende Wort des Antonius:
Zuletzt, doch nicht der letzte meinem Herzen,
Tho' last, not least in love,
ist in der Form, in der es Lear, 1, 1 zu Cordelia spricht
Du jüngste, nicht geringste,
Although the last, not least,
geläufiger (Shakespeare fand es bereits in S p e n s e r s [ † 1599] "Colin
Clout", 444 vor).
In "Julius Cäsar" 3, 2 finden wir die Worte des Antonius:
Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann;
Das sind sie Alle, Alle ehrenwert.
For Brutus is an honourable man,
So are they all, all honourable men.
Die Umwandlung einer aus P l u t a r c h s "Caesar" 69 entlehnten Stelle
(ὄψῃ δέ με περὶ Φιλίππους) lautet in S h a k e s p e a r e s "Julius
Caesar" 4, 3:
Bei Philippi sehen wir uns wieder.—
In Shakespeares "Heinrich V.", 2, 1 (und in den "Lustigen Weibern von
Windsor" 2, 1) sagt Nym:
Das ist der Humor davon,
There's the humour of it,
was sich in derselben Scene viermal in der Form
that is the humour of it
wiederholt. Aus 4, 3 führen wir ein uns nur in englischer Form:

Page 335

Household words
(Alltagsworte)
geläufiges Wort an. Es ist dadurch so bekannt geworden, dass Charles
D i c k e n s es zum Titel eines viel gelesenen litterarischen
Unterhaltungsblattes wählte.—
In S h a k e s p e a r e s "Richard III.", 1, 1 steht:
the winter of our discontent.
Der Winter unseres Missvergnügens;
5, 4:
Ein Pferd! ein Pferd! (m)ein Königreich für'n Pferd
A horse! a horse! my kingdom for a horse!
Beim Citieren wird dieses Wort häufig travestiert, so dass statt "ein Pferd"
der jedesmalige Gegenstand des Wunsches gesetzt wird.—
Aus S h a k e s p e a r e s "Heinrich VIII.", 4, 2 stammt:
Men's evil manners live in brass; their virtues
We write in water.
Der Menschen Sünden leben fort in Erz;
Ihr edles Wirken schreiben wir ins Wasser.
Shakespeare hat hier offenbar Thomas M o r e s "History of Richard III.", 1557, S. 57
benutzt: "Men use, if they have an evil turne, to write it in marble, and whoso doth us a
good a tourne, we write it in duste". (Hat man ein Ungemach erfahren, so pflegt man es in
Marmor zu schreiben, und jede uns erwiesene Wohlthat schreiben wir in den Staub).—
Aus S h a k e s p e a r e s "Sommernachtstraum" 5, 1 entnehmen wir:
Des Dichters Aug' in schönem Wahnsinn rollend,
The poets eye, in a fine frenzy[57] rolling;
ferner des die Satzglieder verdrehenden Prologusspielers Worte "That is the
true beginning of our end" ("Das ist das wahre Beginnen unseres Endes",
anstatt "Das ist das wahre Endziel unseres Beginnens"), die wir in der
Form:

Page 336

Das ist der Anfang vom Ende,
oder französisch citieren:
C'est le commencement de la fin,
was in den "Hunderttagen" zu seinem Erstaunen Talleyrand zugeschrieben
wurde (s. Fournier: "l'Esprit dans l'histoire", Par. 1882, 4. Aufl. S. 438);
endlich rufen wir aus derselben Scene ironisch einem grossprahlenden
Redner zu:
Gut gebrüllt, Löwe!
Well roared, lion!—
[57] Horaz, Od. III, 4: amabilis insania.

S h a k e s p e a r e s "Kaufmann von Venedig" bietet 1, 2:
Gott schuf ihn, also lasst ihn für einen Menschen gelten.
God made him, and therefore let him pass for a man;
2, 2:
Das ist ein weiser Vater, der sein eigen Kind kennt,
It is a wise father, that knows his own child,
(Telemachs Worte: "Odyssee", I, 215-16). Aus 4, 1 wird citiert:
Ich steh' hier auf meinen Schein.
I stay here on my bond.—
Aus S h a k e s p e a r e s "Sturm" ist:
Caliban
für einen ungefügen, plumpen Gesellen sprichwörtlich; aus 2, 2 ist:
Die Not bringt einen zu seltsamen Schlafgesellen,
Misery acquaints a man with strange bedfellows.—

Page 337

Aus S h a k e s p e a r e s "Romeo und Julia" citieren wir die Namen der
streitenden Familien Montague und Capulet, als Typen des Parteizwistes
zweier Häuser, in der Form:
Montecchi und Capuletti;
aus "Romeo und Julia", 2, 2:
Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt,
He jests at scars, that never felt a wound;
Was ist ein Name? Was uns Rose heisst,
Wie es auch hiesse, würde lieblich duften;
What 's in a name? that which we call a rose,
By any other name would smell as sweet;
aus 3, 5:
Es war die Nachtigall und nicht die Lerche;
It was the nightingale and not the lark;
aus 5, 3:
O, wackrer Apotheker!
Dein Trank wirkt schnell.
O, true apothecary!
Thy drugs are quick.—
Aus S h a k e s p e a r e s "Macbeth", 1, 3, ist anzuführen (diesmal nach
S c h i l l e r s Übersetzung, nur dass er "rennt" statt "rinnt" nahm):
Komme, was kommen mag,
Die Stunde rinnt auch durch den rauh'sten Tag;
Come what come may,
Time and the hour runs through the roughest day;
aus 1, 5:

Page 338

Zu voll von Milch der Menschenliebe,
Too full of the milk of human kindness.
(vrgl. Schillers "Tell" 4, 3). Hat Shakespeare dabei an 1. Petri 2, 2 gedacht:
"Und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch, als die jetzt
geborenen Kindlein, auf dass ihr durch dieselbige zunehmet?"
Aus "Macbeth" 5, 1 wird citiert:
Alle Wohlgerüche Arabiens,
All the perfumes of Arabia.—
In S h a k e s p e a r e s "Mass für Mass" 5, 1 kommt
tooth of time
vor, was W i e l a n d ("Abderiten", im "Teutschen Merkur", 1774, 1 n. 2, IV,
12 u. "Peregrinus Proteus", 1791, 3) mit
Zahn der Zeit
in Deutschland einbürgerte. Übrigens findet sich die "scharfzahnige Zeit"
bereits bei S i m o n i d e s a u s K e o s († 468 v. Chr.); s. Stobaeus "Eclog.
Phys." I, 8, 22 u. vrgl. Ovid, "Metam." 15, 234-5 u. 872.—
Auch der Titel von S h a k e s p e a r e s Lustspiel:
Verlor'ne Liebesmüh'
nach T i e c k:
Liebes-Leid und Lust
Love's labour's lost
wird citiert; ebenso lebt bei uns der Titel seines Lustspiels
Comedy of errors
in dieser Form:
Eine Komödie der Irrungen
und der Titel seines Lustspiels:

Page 339

Viel Lärm(en) um Nichts,
Much ado about nothing.—
Aus S h a k e s p e a r e s
Othello,
dessen Name sprichwörtlich für einen eifersüchtigen Ehemann wurde, 1, 3
wird citiert:
Thu' Geld in deinen Beutel!
Put money in thy purse!
aus 5, 2:
Hast du zur Nacht gebetet, Desdemona?
Have you prayed to-night, Desdemona?—
Aus S h a k e s p e a r e s "König Lear" 3, 2 stammt des Narren trübes Wort
(vrgl. "Was ihr wollt" 5. a. E.):
Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag;
For the rain it raineth eyery day;
aus 3, 4:
Kundiger Thebaner;
Learned Theban;
und aus 4, 6:
Ja, jeder Zoll ein König!
Ay, every inch a king!
und:
Narr des Glücks.
Fool of fortune.

Page 340

Letzteres kommt auch in "Timon von Athen", 3, 6 und in der Form
"fortune's fool" in "Romeo und Julia", 3, 1 vor.—

In der ersten Folio-Ausgabe Shakespeares (London 1623) folgt dem
Vorworte eine Reihe von Gedichten, zunächst B e n Jonsons (1574-1637):
"Dem Gedächtnisse des Autors, meines geliebten William Shakespeare"
u. s. w. In diesem Gedichte steht:
He was not of one age, but for all times,
Nicht seiner Zeit nur, allen Zeiten lebt er,
sowie die unsterblich gewordene Bezeichnung des zu Stratfort am Avon
geborenen Shakespeares:
sweet swan of Avon,
süsser Schwan vom Avon,
welche Jonson wohl H o r a z nachbildete, der ("Od." 4, 2, 25) Pindar
—"Dircaeum cycnum"—"den Schwan vom Dirkequell" nennt, weil dieser
in des Dichters Heimat floss und der singende Schwan dem Apoll geweiht
war.—

Henry More (1614-87) behauptet im "Encheiridion metaphysicum"
(1671), "die Körper hätten bloss drei Dimensionen, die Geister aber vier".
Diese
vierte Dimension,
worunter wir jetzt gewöhnlich blühenden Unsinn verstehen, ist uns
besonders durch Friedrich Z ö l l n e r s (1834-82) "Die transcendentale
Physik und die sogenannte Philosophie" (Lpz. 1879) in tiefstem Ernst
verkündet worden.
Er spricht dort vom Württembergischen Prälaten Friedr. Christ. O e t i n g e r (1702-82.
Sämtl. Schriften, hrsg. v. E h m a n n, Pfarrer in Unteriesingen bei Tübingen, Stuttg. 1868),
der S. 314 über die Philosophie seines Freundes F r i c k e r (1729-66, Pfarrer von Dettingen
unter Urrach) sagt: "Zu diesen arithmetischen Schlussfolgen gehört auch ein geometrisch
Concept, nämlich das Intensum oder die vierte Dimension".—

Page 341

Der Theologe Thomas Tully oder Tullius, (1620-79) wird von John
T i l l o t s o n (1630-94) bewundernd citiert wegen des Satzes: "Dii
immortales ad usum hominum fabricati paene videantur" ("fast scheinen die
unsterblichen Götter zum Nutzen der Menschen erschaffen zu sein").
Tillotson umschreibt das dann also ("Sermons" Lond. 1712; vol. 1 p. 696,
Serm. 93): "if God were not a necessary Being of himself, he might almost
seem to be made on purpose for the use and benefit of Men" ("wäre Gott
nicht an und für sich notwendigerweise da, er müsste, scheint es, eigens zu
Nutz und Frommen der Menschheit geschaffen werden"). Und hieraus
schöpfte Vo l t a i r e ("Épitre à l'Auteur du livre des trois imposteurs") den
berüchtigten Vers:
Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer,
Und gäb' es keinen Gott, wir müssten ihn erfinden.—

John Bunyans (1628-88)
"Vanity Fair"
(Markt der Eitelkeit) aus "the Pilgrims Progress", (1678-84) hat
T h a c k e r a y zum Titel eines satirischen Romans (1847) gewählt.—

Lilliput
ist bei Jonathan Swift (1667-1745) "Gullivers Reisen" (1726) der Name des
Märchenlandes der daumenhohen
Lilliputer oder Lilliputaner.—

John Bull
als Bezeichnung des englischen Volkes stammt aus John Arbuthnots
(1675-1735) politischer Satire "History of John Bull" (1712). Ein
Hoforganist John Bull komponierte i. J. 1605 das Volkslied "God save the
king" (vrgl. Heil Dir im Siegerkranz). Weil dieser Tondichter so
Volksthümliches schuf, mag Arbuthnot darauf verfallen sein, dessen Namen
auf das Volk im Ganzen anzuwenden. George C o l m a n s Schauspiel "John
Bull" (1805), das in Karl B l u m s Übertragung bei uns (1825) aufgeführt
wurde, gab aber wohl erst dem Worte Flügel.—

Page 342

Alexander Pope (1688-1744) sang in seiner "Ode on St. Cecilia's day"
(1708):
". . . . 'tis no crime to love"
(Lieben ist kein Verbrechen).
In G e l l e r t s Lustspiel "Die zärtlichen Schwestern" (1747) sagt Lottchen
(1, 11), sie halte "die vernünftige Liebe für kein grösser Verbrechen, als die
vernünftige Freundschaft", und Siegmund ruft aus (2, 10): "Julchen
widersteht ja seiner Liebe. Ist es ein Verbrechen? was kann ich dafür, dass
sie mich rührt?" Dann sagt Marwood in L e s s i n g s "Miss Sara Sampson"
(1755; 4, 8): "Es ist kein Verbrechen geliebt haben; noch viel weniger ist es
eines, geliebt worden sein, aber die Flatterhaftigkeit ist ein Verbrechen".
Und ebenda (5, 10) spricht die sterbende Sara: "Noch liebe ich Sie,
Mellefont, und wenn Sie lieben ein Verbrechen ist, wie schuldig werde ich
in jener Welt erscheinen!" In W i e l a n d s "Grazien" (1770; 2. B.) spricht
Amor: "Ist euch lieben ein so gross Verbrechen?" und C. F. W e i s s e
übersetzt P o p e s Worte in seinen "kleinen lyrischen Gedichten" (Lpz.
1772; Bd. 3, 5. 183) mit: "Ist Lieben ein Verbrechen?" So entstand der
Anfangsvers des schon 1810 bekannten Liedes eines Unbekannten:

Page 343

Ist denn Lieben ein Verbrechen?—

Hénault schrieb den Vers:
Indocti discant, et ament meminisse periti.
Laien, die mögen hier lernen und Kenner sich freu'n der Erinn'rung.
als Motto auf sein "Abrégé chronologique de l'histoire de France" (1744)
und teilte in der 3. Aufl. dieses Abrisses (1749) mit, dass er ihn den Reimen
P o p e s entnommen habe:
"Content, if hence th' unlearn'd their wants may view,
The learn'd reflect on what before they knew",
"Froh, wenn hiernach den Laien sein Kenntnismangel kränkt,
Und abermals der Kenner sein Wissen überdenkt".
(Pope "Essay on Criticism" 1711, V. 744-5).—

Samuel Richardson (1689-1761) gab uns das Muster eines
Damenhelden in
Lovelace,
einer Figur seines Romans "Clarissa Harlowe" (1749), und ist für uns der
Urheber des Wortes
sentimental,
denn "sentimental" wird in seinem Romane "Sir Charles Grandison" (1753.
Bd. 6, Brief 52) durch liegende Schrift als neu und ungewöhnlich
bezeichnet und im Index angeführt. Zwölf Jahre später erschien S t e r n e s
Buch "Yorick's sentimental journey", dessen Verdeutscher J. J. Ch. B o d e
(1768) den Titel auf L e s s i n g s Rat mit "Yoricks empfindsame Reise"
wiedergab. In der Vorrede führt Bode Lessings eigene Worte also an:
"Es kommt darauf an, Wort durch Wort zu übersetzen, nicht eines durch mehrere zu
umschreiben. Bemerken Sie sodann, dass "sentimental" ein neues Wort ist. War es Sterne
erlaubt, sich ein neues Wort zu bilden, so muss es eben darum auch seinem Übersetzer
erlaubt sein. Die Engländer hatten gar kein Adjectivum von 'sentiment', wir haben von

Page 344

'Empfindung' mehr als eines: 'empfindlich, empfindbar, empfindungsreich', aber diese
sagen alle etwas anderes. Wagen Sie 'empfindsam'! wenn eine mühsame Reise heisst, bei
der viel Mühe ist, so kann ja auch eine empfindsame Reise heissen, bei der viel
Empfindung war; ich will nicht sagen, dass Sie die Analogie ganz auf Ihrer Seite haben
dürften. Aber was sich die Leser vor's erste bei dem Worte noch nicht denken, mögen sie
sich nach und nach dabei zu denken gewöhnen".
Lessing bildete also das Wort:
empfindsam
nach "sentimental", das er irrtümlich für eine Erfindung Sternes hielt. Noch
1769 braucht H e r d e r in seinen "Kritischen Wäldern" stets
"Empfindbarkeit".—

Aus B e n j a m i n Franklins (1706-90) "Weg zum Reichtum" ist:
Three removes are as bad as a fire.
Dreimal umziehen ist so gut, wie einmal abbrennen,
ebendaher ist:
Early to bed and early to rise,
Makes a man healthy, wealthy and wise,
Früh zu Bett, früh auf der Reise,
Macht gesund und reich und weise.—

Das gelegentlich einmal von Samuel Johnson (1709-84) gebrauchte und
von seinem Biographen B o s w e l l (im 66. Lebensjahre Johnsons)
mitgeteilte
Hell is paved with good intentions,
Die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert,
führt W a l t e r S c o t t in seinem Werke "Die Braut von Lammermoor"
(1819), B. 1, Kap. 7 auf einen englischen Theologen zurück.
Wahrscheinlich meint er Georg H e r b e r t ( † 1632), der in "Iacula
prudentum" (S. 11, Ausg. von 1651) denselben Gedanken in der Form:

Page 345

Hell is full of good meaning and wishings
ausspricht. Wir sagen auch:
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Vielleicht lehnt sich dies Wort an J e s u s S i r a c h 21, 11: "Die Gottlosen
gehen zwar auf einem feinen Pflaster, dess Ende der Höllen Abgrund ist".—

Oliver Goldsmith (1728-74) hat es schwerlich geahnt, dass die im
zweiten Akt seiner Komödie "Der gutmütige Mann" (1760) vorkommenden
Worte Loftys:
Massregeln, nicht Menschen
Measures, not men
einst ein mit Erbitterung angewendetes politisches Schlagwort werden
würden. So sagt der Verfasser der "Juniusbriefe" in Unkunde über die
Quelle des Citats: "Massregeln und nicht Menschen ist der gewöhnliche
Ruf angeblicher Mässigung. Das ist eine elende Heuchelei, von Schurken
aufgebracht und von Narren in Umlauf gesetzt"; und B u r k e in seinen
"Gedanken über die Gründe der jetzigen Unzufriedenheit", 1773: "Von
diesem Kaliber ist die heuchlerische Phrase: Massregeln, nicht Menschen,
eine Art Zauberformel, wodurch manche sich jede Ehrenpflicht
abschütteln".
Aus G o l d s m i t h s "The Hermit", stanza 8, wird citiert:
Man wants but little here below,
Nor wants that little long,
Hienieden braucht der Mensch nicht viel,
Noch braucht er's lange Zeit,
während Yo u n g schon in "Nightthoughts" (1741) 14, 118 sagt:
Man wants but little, nor that little long.—

Page 346

William Cowper (1731-1800) ist zu nennen wegen der im Gedichte "The
task" (1785) Buch 4 enthaltenen Bezeichnung des Thees:
The cups,
That cheer, but not inebriate.
Die Schalen,
Die erheitern, nicht berauschen.—

Richard Brinsley Sheridan (1751-1816) liefert uns den Titel seiner
berühmten Komödie (1777), der auf so viele gesellige Vereinigungen
angewendet wird:
The school for scandal.
Die Lästerschule.—

Das bei Robert Burns (1759-96) in dem Gedichte: "Is there for honest
poverty" vorkommende
For a' that and a' that
übersetzt F r e i l i g r a t h mit:
Trotz alledem und alledem.
S c h m i d t - W e i s s e n f e l s sagt in einem biographischen Bei- und
Nachtrag: "Lassalle und Freiligrath" ("Gegenwart" vom 26. Mai 1877):
"Wenn aus dem Briefwechsel in dieser Zeit noch etwas erwähnenswert ist,
so ist es die sichtliche Liebhaberei, mit welcher Lassalle das Lieblingswort
Freiligraths: 'Trotz alledem und alledem' darin mehrfach citiert. Freiligrath
führte es schon in der glücklichen Poetenzeit, die er früher am Rhein
verlebte, im Munde, hatte es dann nach Burns zum Titel und Gedankengang
eines seiner leidenschaftlichsten revolutionären Gedichte[58] benutzt, und
seitdem war es zu einem geflügelten Wort geworden. Aber eifersüchtig war
der Dichter darauf, dass ihm das Urheberrecht daran gewahrt bleibe; auch
trug es sein Siegel als Wahlspruch".—
[58] "Neuere politische und sociale Gedichte" von F. Freiligrath, Köln 1849. 1. Heft, S.
62. vrgl. auch Ferd. Freiligraths "ges. Dicht". Stuttg. Göschen, 1870, S. 44 und 172.

Page 347

William Wordsworth (1770-1850) bietet aus "My heart leaps up" das
von L e w e s zum Motto des ersten Buches von "Goethes Leben"
auserkorene:
The child is (the) father of the man.
Das Kind ist des Mannes Vater.—

Aus Thomas Campbells (1777-1844) "Lochiel's Warning" ist das von
B y r o n als Motto für "Dantes Prophezeiung" gewählte:
('T is the sunset of life gives me mystical lore
And) coming events cast their shadows before.
(Der Abend des Lebens giebt mir geheimnisvolle Weisheit,
Und) künftige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.—

Thomas Moore (1779-1852) beginnt ein schwermütiges Lied seiner
"Irischen Melodieen" (1807-34):
"'tis the last rose of summer."
Danach nennen wir, ohne auf den Text weiter einzugehen, den holden
Gegenstand der Liebesneigung eines bejahrten Herrn seine
letzte Rose.—

Aus Lord George Byrons (1783-1824) Tagebuche sind bekannt die von
ihm mit Bezug auf den unerwarteten Erfolg der beiden ersten Gesänge
seines "Childe Harold" geschriebenen Worte:
I awoke one morning and found myself famous,
Ich erwachte eines Morgens und fand mich berühmt!
und aus "Childe Harold", 4, 79 citiert man die Bezeichnung als:
Niobe of Nations.
Niobe der Nationen.

Page 348

In seinem "Don Juan" (11, 45 und 13, 49; ersch. 1823) giebt B y r o n als
Zahl der Londoner höheren Schichte reicher hochnäsiger Nichtsthuer "etwa
Viertausend" ("about twice two thousand") an und so (11, 54), auch nach
Lanne, als die Zahl der "lebenden Schriftsteller": etwa "Zehntausend" ("ten
thousand"). Vor ihm bezeichnete man die obere Schichte mit "the upper-
crust", dann aber sagte man, wohl die erwähnten beiden Stellen des elften
"Don Juan"—Gesanges vermengend, meistens:
The upper ten thousand, oder The upper ten,
Die oberen Zehntausend.
Oder wäre schon Edmund B u r k e hier als Quelle anzusehen? Dieser
versteht nämlich (1793. "Remarks on the policy of the allies . . . .";
"Works", Lond. 1815 VII, p. 140-1) "ganz England" unter dessen 35000
Grundbesitzern und spricht von 10000 adligen Kavalleristen als von der
Kraft Preussens, die 1792 gegen Frankreich zog.—

Washington Irving (1783-1859) veröffentlichte 1837 eine Skizze "The
Creole Village", in der er den Wunsch ausspricht, es möge unter den
unschuldigen Bewohnern dieses Dorfes
"the almighty dollar"
der allmächtige Dollar
immer verachtet bleiben. In "Wolfert's Roost and other Papers" (1855)
brachte er dann die kleine Erzählung wieder und sagt in einer Anmerkung
(p. 48), jener Ausdruck sei zuerst von ihm damals gebraucht und
inzwischen landläufig geworden.—

Der Dichter und Komponist von (Tell me the tales that to me were so
dear)
Long, long, ago
Lang', lang' ist's her
ist T. H. Bayly (Cramers Vocal Gems, No. 1).—

Page 349

"The last of the Mohicans"
Der letzte Mohikaner
(1826), und
"The Path-Finder"
Der Pfadfinder
(1840) sind Romantitel James Fenimore Coopers (1789-1851).—

Aus James Robinson Planchés (1796-1880) englischem, von Th. H e l l
verdeutschten Texte zu Karl Maria v o n W e b e r s am 12. April 1826 in
London zuerst aufgeführten "Oberon" stammt:
Mein Hüon, mein Gatte!
scherzhaft erweitert durch:
Im Schlafrock von Watte!
nach dem musikalischen Quodlibet "Fröhlich" (von L. S c h n e i d e r), das
in den 30er Jahren in Berlin gegeben wurde, und in dessen 1. Akte der
Oberon-Text also parodiert wird:
Alexander, mein Gatte,
Im Schlafrock von Watte!—

Edward George Lytton Bulwer (1803-73) nennt die Deutschen in der
Vorrede zu "Ernest Maltravers", London 1837, "das Volk der Dichter und
Kritiker". Wir citieren gewöhnlich:
Volk der Dichter und Denker.
Vielleicht weckte diesen Gedanken Frau von S t a ë l, die in der Vorrede vom 1. Oktober
1813 zu ihrem Buche "De l'Allemagne" schreibt, sie habe vor drei Jahren Preussen und die
umliegenden nordischen Länder "la patrie de la pensée" genannt.—

Aus dem Titel von Charles Darwins (1809-82) Werk "On the origin of
species by means of natural selection or the preservation of favoured races

Page 350

in the
struggle for life"
(1859) sind die letzten Worte:
Kampf ums Dasein
ins Leben übergegangen. Angeregt zu diesem Schlagworte wurde Darwin
durch M a l t h u s, der schon in seinem "Essay on the principles of
population" (London 1798) von "struggle for existence" gesprochen hatte.
In der alten fünfaktigen Einteilung von Schillers "Wallensteins Tod" endete der dritte Akt
mit einem, bei der neuen Einteilung fortgebliebenen Monologe Buttlers, in dem die Worte
vorkommen:

"Nicht Grossmut ist der Geist der Welt,
Krieg führt der Mensch, er liegt zu Feld,
Muss um des Daseins schmalen Boden fechten".—

Page 351

VII.

Geflügelte Worte aus italienischen Schriftstellern.

D erKomödie"
erste Vers von Dante A l i g h i e r i s (1265-1321) "Göttlicher
("Hölle" 1, 1) lautet:
Nel mezzo del cammin di nostra vita,
Auf halbem Wege dieser Lebensreise,
und der letzte Vers der Inschrift über der Höllenpforte ("Hölle" 3, 9):
Lasciate ogni speranza, voi ch' entrate
Beim Eintritt hier lasst alle Hoffnung fahren!
Aus 5, 121 der "Hölle" citiert man:
Nessun maggior dolore
Che ricordarsi del tempo felice
Nella miseria.
Kein grössrer Schmerz ist denkbar,
Als sich erinnern glücklich heit'rer Zeit
Im Unglück.
Derselbe Gedanke findet sich bereits in des B o ë t i u s († 524 oder 526 n.
Chr.) "Tröstung der Philosophie", 2, 4, welche Schrift Dante gern las: "In
omni adversitate fortunae infelicissimum genus infortunii est fuisse
felicem", "Bei aller Schicksalstücke ist Glücklichgewesensein die unseligste
Unglücksart".—

Rodomonte, wovon man

Page 352

Rodomontade
ableitete, ist der Name eines heidnischen Helden in Lodovico Ariostos
(1474-1533) "Rasendem Roland" (ersch. 1515). Er ist dem des
"Rodamonte" (Bergzertrümmerer) in B o j a r d o s "Verliebtem Roland"
(ersch. 1495) sinnzerstörend nachgebildet.—
Furia Francese
französischer Ungestüm
erscheint zuerst bei Antonius de Arena († 1544) "Ad compagnones", S. 11
und entstand wohl aus dem
furor teutonicus
deutscher Ungestüm
bei L u c a n u s ( † 65 v. Chr.) "Pharsalia", 1, 255. 256. Auch P e t r a r c a
(† 1374), Canzone 5, v. 53 spricht von "tedesco furor".—

Se non è vero, è (molto) ben trovato
(Wenn es nicht wahr ist, ist es sehr gut erfunden)
steht in Giordano Brunos (1550-1600) "Gli eroici furori" (Paris 1585, 2. T.,
3. Dialog, vrgl. "Opere di Giordano Bruno", hrsg. von Ad. Wagner, Leipz.
1830, Bd. 1, S. 415). Doch gab hiermit B r u n o nur einer schon vor ihm
üblichen Wendung die knappere Form (s. Fumagalli "Chi l'ha detto?" 1895.
S. 349).—

Aus M o z a r t s zuerst 1787 aufgeführtem "Don Juan", dessen
italienischer Text von Lorenzo Daponte (1749-1838) verfasst und durch
Friedr. R o c h l i t z verdeutscht wurde, stammt 1, 1 (s. "Gefl. Worte aus der
Bibel": Offenb. Joh.):
Keine Ruh' bei Tag und Nacht
und:
Das ertrage, wem's gefällt;

Page 353

sowie 1, 9:
Reich' mir die Hand mein Leben!
und 2, 6:
Weiter (Sonst) hast du keine Schmerzen?
was auch in der Form citiert wird:
Hast du sonst noch Schmerzen?—

Cosi fan tutte

(So machen's alle Weiber)
ist der Titel einer zuerst 1790 in Wien aufgeführten komischen Oper
M o z a r t s, deren Text auch von Lorenzo D a p o n t e herrührt.—

Mich fliehen alle Freuden,
was oft travestiert wird, ist der Anfang eines Liedes aus dem komischen
Singspiele "Die schöne Müllerin" (la molinara) von Giovanni Paesiello
(1741-1816), das vermutlich Christian Gottlob N e e f e (1748-98) übersetzt
hat. Das italienische Lied beginnt:
"Nel cor più non mi sento
Brillar la gioventù".

Aus R o s s i n i s zuerst 1813 in Venedig aufgeführtem "Tancred", Akt I,
citieren wir:
di tanti palpiti,
nach so langen Leiden.—

Aus D o n i z e t t i s zuerst 1836 in Neapel aufgeführter Oper "Belisar",
deren italienischer Text nach Eduard v o n S c h e n k s gleichnamigem
Trauerspiel von Salvatore Cammarano gedichtet und von J. H ä h n e l
verdeutscht wurde, wird citiert Akt 2. Sc. 3:

Page 354

Trema, Bisanzio!
Zitt're Byzanz!—

Page 355

VIII.

Geflügelte Worte aus spanischen Schriftstellern.

E inen närrischen Verfechter veralteter Anschauungen nennen wir einen
Don Quijote,
nach dem Titelhelden des Romanes von Miguel de Cervantes (1547-1616):
"El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha" (1. T. 1605. 2. T. 1615).
Nach dem Kampfross des Don Quijote nennen wir einen elenden Gaul eine
(richtiger einen)
Rosinante
(spanisch: "Rocinante", zusammengesetzt aus "rocin", Klepper und "antes",
früher). Don Quijote gab dem Pferde diesen Namen, weil dadurch
ausgedrückt würde, was es einst als blosser Reitklepper gewesen, und was
es jetzt als die Perle aller Rosse der Welt geworden wäre.
Nach der Erkorenen Don Quijotes bezeichnen wir eine Geliebte als
Dulcinea;
wir lassen verblendete Draufgänger, die Windmühlen für Riesen halten, wie
Don Quijote (I, 8),
mit Windmühlen kämpfen,
(molinos de viento acometer)
und nennen einen Kopfhänger, wie Sancho Pansa (I, 19) seinen von
Schlägen zerbläuten Herrn, einen
Ritter von der traurigen Gestalt
(El Caballero de la Triste Figura).—

Page 356

Der Titel eines Lustspiels von Don Pedro Calderon (1600-81) ist:
"El secreto á voces",
wonach Carlo G o z z i (Venezia. Colombani 1772, Tom. 4) sein in Modena
bereits 1769 gegebenes Stück
"Il pubblico secreto"
verfasste, das zuerst (1781) F. W. G o t t e r für uns bearbeitete, unter dem
Titel:
"Das öffentliche Geheimnis",
und später Karl B l u m (1786-1844) unter dem Titel:
"Das laute Geheimnis".
S c h i l l e r citiert schon in einem Brief an Koerner (4. Sept. 1794): "Was man in einer
Zeitung und auf dem Katheder sagt, ist immer ein öffentliches Geheimnis".—
Auch citieren wir deutsch C a l d e r o n s Lustspieltitel "La vida es sueño":
Das Leben ein Traum.—
Von C a l d e r o n stammt auch (aus dem vor 1644 erschienenen Stück "In
diesem Leben ist Alles wahr und Alles Lüge") der Ausspruch her:
Ultima razon de Reyes . . .
"Das letzte Wort der Könige
(im Kriege sind Pulver und Kugeln").—Ludwig XIV. wählte hiernach für
die französischen Geschütze (wohl um 1650, da sie sich nicht früher findet)
die schlecht-lateinische Inschrift:
Ultima ratio regum,
welche durch Beschluss der Assemblée vom 17. Aug. 1796 verpönt wurde.
—In Preussen tritt nach Preuss ("Oeuvres de Frédéric-le-Grand" XI, p. 118)
Ultima ratio regis
seit 1742 als Kanonen-Inschrift auf. Alle Bronzegeschütze Friedrichs des
Grossen trugen sie, die eisernen aus Haltbarkeitsrücksichten nicht; weshalb
sie bei den meistens eisernen Festungsgeschützen ganz fortblieb. Daher

Page 357

rührt es, dass heut die Inschrift nur bei preussischen Feldgeschützen
vorkommt und nicht bei Festungsgeschützen, gleichviel ob sie aus Bronze,
Eisen oder Stahl sind.—

Page 358

IX.

Geflügelte Worte aus russischen Schriftstellern.

I wan Turgenjew (1818-83) schreibt in den "Literatur- und Lebens-
Erinnerungen" (VI.—"Deutsche Rundschau", Febr. 1884. S. 249 u. 253)
über den Helden seines Romans "Väter und Söhne" (1862): "Die Figur des
Basarow ist das Ebenbild eines jungen, kurz vor dem Jahre 1860
verstorbenen, in der Provinz lebenden Arztes, den ich kennen gelernt hatte,
und in dem mir das verkörpert zu sein schien, was man später
N i h i l i s m u s nannte". Und ferner: "Das von mir erfundene Wort
Nihilist
wurde von Vielen angegriffen, die nur auf eine Gelegenheit, einen Vorwand
warteten, die Bewegung, die sich der russischen Gesellschaft bemächtigt
hatte, aufzuhalten. Nicht im Sinne eines Vorwurfs, einer Kränkung hatte ich
dieses Wort gebraucht, vielmehr als einzig richtigen Ausdruck für ein
historisches Faktum; es wurde aber zu einem Werkzeuge falscher Anklagen
—ja beinahe zu einem Brandmal der Schande gemacht".—
Allerdings gab T u r g e n j e w dem Worte "Nihilist" seine heutige, auf die
russischen Umstürzler allein bezügliche Bedeutung; aber erfunden hat er es
ebensowenig, wie das Wort "Nihilismus". Schon i. J. 1799 schrieb Fr. H.
J a c o b i ("Werke" 3, 44) an Fichte, dass er den Idealismus in der
Philosophie "Nihilismus" schelte; 1804 schrieb Jean Paul ("Vorschule der
Aesthetik" Abt. I, § 4):
"Wenn der Nihilist das Besondere in das Allgemeine durchsichtig zerlässet
und der Materialist das Allgemeine in das Besondere versteinert und
verknöchert, so muss die lebendige Poesie eine solche Vereinigung beider
verstehen und erreichen, dass jedes Individuum sich in ihr wiederfindet",
und 1838 lehrte K r u g in seinem "Handwörterbuch der philosophischen
Wissenschaften" ("Supplem." 2. Abt. S. 83):

Page 359

"Im Französischen heisst auch der ein 'Nihiliste', der in der Gesellschaft, und besonders in
der bürgerlichen, nichts von Bedeutung ist (nur zählt, nicht wiegt oder gilt), desgl. in
Religionssachen nichts glaubt.[59] Solcher socialen oder politischen oder religiösen
Nihilisten giebt es freilich weit mehr, als jener philosophischen oder metaphysischen, die
alles Seiende vernichten wollen".
[59] Im Jahre 1846 spricht Meinhold in der Vorrede zur zweiten Auflage seiner Novelle
"Maria Schweidler die Bernsteinhexe" (p. XXIV) von der "nihilistischen Kritik" der
Evangelien.—
In der ersten Ausgabe v. J. 1828 (3, 58) erklärte K r u g "Nihilismus" noch
kurzweg als "eine in sich selbst zerfallende Behauptung", so dass
inzwischen die politische Bedeutung des Wortes in Frankreich entstanden
sein wird.

Page 360

X.

Geflügelte Worte aus griechischen Schriftstellern.
Homer verdanken wir den Ausdruck:
ἔπεα πτερόεντα,
geflügelte Worte,
welcher 46mal in der "Iliade", 58mal in der "Odyssee" vorkommt. Er wird
seit dem Erscheinen des vorliegenden Buches, also seit 1864, allgemein auf
den in ihm behandelten Stoff angewendet, so dass G e o r g B ü c h m a n n
als Urheber der w i s s e n s c h a f t l i c h e n Bedeutung dieses Wortes zu
nennen ist (vrgl. die "Einleitung").—Auch drang die Bezeichnung in die
holländische, dänische, schwedische und französische Sprache ein (vrgl.
vorne das "Gedenkblatt"). Carlyle brauchte in seinem 1838 geschriebenen
Essay über Walter Scott den Ausdruck "winged words" schon in dem Sinne
der "citierbaren Sentenzen".—
Nestor,
der älteste und weiseste Grieche in der "Iliade" (1, 247 ff. und anderwärts)
hat hervorragenden Greisen seiner Art den Namen gegeben.—
Das kriegerische Volk, welches in Homers "Iliade" dem Achill unterthänig
ist, gab uns für jede, mit dem Schwerte, der Feder oder der Zunge
kampfbereite Gefolgschaft seinen Namen:
Myrmidonen.—
"Iliade" 1, 599 und "Odyssee" 8, 326 steht:
ἄσβεστος γέλως;
"Odyssee" 20, 346:

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ἄσβεστον γέλω,
unauslöschliches Gelächter,
woraus wir
homerisches Gelächter
gemacht haben, was sich vielleicht zuerst als "rire homérique" in Frankreich
findet, wie z. B. in den aus den achtziger Jahren des achtzehnten
Jahrhunderts stammenden "Memoires de la Baronne d'Oberkirch" (cap. 29):
"on partit d'un éclat de rire homérique".—
"Iliade" 2, 204 und 205 steht:

Οὐκ ἀγαθὸν πολυκοιρανίη, εἷς κοίρανος ἔστω,
Εἷς βασιλεύς ...
Niemals frommt Vielherrschaft im Volk; nur Einer sei Herrscher,
Einer König allein . . .
So schliesst A r i s t o t e l e s (Metaph. 12. 10 gegen Ende) seine Theologie
im Gegensatz zu der Speusippischen Sonderung der Wesenklassen.—
"Iliade" 2, 212-277 schildert uns das Urbild eines boshaften Schwätzers,
den "hässlichsten Mann vor Ilion",
Thersites,
wie er zeternd den Agamemnon frech verleumdet und vom Odysseus mit
Worten und Schlägen unter dem heiteren Beifall der Achaier zum
Schweigen gebracht wird.—
Das "Iliade" 2, 408. 563 u. 567 und sonst noch 22mal vorkommende
βοὴν ἀγαθός (im Schlachtruf tüchtig), ein Beiwort des Menelaus und des
Diomedes, hat Vo s s[60] frei übersetzt mit
Rufer im Streit.—
[60] Job. Heinrich Voss gab seit 1777 einzelne Stücke der Odyssee heraus, dann 1781 die
ganze Odyssee und 1793 die Iliade.
Aus "Iliade" 4, 164, 165 und 6, 448, 449 ist:

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Ἔσσεται ἦμαρ, (ὅτ' ἄν ποτ' ὀλώλῃ Ἴλιος ἱρή—)
Einst wird kommen der Tag, (da die heilige Ilios hinsinkt).
Auf Grund der Erwähnung "Stentors mit der ehernen Stimme, der so laut
schreien konnte wie fünfzig andere", ("Iliade", 5, 785) nennen wir eine
ungewöhnlich laute Stimme eine
Stentorstimme.—
In "Iliade" 6, 142 werden die Menschen harmlos als solche bezeichnet, "die
des Feldes Frucht essen", "οἳ ἀρούρης καρπὸν ἔδουσιν" (vrgl. auch
"Odyssee" 8, 222; 9, 89; 10, 101) was wir im verächtlichen Sinne nach
H o r a z (Epist. I, 2, 27) lateinisch citieren:
(Nos numerus sumus et) fruges consumere nati,
(Wir sind Nullen) geboren allein zum Essen der Feldfrucht.—
"Iliade" 6, 484 steht:
δακρυόεν γελάσασα,
Unter Thränen lächelnd
nimmt Andromache ihr Söhnchen dem scheidenden Hektor ab.—
Aus "Iliade" 12, 243 ist:
Εἷς οἰωνὸς ἄριστος ἀμύνεσθαι περὶ πάτρης.
Ein Wahrzeichen nur gilt! das Vaterland zu erretten!—
In der "Iliade" 15, 496 lesen wir:

... οὔ οἱ ἀεικὲς ἀμυνομένῳ περὶ πάτρης
Τεθνάμεν ...
Nicht ruhmlos ist's, für des Vaterlandes Errettung sterben.
Dies erweiterte T y r t ä u s (s. Bergk "Poet. lyr. graec." p. 397 frgm. 10)
also:

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τεθνάμεναι γὰρ καλὸν ἐνὶ προμάχοισι πεσόντα,
ἄνδρ' ἀγαθὸν περὶ ᾗ πατρίδι μαρνάμενον,
Schön ist der Tod für den tapferen Mann, der unter den Kämpfern
Fiel in den vordersten Reih'n, als er fürs Vaterland focht.
Wir citieren aber die kürzere Form, welche H o r a z ("Od." III., 2, 13)
dieser Empfindung lieh:
Dulce et decorum est pro patria mori,
Glorreich und süss ist sterben fürs Vaterland.—
"Iliade" 21, 107 steht:
κάτθανε καὶ Πάτροκλος, ὅπερ σέο πολλὸν ἀμείνων,
Auch Patroklus ist gestorben und war mehr als du,
(s. Schillers "Fiesko" 3, 5). Es war nach D i o g . L a ë r t i u s (IX, 11, n. 6,
67) ein Lieblingsvers des Philosophen P y r r h o n, und nach P l u t a r c h
("Alexander" 54) soll K a l l i s t h e n e s diesen Vers wiederholt
ausgesprochen haben, als er bei Alexander in Ungnade gefallen war.—
Ferner wird citiert das "Iliade" 17, 514; 20, 435; "Odyssee" 1, 267; 1, 400;
16, 129 vorkommende:

Θεῶν ἐν γούνασι κεῖται,
Das liegt oder ruht im Schosse der Götter.—

Der dritte Vers der "Odyssee" kündet von dem gereisten Manne, der

πολλῶν δ' ἀνθρώπων ἴδεν ἄστεα καὶ νόον ἔγνω,
Vieler Menschen Städte gesehn und Sitten gelernt hat.—
"Odyssee" 1, 149 lautet:
Οἱ δ' ἐπ' ὀνείαθ' ἑτοῖμα προκείμενα χεῖρας ἴαλλον,
Und sie erhoben die Hände zum lecker bereiteten Mahle.—

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Aus "Odyssee" 1, 170 wird die Frage an den Fremdling citiert:

τίς πόθεν εἴς ἀνδρῶν?
unde gentium?
Woher der Männer?—
Nach "Odyssee" 2, 94-109 sprechen wir von
Penelopearbeit
als einer stets von vorn beginnenden, nie fortschreitenden Arbeit.
P e n e l o p e hatte ihren Bewerbern Gehör versprochen, sobald sie für ihren
Schwiegervater Laertes ein Totengewand fertig gewebt haben würde,
vernichtete aber bei Nacht, was sie den Tag über geschaffen hatte. Schon
P l a t o ("Phaed." p. 84 A) citiert diese "Arbeit ohne Ende" ("ἀνήνυτον
ἔργον").—
Auf "Odyssee" 3, 214-215:
"εἰπέ μοι ἠὲ ἑκὼν ὑποδάμνασαι, ἦ σέ γε λ α ο ὶ
ἐχθαίρουσ' ἀνὰ δῆμον ἐ π ι σ π ό μ ε ν ο ι θ ε ο ῦ ὀ μ φ ῇ",
"Sag', ob willig Du Dich demütigst, oder d a s Vo l k Dich
Etwa hasst in dem Lande, b e f o l g e n d d i e S t i m m e d e s
G o t t e s?"
beruht vielleicht
Vox populi, vox Dei,
Volkes Stimme, Gottes Stimme,
Eher stammt es jedoch aus H e s i o d s ("Werke u. Tage" 763-764. Ausg.
Goettling):
"Φήμη δ' οὔ τις πάμπαν ἀπόλλυται, ἥντινα πολλοὶ
Λαοὶ φημίζουσι. θεός νύ τις ἐστὶ καὶ αὐτή".
"Nie wird ganz ein Gerücht sich verlieren, das vielerlei Volkes

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Häufig im Munde geführt; denn ein Gott ist auch das Gerücht
selbst".
A e s c h i n e s ("c. Tim." 129) wendet diese Stelle an, D e m o s t h e n e s ("d. fals. legat."
243) antwortet darauf und A e s c h i n e s ("d. fals. legat." 144) entgegnet ihm wiederum.
Auch A r i s t o t e l e s ("Nikom. Ethik" 1153b 27), D i o C h r y s o s t o m u s (37 extr.) u.
A. citieren die Verse H e s i o d s, die also im Alterthum ein "geflügeltes Wort" waren.
Schon Alcuin (735-804 n. Chr.) bekämpft das "Vox populi, vox Dei" ("Capitulare
admonitionis ad Carolum". Baluzzi Miscell, I, p. 376, Paris 1678) also: "Auf diejenigen
muss man nicht hören, die zu sagen pflegen 'Volkes Stimme, Gottes Stimme', da die
Lärmsucht des Pöbels immer dem Wahnsinn sehr nahe kommt".—
Der als Führer und Ratgeber des Telemach aus der "Odyssee" und wohl
noch mehr aus F é n é l o n s "Télémaque" bekannte
Mentor
gilt als Bezeichnung eines Erziehers.—
"Odyssee" 4, 349, 365, 384 und 401 taucht Proteus auf als
γέρων ἅλιος,
Meergreis.
(vrgl. die Vossische Übersetzung: der "untrügliche Greis des Meeres"; des
"meerdurchwallenden Greises"; "ein Greis des salzigen Abgrunds"; "der
untrügliche M e e r g r e i s.")—
"Odyssee" 6, 208 und 14, 58 steht:

δόσις δ' ὀλίγη τε φίλη τε,
So gering die Gabe auch ist, so angenehm ist sie doch.—
Aus der Erzählung von der Hadesstrafe des Sisyphus ("Odyssee" 11, 593-
600. S. unt. Kap. II, "Sisyphusarbeit") citiert man V. 598:
αὖτις ἔπειτα πέδονδε κυλίνδετο λᾶας ἀναιδής,
wieder entrollte darauf in die Eb'ne der schändliche Felsblock,
weil Voss (Musenalmanach für 1778 S. 149) die Tonmalerei des in lauter
Daktylen dahinstürzenden Hexameters also wiedergeben zu müssen
glaubte:

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Hurtig mit Donnergepolter (entrollte der tückische Marmor),
und die drei ersten im griechischen Texte gar nicht vorhandenen Wörter
dieser Übersetzung zum Citate geworden sind.
In der frühesten Form, wie sie ein Brief von Voss an Gleim vom 27. März 1777
aufbewahrt, finden wir:
"Und wie ein Wetter herunter entrollte der tückische Felsen."
Bernays fügt hinzu ("Homers Odyssee von J. H. Voss", Stuttg. 1881, S. LXI): "Es sei hier
bemerkt, dass auch Pope diese Verse mit besonderer Anstrengung behandelt und ihnen das
stärkste Mass sinnlich nachahmender Bewegung zu erteilen versucht hat:
"The huge round stone, resulting with a bound,
Thunders impetuous down, and smokes along the ground."
Wie sehr auch Voss den Popeschen Homer verachtete und bespöttelte, zu seinem
Donnergepolter liess er sich wahrscheinlich doch durch den Engländer verleiten".—
"Odyssee" 12, 208-12 enthält die Trostworte des Odysseus an seine
Ruderer, die vor der Scylla erschrecken:
"ὦ φίλοι, οὐ γάρ πώ τι κακῶν ἀδαήμονες εἰμέν.
... καί που τῶνδε μνήσεσθαι ὀίω".
"Freunde, wir sind ja bisher nicht ungeübt in Gefahren . . . .
Und ich hoffe, wir werden uns einst auch dieser erinnern".
Die letzten Worte citieren wir nach Ve r g i l s leicht veränderter Wiedergabe
("Aen." 1, 203):
. . . . forsan et haec olim meminisse juvabit,
Dereinst wird auch dieses vielleicht zur Erinnerungsfreude.—
"Odyssee" 17, 218 steht:
(κακὸς κακὸν ἡγηλάζει),
ὡς αἰεὶ τὸν ὁμοῖον ἄγει θεὸς ὡς τὸν ὁμοῖον.
(Ein Taugenichts führet den andern),
Wie doch stets den Gleichen ein Gott gesellet zum
Gleichen!

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Hieraus mag den Griechen das von P l a t o (Symp. 195b.) überlieferte
Sprichwort "ὡς ὅμοιον ὁμοίῳ αἰεὶ πελάζει", entsprungen sein, was von
C i c e r o (Cato M. 3, 7) mit "pares cum paribus facillime congregantur"
wiedergegeben wird und von uns mit:
Gleich und gleich gesellt sich gern.—
Das Trostwort "Odyssee" 20, 18 lautet:

(Τέτλαθι δὴ κραδίη.) καὶ κύντερον ἄλλο ποτ' ἔτλης.
Dulde nur still, mein Herz! Schon Schnöderes hast du erduldet!
Horaz "Od." 1, 7, 30: "O fortes peioraque passi Mecum saepe viri, Nunc vino pellite
curas"; "Sat." 2, 5, 21: "Et quondam maiora tuli"; u. Ovid. "Trist." 5, 11, 7: "Perfer et
obdura".—

Sardonisches Lachen
stammt aus "Odyssee" 20, 301-2:
"μείδησε δὲ θυμῷ Σαρδάνιον μάλα τοῖον",
"er lächelte so recht sardonisch in sich hinein".
P a u s a n i a s (X, 17, 7) meint, auf der Insel Sardo wachse ein Kraut, nach dessen Genuss
man vor Lachen sterbe.—

Hesiod (9. Jahrh. v. Chr.) gebraucht:
Πλέον ἥμισυ παντός
Die Hälfte ist mehr als das Ganze,
(Vers 40, Ausg. G o e t t l i n g, des an seinen Bruder Perses gerichteten
Gedichtes "Werke und Tage".) Hesiod und Perses hatten das väterliche Erbe
unter sich geteilt; die ungerechten Richter, die den armen Poeten nötigten,
die Hälfte seines Eigentums dem Perses zu überlassen, nennt er in jenem
Verse: "Thoren! Sie wissen nicht, um wieviel die Hälfte mehr ist als das
Ganze!" Denn Hesiod verwaltete den Rest seiner Habe so weise, dass er
nichts eingebüsst zu haben schien, während sich des Bruders Vermögen
durch Trägheit mehr und mehr verringerte.—

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Ebenda, 289, bietet H e s i o d:

Τῆς δ' ἀρετῆς ἱδρῶτα θεοὶ προπάροιθεν ἔθηκαν
(Ἀθάνατοι· μακρὸς δὲ καὶ ὄρθιος οἶμος ἐπ' αὐτὴν).
Schweiss verlangen die Götter, bevor wir die Tugend erreichen;
Lang und steil ist der Pfad, der uns zu dem Gipfel hinanführt.—
Ebenda, 309, sagt Hesiod:
Ἔργον δ' οὐδὲν ὄνειδος.
Arbeit schändet nicht.—

Nach alter Rhapsodensitte (s. Demodokos bei Homer "Odyss." 8, 499)
singt Alkman (bl. um 610 v. Chr.; frg. 31): "ἐγὼ δ' ἀείσομαι, ἐκ Διὸς
ἀρχόμενος" (ich werde singen, von Zeus beginnend). Darnach lautet der
Anfang der "Phainomena", eines Lehrgedichtes des A r a t u s, so wie der
Anfang des 17. Idylls seines Freundes T h e o k r i t (bl. um 250 v. Chr.) "Ἐκ
Διὸς ἀρχώμεσθα" (von Zeus lasst uns beginnen). Ve r g i l "Eclogen", 3, 60
überträgt es mit:
Ab Jove principium,
was S t a t i u s (1. Jahrh. n. Chr.) im prosaischen Prooemium zum 1. Buch
seiner "Silvae" und C a l p u r n i u s (1. Jahrh. n. Chr.) in Ecloge 4, 82
wiederholten.—

(Ἐξ ὄνυχος τὸν λέοντα γράφειν)
Ex ungue leonem (pingere),
(Der Klaue nach den Löwen malen, d. h. aus einem Glied auf die
ganze Gestalt schliessen)
wird von P l u t a r c h ("De defectu oraculorum", 3) auf Alcäus (bl. um 610
v. Chr.), von L u c i a n ("Hermotimus", 54) auf P h i d i a s (geb. um 500 v.
Chr.) zurückgeführt. Es findet sich sprichwörtlich schon bei dem
Mimendichter S o p h r o n aus Syrakus (5. Jahrh. v. Chr.).—

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A l c ä u s bezeichnet es zwar als Sprichwort, ist aber für uns die Quelle von
Im Weine (liegt) die Wahrheit,
was noch öfter in der lateinischen (nicht antiken) Form citiert wird:
In vino veritas,
denn er zuerst singt (frgm. 16, Bergk): "οἶνος ... ἀνθρώποις
δίοπτρον"—"der Wein ist ein Spiegel für die Menschen" und (frgm. 57):
"οἶνος, ὦ φίλε παῖ, καὶ ἀλάθεα ..." "Wein, liebes Kind, (wird) auch Wahrheit
(genannt)".
Vrgl. Theognis (500): "ἀνδρὸς ... οἶνος ἔδειξε νόον"—"Wein offenbart des Menschen
Sinn"; Äschylus (fragm. 13): "κάτοπτρον εἴδους χαλκός ἐστ', οἶνος δὲ νοῦ"—"des Wuchses
Spiegel ist das Erz, der Wein des Sinns"; Ion (bei Athen. X, p. 477): "τῶν ἀγαθῶν βασιλεὺς
οἶνος ἔδειξε φύσιν"—"Wein, der die Edlen beherrscht, deckte das Innerste auf"; Plato
("Symp." 33) nennt als Sprichwort: "οἶνος ... ἦν ἀληθής"—"der Wein ist wahr" (d. h.
macht, dass man die Wahrheit sagt); Theokrit (29, 1) ebenfalls mit Anlehnung an Alcäus:

"Οἶνος, ὦ φίλε παῖ, λέγεται καὶ ἀλάθεα·
Κἄμμε χρὴ μεθύοντας ἀλαθέας ἔμμεναι."
"Wahrheit nennet man auch, o geliebtester Knab', den Wein:
Und so müssen wir nun, wie Betrunkene, wahr nur sein".
Auch Plinius ("N. H." XIV, 28): "vulgoque veritas iam attributa vino est"—"gewöhnlich
wird dem Wein die Wahrheit zuerteilt"; (ferner Plutarch "Artaxerx." 15), Athenäus II, 6 p.
37 u. a. m.—
Ein Freudengesang des A l c ä u s (12, Schneidewin 20. B.) auf den Tod des
Tyrannen von Lesbos, Myrsilos, beginnt:
Νῦν χρὴ μεθύσθην,
was wir nach H o r a z (Od. I, 37, 1) lateinisch citieren:
Nunc est bibendum,
Jetzt muss getrunken werden!—

Bekannte Worte sind die Inschriften des Apollotempels in Delphi, das:

γνῶθι σεαυτόν,

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Erkenne dich selbst,
(Nosce te,
wie Cicero, Tuscul. 1, 22, 52 übersetzt), das Einem der sieben Weisen, bald
dem Thales (um 620-543 v. Chr.), bald dem Chilon, bald anderen
zugeschrieben wird, und das von T e r e n z ("Andria" I, 1, 34) durch
Ne quid nimis
übersetzte, bald auf Chilon, bald auf Solon (um 640-559 v. Chr.), bald auf
Sokrates (469-399 v. Chr.), endlich im allgemeinen auf die Sieben Weisen
zurückgeführte

μηδὲν ἄγαν,
Nichts zu viel.
(D i o g e n e s L a ë r t i u s I, 1 n. 14, 41; I, 2 n. 16, 63; II, 5 n. 16, 32; IX, 11 n. 8, 71. vrgl.
Theognis 219, 335 und 401.)—

De mortuis nil nisi bene,
Über die Toten (sprich) nur gut,
ist wahrscheinlich eine Übersetzung des von D i o g e n e s L a ë r t i u s (I, 3
n. 2, 70) überlieferten Wortes des Chilon:
τὸν τεθνηκότα μὴ κακολογεῖν.
Doch führt P l u t a r c h "Solon", c. 21 (Anfang) den Spruch in etwas
anderer Form auf Solon zurück. T h u c y d i d e s sagt II, 45: "τὸν γὰρ οὐκ
ὄντα ἅπας εἴωθεν ἐπαινεῖν", "Den, der nicht mehr ist, pflegt Jeder zu
loben".—

Epimenides aus Kreta (um 596 v. Chr.) galt den Alten als der Verfasser
des Verses:

"Κρῆτες ἀεὶ ψεῦσται, κακὰ θηρία, γαστέρες,
ἀργαί",

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den Luther in der "Epistel S. Pauli an Titum" (1, 12) also übersetzt: "Die
Creter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche". Danach sagen wir
von einem trägen Schlemmer, er sei ein
fauler Bauch.—

In Äsops (6. Jahrh. v. Chr.)[61] Fabel 27: "Der flöteblasende Fischer"
(citiert wird hier stets die Halmsche Ausgabe) versucht ein Fischer erst
vergeblich durch Flötenspiel die Fische an sich zu locken: dann greift er
zum Netz und spricht, als sie nun vor ihm auf dem Strande hüpfen: "ὦ
κάκιστα ζῶα, ὑμεῖς, ὅτε μὲν ηὔλουν, οὐκ ὠρχεῖσθε, νῦν δὲ ὅτε πέπαυμαι,
τοῦτο πράττετε"—"O ihr schlechtes Getier, als ich flötete, wolltet ihr nicht
tanzen, nun ich aber aufhöre, thut ihr's!" Diese Fabel erzählte Cyrus in
Sardes höhnend den Gesandten der Ioner und Äoler, weil die Ioner, als er
sie bitten liess, vom Krösus abzufallen, nicht auf ihn hörten, nun aber, da er
die Herrschaft erlangt, gehorsamst bereit waren. Er schliesst: "Παύεσθέ μοι
ὀρχεόμενοι, ἐπεὶ οὐδ' ἐμέο αὐλέοντος ἠθέλετε ἐκβαίνειν
ὀρχεόμενοι"—"Höret auf vor mir zu tanzen, denn als ich euch flötete, da
wolltet ihr nicht herauskommen und tanzen!" (Herodot I, 141.) Der
Evangelist M a t t h ä u s (11, 17; vrgl. Luk. 7, 32) kürzt das äsopische Wort
also: "ηὐλήσαμεν ὑμῖν καὶ οὐκ ὠρχήσασθε." Und wir entnehmen aus
Luthers Übersetzung "Wir haben euch gepfiffen und ihr wolltet nicht
tanzen" unser:
Nach Jemandes Pfeife tanzen sollen.—
[61] Die "geflügelten Worte" aus griechischen Fabeln sind zwar dem 6. Jahrh. unter Äsop
eingereiht, aber es ist wohl möglich, dass keines von ihnen dem Fabelerzähler Äsop sein
Dasein verdankt, da die auf uns gekommene Sammlung "äsopischer" Fabeln diesen Namen
mit keinem besseren Rechte führt, als die der "anakreontischen" Gedichte den des
Anakreon.
Wie der Fuchs in Ä s o p s Fabel (33 u. 33b) "Der Fuchs und die Trauben"
sagen wir, das Misslingen unserer Pläne nicht der eigenen Unzulänglichkeit,
sondern den Umständen zuschreibend:
Die Trauben sind sauer,
(ῥᾷγες ὀμφακίζουσι μάλα)
wenn sie für uns zu hoch hängen.—

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Aus Ä s o p s Fabel 97 "Der Bauer und die Schlange" und 97b "Der
Wanderer und die Natter" entlehnen wir:
Eine Schlange am Busen nähren;
(vrgl. Petron. 77: "tu viperam sub ala nutricas").—
Zu den äsopischen Fabeln (158) wird auch eine Erzählung des Sophisten
P r o d i k u s (bl. um 430 v. Chr.) in seinen "Horen" gerechnet, die wir in
Xenophons "Denkwürdigkeiten" (2, 1, 21) durch den Mund des Sokrates
erfahren, wonach Herkules als Jüngling in der Einöde zwei Wege vor sich
sah, den zur Wollust und den zur Tugend, und lange zweifelte, welchen er
einschlagen solle (vrgl. Cicero "de off." 1, 32). Wir citieren danach:
Herkules am Scheidewege.—
Aus Ä s o p s Fabel (200) "Die Dohle und die Eule" und 200b "Die Dohle
und die Vögel" stammt:
Sich mit fremden Federn schmücken.—
In Ä s o p s Fabel (203) "Der Prahler" und (203b) "Der prahlerische
Fünfkämpfer" rühmt sich jemand, dass er in Rhodus einst einen gewaltigen
Sprung gethan, und beruft sich auf die Zeugen, welche es dort mit
angesehen hätten. Einer der Umstehenden antwortet ihm: "Freund, wenn's
wahr ist, brauchst du keine Zeugen. H i e r i s t R h o d u s , h i e r
s p r i n g e" (ἰδοὺ ἡ Ῥόδος, ἰδοὺ καὶ τὸ πήδημα), was lateinisch in der Form
citiert wird:
Hic Rhodus, hic salta.—
Aus Ä s o p s Fabel (232) "Der Hund und der Koch" wird kurz
herausgegriffen:

παθήματα—μαθήματα.
Leiden sind Lehren.
vergl. Paulus im Ebräerbriefe 5, 8: "ἔμαθεν ἀφ' ὧν ἔπαθε τὴν ὑπακοήν"—"er lernte an
dem, was er litt, Gehorsam".—
Die 237b. Fabel "Die Hasen und die Frösche" schliesst: "ὁ μῦθος δηλοῖ· ὅτι
οἱ δυστυχοῦντες ἐξ ἑτέρων χείρονα πασχόντων παραμυθοῦνται", "die Fabel
lehrt, dass die Unglücklichen aus den schlimmeren Leiden Anderer Trost

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schöpfen" (vrgl. Thucyd. 7, 75; Seneca "Über den Trost, an Polybius" 31).
Mit einer leichten Veränderung des Sinnes wurde hieraus im Mittelalter ein
Hexameter gebildet, den wir bei D o m i n i c u s d e G r a v i n a ("Chronic.
de reb. in Apul. gest. ab anno 1333-50", s. "Raccolta di varie croniche etc."
Nap. 1781. II, 220) also citiert finden: "iuxta illud verbum poëticum:
gaudium est miseris socios habuisse poenarum", "nach jenem Dichterwort:
Wonne für Jeden im Leid ist Leidensgefährten zu haben". Dann bietet
M a r l o w e s "Faustus" (1580): "Solamen miseris socios habuisse doloris",
"Trost für Jeden im Leid ist Schmerzensgefährten zu haben"; während die
heute übliche, schon von Spinoza ("Ethik" 4, 57; ersch. 1677) als
sprichwörtlich bezeichnete Form lautet:
Solamen miseris socios habuisse malorum.
Trost für Jeden im Leid ist Unglücksgefährten zu haben.—
Aus Ä s o p s Fabel (240) "Die Löwin und der Fuchs" und (240b) "Die
Löwin" stammt:
Eins, aber es ist ein Löwe.
(ἕνα ... ἀλλὰ λέοντα.)—
In der 246. Fabel antwortet der Fuchs dem in der Höhle krank liegenden
Löwen auf dessen Frage, warum er nicht näher trete: "ὅτι ὁρῶ ἴχνη πολλῶν
εἰσιόντων, ὀλίγων δὲ ἐξιόντων", "weil ich die Spuren vieler
Hineingehenden, aber weniger Hinausgehenden sehe". Schon Plato
("Alcib." I. p. 123 A) citiert diese Stelle und Horaz ("Epist." 1, 1, 74 nach
L u c i l i u s bei Nonius p. 303 u. 402) überträgt sie also: "Quia me vestigia
terrent", "Omnia te adversum spectantia, nulla retrorsum", woraus sich das
"geflügelte Wort" entwickelte:
Vestigia terrent,
Die Spuren (der verunglückten Vorgänger) schrecken ab.
So antwortete (nach Zincgref "Apophth.", Strassb. 1626. S. 49) Kaiser
Rudolf I. auf die Frage, ob er nicht nach Rom reisen wolle, um die Salbung
vom Papst zu empfangen: "Vestigia terrent". Gleich dem Fuchs in der Fabel
wollte er nicht, wie seine Vorgänger,

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Sich in die Höhle des Löwen wagen.—
Aus Ä s o p s Fabel (258) "Der Löwe und der wilde Esel" und (260) "Der
Löwe, der Esel und der Fuchs" entlehnen wir:
Löwenanteil,
d. h. den unverschämt grossen Anteil, den sich der Stärkere kraft des Rechts
des Stärkeren zuspricht. Auf Grund dieser Fabel heisst in der
Rechtswissenschaft (s. Lex. 29, § 2; Dig. pro socio 17, 2) ein
Gesellschaftsvertrag, wonach der eine Teilnehmer allen Nachteil trägt, der
andere allen Nutzen zieht, eine
societas leonina.—
Fabel 304 "Der verschwenderische Jüngling und die Schwalbe" erzählt, wie
ein Jüngling, der seine Habe bis auf einen Mantel verthan, auch diesen
verkaufte, als er die erste Schwalbe heimkehren sah, weil es nun schon
Sommer sei (οἰόμενος ἤδη θέρος εἶναι). Danach aber fror es noch so, dass
die Schwalbe tot blieb und der frierende Verschwender ihr Worte des
Zornes über die Täuschung nachrief. Hieraus stammt wohl das von
Aristoteles (Nik. Eth. I, 6) überlieferte Wort: "μία χελιδὼν ἔαρ οὐ ποιεῖ"
"Eine Schwalbe macht keinen Frühling", welches wir, auf Äsop
zurückgreifend, also citieren:
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.—
Nach A t h e n ä u s, 14, p. 616 E (vrgl. Plutarch "Agesilaos" 36) sagte der
Ägypterkönig T a c h o s zum Spartanerkönig Agesilaos: Ὤδινεν ὄρος, Ζεῦς
δ' ἐφοβεῖτο, τὸ δ' ἔτεκεν μῦν (der Berg kreisste, Zeus geriet in Angst, der
Berg aber gebar eine Maus). H o r a z machte daraus ("Ars poëtica", 139)
auf die hochtrabend beginnenden Dichterlinge den Spottvers:
Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus.
Wie das Gebirg' auch kreisst, es kommt nur 'ne schnurrige Maus
'raus,
(vrgl. P h ä d r u s "Fabeln" IV. 22). Die erste Anwendung dieses wohl
ursprünglich Äsopischen Wortes im Deutschen scheint am Ende des 12.
Jahrh. in H a r t m a n n s v o n d e r A u e "Erec", 9048, vorzukommen.—

Page 375

Ein Wort des griechischen, ohne Habe aus seinem Vaterlande fliehenden
Philosophen Bias (bl. um 570 v. Chr.) nahm der "Wandsbecker Bote" in der
lateinischen Form:
Omnia mea mecum porto
Alles Meinige trage ich bei mir
zum Motto. C l a u d i u s veranstaltete dann eine Sammlung seiner Werke
unter dem Titel "Asmus omnia sua secum portans oder: Sämtliche Werke
des Wandsbecker Boten", 8 Bde., Hamburg 1774-1812. C i c e r o
"Paradoxa", 1, 1, 8 stellt die Worte so: "Omnia mecum porto mea". Bei
Va l e r i u s M a x i m u s 7, 2, externa, 3 heisst es: "ego, inquit, vero bona
mea mecum porto". S e n e c a legt einen fast wörtlich, dem Sinne nach ganz
gleichen Ausspruch dem Philosophen Stilpon (bl. um 300 v. Chr.) bei, im 9.
Briefe und in der Schrift "Über die Standhaftigkeit der Weisen", Kap. 5 u.
6; so auch P l u t a r c h "Über Seelenruhe", Kap. 17. (S. Z e l l e r II, 1, p.
234[5].) P h ä d r u s führt 4, 21 den Ausdruck auf den Dichter Simonides
von Keos (556-469 v. Chr.) zurück, dem wir auch nach C l a u d i a n s Verse
("Ep." 4, 9):
"Fors iuvat audentes, Cei sententia vatis",
"Wagende fördert das Glück, so sagte der Dichter von Keos",
(andere Lesart:

"Fors iuvat audaces, prisci sententia vatis",

"Herzhafte fördert das Glück, so sagte ein uralter Sänger")

mittelbar das
Fortes fortuna adiuvat
verdanken sollen, was sich zuerst bei T e r e n z ("Phormio" 1, 4), dann bei
C i c e r o ("Tusc." 2, 4, 11; "de fin." 3, 4, 16 kurz weg "fortuna fortes")
findet, dem L i v i u s (34, 37) schon als altes Sprichwort gilt und ähnlich
vom älteren P l i n i u s ("Epist." 6, 16 des Neffen Plinius) citiert wurde bei
Erforschung des Vesuvausbruchs, wobei er trotzdem sein Leben verlor.
vrgl. auch E n n i u s bei Macrobius 6, 6; Ve r g i l "Aen." 10, 284; T i b u l l 1, 2, 16 ("fortes
adiuvat ipsa Venus"); L i v i u s 8, 29; O v i d "Ars am." 1, 608; "Met." 10, 586; "Fast." 2,
782, S e n e c a "Epist." 94 und oben S c h i l l e r s "Dem Mutigen hilft Gott".—

Page 376

Ferner nannte S i m o n i d e s (nach Plutarch: "De Gloria Atheniensium" 3)
"τὴν μὲν ζωγραφίαν ποίησιν σιωπῶσαν, τὴν δὲ ποίησιν ζωγραφίαν
λαλοῦσαν", worüber Lessing in der Vorrede seines "Laokoon oder Über die
Grenzen der Malerei und Poësie" bemerkt: "Die blendende Antithese des
griechischen Voltaire, dass
die Malerei eine stumme Poësie und die Poësie eine redende
Malerei
sei, stand wohl in keinem Lehrbuche. Es war ein Einfall, wie
S i m o n i d e s mehrere hatte, dessen wahrer Teil so einleuchtend ist, dass
man das Unbestimmte und Falsche, welches er mit sich führt, übersehen zu
müssen glaubt".
Schon P l u t a r c h gab (a. a. O.) die Erläuterung, beide Künste seien ("ὕλῃ καὶ τρόποις
μιμήσεως") "in den Gegenständen wie in der Art der Nachahmung" verschieden.
G o e t h e s Satz (s. Eckermann "Gespräche" 23. März 1829), dass
die Baukunst eine erstarrte Musik
sei, hat wohl in des S i m o n i d e s Worten seine Wurzel, wenn er auch
zunächst durch Mdme de S t a ë l s "Corinne" (1807) angeregt sein mag, die
(4, 3) vor dem St. Petersdom ausruft: "La vue d'un tel monument est comme
une musique continuelle et fixée . . ." Nach S c h e l l i n g ("Vorlesungen
über Philosophie der Kunst" S. 576 und 593) würde der Satz lauten:
Die Architektur ist die erstarrte Musik,
und Schopenhauer lässt sich ("Die Welt als W. u. V." 2, 519) über das
"Witzwort" aus, dass
Architektur gefrorne Musik
sei.—

Sphärenharmonie (oder Sphärenmusik)
ist nach des Pythagoras (geb. um 582 v. Chr.) Annahme das Tönen der sich
im Raume bewegenden Planeten. (Z e l l e r "Die Philos. d. Griech. in ihrer
gesch. Entw." I, p. 398 ff. 4. Aufl. Lpzg. 1876).—
Philosophie

Page 377

soll als technischer Ausdruck für die Wissenschaft der Philosophie (nach
einer Angabe des Plato-Schülers Heraklides aus Pontus, deren historische
Wahrheit jedoch bezweifelt wird) auch dem P y t h a g o r a s seine
Entstehung verdanken (Z e l l e r a. a. O. I, p. 1 ff.).—
Nach Plutarch ("Über das Hören" 13) sagte P y t h a g o r a s, ihm habe sich
aus der Philosophie das "μηδὲν θαυμάζειν" ergeben, ein Lehrsatz, den wir
nach H o r a z ("Epist." 1, 6, 1) also citieren:
Nil admirari!
Nichts anstaunen!—

Kosmos
für "All", "Weltall" soll nach Diogenes Laërtius 8, 48 zuerst von den
Pythagoräern gebraucht worden sein. (Z e l l e r a. a. O. I, p. 4093, und
"Doxographi Graeci" ed. H. Diels. Berlin 1879, p. 3278). Eigentlich hiess
"Κόσμος" "Ordnung", als welche den Pythagoräern aber das All erschien,
da die Zahlen ihnen die Dinge waren und zugleich ein System bildeten.—

Ipse dixit,
Er selbst hat's gesagt,
das Cicero "de natura deorum", I, 5, 10 als das Wort überliefert, womit die
Schüler des Pythagoras des Meisters Lehren priesen, ist uns in der
lateinischen Form ebenso zur Hand, wie das griechische:

αὐτὸς ἔφα,
das der Scholiast zu Vers 196 der "Wolken" des A r i s t o p h a n e s erhalten
hat.—

Theognis (bl. um 540 v. Chr.) bringt uns zuerst den Gedanken (V. 327-8):
ἁμαρτωλαὶ ... ἐν ἀνθρώποισιν ἕπονται θνητοῖς ...
Fehltritte haften den sterblichen Menschen an.

Page 378

S o p h o k l e s "Antig." 1023-4, E u r i p i d e s "Hippol." 615 und ein
unbekannter Tragiker (bei Nauck "frgm. poët. trag." 261) sagen dasselbe
mit ähnlichen Worten, während es in dem Epigramm auf die bei Chäronea
Gefallenen (V. 9 beim Demosthenes "pro corona" § 289) heisst: "μηδὲν
ἁμαρτεῖν ἐστι θεῶν ..."—"In nichts irren ist eine Eigenschaft der Götter".
Dann bietet C i c e r o ("Philipp." 12, 2): "Cuiusvis hominis est errare,
nullius nisi insipientis in errore perseverare"—"Jeder Mensch kann irren,
nur der Dumme im Irrtum verharren". Wir pflegen hiernach zu sagen:
errare humanum est,
Irren ist menschlich.
vrgl. Seneca Rhetor controvers. 4, 3 und Hieronymus epist. 57, 12: "errasse humanum est".

Des T h e o g n i s (398):
τὸν δ' ἀγαθὸν (νόον) τολμᾶν χρή
gab wohl Horaz ("Epist." I, 2, 40) wieder mit seinem knappen:
Sapere aude
Wage es, weise zu sein!—
T h e o g n i s (583) singt ferner:

Ἀλλὰ τὰ μὲν προβέβηκεν, ἀμήχανόν ἐστι
γενέσθαι
Ἀργά· τὰ δ' ἐξοπίσω τῇ φυλακῇ μελέτω.
Was nun einmal geschehen, lässt ungescheh'n niemals sich machen;
Aber für Das, was da kommt, sorge mit wachsamem Sinn!
Diesem Spruch des von den Alten gern citierten Dichters mögen des
P l a u t u s Worte ("Aulul." 4, 10, 15) entstammen:
Factum illud: fieri infectum non potest,
Geschehen ist's: ungeschehen kann's nicht gemacht werden,
und ("Trucul." 4, 2, 21):

Page 379

Stultus es, qui facta infecta facere verbis postules,
Dumm bist du, weil du Geschehenes durch Worte ungeschehen
machen willst;
wir sagen danach:
Geschehene Dinge lassen sich nicht ungeschehen machen
und:
Geschehenes ungeschehen machen wollen.—

Mit dem Klagelaut des sterbenden Singschwans ("Cycnus musicus" s.
Brehms "Thierleben" 1879, II, 3 S. 446: "sein letztes Aufröcheln ist
klangvoll wie jeder Ton, welchen er von sich giebt") vergleicht Äschylus
(525-456 v. Chr.) eines Menschenkindes schwungvolle Worte vor dem
Tode, indem er ("Agam." 1445) Klytämnestra von Kassandra sagen lässt:
"ἡ δέ τοι, κύκνου δίκην
τὸν ὕστατον μέλψασα θανάσιμον γόον"
"Jene, die nach Art des Schwans
Zu singen anhub letzten Todesklaggesang."
C i c e r o wendet ("de orat." 3, 2, 6) denselben Vergleich auf L. Crassus an,
der starb, kurz nachdem er eine Rede gehalten: "Illa tanquam cycnea fuit
divini hominis vox"—"Das war gleichfalls die Schwanenstimme des
göttlichen Menschen". Und so nennen wir die letzte Schöpfung eines
dahingeschwundenen Geistes sein
Schwanenlied
oder seinen
Schwanengesang.—

Pindar (521-441 v. Chr.) bietet die Worte ("Olymp." 1, 1):

Ἄριστον μὲν ὕδωρ,

Page 380

Das Beste ist das Wasser;
und ("Pyth." 8, 136, vrgl. unten Horaz "Od." IV, 7, 16 mit Anm.):

Σκιᾶς ὄναρ ἄνθρωποι,
Eines Schattens Traum (sind) die Menschen.—
Aus einem uns verlorenen Gesange P i n d a r s hat sich ein Bruchstück
erhalten (s. Boeckh: "Frgm." 151 und Plato: "Gorgias" 484 b), worin es mit
Bezug auf die Tötung und Beraubung des Geryon durch Herkules heisst:
"νόμος ὁ πάντων βασιλεὺς
θνατῶν τε καὶ ἀθανάτων
ἄγει δικαιῶν τὸ βιαιότατον
ὑπερτάτᾳ χειρί"
"Das Gesetz (sc. der Natur, das dem Stärkeren Recht giebt), der
König über alle Sterblichen und Unsterblichen, waltet mit
allmächtiger Hand, das Gewaltsamste billigend".
H e r o d o t (3, 38) citiert ausser dem Zusammenhang: "ὀρθῶς μοι δοκέει
Πίνδαρος ποιῆσαι νόμον πάντων βασιλέα φήσας εἶναι".—"Pindar scheint
mir in seinem Dichten recht zu haben, wenn er sagt: 'das Herkommen ist
König über Alle'"; und wiederum anders (7, 104): "ἔπεστι γάρ σφι δεσπότης
νόμος ... (ἐπικρατέειν ἢ ἀπόλλυσθαι)"—"über ihnen steht nämlich als
Despot das Gesetz (zu siegen oder zu sterben)". Diesen Stellen entsprang
das Wort:
Usus tyrannus,
Der Brauch ist Tyrann,
was im Hinblick auf des H o r a z ("A. P." 71-72) "usus Quem penes
arbitrium est et ius et norma loquendi", "Über die Sprache verfügt der
Gebrauch, Recht giebt er und Regel", gewöhnlich auf Sprachliches bezogen
wird, wie denn schon Luther (29, S. 258) sagt: "Die natürliche Sprache ist
Frau Kaiserin".—

Page 381

Auf Heraklit (bl. um 500 v. Chr.) wird der bekannte Satz zurückgeführt,
dass Alles ewig wechsle (vrgl. oben Kap. III: Börne):

Πάντα ῥεῖ,
Alles fliesst.
Nach A r i s t o t e l e s "de coelo" 3, 1 (vrgl. "Metaph." 1, 6 n. "de anima" 2,
2), während er nach P l a t o ("Kratyl." 402 a.) gesagt haben soll: "πάντα
χωρεῖ" ("Alles bewegt sich fort").—

Sophokles (496-406 v. Chr.) sagt im "Oedipus auf Kolonos" 1026-7:
"... τὰ γὰρ δόλῳ
τῷ μὴ δικαίῳ κτήματ' οὐχὶ σώζεται";
Wir citieren dies nach P a u l u s D i a c o n u s (p. 222. Muell.) aus
N a e v i u s († 204) also:
Male parta male dilabuntur
(vrgl. dasselbe bei C i c e r o "Philipp." II, 27 ohne Quellenangabe und
P l a u t u s "Poenulus" 4, 2, 22: "Male partum, male disperit") und auf
Deutsch, aber aus den "Sprüchen S a l o m o n i s" 10, 2 schöpfend, in der
Form:
Unrecht Gut gedeiht nicht.—
Auch citieren wir den Anfang des herrlichsten Chors der "Antigone" (331-
2) des S o p h o k l e s:

Πολλὰ τὰ δεινὰ, κοὐδὲν ἀν-
θρώπου δεινότερον πέλει,
Vieles Gewalt'ge lebt, und nichts
Ist gewaltiger, als der Mensch;
sowie der Titelheldin sanftes Wort (516):

Page 382

Οὔ τοι συνέχθειν, ἀλλὰ συμφιλεῖν ἔφυν,
Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da.—
Die in dem Scholion zu des S o p h o k l e s "Antigone", 620, angeführten
Verse eines u n b e k a n n t e n g r i e c h i s c h e n T r a g i k e r s:
Ὅταν δ' ὁ δαίμων ἀνδρὶ πορσύνῃ κακά,
Τὸν νοῦν ἔβλαψε πρῶτον, ᾧ βουλεύεται,
citieren wir in der schlecht lateinischen Form:
Quos Deus perdere vult, dementat prius,
Die, welche Gott verderben will, verblendet er vorher.
(Ve l l e i u s P a t e r c u l u s II, 118: "Ita se res habet, ut plerumque
fortunam mutaturus deus consilia corrumpat". P u b l i l i u s S y r u s, 490
bei Ribbeck: "Stultum facit Fortuna, quem vult perdere".) Ein Fragment bei
Lykurg advers. Leocratem § 92 lautet ähnlich:
ὅταν γὰρ ὀργὴ δαιμόνων βλάπτῃ τινά,
τοῦτ' αὐτὸ πρῶτον ἐξαφαιρεῖται φρενῶν
τὸν νοῦν τὸν ἐσθλόν.—

Vier Elemente,
Feuer, Wasser, Luft, Erde, stellte Empedokles (geb. 490 v. Chr.) in seinem
Lehrgedichte "über die Natur" auf.—

Herodot (484-428 v. Chr.) sagt (2, 10), das Land zwischen den Gebirgen
nördlich von Memphis sei einst ein Meerbusen gewesen, gerade wie das
Gebiet um Ilion u. s. w., "wenn es erlaubt ist, so Kleines mit Grossem zu
vergleichen"—"ὡς ... εἶναι σμικρὰ ταῦτα μεγάλοισι συμβαλεῖν", und er
braucht dieselbe entschuldigende Wendung (4, 99; nur steht dort ταῦτα vor
σμικρά), als er die Küste Skythiens mit der Attikas vergleicht. Daher rührt
wohl Ve r g i l s Wort ("Georgica" 4, 176) gelegentlich des Vergleichs der
Bienen-Arbeit mit der der blitzeschmiedenden Cyclopen:
Si parva licet componere magnis,

Page 383

Wenn man Kleines mit Grossem vergleichen darf.
(vrgl. "Ecl." 1, 24; Ovid "Met." 5, 416-7 u. "Trist." 1, 3, 25 u. 1, 5, 28).—
Ebenso ist das übliche, die Glaubwürdigkeit beschränkende
Relata refero
(Ich erzähle Erzähltes)
auf H e r o d o t zurückzuführen, der (7, 152) auseinandersetzt: "ἐγὼ δὲ
ὀφείλω λέγειν τὰ λεγόμενα, πείθεσθαί γε μὲν οὐ παντάπασι ὀφείλω, καί μοι
τοῦτο τὸ ἔπος ἐχέτω ἐς πάντα λόγον"—"mir liegt ob zu erzählen, was
erzählt wird, aber mir liegt nicht immer ob es zu glauben; und dies Wort soll
mir bei Allem gelten, was ich erzähle" (vrgl. dieselbe Vorsicht 1, 183; 4,
173, 187, 195; 6, 137).—

In des Euripides (480-406 v. Chr.) "Orestes" 234 schlägt Elektra dem
kranken Bruder vor aufzustehen, denn:
μεταβολὴ πάντων γλυκύ
Abwechselung ist immer angenehm,
was den Griechen "geflügelt" wurde: denn Aristoteles ("Nikom. Eth." 7, 15) citiert:
"Abwechselung ist das Allerangenehmste, wie der Dichter sagt" ("μεταβολὴ δὲ πάντων
γλυκύτατον κατὰ τὸν ποιητήν").
Als Übersetzung dieses Wortes lässt sich aus der nachchristlichen
römischen Litteratur (s. Valerius Maximus II, 10 ext. I; Phädrus II, Prolog
10; Justinus "Praefatio")
varietas delectat[62]
herleiten; wir aber citieren:
variatio delectat,
Abwechselung ergötzt,
was sich nirgends findet. Der muntere Dichter und Komponist August
Schäffer († 1879) irrt, wenn er eins seiner Lieder beginnt:
"Delectat variatio

Page 384

Das steht schon im Horatio".—
[62] So wird es richtig citiert in Hans Clauerts "wercklichen Historien" (1591, cap. XV)
und mit dem Zusatz versehen: "Wie der Teuffel sagt, da er Buttermilch mit einer Mistgabel
ass".
In des E u r i p i d e s "Iphigenie in Tauris" (568) sagt Orest, er lebe
unglücklich:
κοὐδαμοῦ καὶ πανταχοῦ,
Sowohl nirgends als auch überall;
S e n e c a schreibt ("epist." 2, 2):
Nusquam est, qui ubique est,
Nirgends lebt, wer überall lebt;
M a r t i a l (7, 73, 6):
Quisquis ubique habitat, . . . nusquam habitat,
Wer überall haust, haust nirgends;
Und so sagen wir denn:
Überall und nirgends sein.—

Ein Vers des Dichters und pythagoräischen Philosophen Epicharmus (5.
Jahrh. v. Chr.) findet sich im pseudoplatonischen "Axiochus" 366 und in des
Äschines "Dialogen" III, 6 also verstümmelt:
Ἁ δὲ χεὶρ τὰν χεῖρα νίζει· δός τι, καὶ λαβέ τι
Die Hand wäscht die Hand: Gieb etwas und nimm etwas.
Liest man den Schluss mit C. Fr. Hermann ("Gesch. d. plat. Philos." S. 306)
"λάβοις τί κα" "so magst du auch etwas kriegen", so ergiebt sich der gute
Sinn des Goetheschen "Wie du mir, so ich dir". Schon bei den Griechen
wurde "χεὶρ χεῖρα νίπτει" geflügeltes Wort (s. Menander "Monostich." 543
und die Stellen S. 274 im "Epicharm." von Lorenz Berl. 1884). Wir citieren
es nach S e n e c a s "Verkürbissung des Claudius" und P e t r o n i u s c. 45
lateinisch in der Form:

Page 385

manus manum lavat
und übersetzen:
Eine Hand wäscht die andere.—

Die Worte des (401 v. Chr. †) Choerilos von Samos (s. Kinkel. "Frgm.
Epic. Graec." I, p. 271. fr. 10; 1877):
Πέτρην κοιλαίνει ῥανὶς ὕδατος ἐνδελεχείῃ
Der Tropfen höhlt den Stein (durch Beharrlichkeit)
citieren wir auch in der lateinischen Form
Gutta cavat lapidem non vi sed saepe cadendo
Der Tropfen höhlt den Stein nicht durch Kraft, sondern durch
häufiges Niederfallen.
Ovid ("ex Ponto" 4, 10, 5) singt: "Gutta cavat lapidem" . . fährt dann aber
fort "consumitur annulus usu" ("der Ring wird durch den Gebrauch
abgenutzt"). Das "non vi sed saepe cadendo" war schon im 16. Jahrh.
bekannt, da es folgende Verse hervorrief, welche sich in Giordano Brunos
Lustspiel "Il candelajo" ("Der Lichtzieher", 1582) III, 6 finden:
"Gutta cavat lapidem, non bis sed saepe cadendo:
Sic homo fit sapiens, bis non sed saepe legendo".
("Der Tropfen höhlt den Stein, nicht durch zweimaligen, sondern durch öfteren Fall: so
wird der Mensch weise, nicht durch zweimaliges, sondern durch öfteres Lesen").—

Ein Wort des Sokrates (469-399 v. Chr.) in Xenophons Memorabilien 1,
3, 5, das C i c e r o "de finibus" 2, 28, 90 in der Form "cibi condimentum est
fames" (Hunger ist der Speise Würze) mitteilt, erscheint schon im 13. Jahrh.
im Deutschen. In F r e i d a n k s "Bescheidenheit" (Wilh. Grimms
"Vridanc", 39) heisst es bereits unter "Von dem Hunger":
Der Hunger ist der beste Koch.—

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Nach S o k r a t e s (s. Cornificius "ad. Herenn." 4, 28, 39; Quintilian 9, 3,
85; Aulus Gellius 19, 2; Athenäus "Deipnos." 4, p. 158f; Diog. Laërtius II,
5, n. 16, 34: "ἔλεγε, τοὺς μὲν ἄλλους ἀνθρώπους ζῆν, ἵν' ἐσθίοιεν· αὑτὸν δὲ
ἐσθίειν, ἵνα ζώῃ" "er sagte, andere Leute lebten, um zu essen; er aber esse,
um zu leben") citieren wir auch
Wir leben nicht, um zu essen; wir essen, um zu leben.—

Hippokrates (um 460-370 v. Chr.) hat im Anfange der Schrift
"Prognostikon" ein Menschenantlitz, auf dem sich die Kennzeichen des
nahenden Todes einstellen, so vortrefflich zu schildern gewusst, dass man
noch jetzt ein solches Gesicht
Hippokratisches Gesicht
facies hippocratica
nennt. Wer aber nannte es zuerst so?—
Den Anfang der "Aphorismen" des H i p p o k r a t e s "βίος βραχὺς, ἡ δὲ
τέχνη μακρή" citieren wir in der lateinischen Form:
Vita brevis, ars longa (vrgl. Seneca "de brev. v." 1),
Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang;
und ebenso, den Schluss: "Ὁκόσα φάρμακα οὐκ ἰῆται, σίδηρος ἰῆται, ὅσα
σίδηρος οὐκ ἰῆται, πῦρ ἰῆται (ὅσα δὲ πῦρ οὐκ ἰῆται, ταῦτα χρὴ νομίζειν
ἀνίατα)", das Motto von Schillers "Räubern":
"Quae medicamenta non sanant, ferrum sanat,
quae ferrum non sanat, ignis sanat.
(Quae vero ignis non sanat, insanabilia reputari oportet")—"Was Arzneien
nicht heilen, heilt das Messer; was das Messer nicht heilt, heilt Brennen;
was aber Brennen nicht heilt, muss als unheilbar angesehen werden".—

Aus Thucydides (um 454-396 v. Chr.) 1, 22 ist bekannt:
Κτῆμα ἐς ἀεί

Page 387

Ein Besitztum auf immer.—
2, 45 lässt T h u c y d i d e s den Perikles zu den Witwen der gefallenen
Athener Folgendes sprechen: "τῆς τε γὰρ ὑπαρχούσης φύσεως μὴ χείροσι
γενέσθαι ὑμῖν μεγάλη ἡ δόξα καὶ ἦς ἂν ἐπ' ἐλάχιστον ἀρετῆς περὶ ἢ ψόγου
ἐν τοῖς ἄρσεσι κλέος ἦ." "Ihr werdet grossen Ruhm ernten, wenn Ihr Euch
nicht schwächer erweiset, als die Natur Euch schuf, und am meisten Die,
von der unter den Männern im Guten wie im Bösen am Wenigsten
gesprochen wird!" Dadurch wurde das Wort gebildet:
Die beste Frau ist die, von der man am Wenigsten spricht.—

Als in des Aristophanes (um 444-380) "Vögeln" unter dem Schwarm
auch eine Eule herbeifliegt, fragt (V. 301) Euelpides: "τίς γλαῦκ' Ἀθήναζ'
ἤγαγε;" "Wer hat die E u l e nach A t h e n gebracht?" sc.: "wo schon so viele
sind"; denn die Eule, kein seltener Vogel dort, war Athenes Wappentier und
prangte auf den Münzen der Stadt, die (nach V. 1106: "Γλαῦκες ὑμᾶς οὔποτ'
ἐπιλείψουσι" . . . "An Eulen wird es euch nie mangeln") schlechtweg
"Eulen" hiessen. So ward denn wohl
Eulen nach Athen (tragen)
im Sinne von "etwas Überflüssiges leisten" ein griechisches Sprichwort
(vrgl. Suidas: "Γλαῦκα εἰς Ἀθήνας"), welches uns zum "geflügelten Wort"
wurde durch A r i s t o p h a n e s und C i c e r o ("Γλαῦκ' εἰς Ἀθήνας" v.
"Fam." 6, 3; 9, 3; "Quint, fr." 2, 16).—
V. 376 der "Vögel" des A r i s t o p h a n e s:
ἀλλ' ἀπ' ἐχθρῶν δῆτα πολλὰ μανθάνουσιν οἱ σοφοί
aber wer klug ist, der lernt fürwahr von dem Feinde gar Vieles
kürzt O v i d ("Metam." 4, 428) zu dem Schlagwort ab:
Fas est et ab hoste doceri
Recht ist's, auch vom Feinde zu lernen.—
Ebenfalls in des A r i s t o p h a n e s "Vögeln" (V. 821 u. sonst) wird die von
den Vögeln in die Luft gebaute Stadt

Page 388

νεφελοκοκκυγία
Wolkenkukuksheim
genannt, was gleichbedeutend mit "Phantasiegebilde" gebraucht wird.—
In des A r i s t o p h a n e s "Plutos" steht (1151):
πατρὶς γάρ ἐστι πᾶσ' ἵν' ἂν πράττῃ τις εὖ
Ein Vaterland ist jedes (Land), wo es einem gut geht.
(vrgl. die Parallelstellen bei Nauck: "Tragic. graec. fragm." S. 691). Dies
lautet bei Cicero "Tusc." 5, 37 (verm. herrührend vom Tragiker
P a c u v i u s, † 130 v. Chr.)
Patria est, ubicunque est bene,
Das Vaterland ist allenthalben, wo es gut ist;
und hierin sehen wir die Quelle des als Kehrreim des Liedes "Froh bin ich
und überall zu Hause" ("Gedichte" von Fr. Hückstädt, Rostock 1806. S.
144-5) bekannten Wortes:
Ubi bene, ibi patria,
Wo (es mir) gut (geht), da (ist mein) Vaterland.—

Plato (um 427-347 v. Chr.) sagt im "Phaedon" 91 c.: "ὑμεῖς μέντοι, ἂν
ἐμοὶ πείθησθε, σμικρὸν φροντίσαντες Σωκράτους, τῆς δὲ ἀληθείας πολὺ
μᾶλλον", "wenn ihr mir folget, so kümmert ihr euch um Sokrates ein wenig,
viel mehr aber um die Wahrheit". Dieses Wort überliefert uns
A m m o n i u s ("Leben d. Aristot.") in der zugespitzten Form: "φίλος μὲν
Σωκράτης, ἀλλὰ φιλτάτη ἡ ἀλήθεια", "Sokrates ist mir lieb, aber die
Wahrheit am allerliebsten". Wir citieren es in lateinischer Sprache und
setzen für "Sokrates" "Plato":
Amicus Plato, sed magis amica veritas,
Plato ist mir lieb, aber die Wahrheit ist mir noch lieber,

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wie es sich schon in des C e r v a n t e s "Don Quijote" (c. 51. T. II, ersch.
1615) findet; während L u t h e r ("de servo arbitrio" z. A.) schreibt:
"Amicus Plato, amicus Socrates, sed praehonoranda (höher zu schätzen)
veritas" (vrgl. Aristot. 1096, a, 14. Bekker).—
In "Tim. 26, e" stellt P l a t o "πλασθέντα μῦθον" "die erdichtete Fabel" und
"ἀληθινὸν λόγον" "die wahre Überlieferung" einander gegenüber. Auch
wendet er "μῦθος" und "λόγος" einzeln in demselben Sinne an, weshalb
F. A. W o l f ("zu Platos Phaedon". Berl. 1811. S. 27) diese Worte mit
Dichtung und Wahrheit
übersetzte, indem er auf den gleichen Gebrauch in des Aristoteles "Poëtik"
hinwies. Vor ihm hatte schon G. E. L e s s i n g ("Vossische Zeitung" v. 12.
Juni 1751) "Erdichtung und Wahrheit" und J. G. J a c o b i (in d. Aufs.
"Dichtkunst. Von der poetischen Wahrheit". S. 9 u. 17, mit dem er im Okt.
1774 die "Iris" eröffnete) den Ausdruck
Wahrheit und Dichtung
angewendet. G o e t h e nannte dann (1811) seine Lebensbeschreibung
"Dichtung und Wahrheit", welcher Titel nach seinem Tode durch R i e m e r
und E c k e r m a n n in "Wahrheit und Dichtung" keck verändert wurde.—
Aus P l a t o s "Gorgias", 1, citieren wir das damals schon sprichwörtliche
"κατόπιν ἑορτῆς" stets in der lateinischen Form:
post festum,
nach dem Fest,
d. h. "zu spät, wenn alles, weswegen man kommt, vorüber ist"; obgleich
sich die Römer dieses Ausdrucks selbst nicht bedienten.—
Platonische Liebe
nennt man diejenige, welche sich zu der geliebten Person nicht durch
Sinnenreiz hingezogen fühlt, sondern durch die Schönheit der Seele und des
Charakters; platonisch heisst sie, weil P l a t o im "Gastmahl" sie von
Pausanias also erklären lässt.—
Deus ex machina

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beruht auf P l a t o, der ("Kratylos", p. 425, D) den S o k r a t e s sagen lässt:
"wir müssten uns denn auch unsererseits mit der Sache so abfinden, wie die
Tragödiendichter, die ihre Zuflucht zu den Maschinen nehmen, wenn sie in
Verlegenheit sind, und die Götter herbeischweben lassen, indem wir sagten,
die ursprünglichen Wörter hätten die Götter eingeführt und deshalb wären
sie richtig".—
P l a t o s "Gesetze" rügen (p. 625), dass die meisten es nicht einsehen, "dass
ihr Lebelang stets alle Städte mit allen Städten in beständigem Kriege
wären", und es heisst ferner dort (pag. 626): "dass naturgemäss stets alle
Städte mit allen Städten in unversöhnlichem Kriege wären", und nicht nur
diese, sondern dass auch "Dorf gegen Dorf, Haus gegen Haus, Mensch
gegen Mensch, ein Jeder gegen sich selbst Krieg führe", ja "dass Alle mit
Allen auf Kriegsfuss seien" ("πολεμίους εἶναι πάντας πᾶσι"). Hiernach
heisst es vielleicht bei L u c i l i u s (Lachm. v. 1020):
"insidias facere, ut si hostes sint omnibus omnes",
"sie legen Fall'n, als wären Alle Allen Feind'",
und gewiss bei H o b b e s ("De cive" . . . . als Mscpt. gedr. 1642, ersch.
Amst. 1648 . . . . c. 1, 12):—"es ist unleugbar, dass Krieg der natürliche
Zustand der Menschen war, bevor die Gesellschaft gebildet wurde, und
zwar nicht einfach der Krieg, sondern der
Krieg Aller gegen Alle",
Bellum omnium in omnes,
während sich in seinem "Leviathan" (engl. Lond. 1651, latein. Amst. 1668)
c. 18 der Ausdruck also wiederholt:
Bellum omnium contra omnes.—

Kosmopolit
Weltbürger
stammt nach D i o g e n e s L a ë r t i u s VI, 2 n. 6, 63 von Diogenes dem
Cyniker (412-323 v. Chr.), der auf die Frage, woher er sei, sich
"κοσμοπολίτης" nannte.

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C i c e r o erzählt ("Tusc." 5, 37, 108): "Als Sokrates gefragt wurde, aus welchem Lande er
sei, antwortete er: 'Aus der Welt'. Denn er hielt sich für einen Einwohner und Bürger der
ganzen Welt". Dass dies Wort mit Unrecht auf Sokrates zurückgeführt wird, darüber vrgl.
Z e l l e r II, 1, p. 1606 und 2774. (3. Aufl., Lpz. 1875.)—

Aristoteles (384-322 v. Chr.) sagt uns, der Mensch (ἄνθρωπος) sei von
Natur (φύσει) ein

πολιτικὸν ζῷον ("Polit." 1, 2), ζῷον πολιτικόν (3, 6),
politisches Geschöpf, geselliges Wesen, geselliges Tier,
"Der Mensch ein gesellicht Thier" ist die Überschrift eines Verses von Friedrich von
L o g a u (Salomons von Golau Deutscher Sinngetichte. Drey Tausend. Breslau. In
Verlegung Caspar Klossmanns. 1654 ersch. Jedoch ohne Jahresangabe. 3. Tausend, 10.
Hundert No. 95).—
A r i s t o t e l e s spricht ("Hist. animal." 6, 3) davon, dass sich im Weissen
des Eies das Herz des werdenden Vogels "als ein Blutfleck" anzeige,
"welcher Punkt, wie ein Lebewesen, hüpfe und springe" ("Στίγμη αἱματίνη
ἐν τῷ λευκῷ ἡ καρδία· τοῦτο δὲ τὸ σημεῖον πηδᾷ καὶ κινεῖται, ὥσπερ
ἔμψυχον"). Theodorus G a z a ( † 1478) übertrug die letzten Worte also:
"quod p u n c t u m s a l i t iam et movetur ut animal". Volcher C o i t e r
("Exercitat. anatom." Norib. 1573) citiert dies: "punctum salit", und dann
nennen A l d o v r a n d i ("Ornithol." Frcf. 1610; L. 14 c. 1) und W.
H a r v e y ("Exercit. d. gener. anim." 17; Lond. 1651) "den hüpfenden
Punkt", der sich (s. Schiller "Der Genius" 1795) "verborgen im Ei reget":
punctum saliens,
welch'
springender Punkt
("der Lebenspunkt, der Punkt, auf den Alles ankommt") von uns meistens
übertragen auf das in geistiger Beziehung als Hauptsache Hervorspringende
angewandt wird.—
Im A r i s t o t e l e s ("De incessu animalium" cap. 2 n. 8) findet sich der
Satz "Die Natur macht Nichts vergeblich" (ἡ φύσις οὐδὲν ποιεῖ μάτην)
(natura nihil frustra facit) und es scheint, als habe man zerstreuterweise
hieraus das dann viel gebrauchte Wort mit völlig anderer Bedeutung
gebildet:

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Natura non facit saltus
Die Natur macht keinen Sprung (wörtl. keine Sprünge)
(vrgl. Linné "Philosophia botanica" 1751 unter 77); denn es wird (cap. 8)
bald darauf das Springen (ἅλσις, s a l t u s) der Tiere besprochen.
Julius F r a u e n s t ä d t leitet es irrig in seiner Einleitung von Schopenhauers "sämtl.
Werken" (S. 22. 2. Aufl. Lpz. 1877) kurzweg aus obiger Aristotelesstelle her.—
Auf dem von A r i s t o t e l e s ("Histor. animal." 8, 28) überlieferten
Sprichworte: "ἀεὶ φέρει τι Λιβύη καινόν", "immer bringt Afrika etwas
Neues" beruht:
Quid novi ex Africa?
Was giebt es Neues aus Afrika?
(vrgl. A r i s t o t. "de generat. animal." 2, 5, A n a x i l a s, Komödiendichter um 350 v. Chr.
bei A t h e n. 14, p. 623 E., P l i n. "Nat. hist." 8, 17: "vulgare Graeciae dictum: semper
aliquid novi Africam afferre" und N i c e p h o r u s G r e g o r a s [um 1350] "Histor.
Byzant.", p. 805, 23, ed. Schopen).—
A r i s t o t e l e s ("de anima" 3, 4) sagt: "ὥσπερ ἐν γραμματείῳ ᾧ μηδὲν
ὑπάρχει ἐντελεχείᾳ γεγραμμένον" ("wie auf einer Tafel, auf der wirklich
nichts geschrieben ist"). Hierzu fügt Trendelenburg das Wort
A l e x a n d e r s a u s A p h r o d i s i a s (um 200 v. Chr.): "ὁ νοῦς ... ἐοικὼς
πινακίδι ἀγράφῳ" ("die Vernunft, einer unbeschriebenen Tafel gleichend"),
das P l u t a r c h "Aussprüche d. Philos". 4, 11 (χαρτίον, "Blatt" für "Tafel"
setzend) den Stoikern zuschrieb. Wir citieren lateinisch
Tabula rasa,
abgewischte Schreibtafel;
was nach Prantl ("Gesch. d. Logik") zuerst bei Ä g i d i u s a C o l u m n i s
(† 1316) vorkommt.
"Tabellae rasae" lesen wir zwar schon bei O v i d ("Ars Amandi" 1, 437) aber ohne jene
Beziehung auf Geistiges.—
A r i s t o t e l e s ("Problemata" 30, 1) fragt: "Διὰ τί πάντες ὅσοι περιττοὶ
γεγόνασιν ἄνδρες, ἢ κατὰ φιλοσοφίαν, ἢ πολιτικὴν, ἢ ποίησιν, ἢ τέχνας,
φαίνονται μελαγχολικοὶ ὄντες ..." "Woher kommt es, dass all' die Leute, die
sich in der Philosophie, oder in der Politik, oder in der Poesie, oder in den

Page 393

Künsten auszeichneten, offenbar Melancholiker sind?" Hieraus bildete
Seneca ("de tranquill, anim." 17, 10) den uns geläufigen Satz:
Nullum magnum ingenium sine mixtura dementiae fuit.
Es hat keinen grossen Geist ohne eine Beimischung von Wahnsinn
gegeben.—
Im A r i s t o t e l e s ("Oekonom." 1, 6) lesen wir: "Καὶ τὸ τοῦ Πέρσου, καὶ
τὸ Λίβυος ἀπόφθεγμα εὖ ἂν ἔχοι· ὁ μὲν γὰρ ἐρωτηθεὶς τί μάλιστα ἵππον
πιαίνει,

ὁ τοῦ δεσπότου ὀφθαλμὸς
ἔφη· ὁ δὲ Λίβυος, ἐρωτηθεὶς ποία κόπρος ἀρίστη, τὰ τοῦ δεσπότου ἴχνη,
ἔφη." "Sowohl des Persers, wie des Libyers Ausspruch ist gut, denn Jener
sagte auf die Frage, was ein Pferd am Besten mäste:
Das Auge des Herrn;
während der Libyer auf die Frage, welcher Dünger am Besten sei, sagte:
des Herrn Fussstapfen". C o l u m e l l a (4, 18) vermengt diese Worte, indem
er schreibt: "oculos et vestigia domini res agro saluberrimas", "die Augen
und Fussstapfen des Herrn seien die heilsamsten Dinge für den Acker", und
P l i n i u s ("Nat. hist.", 18, 2) kürzt dies also: "majores fertilissimum in
agro
oculum domini
esse dixerunt".—"Die Altvordern sagten, am fruchtbringendsten für den
Acker sei das Auge des Herrn".—
Im A r i s t o t e l e s ("Analyt." prior. B. 18 p. 66 ed. Bekker) steht: "Ὁ δὲ
ψευδὴς λόγος γίνεται παρὰ τὸ πρῶτον ψεῦδος", "der falsche Satz entspringt
dem falschen Grundgedanken" oder "die falsche Conclusion der falschen
Prämisse". Hieraus stammt für "Grundirrtum"

Das πρῶτον ψεῦδος,
das wir jedoch nach dem Sprachgebrauch, der "ψεῦδος" nicht als "Irrtum"
sondern als "absichtliche Täuschung" nimmt, oft als "Grundbetrug" oder
"Urlüge" aufzufassen und theologisch anzuwenden geneigt sind.—

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Theophrast (um 372-287 v. Chr.) pflegte (nach Diogen. Laërt. V. 2 n. 10,
40) zu sagen: "πολυτελὲς ἀνάλωμα εἶναι τὸν χρόνον", "Zeit sei eine
kostbare Ausgabe". Hieraus scheint hergeleitet:
Zeit ist Geld,
was wir auch englisch ausdrücken:
Time is money.
In Bacons "Essayes" ("Of Dispatch" 1620) heisst es: "Time is the measure
of business, as money is of wares: and business is bought at a deare hand,
where there is small dispatch" (Zeit ist der Arbeitmesser, wie Geld der
Waarenmesser ist: und Arbeit wird teuer, wenn man nicht sehr eilt).—

Der Redner Pytheas (um 340 v. Chr.) sagte (nach Plutarch "Staatslehren"
6 n. "Demosthenes" 8, sowie nach Aelian "variae hist." 7, 7) von den Reden
des von ihm unaufhörlich angefeindeten Demosthenes, dass sie "nach
Lampendochten röchen" (ἐλλυχνίων ὄζειν) und noch heute sagen wir
nach der Lampe riechen
von jeder litterarischen Arbeit, welche ohne Anmut der Form nächtliches
Studium verrät.—

Bei S t o b ä u s (Serm. LXVI, p. 419. Gesn.) finden wir des Menander
(342-290 v. Chr.):
Τὸ γαμεῖν, ἐάν τις τὴν ἀλήθειαν σκοπῇ,
Κακὸν μέν ἐστιν, ἀλλ' ἀναγκαῖον κακόν.
Heiraten ist, wenn man die Wahrheit prüft,
Ein Übel, aber ein
notwendiges Übel.
M a l u m n e c e s s a r i u m, die lat. Übersetzung, steht in des L a m p r i d i u s (4. Jahrh. n.
Chr.) "Alexander Severus" 46.—

Page 395

P l u t a r c h überliefert uns in der "Trostrede an Apollonius", dessen Sohn
gestorben war, (p. 119e; cap. 34) den Vers des M e n a n dn>:

"Ὃν οἱ θεοὶ φιλοῦσιν ἀποθνήσκει νέος",
den P l a u t u s ("Bacch." 4, 7, 18) also übersetzt:
"quem di diligunt adolescens moritur"
und der bei uns zu lauten pflegt:
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.—
M e n a n d e r s Wort "ἀνεῤῥίφθω κύβος" ("der Würfel falle!"—Überl. v.
Athenäus XIII, p. 559 c.) citierte C ä s a r, als er 49 v. Chr. den Rubicon
überschritt, in griechischer Sprache, wie Plutarch ("Pompeius", 60 und
"Ausspr. v. Kön. u. Feldh.") ausdrücklich hervorhebt. Sueton hingegen lässt
ihn lateinisch sagen ("Caesar" 32):

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Alea iacta est!
Der Würfel ist gefallen!
(Erasmus verbessert: "Iacta esto alea!" "Der Würfel falle!") Huttens
Wahlspruch (s. Kap. III) "Jacta est alea" hat hier seine Quelle.—
Die 422. Gnome der "Monostichen" des M e n a n d e r

Ὁ μὴ δαρεὶς ἄνθρωπος οὐ παιδεύεται
Wer nicht geschunden wird, wird nicht erzogen
stellte G o e t h e als Motto vor den 1. Teil seiner Selbstbiographie.—
Eine Komödie M e n a n d e r s

Ἑαυτὸν τιμωρούμενος
kam auf uns durch des T e r e n z Komödie
Heautontimorumenos,
"Der Selbstpeiniger".

Die nach D i o g e n e s L a ë r t i u s (VII, 1 n. 19, 23) von dem Stoiker
Zeno (geb. 340 v. Chr.) aufgestellte (von P o r p h y r i u s im "Leben des
Pythagoras" aber auf diesen zurückgeführte, in P l u t a r c h s Schrift "Die
Menge der Freunde" und in dem P s e u d o - A r i s t o t e l i s c h e n Buch
"Magna Moralia" II, 15 citierte) Definition des Freundes "Ἄλλος ἐγώ"
wenden wir an in der lateinischen und deutschen Form:
Alter ego,
Ein zweites Ich.
Bei C i c e r o findet sich "me alterum" "ad. fam." 7, 5, 1; "ad Attic." 3, 15, 4; 4, 1, 7;
"Alterum me" "ad fam." 2, 15, 4; "verus amicus est tanquam alter idem" "de amic." 21, 80;
bei Ausonius "alter ego" praef. 2, 42 (4. Jahrh. n. Chr.). Der griechische Romanschreiber
E u s t a t h i u s [6. Jahrh.? 12. Jahrh.?] sagt dreist von sich: "Ein zweites Ich; denn also
bezeichne ich den Freund". H e r c h e r "Erotici Graeci" 2, p. 164, 25; vrgl. 165, 18.
Späterhin nahm "Alter ego" die Bedeutung eines Stellvertreters der souveränen Gewalt an.

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Am Schlusse jeder Beweisführung des Mathematikers Euklid (bl. um
300 v. Chr.) heisst es:
ὅπερ ἔδει δεῖξαι,
quod erat demonstrandum,
was zu beweisen war.—

Des (um 270 v. Chr. bl.) Philosophen Bion Witz: "Εὔκολον τὴν εἰς Ἅιδου
ὁδόν· καταμύοντας γοῦν κατιέναι", "der Weg zum Hades ist leicht; man
kommt ja mit geschlossenen Augen hinab" (s. Diog. Laërt. IV, c. 7, n. 3, §
49) wird von uns in der kürzeren Form des Vergil citiert ("Aen." 6, 126):
Facilis descensus Averno,
Das Hinabsteigen in die Unterwelt ist leicht;
worauf dann folgt, dass das Wiederauftauchen daraus schwer sei.—

Philo Judaeus ( † 54 n. Chr.) sagt ("de migr. Abrahami" 15, p. 449,
Mangey) von den ägyptischen Zauberern: "ἀπατᾶν δοκοῦντες ἀπατῶνται"
(sie glaubten zu betrügen und wurden betrogen). Danach schreibt der gern
citierende Apostel P a u l u s im 2. Briefe an Thimotheus 3, 13 auch von den
Magiern Ägyptens: "Mit den bösen Menschen aber und verführerischen
wird es je länger je ärger, "verführen und werden verführt" ("πλανῶντες καὶ
πλανώμενοι")". Dann sagt P o r p h y r i u s in seines Lehrers Plotin Leben
(16): "οἳ—ἐξηπάτων καὶ αὐτοὶ ἠπατημένοι" ("die betrogen und selbst
betrogen waren") und A u g u s t i n u s ("Bekenntnisse" 7, 2): "deceptos illos
et deceptores", und G. E. L e s s i n g ("Nathan" 3, 7) verdeutschte in der
Parabel von den drei Ringen das Wort also:
Betrogene Betrüger.
(vrgl. M a r g a r e t e v o n N a v a r r a in dem 1543 erschienenen "Heptameron" Novelle
1, 6, 15, 23, 25, 28, 45, 51, 62; C a r d a n u s ( † 1576) "De subtilitate", 1663, III, 551;
C e r v a n t e s "Don Quijote" 2, 33 (1615) u. s. w.; M o s e s M e n d e l s s o h n ("Ges.
Schr.", 1843, III, 115; Brief vom 9. 2. 1770 an Bonnet über eine Sekte): "Wollen wir sagen,
dass alle ihre Zeugen Betrogene und Betrüger sind?" Eine komische Oper von Guilet et
Gaveaux (1799) heisst "Le trompeur trompé".)—

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Flavius Josephus (37 n. Chr.—nach 93) sagt in seiner Schrift "Gegen
Apion" (II, 16) von Moses im Gegensatze zu Minos: "Ὁ δὲ ἡμετέρος
νομοθέτης εἰς μὲν τούτων οὐδοτιοῦν ἀπεῖδεν, ὡς δ' ἄν τις εἴποι βιασάμενος
τὸν λόγον,

θεοκρατίαν
ἀπέδειξε τὸ πολίτευμα, Θεῷ τὴν ἀρχὴν καὶ τὸ κράτος ἀναθείς"—"Unser
Gesetzgeber richtete jedoch auf Alles Dieses gar nicht sein Augenmerk; er
machte die Staatsverfassung zu einer
Theokratie
(Gottesherrschaft), wenn man sich so gewaltsam ausdrücken darf, indem er
Gott die obrigkeitliche Macht beilegte".—

Einen Spruch des Epiktet (geb. um 50 n. Chr.) teilt A u l u s G e l l i u s
17, 19, 6 in der lateinischen Form mit:
Sustine et abstine,
ἀνέχου καὶ ἀπέχου,
Leide und meide.—

Plutarch (geb. um 50 n. Chr., † 120 n. Chr.) erzählt in seiner Biographie
des L. A e m i l i u s P a u l l u s (Kap. 5), dass dieser sich aus unbekannten
Gründen von seiner Gattin, Papiria, habe scheiden lassen. Plutarch
vermutet, dass der Scheidungsgrund ein ähnlicher gewesen sei, wie
derjenige eines gewissen Römers. Dieser habe sein Weib fortgeschickt und
alsdann auf die Fragen seiner Freunde: "Ist sie denn nicht sittsam? Nicht
schön von Gestalt? Schenkte sie Dir denn keine Kinder?" ihnen seinen
Schuh hingestreckt und gefragt: "Ist er nicht fein? Ist er nicht neu? Aber
Niemand von Euch sieht, an welcher Stelle mein Fuss gedrückt wird, (οὐκ
ἂν εἰδείη τὶς ὑμῶν. καθ' ὅτι θλίβεται μέρος οὑμὸς πούς)". Hierauf fusst die
Stelle des H i e r o n y m u s (adv. Jovin. 1, 48): "Legimus quendam apud
Romanos nobilem, cum eum amici arguerent, quare uxorem formosam et
castam et divitem repudiasset, protendisse pedem et dixisse eis: Et hic

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soccus, quem cernitis, videtur vobis novus et elegans, sed nemo scit praeter
me, u b i m e p r e m a t." Hier findet sich zuerst das bekannte Bild unseres
Sprachschatzes:
Nicht wissen und wissen, wo Einen der Schuh drückt.—

Durch Lucians (um 160 n. Chr.) Abhandlung "wie man Geschichte
schreiben müsse" wurde die thracische Stadt
Abdera
für immer als lächerlich gebrandmarkt; und sie wurde als solche in
Deutschland berühmt durch W i e l a n d s im "teutschen Merkur" 1774, 1.
und 2. erschienene "Geschichte der
Abderiten".—

Bei Sextus Empiricus (Ende des 2. Jahrh. n. Chr.; "Adversus
mathematicos", 287; Imm. Bekker, Berl. 1842; S. 665) steht:
ὀψὲ θεῶν ἀλέουσι μύλοι, ἀλέουσι δὲ λεπτά.
Lange zwar mahlen die Mühlen der Götter, doch mahlen sie
Feinmehl. (Ähnlich in "Orac. Sibyll." 8, 14. ed. Friedlieb,
Lpz. 1852.)
In Eiseleins "Sprichwörtern" wird das Wort ohne jeglichen Beleg auf
P l u t a r c h zurückgeführt. S e b a s t i a n F r a n c k ("Sprichwörter", 1541,
II, 119b) führt an: "Sero molunt deorum molae, Gottes Mühl stehet oft lang
still" und "die Götter mahlen oder scheren einen langsam, aber wohl",
ferner einige Zeilen weiter unten "Der Götter Mühl machen langsam Mehl,
aber wohl", und L o g a u (1654) III, 2, 24 macht daraus:
Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich klein.
(Ob aus Langmut er sich säumet, bringt mit Schärf er alles ein.)
Daraus dürfte die bekannte Redensart: "Langsam, aber sicher" entstanden
sein.—

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Plotin ( † 270 n. Chr.) bereichert unsere Sprache um zwei "geflügelte
Worte". Wir lesen bei ihm (Enn. I, 6 p. 57; Ausg. v. Kirchhoff I, S. 12): "οὐ
γὰρ πώποτε εἶδεν ὀφθαλμὸς ἥλιον, ἡλιοειδὴς μὴ γεγενημένος, οὐδὲ τὸ
καλὸν ἂν ἴδοι ψυχὴ μὴ καλὴ γενομένη", "Nie hätte das Auge je die Sonne
gesehen, wäre es nicht selbst sonnenhafter Natur; und wenn die Seele nicht
schön ist, kann sie das Schöne nicht sehen". Hieraus stammt
Schöne Seele
und der G o e t h esche Vers (1823. "Zahme Xenien". Bd. 3):
Wär' nicht das Auge sonnenhaft,
Die Sonne könnt' es nie erblicken.
Mit diesem Gedanken lehnte P l o t i n sich an P l a t o an, der in seinem
"Staat" p. 508 sagt: "Das Gesicht ist nicht die Sonne . . . aber das
sonnenähnlichste . . . unter allen Werkzeugen der Wahrnehmung", und der
ebenda weiter unten "Erkenntnis und Wahrheit, wie Licht und Gesicht, für
sonnenartig" erklärt.—

Julianus Apostata (331-363 n. Chr.) meint (oratio VI ed. Ez.
Spanhemius, 1696, p. 184), "es dürfe nicht Wunder nehmen, dass wir zu
der, gleich der Wahrheit, einen und einzigen Philosophie auf den
verschiedensten Wegen gelangen. Denn auch wenn Einer nach Athen reisen
wolle, so könne er dahin segeln oder gehen und zwar könne er als Wanderer
die Heerstrassen benutzen oder die Fusssteige und Richtwege und als
Schiffer könne er die Küsten entlang fahren oder wie Nestor das Meer
durchschneiden". Damals galt noch Athen als Ziel der Gebildeten, später
wurde es Rom. "Es führen viele Wege nach Athen" liegt im obigen Satz und
mochte sich in das uns geläufige Wort verwandeln:
Es führen viele Wege nach Rom,
wofür jedoch sichere Belege noch zu suchen sind.—

Proclus (412, 485 n. Chr.) nennt in seinem Commentar zu Platos
"Timaeus" (154c) den "οὐρανός" (Himmel) die
πέμπτη οὐσία

Page 401

Quintessenz
(Das fünfte Seiende)
und auch in dem "Leben des Aristoteles" von A m m o n i u s (Westermann,
"vitarum scriptores Graeci minores", 1845, p. 401) wird die "εʹ οὐσία"
erwähnt. Damit ist nach Aristoteles ("De mundo", Kap. 2) der Äther
gemeint, der dort "ein anderes Element als die vier, ein göttliches,
unvergängliches" genannt wird. (Aristot. "Meteor." 1, 3; "de coelo", 1, 3;
"de gen. an.", 2, 3.) Proclus ist die Quelle für das Wort. Viel später jedoch
wurde der heut damit verknüpfte Begriff des feinsten Extrakts, der innersten
Wesenheit oder des Kerns einer Sache in dies Wort hineingelegt.
R a i m u n d u s L u l l u s gab 1541 sein Buch "De secretis naturae sive
Quinta essentia" heraus, in dem er zu Anfang des zweiten Teiles diese
"Quintessenz" als Allheilmittel preist, und 1570 erschien Leonhart
T h u r n e y s s e r zum Thurns "Quinta essentia, das ist die höchste
Subtilitet, Krafft und Wirkung . . . . der Medicina und Alchemia" . . . . In der
Vorrede stellt er die "Quinta Essentz Olea" neben den "Stein der Weisen",
den "lapis philosophorum". Im 13. Buch nennt er sich einen Schüler des
Theophrastus P a r a c e l s u s, der also der Vater des Schwindels mit der
"Quintessenz" sein wird, wie er so manchen anderen Schwindels Vater
gewesen ist.—

Page 402

XI.

Geflügelte Worte aus lateinischen Schriftstellern.
[63]

[63] Aus diesem Kapitel (15. Aufl.) ging A. O t t o's Werk hervor: "Die Sprichwörter und
sprichwörtlichen Redensarten der Römer" (Lpzg., Teubner, 1890), eine vortreffliche Arbeit,
der dieses Buch manchen wertvollen Aufschluss verdankte.

Jeder ist seines Glückes Schmied
ist nach der dem S a l l u s t zugeschriebenen Schrift "de republica
ordinanda" 1, 1, wo es heisst: "quod in carminibus Appius ait, fabrum esse
suae quemque fortunae", auf A p p i u s Claudius (Consul 307 v. Chr.)
zurückzuführen. P l a u t u s ("Trin." 2, 2, 84: "sapiens ipse fingit fortunam
sibi") schreibt diese Fähigkeit nur dem Weisen zu; während ein von
Cornelius N e p o s (Atticus 11, 6) mitgeteilter Jambus eines Unbekannten
wiederum aussagt:
Sui cuique mores fingunt fortunam (hominibus).
Jedes Menschen Glück schmiedet ihm sein Charakter.—
Als Citatenquelle ist Plautus (um 254-184 v. Chr.) zu erwähnen mit:
Nomen atque omen,
Name und zugleich Vorbedeutung,
aus dem "Persa", 4, 4, 74, und mit dem ebenda 4, 7, 19 vorkommenden, von
T e r e n z im "Phormio" 3, 3, 8 angewendeten
Sapienti sat (est)!
Für den Verständigen genug!
(d. h. für ihn bedarf es keiner weiteren Erklärung).—

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Oleum et operam perdidi
Öl und Mühe habe ich verschwendet
kommt in des P l a u t u s "Poenulus" 1, 2, 119 vor und wird dort von einer
Dirne gebraucht, die sich vergebens hat putzen und salben lassen. C i c e r o
überträgt es auf Gladiatoren ("Ad familiares" 7, 1); dann wird damit auf das
verschwendete Öl der Studierlampe angespielt (Cicero "Ad Atticum" 13,
38; "Iuvenal" 7, 99).—
Allgemein bekannt ist auch des P l a u t u s Komödientitel
Miles gloriosus
Der ruhmredige Kriegsmann.
Das Original dieses Stückes war von einem uns unbekannten griechischen
Dichter und hiess "Ἀλαζών" ("der Marktschreier", "Aufschneider",
"Gloriosus"), wie P l a u t u s (2, 1, 8 u. 9) selbst bezeugt.—
Summa summarum,
Alles in allem,
finden wir zuerst bei P l a u t u s ("Truculentus" 1, 1, 4).—
Im "Trinummus" (5, 2, 30) des P l a u t u s heisst es:
Tunica propior pallio.
Das Hemd ist mir näher als der Rock.—
Bei P l a u t u s ("Stichus" 5, 4, 52 "Casina" 2, 3, 32) kommt
Ohe iam satis!
Oh, schon genug!
vor, das sich auch bei Horaz (Sat. 1, 5, 12) und M a r t i a l (4, 91, 6 u. 9)
findet.—

Ennius (239-169 v. Chr.) wird in C i c e r o s "Laelius" 17, 64 citiert mit:
Amicus certus in re incerta cernitur,

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Den sicheren Freund erkennt man in unsicherer Sache.—
Schon E u r i p i d e s (Hec. 1226) sagt ähnlich:
"Ἐν τοῖς κακοῖς γὰρ οἱ ἀγαθοὶ σαφέστατοι Φίλοι".
"Denn in der Not sind gute Freund' am sichersten".—

In 1, 1, 99 der "Andria" des Terenz (185-155 v. Chr.) erzählt Simo, wie
er sich erst über des Sohnes Pamphilus Thränen beim Begräbnis einer
Nachbarin gefreut, dann aber der Verstorbenen hübsche Schwester unter
den Leidtragenden bemerkt habe . . . . "Das fiel mir gleich auf. Haha! Das
ist's!
Hinc illae lacrumae!"
"Daher jene Thränen!"
Dies Wort wird bereits von C i c e r o ("pro Caelio", c. 25) und von H o r a z
("Epistel" 1, 19, 41) citiert.—
Aus 1, 2, 23 der "Andria" des T e r e n z ist die Antwort des Davus:
Davus sum, non Oedipus,
Davus bin ich, nicht Ödipus,
d. h. "ich verstehe dich nicht, denn ich kann nicht so geschickt Rätsel lösen
wie Ödipus".—
Aus der "Andria" 1, 3, 13:
Inceptio est amentium, haud amantium,
Ein Beginnen von Verdrehten ist's, nicht von Verliebten,
ist in den Gebrauch übergegangen:
Amantes, amentes,
Verliebt, verdreht,
was wohl zuerst in dem Titel des 1604 in 3. Auflage erschienenen
Lustspiels "Amantes amentes" von G a b r i e l Rollenhagen

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vorkommt. "Amens amansque" (verdreht und verliebt) findet sich übrigens
schon bei P l a u t u s "Merc." Prolog. 81.—
Aus der "Andria" 2, 1, 10 und 14 ist:
Tu si hic sis, aliter sentias,
Wärst du an meiner Stelle, du würdest anders denken;
Interim fit (eigentlich: fiet) aliquid;
Unterdessen wird sich schon irgend etwas ereignen;
(in des Plautus "Mercator" 2, 4, 24 heisst es: aliquid fiet).—
Aus 3, 3, 23 sind die Worte:
Amantium irae amoris integratio (est)
Der Liebenden Streit die Liebe erneut,
eine Verschönerung des Menandrischen "ὀργὴ φιλούντων μικρὸν ἰσχύει
χρόνον", "Nicht lange währt der Zorn der Liebenden" (s. Stobäus Serm.
LXI, p. 386.11); aus 4, 1, 12:
proximus sum egomet mihi,
Jeder ist sich selbst der Nächste.—
Aus dem "Eunuch" (Prolog 41) des T e r e n z stammt:
Nullum est iam dictum, quod non sit dictum prius,
Es giebt kein Wort mehr; das nicht schon früher gesagt ist;
(s. Goethe: "Wer kann was Dummes . . .")—
Aus 4, 5, 6 kommt uns das damals schon sprichwörtliche
Sine Cerere et Libero friget Venus
Ohne Ceres und Bacchus bleibt Venus kalt.
Bereits E u r i p i d e s sagte ("Bacchae", 773):
οἴνου δὲ μηκέτ' ὄντος, οὐκ ἔστιν Κύπρις.
Wo's keinen Wein mehr giebt, giebt's keine Liebe.—

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In des T e r e n z "Heautontimorumenos" (s. auch unter: Menander) 1, 1, 25
heisst es:
Homo sum; humani nihil a me alienum puto,
Mensch bin ich; nichts, was menschlich, acht' ich mir als fremd.
Es liegt hier wohl zweifellos die Übersetzung eines, schon im
Menanderschen Original befindlich gewesenen Wortes vor.—
Aus des T e r e n z "Adelphi" 4, 1, 21 citieren wir den erschreckten Ruf des
Syrus, als er Ctesiphos Vater plötzlich erblickt, über den er gerade mit
jenem spricht:
Lupus in fabula!
(C i c e r o "ad. Attic." 13, 33 wendet das Wort an, das schon bei P l a u t u s
"Stich." 4, 1, 71 in der Form "ecce tibi lupum in sermone" vorkommt.) Zu
übersetzen wäre: "Wenn man vom Wolf spricht, ist er nicht weit"; doch
wollen andere Ausleger den Volksglauben der Alten hineinziehen, dass man
beim Anblick eines Wolfes verstummen müsse (s. Voss z. Vergils Ecl. 9, 54
u. Meineke zu Theokrits Id. 14, 22), da ja auch die plötzliche Ankunft
dessen, von dem wir reden, uns verstummen mache.—
"Adelphi" 4, 7, 21-23 heisst es:
"Ita vita est hominum, quasi, cum ludas tesseris;
Si illud, quod maxume opus est iactu, non cadit,
Illud quod cecidit forte, id arte ut corrigas".
"So gleicht des Menschen Leben einem Würfelspiel:
Wenn just der Wurf, den man am meisten braucht nicht fällt,
So korrigiert man, was der Zufall gab, durch Kunst".
Aus dieser Stelle stammt
corriger la fortune
"das Glück verbessern", d. h. "falsch spielen", was sich in H a m i l t o n s
1713 erschienenen "Mém. d. Grammont" K. 2, in P r é v o s t s "Manon
Lescaut" (1743) 27, 1 und auch in L e s s i n g s "Minna von Barnhelm"
(1767) 4, 2 findet.

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M o l i è r e (1663 "L'École des Femmes" 4, 8) hat "corriger le hazard" beim Würfelspiel,
aber durch "bonne conduite". In R e g n a r d s "Le Joueur" (1696) 1, 10 weiss Toutabas,
wenn's sein muss, "par un peu d'artifice d'un sort injurieux corriger la malice"; und in G.
F u r q u h a r s "Sir Harry W i l d a i r" (1701) Akt 3 z. A. sagt "Monsieur Marquis" in
seinem Kauderwelsch: "Fortune give de Anglis Man de Riches, but Nature give de France
Man de Politique to correct unequal Distribution".—

Duo cum faciunt idem, non est idem,
Wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht dasselbe,
ist eine Verkürzung der Stelle "Adelphi" 5, 3, 37:
Duo cum idem faciunt, . . .,
Hoc licet impune facere huic, illi non licet.
Wenn zwei dasselbe thun, . . . so darf der Eine
es ungestraft thun, der Andere nicht.—
Aus des T e r e n z "Phormio" 1, 2, 18 stammt:
Montes auri pollicens;
Berge Goldes (goldene Berge) versprechen(d).
Wenn G e o r g E b e r s ("Ägypten in Bild und Wort" S. 17) den Komödiendichter
M e n a n d e r aus Athen an seine Geliebte schreiben lässt: "Ich habe von Ptolomäus . . .
Briefe . . ., in denen er mir mit königlicher Freigebigkeit g o l d e n e B e r g e verspricht",
so ist dies nur eine freie Übersetzung von "τῆς γῆς ἀγαθά, die Güter der Erde". In des
P l a u t u s "Miles gloriosus" 4, 2, 73 kommen aber schon "argenti montes", "Berge von
Silber", vor und im "Stichus" 1, 1, 24-5 heisst es: "Neque ille sibi mereat Persarum montes,
qui esse aurei perhibentur", "Und er möchte sich die Perserberge nicht erwerben, die von
Gold sein sollen". Auch Va r r o (bei "Nonius" p. 379) singt von diesen Perserbergen:

"Non demunt animis curas ac religiones
Persarum montes, non atria divitis Crassi";

"Weder die Berge der Perser, noch Hallen des prunkenden Crassus
Können die Herzen befreien von Angst und von nagenden Skrupeln";

während der Perserkönig im A r i s t o p h a n e s ("Acharn." 81) nach achtmonatlichem
Sitzen auf goldenen Bergen (ἐπὶ χρυσῶν ὀρῶν) eine Befreiung anderer Art fand. Es
scheint, als deute unser Gudrunepos (vor 1200) mit seinem (V. 493) "und waere ein berc
golt, den naeme ich niht dar umbe" auf eine gemeinsame indogermanische Quelle.—
Aus des T e r e n z "Phormio" 2, 2, 4 ist:
Tute hoc intristi; tibi omne est exedendum,

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Du hast es eingerührt; Du musst es auch ganz ausessen;
aus 2, 4, 14:
Quot homines, tot sententiae,
So viel Leute, so viel Ansichten,
was schon C i c e r o ("De fin." 1, 5, 15) anführt, (vrgl. unten: Horaz "Sat."
2, 1, 27.)—

Oderint, dum metuant,
Mögen sie hassen, wenn sie nur fürchten,
aus der Tragödie "Atreus" des Accius (170-104 v. Chr.), citierten bereits
C i c e r o (1. "Philipp." 14, 34, "pr. Sest." 48, "de offic." 1, 28) und
S e n e c a ("Üb. d. Zorn" 1, 20, 4; "Üb. d. Gnade" 1, 12, 4 u. 2, 2, 2). Nach
S u e t o n ("Calig." 30) war es ein Lieblingswort des Kaisers Caligula.—

Bei Lucilius († 103 v. Chr.) steht (ed. Lachmann, Berl. 1877, v. 2, ebenso
bei P e r s i u s 1, 2):
Quis leget haec?
Wer wird das (Zeug) lesen?—
Auch stammt nach M a c r o b i u s ("Saturnalien", 6, 1, 35)
non omnia possumus omnes
wir können nicht Alle Alles
von L u c i l i u s her und wurde von F u r i u s A n t i a s citiert. Ve r g i l
verwendete es Ecloge 8, 63. H o m e r mag des Gedankens Vater sein, denn,
dass e i n e m Menschen nicht alle Gaben verliehen seien, spricht er öfters
aus (s. "Iliade" 4, 320; 13, 729 u. "Odyssee" 8, 167).—

Varro (116-27 v. Chr.) "De lingua latina" VII, 32 (n. Otfr. Müllers Ausg.)
sagt: "Sed canes, quod latratu signum dant, ut signa canunt, canes

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appellatae". Dies ist spöttisch umgestaltet worden zu:
canis a non canendo
Hund wird "canis" genannt, weil er nicht singt (non canit) (s.
Quintilians "lucus a non lucendo").—
Auch citieren wir das von G e l l i u s (1, 22, 4 u. 13, 11, 1) als Titel einer
Va r r onischen Schrift angeführte:
Nescis, quid vesper serus vehat.
Du weisst nicht, was der späte Abend bringt.—

Cicero (106-43 v. Chr.) nennt "pro Roscio Amerino", 29 die
Mordgesellen, die zu Sullas Zeiten Gutsbesitzer ermordeten und dann deren
Güter betrügerisch an sich zu bringen und vorteilhaft zu verschachern
wussten:
sectores collorum et bonorum,
Halsabschneider und Güterschlächter.—
Im Anfange der 1. Rede "in Catilinam" finden wir das auch bei Livius 6, 18
und bei Sallust "Catilina" 20, 9 vorkommende, ungeduldige
Quousque tandem . . .?
Wie lange noch . . .?—
In Ciceros "Catilina" 1, 1 (vrgl. Martial IX, 71); IV, 25, 56, sowie "pro rege
Deiotaro" 11, 31 und "de domo sua" 53, 137 steht:
O tempora! O mores!
O Zeiten! O Sitten!
Im "Hofmeister" (1774) von R. Lenz citiert es (5, 10) der Schulmeister Wenzeslaus, und als
Refrain von Geibels "Lied vom Krokodil" (1840) fand es die weiteste Verbreitung.—
In C i c e r o s "Catilina" 2, 1 findet sich:
Abiit, excessit, evasit, erupit.

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Er ging, er machte sich fort, er entschlüpfte, er entrann.—
Videant consules ne quid res publica detrimenti capiat,
Die Konsuln mögen dafür sorgen, dass die Republik keinen Schaden
leidet
bildete, seit man vom 6. Jahrh. an die Diktatur nicht mehr in Rom
anwenden wollte, das sogenannte senatus-consultum ultimum, welches die
Konsulargewalt zu einer diktatorischen machte (s. C i c e r o "pr. Mil." 26,
70, "in Catil." I, 2, 4, "Phil." 5, 12, 34, "Fam." 16, 11, 3; C ä s a r "de bell.
civ." 1, 5, 3; 1, 7, 4; Liv. 3, 4, S a l l u s t "Catil." 29, P l u t a r c h "C.
Gracch." 14 u. "Cic." 15.)—
Aus C i c e r o s "de fin." 5, 25, 74 stammt:
Consuetudo (quasi) altera natura,
Die Gewohnheit ist (gleichsam) eine zweite Natur;
G a l e n u s ("De tuenda valetudine", cap. 1) bietet die heute übliche Form:
"Consuetudo est altera natura". Schon in des A r i s t o t e l e s "Rhetorik",
1370a 6 (Bekker) heisst es: "die Gewohnheit ist der Natur gewissermassen
ähnlich" (τὸ εἰθισμένον ὥσπερ πεφυκὸς ἤδη γίγνεται).—
In C i c e r o s "Tuscul." 1, 17, 39 heisst es:
Errare . . malo cum Platone, . . quam cum istis vera sentire,
Lieber will ich mit Plato irren, als mit denen (den Pythagoreern) das
Wahre denken.—
Di minorum gentium
(wörtlich: "Götter aus den geringeren Geschlechtern") nennen wir die
untergeordnete Schicht einer Klasse Menschen mit Beziehung auf das
"maiorum gentium di" (d. h. "die oberen zwölf Götter" bei C i c e r o "Tusc."
1, 13, 29), Bezeichnungen, die daraus entsprangen, dass Tarquinius ausser
den von Romulus berufenen "patres maiorum gentium" ("Senatoren aus den
hervorragenden Geschlechtern") auch "patres minorum gentium"
("Senatoren geringerer Herkunft") berief (vrgl. Cicero "d. rep." 2, 20; Liv.
1, 35, 6 und dazu das "Patrici minorum gentium" bei Cic. "Fam." 9, 21 und
Liv. 1, 47, 7).—

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Aus C i c e r o s I. "Philippica", 5, 11 und zugleich aus "De finibus" 4, 9, 22,
(vrgl. Livius 23, 16 im Anfang, wo es in nicht übertragener Bedeutung
steht) stammt die für eine den Staat bedrohende Gefahr gebräuchlich
gewordene Wendung:
Hannibal ad (nicht: ante) portas.
Hannibal (ist) an den Thoren.
Diese Redensart, wie die Erinnerung an Catilina und an das aus L i v i u s
(XXI, 7: "dum ea Romani parant consultantque, iam Saguntum summa vi
oppugnabatur") geschöpfte Wort:
Dum Roma deliberat, Saguntum perit,
Während Rom beratschlagt, geht Sagunt zu Grunde,
(auch in der Form:
Roma deliberante Saguntum perit
citiert) wurden von G o u p i l d e P r é f e l n in einer Sitzung der
konstituierenden Versammlung von 1789 zu dem unrichtigen Citate
vermischt:
Catilina est aux portes, et l'on délibère.
Er stichelte damit auf M i r a b e a u, der diesem Worte dadurch erst recht
Bahn verschaffte, dass er es in seiner berühmten Rede zur Abwendung des
Bankerotts wiederholte und variirte.—
In C i c e r o s II. "Philippica" 14, 35, "pro Milone" 12, 32 und "pro Roscio
Amerino" 30, 84 und 31, 86 wird das uns geläufige
cui bono?
(Wozu?)
(A quoi bon?)
eigentlich: "Wem zum Nutzen?" ausdrücklich als ein Wort des L. Cassius
bezeichnet. Aus der zuletzt angeführten Stelle ersehen wir, dass L. Cassius,
ein Mann von äusserster Strenge, bei den Untersuchungen über Mord den

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Richtern einschärfte, nachzuforschen, "cui bono", wem zum Nutzen das
Ableben des Ermordeten war.—
Cicero spricht in seiner Rede "pro Roscio Amer." 16, 47: "Homines notos
sumere odiosum est, cum et illud incertum sit, velintne hi sese nominari"
("angesehene Leute nennen, ist eine heikle Sache, da es auch zweifelhaft
ist, ob sie selbst genannt werden wollen"). Daher sagen wir, wenn es
gescheidter ist, keine Namen zu nennen:
Nomina sunt odiosa,
Namen sind verpönt.—
Aus C i c e r o s Rede "pro Milone" 4, 10 ist bekannt:
Silent leges inter arma.
Im Waffenlärm schweigen die Gesetze.
L u c a n u s ahmt diese Worte ("Pharsalia" I, 277) also nach: "Leges bello
siluere coactae".—
Die altrömische Formel des Richters, der nicht entscheiden kann, ob Schuld
oder Unschuld vorliegt, das
Non liquet
citieren wir aus Cicero "pro Cluentio" 28, 76 (vrgl. Gellius 14, 2. g. E. und
das "liquet" bei Cicero "Caecin." 10; Quintilian "Instit." 3, 6, 12): "Deinde
homines sapientes, et ex vetere illa disciplina iudiciorum, qui neque
absolvere hominem nocentissimum possent, neque eum, de quo esset orta
suspicio, pecunia oppugnatum, re illa incognita, primo condemnare vellent,
n o n l i q u e r e dixerunt." Darauf gaben einsichtige Männer von der alten
Schule der Geschwornengerichte, die weder solchen Verbrecher
freisprechen konnten, noch ihn, gegen Den, wie man munkelte, mit
Bestechung der Richter vorgegangen war, v o r Untersuchung dieser Sache
im ersten Termin verurteilen wollten, folgenden Spruch ab: e s i s t
n i c h t a u f g e k l ä r t."—
Weil C i c e r o seine Reden gegen Antonius im Vergleich mit den
gewaltigen Reden des D e m o s t h e n e s gegen Philipp von Macedonien
"Philippische" nannte, so nennt man noch heute jede Donnerrede eine

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Philippika.—
Der Titel der C i c e r onischen Rede "de domo sua" ist in der älteren Lesart
pro domo
für das eigene Haus
zum allgemeinen Ausdruck für jede Thätigkeit geworden, die auf Erhaltung
der eigenen Habe abzielt, und wir nennen danach eine der
Selbstverteidigung oder dem eigenen Vorteil dienende Rede eine
oratio pro domo.—
Aus C i c e r o s ("De harusp. respons." 20, 43) Redewendung: "resistentem,
longius, quam voluit, popularis aura provexit", "Die Volksgunst trieb den
Widerstrebenden weiter, als er wollte", stammt das später von Vergil,
Horaz, Livius und Quintilian ähnlich angewandte Wort:
aura popularis,
Hauch der Volksgunst.—
Suum cuique
(Jedem das Seine)
finden wir bei C i c e r o "de offic." 1, 5; "de natur. deor." 3, 15, 38; "de leg."
1, 6, 19; (vrgl. T a c i t u s: "Annalen", 4, 35, P l i n i u s: "Natur. hist." 14, 6,
8 und den ähnlichen Gedanken bei T h e o g n i s 332 u. 546).
"De finibus" 5, 23, 67 sagt C i c e r o: "Iustitia in suo cuique tribuendo cernitur", "Die
Gerechtigkeit erkennt man daran, dass sie Jedem das Seine zuerteilt"; und "suum cuique
tribuere" ist eine Rechtsregel U l p i a n s ("Corp. iur. civ." "Digest." I, 1 "de iustitia et iure"
§ 10); daher es in S h a k e s p e a r e s "Andronicus" 1, 2 heisst: "Suum cuique spricht des
Römers Recht". Friedrich I. von Preussen wählte das "Suum cuique" zur Inschrift vieler
Medaillen und Münzen und zum Motto des am 17. Januar 1701 gestifteten Ordens vom
schwarzen Adler, und seitdem blieb es Preussens Wahlspruch.—
Das von C i c e r o "de offic." 1, 10, 33 als "abgedroschenes Sprichwort"
citierte
Summum ius, summa iniuria
Das höchste Recht (ist) das höchste Unrecht

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scheint eine spätere Fassung des Sprichwortes in des T e r e n z
"Heautontimorumenos" 4, 5 zu sein:
Dicunt: ius summum saepe summa est malitia.
Man pflegt zu sagen: Das höchste Recht ist oft die höchste Bosheit.
L u t h e r 21, 254 schreibt: "Wie der Heide Terentius sagt: 'Das strengest Recht ist das
allergrossest Unrecht'". (23, 295 führt Luther das Wort auf S c i p i o zurück.)—
Aus C i c e r o s "de offic." 1, 16, 52, wo es sich um allgemeine
Gefälligkeiten gegen Jedermann handelt, wie z. B. dass wir es Jedem
gestatten müssen, sich an unserem Feuer das seinige anzuzünden, citieren
rauchende Gelehrte, um Feuer bittend:
Ab igne ignem.
Vom Feuer Feuer.—
"De offic." 1, 22, 77 enthält den von C i c e r o selbst verfertigten Vers:
Cedant arma togae, concedat laurea laudi,
Es mögen die Waffen der Toga, d. h. dem Friedensgewande,
nachstehen, der Lorbeer der löblichen That,
worüber er sich in der Rede "in Pisonem" 29 und 30 eines Weiteren
auslässt, während er nur "cedant arma togae" in der 2. "Philippica" 8
schreibt.—
Aus "de offic." 1, 31, 110 kennen wir das schon hier von C i c e r o als
Sprichwort citierte, in "ad familiares" 3, 1 und 12, 25 wieder vorkommende
und von H o r a z in der "Kunst zu dichten", 385, angewendete
Invita Minerva;
Wider den Willen der Minerva;
aus "de offic." 3, 1, 3:
ex malis eligere minima;
von zwei Übeln das kleinere wählen;
"minima de malis" war nach 3, 29, 105 sprichwörtlich.—

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Aus C i c e r o s "de offic." 3, 33, 117 (sed aqua haeret, ut aiunt) und aus "ad
Quintum fratrem" 2, 8 (in hac causa mihi aqua haeret) stammt:
Hic haeret aqua,
Hier stockt es.—
Aus C i c e r o "de legibus" 3, 3, 8 citieren viele:
(his) salus populi suprema lex (esto),
Für diese (nämlich für die Regierenden) sei das Wohl des Volkes das
vornehmste Gebot.—
In "de finibus" 2, 32, 105 führt C i c e r o als Sprichwort an:
Iucundi acti labores;
Angenehm (sind) die gethanen Arbeiten;
und er fügt hinzu, auch E u r i p i d e s sage nicht übel:
"Suavis laborum est praeteritorum memoria", was in dessen "Andromeda"
(nach Stobaeus: "Florib." 29, 57) also lautete: "Ἀλλ' ἡδύ τοι σωθέντα
μεμνῆσθαι πόνων".—
Aus C i c e r o s "de natur. deor." 3, 40 citieren wir:
Pro aris et focis (certamen);
(Kampf) um Altar und häuslichen Herd.—
In "pro Milone" 29, 79 sagt C i c e r o: "Liberae sunt nostrae cogitationes"
(Frei sind unsere Gedanken), und L. 48 der "Digesten" 19, 18 heisst es aus
U l p i a n s lib. III ad Edictum: "Cogitationis poenam nemo patitur" (Für
seinen Gedanken wird niemand bestraft). Das ist umgewandelt worden zu
dem sprichwörtlichen:
Gedanken sind zollfrei,
was sich wohl zuerst bei L u t h e r ("Von weltlicher Oberkeit, wie man ihr
Gehorsam schuldig sei". 1523) findet.—
Aus C i c e r o s "pro Sestio" cap. 45 stammt:

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Otium cum dignitate,
Musse mit Würde,
oder, wie dort steht: "cum dignitate otium". Der Sinn ist: "behagliche Ruhe,
verbunden mit einer angesehenen Stellung". Auch im Anfange der Schrift
"de oratore" ist es zu finden und in Ciceros Briefen "ad. famil." 1, 9, 21
wird es als ein häufig von ihm angewendetes Wort erwähnt.—
In diesen Briefen C i c e r o s "ad famil." 5, 12 steht:
Epistola non erubescit,
Ein Brief errötet nicht,
häufig umgestellt in:
Literae non erubescunt,
auch in:
Charta non erubescit.—

Imperium et libertas[64]
Herrschaft und Freiheit
stammt aus C i c e r o s 4. Rede gegen Catilina, IX, 19, wo er dem Senat
zuruft: "Bedenket, wie in einer Nacht die so mühsam befestigte Herrschaft
(quantis laboribus fundatum i m p e r i u m) und die so trefflich begründete
Freiheit (quanta virtute stabilitam l i b e r t a t e m) fast zu Grunde ging!" Die
Rede schliesst mit der Forderung, dass der Senat "über die Herrschaft und
die Freiheit Italiens" (de i m p e r i o, de l i b e r t a t e Italiae) die
Entscheidung treffen möge.—
[64] L o r d B e a c o n s f i e l d (Disraeli) sagte in einer Rede beim Lord-Mayors-Mahl
am 10. Nov. 1879: "Einer der grössten Römer wurde nach seiner Politik gefragt. Er
antwortete: imperium et libertas". Die Nationalzeitung vom 28. Nov. 1879 (Morgen-Ausg.)
teilte mit, dass auf ihre Anfrage bei dem Lord die Antwort erfolgt sei, die Quelle der
citierten Worte fände sich im 1. Buche von B a c o n s "Advancement of Learning". (Ausg.
Spedding, Ellis und Heath, vol. III, p. 303.) Bacon übersetzt daselbst das in des T a c i t u s
"Agricola" 3 vorkommende "principatum ac libertatem", wofür er "imperium et libertatem"
schreibt, mit: "government and liberty". Dass ein nach seiner Politik gefragter grosser
Römer diese Aussage gethan habe, ist also ein Irrtum.

Ut sementem feceris, ita metes

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Wie du gesäet, so wirst du ernten,
dies Wort des M. Pinarius Rufus steht bei C i c e r o "de oratore", 2, 65,
261. Ihm mochte des A r i s t o t e l e s Satz (Rhetor. 3, 3) vorschweben: "σὺ
δὲ ταῦτα αἰσχρῶς μὲν ἔσπειρας, κακῶς δὲ ἐθέρισας", "was du hier böse
gesäet, das hast du schlimm geerntet". (vrgl. in der Vulgata Hiob 4, 8: "et
seminant dolores et metunt eos", nach Luther: "Die da Mühe pflügten und
Unglück säeten, ernteten sie auch ein". Galater 6, 8: "Quae enim
seminaverit homo, haec et metet", nach Luther Gal. 6, 7: "Denn was der
Mensch säet, das wird er ernten", dann Sprüche Sal. 22, 8; 2. Cor. 9, 6 und
"Gefl. Worte a. d. Bibel" Hosea 8, 7.)—

Aus einigen Hexametern des Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) über Terenz,
die in dessen Biographie von S u e t o n (p. 294, 35, ed. Roth) enthalten sind,
hat man vermittelst eines falsch gesetzten Kommas die Bezeichnung
vis comica
Kraft der Komik
herausgelesen. Die betreffenden Verse heissen:
Lenibus atque utinam scriptis adiuncta foret vis,
Comica ut aequato virtus polleret honore
Cum Graecis;
Wenn sich doch Kraft dir zu deinem gefälligen Dichten gesellte,
Dass dein Wort in der Komik die nämliche Geltung erreiche,
Wie sie die Griechen besitzen!
Es ist in ihnen daher von einer "virtus comica", nicht aber von einer "vis
comica" die Rede. ("Klein. Schrift, in latein. u. deutscher Sprache" von Fr.
Aug. W o l f, herausg. von G. Bernhardy, II, p. 728).—

Aus Lucretius (98-55 v. Chr.) "Über die Natur" ist 1, 102:
Tantum religio potuit suadere malorum.

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Zu so verderblicher That vermochte der Glaube zu raten.—
Aus 1, 149; 1, 205; 2, 287 wird citiert:
De nihilo nihil,
Aus Nichts wird Nichts,
was P e r s i u s ("Satiren" 3, 84) wiederholt. L u c r e t i u s hatte seine
Ansicht aus E p i k u r entlehnt, der (nach Diog. Laërtius 10, n. 24, 38) an
die Spitze seiner Physik den Grundsatz stellte: "οὐδὲν γίνεται ἐκ τοῦ μὴ
ὄντος", "Nichts wird aus dem Nichtseienden". Vor Epikur hatte schon
M e l i s s u s gesagt, dass aus Nichtseiendem nichts werden kann
(Ü b e r w e g "Geschichte der Philosophie des Altertums", 1, S. 63), wie
auch E m p e d o k l e s die Ansicht bekämpft, dass Etwas, was vorher nicht
war, entstehen könne (ebenda 1, S. 66). A r i s t o t e l e s ("Physik" 1, 4)
sagt, A n a x a g o r a s habe die übliche Ansicht der Philosophen für wahr
gehalten, dass aus dem Nichtseienden Nichts entstünde ("οὐ γινομένου
οὐδενὸς ἐκ τοῦ μὴ ὄντος"). In M a r k A u r e l s (121-180 n. Chr.)
"Selbstbetrachtungen" 4, 4 heisst es: "denn von Nichts kommt Nichts, so
wenig als Etwas in das Nichts übergeht".—
Aus 2, 1 und 1 ist berühmt:
Suave, mari magno, turbantibus aequora ventis,
E terra magnum alterius spectare laborem.
Bei der gewaltigsten See, bei Wogen aufwühlenden Winden
Anderer grosses Bemüh'n vom Land aus seh'n, ist behaglich.—

Aus Sallusts (86-35 v. Chr.) "Jugurtha" 10 ist:
concordia parvae res crescunt, discordia maximae dilabuntur.
Durch Eintracht wächst das Kleine, durch Zwietracht zerfällt das
Grösste.—

Aus dem 187. Spruch des Publilius Syrus (bl. um 50 v. Chr.):
Heredis fletus sub persona risus est,

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Das Weinen des Erben ist ein maskiertes Lachen,
oder aus den sogenannten "Varronischen Sentenzen" (12): "sic flet heres, ut puella nupta
viro; utriusque fletus non apparens risus", "Ein Erbe weint wie eine Braut; Beider Weinen
ist heimliches Lachen" (vrgl. auch Horaz "Sat." 2, 5, 100-104)
scheint:
Lachende Erben
hervorgegangen zu sein. Schon 1622 kommt in Baden ein "Lacherbengeld"
vor (vrgl. Rau: "Grundsätze der Finanzwissenschaft", 5. Ausgabe 1864; §
237, S. 371 Anm. a) und Friedrich v o n L o g a u schreibt (Salomons von
Golau Deutscher Sinn-Getichte Drey Tausend. Breslau. In Verlegung
Caspar Klossmanns. 1654, jedoch ohne Jahresangabe erschienen. Zweite
"Zugabe" zum 3. Tausend "unter wehrendem Druck eingetroffen" No. 78 u.
79):
"Lachende Erben".
"Wann Erben reicher Leute die Augen wässrig machen
Sind solcher Leute Thränen nur Thränen von dem Lachen."
* * *

"Die Römer brauchten Weiber, die weinten für das Geld;
Obs nicht mit manchem Erben sich ebenso verhält?"
Dann heisst es in O t h o s "Evangelischem Krankentrost" (1664), S. 1034:
"Freu' dich, liebes Mütlein; traure, schwarzes Hütlein, heisst's bei lachenden
Erben".—
Die 245. Sentenz des P u b l i l i u s S y r u s:
Inopi beneficium bis dat qui dat celeriter
Dem Armen giebt eine doppelte Wohlthat, wer schnell giebt,
wird verkürzt zu:
Bis dat qui cito dat
Doppelt giebt, wer gleich giebt.—

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Vergil (70 v.-19 n. Chr.) bietet "Eclogen" 1, 6, die manchmal als
Hausinschrift verwendeten Worte des behaglich gelagerten Hirten Tityrus:
Deus nobis haec otia fecit,
Ein Gott hat uns diese Musse geschaffen.
"Ecl." 2, 1:
Formosum pastor Corydon ardebat Alexin,
Corydon glühte, der Hirt, für die schöne Gestalt des Alexis
ist namentlich durch die verdrehte Übersetzung:
Der Pastor Corydon briet einen wunderschönen Hering
bekannt, die Christian W e i s e in seiner vom 27. Sept. 1692 datierten
Vorrede zu Z i n c g r e f s "Apophthegmata" (Frankf. u. Leipz. 1693)
erwähnt.
"Ecl." 2, 65 sagt Corydon von seiner Liebe:
Trahit sua quemque voluptas.
Jeden reisst seine Leidenschaft hin.
"Ecl." 3, 93 warnt Damoetas die Blumen und Erdbeeren pflückenden
Knaben:
Latet anguis in herba,
Die Schlange lauert im Grase
(vrgl. "Georgica" 4, 457-459).—"Ecl." 3, 104 fordert Damoetas den
Menalcas auf, ihm zu sagen, in welcher Gegend der Himmel nur drei
Klafter breit sei, "und", fügt er hinzu, "wenn Du darauf antworten kannst,
eris mihi magnus Apollo,
dann wirst Du für mich gross wie Apoll sein".
Danach pflegt man Fragen, deren Beantwortung man nicht erwartet, mit
diesem Spruche zu begleiten.—

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"Ecl." 3, 108 heisst es:
Non nostrum tantas componere lites,
Nicht unseres Amtes ist's, solchen Streit beizulegen;
"Ecl." 3, 111:
Claudite iam rivos, pueri; sat prata biberant.
Schliess't nun die Rinnen, ihr Knechte! genugsam getränkt sind die
Wiesen.
"Ecl." 10, 69:
Omnia vincit Amor.
Alles besiegt der Gott der Liebe.—
Ve r g i l s "Georgica" 1, 30 bietet die Bezeichnung eines weit entlegenen
Eilandes:
Ultima Thule,
Die äusserste Thule.—
"Georgica" 1, 145 heisst es: "Labor omnia vicit inprobus", was citiert wird
in der Form:
Labor omnia vincit improbus;
Die unablässige Arbeit besiegt alles;
"Georgica" 2, 490:
Felix, qui potuit rerum cognoscere causas;
Glücklich, Wer zu erkennen vermocht' die Gründe der Dinge!
"Georgica" 3, 284:
Sed fugit interea, fugit irreparabile tempus.
Doch unterdessen entfliehet die Zeit, flieht unwiederbringlich.—

Page 422

Tantaene animis caelestibus irae!
So heftiger Zorn in der Seele der Götter!
ruft Ve r g i l "Aeneïde" 1, 11 aus und in S h a k e s p e a r e s "Heinrich VI."
T. II, Akt 2, Sc. 2 ruft es Glocester dem Kardinal Beaufort zu.—
Nach "Aen." 1, 26-7
manet alta mente repostum
bleibt (der Juno) tief in die Seele gesenkt
"das Urteil des Paris" (s. Kap. II), weil danach Venus für die Schönere galt.

"Aen." 1, 33 heisst es:
Tantae molis erat Romanam condere gentem.
Solcherlei Mühsal war es, das römische Volk zu begründen,
was H e r d e r dem vierten Teile seiner "Ideen zur Philosophie der
Geschichte der Menschheit" (Riga und Leipzig 1791) in der Form: "Tantae
molis erat Germanas condere gentes" als Motto voranstellte.
Eine Artikelüberschrift in den "Deutschen Blättern" von F. A. Brockhaus (1814) sagte:
"Germanam" und "gentem", indem sie im übrigen mit der Herderschen Fassung
übereinstimmte.—
"Aen." 1, 118 lautet:
(Apparent) rari nantes in gurgite vasto
Wenige (sieht man) nur in dem riesigen Flutschwall schwimmen.—
"Aen." 1, 135 beschwichtigt Neptun die Winde mit seinem
Quos ego!
Euch werd' ich!—
Viel citiert wird auch "Aen." 1, 204:
Per varios casus, per tot discrimina rerum,
Durch so verschied'ne Geschicke, so viele gefährliche Lagen.—

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Das Wort des Äneas "Aen." 2, 3:
Infandum, regina, iubes renovare dolorem
ist auch in der S c h i l l e rschen Übersetzung (Gedichte von Friedrich
Schiller, 1. T., Leipz., Crusius, 1800) üblich:
O Königin, Du weckst der alten Wunde
Unnennbar schmerzliches Gefühl.—
Aus "Aen." 2, 6 ist:
Et quorum pars magna fui.
Und worin ich eine grosse Rolle spielte.—
Berühmt ist der Warnungsruf des Laokoon, als er das Krieger bergende
Riesenpferd vor Trojas Mauern sieht, "Aen." 2, 49:
Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes.
Was es auch ist, ich fürchte die Griechen auch dann, wenn sie
schenken.
Uns hat dieser Vers für eine verdächtige Gabe, die Vorteil verspricht und
mit Nachteil droht, den Ausdruck:
Danaergeschenk
zugeführt, wohl nach des S e n e c a ("Agam." 624) "Danaum fatale munus".
Ve r g i l mag dabei des griechischen Sprichwortes gedacht haben, das
S o p h o k l e s ("Ajax" 644) also überliefert: "Ἐχθρῶν ἄδωρα δῶρα, κοὐκ
ὀνήσιμα", "Der Feinde falsche Gaben sind Nichts wert". Als die Trojaner
dennoch das hölzerne Ross in die Stadt ziehen, fährt Ve r g i l ("Aen." 2,
247, s. auch A e s c h y l u s: "Agamemnon" 1070 ff.) fort:
Tunc etiam fatis aperit Cassandra futuris
Ora. Dei iussu non unquam credita Teucris.
Da nun thut auch
Kassandra

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den Mund auf, Unheil verkündend,
Die auf Apollos Geheiss nie Glauben gefunden in Troja.—
"Aen." 2, 274 mahnt der Dichter an den siegprangenden Hektor, im
Hinblick auf den nun verwundeten, mit dem Ausruf:
Quantum mutatus ab illo (Hectore)!
Wie anders gegen jenen (Hektor von damals)!—
In der Schilderung von Trojas Brande heisst es "Aen." 2, 311:
Iam proximus ardet Ucalegon,
Schon brennt's bei dem Nachbarn Ucalegon,
und nach dem Brande "Aen." 2, 325:
Fuimus Troes,
Trojaner sind wir gewesen,
und "Aen." 2, 354:
Una salus victis nullam sperare salutem,
E i n Heil bleibt den Besiegten allein, k e i n Heil mehr zu hoffen.—
"Aen." 2, 774 und 3, 48 schildert Aeneas also sein Entsetzen über den
Anblick der Schatten seiner Crëusa und des Polydorus:
Obstupui, steteruntque comae, et vox faucibus haesit.
Ich war starr, und mir hob sich das Haar, und die Stimme versagte.

"Aen." 3, 57 bietet:
Auri sacra fames!
O, fluchwürdiger Hunger nach Gold!,
"Aen." 4, 175:
Viresque acquirit eundo,

Page 425

Und Kräfte bekommt sie (die Fama) durchs Gehen,
was auch geändert wird zu:
Fama crescit eundo, oder nur Crescit eundo,
Das Gerücht wächst, indem es sich verbreitet.—
"Aen." 4, 569-570 steht:
Varium et mutabile semper femina
Ein Weib ist stets ein wankendes und veränderliches Wesen.
Nach Ve r d i s "Rigoletto" (Text von P i a v e. 1851) citieren wir dies Wort
auch italienisch:
Donna e mobile.—
"Aen." 4, 625 lesen wir:
Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor!
Rächer, erstehe du mir dereinst aus meinen Gebeinen!
Der grosse Kurfürst, sagt man, citierte diese Worte, als er, vom Kaiser preisgegeben, am
29. Juni 1679 den Frieden von St. Germain-en-Laye unterzeichnete; und der spanische
General Diego Leon rief sie bei seiner Exekution (1841) den auf ihn feuernden Soldaten
Esparteros entgegen, was Freiligrath zu seinem Gedicht "Aus Spanien" begeisterte, dessen
Motto und Refrain jener Spruch bildet.—
"Aen." 5, 320 heisst es bei Gelegenheit des dort geschilderten
Wettlaufspiels, dass Nisus der erste war und ihm Salius
longo sed proximus intervallo
nach langem Zwischenraum, doch als der Nächste
folgte. Schon P l i n i u s der J ü n g e r e wendet das Wort in den "Briefen"
(7, 20) auf seinen eigenen litterarischen Wert im Vergleich zu dem des
Tacitus an.—
"Aen." 5, 814-815 verheisst Neptun, Aeneas und die Seinen würden das
Land erreichen, bis auf Einen . . .
"Unum pro multis dabitur caput".

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"E i n Haupt wird für Viele geopfert".
Und wirklich: Palinurus, der Steuermann, wird als Sühne von dem Gott in
die Fluten geworfen, während die Andern entrinnen. Daher rührt unser
Unus pro multis,
Einer für Viele,
was wir aber im Sinne eines Sichopferns, eines öffentlichen Eintretens für
Meinungsgenossen, zu brauchen pflegen.—
"Aen." 6, 95 steht:
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito.
Weiche dem Unheil nicht, noch m u t i g e r geh' ihm entgegen!—
Des Aeneas Begleiter, der
fidus Achates,
der getreue Achates,
"Aen." 1, 188 und auch sonst erwähnt, ist zum Muster eines treuen
Freundes geworden.
Das erste deutsche Reisehandbuch erschien zu Ulm im Verlage Georg Wildeysers unter
dem Titel: "Martini Zeilleri Fidus Achates oder Getreuer Reisegefert u. s. w." und es
befindet sich ein Exemplar der dritten Auflage vom Jahre 1661 auf der Giessener
Universitätsbibliothek. Zeiller war nach Joechers Gelehrtenlexikon ein Pfarrersohn in Ulm,
Ephorus des Gymnasiums, Inspektor der deutschen Schulen, Censor der philosophischen
und historischen Bücher, "aber dabei sehr leichtgläubig".—
"Aen." 6, 261 heisst es:
Nunc animis opus, Aenea, nunc pectore firmo!
Jetzt, Aeneas, bedarf es des Muts, jetzt kräftigen Herzens.—
Aus "Aen." 6, 620 wird citiert:
Discite iustitiam moniti, et non temnere divos.
Lernet, gewarnt, recht thun und nicht missachten die Götter.
Aus "Aen." 6, 727 ist:

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Mens agitat molem;
Der Geist bewegt die Materie;
aus "Aen." 6, 583:
Parcere subiectis et debellare superbos,
Die Unterworfenen schonen, die Übermüt'gen besiegen;
aus "Aen." 7, 312:
Flectere si nequeo superos, Acheronta movebo;
Kann ich die Götter für mich nicht erweichen, so lock' ich die Hölle;
aus "Aen." 8, 560:
O mihi praeteritos referat si Juppiter annos!
O, wenn Zeus mir gäbe zurück die vergangenen Jahre!—
Die Tonmalerei in "Aen." 8, 596:
Quadrupedante putrem sonitu quatit ungula campum,
Dröhnend erschüttert das lockere Feld vierfüssiger Hufschall,
wandelt der Dichter "Aen." 11, 875 um, indem er "cursu" statt "sonitu",
"Lauf" statt "Schall" und "quadrupedoque" statt "quadrupedante" setzt.—
Als Motto dienen oft Apolls Worte an Julus nach dessen glorreicher
Waffenthat, "Aen." 9, 641:
Sic itur ad astra!
So steigt man zu den Sternen!—
Aus "Aen." 10, 63, 64:
Quid me alta silentia cogis rumpere?
Warum zwingst Du mich, das tiefe Schweigen zu brechen?
ist entnommen:

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altum silentium
tiefes Schweigen.—
"Aen." 10, 467 findet sich:
Stat sua cuique dies,
Jedem steht sein Tag bevor!—
Experto credite,
Glaub't es dem, der es selbst erfuhr,
steht "Aen." 11, 283. Es ist auch in O v i d "Ars amandi" 3, 511 zu finden
und, umgestellt in "crede experto", bei S i l i u s I t a l i c u s "Punica", 7,
395. "Experto crede" heisst es in des heiligen Bernhard Ep. 106 und im
Prologus zum 1. Buche des "Policraticus" von J o h a n n e s v o n
S a l e s b u r y ( † dagger; c. 1180). Dann kommt es in den maccaronischen
Gedichten des A n t o n i u s d e A r e n a († 1544): "Ad compagnones", im
dritten Verse des "consilium pro dansatoribus" zu "Experto crede Roberto"
erweitert, vor, was N e a n d e r "Ethice vetus et sapiens" (Leipz. 1590, S.
89) als sprichwörtlich anführt. Ed. F o u r n i e r "l'Esprit des Autres" (6.
Ausg. 1881, S. 32) citiert einen mittelalterlichen Vers: "Quam subito, quam
certo, experto crede Roberto". Endlich wird in M o s c h e r o s c h s 1643
erschienenen "Gesichte Philanders von Sittewald" (in "der Welt Wesen") als
ratgebender Führer des Autors erwähnt:
Expertus Robertus.—
Das Wort Ve r g i l s:
Sic vos non vobis,
ist uns vom jüngeren D o n a t u s ("Leben des Vergil", 17) also überliefert:
Vergil habe einst an das Thor des Augustus ein für den Kaiser
schmeichelhaftes Distichon anonym angeschrieben. Bathyll, ein schlechter
Dichter, habe sich für den Verfasser ausgegeben und sei deshalb von
Augustus mit Ehren und Gaben bedacht worden. Um die Blösse des
unverschämten Poeten aufzudecken, schrieb Ve r g i l darauf den obigen
Halbvers viermal unter einander an das Thor. Augustus forderte die
Ergänzung dieses Versanfangs. Vergebens versuchten sich Einige daran. Da

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kam endlich Vergil, und nachdem er unter das erst erwähnte Distichon die
Worte gesetzt hatte: "Hos ego versiculos feci, tulit alter honores" (Ich
schrieb hier diese Verschen, die Ehren ein And'rer davontrug) ergänzte er
die Anfänge so:
Sic vos non vobis nidificatis aves,
Sic vos non vobis vellera fertis oves,
Sic vos non vobis mellificatis apes,
Sic vos non vobis fertis aratra boves.
d. i.:
So bau't ihr Nester, o Vögel, nicht für euch,
So trag't ihr Wolle, o Schafe, nicht für euch,
So mach't ihr Honig, o Bienen, nicht für euch.
So zieh't ihr Pflüge, o Rinder, nicht für euch.—

Horaz (65-8 v. Chr.) gab 24 oder 23 v. Chr. die drei ersten Bücher seiner
"Oden" heraus; aus diesen ist in Deutschland geläufig I, 1, 7:
Mobilium turba Quiritium,
Die Schaar der wankelmütigen Quiriten;
I, 3, 9:
Aes triplex circa pectus,
Mit dreifachem Erz gepanzert.
I, 3, 37:
Nil mortalibus arduum est,
Nichts ist Sterblichen allzuschwer;
I, 4, 15:
Vitae summa brevis spem nos vetat inchoare longam,

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Die kurze Summe des Lebens verbietet uns eine lange Hoffnung
anzufangen;
I, 9, 13:
Quid sit futurum cras, fuge quaerere,
Was morgen sein wird, frage nicht;
I, 11, 8:
Carpe diem,
Beute den Tag aus;
I, 16, 22:
Compesce mentem
Beherrsche deinen Unmut;
I, 22, 1:
Integer vitae scelerisque purus,
Der im Wandel Reine und von Schuld Freie;
I, 24, 7:
Nuda . . . Veritas
die nackte Wahrheit;
I, 24, 9:
Multis ille bonis flebilis occidit,
Von vielen Guten beweint, starb er hin;
I, 28, 15:
Omnes una manet nox,
Auf Alle harrt ein und dieselbe Nacht;
I, 32, 1:

Page 431

Poscimur,
Wir werden vom Geist ergriffen;
(vrgl. O v i d, "Metam." 5, 333).—
"Oden" II, 3, 1:
Aequam memento rebus in arduis
Servare mentem.
Bedenk' es, wie du standhaft im Ungemach
Den Gleichmut wahrest;
II, 3, 25:
Omnes eodem cogimur,
Zum selben Ort hin (d. h. zum Orcus) müssen wir Alle;
II, 6, 13:
Ille terrarum mihi praeter omnes
Angulus ridet,
Jenes Plätzchen lächelt mir vor allen anderen auf der Erde zu,
was sich als Hausinschrift nicht selten findet;
II, 10, 5:
Aurea mediocritas,
Goldene Mittelstrasse
II, 14, 1 u. 2:
Eheu fugaces, Postume, Postume
Labuntur anni . . .
O weh, die Jahre, Postumus, Postumus,
Entgleiten flüchtig . . .
II, 16, 27:

Page 432

Nihil est ab omni
Parte beatum;
Es giebt kein vollkommenes Glück.—
"Oden" III, 1, 1:
Odi profanum vulgus et arceo;
Ich hasse die uneingeweihte Menge und halte sie fern;
III, 1, 2:
Favete linguis!
Hütet die Zungen! (d. h. zanket und schwatzet nicht! seid
andächtig!)
Aus C i c e r o (de divin. I, 45, 102 u. II, 40, 83) ergiebt sich, dass dieser Ruf von Alters her
bei öffentlichen Religionshandlungen in Rom üblich war.
III, 3, 1:
Iustum et tenacem propositi virum;
Den Biedermann, der seinem Entschlusse treu;
III, 3, 7:
Si fractus illabatur orbis,
Impavidum ferient ruinae;
Ob berstend auch einstürzt der Himmel,
Stirbt in den Trümmern der Held doch furchtlos;
III, 4, 65:
Vis consili expers mole ruit sua;
Kraft ohne Weisheit stürzt durch die eig'ne Wucht;
III, 16, 17:
Crescentem sequitur cura pecuniam;

Page 433

Dem wachsenden Geld folgt die Sorge;
III, 24, 6:
dira necessitas;
Die furchtbare Notwendigkeit;
III, 29, 55:
Mea virtute me involvo;
Ich hülle mich in meine Tugend ein;
III, 30, 1:
Exegi monumentum aere perennius;
Ein Denkmal habe ich mir gesetzt, dauernder als Erz:
III, 30, 6:
Non omnis moriar,
Nicht ganz werde ich sterben.—
"Oden" IV. Buch (ersch. um 18 v. Chr.) 1. 3:
Non sum qualis eram;
Ich bin nicht mehr, der ich war;
(vrgl. O v i d, "Tristia" 3, 11, 25: "Non sum qui fueram");
IV, 7, 16:
Pulvis et umbra sumus;
Staub und Schatten sind wir;
(vrgl. Kap. X. P i n d a r "Pyth." 8, 136, ferner S o p h o k l e s "Elektra" 1159 und
E u r i p i d e s "Meleagros" Frg. 536, ed. Nauck).
Aus IV. 9, 45:
"Non possidentem multa vocaveris
Recte beatum"

Page 434

"Nicht den, der viel besitzt, wirst du mit Recht glücklich nennen"
mag der Widerspruchsgeist
Beati possidentes!
Glücklich die Besitzenden!
entwickelt haben. Dieser Ausdruck wurde durch die Juristen üblich, die
nicht im "Corpus iuris", wohl aber sonst oft von "beatitudines possessionis"
("Vorteilen, die der Besitz gewährt") und von "beati possidentes" reden.
IV, 12, 28:
Dulce est desipere in loco,
Lieblich ist's, zu seiner Zeit den Thoren spielen,
was S e n e c a ("De tranquill. anim." 15, g. End.) in der Form "aliquando et
insanire iucundum est" auf einen griechischen Dichter zurückführt.
Vielleicht meint er M e n a n d e r s "καὶ συμμανῆναι δ' ἔνια δεῖ", "man muss
mit Andern auch mal thöricht sein" (bei Clemens Alexandrinus "Stromat."
VI, p. 204; Bentley: συμμανῆναι für συμβῆναι).—
Aus den "Epoden" (um 30 v. Chr.) des H o r a z ist bekannt 2, 1:
Beatus ille, qui procul negotiis
(Ut prisca gens mortalium)
Paterna rura bobus exercet suis
(Solutus omni fenore;)
Glückselig, wer dem Treiben der Geschäfte fern
Gleichwie die Menschheit alter Zeit
Mit eignen Rindern sein ererbtes Gut bepflügt
Von allen Wucherplagen frei.—
Den "Satiren" des Horaz entnehmen wir I (ersch. 35 v. Chr.) 1, 24:
(Quamquam) ridentem dicere verum
(Quid vetat?)
(Doch) lächelnd die Wahrheit sagen (was hindert daran?),

Page 435

welche Stelle meistens umgeändert wird in:
Ridendo dicere verum.
I, 1, 69 und 70:
Mutato nomine de te fabula narratur;
Die Geschichte handelt von dir, nur der Name ist geändert;
I, 1, 106:
Est modus in rebus, sunt certi denique fines;
Es ist Mass und Ziel in den Dingen, es giebt, mit einem Worte,
bestimmte Grenzen;
I, 3, 6:
ab ovo usque ad mala;
Vom Ei bis zu den Äpfeln,
d. h. vom Anfange des Mahles, wo Eier gereicht wurden, bis zu dessen
Ende, wo man die Früchte auftrug, bedeutet: "von Anfang bis zu Ende,
ohne Unterlass, ohne Unterbrechung".
Aus "Sat." I, 4, 34:
dummodo risum
Excutiat sibi, non hic cuiquam parcet amico,
Wenn er nur Lachen für sich erweckt, wird er keinen Freund
verschonen,
entstand wohl das schon bei Q u i n t i l i a n "de institut. orat." 6, 3, 28 als
sprichwörtlich angeführte (Propositum illud:
Potius amicum, quam dictum perdendi)
Lieber einen Freund verlieren, als einen Witz.
(B o i l e a u, Sat. 9, 22 hat:
Mais c'est un jeune fou qui se croit tout permis,
Et qui pour un bon mot va perdre vingt amis.

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Q u i t a r d "Dictionnaire des proverbes", Paris 1842, p. 44 führt auf: "Il vaut mieux perdre
un bon mot qu'un ami").—
"Sat." I, 4, 62 sagt H o r a z, nachdem er ein klangvolles Fragment des
E n n i u s angeführt hat:
"invenias etiam disiecti membra poetae".
(Nach W i e l a n d: "Ihr werdet auch in den zerstückten Gliedern den
Dichter wieder finden"). Daraus stammt unser:
disiecta membra poëtae.
H o r a z scheint dies Wort dem P o l y b i u s zu verdanken, nur dass er es
anders verwendet. Letzterer meint (1, 4), wer nur Einzelforschungen treibe,
könne aus den Bruchstücken nicht auf den grossen Gang und
Zusammenhang der Geschichte schliessen, ebenso wenig, wie Die, welche
nur "die zerstreuten Gliedmaassen" ("διεῤῥιμμένα τὰ μέρη") eines Körpers
vor sich sähen, aus dem Einzelnen nachweisen können, wie das Ganze in
seiner lebendigen Schöne gewesen sei.
I, 4, 85:
Hic niger est, hunc tu, Romane, caveto,
Das ist eine schwarze Seele; vor ihm, o Römer, hüte dich;
I, 5, 100:
Credat Iudaeus Apella,
Das glaube der Jude Apella,
(d. h.: Glaube es, wer es will; ich glaube es nicht);
I, 9, 59:
Nil sine magno vita labore dedit mortalibus,
Das Leben gab dem Sterblichen Nichts ohne grosse Arbeit;
I, 9, 71:
Unus multorum.
Einer von den Vielen, vom grossen Haufen, ein Dutzendmensch;

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I, 9, 78:
Sic me servavit Apollo,
So hat mich Apollo gerettet;
ein Anklang an das homerische ("Iliade" 20, 443) "τὸν δ' ἐξήρπαξεν Ἀπόλλων"—"doch
schnell entrückt ihn Apollon", nämlich den von Achill bedrängten Hektor.
I, 10, 72:
Saepe stilum vertas,
Oft wende den Griffel,
d. h. "feile den Ausdruck" (indem du mit dem oberen breiteren Ende des
Griffels verwischest, was du mit dem unteren spitzen in die Wachstafel
gegraben hast).
"Satir." II, (wahrscheinlich 30 v. Chr.) 1, 27 steht:
". . . . quot capitum vivunt, totidem studiorum
Milia"—
woraus mit Anlehnung an des Terenz ("Phormio" 2, 4) "Quot homines, tot
sententiae" gebildet wurde:
Quot capita, tot sensus!
So viel Köpfe (es giebt), so viele Meinungen (giebt es);
II, 2, 17 u. 18:
—cum sale panis
Latrantem stomachum bene leniet,
"Brot mit Salz wird den bellenden Magen gut besänftigen",
woraus wir entnehmen:
Bellender oder knurrender Magen.
II, 3, 243 lesen wir von den Söhnen eines Reichen, die das Teuerste,
Nachtigallen, massenhaft zu vertilgen liebten:
Par nobile fratrum,

Page 438

Ein edles Brüderpaar, so wie man höhnisch sagt: "ein Paar nette
Burschen!"
II, 6, 1 steht:
Hoc erat in votis;
Dies gehörte zu meinen Wünschen!
II, 6, 49:
Fortunae filius,
Sohn des Glücks oder Glückskind.—
Die "Episteln" des Horaz bieten I (ersch. 20 od. 19 v. Chr.) 1, 14:
Iurare in verba magistri,
Auf des Meisters Worte schwören;
I, 1, 54:
(O cives, cives, quaerenda pecunia primum est;)
Virtus post nummos;
Bürger, o Bürger, ihr müsset zunächst Reichtümer erstreben;
Tugend erst nach dem Gelde!
I, 1, 76 nennt H o r a z das römische Volk:
belua multorum capitum,
Ein vielköpfiges Ungeheuer,
oder wie wir auch übersetzen hören:
eine vielköpfige Bestie;
I, 2, 14:
Quidquid delirant reges, plectuntur Achivi;
Wie auch immer die Könige (Agamemnon und Achilles) wüten, die
Griechen, sie büssen's (d. h. das Volk büsst es);

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I, 2, 16:
Iliacos intra muros peccatur et extra;
G'rade wie drinnen in Ilions Burg wird draussen gefrevelt;
I, 2, 40:
Dimidium facti, qui coepit, habet;
wer nur begann, der hat schon halb vollendet,
was dem bei Aristoteles viermal (s. im Index von Bonitz "ἥμισυ")
vorkommenden Sprichwort ("ἡ ἀρχὴ ἥμισυ παντός", "der Anfang ist die
Hälfte des Ganzen") nachgebildet ist, welches Lucian ("Hermotimos" 3)
fälschlich dem Hesiod zuschreibt, während es Jamblichus dem Pythagoras
("Leben d. Pyth." 29) zuweist. Der horazische Vers schliesst mit den Worten
(vrgl. Kap. X.: Theognis):
Sapere aude
Wage es, weise zu sein!
I, 2, 62:
Ira furor brevis est;
Der Zorn ist eine kurze Raserei;
I, 2, 69:
Quo semel est imbuta recens, servabit odorem
Testa diu.
Lange wird neues Geschirr noch d a n a c h riechen, womit man's
Füllte zuerst.
I, 6, 67 enthält:
Si quid novisti rectius istis,
Candidus imperti; si non, his utere mecum;
Wenn du was Besseres weisst, als dies hier,

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Teil' es mir redlich mit; wenn nicht, so benutze, wie ich, dies;
was an des I s o k r a t e s (436-339 v. Chr.) Wort anklingt ("Ad Nicocl." §
39): "χρῶ τοῖς εἰρημένοις, ἢ ζήτει βελτίω τούτων". "Benutze das Gesagte,
oder suche etwas Besseres, als dies!"
I, 10, 24:
Naturam expollas furca; tamen usque recurret;
Treibst du Natur mit dem Knüppel auch aus, sie kommt doch zurück
stets,
(s. Kap. V: "Chassez le aturel etc.").—
I, 11, 27:
Caelum non animum mutant, qui trans mare currunt;
Wer über See geht, der wechselt das Klima und nicht den Charakter;
H o r a z entlehnte diesen Gedanken den Griechen.
Schon A e s c h i n e s (in "Ctesiph." 78) sagte: "ὅστις ἐστὶν οἴκοι φαῦλος, οὐδέποτ' ἦν ἐν
Μακεδονίᾳ καλὸς κἀγαθός· οὐ γὰρ τὸν τρόπον ἀλλὰ τὸν τόπον μετήλλαξεν"—"Wer
daheim ein Feigling ist, war nie in Macedonien ein Held; denn er wechselte nicht den
Charakter, sondern den Ort". Und vor ihm B i a s (s. Stobacus "Floril." p. 51 ed. Gessner):
"Τόπων μεταβολαὶ οὔτε φρόνησιν διδάσκουσιν, οὔτε ἀφροσύνην
ἀφαιροῦνται"—"Ortswechsel belehrt weder den Verstand, noch nimmt er Einem den
Unverstand".—
I, 11, 28 bietet (vielleicht nach des Aristophanes "Fröschen", 1498, wo
"διατριβὴ ἀργός", "faule Thätigkeit" vorkommt): "strenua . . . . inertia",
woraus unser
geschäftiger Müssiggang
entsprungen ist, wenn wir es nicht aus des P h a e d r u s 2, 5 "occupata in
otio" oder aus S e n e c a s ("Üb. d. Kürze d. Leb." 11. g. E.) "desidiosa
occupatio", (ebenda 12) "iners negotium", und ("Üb. d. Ruhe d. Seele" 12)
"inquietam inertiam" herleiten wollen. Joh. Elias S c h l e g e l s Lustspiel
"Der geschäftige Müssiggänger" (im vierten Bd. von Gottscheds "Deutscher
Schaubühne . . ." Lpz. 1743) machte das Wort in Deutschland geläufig.—
I, 12, 19 steht:
Concordia discors

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Zwieträchtige Eintracht,
(O v i d, "Metam." 1, 433 hat: discors concordia);
I, 17, 35:
Principibus placuisse viris, non ultima laus est,
Wer den vorzüglichsten Männern gefiel, dess Ruhm ist gering nicht;
Danach schrieb M a r c e l l i n u s in seinem Leben des "Thukydides" § 35:
"ὁ γὰρ τοῖς ἀρίστοις ἐπαινούμενος καὶ κεκριμένην δόξαν λαβὼν
ἀνάγραπτον εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον κέκτηται τὴν τιμήν;" "Wer von den
Besten gelobt wurde und diesem Lobe entsprach, dess Ruhm wird ewig
unvergänglich sein"; und dann S c h i l l e r im "Prolog" (1798) zu
"Wallensteins Lager":
(Denn) wer den Besten seiner Zeit genug
Gethan, der hat gelebt für alle Zeiten.—
I, 17, 36 finden wir:
Non cuivis homini contingit adire Corinthum;
Nicht einem Jeglichen wird es zu Teil, nach Korinth zu gelangen;
(d. h. hier: das Höchste zu erreichen. Es ist die Übersetzung des
griechischen Sprichworts "οὐ παντὸς ἀνδρὸς εἰς Κόρινθον ἔσθ' ὁ πλοῦς",
dessen frivole Deutung man G e l l i u s 1, 8, 4 nachlesen kann. Korinth bot
aber auch ideale Genüsse und die Seefahrt von Rom dorthin war ein
Wagnis. Daraufhin zielt der horazische Vers.)
I, 18, 71 steht:
Et semel emissum volat irrevocabile verbum;
Und, einmal entsandt, fliegt unwiderruflich das Wort hin.—
I, 18, 84 steht:
Nam tua res agitur, paries cum proximus ardet;
Brennet des Nachbars Wand, so bist du selber gefährdet;
I, 19, 19:

Page 442

O imitatores, servum pecus;
O Nachahmer, sklavisches Gezücht!—
Aus dem zweiten Buch der "Episteln", das in den letzten Lebensjahren des
H o r a z erschien, ist 2, 102:
Genus irritabile vatum.
Das reizbare Geschlecht der Dichter.—
Aus der "Kunst zu dichten" des H o r a z entlehnen wir dem Verse 4 (mit
leichter Umwandlung) den Vergleich für eine unharmonische Dichtung:
Desinit in piscem mulier formosa superne;
In einen Fischschwanz endet das oberhalb prachtvolle Weibsbild;
aus Vers 5:
Risum teneatis, amici?
Würdet Ihr, Freunde, Euch da des Lachens erwehren?
Vers 9 u. 10:
Pictoribus atque poëtis
Quidlibet audendi semper fuit aequa potestas,
Maler und Dichter, erlaubt war stets euch jegliches Wagstück;
Vers 11:
Hanc veniam petimusque damusque vicissim;
Diese Vergünstigung fordern wir selbst und gewähren sie Ander'n;
als Citat wird dies ganz allgemein von gegenseitigen Diensten gebraucht; H o r a z bezieht
es auf die dichterischen Freiheiten, die er andern Poeten gestatten und sich selbst erlaubt
wissen will;
aus Vers 19:
non erat his locus;
Das war hier nicht am Platze;

Page 443

aus Vers 25 u. 26:
Brevis esse laboro obscurus fio;
Ich bemühe mich kurz zu sein und werde dunkel;
aus Vers 39 u. 40:
Versate diu, quid ferre recusent,
Quid valeant humeri;
Überleget euch lang', was die Schultern verweigern,
Was sie zu tragen vermögen;
Vers 78:
(Grammatici certant, et) adhuc sub iudice lis est,
Da sind die Forscher nicht eins, und der Streit hängt noch vor dem
Richter,
woraus das übliche Scherzwort entsprungen sein mag:
Darüber sind die Gelehrten noch nicht einig;
aus Vers 97:
sesquipedalia verba
ellenlange Wörter.—
Vers 147 rühmt von Homer, dass er den trojanischen Krieg nicht
ab ovo
vom Ei (der Leda an, aus dem Helena hervorging),
d. h. "vom ersten, entlegensten Anfang" an zu erzählen beginne, sondern
den Zuhörer (V. 148) sofort
in medias res
Mitten in die Dinge hinein
führe.—

Page 444

Vers 173 nennt den Greis:
Laudator temporis acti
Lobredner der Vergangenheit.—
Aus Vers 276: "Dicitur et plaustris vexisse poemata Thespis" (Man sagt,
dass Thespis seine Dramen auf Wagen umhergefahren habe) ist der
Thespiskarren
entlehnt. Doch irrt sich H o r a z in seiner Angabe, da der Wagen der ältesten
griechischen Komödie angehört, während Thespis der älteste attische
Tragödiendichter war.—
Vers 333 steht:
Aut prodesse volunt aut delectare poetae.
Entweder wollen die Dichter uns nützlich sein oder ergötzen.
Vers 343 spricht H o r a z vom Dichter:
(Omne tulit punctum qui miscuit) utile dulci
Jeglichen Beifall errang, wer Lust und Nutzen vereinte,
woraus die Redensart stammt:
Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.
Diese letzten Worte scheinen aus P o l y b i u s entlehnt zu sein, der (1, 4)
sagt, man könne "aus der Geschichte z u g l e i c h N u t z e n u n d
Ve r g n ü g e n schöpfen" ("ἅμα καὶ τὸ χρήσιμον καὶ τὸ τερπνὸν ἐκ τῆς
ἱστορίας λαβεῖν").
(S. auch L u c i a n "Wie man Geschichte schreiben muss" 9, "Über den Tanz" 33,
"Anacharsis" 6 u. 10.)—
Aus Vers 359:
Indignor, quandoque bonus dormitat Homerus.
Ich ärgere mich, wenn der vortreffliche Homer auch einmal schläft
(d. h. im Ausdruck nachlässig ist)
wird fälschlich als eine Entschuldigung für Schlummerköpfe citiert:

Page 445

Quandoque bonus dormitat Homerus.
Zuweilen schlummert ja selbst der vortreffliche Homer.—
Ebenso irrig ist oft aus Vers 361 das
Ut pictura poësis: . .
(Ein Gedicht gleicht darin einem Gemälde, dass . . .)
herausgerissen citiert worden, als bedeute es: "Malerei und Poesie haben
die gleichen Gesetze". (vrgl. Kap. X: "Simonides").—
Von einer Schrift, zu deren Lektüre man gern zurückkehrt, citiert man den
Ausgang des 365. Verses:
Decies repetita (poësis) placebit.
Zehnmal wiederholt, wird sie gefallen.
Solche Schrift wird zu jenen gehören, deren Verfasser das berühmte:
Nonumque prematur in annum,
Und bis ins neunte Jahr muss sie verborgen bleiben (d. h. gefeilt
werden),
den Ausgang des 388. Verses, beherzigt haben.—Von Einem, der sich als
Mann bewährt, sagen wir mit Vers 413:
Multa tulit, fecitque puer, sudavit et alsit,
Viel hat, in Hitze und Frost, schon als Kind er gethan und erlitten.—

Des Livius (59 v.-17 n. Chr.) Redewendung (4, 2, 11):
"potius sero, quam nunquam,"
(Lieber spät, als niemals),
citieren wir französisch:
Mieux vaut tard, que jamais.—

Page 446

Im L i v i u s steht (38, 25, 13): "cum iam plus in mora periculi quam in
ordinibus conservandis praesidii esset, omnes passim in fugam effusi
sunt"—"Als schon mehr Gefahr im Verzuge, als Hilfe im Aufrechterhalten
der Heeresordnung lag, strömten Alle in planloser Flucht auseinander".
Hieraus bildete sich das Wort:
periculum in mora,
Gefahr im Verzuge.
39, 26, 9 enthält das Drohwort "nondum omnium dierum solem
occidisse"—"es sei noch nicht die Sonne aller Tage untergegangen", was
wir kürzen zu:
Es ist noch nicht aller Tage Abend.—

Bei Tibull (54-19 v. Chr.) 2, 5, 23 steht:
Roma aeterna.
Das ewige Rom.—

Propertius (48-16 v. Chr.) bietet uns 2, 10, 5-6:
"Quod si deficiant vires audacia certe
Laus erit: in magnis et voluisse sat est,"
Wenn auch die Kräfte versagen, so wird doch das kühne Beginnen
Rühmlich sein: schon genügt's, hat man nur Grosses gewollt.
Joh. A g r i c o l a von Eisleben ("Terent. Andria" Berl. 1544, d. 4, 1) nennt dies eine
Sentenz Platonis. Wieso?—Anklingt T i b u l l s (4, 1, 7): "Est nobis voluisse satis"—"Uns
genügt's, gewollt zu haben".—
Aus des P r o p e r t i u s Pentameter (3, 21, 10):
Quantum oculis, animo tam procul ibit amor,
Wie aus den Augen sie schwand, schwand auch die Lieb' aus dem
Sinn,
scheint herzurühren:

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Aus den Augen, aus dem Sinn.—

Aus dem Pentameter des Ovid (43 v.-17 n. Chr.) "Heroiden" 13, 84:
"Bella gerant alii! Protesilaus amet" ist offenbar das berühmte Distichon
entstanden:
Bella gerant alii! tu, felix Austria, nube!
Nam quae Mars aliis, dat tibi regna Venus!
Kriegführ'n lasse die Andren! du, glückliches Österreich, freie!
Mehrer des Reiches ist Mars Anderen, Venus nur dir!
"Felix Austria" findet sich schon auf einem Siegel Herzog Rudolfs IV. vom Jahre 1363
(vrgl. Dr. Franz Kürschner: "Herzog Rudolfs IV. Schriftdenkmale"). Dass, wie man meinte,
Matthias Corvinus des Distichons Urheber sei, erwies Béla von Tóth als Irrtum (s. dessen
"Szájrul szájra" (von Mund zu Munde), Budapest 1895, S. 22-25). Bis jetzt ist der
ovidkundige Verfasser der Verse noch unerforscht.—
Aus Ovids "Amores" 3, 4, 17 stammt:
Nitimur in vetitum semper, cupimusque negata,
Zu dem Verbotenen neigen wir stets und begehren Versagtes;
oder wie es in einem Altdorfer Stammbuch v. J. 1722 übersetzt wird:
"Unser Tichten, Trachten, Ringen
Geht nur nach verbotnen Dingen."
(vrgl. "Deutsche Stammbücher" von den Gebrüdern Keil, 1893 No. 912).—
"Amor" 3, 8, 55 (und "Fasti" 1, 217) bieten:
Dat census honores,
Die Einkünfte geben die Ehren;
"Amor." 3, 11, 7 vrgl. "Ars amandi" 2, 178:
Perfer et obdura (dolor hic tibi proderit olim)
Trage und dulde: dir wird d e r Schmerz dermaleinst noch nützen.
("Tristia" 5, 11, 7 lautet: "Perfer et obdura, multo graviora tulisti", eine Übertragung von
H o m e r s "Odyss." 20, 18 [s. Kap. X]. Vor O v i d sang C a t u l l 8, 11: "Obstinata mente

Page 448

perfer, obdura", und H o r a z "Sat." 2, 5, 39: "Persta atque obdura").—
Brief 17, 166 steht:
An nescis longas regibus esse manus?
Weisst du denn nicht, wie weit reichet der Könige Hand?
Schon bei H e r o d o t (8, 140) heisst es von Xerxes: "καὶ γὰρ δύναμις ὑπὲρ ἀνθρώπον ἡ
βασιλέος ἐστι καὶ χεὶρ ὑπερμήκης", "denn der König hat auch die Gewalt über den
Menschen und eine über die Maassen lange (d. h. weitreichende) Hand".—
Aus O v i d s "Kunst zu lieben" ("Ars amandi") 1, 99 ist das Wort über die
Frauen bekannt:
Spectatum veniunt, veniunt spectentur ut ipsae,
Zum Seh'n kommen sie hin, hin kommen sie, dass man sie sehe.
Aus 2, 13 der "Kunst zu lieben" wird citiert:
Nec minor est virtus, quam quaerere,
Parta tueri.
Weniger schwer, als Erwerben, ist's nicht:
Erworb'nes bewahren;
wohl eine Reminiscenz aus D e m o s t h e n e s ("Olynth.") 1, 23, der da
sprach: "πολλάκις δοκεῖ τὸ φυλάξαι τἀγαθὰ τοῦ κτήσασθαι χαλεπώτερον
εἶναι", "oft scheint es schwerer zu sein, Schätze zu bewahren, als sie zu
besitzen".—Der 91. Vers der Ovidischen "Mittel gegen die Liebe"
("Remedia amoris") heisst:
Principiis obsta (sero medicina paratur).
Sträube dich gleich im Beginn (zu spät wird bereitet der Heiltrank).
Auch wird "Principiis obsta" oft aus dem Zusammenhange gerissen und
"wehre dich gegen Principien!" darunter verstanden. O v i d mag dabei an
des T h e o g n i s Rath gedacht haben (v. 1133):

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"Κύρνε, παροῦσι φίλοισι κακοῦ καταπαύσομεν ἀρχήν,
ζητῶμεν δ' ἕλκει φάρμακα φυομένῳ."
"Heilen wir, wo Freunde weilen,
Böses, Kyrnos, gleich zur Stunde!
Lass' uns mit dem Balsam eilen,
Wenn im Wachsen ist die Wunde!"—
Aus O v i d s "Metamorphosen" 1, 7 ist die Bezeichnung des Chaos
verbreitet:
Rudis indigestaque moles
Eine rohe, verworrene Masse;
"Met." 2, 13 und 14, bringt die Schilderung der Nymphen:
Facies non Omnibus una,
Nec diversa tamen (qualem decet esse sororum):
Nicht gleich sind alle von Antlitz,
Und doch auch nicht verschieden (so wie sich's gehöret bei
Schwestern);
"Met." 2, 137:
Medio tutissimus ibis
In der Mitte wirst du am sichersten gehen.
"Met." 3, 136 und 137:
Dicique beatus
Ante obitam nemo supremaque funera debet,
Niemanden soll man
Glücklich heissen, bevor er gestorben und eh' er begraben.
(vrgl. Kap. XII: "nemo ante mortem beatus".)
"Met." 5, 416-7:

Page 450

Si componere magnis parva mihi fas est,
Wenn es mir erlaubt ist, Kleines mit Grossem zu vergleichen,
(s. Kap. X: Herodot 2, 10 und 4, 99.);
"Met." 6, 376 die das Quaken der Frösche malenden Worte:
Quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere tentant,
Ob in der Tiefe sie quaken, sie quaken doch, nur um zu schimpfen;
"Met." 7, 20-1 die Worte der sich in aufkeimender Liebe zu Iason
überraschenden Medea:
Video meliora proboque;
Deteriora sequor.
Wohl seh' ich das Bess're und lob' es:
Aber ich folge dem Schlecht'ren.
(vrgl. Euripides: "Medea", 1078-9 und "Hippol." 380.)—
Aus "Met." 9, 711 stammt:
Pia fraus,
Frommer Betrug;
und aus "Met." 15, 234:
Tempus edax rerum,
Die Zeit, welche die Dinge zernagt;
(auch in den "Epistolis ex Ponto" 4, 10, 7 wendet Ovid "tempus edax" an. "Edax vetustas"
[zernagendes Alter] steht "Metam." 15, 872; vrgl. oben: "Zahn der Zeit").—
Aus O v i d s "Fasti" (Festkalender) 1, 218 wird citiert:
Pauper ubique iacet,
Ein Armer hat allerwärts einen niederen Stand,
und aus 6, 5:
Est deus in nobis, agitante calescimus illo,

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In uns wohnet ein Gott, wir erglüh'n durch seine Belebung.—
Aus O v i d s "Tristia" sind bekannt 1, 9, 5 u. 6:
Donec eris felix, multos numerabis amicos:
Tempora si fuerint nubila, solus eris
Freunde, die zählst du in Menge, so lange das Glück dir noch hold
ist,
Doch sind die Zeiten umwölkt, bist du verlassen allein;
(vrgl. T h e o g n i s 115, 643, 697, 857, 929 u. P l a u t u s "Stichus" IV, 1, 16.)—
"Trist." 3, 4, 25: "bene qui latuit, bene vixit" in der Form:
Bene vixit, qui bene latuit
Glücklich lebte, wer in glücklicher Verborgenheit lebte,
(nach Epikurs: "λάθε βιώσας", "bleibe verborgen im Leben!" s. Plutarch p. 1128 ff. u.
Useners "Epicurea" 1887, 8. 326 u. 327.)—
"Trist." 4, 3, 37:
Est quaedam flere voluptas!
Im Weinen liegt eine gewisse Wonne;
"Trist." 5, 10, 37:
Barbarus hic ego sum, quia non intelligor ulli,
Ein Barbar bin ich hier zu Land, da mich keiner versteh'n kann.—
In O v i d s "Briefen aus dem Pontus" 1, 2, 143 stammt das Wort:
Besser sein als sein Ruf,
denn er sagt dort von Claudia: "ipsa sua melior fama", sie sei selbst besser
als ihr Ruf. Dann erwidert Figaro auf Almavivas Vorwurf, er stehe in
abscheulichem Rufe (réputation), in "Figaros Hochzeit" (1784) 3, 3, von
B e a u m a r c h a i s: "Et si je vaux mieux qu'elle?" "Und wenn ich nun
besser bin, als mein Ruf?" Und in S c h i l l e r s "Maria Stuart" (1801) 3, 4
heisst es:
Ich bin besser, als mein Ruf.

Page 452

Auch G o e t h e verwendet das Wort gegen Ende des siebenten Buches von
"Dichtung und Wahrheit".
Des Perikles Wort bei Thucydides 2, 41: "Die Stadt sei noch besser, als ihr Ruf (ἀκοῆς
κρείσσων)" kann nicht als Quelle angesehen werden, weil der Sinn wesentlich abweicht.—
Ebenda bei O v i d 3, 4, 79 (s. oben: Properz 2, 10, 5-6) steht:
Ut desint vires, tamen est laudanda voluntas,
Wenn's auch an Kräften gebricht, so ist doch der Wille zu loben.—

Aus dem ersten (um 12 v. Chr. verf.) Buche der "Astronomica" des
Manilius wurde V. 104, der von der menschlichen Vernunft aussagt:
Eripuitque Jovi fulmen viresque tonandi,
Und selbst Zeus entriss sie den Blitz und die Donnergewalten,
vom Kardinal P o l i g n a c (1745. "Anti-Lucretius" 1, 96) in folgender
Umgestaltung gegen Epikur gerichtet, der den Griechen ihre Götter raubte:
Eripuit fulmenque Jovi Phoeboque sagittas.
Zeus entriss er den Blitz und dem Phoebus entriss er die Pfeile.
Hiernach schmiedete man in Paris für des Freiheitsapostels und
Blitzableiter-Erfinders, Benjamin F r a n k l i n s, Porträtbüste von Houdhon
den Vers:
Eripuit coelo fulmen, mox sceptra tyrannis,
Erst entriss er dem Himmel den Blitz, dann den Herrschern die
Scepter.
Nach Condorcet (Oeuvr. compl. Par. 1804. V. 230-1. "Vie de Turgot") war
der Minister T u r g o t ( † 1781) der Verfasser dieses Lobspruches, doch
mass sich Friedrich v . d . T r e n c k in seinem Verhör vor den Richtern zu
St. Lazare in Paris (9. Juli 1794) die Urheberschaft bei (s. G. Hiltl: "Des
Frh. v. Trenck letzte Stunden. Nach d. Akt. d. Droit publ. u. Archiv.
Mittheil." Gartenlaube 1863. No. I). Heute wird gewöhnlich citiert:
Eripuit coelo fulmen, sceptrumque tyrannis.—

Page 453

Klassischer Zeuge
beruht auf folgendem Satz des Verrius Flaccus (um Chr. G.) im Auszuge
bei Paulus Diaconus (p. 56, 15; Müller): "classici testes dicebantur qui
signandis testamentis adhibebantur"—"klassische Zeugen pflegte man die
zur Testamentsunterzeichnung Verwendeten zu nennen". Wir aber brauchen
das Wort verallgemeinernd, wie "sicherer Bürge".
"Classici" hiessen die zur ersten Vermögensklasse eingeschätzten Steuerzahler (vrgl. "infra
classem" bei Paul. Diac. p. 113, 12 u. Gellius VI, 13, 1).—

Im 6. Briefe des jüngeren Seneca (4-65 n. Chr.) heisst es:
Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
Lang ist der Weg durch Lehren, kurz und erfolgreich durch
Beispiele (s. Phaedrus 2, 2, 2: "exemplis discimus", "an
Beispielen lernen wir").—
Auf der Stelle des 7. Briefes:
Homines dum docent discunt
beruht:
Docendo discitur, oder: Docendo discimus
Durch Lehren lernen wir.—
Im 23. Briefe heisst es:
(Mihi crede,) res severa est verum gaudium,
(Glaube mir,) eine ernste Sache ist eine wahre Freude.
Diese Worte standen als Weihespruch am alten Gewandhause in Leipzig und stehen nun
wieder dort am neuen Konzerthause. Der Musikdirigent Langer übersetzte sie: "eine
schwere Sache ist ein wahrer Spass".—
Aus dem 96. Briefe wird citiert:
Vivere (mi Lucili) militare est,
Leben, mein Lucilius, heisst kämpfen,
(s. Kap. V: "ma vie est un combat").—

Page 454

Der 106. Brief schliesst mit dem vorwurfsvollen: "Non vitae, sed scholae
discimus" (leider lernen wir nicht für das Leben, sondern für die Schule).
Wir stellen es um und citieren belehrend:
Non scholae, sed vitae discimus,
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.—
Im 107. Briefe wird mit Anlehnung an Verse des Stoikers K l e a n t h e s (4.
Jahrh. v. Chr.), die E p i k t e t (c. 52. Ausg. v. Chr. Gottl. Heyne. Lpzg.
1783) überliefert, das Wort geschaffen:
Ducunt volentem fata, nolentem trahunt,
Den Willigen führt das Geschick, den Störrischen schleift es mit.—

Licentia poetica,
Poetische Licenz,
ist entlehnt aus S e n e c a s "Natural. quaest." II, 44, wo es heisst: "poeticam
ista licentiam docent". (vrgl. C i c e r o "de orat." 3, 38, wo "poetarum
licentiae" und P h a e d r u s 4, 25, wo "poetae more . . . et licentia" steht.
L u c i a n s "Gespräch mit Hesiod" nennt diese Licenz: τὴν ἐν τῷ ποιεῖν
ἐξουσίαν).—
Vielleicht ist auch
per aspera ad astra
über rauhe Pfade zu den Sternen
aus S e n e c a geschöpft, in dessen "rasendem Herkules" Vers 437 lautet:
Non est ad astra mollis e terris via.
Der Weg von der Erde zu den Sternen ist nicht eben.—
Das Wasser trüben
beruht auf Phaedrus (bl. etwa 30 nach Chr.), B. 1, Fab. 1, wo der am
oberen Laufe des Baches stehende Wolf komischerweise dem weiter unten
stehenden Lamme frech zuruft:

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Cur (inquit), turbulentam fecisti mihi
Aquam bibenti?
Warum hast du mir, der ich trinke, das Wasser trübe gemacht?
Von "Schafen", die "schöne Borne" durch "darein treten" "trübe gemacht" haben, ist
übrigens auch die Rede H e s e k i e l 34, 18-19 (vrgl. 32, 2 und 13).—
Die Verse des P h a e d r u s (I, 10):
Quicumque turpi fraude semel innotuit,
Etiamsi verum dicit, amittit fidem . . .
gab v o n N i c o l a y (1737-1820) in seinem Gedichte "Der Lügner" also
wieder:
Man glaubet ihm selbst dann noch nicht,
Wenn er einmal die Wahrheit spricht.
Danach hat sich die landläufig gewordene genauere Übertragung gebildet:
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht;
Selbst dann, wenn er die Wahrheit spricht.
Dieser Gedanke wird schon dem D e m e t r i u s P h a l e r e u s (4. Jahrh. v. Chr.)
zugeschrieben von Stobaeus ("Florileg." 12, 18).—
Behandelt ein äusserst Minderwertiger eine gefallene Grösse schlecht, so
reden wir vom
Eselstritt;
denn, als der Esel sah, wie P h a e d r u s (1, 21) erzählt, dass Eber und Stier
den sterbenden Löwen ungestraft misshandelten, da schlug er ihm mit den
Hufen ein Loch in die Stirn.—
In der Fabel des P h a e d r u s (1, 24) "Der geplatzte Frosch und der Ochse"
(Rana rupta et bos) heisst es vom Frosch, dass er, "vom Neid über solche
Grösse erregt" (tacta invidia tantae magnitudinis), sich so lange aufgebläht
habe (inflavit pellem), um ihr gleichzukommen, bis er "mit geplatztem
Leibe dalag" (rapto iacuit corpore). Daher sagen wir von einem
Dünkelhaften, er sei wie ein
aufgeblasener Frosch,

Page 456

oder kurzweg, er sei
aufgeblasen,
oder:
ein aufgeblasener Mensch;
und daher stammt auch M a r t i a l s in sechs Distichen (9, 98) zwölfmal
vorkommendes, gegen einen Neider seines Ruhmes gerichtetes "Rumpitur
invidia" und unser:
Vor Neid bersten oder platzen.
Die Fabel war nicht des P h a e d r u s Erfindung. Schon H o r a z kannte sie
(vrgl. "Sat." 2, 3, 314) und Ve r g i l ("Ecl." 7, 26) lässt Thyrsis singen:
"Pastores, hedera nascentem ornate poetam,
Arcades, invidia rumpantur ut ilia Codro."
"Schmücket, arkadische Hirten, den werdenden Dichter mit Epheu,
Dass dem Kodrus vor Neid die Eingeweide zerbersten".—

Valerius Maximus (bl. um 30 n. Chr.) spricht im "Prologus" von sich als
mea parvitas,
und A u l u s G e l l i u s (bl. um 150 n. Chr.) XII, 1, 24 sagt danach von
sich:
mea tenuitas,
Meine Wenigkeit,
was zuerst O p i t z ("Prosodia Germanica oder Buch von der Teutschen
Poeterey", Kap. 5, Brieg 1624) gebraucht.—

In des älteren Plinius (23-79 n. Chr.) "Natur. hist." 23, 8 heisst es in
einem Gegengiftrecept: "addito salis grano" (unter Hinzufügung eines
Salzkörnchens), was citiert wird umgestaltet in:

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cum grano salis
(mit einem Salzkörnchen, d. h. mit einem Bischen Witz).
Ebenda (29, 19) meldet P l i n i u s vom Basilisken, dass er den Menschen
tödten solle, wenn er ihn nur ansehe ("hominem si aspiciat tantum dicitur
interimere"). Daher unser:
Basiliskenblick.
(vrgl. unter Jesaias "Basiliskenei").—
Ein Wort, das P l i n i u s häufig im Munde führte:
Nullus est liber tam malus, ut non aliqua parte prosit,
Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht in irgend einer Beziehung
nütze,
wird vom j ü n g e r e n P l i n i u s in B. 3, Ep. 5 mitgeteilt.
(vrgl. Va r r o s (fr. 241, Bücheler): "neque in bona segete nullum est spicum nequam,
neque in mala non aliquod bonum"—"weder giebt's gute Saat ohne eine schlechte Ähre,
noch schlechte ohne irgend eine gute").—

Persius (34-62 n. Chr.) bietet in "Satire" 1, 1:
O quantum est in rebus inane;
O wie viel Leeres ist in der Welt;
in 1, 28:
At pulchrum est digito monstrari et dicier: hic est!
Schön ist's doch, wenn man auf dich zeigt und der Ruf tönt: Der
ist's!
(vrgl. H o r a z, Od. 4, 3, 22: "monstror digito praetereuntium");
und in "Satire" 1, 46, wie J u v e n a l 6, 164:
Rara avis
(Ein seltener Vogel)

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in dem uns geläufig gewordenen Sinn für "ein seltenes Wesen" überhaupt;
während Horaz ("Sat." II, 2, 26) die Worte zwar auch schon anwendet, aber
in nicht übertragener Bedeutung.—

Quintilian (um 35-95) fragt ("de institutione oratoria" 1, 6): "Dürfen wir
einräumen, dass einige Worte von ihren Gegenständen abstammen, wie
z. B. lucus, Wald, weil er, durch Schatten verdunkelt, nicht sehr licht ist
(luceat)?" Daher rührt:
Lucus a non lucendo.
Wald wird "lucus" genannt, weil es darin dunkel ist(non lucet),
was nach dem Scholiasten Lactantius Placidus (zu Statius "Achilleis" 3,
197) auf einen unbekannten Grammatiker L y k o m e d e s zurückgeht.
Aus 10, 7 ist:
Pectus est (enim) quod disertos facit (et vis mentis).
Sinn und Verstand ist's, was den Redner macht.
So übersetzte M. H a u p t, sehr gegen die Übersetzung eifernd: Das Herz
macht beredt.—
In Q u i n t i l i a n s "Declamationes" (350, Burmanns und Dussault) heisst
es: "caedes videtur significare sanguinem et ferrum"—"Mord" (d. h. in
juridischem Sinne) "scheint
Blut und Eisen
zu bedeuten" (d. h. eine Tödtung durch eine Eisenwaffe, die Blut fliessen
lässt). A r n d t mochte dies dunkel vorschweben als er sang (1800, in dem
Gedichte "Lehre an den Menschen" Str. 5; s. "Gedichte" Grfsw. 1811. S. 39-
41 und das Inhaltsverzeichnis):
"Zwar der Tapfre nennt sich Herr der Länder
Durch sein Eisen, durch sein Blut".
Nach ihm ruft Max v o n S c h e n k e n d o r f aus ("Das eiserne Kreuz"):
"Denn nur Eisen kann uns retten,

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Und erlösen kann nur Blut
Von der Sünde schweren Ketten,
Von der Bösen Übermut".
Und in einem Aufsatz S c h n e c k e n b u r g e r s "Über Deutschland und die
europäische Kriegsfrage" (geschr. Ende Okt. 1840, auszüglich abgedruckt
im "Schwäb. Merkur" v. 30. Aug. 1870) lesen wir: "Der bei den Franzosen
obwaltende Mangel an gediegener Volksbildung und echter Religiosität, das
reizbare, oberflächliche, aller Gründlichkeit bare, leidenschaftsloser
Belehrung unzugängliche, schnell absprechende Wesen ihres
Nationalcharakters, die grobe Entsittlichung beinahe aller Klassen
begründen meine Zweifel und scheinen für die absolute Notwendigkeit
einer Eisen- und Blutkur zu sprechen". Otto v o n B i s m a r c k aber
verlieh dem Wort erst Flügel, als er am 30. Sept. 1862 in der Abendsitzung
der Budgetkommission des preussischen Abgeordnetenhauses sprach:
"Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die grossen Fragen
der Zeit entschieden—das ist der Fehler von 1848 und 1849 gewesen—
sondern
durch Eisen und Blut".—

Lucanus (39-65 n. Chr.), "Pharsalia" 1, 128 bietet:
Victrix causa diis placuit, sed victa Catoni,
Die siegreiche Sache gefiel den Göttern, aber die unterliegende dem
Cato,
und 1, 135:
Stat magni nominis umbra,
Er steht da, der Schatten eines grossen Namens,
eigentlich vom Pompejus gesagt, verkürzt in:
Stat nominis umbra,
Eines Namens Schatten steht da,

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das Motto der "Juniusbriefe" (ersch. im "Public. Advertiser" vom 21. Jan.
1769-12. Mai 1772. London). In der "Pharsalia" 1, 256 steht:
Furor teutonicus,
Deutsches Ungestüm,
(vrgl. "Furia Francese").—

Petronius Arbiter (1. Jhrh. n. Chr.) bringt die Sentenz: "qualis dominus,
talis et servus", die wir also im Munde führen:
Wie der Herr, so der Knecht.—

Martial (um 40-102 n. Chr.) lässt 6, 19 den Advokaten Posthumus, der in
seiner Rede von Cannae, von Mithridates, von den Puniern, von Marius,
Sulla u. s. w. spricht, auffordern, zu den drei gestohlenen Ziegen
zurückzukommen, um die sich der Streit dreht. Diese Martialstelle bildet
die Grundlage der Redensart:
Um auf besagten Hammel zurückzukommen,
die in der französischen Farce des 14. oder 15. Jahrhundert "l'Advocat
Patelin"[65] vorkommt.
[65] L i t t r é "Histoire de la langue française", 5. éd., Paris 1869, Bd. 2, p. 30 u. 45
erklärt die Farce für anonym: der Verfasser müsse in den letzten Jahren des 14. und den
ersten des 15. Jahrhunderts gelebt haben (pag. 50). Schon 1470 (p. 46) kommt "pateliner"
vor. Pierre B l a n c h e t, dem man "Patelin" zuschrieb, starb 1519 als Sechzigjähriger, wäre
also 1470 erst ein zehnjähriger Knabe gewesen.
"Patelin, ein verhungerter Advokat, braucht für seine Frau und sich Tuch. Er tritt in den
Laden eines Tuchhändlers, den er durch Lobpreisungen seines verstorbenen Vaters und
seiner verstorbenen Tante rührt. Als er diese zum Geprelltwerden geeignete Stimmung im
Verkäufer erweckt hat, giebt er sich den Anschein, als sei er von der Güte eines Stückes
Tuch, das er in dem Laden erblickt, wie geblendet. Er sei nicht gekommen, um Einkäufe zu
machen, aber der Güte solcher Waren könne er nicht widerstehen, und wohl sehe er, dass
die ersparten Goldstücke, die er zu Hause liegen habe, heran müssten. Der Händler, den die
Aussicht auf ein vorteilhaftes Geschäft noch mehr für Herrn Patelin einnimmt, ist sofort
bereit, ihm sechs Ellen Tuch mitzugeben, und Herr Patelin ladet ihn ein, sich gleich seine
Bezahlung zu holen und bei ihm zu speisen. Der Tuchhändler kommt, vernimmt aber von
der Frau des Advokaten zu seinem Erstaunen, dass der Mann schon seit elf Wochen
gefährlich krank, gerade jetzt im Sterben liegt und also unmöglich heute Tuch gekauft
haben kann. Da er nun gar den Kranken selbst in verschiedenen Sprachen phantasieren
hört, so zieht er sich endlich, halb überzeugt, halb zweifelnd zurück. Bald darauf wird

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derselbe Tuchhändler von seinem Schäfer um Hammel betrogen und klagt. Der Schäfer
wendet sich an den Advokaten Patelin, der ihm den Rat erteilt, auf alle Fragen des Richters
nichts zu antworten als "Bäh". Im Termin erscheinen nun der Tuchhändler als Kläger und
der Schäfer als Verklagter in Begleitung seines Anwalts. Der Kläger ist über das
unerwartete Erscheinen Patelins so bestürzt, dass er seines Prozesses vergisst und den
Anwalt beschuldigt, ihn um sechs Ellen Tuch betrogen zu haben. Der Richter ruft ihm
daher zu:

Sus, revenons à ces moutons[66]!

Wohlan, lasst uns auf die besagten Hammel zurückkommen!

Da der Kläger trotzdem fortfährt, in der Auseinandersetzung des Thatbestandes das
gestohlene Tuch und die gestohlenen Hammel zu verwechseln, so wird er mit seiner Klage
abgewiesen."
[66] So heisst es in der letzten Ausgabe des "l'Advocat Patelin" vom B i b l i o p h i l e
J a c o b ( P a u l L a c r o i x ). In früheren heisst es:
à nos moutons!
und so wird es gewöhnlich in Frankreich citiert.—
(R a b e l a i s citiert das Wort bereits 1532, statt "revenir" stets "retourner" anwendend, in
"Gargantua und Pantagruel", 1, 1; 1, 11; 3, 34, G r i m m e l s h a u s e n "Der abenteuerliche
Simplicissimus", Mompelgart 1669 (herausg. von K e l l e r, Stuttgart 1854, I. S. 34), sagt:
"Aber indessen wieder zu meiner Heerd zu kommen". K o t z e b u e lässt im Lustspiele
"Die deutschen Kleinstädter" (Leipz. 1803) den Bürgermeister Staar zu Krähwinkel die
Worte sagen: "Wiederum auf besagten Hammel zu kommen". Auch im Englischen findet
sich jetzt das Wort. Es heisst in "German Home Life", Lond. 1876, p. 17: "But to return to
our sheep").—
M a r t i a l bietet ferner 8, 56:
Sint Maecenates, non deerunt, Flacce, Marones.
Wenn's Mäcene nur giebt, mein Flaccus, dann giebt's auch Vergile!

Der Name des
Maecen(as)
war durch die Gedichte des Vergil, Horaz und Properz zur typischen
Bezeichnung eines Gönners und Beschützers der Künste geworden und ist
es geblieben.—
Es heisst 12, 51:
semper homo bonus tiro est,
Ein guter Mensch bleibt immer ein Anfänger,

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(d. h.: er wird oft getäuscht, weil er immer unbefangen bleibt wie ein Kind).
Es wird auch citiert:
Bonus vir semper tiro;
denn so schrieb G o e t h e das Wort in seine "Maximen und Reflexionen"
(3. Abteilung).—
Aus "De spectaculis", 31;
Cedere maiori virtutis fama secunda est;
Illa gravis palma est quam minor hostis habet,

Wer dem Gewalt'geren weicht, dess Mut gilt gleichsam als zweiter;
Das ist der schmerzliche Ruhm für den geringeren Feind,

ist:
Cedo maiori
Vor dem Grösseren trete ich zurück

entlehnt (s. Kap. XII: "Der Starke weicht einen Schritt zurück").
Maiori cedo
lautet es in den Sentenzen der unter dem Namen "Dionysius Cato" schon im
4. Jahrh. bekannten Spruchsammlung.—

Aus Juvenal (etwa 47-113 n. Chr.) wird citiert Satire 1, 30:
Difficile est satiram non scribere;
Es ist schwer, (da) k e i n e Satire zu schreiben;
1, 74:
Probitas laudatur et alget;
Rechtschaffenheit wird gepriesen und friert dabei;
1, 79:
(Si natura negat) facit indignatio versum;

Page 463

Wenn das Talent es versagt, so schmiedet Entrüstung die Verse;
1, 168:
Inde irae et lacrumae,
Daher Zorn und Thränen,
was mit Anlehnung an Terenz, "Andria", 1, 1:
"Hinc illae lacrumae!"
umgemodelt wird zu:
Inde illae irae, oder Hinc illae irae;
(Daher jener Zorn).
2, 24:
Quis tulerit Gracchos de seditione querentes?
Wer wohl die Gracchen erträgt, die um Aufruhr Klagen erheben?
d. h. wer hört auf den, der das, wogegen er eifert, selbst thut? D. J. Strauss übersetzte:
"Ist es auch billig, darf man fragen,
Wenn Gracchen über Aufruhr klagen?"—

2, 63:
Dat veniam corvis, vexat censura columbas!
Alles verzeihen die Krittler den Raben und peinigen die Tauben;
(d. h.: die Sittenrichter sind milde gegen die Männer und streng
gegen die Frauen).
4, 91 steht:
Vitam impendere vero;
Sein Leben dem Wahren weihen,
(J. J. R o u s s e a u s Wahlspruch);
6, 223 höhnt ein herrisches Weib ihren Mann, der sich sträubt, einen
Sklaven ohne Schuldbeweis zu kreuzigen, dass er einen Sklaven für einen

Page 464

Menschen halte, und schliesst kategorisch:
Hoc volo, sic iubeo; sit pro ratione voluntas;
Ich will's: also befehl' ich's: statt Grundes genüge der Wille
(oft wird "Sic volo" etc. citiert; so von L u t h e r 31, S. 150).—
6, 242 und 243:
"Nulla fere causa est, in qua non femina litem
Moverit"
"Kaum giebt's einen Prozess, wo den Streit nicht hätte begonnen
Irgend ein Weib"
scheint die Grundlage manches Wortes zu sein. So heisst es in
R i c h a r d s o n s Romane "Sir Charles Grandison" (1753) 1, Brief 24:
"Such a plot must have a woman in it" (hinter solchem Anschlage muss eine
Frau stecken); und es wird häufig citiert:
"Cherchez la femme" oder "Où est la femme?"
J u v e n a l 7, 154 lesen wir von den Lehrern, die den Schülern bis zur
Erschlaffung immer wieder dieselbe Geistesspeise auftischen müssen:
Occidit miseros crambe repetita magistros.
Immer wieder aufgewärmter Kohl tötet die armen Schullehrer.
Hiernach entstand der Ausdruck
Kohl
für "langweiliges Geschwätz" (W e i g a n d nahm dies in der 1. Aufl. d.
"Wörterbuches" an, während er in der 2. Aufl. das Wort aus der
Gaunersprache herleitet. G r i m m s "Deutsch. Wörterb." hält aber die
Beziehung auf Iuvenal aufrecht).
Das Wort des J u v e n a l enthält eine Anspielung anf das griechische Sprichwort "δὶς
κράμβη θάνατος", "zweimal hintereinander Kohl ist der Tod" (vrgl. B a s i l i u s
M a g n u s, † 379, vol. 3, epist. 186 u. 187, ed. Hemsterhuys, und S u i d a s unter
"κράμβη"). Jedoch in Deutschland drang diese Anschauung nicht durch. So singt z. B.
Wilhelm Busch in "Max und Moritz" von dem Kohl der Witwe Bolte:
"Wofür sie besonders schwärmt,

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Wenn er wieder aufgewärmt".—

J u v e n a l 7, 202 liefert uns:
"Corvus albus",
Ein weisser Rabe,

als Bezeichnung für einen Ausnahmemenschen.—8, 83-84 heisst es:
"Summum crede nefas, animam praeferre pudori
Et propter vitam vivendi perdere causas".
"Als grösste Sünde gelt' es dir,
Der Ehre vorzuzieh'n das Leben
Und um das liebe Leben hier
Des Daseins Ziele aufzugeben!"
Hieraus wird citiert, es sei verwerflich:
propter vitam vivendi perdere causas,
und daraus dann die Warnung gemacht:
Non propter vitam vivendi perdere causas!—
10, 81 bietet als das Verlangen des römischen Volkes:
Panem et circenses;
Brot und Circusspiele;
10, 356:
Mens sana in corpore sano;
Gesunde Seele in gesundem Körper;
14, 47:
Maxima debetur puero reverentia.
Die höchste Scheu sind wir dem (zu erziehenden) Knaben schuldig.

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Tacitus (52-117 n. Chr.) nimmt sich in den unter Trajan geschriebenen
"Annalen" I, 1 vor,
sine ira et studio
Keinem zu Lieb' und keinem zu Leid
(eigentlich: "ohne Zorn und ohne Vorliebe", d. h. "ohne Parteilichkeit",
"vorurteilsfrei") zu schreiben, wobei ihm der S a l l u s tische Satz (51, 13)
vorschweben mochte: "in maxuma fortuna minuma licentia est; neque
studere, neque odisse, sed minume irasci decet" ("In der höchsten
Glückslage liegt die geringste Freiheit; man soll da weder Vorliebe, noch
Hass zeigen, am allerwenigsten aber Zorn").—
"Annalen" 1, 7 steht:
ruere in servitium,
sie stürzen sich in die Knechtschaft.—

Durch seine Abwesenheit glänzen
ist ein Taciteïscher Edelstein in Chénierscher Fassung. T a c i t u s erzählt
("Annalen", B. 3, letztes Kap.), dass, als unter der Regierung des Tiberius
Iunia, die Frau des Cassius und Schwester des Brutus, starb, sie mit allen
Ehren bestattet ward; nach römischer Sitte wurden dem Leichenzuge die
Bilder der Vorfahren vorangetragen;
"aber Cassius und Brutus leuchteten gerade dadurch hervor, dass
man ihre Bildnisse n i c h t sah";
"s e d p r a e f u l g e b a n t Cassius atque Brutus, eo ipso, q u o d
effigies eorum n o n v i s e b a n t u r".
Daraus machte J. C h é n i e r in der Tragödie "Tibère", 1, 1:
Cnéius: Devant l'urne funèbre on portait ses aïeux:
Entre tous les héros qui, présents à nos yeux,
Provoquaient la douleur et la reconnaissance,
Brutus et Cassius brillaient par leur absence.

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(Dem Aschenkruge voraus trug man die Bildnisse ihrer Vorfahren. Unter allen den Helden,
die unsern Schmerz und unsere Dankbarkeit weckten, glänzten Brutus und Cassius durch
ihre Abwesenheit.)—

Der jüngere Plinius (62-113 n. Chr.) teilt uns in Ep. VII, 9 mit: Aiunt
multum legendum esse, non multa.
multum, non multa,
Vieles, nicht vielerlei,
hat hierin seinen Ursprung, ebenso wie
non multa, sed multum.
Plinius meint wahrscheinlich die Stelle im Q u i n t i l i a n X, 1, 59: "multa
magis quam multorum lectione formanda mens" ("der Geist ist mehr durch
viele als durch vielerlei Lektüre zu bilden"), vrgl. auch "schrecklich viel
gelesen haben".—
Ep. VIII, 9 bietet "i l l u d i n e r s q u i d e m , i u c u n d u m t a m e n
n i l a g e r e" ("das zwar unerspriessliche, aber angenehme Nichtsthun"),
was wir in italienischer Form also citieren:
il dolce far niente.
Das süsse Nichtsthun.
Übrigens sagte bereits C i c e r o ("de oratore" II, 24): "Nihil agere . .
delectat", "Nichts thun ist angenehm": und wer weiss, wie Viele schon vor
ihm diese Bemerkung machten?—
Tres faciunt collegium,
Drei machen ein Kollegium aus,
ist ein "Digesten" 87, "de verborum significatione" 50, 16 in der Form:
"Neratius Priscus tres facere existimat collegium—" (Neratius Priscus
meint, dass drei ein Kollegium ausmachen) vorkommender Rechtsspruch,
welcher die Bedeutung hat, dass wenigstens drei Personen da sein müssen,
um die Grundlage einer Art der juristischen Person, einen Verein zu bilden.
(Priscus lebte um 100 n. Chr.) Im gewöhnlichen Leben besagt der Spruch,

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dass wenigstens drei Studenten im Auditorium sein müssen, wenn der
Professor lesen soll, oder dass ein Trinkgelage zu Dreien bereits behaglich
ist.—
Ultra posse nemo obligatur
Über sein Können hinaus ist Niemand verpflichtet
ist die Umformung des Rechtssatzes vom j ü n g e r e n Celsus (um 100 n.
Chr.): Impossibilium nulla obligatio est (s. "Digesten" Lib. 50, Tit, 17, L.
185).—
Klassischer Schriftsteller
stammt aus dem Satz des A. Gellius (XIX, 8, 15 Hertz; bl. um 125-175 n.
Chr.): "classicus adsiduusque scriptor, non proletarius". Nach sonstigem
Sprachgebrauche würde dies geheissen haben: "ein zur ersten
Vermögensklasse gehörender und zur höchsten Steuer verpflichteter
Schriftsteller, kein Proletarier", hier aber steht es zum ersten Male in der
übertragenen Bedeutung: "ein vornehmer Autor ersten Ranges, kein
untergeordneter" d. h. "ein mustergültiger Schriftsteller" (vergl. Ve r r i u s
F l a c c u s: "Klassischer Zeuge").—
Aus dem Satze des Tertullian (um 145-220 n. Chr.) "Über das Fleisch
Christi" 5: "Und gestorben ist Gottes Sohn; es ist ganz glaubwürdig, weil es
ungereimt ist. Und begraben, ist er auferstanden; es ist gewiss, weil es
unmöglich ist", hat sich entwickelt:
Credo, quia absurdum.
Ich glaube es, weil es widersinnig ist.
Diese Worte stehen n i c h t bei Augustinus, wie oft behauptet wird.—

Ulpian (um 170-228) schuf den Rechtssatz (Lib. 56 ad. Edict.—Digest.
XLVII, X, 1, § 5):
"Ein unseren Kindern zugefügtes Unrecht berührt unsere eigene Ehre so sehr, dass
einem Vater die Klage wegen erlittenen Unrechts auf seinen Namen zusteht, wenn ihm
einer den Sohn, selbst mit dessen Einwilligung, verkaufte; dem Sohn aber steht sie nicht
zu, weil das kein Unrecht ist, was einem geschieht, der es so haben will" ("quia nulla est
iniuria quae in voleutem fiat").
Aus den Schlussworten entwickelte sich das übliche

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Volenti non fit iniuria
(Dem, der es so haben will, geschieht kein Unrecht).—

In des Terentianus Maurus (nach L a c h m a n n Ende des 3. Jahrh. n.
Chr.) "Carmen heroicum", einem Teile seines Gedichtes "De literis, syllabis
et metris", lautet Vers 258:
(Pro captu lectoris) habent sua fata libelli.
(Ganz wie der Leser sie fasst,) so haben die Büchlein ihr Schicksal.


Roma locuta (est), causa finita (est)
Rom hat gesprochen, die Sache ist zu Ende
ist zurückzuführen auf Augustinus (354-430 n. Chr.), Sermo 131, No. 10:
"Iam enim de hac causa (Pelagiana) duo concilia missa sunt ad sedem
apostolicam. Inde etiam rescripta venerunt: c a u s a f i n i t a e s t; utinam
aliquando finiatur error". ("Denn es sind schon in Sachen des Pelagius zwei
Concilien zum päpstlichen Stuhle entsandt worden. Auch kamen von da die
Rescripte: die Sache ist zu Ende. Wenn doch einmal der Irrtum ein Ende
nähme!") Nämlich die Synoden zu Karthago und Mileve (416) untersuchten
den Gnadenbegriff des Pelagius. Infolgedessen wurden Pelagius und
Caelestius bis zum Widerruf exkomniuniciert. Innocenz I. bestätigte den
Synodalbeschluss, welchen Augustinus mit den angeführten Worten seiner
Gemeinde mitteilte. Wer aber hat zuerst die dem "Causa finita est"
voranstehenden Worte in: "Roma locuta est" zusammengezogen? (Die
Rescripte des Papstes vom Jahre 417 stehen bei Augustinus Epist. 181 und
182).—

Si vis pacem, para bellum,
Wenn du Frieden haben willst, sei kriegsbereit,
ist wohl den Worten des Vegetius (Ende 4. Jahrh. n. Chr.) entlehnt: "Qui
desiderat pacem, praeparet bellum" ("Epitome institutorum rei militar." 3.
prolog.)—

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O si tacuisses, philosophus mansisses
Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben
erklärt sich aus des Boëtius (um 473-525 n. Chr.) "Tröstung der
Philosophie" 2, 17:
"Als jemand einen Mann, der den falschen Namen eines Philosophen nicht zum Vorteil
wahrer Tugend, sondern aus hochmütiger Eitelkeit führte, mit Schmähung angegriffen und
hinzugefügt hatte, dass er bald erfahren würde, wenn jener nämlich die zugefügten
Beleidigungen sanft und geduldig trüge, ob derselbe ein Philosoph sei, so trug letzterer
einige Zeit lang Geduld zur Schau, und gleichsam höhnend über die erlittene Schmähung
fragte er: "Merkst Du nun endlich, dass ich ein Philosoph bin?" Darauf sagte der erste recht
beissend: "Intellexeram, si tacuisses" ("Ich hätt's gemerkt, wenn Du geschwiegen
hättest")". Mit anderen Worten: "Du wärst ein Philosoph geblieben, wenn Du geschwiegen
hättest". Ist die Bibel die erste Quelle dieses Wortes? In Hiob 13, 5 heisst es: "Wollte Gott,
ihr schwieget: so würdet ihr weise"; in Sprüche Salomonis 17, 28: "Ein Narr, wenn er
schwiege, würde auch weise gerechnet und verständig, wenn er das Maul hielte". Vielleicht
spielt der heilige B e r n h a r d († 1153) darauf an, wenn er in der "Praefatio in librum de
diligendo Deo" sagt: "Accipite de mea paupertate quod habeo, ne tacendo philosophus
puter" (Nehmt von meiner Armut an, was ich habe, damit ich nicht wegen meines
Schweigens für einen Philosophen gelte).—

In flagranti (crimine comprehensi)
Auf frischer That ertappt
stammt aus dem von Tribonian († 545) und neun anderen Juristen 529 n.
Chr. edierten "Codex Justinianeus", einem Teile des "Corpus iuris" (1. 13.
C. 9, 1). Dort steht: "in ipsa rapina et adhuc flagrante crimine
comprehensi."—
Ebendaher stammt (1. 27. C. 3, 28) das "levis notae macula adspergi", "mit
einem kleinen Schandflecken bespritzt werden", daher wir kurz sagen
levis nota
ein leichter Verweis.
(vrgl. "Handlexikon zu den Quellen des römischen Rechts" von H. G. Heumann. 6. Aufl.
1884.)—

Ut, re, mi, fa, sol, la, si,
die italienische Benennung der Töne durch G u i d o von A r e z z o (11.
Jahrh.), bildete man aus den Anfangssilben der ersten Strophe der

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sapphischen Ode von Paulus Diaconus († 797) an den heiligen Johannes:
Ut queant laxis resonare fibris
Mira gestorum famuli tuorum
Solve polluti labii reatum
Sancte Johannes!
Dass mit leichtem Herzen die Jüngerscharen
Deine Wunderthaten besingen können,
Nimm hinweg die Schuld von den Sünderlippen,
Heil'ger Johannes!
(Des Wohlklangs wegen setzten dann die Italiener für "ut" "do", während die Franzosen bei
"ut" blieben).—

Secunda Petri
oder:
Altera pars Petri
wird für "Urteilsvermögen" gebraucht nach dem 2. Buche "de iudicio"
("Über das Urteil") der "Sententiarum" des Petrus Lombardus († 1164).—

Das kanonische Recht enthält im 6. Buch der "Decretalen" (B. 5, Tit. 12,
Reg. 43) den Grundsatz von Bonifacius VIII. († 1303):
Qui tacet, consentire videtur.
Wer schweigt, von dem wird angenommen, dass er zustimmt.
Es erinnert an des S o p h o k l e s Worte ("Trach." 814): "οὐ κάτοισθ' ὅθ'
οὕνεκα ξυνηγορεῖς σιγῶσα τῷ κατηγόρῳ;"; "begreifst du nicht, dass du
durch dein Schweigen dem Ankläger beipflichtest?" (vrgl. auch
E u r i p i d e s "Orest." 1592 "Iphig. Aul." 1142 und T e r e n z "Eunuch" 3,
2). B o n i f a c i u s verbessert übrigens den zu weit greifenden Satz durch
den folgenden aus des P a u l u s lib. 56 ad Edictum (v. l. 142. D. 50, 17; l.
11 § 4. 7 D. 11, 1; l. 13 § 11 D. 19, 2) geschöpften: "Is qui tacet non fatetur,
sed nec utique negare videtur" ("Wer schweigt, pflichtet nicht etwa bei,

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sondern scheint nur nicht schlechtweg Nein zu sagen"), vrgl. Windscheid
"Pandekten" 1, § 72 u. 10.—

Aus der 1277 verfassten "Alexandrëis"[67] des P h i l i p p e Gualtier de
Châtillon (5, 301) stammt:
Incidis in Scyllam, cupiens vitare Charybdin,
Während du wünschst, die Charybdis zu meiden, verfällst du der
Scylla.
[67] Der Titel der ersten Ausgabe lautet: "Alexandri Magni Regis Macedonum vita per
Gualtherum Episcopum Insulanum heroico carmine elegantissime scripta. 1513"; und im 5.
Buch lesen wir dort:

"Incidis in scillam cupiens vitare caribdim".
Dieser Vers ist einem griechischen Sprichworte bei A p o s t o l i u s 16, 49
(Paroemiogr. Graeci ed. Leutsch II, 672) nachgebildet, das sich aus Homers
"Odyssee" (XII, 85-110) entwickelte, wo die Gefahren der beiden
Meeresstrudel Scylla und Charybdis zuerst geschildert werden. Auch setzt
man für "Incidis" "Incidit" und dann für "cupiens" "qui vult". Homerischer
als Gualtier sagen wir:
Aus der Scylla in die Charybdis gerathen;
denn Homer schildert die Scylla zuerst.—

Im Gedichte W. Langlands (Mitte des 14. Jahrh.) "Piers Ploughman's
Vision" V. 12, 908 heisst es:
Clarior est solito post maxima nebula (sic!) Phoebus.
Glänzender scheinet, als sonst, nach mächtigen Wolken die Sonne.
Das Citat ist in dieser unrichtigen Form durch Jahrhunderte bis in
B i n d e r s "Novus Thesaurus Adagiorum Latinorum" (2. Ausg., Stuttgart
1866) gewandert; berichtigt, enthält es das bekannte, schon in S e b a s t .
F r a n c k s "Sprichwörter" (1541, II, 104a) aufgenommene:
Post nubila Phoebus.

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(Nach Wolken die Sonne).
Vielleicht beruht das Wort auf Tobias 3, 23: ". . . nach dem Ungewitter
lässest du die Sonne wieder scheinen".—
In dulci iubilo . . .
In süssem Jubel . . .
beginnt ein Weihnachtslied, das aus einer des Mystikers S u s o Leben
enthaltenden Handschrift des 14. Jahrh. stammt und somit nicht, wie oft
behauptet wurde, von dem 1440 gest. P e t r u s D r e s d e n s i s herrührt (s.
Hoffmann v. Fallersleben: "In dulci jubilo" S. 8. Hannover 1854). Das Wort
findet sich später in Studentenliedern und hat dort den Sinn von in "Saus
und Braus".—
De omni re scibili et quibusdam aliis
Über alles Wissbare und einiges Andere
wird auf G i o v a n n i Pico, Graf. v. Mirandola († 1494) zurückgeführt, der
in Rom (1486) 900 Thesen bekannt machte, die er sich öffentlich zu
verteidigen erbot. In der elften rühmt er sich, vermittelst der Zahlen zur
Entdeckung und zum Verständnis von Allem zu gelangen, was man erfahren
könne (ad omnis scibilis investigationem et intellectionem). Citiert wird
auch:
De omnibus rebus et quibusdam aliis.—

Fortiter in re, suaviter in modo
Stark in der That, milde in der Art
ist zurückzuführen auf den vierten Jesuitengeneral Aquaviva (1543-1615),
der in "Industriae ad curandos animae morbos" (Venedig 1606) sagt: "Dass
die Art der Regierung stark und mild sein muss, lehrt nicht allein die sich
gleich bleibende Autorität der heiligen Väter, sondern das lehren auch in
reichem Masse unsere Satzungen", und nach weitläufiger Erörterung dieses
Grundsatzes schliesst: "F o r t e s i n f i n e a s s e q u e n d o e t
s u a v e s i n m o d o assequendi simus" (Lasst uns stark sein in der
Erreichung des Ziels und milde in der Art es zu erreichen). Wohl möglich,

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dass hierzu des Sophisten H i m e r i u s (4. Jahrh. n. Chr. "Or." 7, 15, Firmin
Didot) "πρᾷος τοὺς λόγους, ὀξὺς τὰ πράγματα", "mild im Reden, schneidig
im Handeln" die Anregung gab; während der Wortlaut aus der "Weisheit
Salomonis" zu stammen scheint, wo von der Weisheit geschrieben steht (8,
1): "Sie reichet von einem Ende zum andern gewaltiglich und regieret alles
wohl"; nach der Vulgata: "attingit ergo a fine usque ad finem fortiter et
disponit omnia suaviter".—

Nach B e r n e r s Vermutung ("Lehrb. d. deutsch. Strafrechts" 1879. S.
120. Anm.) ist der römische Rechtsgelehrte Prosper Farinacius (1544-
1618) der Urheber des Ausdrucks
Corpus delicti,
welchen K l e i n ("Grunds, d. gem. deutsch, peinl. Rechts" 1799. § 68)
zuerst mit
Thatbestand
übersetzt habe. Bei F a r i n a c i u s (1581. Quaest. I, n. 6) steht: "Primum
Inquisitionis requisitum est probatio corporis delicti", "Das erste
Erfordernis richterlicher Untersuchung ist die Prüfung des Thatbestandes",
und weiterhin (Quaest. 2, n. 1-30) handelt er eingehend vom "Corpus
delicti".—

Von dem Wittenberger Professor Friedrich Taubmann (1565-1613) ist:
Quando conveniunt Ancilla, Sibylla, Camilla,
Garrire incipiunt et ab hoc et ab hac et ab illa!
Ancilla, Sibylla, Camilla, wenn Die sich wiedersehn,
Gleich geht's mit Schnattern los über Die und dann Die und dann
Den!
was sich in der Form:

Quando conveniunt Margretha, Catharina, Sybilla (sic!) etc.

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wohl zuerst im "Kurtzweiligen Zeitvertreiber" von 1666, S. 56 findet. In der
Form:
Quando conveniunt Catharina, Sibylla, Camilla,
Sermones faciunt vel ab hoc vel ab hac vel ab illa
steht es als Kanon in G ö p e l s Kommersbuch, 2. Ausg., S. 357, No. 249.
In Grotefends grösserer latein. Grammatik (II, 87. 4. Aufl. 1824) heisst es
"Catharina, Rosina, Sibylla" u. sonst wie oben.—

Et in Arcadia ego
(Auch ich war in Arkadien)
setzte der Maler Bartolommeo Schidone (1559-1615) auf sein im Palast
Sciarra-Colonna in Rom befindliches Gemälde unter einen am Boden
liegenden Totenkopf, den zwei junge Hirten ergriffen betrachten. Bekannter
wurde jedoch das Wort durch Nic. P o u s s i n ( † 1663), der es auf dem
Grabhügel eines Landschaftsgemäldes anbrachte, welches im Louvre hängt
und in einer etwas veränderten, kleineren Wiederholung im Besitze des
Herzogs von Devonshire ist. Auch ist es als Basrelief auf Poussins
Grabmonument zu sehen, das Chateaubriand in San Lorenzo in Lucina zu
Rom setzen liess. In den Jahren 1765-80 wurde dann das Bild oft durch den
Stich verbreitet und von Oeser, Bach u. A. nachgeahmt. Die älteste deutsche
Übersetzung des Wortes ist wohl die in J. G. J a c o b i s "Winterreise"
(ersch. 1769, vrgl. seine "Sämtl. Werke", Halle 1770, II, S. 87): "Wenn ich
auf schönen Fluren einen Leichenstein antreffe, mit der Überschrift:
"A u c h i c h w a r i n A r k a d i e n"; so zeig' ich den Leichenstein
meinen Freunden, wir bleiben stehen, drücken uns die Hand und gehen
weiter".
So redet Joh. Benj. M i c h a e l i s in einem 1771 bei Gross in Halberstadt gedruckten
Brief an "An Herrn Canonicus Gleim" (31. 7. 1771) von einem "unvermuteten Grabmal
mit der Aufschrift: A u c h i c h w a r i n A r k a d i e n". In W i e l a n d s "Pervonte"
(1778) heisst es:

"Und auch nicht eine dieser Schönen
Schien nach der Grabschrift sich zu sehnen:
Auch ich lebt' in Arkadia!"
und am Schlusse:

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"Und ruft mit Wehmut aus: "Du arme Vastola,
Auch du warst in Arkadia!"
(D e l i l l e übersetzte es in seinem 1782 erschienenen Lehrgedicht "Les
Jardins", Str. 3, V. 139 mit: "Et moi aussi je fus pasteur dans l'Arcadie".)
Das letzte Stück von W e i s s e n s Kinderfreund (24. T. 1782) schliesst mit
dem Schäferspiel: "Das Denkmal in Arkadien"; und H e r d e r schreibt 1785
("Ideen" VII, 1, Werke, I. X. S. 41): "Auch ich war in Arkadien ist die
Grabschrift aller Lebendigen in der sich immer verwandelnden,
wiedergebärenden Schöpfung". S c h i l l e r beginnt seine "Resignation"
(1786): "Auch ich war in Arkadien geboren" (s. Kap. III), und H e r d e r
wiederum schliesst 1787 sein Gedicht "Die Erinnerung" (nach dem
Spanischen) mit dem entsetzlichen Reim:
"Lies die Inschrift glänzend schön:
Auch hier ist Arkadien!"
und 1789 sein "Angedenken an Neapel" fast noch ärger:
Doch ein Hauch wird lispelnd zu euch wehen;
Ich, auch ich war in Arkadien!
Garlieb M e r k e l s "Erzählungen" (1800) haben das Motto: "Auch ich war
in Arkadien", und Herzog E m i l A u g u s t v o n S a c h s e n - G o t h a
schrieb einen Roman: "Kyllenion, oder: Ein Jahr in Arkadien", Gotha 1815.
Endlich wählte G o e t h e "Auch ich in Arkadien" zum Motto beider, 1816
und 1817 erschienenen Bände seiner "italienischen Reise", während
E. T. A. H o f f m a n n in dem Motto zum 2. Abschnitt des 1. Bandes der
"Lebensansichten des Kater Murr" (Berl. 1821-2) wieder zu dem üblichen
"auch ich war in Arkadien" zurückkehrte.—
Vademecum
("Gehe mit mir") in der Bedeutung "Taschenbuch, Begleitbuch fürs Leben",
ist der Titel des Buches von J o h a n n P e t e r Lotichius: "Vade mecum
sive epigrammatum novorum centuriae duae", Frankfurt a. M. 1625
(Vademecum oder zwei Hunderte neue Epigramme). Als der
Horazübersetzer Pastor L a n g e über das kleine Format von L e s s i n g s
"Schriften" spöttelte: er wolle wohl seine gesammelten Werke zu einem
"Vademecum" machen, veröffentlichte dieser: "Ein Vademecum für den

Page 477

Herrn Sam. Gotth. Lange, Pastor in Laublingen, in diesem Taschenformate
ausgefertiget von Gottfr. Ephr. Lessing" (Berl. 1754). Hiernach bekam
"Vademecum" den spöttischen Sinn: "Denkzettel fürs Leben". Ohne Bezug
auf Litterarisches findet sich das Wort vor L o t i c h i u s in Frankreich, da
schon 1532 in des R a b e l a i s "Gargantua und Pantagruel" (II, 28) Panurge
ein Ledertäschchen sein "Vademecum" nennt.—

Pia desideria
Fromme Wünsche
ist der Titel einer Schrift des belgischen Jesuiten H e r m a n n Hugo
(Antwerpen 1627). Joh. Georg A l p i n u s übertrug sie unter dem Titel
"Himmelflammende Seelenlust. Oder Hermann Hugons Pia Desideria, d. i.
Gottselige Begierden u. s. w." (Frankfurt 1675). Der lateinische Titel wurde
1675 von Philipp Jakob S p e n e r für jene in der Geschichte der Religion
bedeutende Schrift gewählt, wodurch er, der Verinnerlichung des Glaubens
das Wort redend, der starren Orthodoxie gegenübertrat. Von da rührt der
Widerhall her, den das Wort bekam.—
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus autem
caritas,
In notwendigen Dingen Einheit, in zweifelhaften Freiheit, in allen
aber liebendes Dulden,
kommt in der Form vor: "si nos servaremus in necessariis unitatem, in non
necessariis libertatem, in utrisque charitatem, optimo certe loco essent res
nostrae" in "Paraenesis votiva pro Pace Ecclesiae. Ad Theologos
Augustanae Confessionis. Auctore Ruperto Meldenio Theologo". Diese
Schrift ist in zwei Exemplaren in Kassel und Hamburg wiederaufgefunden
worden und scheint (vrgl. Fr. Lücke: "Über das Alter u. s. w. des kirchlichen
Friedensspruches, In necessariis etc." Gött. 1850. S. 46.) dem Inhalte nach
zwischen 1622 und 1625 erschienen zu sein, der Titelvignette nach ist sie in
Frankfurt a. M. gedruckt. Über R u p e r t u s Meldenius ist sonst nichts
bekannt. Schon 1628 wird der Spruch, der vor Meldenius nicht
nachzuweisen ist, in einer in Frankfurt a. O. gedruckten Schrift eines
Gregor F r a n k in der Form angeführt: "servemus in necessariis unitatem,
in non necessariis libertatem, in utrisque charitatem".—

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Thomas Hobbes (1588-1679) sagt ("De Cive" Par. 1646; 1, 8): "Quoniam
autem jus ad finem frustra habet, cui jus ad media necessaria denegatur,
consequens est, cum unusquisque se conservandi jus habeat, ut unusquisque
jus etiam habeat u t e n d i o m n i b u s m e d i i s , e t a g e n d i
omnem actionem, sine qua conservare se non
p o t e s t"—"Weil dem, welchem man das Recht versagt, die nötigen Mittel
anzuwenden, das Recht, zum Zweck zu streben, nichts hilft, so folgt daraus,
dass, da Jeder das Selbsterhaltungsrecht hat, auch jeder berechtigt ist, a l l e
Mittel anzuwenden und jede That, ohne die er sich
s e l b s t n i c h t e r h a l t e n k a n n , z u v o l l z i e h e n". Hieraus
scheint der Satz
Der Zweck heiligt die Mittel
entnommen zu sein, der gemeinhin fälschlich als Quintessenz der
Jesuitenmoral gilt. Der Jesuitenpater Hermann B u s e n b a u m schreibt
allerdings in seiner "Medulla theologiae moralis" ("Kern der
Moraltheologie" 1650. Lib. IV, Cap. III, Dub. VII, Art. II § 3): "cum finis
est licitus etiam media sunt licita"—"da der Zweck erlaubt ist, sind auch die
Mittel erlaubt" und (Lib. VI, Tract. VI, Cap. II, Dub. II, Art. I § 8): "cui
licitus est finis, etiam licent media"—"Wem der Zweck erlaubt ist, dem sind
auch die Mittel erlaubt". An der ersten Stelle schliesst er aber ausdrücklich
verwerfliche Mittel aus und an der zweiten wird auch nur Zulässiges zur
Erreichung des Zwecks empfohlen. Man riss seine Worte aus dem
Zusammenhange und deutete sie so, als habe Busenbaum gemeint, man
dürfe sich zur Erreichung eines guten Zwecks schlechter Mittel bedienen,
weil diese dadurch geheiligt würden. P a s c a l scheint das zuerst in die Welt
gesetzt zu haben, da er (1656. "Les provinciales, ou lettres . . .", 7. lettre)
einen Jesuiten sagen lässt: "nous corrigeons le vice du moyen par la pureté
de la fin"—"wir verbessern die Lasterhaftigkeit des Mittels durch die
Reinheit des Zwecks".—
Einschneidender war aber P a s c a l, als er im 9. seiner "Lettres
provinciales" die jesuitische "doctrine des restrictions mentales" an den
Pranger stellte. Diese "r e s t r i c t i o m e n t a l i s", oder, wie wir heut
sagen:
reservatio mentalis,

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"der Gedankenvorbehalt des Eidleistenden" findet sich zuerst bei dem
Jesuiten Hermann Busenbaum (1600-68) in der "Medulla theologiae
moralis" (III, 2), nachdem schon der Jesuit S a n c h e z ("Opus morale",
Colon. 1614; III, 6, § 15) gesagt hatte: "si quis . . . iuret se non fecisse
aliquid, quod re vera fecit, vel aliam diem ab ea, in qua facit, vel quodvis
aliud additum verum, re vera non mentitur, nec est periurus . . ." ("Schwört
einer, er habe etwas nicht gethan, was er doch gethan hat, indem er einen
anderen Tag, als den der That, oder irgend etwas anderes
wahrheitsgemässes hinzufügt, so ist er thatsächlich kein Lügner oder
Meineidiger").—

Benedictus de Spinoza (1632-77) sagt im "Tractatus politicus" cap. 1, § 4
(1677): "Sedulo curavi,
humanas actiones non ridere, non lugere,
neque detestari, sed intelligere."
"Ich habe mich eifrig bemüht, des Menschen Thun weder zu belachen, noch
zu beweinen, noch es zu verabscheuen, sondern es zu begreifen". Und so
citieren wir auch, wenn wir von einem Philosophen sagen, er betrachte die
Dinge
sub specie aeternitatis,
(unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit),
den S p i n o z a, der in seiner "Ethik" (1677) den Satz aufstellt (5, 29-31),
der Geist sei ewig, "quatenus res sub aeternitatis specie concipit" ("insofern
er die Dinge unter der Form der Ewigkeit begreife").—
Im "Corpus Iuris Hungarici" (Tyrnaviae 1751, tom. II p. 424) findet sich im
Decretum II (M a r i a e II, Ungariae regis quadragesimi octavi) ann. 1751,
Artic. 37 die Wendung: ". . . miseram . . . contribuentem plebem gravantes
exactiones . . ." (die das arme zahlende Volk bedrückenden Steuern). Diese
Worte gelten als Quelle des üblichen:
misera contribuens plebs,
das arme steuerzahlende Volk.

Page 480

Da jedoch ein daktylischer Versschluss hierin erklingt, so könnte auch eine
noch unentdeckte ältere Dichterstelle zu Grunde liegen.—

Page 481

XII.

Geflügelte Worte aus der Geschichte.

Hellas.
Die Schiffe hinter sich verbrennen
pflegt man zu sagen, um damit auszudrücken: sich die Möglichkeit des
Zurückweichens abschneiden. P l u t a r c h "Über die Tugenden der Frauen"
erzählt unter "Trojanerinnen" (vrgl. Polyaenus: "Strat." 8, 25, 2), wie nach
Trojas Fall (12. Jahrh. v. Chr.) Flüchtlinge zu Schiff in die Tibergegend
verschlagen und dort dadurch sesshaft wurden, dass ihre klugen Weiber die
Schiffe verbrannten (κατέφλεξαν τὰ πλοῖα).
Schon D i o n y s v o n H a l i k a r n a s s 1, 52 erwähnt diese That und Ve r g i l ("Aen." 5,
605 u. 659 ff. u. 793-5) verlegt deren Schauplatz nach Sicilien und lässt die von Juno
angestiftete Iris den ersten Brand schleudern und die Trojanerinnen zur Nachahmung
aufreizen. Dass Ferdinand C o r t e z am 26. Juli 1519 in Mexiko bei Entdeckung einer
Verschwörung die Schiffe zerstören liess, um jede Verbindung nach aussen abzuschneiden,
ist erfunden. (Duro: "Las Joyas de Isabel la Católica, las Naves de Cortès y el Salto de
Alvacado". Madrid 1882).—

Nemo ante mortem beatus
(Niemand ist vor seinem Ende glücklich zu preisen)
ist die lateinische Abkürzung der Worte Solons († 559 V. Chr.): "πρὶν δ' ἂν
τελευτήσῃ, ἐπισχεῖν, μηδὲ καλέειν κω ὄλβιον, ἀλλ' εὐτυχέα". (H e r o d o t I,
32; A r r i a n, 7, 16, 7; s. auch S o p h o k l e s, Oedip. tyr. 1497-1500, Trach.
1-3 u. Ovid, Met. 3, 136-7 und Jesus Sirach 11, 29), die er zu dem lydischen
Könige
Krösus
sprach, dessen Name uns nach H e r o d o t I, 50 ff. und O v i d Trist. 3, 7, 42
zur Bezeichnung eines schwer Reichen dient.—

Page 482

A r i s t o t e l e s überliefert ("De partib. animal." I, 5), dass Heraklit (um
500 v. Chr.), als er sich in einem Backofen wärmte, seine Besucher getrost
eintreten hiess (ἐκέλευσε αὐτοὺς εἰσιέναι θαῤῥοῦντας), denn auch hier
seien Götter (εἶναι γὰρ ἐνταῦθα θεούς). Dies citieren wir in der lateinischen
Form:
Introite, nam et hic Dii sunt!
Tretet ein, denn auch hier sind Götter!
die man in der Vorrede zu Aulus Gellius unverbürgt las, bis Salmasius dafür
den heraklitischen Spruch "Vielwisserei belehrt den Geist nicht" richtig
setzte, und die uns als Motto von Lessings "Nathan" geläufig wurde.—

P l u t a r c h ("Themistokles" 3, "Aussprüche von Königen und
Feldherren", "Politische Aussprüche" 4, "Über den Forschritt in der
Tugend", "Vom Nutzen, den man aus seinen Feinden schöpfen kann"),
C i c e r o ("Tusculanae" 4, 19) und Va l e r i u s M a x i m u s (8, 14, externa
1) überliefern die Worte des Themistokles (527-460):
Der Sieg des Miltiades (bei Marathon) lässt mich nicht schlafen.


Xanthippe,
die Frau des Sokrates (um 469-399), ist die Bezeichnung einer ihren
Ehemann durch Gezänk plagenden Frau und überhaupt eines zänkischen
Weibes geworden. Das Volk macht daraus mit Betonung der ersten Silbe:
Zanktippe.
Diese Xanthippe hat nach C i c e r o ("Tusc." 3, 15, 31; vergl. "de off." 1,
26, 90) am Sokrates gerühmt, sein Gesichtsausdruck (vultus) sei beim
Ausgehen und beim Wiederkommen
Semper idem,
Immer derselbige,
gewesen, und der Erzähler fügt hinzu: "Jure erat semper idem vultus, cum
mentis, a qua is fingitur, nulla fieret mutatio" ("Mit Recht war der Ausdruck

Page 483

immer derselbe, weil der Geist, durch den er entsteht, unverändert blieb").
Uns wurde das aus dem Satzgefüge gelöste "semper idem" zum Wahlspruch
der Beständigkeit.—

Θάλαττα, θάλαττα!
Die See! die See!
war nach X e n o p h o n s "Anabasis" 4, 7, 17 der Freudenruf der nach der
Schlacht von Kunaxa (401 v. Chr.) übriggebliebenen zehntausend
griechischen Söldner des jüngeren Cyrus, als sie unter Xenophons Führung
heimziehend, das Meer wiedererblickten. Dies "Thalatta! Thalatta!" machte
erst H e i n e durch sein Gedicht "Meergruss" (1826-6. "Nordsee" 2. Cyklus
No. 1) weiteren Kreisen zum geläufigen Wort.—

Dionys der Ältere (Tyrann von Syrakus 405-367) kurierte den
Schmeichler D a m o k l e s, der ihn wegen seines Wohllebens für den
glücklichsten Sterblichen erklärt hatte, dadurch von seinem Wahn, dass er
ihn die Freuden der Königstafel kosten, aber über seinen Sitz ein blinkendes
Schwert an einem Pferdehaar von der Decke herab hängen liess und ihm
also bald klar machte, wie wenig glücklich der sei, über dessen Haupt der
Schrecken schwebe (vergl. C i c e r o "Tusc." 5, 21 u. G e l l e r t "Fabeln" B.
1). Danach wurde uns das
Damoklesschwert
ein Sinnbild mitten im Genuss drohender Gefahr.—

Der Cyniker Diogenes (412-323), erzählt D i o g e n e s L a ë r t i u s (VI,
2 n. 6, 41), zündete sich am Tage eine Laterne an, ging umher und sagte:
"Ich suche einen Menschen". Obschon P h a e d r u s (B. 3, 19) das Wort
dem A e s o p beilegt, so ist der
Diogeneslaterne
doch ihr Recht verblieben.
Auch das choragische Monument des Lysikrates zu Athen pflegt so bezeichnet zu werden.
Eine Nachbildung dieses Monuments stellte der Architekt F o n t a i n e in den ersten Jahren

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des 1. Empire auf einen südlich vom Schlosse St. Cloud bis Mitte Jan. 1871 befindlichen
Turm, der damals vom Mont Valérien aus zerstört wurde. Jeder Pariser kannte sie unter
dem Namen "Diogeneslaterne".—

Dem Demosthenes (385-322 v. Chr.) wirft sein Feind A e s c h i n e s
("geg. Ktesiph." 52) eine Anzahl neugebildeter Wörter und Redensarten vor,
worunter auch (für "Geld")
τὰ νεῦρα τῶν πραγμάτων,
nervus rerum,
Thatennerv.
Wenn also der Philosoph B i o n (bl. um 270 v. Chr.) sagte, "τὸν πλοῦτον
νεῦρα πραγμάτων", "Reichtum sei der Thatennerv" (s. Diog. Laërt. IV, 7 n.
3, 48), so ist er ebensowenig der Urheber des Wortes, wie es K r a n t o r, der
Schüler Platos, war, der (nach Sext. Empiricus "adv. Ethic." S. 557. Imm.
Bekker) den "Reichtum" sagen lässt: "ἐν μὲν εἰρήνῃ παρέχω τὰ τερπνά, ἐν
δὲ πολέμοις νεῦρα τῶν πράξεων γίνομαι", "im Frieden verschaffe ich
Freuden, im Kriege werde ich zum Thatennerv". Doch wandte K r a n t o r
das Wort zuerst auf den Krieg an. Auch C i c e r o nannte ("Philipp." 5, 2)
"nervos belli pecuniam", "Geld die Nerven des Krieges", und ("De imp. Cn.
Pomp." 7, 17) "vectigalia nervos rei publicae", "Steuern die Nerven des
Staates" und Vespasians Feldherr M u c i a n u s (s. Tacitus "Hist." 2, 84)
sagte oft, dass Gelder "belli civilis nervos", "die Nerven des Bürgerkrieges"
seien. P l u t a r c h ("Agis et Cleom.", 27) meint, dass der Mann wohl eine
tiefe Einsicht ins Kriegswesen gehabt habe, der da zuerst sprach: "τὰ
χρήματα νεῦρα πραγμάτων", "Geld ist der Thatennerv". Auch fand der
Gedanke dauernden Anklang. Wir begegnen ihm wieder bei den
S c h o l i a s t e n zu P i n d a r s "Olymp." 1, 4, bei L i b a n i u s, 4. Jahrh. n.
Chr. (Orat. 46, Vol. II, p. 477 ed. Reiske. Altenb. u. Lpzg. 1791-7), bei
P h o t i u s, um 250 n. Chr. ("Lexik." unter Μεγάνορος πλοῦτον), bei
S u i d a s, um 1000 n. Chr. (II, 1, 173 n. 970) u. s. w.
Dann sagte der deutsche Kaiser H e i n r i c h V. (1106-25) zum polnischen
Gesandten, stolz auf das Gold und Silber seines Schatzes deutend: "Dieser
nervus rerum agendarum

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soll euch (Polen) schon zu Paaren treiben" (vrgl. Arth. Kleinschmidt "Zur
Gesch. des Adels, bes. in Deutschl." in "Uns. Zeit" 1874. I, 147), und der
Marschall T r i v u l z i o sprach zu Ludwig XII. (1498-1515):
Zum Kriegführen sind dreierlei Dinge nötig, Geld, Geld, Geld!
(vrgl. "Kurtzweil. Zeitvertreib." o. O. 1668. S. 49-50).
M a c c h i a v e l l i hingegen bestreitet, dass Geld der Nerv des Krieges sei ("Discorsi"
1518 u. 1522, Überschr. d. 10. Kap. vom 2. B.) und führt das Wort auf Quintus Curtius
zurück, der es auf den Krieg zwischen Antipater und Sparta bezogen habe, wovon sich
jedoch in dem uns von Curtius noch Vorliegenden nichts findet. Ohne Angabe der Quelle
citieren das Wort ferner A g r i c o l a (No. 281 s. Sprichw. 1529: "Nervi bellorram
pecuniae") und R a b e l a i s ("Garg. u. Pant." 1, 46. Ao. 1533: "Les nerfs des batailles sont
les pécunes"), während C h a m p o l l i o n (1576 "De repbl.") wiederum meint, "Geld sei
der Staatsnerv" ("rei publicae nervos in pecunia consistere") u. s. w.—

Der Richtereid in Athen enthielt die Stelle (s. D e m o s t h e n e s "in
Timocr." 149-151 u. "de corona" z. A.): "ἀκροάσομαι τοῦ τε κατηγόρου καὶ
τοῦ ἀπολογουμένου ὁμοίως ἀμφοῖν", "ich will anhören den Kläger und den
Verklagten, Beide gleicherweise". Auch findet sich dieser Gedanke oft bei
den Alten (s. Leutsch u. Schneidewin "Paroemiogr. graec." II, 759) in der
Form:
"μήτε δίκην δικάσῃς, πρὶν ἀμφοῖν μῦθον ἀκούσῃς"
"Richte nicht, ehe du nicht in Verhör nahmst beide Parteien!"
Im Euripides (Heraclid, 179-180) heisst es:
τίς ἂν δίκην κρίνειεν, ἢ γνοίη λόγον,
πρὶν ἂν παρ' ἀμφοῖν μῦθον ἐκμάθῃ σαφῶς;
Wer mag zur Einsicht kommen, wer erkennt zu Recht,
Bevor er Beider Rede nicht genau erforscht?
Seneca ("Medea" 2, 2, 199-200) schöpfte hieraus wohl sein:
"Qui statuit aliquid, parte inaudita altera,
Aequum licet statuerit, haud aequus fuit".
"Wer etwas beschliesst, ohne die andere Partei gehört zu haben, handelt
nicht billig, selbst wenn er Billiges beschlossen hat".

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Dies scheint die Quelle des Wortes
Audiatur et altera pars
zu sein, was Pauli (1522, "Schimpf und Ernst" No. 259) mit dem Zusatz
bringt: "Es steht nit umbsunst auf allen richthüssern" und mit der
Übersetzung: "Man soll den andern Teil auch verhören".
In dem grossen Rathaussaale zu Nürnberg steht die Inschrift: "Eins manns red ist eine
halbe red, Man soll die teyl verhören bed" (s. Agricola, 1529, "Sprichw." 43, 69), in der
Vorhalle des Römers zu Frankfurt a. M. liest man: "Eyns mans redde ein halbe redde, Man
sal sie billich verhören bede" und ebenfalls im Römer trägt Kaiser Lothars († 1137) Bild
den Wahlspruch: "audi alteram partem" ("höre die andere Partei"), da er (nach dem
"Kurtzweiligen Zeitvertreiber" 1666, S. 87) zu sagen pflegte: "Mit Urteil sprechen gar
nicht eile, Bis du gehört hast beide Teile", vrgl. ferner die Stellen bei Graf und Diethen:
"Rechtssprüchwörter" S. 433, No. 266-273 u. S. 435 besonders Note 9.—

Als der vertriebene Dionys der Jüngere (Tyrann von Syrakus 367-43) in
Korinth Schullehrer war, erzählte er dem Philosophen A r i s t o x e n u s (s.
das Bruchstück aus dessen "Leben des Pythagoras" in den gleichnamigen
Werken des Porphyrius § 59-61 und des Jamblichus c. 33) sein Erlebnis mit
den beiden befreundeten Pythagoreern Phintias und Damon. Phintias, von
ihm zum Tode verurteilt, habe sich eine Frist erbeten, um seine und des
Freundes Vermögensangelegenheiten zu ordnen, da sie in
Gütergemeinschaft lebten, und ihm, dem Älteren, das zieme. Damon sei als
Bürge zurückgeblieben. Niemand aber habe an des Phintias Wiederkehr
geglaubt, und als er dennoch pünktlich erschien, um das Urteil an sich
vollstrecken zu lassen, da habe er, Dionys, die beiden Getreuen umarmt und
geküsst und sie gebeten, ihn für würdig zu halten, ihn in ihren
Freundschaftsbund als Dritten aufzunehmen ("ἀξιῶσαι τρίτον αὑτὸν εἰς τὴν
φιλίαν παραδέξασθαι"). S c h i l l e r behandelte diesen auch von C i c e r o
("Tusc." 5, 22; "de off." 3, 10; "de fin." 2, 24, 79), D i o d o r (B. 2, T. 2, S.
85. Dindorf), H y g i n (Fab. 257), Va l e r i u s M a x i m u s (4, 7, ext. 1),
P o l y a e n u s ("Strateg." 5, 22) und L a c t a n t i u s ("Üb. d. Gerechtigk."
17) überlieferten Stoff in der Ballade "Die Bürgschaft" (s. Kap. III), und in
seiner Fassung citieren wir den Wunsch des besänftigten Tyrannen:
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der Dritte.

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Der Bericht des A r i s t o x e n u s schliesst damit, dass die Freunde dem
Dionys diese Bitte rund abschlagen. Schiller aber schöpfte aus H y g i n, der
dies übergeht, den Phintias "Möros" nennt und ihn zur Hochzeit der
Schwester gehen lässt; doch lag ihm wohl noch eine andere der genannten
Quellen vor, da bei H y g i n allein das Wort "der Dritte" fehlt. Auch wird
losgelöst citiert:
Der Dritte im Bunde und im Bunde der Dritte.—

Alexanders des Grossen (reg. 336-323) Ausspruch
Wenn ich nicht Alexander wäre, möchte ich wohl Diogenes sein
bringt D i o g e n e s L a ë r t i u s VI, 2 n. 6, 32. P l u t a r c h führt ihn an
vielen Stellen (z. B. "Alexander", 14, und "Über das Glück Alexanders des
Grossen") stets in der Form an: "Wenn ich nicht Alexander wäre, so würde
ich Diogenes sein".—

Ein gewisser Medius (um 330 v. Chr.) tritt bei P l u t a r c h ("Über den
Schmeichler und den Freund" c. 24) als Chorführer der Schmeichler im
Gefolge A l e x a n d e r s d e s G r o s s e n auf und erteilt den Rat:
("θαῤῥοῦντας ἅπτεσθαι καὶ δάκνειν ταῖς διαβολαῖς, διδάσκων ὅτι κἂν
θεραπεύσῃ τὸ ἕλκος ὁ δεδηγμένος, ἡ οὐλὴ μένει τῆς διαβολῆς") "kühn mit
Verleumdungen zu packen und zu beissen, damit, wenn auch des
Gebissenen Wunde heilt, doch die Narbe der Verleumdung bleibe". Hieraus
ist das Wort entlehnt, das schon bei F. B a c o n (1605. "De dignit. et
augment. scient". B. 8. c. 2. Parab. 34) als sprichwörtlich bezeichnet wird:
Audacter calumniare, semper aliquid haeret.
J o h . O l o r i n u s (1609. "Ethogr. Mundi" 9. Regel) citiert es so:
Calumniare audacter, semper aliquid haeret,
Nur kühn verleumden! Etwas bleibt immer haften.
Auch wird (z. B. von Goethe "Dicht. u. Wahrh." B. 10) allein angeführt:
Immer bleibt etwas hängen!

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und ebenso lateinisch:
Semper aliquid haeret.—

In des älteren P l i n i u s "Natur. hist." (35, 36, § 10) lesen wir, dass
Alexanders des Grossen Hofmaler Apelles ( † 308 v. Chr.) dem
überpeinlichen Maler Protogenes vorwarf, dieser könne nicht so gut wie er
"manum de tabula tollere", "die Hand vom Bilde thun". In der Form des
warnenden Zurufs
Manum de tabula!
Hand vom Bild!
wurde das Wort in allgemeinerer Bedeutung gang und gäbe.
Ebenda (§ 12) führt P l i n i u s
Nulla dies sine linea!
Kein Tag sei ohne einen Strich!
auch auf A p e l l e s zurück, der sich täglich wenigstens etwas in seiner
Kunst üben wollte. (Die Stelle bei P l i n i u s lautet: "Apelli fuit alioqui
perpetua consuetudo nunquam tam occupatum diem agendi, ut non lineam
ducendo exerceret artem, quod ab eo in proverbium venit", "Apelles machte
es sich zur stehenden Gewohnheit, keinen Tag vorübergehen zu lassen,
ohne sich wenigstens durch einen Strich in seiner Kunst geübt zu haben,
was durch ihn sprichwörtlich wurde".)—
Endlich bietet uns P l i n i u s dort des A p e l l e s Zornruf:
Schuster, bleib' bei deinem Leisten!
wie wir das lateinische
Ne sutor supra (nicht: ultra) crepidam!
frei übersetzen. Apelles nämlich pflegte die von ihm vollendeten Gemälde
für die Vorübergehenden so auszustellen, dass er dahinter versteckt ihre
Urteile zu hören vermochte. Ein Schuhmacher tadelte nun einmal, dass die
Schuhe auf dem Bilde eine Öse zu wenig hätten, und Apelles brachte die
fehlende an. Als dann aber der Tadler, stolz auf diesen Erfolg, auch den

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Schenkel zu bemängeln sich unterfing, rief der unwillige Maler hinter dem
Bilde hervor: "Was über den Schuh hinausgeht, muss der Schuster nicht
beurteilen", (vrgl. Va l e r i u s M a x i m u s 8, 12, externa 3 u. Athenaeus
"Deipnosophisten" 8.)—

Εὕρηκα!
Ich hab's gefunden!
rief (nach V i t r u v i u s IX, im Anfang) Archimedes aus, als er bei der
Untersuchung des Goldgehaltes einer für König Hiero II. von Syrakus (reg.
269-215) angefertigten Krone das Gesetz des specifischen Gewichts
entdeckte. Zwei andere Aussprüche des A r c h i m e d e s sind:
δός μοι ποῦ στῶ καὶ κινῶ τὴν γῆν
(nach Pappos, ed. Hultsch, L. VIII, p. 1060), oder (nach Simplicius in Phys.
ed. Brandis, S. 424 a):
δός μοι πᾶ βῶ καὶ κινῶ τὰν γᾶν
gieb mir einen Punkt, wo ich hintreten kann, und ich bewege die
Erde!
oder (nach Tzetzes, hrsg. v. J. Bekker):
δόμμυ πᾶ βῶ καὶ χαριστίωνι τὰν γᾶν κινάσω πᾶσαν
gieb mir einen Punkt, wo ich hintreten kann, so will ich mit meinem
Werkzeug die ganze Erde bewegen,
und:
Noli turbare circulos meos,
Störe meine Kreise nicht,
womit er den auf ihn eindringenden Feind zurückwies, der ihn in
mathematischen Betrachtungen störte.
Im Valerius Maximus (8, 7, ext. 7) lautet die a l t e Lesart: "noli, obsecro, istum circulum
disturbare". In n e u e r e n Ausgaben ist nach den besseren Handschriften das Wort
"circulum" weggelassen. Nach den Prolegomena eines ungenannten alten Autors zu dem
Neuplatoniker P o r p h y r i o s (abgedr. in "Scholia in Aristotelem" von B r a n d i s, Berl.

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1836, S. 8) waren die Worte des Archimedes: "τὰν κεφαλὰν καὶ μὴ τὰν γραμμάν". "Nimm
meinen Kopf, aber lass unberührt, was ich gezeichnet habe".—

Einen zu teuer erkauften Erfolg nennt man einen
Pyrrhussieg,
weil Pyrrhus, König von Epirus, nach der gewonnenen Schlacht bei
Asculum 279 v. Chr., ausrief: "Noch einen solchen Sieg über die Römer und
wir sind verloren!" (P l u t a r c h, "Leben des Pyrrhus" c. 21 u. "Aussprüche
von Königen und Feldherren" unter "Pyrrhus"; C a s s i u s D i o, I, S. 40.
Imm. Bekker.)—

Einem schmähsüchtigen Recensenten geben wir den Namen des
griechischen Rhetors
Zoïlus
(um 270 v. Chr.), der sich durch hämische Kritiken Platos und Homers
berüchtigt machte.—

Antigonus I. Gonatas, König von Macedonien ( † 240 v. Chr.), sagte
nach Plutarch ("Apophth. reg. et imp." u. "Isis u. Osiris"; bei Didot. Paris
1868. S. 217, 47 und 445, 41): οὐ ταῦτά μοι σύνοιδεν ὁ λασανοφόρος,
"davon weiss mein Kammerdiener nichts", als ihn ein gewisser Hermodotus
in einem Gedichte "Sohn der Sonne" und "Gott" genannt hatte. Dieses Wort
fand in Frankreich seinen Schliff. Wir lesen in M o n t a i g n e s "Essais" L.
3, Ch. 2 (ersch. 1588): "Mancher galt der Welt als ein Wunder, an dem seine
Frau und sein Bedienter nicht einmal etwas Bemerkenswertes sahen.
Wenige Menschen sind von ihrem Gesinde bewundert worden", wozu sein
Erklärer C o s t e anmerkt: "Man muss in hohem Grade Held sein, sagte der
Marschall v o n C a t i n a t ( † 1712), um es in den Augen seines
Kammerdieners zu sein (il faut être bien héros pour l'être aux yeux de son
valet de chambre)". Doch soll dieses Wort (nach den Briefen des Frl. Aïssé,
S. 161 Ausg. v. J. Ravenel. Paris 1853) schon von der zu den Précieusen des
17. Jahrh. zählenden Mdme. C o r n u e l gesagt worden sein. Bei uns lautet
es

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für einen Kammerdiener giebt es keinen Helden
und wird von H e g e l ("Phaenomenologie" Bamb. u. Würzb. 1807, S. 116
u. "Philos. d. Gesch." 3. Aufl. Berlin 1848, S. 40) und von G o e t h e
("Wahlverw." 1809, T. II, K. 5 u. "Sprüche in Prosa" Abt. 5) mit dem Zusatz
beleuchtet, dass jeder nur von Seinesgleichen geschätzt werden könne.
K a n t aber fasste es anders auf, denn er schrieb (Ausg. v. Hartenstein VIII,
S. 618 in "Frgm. aus d. Nachl." † 1804): "Dass ein Fürst vor seinem
Kammerdiener viel verliert, kommt daher, weil kein Mensch gross ist", was
Schopenhauer ("Welt als Wille u. Vorstellung" II, 439) breiter ausführt. Aus
dieser Selbsterkenntnis entsprang des Antigonus Wort.—

Einem gelehrten und gestrengen Kunstrichter geben wir den Namen eines
Aristarch,
des berühmten Grammatikers um 150 v. Chr., der sich mit Kritik,
namentlich Homers, beschäftigte.—

Rom.

L i v i u s 5, 48, F l o r u s 1, 13 und F e s t u s S. 372 (Ausg. v. O. Müller)
überliefern, dass der Gallierkönig Brennus (390 v. Chr.), als die besiegten
Römer sich sträubten, die auferlegten 1000 Pfund Gold Kriegskontribution
nach den zu schweren Gewichten der Feinde abzuwägen, höhnend auch
noch sein Schwert in die Wagschale geworfen und dabei gerufen habe:
"Wehe den Besiegten!" (Vae victis!) Danach sagen wir noch heute
Sein Schwert in die Wagschale werfen,
wenn von gewaltsamen Entscheidungen die Rede ist, und citieren das
Vae victis!
wie es bereits P l a u t u s ("Pseudolus" 5, 2, 19) that.—

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Der zweite punische Krieg wurde 218 v. Chr. in Karthago also eröffnet,
dass der römische Abgesandte, die Toga zu einer Falte
zusammenbauschend, sprach: "hierin tragen wir Krieg und Frieden für
Euch: nehmet, was Ihr wollt"; (Liv. 21, 18: tum Romanus sinu ex toga facto
"hic" inquit "vobis bellum et pacem portamus; utrum placet, sumite"; s.
auch Dio Cassius, Frgm. 55, 10). Und als ihm zugerufen wurde, er möge
geben, was er wolle, entfaltete er den Bausch des Gewandes und sagte: er
gäbe den Krieg. Hierauf beruht das geflügelte Wort:
Krieg und Frieden in den Falten seiner Toga tragen.—

Im Jahre 217 v. Chr. sprach P. Scipio (nach L i v i u s XXII, 22, 14) vor
Sagunt zum Präfekten Bostar: "habita fides ipsam plerumque obligat fidem"
("gehegtes Vertrauen verpflichtet meistens das Vertrauen selbst", d. h. "die,
denen man Vertrauen zeigt, fühlen sich dadurch auch zum Vertrauen
verpflichtet"). Dieses Wort wurde in der Form
Vertrauen erweckt Vertrauen
folgendermassen zu einem "geflügelten". L e h m a n n schrieb in seinem
"Florilegium politic. auct." (Frkf. 1662, I, 346 No. 38) "Fides facit fidem";
K r u m m a c h e r übersetzte das in seiner 43. Parabel "Das Rotkehlchen"
(Duisburg. 1805) mit "Freundliches Zutrauen erweckt Zutrauen"; Pastor
S c h m a l t z sagte am 12. Sept. 1830 in der Kirche zu Neustadt-Dresden:
"Vertrauen erweckt Vertrauen"; König F r i e d r i c h A u g u s t I I . v .
S a c h s e n liess sich, als Prinzregent, das Manuskript der Schmaltzischen
Predigt geben und sprach am 20. Sept. (laut der "Dankadresse an S. Kgl. H.
d. Prinz. Friedr. Aug., Mitreg. d. Königr. Sachs." Dresd. 22. Sept. 1830) zu
den Anführern der Dresdener Kommunalgarde: "Vertrauen erregt wieder
Vertrauen, darum vertrauen Sie auch mir"; die Überbringer der Adresse
sagten darauf: "Lassen Sie künftig das Wort 'Vertrauen erweckt wieder
Vertrauen' als das Panier des sächsischen Volkes gelten". Endlich rief
F r i e d r i c h W i l h e l m I V. in der Thronrede am 11. April 1847 dem
preussischen vereinigten Landtage zu: "Ich gedenke der Worte eines
königlichen Freundes: 'Vertrauen erweckt Vertrauen'". Heute lebt das Wort
auch in den unteren Volksschichten.—

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Auch sagte S c i p i o (nach Cicero "de rep." 1, 17, 27 und "de off." 3, 1,
1): "nunquam se minus solum esse, quam cum solus esset"—"er sei nie
weniger allein, als wenn er allein sei". Dies kernige Wort wandte G o e t h e
ins Elegische, indem er seinen Harfner ("Wilhelm Meister" 2, 13) singen
lässt:
"Ja! lasst mich meiner Qual!
Und kann ich nur einmal
Recht e i n s a m sein,
Dann b i n i c h n i c h t a l l e i n."
Und dies wurde als Citat geläufig durch Pius Alexander W o l f f s
"Preciosa" (1821), die aber liebebeseeligt singt (2, 2):
Einsam bin ich nicht alleine,
Denn es schwebt ja, süss und mild,
Um mich her im Mondenscheine
Dein geliebtes teures Bild.—

Das eine hartnäckig verteidigte Ansicht bezeichnende
Ceterum censeo,
Übrigens bin ich der Meinung,
ist eine Verkürzung des Ausspruches: "Ceterum censeo Carthaginem esse
delendam" (übrigens bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden
müsse), den der ältere Cato (234-149) mit Bezug auf den 3. punischen
Krieg so oft gethan haben soll.
(vrgl. P l u t a r c h "Cato major", 27: δοκεῖ δέ μοι καὶ Καρχηδόνα μὴ εἶναι. D i o d o r B. 37
bei Constantin Porphyrogeneta "von Tugenden und Lastern"; C i c e r o "über das
Greisenalter" K. 6; L i v i u s, L. 49, Epitome; F l o r u s 2, 15: delendam esse Carthaginem;
Va l e r i u s M a x i m u s 8, 15, 2; Ve l l e i u s P a t e r c u l u s 1, 13; A u r e l i u s
V i c t o r "de viris illustribus", K. 47: Carthaginem delendam censuit; P l i n i u s, N. H., 15,
20.—Englische und französische Schriftsteller sprechen nie von "Ceterum censeo", stets
von "Carthago delenda").—
C a t o s:
Ein Haruspex muss das Lachen bezwingen, wenn er den andern
sieht,

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(strengwörtlich: "Er wundere sich, dass ein Haruspex[68] nicht lacht, wenn er
einen Haruspex gesehen habe". "Mirari se, quod non rideret haruspex,
haruspicem cum vidisset") hat C i c e r o ("de divinatione" 2, 24, 51) uns
aufbewahrt, (vrgl. auch C i c e r o "de natura deorum" 1, 26, 71: "mirabile
videtur, quod non rideat haruspex, cum haruspicem viderit.") Statt Haruspex
wird oft Augur[69] citiert.—
[68] Ein Priester, der den Willen der Götter aus den Eingeweiden der Opfertiere
herauslas.
[69] Ein Priester, der aus dem Flug und Ruf der Vögel weissagte.

Nach Lucullus ( † vermutlich 57 v. Chr.), der ungeheure Reichtümer
erworben hatte und den Schluss seines Lebens in verschwenderischer
Üppigkeit verbrachte, nennen wir ein ausgesucht feines Gastmahl
lucullisch.—

T u s c u l a n u m (sc. rus, Tusculanischer Landsitz) war der Name
mehrerer Güter b e i Tusculum, dem jetzigen Frascati, auf welche sich die
Rommüden, Varro, Hortensius, Pompeius, Cicero, Caesar, L. Crassus, M.
Crassus, Balbus, Metellus und Lucullus, zurückzuziehen pflegten. Wir
nennen also den ruhigen Landsitz eines Grossstädters fälschlich sein
Tusculum
(s. die Belegstellen aus Cicero, Plinius und Martial in den Lexicis von Forcellini und
Freund).—

Den Rubicon überschreiten
sagt man von einem folgenschweren Entscheidungsschritt, wie es der
Übergang Caesars (Januar 49 v. Chr.) über den Rubicon war, weil dadurch
der Bürgerkrieg entfesselt wurde (s. Kap. X bei M e n a n d e r).—

Das Wort Cäsars an seinen auf stürmischer See verzagenden Bootsmann
(48 v. Chr. an Illyriens Küste)
Du trägst den Cäsar und sein Glück,

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Καίσαρα φέρεις καὶ τὴν Καίσαρος τύχην (συμπλέουσαν)
teilt P l u t a r c h "Cäsar", 38 mit (vrgl. Plutarch "Über das Glück der Römer", 6, und
"Aussprüche von Königen und Feldherren". Ebenso A p p i a n de bell. civ. II, 47, doch
ohne συμπλέουσαν. Florus 4, 2 und Cassius Dio 41, 46 kennen nur: "Du trägst den Cäsar".)


P l u t a r c h ("Leben Cäsars", Kap. 11 und "Aussprüche von Königen und
Feldherren") hat auch das Wort aufbewahrt, welches C ä s a r beim Anblick
eines elenden Alpenstädtchens seinen Begleitern zurief:
(Ich möchte) lieber der Erste hier, als der Zweite in Rom (sein).—
Den Ausspruch C ä s a r s :
Veni, vidi, vici,
Ich kam, ich sah, ich siegte,
mit dem er seinen bei Zela (2. Aug. 47 v. Chr.) schnell errungenen Sieg
brieflich dem Freunde Amintius in Rom anzeigte, überliefert P l u t a r c h in
seinen "Aussprüchen von Königen und Feldherren" (s. auch P l u t a r c h
"Cäsar", 50, S e n e c a "Suasoriae" II, § 22, Bursian, C a s s i u s D i o 42,
48, P o l y a e n u s "Strat." 1, 30). Nach S u e t o n ("Cäsar", 37) prangten
diese Worte als Inschrift auf einer bei Cäsars pontischem Triumphzuge
einhergetragenen Tafel.—
Es wird bestritten, dass J u l i u s C ä s a r ( † 44 v. Chr.) bei seiner
Ermordung mit dem Ausrufe:
Auch Du, mein Brutus!
zu Boden gesunken sei, mit dem S h a k e s p e a r e ("Julius Cäsar" 3, 1) ihn
sterben lässt, und der in S c h i l l e r s "Räubern" (4, 5 im Römergesang,
Strophe 4) benutzt ist. S u e t o n ("Julius Cäsar", K. 82) teilt mit, dass er bei
der ersten Wunde ein einziges Mal aufgeseufzt, aber kein Wort geäussert
habe. Freilich fügt er hinzu, dass Einige erzählen, er habe dem auf ihn
eindringenden Brutus auf griechisch zugerufen: "Auch du gehörst zu Jenen?
auch du, mein Kind?" (καὶ σύ τέκνον). C a s s i u s D i o 44, 19, erzählt,
Cäsar hätte wegen der Menge der auf ihn Eindringenden Nichts sagen noch
thun können, sondern habe sich verhüllt und sei durch viele Wunden
ermordet worden. Er fügt hinzu: "Das ist am verbürgtesten. Doch damals

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sagten schon Einige, dass er zum Brutus, der heftig auf ihn losstiess, sprach:
Auch du, mein Kind?" Es wird auch kurzweg gesagt:
Tu quoque?
Auch Du?—

S u e t o n ("Leben des Augustus", 87), erzählt, dass Kaiser Augustus
(reg. 31 v.-14 n. Chr.) im täglichen Leben gewisse Worte oft wiederholt,
z. B. von faulen Schuldnern häufig gesagt habe, sie würden
ad Calendas graecas,
an den griechischen Kalenden,
d. h. am Nimmermehrstage, bezahlen. Denn "Calendae" hiess im römischen
Kalender der erste Tag jedes Monats ein Zahlungstermin der Römer,
während die Griechen keine solche "Kalenden" hatten.—

Σπεῦδε βραδέως,
Festina lente.
Eile mit Weile,
führte A u g u s t u s auch oft im Munde, (vrgl. S u e t o n "Leben d. Aug.",
25 u. P o l y a e n u s "Strateg." 8, 24.) S o p h o k l e s ("Antigone", v. 231)
bringt schon einen ähnlichen Gedanken.—
Nach dem j ü n g e r e n S e n e c a ("De clementia" 1, 9) schenkte
A u g u s t u s auf den Rat der Gattin Livia dem Verschwörer L. C. C i n n a
das Leben und sprach dabei die edlen Worte: "Cinna . . . ex hodierno die
inter nos amicitia incipiatur", "Cinna . . . vom heutigen Tage an möge
unsere Freundschaft beginnen!" Wir citieren dies aus C o r n e i l l e s
"Cinna" (1693) 5, 3 in gedrängter Kürze also:
Soyons amis, Cinna!
Seien wir Freunde, Cinna!—

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Auch wird der Verzweiflungsruf des A u g u s t u s, den er bei der Nachricht
von der Niederlage im Teutoburger Walde (Sept. d. J. 9 n. Chr.) ausstiess,
also citiert:
Varus, gieb mir meine Legionen wieder!
während S u e t o n ("Leb. d. Aug.", 23) überliefert:
"Quinctili Vare, legiones redde".—

S u e t o n ("Leben des Claudius", 21) überliefert uns auch das Wort:
Ave, imperator, morituri te salutant.
Heil, dir Kaiser! Die dem Tode Geweihten begrüssen dich.
Als nämlich Kaiser C l a u d i u s (reg. 41-54) zur Feier der Vollendung des
Abzugskanals aus dem Fucinersee ein blutiges Seegefecht gab, begrüssten
ihn mit obigen Worten die Fechter. Des Kaisers Gegengruss: "Seid
gegrüsst" nahmen sie irrtümlich für die Erlaubnis, nicht zu kämpfen, so
dass Claudius sie drohend zum Kampfe antreiben musste. (S. C a s s i u s
D i o, 60, 50.)—

Der Verschwörung gegen Kaiser C l a u d i u s verdächtigt, wurde
C a e c i n a P a e t u s (42 n. Chr.) zum Tode verurteilt. Da stiess sich seine
Gattin Arria den Dolch in den Busen, zog ihn aus der Wunde und reichte
ihn dem Gatten zum Selbstmorde mit dem heldenmütigen Ruf:
Paete, non dolet!
Paetus, es schmerzt nicht!
Diesen Ausruf nennt bereits d e r j ü n g e r e P l i n i u s ( † 79 n. Chr.
"Epist." 3, 16) "unsterblich". Wir citieren ihn auch nach der Wortfolge bei
M a r t i a l (1, 14) also:
Non dolet, Paete!—

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S u e t o n ("Leben des Vespasian", 23) und C a s s i u s D i o (66, 14)
teilen die Entstehung eines in verschiedenen Fassungen, auch in der Form:
Non olet,
Geld stinkt nicht,
bekannten Ausspruches des Vespasian (reg. 69-79) mit. Als ihn sein Sohn
Titus wegen einer auf Bedürfnisanstalten (daher: Vespasiennes) gelegten
Steuer getadelt hatte, hielt er ihm das erste aus dieser Steuer eingekommene
Geld vor die Nase und fragte ihn, ob es röche. Und als dieser die Frage
verneinte, sagte er: "Und dennoch ist es aus Harn". Auf Ve s p a s i a n s
Wort bezieht sich J u v e n a l 14, 204:
Lucri bonus est odor ex re qualibet.
Der Geruch des Gewinns ist gut, woher dieser auch stamme.—

Aus S u e t o n ("Leben des Titus", 8) kennen wir das, wie er sagt,
"merkenswerte und mit Recht gelobte" Wort, das Kaiser Titus (reg. 79-81)
einst bei Tafel ausrief, als ihm einfiel, dass er an jenem Tage noch Keinem
etwas Gutes gethan habe:
(Amici,) diem perdidi.
(Freunde,) ich habe einen Tag verloren.
Nach Z i n c g r e f ("Apophth." Strassb. 1626, S. 137) führte Herzog
F r i e d r i c h d e r W e i s e, Kurfürst von Sachsen, das deutsche Wort im
Munde.—

Als Kaiser K o n s t a n t i n 312 n. Chr. wider Maxentius zog, erschien
ihm am Mittagshimmel ein Kreuz und die Worte "τούτῳ νίκα", "damit
siege!", wie Eusebius P a m p h i l i (bl. um 320) im "Leben Konstantins" 1,
28 berichtet. Wir citieren dies Geheiss lateinisch in der Form der
Verheissung:
(In) hoc signo vinces,
In diesem Zeichen wirst du siegen.—

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Kollation,
womit im gemeinen Leben ein einfaches Mahl bezeichnet wird, ist der
Klostersprache entlehnt, wo es das Abendessen der Mönche an Fasttagen
bedeutete, weil dann vor dem Essen je ein Kapitel aus des Kirchenlehrers
Johannes C a s s i a n u s ( † 440 n. Chr.) "Collationes patrum Sceticorum"
(d. h. geistliche Gespräche der Mönche in der sketischen Wüste) vorgelesen
wurde. (Die "Collationes" erschienen erst 1559 in Basel).—

Italien.
Francesco d a B u t i, einer der ältesten Erklärer D a n t e s, erwähnt zu
der Stelle des "Fegefeuers" XXIV, 23 und 24, dass Papst Martin IV. (1281-
85), wenn er aus dem Konsistorium kam, zu sagen pflegte: "Wieviel haben
wir für die heilige Kirche Gottes gelitten!
Ergo bibamus!"
(Darum wollen wir einmal trinken!)
Das Wort ist besonders als Titel des G o e t h eschen im Kap. III erwähnten
Liedes ("Hier sind wir versammelt . . .") bekannt, in welchem "Ergo
bibamus" neunmal vorkommt. In den Bemerkungen "Zur Farbenlehre"
(Polemischer Teil, No. 391, Tüb. 1810) sagt Goethe:
"Es fällt uns bei dieser Gelegenheit ein, dass Basedow, der ein starker Trinker war und in
seinen besten Jahren in guter Gesellschaft einen sehr erfreulichen Humor zeigte, stets zu
behaupten pflegte: die Conclusion 'Ergo bibamus' passe zu allen Prämissen. Es ist schön
Wetter, ergo bibamus! Es ist ein hässlicher Tag, ergo bibamus! Wir sind unter Freunden,
ergo bibamus! Es sind fatale Bursche in der Gesellschaft, ergo bibamus! So setzte auch
Newton sein ergo zu den verschiedensten Prämissen".—

Ei des Columbus
ist die Umänderung der volkstümlichen spanischen Redensart
"Hänschens Ei".
In C a l d e r o n s "La dama duende" ("Die Dame Kobold"), bald nach dem
4. Nov. 1629 aufgeführt, 2. Aufz., heisst es:

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Ahora sabes
lo del huevo de Iuanelo,
que los ingenios mas grandes
trabajaron en hacer
que en un bufete de jaspe
se tuviese en pié, y Iuanelo
con solo llegar, y darle
un golpecillo, le tuvo?
Das andere (Geheimnis)
Kennst du doch, mit Hänschens Ei?
Womit viele hoch erhabne
Geister sich umsonst bemühten,
Um auf einen Tisch von Jaspis
Solches aufrecht hinzustellen;
Aber Hänschen kam und gab ihm
Einen Knicks nur, und es stand.
Die Redensart "Hänschens Ei" ward von Va s a r i in seinen
"Künstlerbiographien" (1. Aufl. 1550) umgestaltet auf den Baumeister
Filippo B r u n e l l e s c h i übertragen. Als dieser bei einer Versammlung
von Architekten aus allen Ländern, welche (vor 1421) nach Florenz berufen
worden waren, um zu beraten, wie man den unvollendeten Bau des Domes
Santa Maria del fiore mit einer Kuppel abschliessen könnte, seinen kühnen
Plan entwickelte, wurde er bitter verhöhnt, und nun nahm er im gerechten
Zorn erst dann wieder an den Beratungen teil, nachdem an ihn eine
ehrenvolle Einladung ergangen war. "Die anderen Baumeister", erzählt der
Anekdotenliebhaber Va s a r i, "hätten gern gesehen, dass er seine Meinung
eingehend entwickelt und sein Modell gezeigt hätte, wie sie die ihrigen. Das
wollte er nicht; aber er machte den inländischen und ausländischen
Meistern den Vorschlag, dass derjenige, welcher ein Ei der Länge nach fest
auf eine Marmorplatte stellen könnte, die Kuppel bauen solle, da sich hierin
ihr Talent zeigen würde. Nachdem man also ein Ei genommen hatte,
versuchten sich alle diese Baumeister, es aufrecht stehen zu lassen; aber
keinem gelang es. Als man nun den F i l i p p o das Ei aufrecht hinzustellen

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aufforderte, nahm er es mit Grazie, stiess es mit dem schmalen Ende auf die
Marmorplatte und brachte es so zum Stehen. Als die Künstler riefen, dass
sie es so auch hätten machen können, antwortete ihnen Filippo lachend, sie
würden es auch verstanden haben, die Kuppel zu wölben, wenn sie sein
Modell oder seine Zeichnung gesehen hätten. Und so wurde beschlossen,
dass er beauftragt werden sollte, den Bau zu leiten". Auf Brunelleschi
passte das Beispiel vom Ei trefflich, weil die von ihm und Ghiberti
vollendete Kuppel in der That die Form eines an der Spitze eingedrückten
Eies hat. B e n z o n i ("Geschichte der neuen Welt" 1, 5, Venedig 1565)
überträgt diese Erzählung auf C o l u m b u s, räumt jedoch ein, dass er den
Vorgang, der sich nach der ersten Reise des Columbus auf einem ihm zu
Ehren gegebenen Gastmahl des Kardinals M e n d o z a (1493) zugetragen
haben soll, nur d u r c h H ö r e n s a g e n wisse (Vo l t a i r e, "Essai sur les
moeurs", [1739], chap. 144; H u m b o l d t, "Kritische Untersuchungen über
die historische Entwickelung der geographischen Kenntnisse von der neuen
Welt", II. Bd., S. 394).—

Qui mange du pape, en meurt
Wer isst, was vom Papst kommt, stirbt daran
stammt aus der Zeit des Papstes A l e x a n d e r V I . B o r g i a († 1503),
weil er ihm unbequeme Personen dadurch bei Seite schaffte, dass er ihnen
bei seinen Gastmählern mit Gift gemischten Wein vorsetzte. Warum wird
das Wort nur französisch citiert? Wer meldet es zuerst?—

Aut Caesar aut nihil
Entweder Cäsar oder Nichts
war die unter einem Kopfe des römischen Cäsar angebrachte Devise
C e s a r e Borgias († 1507).—

J u l i u s M e y e r ("Correggio", Leipz. 1871, S. 23) spricht von einer
bekannten Erzählung,
"die, soweit sich verfolgen lässt, zuerst der Pater Resta aufbrachte: bei einer Anwesenheit
in Bologna habe Correggio (1494-1534) vor dem Bilde der heiligen Cäcilia von Rafael
(früher in der Kirche S. Giovanni in Monte) ausgerufen:

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Anch' io sono pittore!

Auch ich bin Maler!

Zur Zeit, als der Meister allenfalls in Bologna gewesen sein könnte, d. h. im Jünglingsalter,
war die Cäcilia noch gar nicht dort; überhaupt werden wir sehen, dass er höchst
wahrscheinlich so wenig in Bologna wie in Rom gewesen ist. Möglich, dass die Fabel
entstanden, indem man hinsichtlich der Komposition in einer Figur auf dem Bilde der
heiligen Martha von Correggio eine Art von Wiederholung des Paulus aus der Cäcilia des
Rafael zu finden meinte u. s. w."
Es wäre wünschenswert gewesen, wenn Julius M e y e r angegeben hätte,
wo Resta (ungefähr um 1700) die fragliche Äusserung gethan haben soll.
Seine Kunstbriefe in den "Lettere pittoriche" des Bottari enthalten die
Geschichte nicht.—

Ad maiorem Dei gloriam,

Zum grösseren Ruhme Gottes
kommt sehr häufig in den "Canones et decreta oecumenici concilii
Tridentini" (1545-1563) vor.—

In einer portugiesischen Sammlung von Kernsprüchen (Collecç. polit. d.
apophth. memorav. p. D. Pedr. Jos. Suppico de M o r a e s, Lissab. 1733, T.
2, B. 2, S. 44) wird von Papst Julius III. (1550-55) erzählt, er habe einem
portugiesischen Mönche, der ihn bemitleidete, weil er mit der Herrschaft
über die ganze Welt belastet sei, geantwortet: "Wenn Ihr wüsstet, mit wie
wenig Aufwand von Verstand die Welt regiert wird, so würdet Ihr Euch
wundern". Dies mag der Ursprung des Wortes sein:
An nescis, mi fili, quantilla prudentia mundus regatur (oder:
regatur orbis)?
Weisst du denn nicht, mein Sohn, mit wie wenigem Verstande die
Welt regiert wird?
womit (nach Lundblad: "Schwedischer Plutarch") Axel O x e n s t j e r n a
(1583-1654) seinen Sohn beschwichtigte, der sich dem Posten eines
schwedischen Gesandtschaftschefs nicht gewachsen fühlte. Andere nennen
Andere als Urheber des Wortes.—

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Dass G a l i l e i (1564-1642) die Abschwörung seiner Lehre von der
Bewegung der Erde mit dem Worte:
Eppur si muove!
Und sie bewegt sich doch!
begleitet habe, ist eine Erfindung, die das "Dictionnaire des portraits
historiques anecdotes et traits remarquables des hommes illustres" (Paris,
Lacombo, 1768-9, Bd. II) als eine Thatsache auftischt. (W o h l w i l l, "Der
Inquisitionsprozess des Galileo Galilei", Berl. 1870. Karl von Gebier,
"Galileo Galilei und die römische Kurie". Stuttg. 1876, I, S. 310).—

Teleskop (eigentlich Teleskopium)
für "Fernrohr" (erf. 1608) schlug zuerst der gelehrte Gräcist Demiscianus
dem Fürsten C e s i vor (vrgl. K. v. Gebler "Galileo Galilei . . ." Stuttg.
1876. I, 24).—

Elle est grande dans son genre, mais son genre est petit,
Sie ist gross in ihrem Gebiete, aber ihr Gebiet ist klein,
sagte die Sängerin Angelica Catalani (1782-1849) von der Sängerin
Henriette S o n t a g an der Tafel des Beerschen Hauses in Berlin (Holtei:
"Vierzig Jahre" IV, Berlin 1843-44, S. 33). Es scheint aber, als habe die
Catalani das Wort einem Alexandriner entnommen: "Dans son genre il est
grand, mais son genre est petit", dessen Quelle noch zu erforschen wäre.—

L'Italia farà da se,
Italien wird ganz allein fertig werden,
gewöhnlich als Devise des italienischen Freiheitskampfes von 1849
hingestellt, wurde nach R e u c h l i n ("Geschichte Italiens", II, 1, S. 155)
vom damaligen Minister des Auswärtigen in Piemont, Pareto, vielmehr den
"Interventionsgelüsten der französischen Radikalen ins Gesicht
geschleudert". v. T r e i t s c h k e: "Bundesstaat und Einheitsstaat" nennt es
den Wahlspruch C e s a r e Balbos (1789-1853); nach T h e o d o r M u n d t,
"Italienische Zustände", 1, 58 war diese Devise vom König von Sardinien

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Karl Albert (1798-1849) und seinem Kaplan Vincenza Gioberti (1801-52)
zuerst ausgegangen.
Ernesto Masi sagt in seinem Buche "Il segreto del re Carlo Alberto" (Bologna. 1891), dass
der König die Worte in einem Ministerrat 1845 ausgesprochen habe. Leopardi aber, 1848
ausserordentlicher Gesandter des Königs beider Sizilien am Hofe von Sardinien, erzählt,
dass in einem Gespräche mit dem Könige am 12. Juni dieser zu ihm sagte: "Man hat mir
die Worte "L'Italia farà da se" zugesprochen; ich habe sie nicht erfunden, mir aber
angeeignet, und ich glaube, dass man nichts Geeigneteres sagen könnte" (Narrazioni
storiche, Turin 1856, cap. 49, pag. 230). vrgl. Fumagalli.—

Nach M a s s a r i "La vita ed il regno di Vittorio-Emanuele II. di Savoia",
Mailand 1878, sagte Minister d'Azeglio zu Vittorio Emanuele II. (reg.
1849-1878) im Anfange seiner Regierung: "Die Geschichte zählt so wenig
Könige, die Ehrenmänner sind, dass es eine schöne Aufgabe wäre, jetzt die
Reihe zu beginnen." "Soll ich also dieser König-Ehrenmann sein?" fragte
der König ihn lächelnd. Beim Jahresschlusse wurde der König aufgefordert,
seinen Namen in die Volkszählliste der Stadt Turin einzuzeichnen. Er
schrieb in die Rubrik "Stand und Stellung":
"Rè galantuomo".
(König und Ehrenmann.)

Cavours (1810-61) Grundsatz, den er noch an seinem Todestage, am 6.
Juni 1861, dem Pater Giacomo aussprach, lautete:
Libera chiesa in libero stato
Freie Kirche im freien Staat.
(s. v. T r e i t s c h k e: "Cavour", Heidelb. 1869 und in "Hist. u. polit. Aufs."
4. Aufl., 2. Bd. Lpz. 1871, S. 244; ferner F u m a g a l l i.)
M o n t a l e m b e r t äussert dasselbe in der Vorrede zu seinen Werken (Paris 1860, I, S. XI)
also: "mit einem Worte, d i e f r e i e K i r c h e i n e i n e r f r e i e n N a t i o n ist das
Programm gewesen, das mich zu meinen ersten Anstrengungen angefeuert hat u. s. w."—

Cri de douleur
Schmerzensschrei

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ist ein geflügeltes Wort durch C a v o u r geworden, der es 1856 auf dem
Friedenskongress in Paris anwendete, als er daselbst Beschwerde über den
Druck erhob, den Österreich auf Italien ausübte. Auch sagte V i c t o r
E m a n u e l in der Thronrede von 1859:
"Den Verträgen treu, bin ich doch nicht taub gegen den Schmerzensschrei,
der aus allen Teilen Italiens zu mir dringt".—

Spanien.
König Ferdinand V. (1479-1516) von Spanien verlieh (nach Bandini:
"Leb. d. Amerigo Vespucci". III. Abschn.) dem C o l u m b u s i. J. 1493 den
Wappenspruch:
"Por Castilla y por Leon
Nuebo mundo alló Colon".
(Für Castilien und Leon fand Columbus eine neue Welt.) Es scheint, als
tauche hier zum ersten Male das Wort
Neue Welt
auf, welches dann (vrgl. Kap. III: "Amerika") namenhafte Bedeutung
erlangte.—

Krieg bis aufs Messer
antwortete der spanische Feldherr Don José de Palafox (1780-1847) bei der
Belagerung von Saragossa 1808 auf die Aufforderung der Franzosen zur
Übergabe.—

Polen.
Der König herrscht, aber er regiert nicht
ist in der lateinischen Form:

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Rex regnat, sed non gubernat
von Jan Zamoiski ( † 1605) im polnischen Reichstage gesagt worden.
Später schrieb H é n a u l t ("Mémoires", S. 161) von Madame des Ursins:
"Elle gouvernait, mais elle ne régnait pas"; aber am bekanntesten wurde das
Wort durch T h i e r s, der in den ersten Nummern der von ihm mit Armand
C a r r e l und dem Buchhändler S a u t e l e t gegründeten, zum ersten Male
1. Juli 1830 erschienenen Zeitung "Le National" den Satz verfocht:
Le roi règne et ne gouverne pas.—

Finis Poloniae!
Das Ende Polens!
wurde dem polnischen Feldherrn Thaddäus K o s c i u s z k o (1746-1817) in
No. 24 der amtlichen "Südpreussischen Zeitung" vom 25. Oktober 1794 in
den Mund gelegt. K o s c i u s z k o sei in der Schlacht bei Maciejowice am
10. Okt. 1794 auf der Flucht in einem Sandhügel stecken geblieben; dort
hätten ihm die Kosaken das Pferd unter dem Leibe erschossen und ihn, als
er herabsprang, am Hinterkopf verwundet. Auf vier Stangen sei er darauf in
das Lager gebracht worden, wo er seinen Säbel abgeliefert und dabei
gerufen hätte: "Finis regni Poloniae". In einem vom 12. Nov. 1803 datierten
Briefe an Louis Philippe S é g u r, der diesen Ruf in sein "Tableau historique
et politique de l'Europe de 1786-96, contenant l'histoire de Frédéric
Guillaume II, Paris 1800" aufgenommen hatte, leugnet K o s c i u s z k o ihn
ab.
Dieser Brief, der sich in der Urkundensammlung der Familie S é g u r befindet, ist in
A m é d é e R e n é e s Übersetzung von C e s a r e C a n t ù s "Historia de cento anni" (B.
1, S. 419) abgedruckt und von K a r l B l i n d in der "Gartenlaube" von 1868, No. 27 und
später in der "Gegenwart" vom 11. Aug. 1877 nach einer von Ch. Ed. C h o j e z k i
mitgeteilten französischen Urschrift übersetzt.
Die Polen antworteten auf den untergeschobenen Weheruf mit dem
Dombrowski-Marsche eines unbekannten Verfassers:
Jeszcze Polska nie zginęla etc.
dessen Übersetzung:
Noch ist Polen nicht verloren

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selbst für uns Deutsche ein Alltagswort geworden ist. Dieser Marsch wurde
zuerst von der polnischen Legion gesungen, welche D o m b r o w s k i 1796
unter B o n a p a r t e in Italien sammelte. ("Vorlesungen über slawische
Litteratur und Zustände" von A d a m M i c k i e w i e c z. Deutsche
Ausgabe Leipzig 1843, T. II, S. 258, 269, 324.)—

Frankreich.
Da nach P r o s p e r M é r i m é e ("Chronique du règne de Charles IX",
1829, Vorr. S. 7) Ludwig XI. (1461-83) "Diviser pour régner" sagte, so mag
auf diesen zurückzuführen sein:
Divide et impera!
Entzweie und gebiete!
Heinrich H e i n e freilich führte es weiter zurück, indem er aus Paris am 12.
Jan. 1842 schrieb: "König Philipp hat die Maxime seines macedonischen
Namensgenossen, das 'Trenne und Herrsche!' bis zum schädlichsten
Übermass ausgeübt" (Ges. W. X, 38).—

Tel est notre bon plaisir
Dies ist unser gnädiger Wille
steht zuerst in der Form: "Tel est notre plaisir", in einer Ordonnanz König
Karls VIII. (1470-98) von Frankreich vom 12. März 1497. (Collection des
Ordonnances des Rois.) Das "bon" findet sich in keiner Verfügung der
Könige Frankreichs, und der Satz bedeutet nichts Anderes, als "Placet".—

Chevalier sans peur et sans reproche
Ritter ohne Furcht und Tadel
ist der Beiname des heldenmütigen B a y a r d († 1524). So wird er genannt
im Titel des sehr seltenen, auf der Bibliothèque nationale zu Paris unter "I.
n27 1200 Réserve" in den Katalog eingetragenen Buches: "La tresioyeuse
plaisante et recreative hystoire composée par le loyal serviteur des faiz

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gestes triumphes et prouesses du bon c h e v a l i e r s a n s p a o u r e t
s a n s r e p r o u c h e, le gentil seigneur de Bayart" etc. 1527. (Es giebt
auch eine Ausgabe von 1525.) Das Beiwort kommt unverändert unzählige
Male in dem Buche vor. Nach La Croix du Maine schrieb Bouchet:
"Panégyrique du Chevalier sans reproche, messire Louys de la Trimouille"
(Poitiers, chez Jaques Bouchet, 1527). De la Trimouille fiel in der Schlacht
bei Pavia (1525).—

Franz I. (1494-1547) lassen die meisten historischen Darstellungen nach
seiner Besiegung und Gefangennahme in der Schlacht bei Pavia (1525) mit
einem Briefe an seine Mutter auftreten, dessen Kürze sie gewöhnlich
ausdrücklich hervorheben.
Tout est perdu, fors (modern: hors) l'honneur!
Alles ist verloren, nur die Ehre nicht!
soll Alles gewesen sein, was in diesem Muster von Lakonismus gestanden
habe. Jedoch ist dieser von D u l a u r e aufgefundene und in dessen
"Geschichte von Paris" (1837, B. 3, S. 209) abgedruckte Brief länger und
lautet:
"Madam! Sie zu benachrichtigen, welches der Ausgang meines Unglücks ist, so ist mir vor
allen Dingen nur die Ehre und das gerettete Leben geblieben (de toutes choses ne m'est
demouré que l'honneur et la vie qui est sauve), und weil diese Nachricht Ihnen in unserem
Missgeschick einigen Trost bereiten wird, habe ich gebeten, dass man mich diesen Brief
schreiben lasse, was man mir gefällig bewilligt hat" u. s. w.—

Le quart d'heure de Rabelais,
"die Viertelstunde des Rabelais" (das heisst: "die letzte Viertelstunde im
Wirtshause, in welcher man seine Zeche zu bezahlen hat") ist auf eine
Anekdote aus dem Leben des R a b e l a i s zurückzuführen, die sich in einer
50 oder 60 Jahre nach dessen Tode von dem Priester und Rechtslicentiaten
A n t o i n e l e R o y in Meudon zusammengestellten Foliohandschrift
"Elogio Rabelaesina"[70] findet. Aus Rom zurückberufen, war R a b e l a i s
im Gasthause zu Lyon in Geldverlegenheit. Da lässt er die Ärzte der Stadt
benachrichtigen, dass ein ausgezeichneter Doktor von weiten Reisen
heimgekehrt sei und ihnen seine Beobachtungen mitzuteilen wünsche. Sie
erscheinen. Er behandelt, verkleidet und mit verstellter Stimme, die

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schwierigsten Fragen der Heilkunst. Plötzlich nimmt er eine geheimnisvolle
Miene an, schliesst die Thüren und spricht: "Hier habe ich ein feines Gift
aus Italien mitgebracht, um Euch vom König und seinen Kindern zu
befreien". (Dies wäre denn die V i e r t e l s t u n d e gewesen, welche
Rabelais benutzte, um sich aus Geldverlegenheit zu retten.) Sofort verlassen
ihn Alle; nach wenigen Augenblicken wird er festgenommen, mit
Bedeckung nach Paris gebracht und vor den König geführt. R a b e l a i s
erscheint, ohne noch länger Geberde und Stimme zu verstellen. F r a n z I .
lächelt, entlässt huldvoll die bestürzten Lyonnaiser und behält R a b e l a i s
zum Abendessen bei sich.—
[70] No. 8704 der Pariser Nationalbibliothek.

Heinrich IV. von Frankreich (reg. 1589-1610) hat (nach den der
"Geschichte Heinrichs des Grossen", 1681, von H a r d o u i n d e
P é r é f i x e angehängten "Denkwürdigen Worten") einst zum Herzog von
Savoyen gesagt: "—wenn Gott mir noch Leben schenkt, so will ich es so
weit bringen, dass es keinen Bauer in meinem Königreiche giebt, der nicht
im Stande sei, ein Huhn in seinem Topfe zu haben". Das wurde dann
erweitert zu:
Je veux que le dimanche chaque paysan ait sa poula au pot.
Ich wünsche, dass Sonntags jeder Bauer sein Huhn im Topfe
hat.

Als H e i n r i c h I V., so wird erzählt[71], von seinem Beichtvater wegen
seiner vielen Liebschaften getadelt ward, liess er ihm Tage lang Rebhühner
auftragen, bis er sich beschwerte, dass er
toujours perdrix
essen müsse. Der König erwiderte, dass er ihm die Notwendigkeit der
Abwechselung habe einleuchtend machen wollen. Doch erwähnt kein
französisches Wörterbuch diesen Ausspruch. Dass er, obgleich in keinem
spanischen Wörterbuche befindlich, auch in Spanien bekannt ist, ergiebt
sich aus dem Bänkelsängerliede "Curiosa Relacion Poetica, En Coplas

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Castellanas del verdadero aspecto del mundo y estado de las mujeres"
(Barcelona 1837), worin es heisst:
como dice el adagio
Que cansa de comer perdices
(d. h. wie das Sprichwort sagt, dass man es müde wird, Rebhühner zu
essen).—
[71] Eine Ermittelung der Quelle wäre hier sehr erwünscht.

Petit-maîtres
Herrchen
nannte man während der Zeit der Fronde (1648-53) eine politische Partei,
an deren Spitze der grosse C o n d é, dessen Bruder C o n t i und der Herzog
v o n L o n g u e v i l l e standen, weil sie die Herren (les maîtres) des Staats
sein wollten. Voltaire, der dies ("Louis XIV" ch. 3) berichtet, fügt hinzu:
"Man giebt jenen Namen heutzutage anmassenden und schlechterzogenen
jungen Leuten". Heute versteht man darunter so viel wie "Stutzer".
Nach den Mémoiren der Mdme de Motteville (Amst. 1739: I p. 407) nannte man die
jungen vornehmen Waffengefährten und Günstlinge des Condé, mit denen er in dem Salon
der Königin Anne d'Autriche zu erscheinen liebte, deswegen "petits-Maîtres", weil er selbst
der Herr des Staates zu sein schien.—

Das Wort Ludwigs XIV. (reg. 1643-1715):
L'État c'est moi,
Der Staat bin ich,
ist unverbürgt und jedenfalls nicht im April 1655 vor dem Parlamente
gesagt worden, wie erzählt wird. C h é r u e l (1855, "Administration
monarchique en France", B. II, S. 32-34) sagt:
"Hierher versetzt man nach einer verdächtigen Tradition die Erzählung von der
Erscheinung Louis' XIV. im Parlament, im Jagdrock, eine Peitsche in der Hand, und
hierhin verlegt man die berüchtigte Antwort auf die Bemerkung des ersten Präsidenten, der
das Interesse des Staates hervorhob: 'Ich bin der Staat'. Statt dieser dramatischen Scene
zeigen uns die zuverlässigsten Dokumente den König, wie er allerdings dem Parlament
Schweigen gebietet, aber ohne einen unverschämten Hochmut zur Schau zu tragen".

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Ein handschriftliches Journal, das Chéruel erwähnt, schliesst die Erzählung
der Scene im Parlament also:
"Nachdem Seine Majestät sich schnell erhoben hatten, ohne dass irgend Jemand in der
Versammlung ein einziges Wort gesagt, kehrten Sie nach dem Louvre und von da nach dem
Walde von Vincennes zurück, woher Sie am Morgen gekommen waren und wo Sie vom
Herrn Kardinal erwartet wurden".
Hierzu fügt Edouard F o u r n i e r ("l'Esprit dans l'histoire", 3. Auflage, S.
271):
"Also Mazarin erwartet den König, um von ihm zu erfahren, wie Alles abgelaufen ist, und
namentlich um zu hören, wie der junge Fürst seine gewiss vom Kardinal selbst angefertigte
Lektion aufgesagt hat; und in diese vom Kardinal eingegebene Lektion, von der der
Schüler nicht mit einem Worte abweichen durfte, sollte sich eine für die Macht des alten
Ministers wenigstens ebenso beunruhigende, wie für das Ansehen des Parlaments drohende
Phrase, wie 'Ich bin der Staat' plötzlich eingeschlichen haben? Das ist unmöglich. Der Staat
war noch nicht Ludwig XIV.; er war noch immer Mazarin".
D u l a u r e ("Histoire de Paris", 1853, S. 387) behauptet freilich:
"Er unterbrach einen Richter, der in einer Rede die Worte 'der König und der Staat'
gebrauchte, indem er mit Hoheit ausrief: 'L'État c'est moi'".
Ludwig XIV. hätte damit allerdings nur ausgesprochen, was seine Höflinge
empfanden. Sein Bewunderer und Günstling, der Bischof B o s s u e t,
schrieb (Oeuvres XXIII, p. 643; Par. 1864) vom Fürsten: "tout l'état est en
lui" und verglich ihn mit Gott. Nach der "Revue britannique" (Mai 1851, S.
254) wäre aber Königin Elisabeth von England Urheberin des Wortes.—

Tant de bruit pour une omelette (au lard)!
So viel Lärm um einen Eierkuchen (mit Speck)!
führen französische Schriftsteller auf den Dichter Desbarreaux ( † 1675)
zurück. Dieser bestellte während eines Ungewitters an einem Freitag, also
einem Fasttage, im Wirtshause einen Eierkuchen mit Speck. Als der
fromme Wirt dies Gericht widerstrebend auftrug, erfolgte ein heftiger
Donnerschlag, so dass der Ärmste vor Entsetzen in die Kniee sank. Da
ergriff Desbarreaux seinen Eierkuchen und warf ihn zur Beruhigung des
Mannes mit jenen Worten aus dem Fenster ("Oeuvres de Voltaire", édit.
Beuchot, tom. 43, p. 511).—

Der Herzog von Montausier (1610-90) von Ludwig XIV. 1668 zum
Gouverneur des Dauphin ernannt, lies durch B o s s u e t und H u e t

Page 512

Ausgaben der alten Klassiker
in usum delphini
zum Gebrauch für den Dauphin
besorgen, worin die anstössigen Stellen aus dem Texte weggelassen und erst
am Schlusse zusammengestellt sind. Seitdem wendet man diesen Ausdruck
auf alle aus Sittlichkeitsgründen verstümmelte Schriften an.—

Aus der Zeit seiner Regentschaft (1715-23) stammt des Herzogs Philipp
von Orléans Wort
Roué
Geräderter, Galgenschwengel,
womit dieser Fürst die lichtscheuen Genossen seiner Gelage zu bezeichnen
liebte (s. "Mémoir. compl. et authent. du duc de S a i n t - S i m o n". Nouv.
édit. 40 voll. Par. 1843. Tome XXIII, p. 20, Tome XXV, 61). Heute wird es
gebraucht wie "vornehmer Wüstling".—

Der Grosskaufmann und Handelsintendant Jean Claude Marie Vincent,
Seigneur de Gournay (1712-59) sprach in einer Versammlung von
Physiokraten, vermutlich im September d. J. 1758, das zur Parole der
Freihandelsschule gewordene Wort:
Laissez faire, laissez passer!
Gewerbefreiheit! Handelsfreiheit!
"Laissez-nous faire!" hatte aber schon ein Grosskaufmann Legendre, wahrscheinlich
François Legendre, der Verfasser eines damals verbreiteten Rechenbuches, in einer von
Colbert vermutlich im Jahre 1680 berufenen Versammlung von Kaufleuten gesagt.—
Aus V i n c e n t d e G o u r n a y s Munde stammt auch (nach Baron
Grimms "Correspondance", Juli 1764) das Wort:
Bureaukratie.
(vrgl. A. Oncken in "Berners Beiträgen zur Geschichte der Nationalökonomie" No. 2. S. 1-
131: "Die Maxime 'Laissez faire et laissez passer', ihr Ursprung, ihr Werden. Ein Beitrag

Page 513

zur Geschichte der Freihandelslehre." Bern, 1886).—

Il n'y a que le premier pas qui coûte,
Es kommt nur auf den ersten Schritt an,
erklärt uns G i b b o n ("History of the decline" u. s. w. 1776-88, VII, cap.
39, Anm. 100) mit den Worten:
"Der katholische Märtyrer hatte sein Haupt eine beträchtliche Strecke
entlang in seinen Händen getragen; doch machte einmal bei einer ähnlichen
Erzählung eine Dame meiner Bekanntschaft die Bemerkung: la distance n'y
fait rien, il n'y a que le premier pas qui coûte". Schon C o n d i l l a c bringt
("Cours d'études", "Art d'écrire" II, 10, Parma 1775) diese Geschichte,
spricht aber ganz allgemein von einer "femme d'esprit", und auch L o u v e t
d e C o u v r a y s "Faublas" (1787) giebt in der Vorrede an: "Une femme
d'esprit dit: il n'y a que le premier pas qui coûte". L i t t r é teilt unter "pas"
die Condillacsche Geschichte mit. Q u i t a r d hingegen berichtet im
"Dictionnaire des proverbes", Frau du Deffand (1697-1780) habe es zum
Kardinal Polignac gesagt, als dieser die Länge des Weges betonte, den der
auf dem Montmartre enthauptete heilige Dionysius bis nach Saint-Denis mit
seinem Haupte in den Händen zurücklegte; und allerdings rührt es von ihr
her, denn sie selbst nennt sich in einem Briefe vom 7. Juli 1763 an
d'Alembert als Verfasserin des Wortes.
vrgl. "Trois Mois à la Cour de Frédéric." Lettres inédites de d'Alembert publiées et
annotées par Gaston Maugras. Paris, 1886. p. 28.—

Der Zeit Ludwigs XV. (reg. 1723-74) gehört (nach H é n a u l t
"Mémoires", S. 4) ein Wort des damals mit der Bewachung des
Buchhandels betrauten Grafen d'Argental an. Er hatte den Litteraten Abbé
D e s f o n t a i n e s vor sich laden lassen, um ihm einen Verweis wegen des
Missbrauchs seiner Feder zu erteilen. Als Desfontaines sich
folgendermassen entschuldigte: "Aber ich muss doch leben, Excellenz",
antwortete d'Argental:
Je n'en vois pas la nécessité.
Ich sehe nicht ein, dass das nötig ist.

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Vo l t a i r e erzählt dasselbe in einem Briefe vom 23. Dez. 1760 an den
Marchese A l b e r g a t i C a p a c e l l i in Bologna; doch nennt er nicht
d'Argental, sondern spricht nur von einem Staatsminister.—L. F. H u b e r
begann eine Recension in der Jenaer allgemeinen Litteraturzeitung:
"Monseigneur, ich muss ja doch leben, sagte ein Pasquillant zum
Polizeilieutenant Sartine, der ihm sehr aristokratisch antwortete, dass er die
Notwendigkeit dessen nicht einsähe". (L. F. Hubers sämtliche Werke seit
dem Jahre 1802. 2. T. S. 151.) Jean Jacques R o u s s e a u ("Emile", Buch 3,
1761) lässt "einen Minister" das Wort zu "einem unglücklichen satirischen
Schriftsteller" sagen. Nach dem "Commentaire historique sur les oeuvres de
lauteur de la Henriade" (1776, in Vo l t a i r e s "Oeuvres complètes",
Gothaer Ausg., Bd. 48, S. 99) hörte D e s f o n t a i n e s (1685-1745) dies
Wort von d'Argenson (1652-1721), dem Chef der Pariser Polizei.
S c h i l l e r notierte im Entwurfe zu einem Trauerspiele "Die Polizei": 'Die
bekannte Replik: Ich muss aber ja doch leben, sagt der Schriftsteller—Das
seh' ich nicht ein, antwortet Argenson'. (Schillers Werke, Historisch-
kritische Ausg. von Karl Goedeke, 1. Bd. S. 262.)—

Die Inschrift des Berliner Invalidenhauses v. J. 1748
Laeso et invicto militi
Dem verwundeten, doch unbesiegten Krieger
soll vom Marquis d'Argens (1704-71) herrühren (s. K ö n i g: "Vers. ein.
hist. Schild. der Residenz Berlin", T. 5, Bd. 1, S. 100, Berlin 1798; und
Gallus: "Gesch. d. Mark Brandenb." B. 6, S. 130. Züllich. u. Freyst. 1805).
Camille P a g a n e t ("Hist. de Fréd, le Gr.", Vol. 1, Livr. 2, p. 416. Par.
1830) giebt jedoch Maupertuis (1698-1759) als Verfasser an.—

Après nous le déluge!
Nach uns die Sündflut!
(d. h. "wir leben frech und flott darauf los, nach uns geschehe, was da
will!") soll die Marquise von Pompadour (1720-64) gesagt haben (s.
"Mém. de Mdme. du Hausset". 1824: "Essai sur la marq. de Pomp." S. 19 u.
Mlle. Fel in "Le Reliquaire de M. Q. de la Tour" par Ch. Desmaze. Par.

Page 515

1874, S. 62). Benutzt ist wohl das Wort eines unbekannten griechischen
Dichters
ἐμοῦ θανόντος γαῖα μιχθήτω πυρί
Nach meinem Tode geh' die Welt in Flammen auf,
welches C i c e r o ("de fin." 3, 19, 64), S e n e c a ("de clem." 2, 2, 2) und
S t o b a e u s ("Ecl." 2, 6, 7) citieren. T i b e r i u s soll es (nach C a s s i u s
D i o, 48, 23) mit Vorliebe gebraucht haben und N e r o sprach, als es einst
in seiner Gegenwart angeführt wurde: "Vielmehr schon während ich lebe"
und steckte Rom in Brand (s. S u e t o n "Nero" 38 u. Z o n a r a s 11, 3).—

Nach F o u r n i e r ("Paris démoli", Einleit. p. 39) entstand das Wort
Restaurant
für Speisehaus 1765 in Paris dadurch, dass ein gewisser Boulanger über die
Thür seines Speisehauses, mit Verhunzung der Stelle, Matth. 11, 28 setzte:
"Venite ad me omnes, qui stomacho laboratis, et ego vos restaurabo".
(Kommt her zu mir Alle, die ihr am Magen leidet, und ich will euch
erquicken.)—
Mystificieren, Mystification
stammt von dem im 18. Jahrhundert entstandenen
mystifier,
wovon:
mystification und mystificateur
abgeleitet worden sind, Worte, die erst 1835 in das Wörterbuch der
französischen Akademie aufgenommen wurden. "Mystifier" wurde für den
bis zur Narrheit eitlen und leichtgläubigen Dichter P o i n s i n e t ( † 1769)
von seinen Bekannten erfunden, die sich die wunderlichsten Scherze mit
ihm erlaubten, ihm z. B. vorschlugen, sich das Amt des Ofenschirms beim
Könige zu kaufen, und ihn bewogen, sich zu diesem Zwecke wochenlang
die Schenkel zu rösten, um sich an die Kaminhitze zu gewöhnen (s.

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L i t t r é; G r i m m s Korrespondenz, 15. Sept. 1764; Jean M o n e t s
Memoiren, Bd. 2).—

Le silence du peuple est la leçon des rois
Das Schweigen des Volkes ist eine Lehre für die Könige
ist aus der am 27. Juli 1774 zu St. Denis für Ludwig XV. gehaltenen
Leichenrede des Abbé de Beauvais, Bischofs von Senez ( † 1790),
hergestellt, in welcher es heisst: "Le peuple n'a pas sans doute le droit de
murmurer, mais sans doute aussi il a le droit de se taire, e t s o n
s i l e n c e e s t l a l e ç o n d e s r o i s". (Sermons panégyriques et
oraisons funèbres de l'abbé de Beauvais, Paris 1807, 1 vol., p. 243.)
M i r a b e a u wendete das Wort am 15. Juli 1789, dem Tage nach dem Falle der Bastille, in
der Nationalversammlung also an: "Le silence des peuples est la leçon des rois".—

Die erste Sammelausgabe der Werke Chamforts (1746-94) ist von
Ginguéné im Jahre 3 besorgt. Der 1. Bd. enthält eine "Notiz über das Leben
C h a m f o r t s", in welcher es (S. 58) von ihm heisst: "Der Mann, der
unseren in feindliche Länder ziehenden Soldaten als Devise vorgeschlagen
hatte:
Guerre aux châteaux! Paix aux chaumières!"
Krieg den Palästen! Friede den Hütten!

Im Protokoll der Konventsitzung vom 2. Pluviôse im Jahre 2 wird über
die Feier des Jahrestags des 21. Januar berichtet: "Die Jakobiner begaben
sich darauf nach dem Platz der Revolution an den Fuss der Bildsäule der
Freiheit, um dort den Schwur zu leisten: Tod den Tyrannen, Friede den
Hütten!"—
C h a m f o r t "Caractères et Anecdotes" (Oeuvres choisies, éd. A.
Houssaye, p. 80) giebt unbestimmt einen geistreichen Mann als den
Erfinder des Wortes an:
La France est une monarchie abosolue, tempérée par des
chansons.

Page 517

Frankreich ist eine absolute, durch Gassenhauer gemässigte
Monarchie.
Nach der Ermordung Pauls, Kaisers von Russland, im Jahre 1801 sagte ein
russischer Grosser zu Graf Münster, dem hannöverschen Gesandten:
Le despotisme, tempéré par l'assassinat, c'est notre Magna
charta.
Der durch Meuchelmord gemässigte Despotismus ist unsere
Verfassung.
Von L a n f r e y ("Histoire de Napoléon I.", Tom. 2, Kap. 6 gegen Ende) wird als
geistreiches Wort T a l l e y r a n d s bei dieser Gelegenheit angeführt: "L'assassinat est le
mode de déstitution usité en Russie". "Der Meuchelmord ist der in Russland übliche
Modus der Thronentsetzung."—

Nach B a r r a u ("Histoire de la révolution", 2. Ausg., S. 134) hätte Abbé
Maury (Mitgl. d. Constit. 1789-91) in der Constituante, unterbrochen von
lärmenden Kerlen auf der Tribüne, mit dem Ausrufe: "Monsieur le
Président, faites taire ces sansculottes" den Ausdruck:
sans-culottes
geschaffen, der sich so erklärt, dass die Republikaner die sonst übliche
Kniehose (culotte) mit der bis zu den Füssen reichenden (pantalon)
vertauscht hatten. Nach B o u r l o t o n e t R o b e r t ("La commune", Paris
1872, S. 169) hätte er es lärmenden Frauen auf der Tribüne zugerufen. Will
man aber Peter D u p o n c e a u glauben, so citierte M a u r y nur ein schon
bekanntes Wort, das zuerst Baron S t e u b e n in Washingtons Winterlager
von 1777-78 den abgerissenen "tapferen Offizieren der Revolutionsarmee
beigelegt" habe. (vrgl. Friedr. Kapp: "Leb. d. amerik. Generals Fr. W. v.
Steuben" S. 97. Berlin 1858.)—

Il est peu de distance de la roche Tarpéienne au Capitole,
sagte Mirabeau (1749-91) in seiner Rede vom 22. Mai 1790; d. h. "selbst
ein Senator kann als Hochverräter zum Tode verurteilt werden". J o u y
wiederholte das Wort in dem Text zu Spontinis zuerst am 15. Dez. 1807

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aufgeführten Oper "la Vestale" (3, 3) in der Form: "La roche Tarpéienne est
près du Capitole" "Nicht weit vom Capitol da steht Tarpejens Klippe".—

Vandalismus
ist zum ersten Male von Grégoire, Bischof von Blois, in einem Berichte an
den Konvent gebraucht worden. "Ich schuf dies Wort, um die Sache zu
töten", sagt er in seinen "Memoires" (t. 1, p. 346, Ausg. von 1837).—

Sans phrase(s)
Ohne Redensarten
ist verkürzt aus: "La mort sans phrases", was bei der Abstimmung über die
Art der Behandlung Ludwigs XVI. in der Konventsitzung vom 17. Januar
1793 Sieyès (1748-1836) gesagt haben soll, aber nicht gesagt hat, wie aus
"Le Moniteur", 20. Jan. 1793, hervorgeht. Sieyès stimmte mit: "La mort".
Auch sagte er:
Ils veulent être libres et ne savent pas être justes.
Sie wollen frei sein und verstehen nicht gerecht zu sein.
Ebenfalls soll er zuerst im Jahre 1793 das später von N a p o l é o n I I I .
aufgenommene Wort:
Natürliche Grenzen
auf den Rhein angewendet haben. (L u d w i g H ä u s s e r, "Deutsche
Geschichte", 3. Aufl., Bd. 2, S. 19.) Der Gedanke kommt schon 1444 in
einem Manifeste des Dauphin, später L u d w i g X I ., vor, und wurde
Gegenstand einer lebhaften litterarischen Fehde am Ende des 15. und
Anfange des 16. Jahrhunderts.—

Bertrand Barère (1755-1841) sagte am 26. Mai 1794 im Konvent (s.
"Moniteur" vom 29. Mai): "Wenn voriges Jahr die von Houchard
befehligten Truppen alle Engländer vertilgt hätten, anstatt durch ihre
Anwesenheit unsere Festungen zu vergiften, so wäre England in diesem
Jahr nicht wieder gekommen, um unsere Grenzen anzugreifen.

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Nur die Toten kehren nicht zurück,
Il n'y a que les morts qui ne reviennent pas,
aber die Könige und ihre Sklaven sind unverbesserlich; sie müssen
verschwinden, wenn Sie wollen, dass der Friede Bestand habe, wenn Sie
wollen, dass die Freiheit gedeihe". Einige Tage später wiederholte er das
blutige Wort (M a c a u l a y: "Bertrand Barère") und N a p o l é o n I .
citierte es auf St. Helena mit Bezug auf sich am 17. Juli und am 12. Dez.
1816. (O ' M e a r a, "Napoléon in exile".)—

Die männliche Jugend von Paris, die nach dem 9. Thermidor 1794 sich
zum Vorkämpfer der Contrerevolution aufwarf, soll den Namen
Jeunesse dorée
Goldjugend (reiche junge Leute)
als Spitznamen geführt haben. A d o l f S c h m i d t ("Pariser Zustände
während der Revolutionszeit von 1789-1800", Jena 1874, T. I, No. 12: "Die
Mythe von der Jeunesse dorée") weist aber nach, dass der Ausdruck nur
einmal von dem Romanschreiber P a g è s im zweiten, anfangs 1797
erschienenen Teile seiner "Geheimen Geschichte der französischen
Revolution" in der Form: "die Pariser Jugend, welche man auch la jeunesse
dorée nannte" gebraucht wurde, ohne je weiter vorzukommen, bis im Jahre
1824, gleichsam mit einem Schlage, die Taufe der Pariser Jugend der
Revolutionszeit als "Jeunesse dorée" durch M i g n e t, T h i e r s,
T h i b a u d e a u und P r u d h o m m e vollzogen ward. Wir bezeichnen
heute damit die üppige Jugend der Hauptstädte.—

Ils n'ont rien appris ni rien oublié
Sie haben nichts gelernt und nichts vergessen
schrieb 1796 de Panat an M a l l e t d u P a n ("Mém. et Corresp. de Mall.
du Pan." rec. p. Sayous. II, 197).—
La grande nation
Die grosse Nation

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nannte General Bonaparte die Franzosen in der Proklamation, die er 1797
beim Verlassen Italiens an die Italiener richtete (s. Lanfrey: "Nap. I." 1, 10
Anf.). Er wiederholte es oft[72] und hat noch am 31. Okt. 1816 auf St.
Helena vor Las Cases (s. dess. "Mémorial de Sainte Hélène") behauptet, er
sei der Erfinder des Wortes. Ob er es wirklich war, lässt sich bezweifeln;
denn (nach G l a s e r: "Graf Joseph Maistre" Berl. 1865. S. 17) schrieb J.
M a i s t r e schon 1794 an Vignet des Etoles: "Was ihren Hochmut betrifft,
so bedenken Sie nur, dass es unmöglich ist, Glied einer g r o s s e n
N a t i o n zu sein, ohne es zu fühlen" . . . und auch G o e t h e brauchte den
Ausdruck "d i e g r o s s e N a t i o n" von den Franzosen bereits in den
1793 und 1795 geschriebenen "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten".
N a p o l é o n I I I . aber hob die Autorschaft seines Oheims ausdrücklich in
dem Schreiben hervor, das er u. d. 12. Apr. 1869 zur Verherrlichung von
dessen 100. Geburtstage durch eine Pensionserhöhung der Veteranen an den
Minister Rouher richtete.—
[72] Vrgl. L a u r e n t: "Gesch. d. Kais. Nap." K. 6; L a n f r e y III, 4: H ä u s s e r:
"Deutsch. Gesch." 3. Aufl. II, 575-6: "Une année de la vie de l'Emp. Napol." p. A. D. B. M.
. . . . . ., lieut. de grenad. 3. Ausg. Berl. 1816. S. 142, 3; H i n r i c h s: "Polit. Vorles." Halle
1843. I, 224.

C'est plus qu'un crime, c'est une faute,
Das ist mehr als ein Verbrechen, das ist ein Fehler,
soll Polizeiminister Fouché (1763-1820), andere nennen T a l l e y r a n d,
über die Hinrichtung (20. 3. 1803) des Herzogs d ' E n g h i e n durch Konsul
B o n a p a r t e gesagt haben.—

B a r è r e ("Mémoires", Par. 1842, T. 4, p. 447) erzählt, dass Talleyrand
(1754-1838) 1807 in einer Unterredung mit dem spanischen Gesandten
J z q u i e r d o, der ihn an seine zu Gunsten Karls IV. von Spanien
gemachten Versprechungen erinnerte, gesagt habe:
La parole a été donnée à l'homme pour déguiser sa pensée.
Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu
verbergen,

Page 521

was als eine witzige Umdrehung des Satzes von M o l i è r e ("Le mariage
forcé" Sc. 6. Pancrace) erscheint:
"La parole a été donnée à l'homme pour expliquer sa pensée."
Heinrich H e i n e hingegen schreibt ("Ideen. Das Buch Le Grand" 1826.
Kap. XV; Ges. W. I, 296) ersteres Wort F o u c h é in der Form zu:
Les paroles sont faites pour cacher nos pensées.
Vor T a l l e y r a n d und F o u c h é jedoch liess Vo l t a i r e (Dialog 14 "Der
Kapaun und das Masthuhn") den Kapaun sagen: "Die Menschen bedienen
sich des Gedankens nur, um ihre Ungerechtigkeiten zu begründen, und sie
wenden die Worte nur an, um ihre Gedanken zu verbergen"; und vor
Voltaire sagte Yo u n g († 1765) in der Satire "Universal passion, the love of
fame", II, v. 207:
Where nature's end of language is declined,
And men talk only to conceal the mind.
Wo man den Zweck der Sprachnatur verneint
Und man nur spricht, zu hehlen, was man meint.
Der Gedanke ist den Alten entlehnt; denn schon in der Spruchsammlung des
sogenannten D i o n y s i u s C a t o lautet das 26. Distichon des 4. Buches:
Perspicito tecum tacitus quid quisque loquatur;
Sermo hominum mores et celat et indicat idem;
Ganz im Stillen bedenk' es mit dir, was Einer gesprochen;
Menschliche Rede verhüllt die Gesinnung so, wie sie sie anzeigt;
nachdem längst zuvor P l u t a r c h ("de recta ratione audiendi" c. 7, p. 41
D.) bemerkte: αἱ δὲ τῶν πολλῶν διαλέξεις καὶ μελέται σοφιστῶν ... τοῖς
ὀνόμασι παραπετάσμασι χρῶνται τῶν διανοημάτων ... (Die meisten
Sophisten brauchen in ihren Streitübungen und Kunstreden die Worte als
dichten Schleier für die Gedanken.)—
Der Kaffee muss heiss wie die Hölle, schwarz wie der Teufel,
rein wie ein Engel, süss wie die Liebe sein

Page 522

und:
Surtout pas de zêle!
Vor allen Dingen keinen Eifer!
oder:
Pas trop de zêle!
Nur nicht zu viel Eifer!
oder:
Trop de zêle!
Zu viel Eifer!
sind Worte, die auch auf T a l l e y r a n d zurückgeführt zu werden pflegen;
und für dessen Abneigung gegen grosse Dienstbeflissenheit giebt Mdme de
Rémusat (Mémoires, 1880, Bd. 3, S. 174) allerdings die Quelle mit
Talleyrands Worten an seinen Nachfolger Champagny, als er ihm die
Ministerialbeamten vorstellte: "Vous les trouverez fidèles, habiles, exacts,
m a i s , g r à c e à m e s s o i n s , n u l l e m e n t z é l é s". Sie fügt
hinzu, dass Talleyrand dies dann dem Kaiser erzählte, der darüber lachte.—
Légitimité, Legitimität
für: "Recht der angestammten Fürsten" ist nach T h i e r s ("Consulat et
Empire", t. XVIII, p. 445) eine von T a l l e y r a n d erfundene Bezeichnung.


Als am 7. Sept. 1812 an der Moskwa die Sonne aufging, rief Napoléon I.
seinen Offizieren mit den Worten
Voilà le soleil d'Austerlitz!
Das ist die Sonne von Austerlitz!
die siegreiche Schlacht vom 2. Dez. 1805 ins Gedächtnis zurück, (vrgl.
S é g u r "Hist. de Napol. et de la grande armée pend. l'année 1812", VII, 9.)

Page 523

Du sublime au ridicule il n'y a qu'un pas
Vom Erhabnen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt
sagte N a p o l é o n I . auf seiner Flucht aus Russland mehrmals zu seinem
Gesandten d e P r a d t in Warschau (Dez. 1812)[73]. Er gab damit nur einem
oft dagewesenen Gedanken seine bleibende Form. M a r m o n t e l († 1799)
sagte bereits: "En général, le ridicule touche au sublime" (Oeuvr., t. V, p.
188). W i e l a n d ("Die Abderiten", Bd. 3, Kap. 8; 1774): "Die
D u m m h e i t hat ihr S u b l i m e s so gut als der Verstand, und wer darin
bis zum A b s u r d e n gehen kann, hat das Erhabne in dieser Art erreicht,
was für gescheute Leute immer eine Quelle von Vergnügen ist", und
T h o m a s P a i n e ("The age of reason", 1794, T. II. g. E. Anm.): "Wenn
Schriftsteller und Kritiker vom Erhabnen sprechen, so sehen sie nicht, wie
nahe es an das Lächerliche grenzt".—
[73] S. d e P r a d t s "Hist. de l'ambassade dans le Grandduché de Varsovie en 1812",
Berl. 1816.—Schon in den "Mémoires de Madame de Rémusat 1802-8", publiés par son
petit-fils Paul de R é m u s a t, Paris 1880, T. III, p. 55 u. 56 heisst es: "Bonaparte hat oft
gesagt, dass nur ein Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen wäre".
Das N a p o l é o n I . zugeschriebene Wort
Tout soldat français porte dans sa giberne le bâton de maréchal
de France
Jeder französische Soldat trägt den Marschallstab in seiner
Patronentasche
steht in "La vie militaire sous l'Empire" par E. B l a z e, (Par. 1837) 1, S. 5
und wird S. 394 in der Form wiederholt: "Nous avons tous un brevet de
maréchal de France dans notre giberne". Nach den "Mémoires de Madame
de Rémusat 1802-1808" (T. III., Paris 1880, p. 86 u. 87) wurden die
Nachrichten aus Deutschland 1806 nach der Schlacht bei Jena aus einer
Stadt Braunschweigs vom Briefe eines vermeintlichen Soldaten begleitet, in
dem es heisst: "Nichtsdestoweniger ist es wahr, sagte man, dass ein Soldat,
welcher zu sich sagen kann: Es ist nicht unmöglich, dass ich Marschall,
Fürst oder Herzog wie jeder Andre werde, durch diesen Gedanken ermutigt
werden muss".—
Die soziale Frage

Page 524

ist, wie von T r e i t s c h k e in einer Vorlesung "Über den Sozialismus" am
5. März 1879 lehrte eine von N a p o l é o n I . erfundene und später auch
von N a p o l é o n I I I . angewendete Phrase, die zum Klappern der
demokratischen Tyrannei gehörte.—

Man liess den Grafen von Artois, später Karl X., in der "Restauration"
im Moniteur mit einem Programme debütieren, das gewöhnlich umgestaltet
wird zu:
Il n'y a rien de changé en France, il n'y a qu'un Français de
plus,
Es ist Nichts in Frankreich geändert, es ist nur ein Franzose mehr
vorhanden.
Es ist dies aber dem Grafen v o n A r t o i s untergeschoben nach der
"Revue contemporaine" vom 15. Febr. 1854 (S. 53), wo Beugnot, der
zeitweilige, mit der Leitung der Regierungspresse beauftragte Minister des
Innern, folgende Entstehungsgeschichte des Wortes giebt. Er hatte den
Grafen v o n A r t o i s am Tage seines Einzuges, 12. April 1814, gegen 11
Uhr abends verlassen, um sich zu Herrn v o n T a l l e y r a n d zu begeben.
"Ich fand ihn", erzählt er, "mit den Herren Pasquier, Dupont de Nemours und Angles im
Gespräch über den Verlauf des Tages, den man einstimmig als vortrefflich anerkannte.
Talleyrand erinnerte daran, dass nun auch ein Artikel im Moniteur notwendig wäre, und
Dupont bot sich an, ihn zu verfassen. 'Nein', erwiderte Talleyrand, 'er würde zu poetisch
ausfallen. Ich kenne Sie. Beugnot ist der Mann dazu. Er kann gleich ins Bibliothekzimmer
gehen und schnell einen Artikel schreiben, den wir dann an Sauvo schicken'.—Ich mache
mich an die Arbeit, die erst nicht schwierig war. Als ich aber an die Antwort des Prinzen
auf Talleyrands Anrede komme, stocke ich. Einige einem tiefen Gefühle entsprungene
Worte machen durch den Ton, in dem sie gesagt werden, durch die Gegenwart der Dinge,
durch die sie veranlasst worden sind, Eindruck; handelt es sich aber darum, sie ohne diese
Umgebung aufs Papier zu bringen, so sind sie kalt, zum Unglück vielleicht lächerlich. Ich
gehe also zu Talleyrand zurück und teile ihm meine Verlegenheit mit. 'Nun', antwortete er,
'was hat denn der Prinz gesagt?'—'Nichts Erhebliches; er schien mir sehr bewegt und vor
allen Dingen bestrebt, seinen Zug fortzusetzen'.—'Nun, wenn Ihnen das, was er gesagt,
nicht passt, so machen Sie ihm eine Antwort'.—'Eine Rede, die er nicht gehalten hat?'—'Da
ist doch keine Schwierigkeit. Machen Sie eine gute, zu der Person und zu dem Augenblick
passende Rede, und ich bürge dafür, der Prinz heisst sie gut und wird nach zwei Tagen
glauben, er hat sie gehalten. Er wird sie gehalten haben, und von Ihnen wird nicht weiter
die Rede sein'.—Gut.—Ich gehe, versuche eine zweite Fassung und bringe sie zur Censur
zurück.—'Das geht nicht', sagt Talleyrand, 'der Prinz macht keine Antithesen und erlaubt
sich nicht die geringste Redefloskel. Seien Sie kurz, einfach und sagen Sie etwas, was für
die Redenden und Zuhörenden mehr passt, weiter nichts'.—'Mir scheint', fiel Pasquier ein,

Page 525

'dass viele Gemüter von der Furcht vor den Veränderungen bewegt sind, welche die
Rückkehr der bourbonischen Prinzen veranlassen muss; vielleicht müsste man diesen
Punkt zart berühren'.—'Sehr gut', sagte Talleyrand, 'das empfehle ich Ihnen auch'. Ich
versuche eine andere Redaktion und werde zum zweiten Male abgewiesen, weil ich mich
nicht kurz gefasst habe und der Stil gekünstelt sei.—Endlich gelingt mir folgende, d i e
im Moniteur abgedruckt ist, und wo ich den Prinzen sagen
l a s s e: 'Kein Zwist mehr, Friede und Frankreich. Endlich sehe ich es wieder! und nichts
ist darin geändert, ausser dass e i n Franzose mehr vorhanden ist' (et rien n'y est changé, si
ce n'est qu'il s'y trouve un Français de plus). 'Dies Mal ergebe ich mich', sagte endlich der
grosse Tadler. 'Dies ist die Rede des Prinzen. Ich sage gut dafür, dass er sie gehalten hat.
Sie können jetzt ruhig sein'."
In der "Revue rétrospective", 2. série, t. IX., p. 459 heisst es: "Der Graf von
Artois, der am folgenden Tage die Erzählung seines Einzuges las, rief aus:
'Das habe ich ja nicht gesagt'. Man machte ihn darauf aufmerksam, dass er
es notwendigerweise gesagt haben müsse, und die Redensart blieb
historisch".—

Das Wort, welches General C a m b r o n n e in der Schlacht bei Waterloo
(18. Juni 1815) gesagt haben soll:
La garde meurt et ne se rend pas,
Die (alte) Garde stirbt und ergiebt sich nicht,
hat er selbst, der sich bei Waterloo ergab und nicht blieb, stets auf das
Entschiedenste in Abrede gestellt. Trotzdem hat man die Statue, welche ihm
in seiner Geburtsstadt Nantes errichtet wurde, mit dem Ausspruche geziert.
Nach F o u r n i e r ( "l'Esprit dans l'histoire", 2. Ausg., Paris 1860, S. 361)
ist der Journalist Rougemont der Erfinder dieses Wortes, das er am 19. Juni
1815 im "L'Indépendant" abdrucken liess[74]. Übrigens erhoben die Söhne
des Generals M i c h e l gegen die Inschrift an Cambronnes Statue Protest
und beanspruchten die Worte für ihren Vater.—
[74] S. L a r o u s s e "Fleurs historiques", p. 440 bis 447; des Obersten D e h n e l
"Erinnerungen deutscher Offiziere in britischen Diensten aus den Kriegsjahren von 1805-
1816"; "Das Leben des Freiherrn Hugh von Halkett, königlich hannoverschen Generals der
Infanterie. Nach dessen hinterlassenen Papieren und Quellen entworfen von E. v o n d e m
K n e s e b e c k, königlich hannoverschen Generalmajor", Stuttgart 1865; General v o n
F r a n s e c k y "Militair-Wochenblatt", 25. April 1876. Nach Roger A l e x a n d r e "Le
Musée de la conversation" (1892, p. 158) hätte die Phrase zuerst am 24. Juni 1815 im
"Journal genéral de la France" gestanden.

Page 526

Man nennt das Zwischenreich von 1815:
Les Centjours,
Die Hunderttage,
obgleich es über diese Zeit hinausging. Die Schuld trägt der
S e i n e p r ä f e k t, der Ludwig XVIII. (reg. 1814-24), der am 19. März aus
Paris entschwunden war, bei seinem Wiedereinzuge am 8. Juli als
schlechter Rechner in seiner Anrede "hundert Tage" aus Paris abwesend
sein liess.—
Derselbe Monarch nannte bald nach dem Einzuge dankbar die gefügige
zweite Kammer
Chambre introuvable
eine Kammer, wie sie sich so leicht nicht wiederfindet.
Später jedoch, als sich die Gefügigkeit bis zu unbequemem Fanatismus
steigerte, eignete sich der Hohn den Ausdruck für jede Kammer an, die
monarchischer sein will als der Monarch.—
L'exactitude est la politesse des rois
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige
ist auch ein Wort L u d w i g s X V I I I . (vrgl. Oelsners Brief aus Paris v. 8.
Juli 1817 im "Briefw. zw. Varnhagen v. Ense und Oelsner" I, 119 und
"Souvenirs de J. Laffite" Par. 1844. I, 150).—

L a s C a s e s teilt im "Mémorial de Sainte Hélène" (Paris 1823-24)
unter dem 8. April 1816 folgendes Wort mit, das N a p o l é o n I . ihm
gegenüber aussprach:
Bei dem gegenwärtigen Zustande der Dinge kann ganz Europa
binnen zehn Jahren kosakisch sein oder ganz
republikanisch (toute en républiques).—

Über das Wort

Page 527

doctrinaire
sagt D u v e r g i e r d e H a u r a n n e ("Histoire du gouvernement
parlamentaire", t. III, p. 534): "G u i z o t . . . gehörte einer Kammerfraktion
(im Jahre 1816) an, die, obwohl sie das Ministerium unterstützte, sich mehr
als einmal von ihm getrennt hatte, und deren anerkannter Führer, Herr
Royer-Collard, bereits von dem "Nain jaune réfugié" (einer französischen,
in Brüssel entstandenen Zeitung) einen später berühmt gewordenen Namen,
den Namen 'doctrinaire' erhielt". Andere erzählen, dass R o y e r -
C o l l a r d in einer Lehranstalt der "Prêtres de la doctrine chrétienne", auch
kurz "doctrinaires" genannt, erzogen wurde. Als er nun 1816 in der
Kammer eine Rede hielt, habe ein Mitglied der Rechten ausgerufen: "Voilà
bien les doctrinaires!" (Da haben wir die Doktrinäre!) und so sei die
politische Bedeutung des Wortes "doctrinaire" für unpraktische Verfechter
wissenschaftlicher Theorien entstanden. Sonst kommt das Wort schon in
B a l z a c s († 1654) "Le Socrate chrétien", Disc. 10, vor.—

Den Sturz der bourbonischen Herrschaft kündigte ein prophetisches Wort
Salvandys (1795-1856) an. Dieser, damals französischer Gesandter in
Neapel, nahm an einem Balle Teil, den der H e r z o g v o n O r l é a n s
(Ludwig Philipp) am 5. Juni 1830 im Palais Royal zu Ehren seines
Schwagers, des Königs von Neapel, gab. S a l v a n d y hat diesen Ball im
"Livre des Cent-et-un", Bd. 1, beschrieben. "Als ich", erzählt er, "am
Herzog von Orléans vorbeiging, dem man von allen Seiten Komplimente
über die Pracht seines Festes machte, sagte ich jenes Wort zu ihm, welches
die Zeitungen am folgenden Tage wiederholten: 'Das ist ein ganz
neapolitanisches Fest, mein Prinz,
nous dansons sur un volcan.
wir tanzen auf einem Vulcan'."
"Nous m a r c h o n s sur des volcans" wurde schon 1794 von Robespierre c i t i e r t (s. H.
Taine: "Les origines de la France contemporaire", II "La revolution", T. III, p. 193, Paris
1885).—

Als einige Tage vor der Einsetzung des Juli-Königtums (1830) die Frage
erhoben wurde, ob der neue König den Namen "Philipp der Siebente"

Page 528

annehmen sollte, erklärte Dupin der Ältere (1783-1865): "Der Herzog von
Orleans sei auf den Thron berufen worden,
nicht weil, sondern obgleich
non parce que, mais quoique
er ein Bourbon sei".—

Der H e r z o g v o n O r l é a n s, der spätere König Ludwig Philipp
(reg. 1830-1848), endigte am 31. Juli 1831 seine erste Proklamation als
General-Statthalter des Königreichs mit der Phrase:
La charte sera désormais une verité.
Die Verfassung wird künftighin eine Wahrheit sein.
D u p i n d e r Ä l t e r e (s. dessen Mémoiren II, p. 151) schrieb diese Proklamation nach
den Ideen des Herzogs. S. Näheres in R o g e r A l e x a n d r e s "Musée de la
Conversation" 1892, S. 58.—

Am 16. Sept. 1831 meldete der "Moniteur" (p. 1594), der "Courrier"
erzähle nach dem "Preussischen Staatsanzeiger", was sich am 15. und 16.
August (nach der blutigen Einnahme Warschaus) zugetragen habe, und füge
hinzu . . . . "L'ordre et la tranquillité sont entièrement rétablis dans la
capitale" ("Ordnung und Ruhe sind in der Hauptstadt völlig wieder
hergestellt"). Selbigen Tages zeigte der Minister Graf S e b a s t i a n i den
Abgeordneten in Paris das Ereignis an und citierte dabei: "au moment où
l'on écrivait, la tranquillité régnait à Varsovie." Darauf erschien im Journal
"La Caricature" eine Zeichnung von G r a n d v i l l e et Eugène T o r e s t, die
einen russischen Soldaten unter Leichen darstellte und die Unterschrift trug:
"L'ordre règne à Varsovie."
S. R. Alexandre: "Musée de la conversation" 1892, p. 262. Nach der Abendausgabe der
Nationalzeitung vom 29. Nov. 1880 hätte der russische Feldherr Paskiewitsch diese Worte
am 8. Sept. 1831 dem Kaiser Nikolaus geschrieben, doch weiss J. Tolstoy "Essai sur le
feldmaréchal Paskewitch", Paris 1835, nichts davon.—

Page 529

V i c t o r Cousin (1792-1867) soll (nach Joh. J a c o b y "Heinr. Simon" 2.
Aufl. S. 110) gesagt haben:
Preussen, das klassische Land der Schulen und Kasernen.
Aber wann und wo? In seinem "Rapport sur l'état de l'instruct. publ. dans
quelq. pays de l'Allem. et particul. en Prusse (Par. 1832)" steht es nicht.—

Entente cordiale,
Herzliches Einverständnis,
ein Ausdruck zur Bezeichnung des Verhältnisses zwischen England und
Frankreich, datiert nach L i t t r é aus der Adresse der französischen
Deputirtenkammer von 1840 bis 1841. M e t t e r n i c h ("Nachgel. Papiere"
Wien 1883. VII, p. 27) führte das Wort auf Guizot (1787-1874) zurück.—
La France marche à la tête de la civilisation
Frankreich marschiert an der Spitze der Civilisation
entsprang G u i z o t s Vorlesungen über "Geschichte der Civilisation in
Europa" (Paris 1845, 1. Vorlesung). Erst sagte er nur:
"Es hiesse zu weit gehen, wollte man behaupten, dass Frankreich immer und in allen
Richtungen an der Spitze der Völker geschritten sei" (qu'elle est marché toujours dans
toutes les directions à la tête des nations),
dann aber weiterhin:
"Geisteshelle, Geselligkeit und sympathisches Wesen sind Frankreichs Grundzüge und die
seiner Civilisation; und diese Eigenschaften machten es ganz besonders geeignet, an der
Spitze der europäischen Civilisation zu marschieren (à marcher à la tête de la civilisation
européenne)".—

Prinz Louis Napoléon hielt als P r ä s i d e n t auf seiner Rundreise durch
Frankreich bei einem Banquet, das ihm die Handelskammer von Bordeaux
am 9. Oktober 1852 gab, eine Rede, in welcher
L'empire, c'est la paix
Das Kaiserreich ist der Friede
vorkam. Der "Kladderadatsch" vom 7. Nov. 1852 formte es prophetisch um
in: "L'empire c'est l'épée".—

Page 530

Mac Mahon (1808-92) schrieb am 9. Sept. 1855 im Krimkriege auf dem
erstürmten Malakoff, als ihm vom Oberbefehlshaber durch einen
Adjutanten mitgeteilt wurde, die Russen hätten Vorbereitungen getroffen,
um das Werk in die Luft zu sprengen, mit Bleistift auf ein Stückchen Papier
an den Oberbefehlshaber:
J'y suis, et j'y reste.
Ich bin da und ich bleibe da.
(vrgl. "Die französischen Marschälle der Gegenwart" von Hauptmann Z e r n i n in der
"Gegenwart", 1881, No. 24, S. 371).—

Im Kriegsmanifeste vom 3. Mai 1859 verhiess Napoléon III. (reg. 1852-
70) "ein freies Italien bis zum Adriatischen Meere", eine Verheissung, die in
der Form
Frei bis zur Adria
ein geflügeltes Wort geworden ist. In der Vorrede zu "Frei bis zur Adria.
Österreichische Regierungsgeschichte in Italien" von G u s t a v R a s c h
(Berlin 1860) wird das Wort als Wahlspruch Italiens angeführt.—

Auf eine Interpellation von Thiers am 14. April 1867 im gesetzgebenden
Körper über die auswärtigen Beziehungen antwortete Eugène Rouher
(1814-84) am 16. unter anderm:
"Der Tag vom 3. Juli (Schlacht bei Sadowa) war ein schwerer für die
Männer, welche die Geschicke dieses Landes leiten. Sowohl das Militär wie
die öffentliche Meinung hatte geglaubt, Preussen werde seinen kühnen
Versuch teuer bezahlen müssen; man hielt es für gewiss, dass es eine
Schlappe erleiden werde. Seinem Erfolge, diesem unvorhergesehenen
Ereignisse gegenüber, fühlten wir
patriotische Beklemmungen"
"angoisses patriotiques".
Das Wort wiederholte er weiterhin in seiner Antwort noch einmal.—

Page 531

Im Sept. 1867 sagte Napoléon III. in Lille: "Seit den letzten vierzehn
Jahren, als ich zum ersten Male die Norddépartements besuchte, sind sehr
viele meiner Hoffnungen in Erfüllung gegangen und grosse Fortschritte
gemacht worden; allein auch
schwarze Punkte
oder:
dunkle Punkte
points noirs
haben unsern Horizont umwölkt". R o u h e r sagte dann im Juli 1870 im
Corps Législatif: "Die Expedition nach Mexiko ist der einzige dunkle Punkt
in dem glänzenden Bilde".—

Interpelliert, ob Alles in Kriegsbereitschaft sei, antwortete der
Kriegsminister Marschall Leboeuf (1809-88) 1870:
(Nous sommes) archiprêts,
Wir sind erzbereit.—

Amerika.
Lynchjustiz
(Lynch law),
d. i. "Volksjustiz", schreibt sich von John L y n c h her, welcher gegen Ende
des 16. Jahrhunderts, als die Kolonialgesetze in den Vereinigten Staaten
keinen zuverlässigen Schutz gewährten, von den Bewohnern in
Nordcarolina mit unumschränkter gesetzgeberischer, richterlicher und
vollziehender Gewalt und Macht bekleidet wurde. Man sagt auch für
"Lynchjustiz ausüben" kurzweg
lynchen.—

Page 532

Benjamin Franklin (1706-90) antwortete, wenn man sich in Paris bei
ihm nach den Fortschritten der Revolution in Amerika erkundigte:
Ça ira!
's wird schon gehen!
Die französische Revolution ergriff das Wort und machte es zu ihrem
Hymnus. In den "Briefen von Friedrich M a t t h i s s o n" (Zürich 1802, S.
146) meldet der 15. Brief (Nismes, 22. März 1792): "Der allgemeine
Nationalgruss ist jetzt: 'Ça ira!', worauf 'Cela va!' (es geht schon) erwidert
wird".—

Holland.
Peter Meffert,
ein Name, den man gebraucht, um einen spürnasigen, ausplaudernden,
eitlen Hans in allen Gassen zu bezeichnen, ist nach Dr. Gustav
S c h w e t s c h k e s "Geschichte des L'Hombre" (Halle 1863, S. 26) der
Name des im 17. Jahrh. renommierten Spielkartenfabrikanten Pieter
M e f f e r d t in Amsterdam. In Johann L a u r e m b e r g s 4. Scherzgedicht
"Von altmodischer Poesie und Reimen" (V. 348, Hafn. 1648) wird die
Spielkarte daher scherzweise "Peter Mefferts Boek" genannt.
In den wertvollen Sammlungen des Herrn v o n B e r l e p s c h in Gross-Stöckheim bei
Wolfenbüttel befand sich ein gedruckter Spielkarten-Umschlag, auf welchem der
Nachfolger Peter Mefferts den Ruhm seines Vorgängers verkündet. So hat auch B o i t e a u
in den "Cartes à jouer", S. 114 die Abbildung eines Treffbuben (Carte des Flandres, 17.
siécle) mit der Zettelschrift PIETER MEFFERDS. L a p p e n b e r g in seiner Ausg. Johann
Laurembergs, Stuttgart 1861, bemerkt: "Peter Meffert heft Waaren feil, ist eine scherzhafte
Redensart zu Lübeck". Bald wurde Peter Meffert eine allgemeine Bezeichnung. In
Christian W e i s e s 1680 am 6. März in Zittau aufgeführtem "Lustspiel von einer
zweifachen Poetenzunft" wird Peter Meffert als Primus einer Schule genannt. Im
"Leipziger Musenalmanach aufs Jahr 1777", S. 45, heisst es in dem J. W. G. (Goethe?)
unterzeichneten Epigramm "Auf einem gewissen Horcher im Parterr." 1769:

"Schreib! um der Welt nichts zu verschweigen,
Darfst du nur Mefferts Jünger seyn,
Von allen seinen Schmierereyn,
Ist auch das Schlechtste nur sein eigen."

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Das 39. Gedicht in dem seltenen Buche G l e i m s "Sinngedichte" (auf der Gleim-
Bibliothek in Halberstadt) trägt den Titel: "Peter Meffert. Nach dem Italiänischen des Paolo
Rolli" und beginnt: "Was will nicht alles Peter Meffert seyn?" (Rollis "Rime" erschienen
1717.) Dasselbe Gedicht steht auch bei K l o t z ("Deutsche Bibliothek der schönen
Wissenschaften" Bd. 4, Str. 13, Halle 1770) in einer Kritik des obengenannten Gleimschen
Buches. W i e l a n d beklagte sich in einem Briefe an Gleim vom 9. Mai 1770 ("Ausgew.
Briefe von Wieland" II, S. 365), dieser habe sein Amadis-Manuscript einem "Peter
Meffert" gezeigt, einem "homunculus", der "poetisches Almosen" zu Musenalmanachen
zusammenbettele und aus dem Zusammenhang gerissene Stellen "allenthalben wieder
vorweise". J. G. J a k o b i schrieb an Gleim (s. dessen Nachlass zu Halberstadt) am 20.
Okt. 1775: "die Peter Mefferts haben, wie der leidige Teufel, überall ihr Spiel. Wir aber
singen fort und lieben uns".—

Klassiker-Ausgaben, welche durch wörtliche Übersetzung des Textes der
Denkträgheit des Lernenden frönen, werden als Ausgaben
ad modum Minellii
in Minellis Art
bezeichnet nach dem Rektor der Erasmus-Schule in Rotterdam Jan
M i n e l l i († 1683), der sich zuerst darin hervorthat.—

Blue-stocking,
Bas bleu,
Blaustrumpf,
d. h. eine Dame, die sich unter Vernachlässigung ihrer Häuslichkeit in
unerfreulicher Weise wissenschaftlich hervorthut, hatte ursprünglich
keineswegs die missbilligende Nebenbedeutung, die wir dem Ausdrucke
jetzt beilegen, und bezeichnete in der Mehrheit nur Gesellschaften, in denen
Kartenspiel verpönt und deren Hauptzweck geistvolle Unterhaltung war.
Die Bildung solcher Gesellschaften schreibt man gewöhnlich den drei
Damen: Lady M o n t a g u e, Frau Ve s e y und Frau O r d zu. In diesen
Gesellschaften zeichnete sich durch Anmut in der Unterhaltung der
Gelehrte S t i l l i n g f l e e t († 1771) aus, der im Anzuge vernachlässigt, in
blauen Kniestrümpfen erschien. Das soll den holländischen Admiral
Boscawen veranlasst haben, diese Versammlungen
"Blaustrumpfgesellschaften" zu nennen, um damit zu bezeichnen, dass in

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ihnen nur geistige Begabung, nicht der glänzende Anzug den Ausschlag
gab.
vrgl. B o s w a l l "Leben Johnsons", 72. Lebensjahr und das Vorwort zu Miss H a n n a h
M o r e s Gedicht "Der Bas bleu oder Konversation". Nach D o r a n ("Eine Dame des
vorigen Jahrhunderts", Kap. 11, London 1873) werden Herrn Stillingfleets blaue Strümpfe
zum ersten Mal in einem Briefe der Lady Montague vom Jahre 1757 erwähnt.—

England.
Über die um 1680 politische Bedeutung gewinnenden Wörter
Whig u n d Tory
sagt M a c a u l a y, "Geschichte von England", B. 1, K. 2 (S. 253 Ausg.
Tauchnitz):
"In Schottland hatten einige der verfolgten Kirchenabtrünnigen, durch Bedrückung zur
Verzweiflung getrieben, den Primas ermordet, gegen die Regierung die Waffen ergriffen,
einige Vorteile über die königlichen Truppen errungen, und sie waren erst zur Ruhe
gebracht worden, als Monmouth sie bei Bothwell Bridge geschlagen hatte. Diese Eiferer
waren sehr zahlreich unter den Bauern des westlichen Nieder-Schottlands, die gewöhnlich
"Whigs", genannt wurden. So wurde der Name Whig den presbyterianischen Eiferern
Schottlands beigelegt und auf diejenigen englischen Politiker übertragen, welche Neigung
zeigten, dem Hofe gegenüberzutreten und protestantische Dissidenten mit Nachsicht zu
behandeln. Zur selben Zeit gewährten die Sümpfe Irlands geächteten Papisten eine
Zuflucht. Diese Leute hiessen damals "Tories". Daher wurde der Name Tory Engländern
gegeben, die nicht dazu beitragen wollten, einen katholischen Prinzen vom Thron
auszuschliessen".
"Whig" bedeutet ursprünglich saure Molken; das irische Wort "Tory" ist
angeblich soviel wie Räuber.—

Es war auf der englischen Flotte Sitte gewesen, den Mannschaften ihre
Portion Rum ungemischt zu liefern, was manchen Rausch hervorbrachte
und die Mannszucht störte. Deswegen verfügte 1740 Admiral Vernon, dass
der Rum mit Wasser vermischt verabfolgt werden solle. Schon früher hatte
der Admiral, der gewöhnlich einen Rock von kameelhärenem Zeug
(grogram) trug, von seinen Leuten deshalb den Beinamen "Old Grog"
erhalten. Der Name
Grog

Page 535

ging nun auf das von ihm erfundene Getränk über.—

Das Sir R o b e r t Walpole (1676-1745) zugeschriebene Wort
Ein jeder Mensch hat seinen Preis
ist in dieser Schroffheit nicht von ihm gesagt worden. In C o x e s "Memoirs
of the life and administration of Sir Robert Walpole" (IV, S. 369) heisst es
von ihm: "Redefloskeln verachtete er. Die Auslassungen vorgeblicher
Patrioten schrieb er ihren oder ihrer Angehörigen eigennützigen Absichten
zu und sagte von ihnen: 'Alle diese Leute haben ihren Preis'!"—

Nelsons (1758-1805) Tagesbefehl in der Schlacht bei Trafalgar am 21.
Okt. 1805 lautete:
England expects that every man will do his duty.
England erwartet, dass jeder Mann seine Pflicht thun wird.
(vrgl. "The dispatches and lettres of Vice-Admiral Lord Viscount Nelson", Bd. 7, S. 150,
London 1845-46.)—
Dr. J o h a n n J a k o b y bemerkte am 5. Juni 1848 in einer Rede vor
Berliner Wahlmännern, dass O'Conell (1775-1874) sich einst den
bestverleumdeten Mann
der drei Königreiche genannt habe. Das Wort ist vielfach auf Andere
übertragen und variiert worden. So sagte Fürst Bismarck im preussischen
Landtage am 16. Jan. 1874: "Gehen Sie von der Garonne, um mit der
Gascogne anzufangen, bis zur Weichsel, von dem Belt bis zur Tiber, suchen
Sie an den heimischen Strömen der Oder und des Rheins umher, so werden
Sie finden, dass ich in diesem Augenblicke wohl die am stärksten und—ich
behaupte stolz!—die am besten gehasste Persönlichkeit in diesem Lande
bin". Seitdem hört man häufiger:
bestgehasster Mann.—

Am 6. April 1852 schrieb das "Albany Evening Journal": "Ein Freund
wünscht, dass wir ankündigen, er werde sich zu geeigneter Zeit erlauben,

Page 536

ein neues Wort in das Wörterbuch einzuführen. Der Zweck der
beabsichtigten Neuerung ist, die jetzt vorhandene Nötigung zu vermeiden,
zwei Wörter, die oft vorkommen, zu gebrauchen, wo eins genügen würde.
Das Wort ist
Telegram
(Telegramm)
statt 'telegraphische Depesche'" u. s. w. Der Erfinder war der Amerikaner
E. P. Smith aus Rochester.—

Der rechte Mann an der rechten Stelle
The right man in the right place
ist aus einer Rede A. H. Layards entwickelt, die er am 15. Januar 1855 im
Unterhause hielt, und worin er sagte: "Ich habe immer geglaubt, dass Erfolg
das unvermeidliche Ergebnis sein werde, wenn man sowohl dem Landheere
wie der Flotte freie Bewegung gönnte, und wenn wir den rechten Mann
abordneten, um die rechte Stelle zu füllen".—

Der Güterverwalter des Grafen Erne in der irischen Grafschaft Mayo, der
englische Kapitän James Boycott ( † 1897), drückte die Pächter seines
Herrn derart, dass ihm das empörte Volk Arbeit und Kauf versagte. Unter
starkem militärischen Schutz brachten im November 1880 orangistisch
gesinnte Arbeiter aus Ulster seine Ernte ein, seine Vorräte in Sicherheit und
geleiteten ihn selbst nach einem anderen Ort. Seitdem reden wir in Fällen,
wo das Volk zu ähnlicher Selbsthilfe gegen einen Arbeitgeber greift, von
boycotten
und nennen ein solches Verfahren auch kurzweg einen
Boycott.
Der Ausdruck "boycotting" (boykottieren) soll zum ersten Male in einer
Dubliner Zeitung vom 13. November 1880 gestanden haben.—

Page 537

Deutschland und Österreich.
Bischof Chrodegang von Metz stellte um 760 zur Besserung der
verwilderten Geistlichkeit eine Lebensregel, einen Kanon auf. Dieser
Kanon verpflichtete sie, sich nach der Morgenandacht vor dem Bischof
oder dessen Stellvertreter zu versammeln, der ihnen ein Kapitel der Bibel,
besonders aus dem 3. Buche Mose, L e v i t i c u s genannt, vorlas, das
religiöse Gesetze, namentlich für Priester und Leviten enthält, woran er
dann die nötigen Rügen und Ermahnungen knüpfte. Hiervon wurde
nachmals ein Saal, wo dies geschah, "Kapitelstube", eine solche
Gemeinschaft "Domkapitel" genannt, und es erklären sich so die üblichen
Worte:
Die Leviten lesen, das Kapitel lesen oder abkapiteln, den Text
lesen.—

Von Lothar I. (795-855), der vom Kaiser zum Mönch wurde, stammt
nach Matthias Borbonius ("Delitiae Poetarum Germanorum" 1, 685; Frkf.
1612), das Wort her: "Omnia mutantur, nos et mutamur in illis" ("Alles
ändert sich und wir ändern uns mit"), was uns in der Form geläufig ist:
Tempora mutantur, nos et mutamur in illis.
Die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen.—

Dass der Parteiruf:
Hie Welf, hie Waiblingen!
zuerst 1140 in der Schlacht bei Weinsberg vernommen worden sei, gehört
nach Jaffé ("Gesch. d. Deutsch. Reich. unt. Conrad III." Hann. 1845, S. 35)
ins Reich der Fabel. Dr. S o u c h a y ("Deutsche Geschichte"), kennt den
Ruf in der Form: "Hie Weif, hie Waiblinger!"; in G. W e b e r s
"Weltgeschichte", S. 229 heisst es: "Hie Welf, hie Waibling!" Waiblingen
war der Name einer hohenstaufischen Burg, anderthalb Meilen von
Stuttgart.—

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Nach der Übergabe von Weinsberg (S. 36 bei Jaffé) wurde, so wird erzählt,
den Frauen erlaubt, mit dem, was sie auf den Schultern tragen können, frei
abzuziehen. Da kamen sie heraus, eine Jede ihren Mann auf dem Rücken
tragend. Man drang in Konrad III. diese Arglist zu ahnden. Er aber
entgegnete: "Ein Königswort darf nicht geändert werden" (Z i n c g r e f,
"Apophthegmata", Strassb. 1626, S. 29 und 30), woraus B ü r g e r in der
Ballade "Die Weiber von Weinsberg", Strophe 11, Vers 3 und 4 gemacht
hat:
Ein Kaiserwort soll man nicht dreh'n, noch deuteln.
Die Erzählung ist unhistorisch. Zum "Hohenlied", 1, 4 bringt schon der
Midrasch eine ähnliche Anekdote; s. T e n d l a u "Das Buch der Sagen und
Legenden jüdischer Vorzeit", S. 54; B e r n h e i m in den "Forschungen zur
deutschen Geschichte", XV. S. 239 ff.—

Von L u d w i g d e m E i s e r n e n, zweitem Landgraf von Thüringen
(1140-72), erzählt die "Düringische Chronik" von Joh. Rothe (hrsg. von R.
v o n L i l i e n c r o n, Jena 1859, S. 292), er wäre im Anfang seiner
Regierung so milde und gut gewesen, dass der Übermut der Mächtigen
zunahm und das Volk hart bedrückt wurde. Da habe er sich einst im
Thüringer Walde auf der Jagd verirrt und habe beim Schmied von Ruhla,
der ihn nicht kannte, nächtliche Unterkunft gefunden. Die Nacht durch habe
der Schmied emsig gearbeitet, und wenn er mit dem Hammer auf das Eisen
schlug, so habe er dabei auf den Landgrafen und seine Lässigkeit fluchend
und scheltend gerufen: "Nun werde hart", was einen so tiefen Eindruck auf
den Fürsten machte, dass er von Stunde an nach dem Rechten sah und
wieder Zucht und Ordnung im Lande herstellte (O t h o M e l a n d e r
"Joco-Seria" 1603, No. 328). Diese Sage bearbeitete Wilh. G e r h a r d
(Gedichte, B. 2, S. 24, Leipz. 1826) im Gedichte: "Der Edelacker", aus dem
die Worte des Schmieds in der Form:
Landgraf! werde hart!
zum Citate geworden sind.—

Das Wort:

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Caesar non supra grammaticos,
Der Kaiser hat über Grammatiker nicht zu gebieten,
welches durch das von Burchard W a l d i s in der Fabel "Wie ein Sauhirt
zum Abt wird" mitgeteilte Sprichwort: "Die Schreibfeder muss Kaiserin
bleiben" wiedergegeben und von M o l i è r e "Les Femmes savantes" 2, 6
zu:
La grammaire qui sait régenter jusqu'aux rois
Die Grammatik, welche sogar die Könige zu beherrschen weiss,
verarbeitet wird, bezieht sich auf Kaiser S i g i s m u n d, der nach des
C u s p i n i a n u s Kaiserchronik (unter "Sigismund") auf dem Kostnitzer
Konzil (1414-18) "Schisma" als männliches Hauptwort brauchte und,
deswegen vom Erzbischof P l a c e n t i n u s gerügt, lateinisch ausrief:
"Placentinus, Placentinus, wenn du auch Allen gefallen solltest, gefällst Du
uns keineswegs, da Du meinst, dass wir weniger Autorität besitzen als der
Grammatiker Priscianus, den, wie Du behauptest, ich verletzt habe"; vrgl.
Z i n c g r e f "Apophth.", Strassb. 1626, S. 60.[75]—M e n z e l "Geschichte
der Deutschen", 3. Aufl., Kap. 325: "Konzilium zu Konstanz", lässt ohne
Angabe der Quelle den Kaiser sagen: "Ego sum rex Romanus et supra
grammaticam" (Ich bin Römischer König und über der Grammatik).—
[75] S u e t o n "Über berühmte Grammatiker" 22 und C a s s i u sD i o 57, 17 erzählen:
Als Tiberius sich eines unlateinisohen Wortes bedient und Atteius Capito geäussert hatte,
wenn es auch kein lateinisches Wort sei, so würde es von nun an eins werden, sagte
Marcellus: "Menschen, o Kaiser, kannst Du das Bürgerrecht wohl geben, aber nicht
Wörtern".

O sancta simplicitas!
O heilige Einfalt!
soll Huss 1415 (nach Z i n c g r e f - W e i d n e r, Amsterdam 1653, 3. T., S.
383) auf dem Scheiterhaufen ausgerufen haben, als er sah, wie ein Bauer
(nach von L o e p e r: "Faust", sowie von Karl von G e b l e r: "Nachklänge",
1880, 1. Bd., S. 182: "ein altes Mütterchen") in blindem Glaubenseifer sein
Stück Holz zu den Flammen herbeitrug. Doch wird schon in der
lateinischen Fortsetzung der Kirchengeschichte des Eusebius († 340) durch
R u f i n u s († 395) B. 10, K. 3 die "sancta simplicitas" erwähnt, mit der ein

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Bekenner auf dem ersten Konzil zu Nicaea (325) einen bis dahin
unüberwindlichen Philosophen zum Schweigen brachte und bekehrte.
"Johann Huss und das Konzil zu Costnitz" nach E. de Bonnechose (Leipz.
1848, S. 254) enthält nichts von einem solchen Ausrufe des Huss.—

Bei jeder Kaiserkrönung in Deutschland rief der kaiserliche Herold:
Ist kein Dalberg da?
worauf der anwesende D a l b e r g vom neugekrönten Kaiser den
Ritterschlag als erster Reichsritter empfing. Zum ersten Male wird dieser
einem D a l b e r g gewährte Ritterschlag bei der römischen Kaiserkrönung
F r i e d r i c h s I I I . im Jahre 1452 erwähnt. ("Zeitschrift für deutsche
Kulturgeschichte". Neue Folge I, S. 101.)—

Den gestrigen Tag suchen
erklärt sich aus Wolf Büttners "627 Histoiren von Claus Narren" (Eisleb.
1572. 21, 51), wonach der Hofnarr Claus († 1515) den Kurfürsten Johann
Friedrich, welcher klagt: "Den Tag haben wir übel verloren" also tröstet:
"Morgen wollen wir alle fleissig suchen und den Tag, den du verloren hast,
wohl wieder finden."—

Ein 1833 erschienener Roman von L u d w i g B e c h s t e i n führte den
Titel:
Das tolle Jahr.
Der Roman behandelt die Geschichte der Stadt Erfurt im Jahre 1509, das
wegen städtischer Wirren also benannt wurde. Heute pflegen wir das Jahr
1848 so zu nennen.—

In Z i n c g r e f - W e i d n e r s "Apophthegmata" (Lpzg. 1693, S. 10)
heisst es: "Als er (Maximilian I., † 1519) auf eine Zeit gar vertraulich
Gespräch hielte mit etlich seiner Leuten von einem und andern Land und
Königreich, fället er unter andern auch dieses Urteil: 'Wenn es möglich
wäre, dass ich Gott sein könnte und zween Söhne hätte, so müsste mir der

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älteste Gott nach mir und der andre König in Frankreich sein'". Die
Redensart
leben wie Gott in Frankreich,
die allein in Deutschland gebräuchlich ist, lässt sich nur aus dieser
Anekdote erklären. Man muss annehmen, dass Maximilian in den Mund
gelegt wurde, sein erster Sohn müsse Gott, sein zweiter Gott in Frankreich
sein.—

Der Ablasskrämer Johann Tetzel (1455-1519) pflegte zu sagen: "sobalde
der pfennige ins becken geworffen und clünge sobalde vere die sele, dafür
er geleget, ym Himmel" (s. "Görlitzer Annalen" 1509-1542 von
Bürgermeister Joh. Hass; abgedr. in d. "Zeitschr. f. histor. Theolog." 4. Heft,
Jahrg. 1842, S. 173). Hans S a c h s in seinem Sang "Die Wittenbergisch
Nachtigall, Die man yetz höret vberall" (1523) legte dann den
Ablasskrämern die Verse in den Mund:
"Legt ein gebt euwer hilff und stewr
Und lösst die seel auss dem Fegfewr
Bald der guldin im Kasten klinget
Die Seel sich auff gen hymel schwinget".
Dies hat sich zu dem geflügelten Wort umgeformt:
Sobald das Geld im Kasten klingt,
Die Seele aus dem Fegfeuer springt.
Freilich hat T e t z e l in seiner Antithese gegen Luthers 27. These ("Statim
ut iactus numus in cistam tinnierit evolare dicunt animam") gesagt, dass
eine geläuterte Seele sich auch ohnedem zu Gott aufschwinge, aber er hat
damit nicht ganz die reinigende Kraft solcher Spende abgeleugnet. (vrgl.
Kayser: "Geschichtsquellen über Tezel" Annal. 1877. S. 13).—

Luther soll am 18. April 1521 vor dem Reichstage zu Worms seine
Antwort auf die Frage, ob er widerrufen wolle, mit den Worten geschlossen
haben:

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Hier stehe ich! Ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen.
Diese Worte stehen an dem Lutherdenkmale, welches 1868 in Worms
enthüllt wurde. Nach der ältesten Darstellung hat er aber nur die im
Sprachgebrauche der Zeit gewöhnlichen Worte: "Gott helfe mir, Amen!"
gesprochen. ("Theologische Studien und Kritiken" von Hundeshagen und
Riehm, 1869, 3. Heft, S. 517; R a n k e: "Deutsche Geschichte im Zeitalter
der Reformation", 6. Aufl., Bd. 1, S. 336.)—

Mit dem die Richtigkeit einer Rechnung bekräftigenden Worte:
nach Adam Riese
erwecken wir das Andenken des Vaters der modernen Rechenkunst, des
Bergbeamten Adam R y s e in Annaberg (1482-1559), dessen Rechenbuch
1523 zu Erfurt erschien.—

Bruder Studio
erklärt S c h e u b e ("Aus den Tagen unserer Grossväter", S. 174) also: "Als
der Gründer der Universität Jena, Kurfürst Johann Friedrich der
Grossmütige von Sachsen, aus seiner Gefangenschaft bei Kaiser K a r l V.
entlassen, am 24. Sept. 1552 feierlichen Einzug hält in seiner neuen
Hochschule, da erfreut er sich besonders an der stattlichen Anzahl der ihn
jubelnd empfangenden, kräftig frischen Jünglinge. 'Sieh! das ist Bruder
Studium!' spricht er lächelnd zu dem im Wagen an seiner Seite sitzenden
L u k a s C r a n a c h, indem er auf die ihn umgebenden Musensöhne
deutet. Das Wort schlägt ein, und bald wird es zur allgemeinen Bezeichnung
des deutschen Studenten, als die es wohl bis an das Ende aller Dinge
fortleben wird".—

Fiat iustitia, et pereat mundus
wird in den "Loci communes" (1563) des J o h . M a n l i u s II, p. 290 als
Wahlspruch Kaiser Ferdinands I. (reg. 1556-64) angegeben, und
Z i n c g r e f ("Apophth." Strassb. 1626, S. 107) sagt von diesem Kaiser: "Es
war ihm auch diese Rede sehr gemein: 'Das Recht muss seinen Gang haben
und sollte die Welt darüber zu Grunde gehen'."—

Page 543

Dass
die Türkei der kranke Mann
genannt wird, erklärt sich also: Auf der Münchener Staatsbibl. (Cod. germ.
4055, S. 148-153) befindet sich ein Lied des Chorherrn zu Baumburg J.
Albert Poysel, "Der Türk ist krank", 1683 (von D i t f u r t h. "Histor. Volksl.
von 1648-1746", No. 45, Heilbr. 1877), in dem es heisst:
Mein Hirn das schwindt, mein Haupt empfindt
Ohnmachten und Hinfallen;
...............
Mein Alkoran und mein Divan
In schwerer Schwachheit liegen;
Mein g'habte Macht, mein g'führte Pracht
Liegen fast in den Zügen.
No. 47 daselbst (Münchener Staatsbibl., Cod. germ. 4088, S. 117) von
demselben Verfasser ist betitelt:
Suldans Krankheit. 1684.
Der Sultan klagt darin über seine Krankheit, und es wird ihm von zehn
Ärzten über dieselbe Aufklärung erteilt.
Schon zu Ende des 17. Jahrh. hatte Sir T h o m a s R o e, Botschafter
J a k o b s I I . in Konstantinopel, geschrieben, dass das Osmanenreich dem
Körper eines alten Mannes gleiche, der, mit Krankheit bedeckt, den
Anschein der Gesundheit annehme, obwohl sein Ende nahe sei. In
M o n t e s q u i e u s "Lettres Persanes" (1721), I, Brief 19 heisst es dann:
"Ich habe mit Erstaunen die Schwäche der Osmanen gesehen. Dieser kranke
Körper wird nicht durch eine milde und massige Diät erhalten, sondern
durch gewaltsame Mittel, die ihn unaufhörlich erschöpfen und untergraben"
. . . und Vo l t a i r e (Correspondance XVI) schrieb an Katharina II.: "Votre
Majesté dira que je suis un malade bien impatient et que les Turcs sont
beaucoup plus malades". Nach H. v. Treitschke ("Deutsche Geschichte im
19. Jahrh." IV, 331) nannte A n c i l l o n den Sultan zuerst einen "kranken
Mann".

Page 544

Endlich enthält ein 1854 im englischen Parlamente verteiltes Blaubuch die
Unterredungen von N i k o l a u s I . mit dem britischen Gesandten Sir
George H a m i l t o n S e y m o u r in Petersburg in den Monaten Januar bis
April 1853. Am 14. Januar hatte der Kaiser der Pforte als eines an
Altersschwäche leidenden Kranken erwähnt, der plötzlich unter den Händen
sterben könnte. S e y m o u r hatte über das Gespräch nach London an Lord
R u s s e l berichtet. Auf des letzteren Rückäusserung, die Auflösung des
Patienten würde doch vielleicht noch länger, vielleicht noch hundert Jahre
dauern, sagte der Kaiser zum Gesandten am 20. Februar 1853: "Ich
wiederhole Ihnen, dass der Kranke im Sterben liegt".—

Über
Alter Schwede
bemerkte v o n T r e i t s c h k e in einem Vortrage an der Berliner
Universität über "Geschichte des preussischen Staates" (Sommer 1879), der
Ausdruck sei dadurch entstanden, dass der grosse Kurfürst (1640-88) alte
gediente schwedische Soldaten in seine Dienste zu treten veranlasste. Diese
Leute seien vornehmlich zu Unteroffizieren gemacht worden, weil sie
Rekruten gut zu drillen verstanden; sie hiessen "die alten Schweden".
W e i g a n d erklärt die Redensart als "Mann von altem Schrot und Korn";
"D e r r i c h t i g e B e r l i n e r" (4. Aufl., 1882, S. 92) als "gemütliche
Anrede".—

In der Schlacht am Speierbache am 14. Nov. 1703 im spanischen
Erbfolgekriege waren die deutschen Truppen, unter ihnen die von ihrem
Erbprinzen geführten Hessen-Kasseler, geschlagen worden. Am 13. Aug.
1704 verloren die Franzosen die Schlacht bei Höchstedt (Blenheim). Als ihr
Feldherr, Marschall T a l l a r d, gefangen vor den Erbprinzen von Hessen
geführt wurde, rief ihm dieser entgegen: "Ah, monsieur le maréchal, vous
êtes très-bien venu, voilà de la revanche pour Speierbach".
Revanche für Speierbach
ist noch heute ein in Hessen und Westfalen geläufiges Wort.—

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Nach E r m a n ("Mémoires pour servir à l'histoire de Sophie Charlotte,
reine de Prusse" Berlin 1801, p. 197) beklagte sich Leibniz (1646-1716),
die Königin Sophie Charlotte frage immer noch weiter, auch wenn er ihr ein
philosophisches Problem gelöst habe: sie verlange,
le pourquoi du pourquoi,
das Warum des Warums
zu erfahren.—

1716 wurde auf Grund einer Denkschrift des Grafen Karl T r u c h s e s s
eine Reform wegen der Kriegsgefälle des platten Landes in dem Amt
Brandenburg versucht, und der Graf und vier von den preussischen Ständen
wurden zur Beratung nach Berlin beschieden. Ein Erbieten der vier
preussischen Herren, die 220000 Thaler jährlich, auf die der König
rechnete, in bisheriger Weise aufzubringen und dies mit dem dazu
berufenen Landtage zu vereinbaren, lehnte Friedrich Wilhelm I. (reg.
1713-40) durch folgende Randbemerkung vom 25. April 1716 an die
Kommission ab:
"sie sollen mir ihre Meinung schreiben, ob das nicht angeht sonder mein prejudice, dass ich
den Landtag lasse ausschreiben; und gebe auch 4000 Thlr. Diäten. Aber die
Hubenkommission soll ihren Fortgang haben. Ich komme zu meinem Zweck und stabiliere
die Souveränität und setze die Krone fest wie einen
rocher von bronze,
und lasse den Herren Junkers den Wind von Landtag. Man lasse den Leuten Wind, wenn
man zum Zweck kommt. Ich erwarte ihr sentiment". (D r o y s e n: "Gesch. der Preuss.
Polit.", Berl. 1855-81, IV, 2. Abtl. S. 198.) Daher scheint es unhistorisch, dass ein Bericht
der Stände Preussens über die neue Besteuerung die Worte enthalten habe: Tout le pays
sera ruiné (das ganze Land wird ruiniert werden), und dass der König dazu folgende
Randbemerkung beigefügt habe: "Tout le pays sera ruiné? Nihil kredo[76], aber das
Kredo[77], dass die Junkers ihre Autorität Nie pozwolam[78] wird ruiniert werden. Ich
stabiliere die Souveränetät wie einen Rocher von Bronze". Wer erzählt das zuerst?—
[76] Davon glaub' ich Nichts.
[77] glaub' ich.
[78] "Ich erlaube es nicht", Worte, mit denen jedes polnische Reichstagsmitglied einen
Beschluss verhindern konnte.

Wir nennen einen Aufschneider und seine Aufschneidereien einen

Page 546

Münchhausen und Münchhausiaden.
Freiherr Karl Friedrich Hieronymus v o n M ü n c h h a u s e n, auf
Bodenwerder bei Hannover (1720-97) hatte sich durch die Erzählung
unglaublicher Abenteuer, die er selbst erlebt haben wollte, einen Namen
gemacht, so dass bereits im "Vademecum für lustige Leute" T. 8 (Berl.
1781, S. 92, No. 175) sechzehn "M—h—s—nsche Geschichten", und Teil 9
(1783. S. 76, No. 166) "Noch 2 M—Lügen" vorkommen. Auch gab er
Veranlassung zu dem 1785 in London erschienenen, vom Professor
R a s p e in englischer Sprache verfassten Buche: "Baron Münchhausens
Erzählung seiner wundersamen Reisen und Campagnen in Russland", das
B ü r g e r ins Deutsche übertrug. (R a s p e war nach "the Gentleman's
Magazine for January 1856", S. 2, storekeeper at Dolcoath Mine, in
Cornwall und schrieb hier das Buch.) I m m e r m a n n s humoristischer
Eoman "Münchhausen" erschien 1838-39.—

Das Wort Friedrichs des Grossen (reg. 1740-86):
Gazetten müssen nicht geniert werden
ist einem Briefe des Kabinetsministers Grafen P o d e w i l s vom 5. Juni
1740 an Minister v o n T h u l m e y e r entlehnt, welchem darin der Wille
des Königs mitgeteilt wird, dem Redakteur der Berliner Zeitung
unbeschränkte Freiheit zu lassen, in dem Artikel "Berlin" von demjenigen,
"was anitzo hier vorgeht", zu schreiben, was er will, ohne dass er censiert
werde. "Ich nahm mir zwar die Freiheit", fährt P o d e w i l s fort, "darauf zu
regerieren, dass der ***sche Hof über dieses Sujet sehr pointilleux sei. Se.
Majestät erwiderten aber, dass Gazetten, wenn sie interessant sein sollten,
nicht geniert werden müssten" (J. D. E. P r e u s s, "Friedrich der Grosse.
Eine Lebensgeschichte". B. 3, S. 251).—
Am 22. Juni 1740 berichteten Staatsminister v o n B r a n d und
Konsistorialpräsident v. R e i c h e n b a c h an Friedrich II., dass wegen der
römisch-katholischen Soldatenkinder, besonders zu Berlin, römisch-
katholische Schulen angelegt wären, die zu allerlei Inkonvenienzen,
namentlich aber dazu Gelegenheit gegeben hätten, dass wider des Königs
ausdrücklichen Befehl aus Protestanten römisch-katholische
Glaubensgenossen gemacht worden wären. Dies habe der Generalfiskal
berichtet. Sie fragten nun an, ob die römisch-katholischen Schulen bleiben,

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oder welche andere Antwort sie dem Generalfiskal geben sollten. Der
König schrieb an den Rand:
"Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und Mus der Fiscal nuhr das Auge darauf
haben, das keine der andern abrug Tuhe, den hier mus ein jeder nach seiner Fasson Selich
werden".
(B ü s c h i n g, "Charakter Friedrichs II., Königs von Preussen".) Danach
citiert man als Wort des Königs:
In meinem Staate kann jeder nach seiner Façon selig werden.
Er mochte in den "Mémoires, ou oeconomies royales d'état, domestiques, politiques et
militaires de Henri le Grand" par Maximilien de Bethune, due de S u l l y (Amst. 1725,
tom. I ch. 19) gelesen haben: "plût a Dieu . . que vous fussiez si prudent que de laisser à
chacun gagner Paradis comme il l'entend".—
In dem Aufsatz "Die Tänzerin Barbarina" von Louis S c h n e i d e r ("Der
Bär", Berlin, 10. Jan. 1880, S. 25) wird erzählt, dass, als Graf D o h n a für
die Bemühungen seines Haushofmeisters C. L. M a y e r in der Überführung
der Tänzerin nach Berlin im Jahre 1744 auf eine besondere Belohnung
desselben antrug, der König geantwortet habe: "Kriegt nichts! hat nur seine
verfluchte Schuldigkeit
gethan". Hat der König dieses Wort zuerst gebraucht? oder ist es schon
vorher angewendet worden? Gewöhnlich sagt man:
Verfluchte Pflicht und Schuldigkeit.—
Als F r i e d r i c h d e r G r o s s e 1745 der Kaiserin Elisabeth von
Russland sein Bildnis von Antoine Pesne sandte, gab er ihr in dem
Begleitschreiben den Namen einer
Semiramis des Nordens,
den Vo l t a i r e später auf Katharina II. anwandte (s. Strauss "Voltaire" 1.
Aufl. S. 294).—
Der Philosoph von Sanssouci
nannte Friedrich II. sich selbst, indem er 1752 die erste Sammlung seiner
Werke unter dem Titel herausgab: "Oeuvres du Philosophe de Sanssouci.
Au Donjon du Château. Avec privilège d'Apollon".—
F r i e d r i c h s Reitergeneral Hans Joachim von Z i e t e n (nicht: Ziethen)
erwarb sich den Namen:

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Zieten aus dem Busch
(nach "Zieten", Gedenkblätter zum 8. Okt. 1880. S. 23) schon 1744 durch
die dem Feinde sehr unbequeme und den bedrängten Waffengefährten
höchst erfreuliche Plötzlichkeit seines Erscheinens.—
Am 23. Sept. 1757 schrieb F r i e d r i c h d e r G r o s s e aus Erfurt an
Marquis d ' A r g e n s eine Épître, worin er den Vorsatz, seinem Leben ein
Ende zu machen, deutlich ausspricht. Vo l t a i r e, dem diese Epistel zu
Gesichte gekommen war, schrieb unmittelbar darauf an den König zwei
Briefe, um ihn zu bitten, dass er noch länger leben möchte. In der Antwort
des Königs vom 9. Okt. kommt vor:
Pour moi, menacé de naufrage,
Je dois, en affrontant l'orage,
Penser, vivre et mourir en Roi.
In S c h u b a r t s Hymnus "Friedrich der Grosse, März 1786" ("Sämtl.
Ged." Stuttg. 1786. II, 406) heisst es:
Du schwurst im Drange der grössten Gefahr,
Als König zu denken, zu leben, zu sterben.
Dieser Hymnus wurde in Berlin nachgedruckt; am Tage der Ausgabe
wurden 7000 Exemplare verkauft: eine Wache vor dem Hause musste dem
Andrange wehren. (Journal von und für Deutschland, 1786, 2, 165.)—
Vor der Schlacht bei Zorndorf (25. Aug. 1758) rief F r i e d r i c h dem
Garde-Major v o n W e d e l zu, als ihm die ersten zerlumpten Kosaken als
Kriegsgefangene vorgeführt wurden:
(Sehe er hier,) mit solchem Gesindel muss ich mich
herumschlagen.
(vrgl. A r c h e n h o l z: "Gesch. d. siebenjähr. Krieges", Berl. 1793. I, 168.)—

Der Fürst ist der erste Diener seines Staats
hat F r i e d r i c h d e r G r o s s e sechsmal und stets in französischer Form
geschrieben. So heisst es in F r i e d r i c h s "Mémoires de Brandebourg" (T.
1, p. 123 der Ausg. der Werke F r i e d r i c h s durch P r e u s s): "Un prince
est le premier serviteur et le premier magistrat de l'État", und es wiederholt
sich in verschiedenen Wendungen, bei denen einmal das Wort

Page 549

"domestique", einmal das Wort "premier ministre" gebraucht wird, an
folgenden Stellen: T. 8, p. 65; T. 9, p. 197; T. 24, p. 109; T. 27, p. 297 und
kommt ausserdem in dem im Archiv liegenden eigenhändigen 'Testament
politique' des Königs vor.
H e t t n e r ("Gesch. d. deutsch. Literat, im 18. Jahrh." 2. Buch. "D. Zeitalt. Friedr. d. Gr."
3. Aufl., Brnschwg. 1879, S. 14) glaubt das Wort auf M a s s i l l o n zurückführen zu
dürfen, "welcher die Knaben- und Jünglingsjahre Friedrichs aufs tiefste beschäftigte". In
den berühmten Fasten-Predigten (Petit-Carême), die M a s s i l l o n auf Befehl des
Regenten dem 9jährigen König L u d w i g X V. (im Jahre 1717) hielt, steht nämlich:
"Sire, die Freiheit, welche die Fürsten ihren Völkern schuldig sind, ist die Freiheit der
Gesetze: Ihr seid nur der Diener und Vollstrecker des Gesetzes". (Vous n'en êtes que le
ministre et le premier dépositaire.) Diese Anschauung von den Regentenpflichten ist aber
noch älter. Schon in C a l d e r o n "Das Leben ein Traum" (zuerst gedruckt 1635), Akt I,
steht: "S e n e c a sagte, dass ein König der demütige Sklave seines Staates wäre". Es ist die
Stelle aus "De clementia" I, 19 gemeint: "(rex) probavit, non rempublicam suam esse, sed
se reipublicae". Und sogar schon von T i b e r i u s überliefert S u e t o n ("Tib." 29), dass er
gesagt habe, "ein guter und heilbringender Fürst müsse dem Senat dienen und der
gesamten Bürgerschaft" ("bonum et salutarem principem . . . senatui servire debere et
universis civibus . . .").—
Am Schluss des "Exposé du gouvernement prussien" F r i e d r i c h s d e s
G r o s s e n heisst es:
"Dies sind einige meiner Betrachtungen und Gedanken über die Regierung dieses Landes,
welches, so lange es nicht eine grössere Konsistenz und bessere Grenzen haben wird, von
Fürsten regiert werden muss, die

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sein und die Ohren aufsperren müssen, sich von einem Tag zum andern gegen die
verderblichen Pläne ihrer Feinde zu verteidigen".—
Die Randschrift des Königs zu einer Anfrage des Ministeriums vom 18.
Dez. 1766 hinsichtlich der Instandsetzung der schadhaft gewordenen
Langen Brücke in Berlin "Buchholtz hat kein Geld dazu" lebt in der Form:
Dazu hat Buchholtz kein Geld
noch heute im Volksmunde.
(B u c h h o l t z wurde 1753 Hof-Etats-Rentmeister, dann Kriegs- und Domänenrat, sowie
Königlicher Trésorier. S. "Johann August Buchholtz", nach Familienpapieren erzählt vom
Hauptmann J. B. Buchholtz in der Berliner Wochenschrift "Der Bär", 1881, No. 11, S. 157
u. s. w., sowie "Jahrbücher für die deutsche Armee und Marine", April 1878, S. 12.)—
Die unklassische Inschrift der 1780 vollendeten königlichen Bibliothek zu
Berlin

Page 550

Nutrimentum spiritus
Nahrung des Geistes
verdankt ihren Ursprung wohl einer Lektüre F r i e d r i c h s d e s
G r o s s e n, der "Histoire ou vie tirée des monumens anecdotes de
l'ancienne Égypte" des Abbé T e r r a s s o n (Amst. 1732, S. 70), ein Werk,
das F r i e d r i c h in einem Briefe aus Ruppin vom 23. März 1733 an Herrn
von G r u m b k o w lobte. Die Überschrift der Bibliothek in Theben lautete
nach Diodor 1, 49, 3: "ψυχῆς ἰατρεῖον" ("Klinik für die Seele").
Übrigens gebrauchte der König während der Zeit des Baues die Ausdrücke "aliment de
l'esprit" und "nourriture de l'âme" (s. P r e u s s: "Oeuvres de Frédéric-le-Grand", XXIV, p.
27 und XXV, p. 18). A d . S t r e c k f u s s ("500 Jahre Berliner Geschichte" 3. Aufl., 1.
Bd., 8. Abteil., 13. u. 14. Kap.) nennt ohne Beleg als Verfasser der Inschrift Q u i n t u s
I c i l i u s, der jedoch ein zu guter Lateiner war, um nicht zu wissen, dass "spiritus" ohne
Beiwort nur "Hauch" oder "Athem" heisst. "Nutrimentum" oder "Pabulum ingenii" wäre
unanfechtbar gewesen. Nach T h i é b a u l t ("Mes souvenirs de vingt ans de séjour à
Berlin, ou Frédéric le Grand" I, 283; Paris 1804) wählte der König die Inschrift gerade
gegen den Rath des Quintus Icilius.—
Nach Ed. Ve h s e ("Preussen" IV, 175) steht in einer Kabinetsordre
F r i e d r i c h s d e s G r o s s e n von 1785 (ein Datum giebt er nicht an):
Ich bin es müde, über Sklaven zu herrschen.
Der Satz entspricht völlig F r i e d r i c h s erleuchtetem Sinn. Noch sechzehn
Tage vor seinem Tode verfügte er in der Kabinetsordre vom 1. Aug. 1786
über die Besiedelung urbar gemachten Landes bei Tilsit: "Die Bauern,
welche da angesetzt werden, müssen ihre Güter alle eigentümlich haben,
weil sie keine Sklaven sein sollen" (s. P r e u s s: "Friedr. d. Gr." 1834. IV,
259-60).—

Im Jahre 1770 war in Jena
"Schwefelbande"
der Name einer als roh berüchtigten Studentenverbindung
(s. H. A. O. Reichardts Selbstbiographie, überarbeitet und herausgegeben von Hermann
Uhde, Stuttg. 1877).—

Eine veraltete, allbekannte Anekdote nennen wir einen

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Meidinger
wegen der Sammlung "Auserlesener Histörchen", die den Lesestoff der
1783 erschienenen, vielgebrauchten französischen Grammatik Johannes
Val. Meidingers bildeten.—

Ein Rothschild
wird ein schwer reicher Mann genannt nach dem Begründer des
Handlungshauses zu Frankfurt a. M., Mayer Anselm Rothschild (1743-
1812), und nach den Erben seines Namens und Rufes.—

Tempi passati!
geht auf Kaiser Joseph II. (geb. 1741; gest. 1790) zurück.
A r c h e n h o l t z "England und Italien" (1785) erzählt im 2. Bande, S. 46,
bei Gelegenheit der Beschreibung des Dogenpalastes in Venedig: "Unter
andern ist hier die ausserordentliche Begebenheit vorgestellt, wie Kaiser
Friedrich I. 1172 vom Papst Alexander zu Venedig vom Bann mit grossen
Feierlichkeiten losgesprochen wurde. Der Kaiser liegt hier der Geschichte
gemäss zu den Füssen des Papstes und erhält die Absolution. Es wird
erzählt, dass man, als Kaiser Joseph II. diesen Palast besah, geglaubt habe,
ihm nicht dies Gemälde zeigen zu dürfen, und daher bemüht gewesen sei,
seine Aufmerksamkeit auf andere Gegenstände zu richten; allein vergebens.
Der Kaiser ward es gewahr, man sagte ihm mit dem grössten Glimpf,
wovon die Rede sei, worauf er lächelnd versetzte: "Tempi passati!" (s. Kap.
III das schwermütige: "Die Zeiten sind vorbei!")" Das in Rede stehende
Gemälde ist von F e d e r i g o Z u c c a r o († 1609) und hängt in dem Saale
des grossen Rats (sala del maggior consiglio) rechts nach der Piazetta zu.—

Nach G e o r g W e b e r s "Weltgeschichte" (12. Aufl., I, 819) sagte der
Minister Fürst Wenzel Anton von Kaunitz (1711-94) zu J o s e p h I I .:
"Ein ganzes
Volk in Waffen
ist an Majestät dem Kaiser ebenbürdig".—
Ruhe ist die erste Bürgerpflicht

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ist einem öffentlichen Anschlagzettel auf blassrotem Papier mit deutschen
Lettern entlehnt, welchen der Minister Graf von der Schulenburg-Kehnert
am Montag nach der Schlacht bei Jena an die Strassenecken Berlins heften
liess, und welcher lautete: "Der König hat eine Bataille verlohren. Jetzt ist
Ruhe die erste Bürgerpflicht. Ich fordere die Einwohner Berlins dazu auf.
Der König und seine Brüder leben! Berlin, den 17. Oktober 1806. Graf v. d.
Schulenburg". Ein Exemplar des Anschlages befindet sich im Märkischen
Provinzial-Museum zu Berlin.—

Die Bezeichnung des Freiherrn v o m u n d z u m S t e i n als
Alles Bösen Eckstein,
Alles Guten Grundstein,
Aller Deutschen Edelstein
(in der Fassung "Des Guten Grundstein" etc., Inschrift an dem am 9. Juli
1872 auf der Burg Nassau enthüllten Steindenkmale) rührt nach einer
"Biographie Steins" des Freiherrn A. v. S e l d (s. H. P r ö h l e s "Germania",
S. 289) von dem Geheimen Ober-Regierungsrat Süvern (1775-1829) in
Berlin her. Der Spruch wurde nach Streckfuss ("500 Jahre Berliner
Geschichte" X. Abt., 5. Kap., 3. Aufl., 1880) im Jahre 1808 bekannt.
(Wodurch?) In S c h m i d t s "Neuem Nekrolog der Deutschen", 9. Jahrgang
(1831), stehen unter einem Stahlstiche des Freiherrn vom Stein die Worte:
Des Rechtes Grund-Stein,
Dem Unrecht ein Eck-Stein,
Der Deutschen Edel-Stein.
S. 572 stehen dieselben Worte als Motto von Steins Biographie. In den
"Erinnerungen an Minister vom Stein" (Altenburg 1832) befindet sich sein
Titelbild mit derselben Unterschrift, und in "Steins Lebensabend" von Dr.
W i e s m a n (Münster 1831, S. 35) heisst es: "Noch von einer späten
Nachwelt wird mit hoher Achtung genannt werden der edle Name dieses
grossen Mannes, unter dessen Bild die dankbaren Zeitgenossen die
bedeutungsvollen und treffenden Worte setzten:
Freiherr von Stein,
Des Rechtes Grund-Stein,

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Dem Unrecht ein Eck-Stein,
Der Deutschen Edel-Stein".
Sicherlich dachte der Verfasser des Steinspruchs dabei an Jesaias 28, 16:
". . . ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen
köstlichen Eckstein . . ." (s. Kap. I).—

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!
(Erweiterung des Ausdrucks in Psalm 73, 19: "ein Ende mit Schrecken
nehmen") rief Ferdinand von Schill (1776-1809) am 12. Mai 1809 auf dem
Marktplatze von Arneburg an der Elbe der begeisterten Schar zu, die ihm
von Berlin aus nachgezogen war. (H a k e n in "Ferdinand von Schill", Lpz.
1824, Bd. 2, S. 88, setzt hinzu: "Dieser Ausdruck war seiner Vorstellung so
geläufig, dass er sich desselben zum öftern bediente".) Es berührt komisch,
dass schon A e s o p s Hasen (Halm 237 c) ähnlich sagen: "βέλτιον ... θανεῖν
ἅπαξ ἢ διὰ βίον τρέμειν", "Besser auf einmal sterben, als sein Leben lang in
Schrecken sein". Dies scheint aus H o m e r zu stammen, bei dem wir Il. 15,
511 lesen:
βέλτερον, ἢ ἀπολέσθαι ἕνα χρόνον ἠὲ βιῶναι,
ἢ δηθὰ στρεύγεσθαι ἐν αἰνῇ δηιοτῆτι.
Besser, die Wahl des Todes beschleunigen oder des Lebens,
Als so lang' hinschmachten in schreckensvoller Entscheidung.
und Odyss. 12, 350:
Βούλομ' ἅπαξ πρὸς κῦμα χανὼν ἀπὸ θυμὸν ὀλέσσαι,
ἢ δηθὰ στρεύγεσθαι ...
Lieber will ich auf einmal den Geist in den Fluten verhauchen,
Als noch lang' hinschmachten . . . .—

1811 verteidigte Finanzminister Graf Wallis in Wien eine Verfügung,
durch die er die Reduzierung der Bankozettel auf ein Fünftel ihres
Nennwerts anordnete, M e t t e r n i c h im Ministerrate gegenüber unter
andern mit den Worten:

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Was gemacht werden kann, wird gemacht.—

Den Namen "Schar der Rache" gab Major Freiherr Ludwig Adolf
Wilhelm von Lützow (1782-1834) im Freiheitskriege der von ihm
gesammelten Freischar. Gewöhnlich wird citiert:
Korps der Rache.—

In der Beilage III, Abs. 5 zu Friedrich Wilhelm III. (reg. 1797-1840)
Verordnung vom 17. März 1813 über die Organisation der Landwehr (gedr.
in d. Hartungschen Holbuchdruckerei) heisst es: "Jeder Landwehrmann
wird als solcher durch ein Kreuz von weissem Blech mit der Inschrift
Mit Gott für König und Vaterland
bezeichnet, welches vorn an der Mütze angeheftet wird". "Pro deo, rege et
patria" (Für Gott, König und Vaterland) war nach der Berliner Zeitschrift
"Der Bär" (1879, No. 16) schon 1701 der Wahlspruch einer Landmiliz zu
Bernau bei Berlin.—
So fluscht et bäter, oder: Dat fluscht bäter
(So geht es besser von statten)
rief in der Schlacht bei Grossbeeren am 23. Aug. 1813 die pommersche
Landwehr, die im Regen unbrauchbaren Flinten umkehrend und mit
Kolbenschlägen auf die Schädel der Feinde einhauend.
In Gustav P a r t h e y s "Jugenderinnerungen" (1871; I, 397) heisst es über einen
Hauptmann von Rode: "Keinen grösseren Gefallen konnte er seinen Leuten thun, als wenn
er ihnen erlaubte, die Gewehre umzukehren und mit dem Kolben zu arbeiten. 'Det fluscht
besser'! pflegten sie in ihrem Plattdeutsch zu sagen, und diese Redensart ist lange in
manchen Berliner Kreisen einheimisch gewesen, ja man erzählte sich, dass auch dem
Kronprinzen von Schweden dieses seltsame Wort zu Ohren gekommen, und er sich nach
der Bedeutung erkundigt. Als man ihm dieselbe deutlich gemacht, habe er zu den Pommern
und Uckermärkern gesagt: Eh bien, flouchez toujours!"—

Nach v. T r e i t s c h k e ("Deutsche Gesch. im 10. Jahrh.", Lpz. 1879, 1.
B., S. 504) wurde B l ü c h e r am 19. Okt. 1813, während er die Russen

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gegen das Gerberthor in Leipzig führte, zum ersten Male von den Kosaken
mit dem Ehrennamen begrüsst:
Marschall Vorwärts!—

Am 23. Nov. 1814 schrieb Jacob G r i m m an seinen Bruder Wilhelm
(Briefwechs. d. Brüd. Grimm. Weimar 1881) vom Wiener Kongress her, der
im September begonnen hatte: "Wie dieser Tage der prince de Ligne sagte:
"le congrès danse beaucoup, mais il ne marche pas"." Gewöhnlich wird dies
Spottwort des österreichischen Feldmarschalls K a r l J o s e f F ü r s t von
Ligne († Dez. 1814) in der Form citiert:
Le congres ne marche pas, il danse.
Va r n h a g e n v o n E n s e ("Galerie v. Bildnissen aus Rahels Umg. u.
Briefwchs." Lpz. 1836. I, 92) schreibt: "Der Fürst von Ligne erlebte noch
den grossen Kongress von Wien, wo die Feste leichter als die Geschäfte in
Gang kamen, und sein berühmtes Wort veranlasst wurde:
Der Kongress tanzt wohl, aber geht nicht".—

H. v. T r e i t s c h k e ("Hist. u. polit. Aufs.", 4. Aufl., Lpz. 1871, I, 171)
sagt in "Hans von Gagern" (München 1861): "Man kennt Blüchers Toast
nach Waterloo (18. 6. 1815):
Mögen die Federn der Diplomaten nicht wieder verderben, was
das Volk mit so grossen Anstrengungen errungen!"—

Über den Ausdruck:
den Schwerpunkt nach Ofen verlegen
sagt der namenlose Verfasser (Kertbeny, B e n k e r t) der "Spiegelbilder der
Erinnerung" (1869. III, S. 189, in der "Geschichte eines Stiefgrossvaters"):
"Österreichs Schwerpunkt liegt in Budapest. Dies 'geflügelte Wort' sprach zuerst dessen
Erfinder Friedrich von Gentz 1820 im Kabinete M e t t e r n i c h s aus; im ungarischen
Reichstage erklang dies Schlagwort zuerst aus dem Munde des grossen Grafen
S z é c h e n y i; 1840 rief M a s s i m o d'A z e g l i o dies Wort Österreich zu, um es zu
bewegen, seine fixe Idee des Besitzes von Oberitalien aufzugeben; dies Wort sprach Graf
Camillo C a v o u r 1857 in Compiègne aus, und diesen guten Rat erlaubte sich Graf

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B i s m a r c k - S c h ö n h a u s e n 1863 in einer Zirkulardepesche Österreich schriftlich (?),
1866 praktisch auf dem Schlachtfelde zu erteilen."
Graf B e u s t äusserte in der Sitzung der österreichischen Delegationen
vom 19. Aug. 1869, die Redensart entstamme einer Unterredung Bismarcks
mit dem österreichischen Gesandten K a r o l y i.—

Karl von H o l t e i erzählt ("Vierzig Jahre" IV, 61; vrgl. VI, 137; 2. Aufl.
1859), Zacharias Werner (1768-1823) pflegte "in Zeiten seiner Wiener
Heiligkeit", (also von 1814 an bis zu seinem Tode, 1823) G o e t h e nur mit
d(ies)er grosse Heide
zu bezeichnen ["ein Ausdruck, den der liebenswürdige Grillparzer—wenn
er Werners ostpreussischen Dialekt nachahmt, unwiderstehlich!—gar nicht
vergessen kann"]. Dies mag H e i n e zu Ohren gekommen sein, von dem
G o e t h e (Norderney 1826. "Ges. W." her. v. Strodtmann 1, 138 u. a. a. O.)
auch öfters "der grosse Heide" genannt wird, bis er dann in seinem Buche
"Über Deutschland", 1834 ("Ges. W" 5, 228) meint, "man" lege diesen
Namen G o e t h e bei, doch sei er "nicht ganz passend" wegen des
unverkennbaren Einflusses des Christentums auf diesen Dichter.
G o e t h e s "Heidentum" betonte übrigens schon vor W e r n e r im Jahre
1811 (aus Dresden am 24. Mai an J. Bertram; vrgl. "Sulp. Boisserée" Stuttg.
1862, 1, 129) Sulpice B o i s s e r é e, ohne jedoch vom "grossen Heiden" zu
reden.—

Es wird behauptet, dass die letzten Worte, die Goethe am 22. März 1832
vor seinem Tode sprach:
Mehr Licht!
gewesen seien; er soll jedoch eigentlich gesagt haben: "Macht doch den
zweiten Fensterladen auch auf, damit mehr Licht hereinkomme".—

Gustav F r e y t a g erzählt in "K a r l M a t h y. Geschichte seines
Lebens" (Lpzg. 1872, S. 49), dass dieser 1831 als junger Kameralpraktikant
eine kleine Schrift "Vorschläge über die Einführung einer Vermögenssteuer
in Baden", Karlsruhe 1831, bei der badischen zweiten Kammer einreichte,

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und dass seine Arbeit nach einem rühmenden Bericht Karl Rottecks (1775-
1840) mit grosser Anerkennung unter der damals neuen Bezeichnung:
Schätzbares Material
der Kammerbibliothek einverleibt wurde. Dieses Wort fand Anklang. So
hielt am 15. Mai 1851 Fürst S c h w a r z e n b e r g beim Schluss der
Dresdener Ministerkonferenzen eine Ansprache, in der es unter anderm
hiess:
"Endlich liegen uns s c h ä t z b a r e M a t e r i a l i e n vor, welche von den aus unserer
Mitte gewählten Kommissionen mit tiefer Sachkenntnis, mit gründlichem Fleiss und
dankenswerter Ausdauer zu tage gefördert worden sind, und welche, wenn sie gehörig
benutzt werden, zur zweckmässigen Ausbildung und Verbesserung der Bundesverfassung,
somit zur Erstarkung und zur Wohlfahrt des Bundes wesentlich beitragen können".
("Berliner Konstitutionelle Zeitung", 17. Juni 1851, Morgenausg.; 26. Juni
1851, Abendausg.)—

Bei dem Festschmause in Halle im Jahre 1834 aus Anlass der Vollendung
des neuen Universitätsgebäudes erhielt der Oberleiter des Baues,
Oberbaurat Matthias seinen Toast. Kurz darauf erhebt er sich und beginnt:
"Meine Herren:
Unvorbereitet wie ich bin— —
hm! hm!— —Unvorbereitet wie ich bin— —hm! hm!"—Weiter geht es
nicht, und er zieht harmlos aus seiner Brusttasche ein fertiges Manuskript
hervor, welches er in aller Gemütsruhe herunterliest. Das erregte viel
Heiterkeit, und das Wort ist in Halle zuerst zum geflügelten geworden.[79]
Die Wendung wird scherzhaft umgestaltet zu:
Unvorbereitet wie ich mich habe.[80]—
[79]G u t z k o w: "Rückblicke auf mein Leben", Berlin 1875, S. 242, führt die Redensart
auf Fr. L. S c h m i d t, Direktor des Hamburger Stadttheaters, zurück, der bei seinem
25jährigen Direktionsjubiläum 1840 ganz wie Oberbaurat M a t t h i a s 1834 verfahren sein
soll; doch nennt Hermann U h d e, der Herausgeber der "Denkwürdigkeiten von Fr. L.
Schmidt", Jena 1875 ("das Stadttheater in Hamburg", 1879, S. 132 u. 133) diese
Gutzkowsche Anekdote einen bedauerlichen Irrtum.
[80] In Linz bezeichnet man den verstorbenen Direktor des dortigen Gymnasiums, Dr.
C o l u m b u s, als den Urheber dieses lapsus linguae.

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Einen vorzüglichen Cicerone nennen wir einen
Baedeker,
indem der Koblenzer Buchhändler Karl B a e d e k e r (1801-59) im Jahre
1836 Prof. J. A. K l e i n s "Rheinreise von Mainz bis Köln, Handbuch für
Schnellreisende" (Fr. Röhling, Koblenz 1828) in zweiter Auflage
neubearbeitet herausgab, welches Buch der Keim ward zu den jetzt
allbeliebten Baedekerschen Reisehandbüchern für Europa und den Orient,
die nach des Begründers Tode von dessen Söhnen fortgesetzt worden sind.


Wir lesen in einem Aufsatze "Ungewöhnliche Charaktere" in den "Neuen
Preussischen Provinzialblättern" (hrsg. v. A. H a g e n, B. VI, S. 228) von
einem 1839 in Königsberg gestorbenen alten, überstudierten Kandidaten
und Hospitaliten J o h a n n W i l h e l m F i s c h e r. Seine armselige
Gestalt zog ihm, der viel auf den Strassen lag, erst die allgemeine
Aufmerksamkeit und bald den allgemeinen Anruf:
Guten Morgen, Herr Fischer!
zu, der ihn so verdross, dass er wiederholt bei der Polizei und selbst bei
dem königlichen Throne um Abhilfe bat. (S. "Der Königsberger
Freimütige", 4. Febr. 1852, No. 29).—

Der beschränkte Unterthanenverstand,
diese Blüte bureaukratischer Überhebung, entstand folgendermassen: 1837
hob der König von Hannover die Verfassung seines Landes auf. Sieben
Göttinger Professoren protestierten dagegen, unter ihnen Professor
A l b r e c h t aus Elbing. Von vielen Seiten erhielten diese Professoren
beistimmende Adressen; auch wurde eine, die von P r i n c e S m i t h
verfasst war, von Einwohnern Elbings an A l b r e c h t gerichtet. J a k o b
van R i e s e n in Elbing sendete dem preussischen Minister des Innern v o n
R o c h o w eine Abschrift davon ein, worauf folgende Antwort erfolgte,
deren Original in der Elbinger Stadtbibliothek liegt:
"Ich gebe Ihnen auf die Eingabe vom 30. v. M., mit welcher Sie mir die von mehreren
Bürgern Elbings unterzeichnete Adresse an den Hofrath und Professor Albrecht überreicht
haben, hierdurch zu erkennen, dass mich dieselbe mit unwilligem Befremden erfüllt hat.
Wenn ich auch annehmen will, dass es nur Gewissenszweifel gewesen sind, welche den

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Professor Albrecht bewogen haben, die ihm angesonnene Eidesleistung für unstatthaft zu
halten, so bin ich doch so weit entfernt, die in der Erklärung des Albrecht und seiner
Göttinger Amtsgenossen ausgesprochene Beurtheilung des Verfahrens Sr. Majestät des
Königs von Hannover dadurch gerechtfertigt oder auch nur entschuldigt zu finden, dass ich
solche vielmehr für eine ebenso unbesonnene als tadelnswerthe und nach diesseitigen
Landesgesetzen selbst strafbare Anmassung halte. Die Unterzeichner der Adresse an den
Professor Albrecht laden daher mit Recht denselben Vorwurf auf sich, indem sie jene
Erklärung billigen und loben und dadurch die Gründe derselben zu den ihrigen machen. Es
ziemt dem Unterthanen, seinem Könige und Landesherrn schuldigen Gehorsam zu leisten
und sich bei Befolgung der an ihn ergehenden Befehle mit der Verantwortlichkeit zu
beruhigen, welche die von Gott eingesetzte Obrigkeit dafür übernimmt; aber es ziemt ihm
nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Massstab seiner beschränkten
Einsicht anzulegen und sich in dünkelhaftem Übermute ein öffentliches Urteil über die
Rechtmässigkeit derselben anzumassen u. s. w. u. s. w.
Berlin, den 15. Januar 1838.
Der Minister des Innern und der Polizei,
von R o c h o w".
Aus den Worten des dritten Absatzes des mitgeteilten Schriftstückes: "Es
ziemt dem Unterthanen nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den
Massstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen", ist unser Wort gemacht
worden. G e o r g H e r w e g h wendete es in seinem im Dez. 1842 aus
Königsberg an F r i e d r i c h W i l h e l m I V. von Preussen gerichteten
Briefe an.
In den "Erinnerungen" von J. D. H. T e m m e (Feuilleton der "Frankfurter Zeitung", 2.
April 1879) steht: "Jener bekannte Satz des preussischen Polizeiministers v o n
R o c h o w, vielmehr seines Geheimrates S e i f f a r t: der beschränkte
Unterthanenverstand" u. s. w. In einer Fussnote wird hinzugefügt: "Auch der Geheimrat
Seiffart war nicht der Vater der berüchtigten Phrase vom beschränkten
Unterthanenverstande. Ein mir befreundeter Rat des Rochowschen Ministeriums teilt mir
folgendes über die kleine Geschichte mit: — — — Die Angelegenheit gehörte zu dem
Decernat des Herrn Seiffart. Herr Seiffart hatte einen Hilfsarbeiter, einen hochmütigen,
übermütigen jungen Assessor; — — er hatte auch den Bescheid auf den Elbinger Bericht
abzufassen, und er hatte darin jene Phrase angebracht. Dem Herrn Seiffart war sie wohl aus
der Seele geschrieben; er liess sie stehen; auch der Herr von Rochow, wie feine
Umgangsformen er auch besass, war nicht der Mann, der sie hätte unterdrücken mögen.
Mein Freund nannte mir auch den Namen des jungen Assessors; ich erinnere mich
desselben aber nicht mehr mit Bestimmtheit und mag daher hier nicht Gefahr laufen,
vielleicht einen unrichtigen zu nennen".—

Die grüne Patina, welche so wirkungsvoll edle alte Bronzen überzieht,
und dann im allgemeinen jeden altertümlichen Reiz, nennen wir mit
Friedrich Wilhelm IV. (reg. 1840-1861):
den verschöne(r)nden Rost der Jahrhunderte;

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denn dieser König sprach bei der Huldigung in Königsberg am 10.
September 1840:
"So wolle Gott unser preussisches Vaterland sich selbst, Deutschland und der Welt
erhalten, mannigfach und doch Eins, wie das edle Erz, das, aus vielen Metallen zusammen
geschmolzen, uns ein einziger Edelstein ist,—keinem andern Rost unterworfen, als dem
verschönenden der Jahrhunderte."—
F r i e d r i c h W i l h e l m I V. empfing 1842 den jugendlichen Dichter
H e r w e g h mit den Worten:
Ich liebe eine gesinnungsvolle Opposition.—
Er sagte in der am 11. April 1847 vor dem Vereinigten Landtage gehaltenen
Thronrede:
"Möchte doch das Beispiel des einen glücklichen Landes, dessen Verfassung die
Jahrhunderte und eine

Erbweisheit
ohne Gleichen, aber kein Stück Papier gemacht haben, für uns unverloren sein und die
Achtung finden, die es verdient".
Am 15. April citierte Freiherr V i n c k e das Wort mit dem Zusatze:
"Erbweisheit der Engländer". Doch war es so nicht gemeint gewesen.
E b e r t y ("Gesch. d. preuss. Staats", VII, 265) sagt: "Von den
Eingeweihten aber erfuhr man nachträglich, dass Mecklenburg gemeint
war".—
Zwischen mich und mein Volk soll sich kein Blatt Papier
drängen
ist umgestaltet aus den Worten F r i e d r i c h W i l h e l m s I V. (in
derselben Rede): "Es drängt mich zu der feierlichen Erklärung — — —,
dass ich nun und nimmermehr zugeben werde, dass sich zwischen unsern
Herr Gott im Himmel und dieses Land ein b e s c h r i e b e n e s B l a t t,
gleichsam eine zweite Vorsehung eindränge . . ."—
Rechtsboden
ist auf diejenige Stelle derselben Thronrede zurückzuführen, an welcher der
König den Landtag anruft, ihm zu helfen, "den Boden des Rechts (den
wahren Acker der Könige) immer mehr zu befestigen und zu befruchten".—
In der am 21. März 1848 erschienenen Proklamation F r i e d r i c h
W i l h e l m s I V. "An mein Volk, an die deutsche Nation" kommen die

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Worte vor:
Preussen geht fortan in Deutschland auf!—

Auf den breitesten Grundlagen
steht zuerst in einer am 22. März 1848 einer Deputation der Städte Breslau
und Liegnitz erteilten Antwort des Königs, deren Beginn lautet: "Nachdem
ich eine konstitutionelle Verfassung auf den breitesten Grundlagen
verheissen habe . . ." Das Wort wurde in dem königlichen
Propositionsdekret vom 2. April an den vereinigten Landtag wiederholt. Es
findet sich dann in dem Manifeste (datiert Schönbrunn, 6. Okt. 1848)
wieder, wodurch Kaiser F e r d i n a n d seine zweite Abreise von Wien
ankündigte.—
F r i e d r i c h W i l h e l m IV. führte den Ausdruck:
Racker von Staat
oft im Munde (s. "Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von
Ense", Lpz. 1840, S. 274). W. H o f f m a n n erzählt darüber in
"Deutschland einst und jetzt im Lichte des Reiches Gottes" (Berl. 1868, S.
299):
"Ein Bauer aus dem Regierungsbezirk Merseburg, dem der König eine
unbillige Forderung, die er mündlich vorbrachte, nicht gewähren konnte
und sich dabei auf den 'Staat und dessen Ordnung' berief, hatte nämlich
geantwortet: 'O! ich wusste wohl, dass nicht mein geliebter König mir
entgegensteht, sondern der Racker von Staat'. Dieses Bauers Wort
gebrauchte der König im Scherze, oft auch in Ironie".—

Heinrich LXXII., Fürst Reuss zu Lobenstein und Ebersdorf, hat durch
einen seiner wunderlichen Erlasse der deutschen Sprache:
Auf einem Prinzip herumreiten
und das daraus gebildete
Prinzipienreiter
zugeführt. Dieser Erlass stand im "Adorfer Wochenblatt", wurde vom
"Halleschen Courier" nachgedruckt, ging aus letzterem in die "Vossische

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Zeitung" (18. Sept. 1845) über und lautet:
"Ich befehle hiermit Folgendes in's Ordrebuch und in die Spezial-Ordrebücher zu bringen.
Seit 20 Jahren r e i t e I c h a u f e i n e m P r i n z i p h e r u m, d. h. Ich verlange, das ein
jeglicher bei seinem Titel genannt wird. Das geschieht stets nicht. Ich will also hiermit
ausnahmsweise eine Geldstrafe von 1 Thlr. festsetzen, der in Meinem Dienste ist, und
einen Andern, der in meinem Dienste ist, nicht bei seinem Titel oder Charge nennt".
Schloss Ebersdorf, den 12. Oktober 1844.
H e i n r i c h L X X I I .—

Rühmlichst abwesend
nannte die amtliche Zeitung den Prinzen W a l d e m a r v o n P r e u s s e n,
der, in Ostindien weilend, dem Begräbnis seiner Mutter in Berlin am 18.
April 1846 nicht beiwohnen konnte. So berichtet Va r n h a g e n in seinem
Tagebuche unter dem 18. April 1846 und unter dem 22. April sagt er, der
Verfasser jener amtlichen Anzeige sei der Geheimrat und Archivdirektor
G e o r g W i l h e l m von Raumer († 1856).—

In einer Sitzung der Kurie der drei Stände des Vereinigten Landtages am
5. Juni 1847 (s. "Der erste Preuss. Landt. in Berl." Berlin 1847, 2. Abt., 10.
Heft, S. 1387) sprach der Abgeordnete H e r m a n n von Beckerath (1801-
1870) das oft citierte Wort:
Meine Wiege stand am Webstuhl meines Vaters.—

Am 8. Juni 1847 sagte ebenda D a v i d Hansemann (1790-1864) (s. die
soeben citierte Samml., 2. Abt., 13. Heft. S. 1507):
"Bei Geldfragen hört die Gemütlichkeit auf",
was gewöhnlich in der Form citiert wird:
In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf.
L e s s i n g s Anton im "jungen Gelehrten" (3, 12) bemerkt schon: "Ich bin
ein wenig hitzig, zumal in Geldsachen"—

Auf einer Äusserung des Fürsten Metternich (1773-1859), die sich in
dessen Brief vom 19. Nov. 1849 an P r o k e s c h (vrgl. "Aus d. Nachlasse d.

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Grf. Prokesch-Osten. Briefwechsel mit Herrn v. Gentz u. Fürsten
Metternich". Wien, 1881; Bd. II, S. 343) findet, beruhen die Worte:
Italien ein geographischer Begriff
und:
Deutschland ein geographischer Begriff.
Metternich sagt daselbst: "Ich habe in meiner Controverse mit Lord Palmerston in den
italienischen Fragen im Sommer 1847[81] den Ausspruch gefällt, dass der nationale Begriff
'Italien' ein geographischer sei, und mein Ausspruch: l'Italie est un nom géographique,
welcher Palmerston giftig ärgerte, hat sich das Bürgerrecht erworben. Mehr oder weniger
—wie dies auf alle Vergleiche passt—gilt derselbe Begriff für das Deutschland, welches
bei der Menge in der zweiten Linie der Gefühle und der Strebungen steht, während es von
reinen oder berechnenden Phantasten (also von ehrlichen und kniffigen) auf die oberste
Stelle erhoben wird".—
[81] Nach Karl H i l l e b r a n d s "Gesch. Frankr. v. Ludw. Phil. bis Nap. III." 1879. II,
689 enthielt schon Metternichs Memorandum an die Grossmächte vom 2. Aug. 1814 dieses
Wort.

Uhland schloss am 22. Jan. 1848 im Frankfurter Parlament seine Rede
gegen die Erblichkeit der Kaiserwürde und den Ausschluss Österreichs mit
den Worten: "Glauben Sie, meine Herren, es wird kein Haupt über
Deutschland leuchten, das nicht mit einem vollen
Tropfen demokratischen Öls
gesalbt ist".—

Viribus unitis
Mit vereinten Kräften
ist der vom Kaiser F r a n z J o s e p h I . durch "Allerhöchste
Entschliessung" vom 12. Februar 1848 angenommene Wahlspruch. Dessen
Schöpfer ist Ritter Joseph v. Bergmann, Lehrer der Söhne Erzherzogs Karl.
Das vom Kaiser am 4. März 1849 von Olmütz aus erlassene Manifest,
wodurch er die Auflösung des Reichstages von Kremsier verkündete,
schliesst: "Gross ist das Werk, aber gelingen wird es den vereinten Kräften".

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In der 1. Sitzung des Vereinigten Landtages von 1848 am 2. April sprach
Graf Adolf Heinrich Arnim-Boytzenburg (1803-68) in der Debatte über
die Adresse an den Thron ein in verschiedenen Fassungen, z. B. in dieser:
Die Regierung muss der Bewegung stets einen Schritt voraus
sein,
oft citiertes Wort in folgendem Zusammenhange aus:
"Das Ministerium hat sich ferner gesagt, dass in einer Zeit, wie die seines Eintritts, es nicht
ratsam sei, hinter den Erfahrungen der drei letzten Wochen und deren Ergebnissen in den
übrigen deutschen Staaten zurückzubleiben, sondern, dass es b e s s e r s e i , d e n
E r e i g n i s s e n u m e i n e n S c h r i t t v o r a n z u g e h e n, damit nicht erst durch
einzelne Konzessionen Einzelnes gegeben und immer wieder von dem Strom der Zeit
überflutet werde, sondern damit das, was gewährt werden könne, auf Einmal gegeben,
Geltung und Dauer gewinne".—

In der Sitzung vom 14. Juni 1848 der preussischen Nationalversammlung
nannte G e o r g Jung bei Gelegenheit des R e i c h e n s p e r g e rschen
Antrags, welcher aus Anlass einer angeblichen Misshandlung des Herrn
v o n A r n i m eine Kommission zur Untersuchung dieser Angelegenheiten
zu ernennen vorschlug, solche Ausschreitungen: das
Schaumspritzen jugendlicher Freiheit.—

Vo n T r e i t s c h k e ("Histor. u. polit. Aufsätze" 4. Aufl., Lpz. 1871. I,
429, im Aufsatze "F. C. Dahlmann", Freiburg 1864) spricht über das
Vertrauen zu den rettenden Thaten der "Kabinette der bewaffneten Furcht in
Wien und Berlin" und über die auch in die Hallen von St. Paul
hereinbrechende Reaktion und sagt dann: "Kein geringerer Mann als
Dahlmann hat das unselige Wort:
Rettende That
erfunden". (Friedrich Christoph D a h l m a n n, geb. 1785, gest. 1860.)—

Aus der deutschen konstituierenden Nationalversammlung ist das Wort
des Präsidenten v o n G a g e r n in der 22. Sitzung am 24. Juni 1848:
der kühne Griff,

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tief ins Volk gedrungen. Er sprach:
"Wer soll die Centralgewalt schaffen? Meine Herren! ich habe diese Frage von dem
Standpunkte des Rechtes und von dem Standpunkt der Zweckmässigkeit vielfach
beurteilen hören; ich würde bedauern, wenn es als ein Prinzip gälte, dass die Regierungen
in dieser Sache gar nichts sollten zu sagen haben; aber vom Standpunkte der
Zweckmässigkeit ist meine Ansicht bei weiterer Überlegung wesentlich eine andere, als die
der Majorität im Ausschuss . . . . . . Meine Herren! Ich thue e i n e n k ü h n e n G r i f f und
ich sage Ihnen: wir müssen die provisorische Centralgewalt selbst schaffen".
Der stürmische Jubelruf, mit dem G a g e r n s Wort aufgenommen wurde,
verschaffte diesem seinen Widerhall, und doch hatte Gagern nur ein Wort
seines Vorredners Karl Mathy (1807-1868) wiederholt, der, von der Ansicht
ausgehend, dass auch die Einzelstaaten bei Begründung einer deutschen
Centralgewalt gehört werden müssten, gesagt hatte:
" . . . sollten die Regierungen einzelner Staaten unterlassen, dem Beispiele zu folgen, dem
Beispiele treuer Pflichterfüllung gegen das gesammte Vaterland, welches die
Versammlung, wie ich nicht zweifle, geben wird, dann meine Herren, ja dann wäre uns ein
k ü h n e r G r i f f nach der Allgewalt nicht nur erlaubt, sondern durch die Not geboten".
Vielleicht schwebten S c h i l l e r s Worte vor ("Gesch. d. 30jähr. Krieges"
B. 3, vorletzter Absatz):
"Die Geschichte . . . sieht sich zuweilen durch Erscheinungen belohnt, die
gleich einem k ü h n e n G r i f f aus den Wolken in das berechnete Uhrwerk
der menschlichen Unternehmungen fallen".—

Das ist das Unglück der Könige, dass sie die Wahrheit nicht
hören wollen
sagte J o h a n n Jacoby (1805-77) am 2. November 1848 als Mitglied der
von Friedrich Wilhelm IV. empfangenen Deputation der Berliner
Nationalversammlung.
Möglicherweise kam dieses Wort, dem Erregten in jenem Augenblick natürlich unbewusst,
aus H e r d e r s "Cid" (2, 32), wo Graf von Cabra zum sterbenden König Don Sancho
spricht:
"Ach, der Kön'ge hartes Schicksal,
Dass, wenn man sie nicht mehr fürchtet,
Dann nur ihnen Wahrheit spricht".

Worauf der Cid leise, dass es den Verscheidenden nicht beleidige, hinzufügt:
"Auch zu andern, andern Zeiten
Sagt man ihnen wohl die Wahrheit;
Aber s i e, sie hören nicht—".—

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In der Nacht vom 9. u. 10. Novemb. 1848, als die Bürgerwehr und die
Gewerke Berlins der Nationalversammlung bewaffneten Schutz anboten,
sprach der damalige Präsident der Versammlung Hans Victor von Unruh
(1806-1886): "Ich wäre entschieden der Meinung, dass hier nur
passiver Widerstand
geleistet werden könne, und dass die wahre Entscheidung über die schwere
Krisis, welche durch die jetzigen Ratgeber der Krone hereingebrochen ist,
in der Hand des Landes liege. So lange die Presse, so lange das Vereins-
und Versammlungsrecht nicht von neuem geknebelt ist, hat das Land die
Mittel in den Händen, ohne Blutvergiessen den Sieg über die Bestrebungen
der Reaktion herbeizuführen", und im weiteren Verlauf seiner Rede
wiederholte er: "wir dürfen, wenn wir den Boden im Lande nicht verlieren
wollen, den Gewaltschritten der Krone nur passiven Widerstand
entgegensetzen".—

Der Ausdruck:
Bassermannsche Gestalten
zur Bezeichnung zerlumpter Galgenvögel entstand auf Grund des am 18.
Nov. 1848 im Frankfurter Parlamente vom Abgeordneten Friedrich Daniel
Bassermann (1811-1855) erstatteten Berichts über Berliner Zustände:
"Spät kam ich (in Berlin) an, durchwanderte aber noch die Strassen und muss gestehen,
dass mich die Bevölkerung, welche ich auf denselben, namentlich in der Nähe des
Sitzungslokals der Stände, erblickte, erschreckte. Ich sah hier G e s t a l t e n die Strassen
bevölkern, die ich nicht schildern will".
Das Wort wurde schnell populär. Schon die Überschrift des zweiten Heftes vom Band 1 der
"Bibliothek moderner Räubergeschichten" (Berlin, C. Schultze, 1851) lautet:
"Bassermannsche Gestalten".—

Der Abgeordnete J u l i u s Kell sagte in der Sitzung der sächsischen
zweiten Kammer am 15. Febr. 1849:
Die Gründe der Regierung kenne ich nicht; aber ich muss sie
missbilligen.—

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Der Minister des Auswärtigen, Freiherr Otto Theodor von Manteuffel
(1805-1882), äusserte in der 8. Sitzung der Preussischen Zweiten Kammer
vom 3. Dez. 1850 das zum Citat gewordene Wort:
Der Starke weicht einen Schritt zurück
in diesem Zusammenhange:
"Das Misslingen eines Planes hat immer etwas Schmerzliches; es wirkt aber verschieden
auf den Schwachen. Der Schwache gelangt dadurch in eine Gereiztheit; d e r S t a r k e
t r i t t w o h l e i n e n S c h r i t t z u r ü c k, behält aber das Ziel fest im Auge und sieht,
auf welchem andern Wege er es erreichen kann". (S. Kap. XI. M a r t i a l "De Spectaculis"
31.)—

Autorität, nicht Majorität
ist die Zusammenfassung folgender Betrachtungen, die Friedrich Julius
Stahl (1802-1861) am 15. April 1850 in der 11. Sitzung des Volkshauses
des Erfurter Parlaments anstellte:
"Wie können vollends die Anhänger jenes Systems mit solcher Zuversicht jetzt vor uns
hintreten, nach den Erfahrungen von 1848? Standen sie da der entfesselten Bewegung nicht
ebenso gegenüber wie jener Zauberlehrling den Gewässern, die er heraufbeschworen hatte
und nicht mehr zu bannen vermochte? Sie hatten den Spruch vergessen, sie zu bannen,
oder vielmehr dieser Spruch stand nicht in ihrem Lexikon: denn dieser Spruch heisst
'Autorität'. Da wollen sie die Gewässer besprechen mit einem Zauberspruche ihres
Systems: Majorität, Majorität!"
Die Fassung: "A u t o r i t ä t , n i c h t M a j o r i t ä t" findet sich zuerst in
einer, 1851 im Selbstverlage des Verfassers erschienenen Schrift von E.
K n ö n a g e l: "Autorität—nicht Majorität—beherrscht die Welt. Epistel in
12 Capiteln wider den Aberglauben am Constitutionalismus. An Bürger und
Bauer, Städter und Landmann." S t a h l hatte am 5. März 1852 in der Ersten
Kammer die Aristokratie verherrlicht. Als er am 12. Dez. 1852 bei einem
ihm zu Ehren im Englischen Hause zu Berlin, Mohrenstrasse No. 49,
gegebenen Festmahle von Gesinnungsgenossen eine silberne Säule
empfing, die auf der einen Seite die Inschrift: "Zur Erinnerung an den 5.
März 1852 von gleichgesinnten Männern des Regierungsbezirks Köslin",
auf der anderen
"Autorität, nicht Majorität"
trug, wies er in der Erwiderungsrede darauf hin, dass er diesem Grundsatze
seines Lebens zum ersten Male in jenem Parlamente Ausdruck gegeben
habe. Im weiteren Verlaufe seiner Erwiderung wandte er das berüchtigte

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Wort an: "Die Wissenschaft bedarf der Umkehr", was gewöhnlich in der
Form citiert wird:
Die Wissenschaft muss umkehren,
("Neue Preussische Zeitung", No. 291, 15. Dez. 1852.)—

Für die K l o d t v . J ü r g e n s b u r gschen Rossebändiger vor dem
königlichen Schlosse in Berlin erfand in der Reaktionszeit nach 1850 der
Oberlehrer Dr. Julius Bartsch († 1867 zu Berlin) die Bezeichnung:
der gehemmte Fortschritt und der beförderte Rückschritt.—

Die grossen Städte müssen vom Erdboden vertilgt werden
hat von Bismarck nicht gesagt. Er äusserte in der 46. Plenarsitzung der
zweiten Kammer vom 20. März 1852 in Erwiderung gegen den
Abgeordneten H a r k o r t:
"Wenn der Herr Abgeordnete auch die Äusserung hier wiederholt hat, dass
die Regierung dem Volke misstraue, so kann ich ihm sagen, dass auch ich
allerdings der Bevölkerung der g r o s s e n S t ä d t e misstraue, so lange sie
sich von ehrgeizigen und lügenhaften Demagogen leiten lässt, dass ich aber
dort das wahre preussische Volk nicht finde. Letzteres wird vielmehr, wenn
d i e g r o s s e n S t ä d t e sich wieder einmal erheben sollten, sie zum
Gehorsam zu bringen wissen, u n d s o l l t e e s s i e v o m
E r d b o d e n t i l g e n".—

v o n B i s m a r c k schrieb 1853 (ohne Datum) seiner Schwester vom
Frankfurter Bundestage: "Ich gewöhne mich daran, im Gefühle gähnender
Unschuld alle Symptome von Kälte zu ertragen und die Stimmung
gänzliche(r) Wurschtigkeit
in mir vorherrschend werden zu lassen, nachdem ich den Bund allmählich
mit Erfolg zum Bewusstsein des durchbohrenden Gefühls seines Nichts zu
bringen nicht unerheblich beigetragen zu haben mir schmeicheln darf" (L.
Hahn: "Fürst Bismarck", Berl. 1878, I, S. 45).—

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H e i n r i c h Leos (1799-1878) Kraftausdruck:
Skrophuloses Gesindel!
steht im Geschichtlichen Monatsbericht vom Juni, "Volksblatt für Stadt und
Land", 1853, No. 61, wo es heisst:
"Gott erlöse uns von der europäischen Völkerfäulnis und schenke uns einen f r i s c h e n ,
f r ö h l i c h e n K r i e g, der Europa durchtobt, die Bevölkerung sichtet und das
s k r o p h u l o s e G e s i n d e l zertritt, was jetzt den Raum zu eng macht, um noch ein
ordentliches Menschenleben in der Stickluft führen zu können".

Der frische fröhliche Krieg
steht noch einmal in L e o s "Volksblatt für Stadt und Land", 1859, No. 35:
"Ein langer Friede häuft nach des Verfassers Argument eine Menge fauler Gährungsstoffe
auf. Drum thut uns ein frischer, fröhlicher, die Nationen, namentlich die die europäische
Bildung tragenden Nationen tiefer berührender Krieg bitter Not" u. s. w.—

Aufkläricht
stammt ebenfalls von L e o. (S. W i l h e l m H a r n i s c h: "Briefe an seine
Tochter", Essen 1841, S. 11, 12, 19, 20, 27, 29, 50, 113, 202.)—
Glaubwürdiger Überlieferung nach hat ein von Colberg 1855 (s. Rangliste)
nach Graudenz versetzter und vom dortigen Militärgericht vernommener,
humoristischer Artillerielieutenant Haase ausgesagt: "Mein Name ist
Haase, ich weiss von gar Nichts und bin bereit, diese meine Aussage zu
beschwören." Daher das Wort:
Ich weiss von Nichts. Mein Name ist Haase.—

Der P r i n z - R e g e n t v o n P r e u s s e n, der nachmalige deutsche
Kaiser Wilhelm der Grosse hielt am 8. Nov. 1858 eine Ansprache an das
am 5. von ihm gebildete Ministerium, in der vorkam ("Nationalz." v. 25.
Nov. 1858, Abendausg.): "In Deutschland muss Preussen
moralische Eroberungen
machen durch eine weise Gesetzgebung bei sich" u. s. w. Nach der
"Hannoverschen Tagespost" wiederholte er als König das Wort am 30.
August 1866 beim Empfang einer Deputation aus Hannover.—

Page 570

Nach der Entlassung des Ministeriums v o n d e r P f o r d t e n hatten
die Gemeindebevollmächtigten der Stadt Würzburg die Absicht, den
königlichen Professor an der Universität Würzburg und
Appellationsgerichtsrat Dr. W e i s, mit dem die Regierung bisher im
Kampfe gelegen hatte, zum rechtskundigen Bürgermeister zu wählen.
Staatsminister v o n N e u m a y r berichtete darüber an König M a x I I .
von Baiern und erhielt darauf folgende (in No. 137 der "Neuen Münchener
Zeitung" von 1859 abgedruckte) Entscheidung des Monarchen zu Antwort:
"Den politischen Kampf gegen Dr. W e i s in irgend welcher Form fortzuführen, halte ich
für durchaus nicht mehr geeignet;

Ich will Frieden haben mit Meinem Volke
u n d d e n K a m m e r n; deshalb habe ich das Ministerium gewechselt, und es ist infolge
dessen auch die W e i ssche Frage in das Stadium des Vergessens von Meiner Seite
eingetreten. Von diesem Gesichtspunkte aus widerstrebt es Meinem Gefühle, den Dr.
W e i s zu befördern; Ich werde aber der Sache ihren jetzigen naturgemässen Lauf lassen
und habe nicht das Geringste dagegen, wenn derselbe zum Bürgermeister von Würzburg
gewählt wird, werde ihn vielmehr ohne Anstand nach den bestehenden gesetzlichen
Normen in dieser Eigenschaft bestätigen".
Heinrich von S y b e l berichtet in seinem Buche "Die Begründung des
deutschen Reiches durch Wilhelm I." (1889. Bd. 2, S. 301), dass Ludwig
Karl Heinrich F r e i h e r r von der Pfordten (1811-1880) dieses Wort dem
Könige soufflierte. Man hatte "einen kleinen Staatsstreich" in Bayern
geplant, "Auflösung der Kammer, Oktroyierung eines neuen Wahlgesetzes,
und was sonst solche Rettungen zu begleiten pflegt". Als aber der Prinz von
Preussen das Ministerium Manteuffel stürzte, musste auch v . d .
P f o r d t e n in München weichen und er rieth seinem König, den
Forderungen der Kammer nachzugeben, die Schuld des Zwistes auf die
Minister zu schieben und jene beruhigende Wendung zu gebrauchen. "Der
von dem Staatsstreichminister erfundene Satz wurde zu einem populären
Schlagwort, auf welches während der späteren preussischen
Verfassungswirren jeder Bayer mit patriotischem Stolze hinwies, ohne zu
ahnen, dass Bayern die Erhaltung seines allerdings hohen Ruhmes, niemals
einen Bruch seiner Verfassung erlebt zu haben, in erster Linie dem Prinzen
von Preussen verdankte". (In S c h i l l e r s "Maria Stuart", 1, 6 heisst es:
Nicht eine Welt in Waffen fürchtet sie,
So lang' sie Frieden hat mit ihrem Volke.)—

Page 571

G y u l a i erkannte (1859, nach dem Gefechte bei Palestro), dass seine
einzige Rettung der schleunige Übergang über den Tessin sei, und so gab er
am 1. Juni den Befehl:
sich rückwärts zu konzentrieren,
ein Ausdruck, der dadurch geschichtlich wurde, der aber schon vordem in
Militärkreisen üblich war.
Nämlich in einem aus Bautzen, 21. Sept. 1813 datierten Briefe des Obersten
v o n M ü f f l i n g an General v o n d e m K n e s e b e c k heisst es:
"Kömmt er (Napoleon) endlich aus seinem Loch—schnell rückwärts
konzentriert u. s. w." (G. H. P e r t z: "D. Leben d. Feldm. Gr. v. Gneisenau",
Berl. 1869, Bd. 3, S. 360).—

Der preussische Minister Alexander Gustav Adolf G r a f von Schleinitz
(1807-1885) gebrauchte im Jahre 1859 hinsichtlich des französisch-
österreichischen Krieges den Ausdruck:
die Politik der freien Hand.
B i s m a r c k bediente sich desselben Ausdrucks am 22. Jan. 1864 im
Abgeordnetenhause.—

Der Österreichische Minister Johann Bernhard G r a f von Rechberg
(geb. 1806) sagte in seiner Antwortdepesche nach Berlin hinsichtlich der
Anerkennung Italiens (1861):
Garantien, die das Papier nicht wert sind, anf dem sie
geschrieben stehen.—

Angenehme Temperatur
ist eine Redeblume des preussischen Kriegsministers Albrecht Theodor
Emil G r a f von Roon (1803-1879). Er begleitete in der Sitzung des
Herrenhauses am 23. Januar 1862 die Einbringung des Gesetzentwurfs
wegen Abänderung des Gesetzes über die Verpflichtung zum Kriegsdienst
vom 3. Sept. 1814 mit den Worten:
"Ich habe über die Bedeutung dieses Gesetzentwurfes mich an diesem Orte eigentlich
näher auszusprechen: sein Zusammenhang mit der Organisation des königlichen Heeres ist

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unverkennbar, und da ich bereits zweimal Gelegenheit gehabt habe, d i e a n g e n e h m e
T e m p e r a t u r, welche in diesem Hause in Betreff jener grossen Massregel herrscht, zu
fühlen, so wäre es eine Art von Undankbarkeit, wenn ich die Herren mit einer weitläufigen
Auseinandersetzung der Notwendigkeit und Nützlichkeit des fraglichen Gesetzentwurfes
ermüden wollte".—

In einer Abendsitzung der Budgetkommission des preussischen
Abgeordnetenhauses, 30. Sept. 1862, sagte von Bismarck, "im Lande giebt
es eine Menge
catilinarischer Existenzen,
die ein grosses Interesse an Umwälzungen haben". Danach gab Theodor
K ö n i g einem Roman den Titel: "Eine catilinarische Existenz" (Breslau
1865).—

Zeitungsschreiber ein Mensch, der seinen Beruf verfehlt hat
wurde in dieser Form nicht von B i s m a r c k gesagt, beruht aber auf einer
Äusserung von ihm. Als eine Ergebenheits-Deputation aus Rügen an den
König, welche dieser am 10. November 1862 empfing, einige Tage zuvor
dem Minister-Präsidenten ihre Aufwartung machte, äusserte dieser, nach
dem Kreisblatte der Insel Rügen, "die Regierung werde Alles aufbieten, ein
Verständnis mit dem Abgeordnetenhause herbeizuführen, dass aber die
o p p o s i t i o n e l l e P r e s s e diesem Streben zu sehr entgegenwirke,
indem sie zum g r o s s e n T e i l i n H ä n d e n v o n J u d e n u n d
unzufriedenen, ihren Lebensberuf verfehlt
h a b e n d e n L e u t e n sich befinde".—

Macht geht vor Recht
hat B i s m a r c k nie gesagt. Am 27. Januar 1863 sprach B i s m a r c k im
Abgeordnetenhause: "Conflicte werden, da das Staatsleben nicht still zu
stehen vermag, zu Machtfragen; wer die Macht in Händen hat, geht dann in
seinem Sinne vor". Graf Maximilian von Schwerin (1804-1872) erwiederte
darauf: "Ich erkläre, dass ich den Satz in dem die Rede des Herrn Minister-
Präsidenten kulminierte: 'Macht geht vor Recht' . . . nicht für einen Satz
halte, der die Dynastie in Preussen auf die Dauer stützen kann . . ., dass
dieser vielmehr umgekehrt lautet:

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Recht geht vor Macht u. s. w."
B i s m a r c k, der während dieser Rede seines Gegners nicht anwesend war
und erst später, wieder in den Saal eingetreten, vernommen hatte, dass man
ihm den Ausspruch: "Macht geht vor Recht" untergelegt hatte, verwahrte
sich dagegen, worauf Graf v o n S c h w e r i n erwiderte, er erinnere sich
nicht gesagt zu haben, der Minister-Präsident habe diese Worte gebraucht,
sondern nur, dass dessen Rede in diesem Satze kulminiere. Noch am 1.
Februar 1868 wehrte sich B i s m a r c k dagegen im preussischen Landtage,
als ihm Twesten eine Redewendung missdeutete. Bismarck sagte damals:
"Ich möchte nicht, dass aus diesem meinem Worte durch die Geburtshilfe
des Herrn Vorredners ein f l i e g e n d e s W o r t gemacht werde, wie aus
einem früheren, welches ich niemals ausgesprochen habe, dass Macht vor
Recht gehe."
(S. Habakuk 1, 3, wo L u t h e r "Es gehet Gewalt über Recht", das er in der "Auslegung des
Habakuk" als ein "gemein Sprichwort" bezeichnet, hineintrug. Seit A g r i c o l a lautet dies
in den Sprichwörtersammlungen: "Gewalt geht für Recht" und S p i n o z a s "Tract. polit."
cap. II, § 8 bietet: "quia unusquisque tantum iuris habet, quantum potentia valet", weil
jeder so viel Recht hat, als er Macht hat.)—

(Das) innere Düppel
stand zum ersten Male nach der Erstürmung der Düppeler Schanzen durch
die Preussen am 18. April 1864 in der Form "Düppel im Innern" im
Politischen Tagesberichte der "N o r d d e u t s c h e n A l l g e m e i n e n
Z e i t u n g" vom 30. Sept. 1864.—

Seitdem Georg Büchmann (1822-84) den vorliegenden "Citatenschatz
des deutschen Volkes" erscheinen liess, also seit 1864, wurde der Name
Büchmann
vielfach für citatenreiche Leute (z. B.: "Sie sind ja der reine Büchmann!")
oder zum Titel solcher Bücher (z. B.: "Der rothe Büchmann", "Der
ungeflügelte Büchmann") verwendet.—

Aus authentischer Quelle kann versichert werden, dass Feldmarschall
Frhr. v. M a n t e u f f e l als preussischer Gouverneur von Schleswig im Okt.
1865 das ihm von antipreussischen Zeitschriften aufgebürdete Wort:

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Wir haben heidenmässig viel Geld
nie gesagt hat.—

An der Spitze des Morgenblattes der Wiener Zeitung "Die Presse" vom
18. Juni 1866 steht:
"Wien, 17. Juni. Die bis heute Abend eingetroffenen Nachrichten
entsprechen nicht der Wichtigkeit des Moments. Die militairische Situation
betrachten wir in einem unten folgenden Artikel. Hier konstatieren wir
bloss, dass nach den eingetroffenen Nachrichten die Preussen viele Theile
Sachsens besetzt haben, und dass preussische Truppen nicht bloss in
Hannover und Kurhessen, sondern auch in Darmstadt eingerückt wären. Die
Preussen entwickeln überhaupt eine
affenähnliche Beweglichkeit".
Das Wort ist umgestaltet worden in:
affenartige Beweglichkeit, affenmässige Geschwindigkeit u. s. w.
Der Verfasser des Artikels war der damalige Mitarbeiter der Presse August
Krawani.—
Der preussische Schulmeister hat die Schlacht bei Sadowa
gewonnen
ist die Umformung eines Ausspruchs des Geheimrats Dr. Oskar Peschel
(1826-75), Professors der Erdkunde in Leipzig, welcher in einem Aufsatze
des von ihm redigierten Blattes "Ausland" ("Die Lehren der jüngsten
Kriegsgeschichte", No. 29 17. Juli 1866, S. 695, Spalte 1) schrieb:
"Wir sagten eben, dass selbst der Volksunterricht die Entscheidung der Kriege herbeiführe:
wir wollen jetzt zeigen, dass, wenn die Preussen die Österreicher schlugen, e s e i n
Sieg der preussischen Schulmeister über die österreichischen
S c h u l m e i s t e r gewesen sei"; und (Spalte 2): "Die Mathematik ist der Wetzstein, und in
diesem Sinne darf man wohl sagen, die p r e u s s i s c h e n S c h u l m e i s t e r haben in
dem ersten Abschnitt des böhmischen Feldzuges ü b e r d i e ö s t e r r e i c h i s c h e n
g e s i e g t".—

Berechtigte Eigentümlichkeiten
steht in den vom 3. Okt. 1866, Schloss Babelsberg datierten Patenten der
Besitzergreifungen von Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt durch

Page 575

König Wilhelm I.—

Graf Bismarck soll den Schluss seiner am 11. März 1867 im
Norddeutschen Reichstage gehaltenen Rede:
"Meine Herren, arbeiten wir rasch!
Setzen wir Deutschland, so zu sagen, in den Sattel! Reiten wird
es schon können",
nach der Spenerschen Zeitung vom 28. März 1874 in einem Gespräche mit
zwei Abgeordneten selbst als "geflügeltes Wort" bezeichnet haben. Im Zoll-
Parlament sagte er am 18. Mai 1868: "Dem Herrn Vorredner gebe ich zu
bedenken, dass
ein Appell an die Furcht in deutschen Herzen niemals ein Echo
findet".—
Als es sich im Anfange des Jahres 1869 darum handelte, das in Preussen
noch vorfindliche Vermögen des Kurfürsten von Hessen mit Beschlag zu
belegen, wurde Graf B i s m a r c k, dem damaligen Minister-Präsidenten,
der Vorhalt gemacht, er werde die ihm schon zur Verfügung stehenden
geheimen Fonds, um unbekannte Summen vermehrt, zur Korruption der
Presse und anderen sich der Aufsicht entziehenden Zwecken verwenden. Es
handelte sich nämlich nicht bloss um die verhältnismässig kleinen
Revenuen aus dem in Beschlag genommenen Vermögen des Kurfürsten,
sondern auch um die Zinsen der 16 Millionen Thaler, welche dem König
von Hannover erst bewilligt und dann einbehalten waren, und mit deren
Verwendung das Abgeordnetenhaus sich erst am Tage vorher beschäftigt
hatte. Darauf antwortete Graf B i s m a r c k am 30. Jan. 1869:
"Ich bin nicht zum Spion geboren meiner ganzen Natur nach; aber ich glaube, wir
verdienen Ihren Dank, wenn wir uns dazu hergeben, bösartige Reptilien zu verfolgen bis in
ihre Höhlen hinein, um zu beobachten, was sie treiben. Damit ist nicht gesagt, dass wir
eine halbe Million geheimer Fonds brauchen können; ich hätte keine Verwendung dafür
und möchte die Verwendung für solche Summen nicht übernehmen. Es werden sich andere
Verwendungen finden, die Ihre nachträgliche Genehmigung und Zustimmung finden
werden. Auf dem hessischen Hofvermögen haften, wie man sagt, Verpflichtungen dem
Lande gegenüber, Baupflichten, die übernommen worden sind. Es wird eine Ehrenpflicht
der Regierung sein, wenn sie in dem Besitz der Fonds ist, solche Schulden zu tilgen; aber
machen Sie uns aus dem bedauerlichen Zwange, dass wir Gelder auch zu anderen Zwecken
verwenden müssen, keinen Vorwurf; probieren Sie selbst erst, ob Sie Pech anfassen
können, ohne sich zu besudeln".

Page 576

Auf Grund dieser Äusserung nannte man die einbehaltenen Gelder den
Reptilienfonds,
später nannte man dann
Reptil
Jeden, der in der Presse thätig, Beziehungen zu den Behörden hat. Graf
B i s m a r c k sagte darüber im Reichstage, 9. Febr. 1876, Folgendes:
"Dieser Beisatz "offiziös" und diese Verdächtigungen irgend eines Blattes, je nachdem man
es gerade braucht, als eines "subventionierten" durch das Wort "Reptilie" ist ja eine
wirksame Hülfe in der publizistischen Diskussion. Das Wort Reptilie, Reptilienvater,
Reptilienpresse in der Meinung, wie es gebraucht wird, kommt mir immer vor, als wenn
Leute, die mit dem Gesetze in Konflikt treten, auf die Polizei schimpfen und sie Diebsjäger
und dergleichen nennen. Reptilie—wie entstand das Wort? Unter Reptilien verstanden wir
Leute, die in Höhlen—bildlich gedacht, kurz und gut in verwegener Weise intriguieren
gegen die Sicherheit des Staats und man hat das nun umgedreht und nennt jetzt Reptile
diejenigen, die das aufzudecken streben. Mit diesem Sprachgebrauch will ich nicht rechten.
Es ist ja ganz einerlei; ich erkläre nur, dass es Reptile des auswärtigen Amts in dem Sinne,
wie Gegner den Ausdruck gebrauchen, absolut nicht giebt".
Burke hatte jedoch schon das Wort Reptilien im Unterhause für die Magistrate von
Middlesex verwendet (Lord Mahon VII, 13), und der Major Scott, Hastings Organ, nannte
Burke selbst "jenes Reptil, Herr Burke" (Macaulay "Warren Hastings"). Der Vergleich des
Reptils für Pressorgane scheint übrigens aus Frankreich zu stammen (vrgl. "Gegenwart"
XXVI, 45 u. 48) und Zeitungsschreiber werden so von Dickens genannt (z. B. "Pickwick
Papers" Ch. 15; vrgl. auch Georg Winter: "Unbeflügelte Worte", 1888, S. 349.)—
Am 13. Febr. 1869 sagte Graf B i s m a r c k im Herrenhause: "Es wird
vielleicht auch dahin kommen zu sagen:
Er lügt wie telegraphiert".—
In Graf B i s m a r c k s telegraphischer Mitteilung vom 28. Juli 1870 an den
Gesandten des Norddeutschen Bundes in London, Grafen Bernstorff, heisst
es:
"Nach Eintritt der patriotischen Beklemmungen des Ministers Rouher hat Frankreich nicht
aufgehört, uns durch Anerbietungen auf Kosten Deutschlands und Belgiens in Versuchung
zu führen. Im Interesse des Friedens bewahrte ich das Geheimnis und behandelte sie
dilatorisch".
Das Wort
dilatorische Behandlung
für "hinhaltende Behandlung" bürgerte sich seitdem in Parlamenten und
Zeitungen ein.—

Page 577

Vor Paris nichts Neues
schloss eine Depesche des Generals Eugen Anton Theophil von Podbielski
(1814-79) aus Ferrières vom 25. Sept. 1870, seine Depeschen aus Versailles
vom 8. und 11. Okt. 1870 und eine aus Versailles vom 26. Jan. 1871,
während die vom 18. Okt. 1870 so beginnt.—

Heinrich von Treitschke (1834-96) gebrauchte in den "Historischen und
politischen Aufsätzen" (1. Aufl., Lpz. 1870) in dem Aufsatze "Fichte und
die nationale Idee" den Ausdruck "B r u s t t o n d e r t i e f s t e n
Ü b e r z e u g u n g", was viel citiert wird als
Brustton der Überzeugung.—

H e i n r i c h B e r n h a r d Oppenheim (1819-80) richtete (nach dem
Feuilleton "Pamphletliteratur" der "Nationalzeitung" vom 20. April 1872)
gegen die jugendlichen Professoren der Nationalökonomie das Wort
Kathedersocialisten
und gab i. J. 1872 die Schrift heraus: "Der
Kathedersocialismus".
Dieser Spottname rief eine Flut von Gegenschriften hervor und blieb haften.


Am 14. Mai 1872 sagte Fürst Bismarck im deutschen Reichstage:
Nach Canossa gehen wir nicht.—

E m i l du Bois-Reymond (1818-96) schloss seine 1872 zu Leipzig
gehaltene und erschienene, dann in mehreren Auflagen, sowie in
französischer, englischer, italienischer und serbischer Übersetzung
verbreitete Rede über die "Grenzen des Naturerkennens" mit den Worten:
"In Bezug auf die Rätsel der Körperwelt ist der Naturforscher längst
gewöhnt, mit männlicher Entsagung sein ignoramus auszusprechen. In

Page 578

Rücksicht auf die durchlaufene siegreiche Bahn, trägt ihn dabei das stille
Bewusstsein, dass, wo er jetzt nicht weiss, er wenigstens unter Umständen
wissen könnte und dereinst vielleicht wissen wird. In Bezug auf das Rätsel
aber, was Materie und Kraft seien und w i e s i e z u d e n k e n
v e r m ö g e n, muss er ein für allemal zu dem viel schwerer abzugebenden
Wahrspruch sich entschliessen:
Ignorabimus".
"Wir werden es nie wissen."
Dies Wort wiederholte er 1881 in der Rede über "Die sieben Welträtsel" und
es ist nun aus den Kreisen der Fachmänner in weitere, besonders in
gläubige Schichten gedrungen.
Im Juli 1858 hatte d u B o i s - R e y m o n d in der "Gedächtnisrede auf Johannes Müller"
gesagt, es habe M ü l l e r nie verdrossen, "als das Ergebnis nach so langer und mühsamer
Erörterung den altschottischen Wahrspruch niederzuschreiben: 'Ignoramus'". Dies
"Ignoramus" ("wir wissen es nicht") ist somit der Keim seines "geflügelten Wortes".
"Ignoramus" war die Formel der Geschworenen Altenglands im Fall ihrer
Unentschiedenheit, ob eine Anklage begründet oder unbegründet sei. Nach R. G n e i s t
("Englische Verfassungsgeschichte" 1882, S. 604, Anm.) suchte König Karl II. dies
"Ungeheuer", wie er es nannte, zu beseitigen, das "in den Jahren 1680-82 in der City von
London gewütet habe", als es sich für die Krone um die Frage handelte, "ob Verrat und
Aufruhr in London und Middlesex strafbar sei oder nicht".—

Kulturkampf,
von Rudolf Virchow (geb. 1821) in einem von ihm 1873 verfassten
Wahlprogramme der Fortschrittspartei angewendet, ist dadurch zum
"geflügelten Worte" geworden. In diesem Programme heisst es:
"Aber obwohl sie (die Fortschrittspartei) dabei nur zu oft unterlegen ist, so hat sie es doch
als eine Notwendigkeit erkannt, im Verein mit den andern liberalen Parteien die Regierung
in einem Kampfe zu unterstützen, der mit jedem Tage mehr den Charakter eines grossen
Kulturkampfes der Menschheit annimmt".
Hierüber sagte V i r c h o w am 16. Okt. 1876 in Magdeburg:
"M. H., bei der vorigen Wahl hat die Fortschrittspartei ein Wahlmanifest erlassen, in dem
zuerst das Wort K u l t u r k a m p f gebraucht worden ist. Vielleicht wissen Sie nicht, dass
ich der Erfinder dieses Wortes bin. Ich habe es zuerst in dieses Manifest, das ich verfasst
habe, hineingeschrieben und zwar mit vollem Bewusstsein; denn ich wollte damals den
Wählern gegenüber konstatieren, dass es sich n i c h t u m e i n e n r e l i g i ö s e n Kampf
handle, nicht um einen konfessionellen Kampf, sondern dass hier ein h ö h e r e r , d i e
g a n z e K u l t u r b e t r e f f e n d e r K a m p f v o r l i e g e, ein Kampf, der von diesem
Standpunkte aus weiter zu führen sei".

Page 579

Vor V i r c h o w hatte jedoch Ferdinand Lassalle (1825-64) in den
"Demokratischen Studien" (Hamb. 1861, II, 505, hersg. v. L. Walesrode)
einen im Nov. 1858 geschriebenen Aufsatz "Gotthold Ephraim Lessing"
über Adolf S t a h r s "Leben Lessings" veröffentlicht, an dessen Ende er
"Kulturkampf" also anwendet:
"Die Katharsis, welche dieses Werk in jedem eines geistigen Eindrucks nur einigermassen
fähigen Gemüt hinterlassen wird, ist die, es zu erheben über die Qualen und Konflikte, die
ihm selber zustossen. Eines edlen, eines nur irgend w a h r h a f t bescheidenen Gemüts wird
sich eine edle Gleichgültigkeit bemächtigen gegen Alles, was uns selbst widerfahren kann
in einem Kulturkampf, in welchem die Grössten und Besten langsam und qualvoll
verblutet sind".
Also ist V i r c h o w nur der Urheber der besonderen Bedeutung des Wortes
"Kulturkampf", für den Kampf des Staates gegen die Macht der
katholischen Kirche.—

Diokletianische Verfolgung
ist ein Wort des Bischofs Martin von Paderborn († 1879).—

Eine Äusserung Graf Gyula (Julius) Andrassys (1823-90) gegenüber der
Delegation, dass in Berlin anlässlich der Verhandlungen über das Berliner
Memorandum nichts Bindendes in Betreff der Orientpolitik entschieden
worden sei, sondern dass die Mächte ganz einfach beschlossen hätten, sich
über ihre Haltung gegenüber den einzelnen Phasen der Orientereignisse
v o n F a l l z u F a l l zu verständigen, ist von Oppositionsblättern dahin
generalisiert worden, als hätte er im Allgemeinen die
Politik von Fall zu Fall
als den Grundsatz seiner Staatskunst ausgesprochen. Er hat später selbst
gegen die Auffassung Widerspruch erhoben.—

Vom Vornehmsten herab bis zum Künstler
entstand in der Sitzung des deutschen Reichstages vom 25. Jan. 1876, in der
Graf Frankenberg sagte, dass im Palazzo Caffarelli, der deutschen
Botschaft in Rom, "alle Gesellschaftsklassen, von den vornehmsten
Fremden bis zu den dort einheimischen Künstlern" (Unruhe und Heiterkeit
links) "ihren Centralpunkt der Geselligkeit finden". In der weiteren Debatte
griff Prof. Albert Hänel (geb. 1833) das Wort in der Form auf: "bis zu den

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Künstlern herunter", eine Deutung, der Graf Frankenberg also entgegentrat:
. . . "wenn ich es gesagt haben soll, so verwahre ich mich entschieden
dagegen, dass ich der Aristokratie der Kunst und des Geistes eine niedrigere
Stufe einräumte, als der Aristokratie des Blutes und der Geburt" (Bravo!).—

Franz Reuleaux (geb. 1829) bezeichnete als Vertreter des deutschen
Reiches auf der Weltausstellung zu Philadelphia die, in der Ausstellung
vorgeführten deutschen Massenartikel in seinen "Briefen aus Philadelphia"
(1876) mit dem Ausdrucke:
Billig und schlecht.
In der Reichstagssitzung vom 10. Mai 1879 behauptete der Abgeordnete
Z i m m e r m a n n, dass R e u l e a u x seinen Ausdruck dem kurz vorher
erschienenen Artikel des amerikanischen Blattes "the Sun" entnommen
habe, welches als Motto für die deutsche Ausstellung in Philadelphia die
Worte "ugly and cheap" (hässlich und billig) vorgeschlagen habe. Diese
Bezeichnung beruht offenbar auf dem "Cheap and nasty" "billig und
garstig", das schon Th. C a r l y l e (Collect. Works. Vol. XI, Essays vol. VI,
"Shooting Niagara". Chap. 7. August 1867) als ein "vulgar proverb" anführt
und es der "Shoddy-Wirtschaft" ins Gesicht wirft. Das Wort R e u l e a u x s
ist eine Variation auf dasselbe Thema. Reuleaux wurde wegen seines
Ausspruches vielfach angegriffen und antwortete auf die Angriffe u. A. in
der Morgennummer der "Nationalzeitung" vom 13. August 1892, wo er
erklärte, dass sein Wort nur eine epigrammatische Bedeutung hätte haben
sollen.
Schon Hans Sachs sagt in seinem, 1527 geschriebenen Spruchgedichte "Der Eygennutz":
"All's auf die Eil, wolfeil und schlecht,
Man findt weng Arbeit mehr gerecht."—

R i c h a r d Wagner (1813-83) sprach zum Publikum nach der
Aufführung der "Götterdämmerung" am 18. Aug. 1876 in Bayreuth: "Sie
haben jetzt gesehen, was w i r können; wollen S i e jetzt;—Und wenn Sie
wollen, werden wir eine Kunst haben". So citiert W a g n e r s Worte Paul
L i n d a u in seinen "Nüchternen Briefen aus Bayreuth" (1. Aufl. 1876).
Gewöhnlich wird gesagt:

Page 581

Wenn Sie eine Kunst haben wollen, so haben Sie eine.—

(Königliche Hoheit), kommen Sie 'rein in die gute Stube!
redete im Sept. 1876, als Kaiser W i l h e l m I . Leipzig besuchte, eine
Leipzigerin den ihrem Hause als Gast zugewiesenen Prinzen F r i e d r i c h
K a r l v o n P r e u s s e n an.—

Im Reichstage sagte Fürst Bismarck am 19. Febr. 1878: "Die
Vermittelung des Friedens denke ich mir nicht so, dass wir nun bei
divergierenden Ansichten den Schiedsrichter spielen und sagen: so soll es
sein, und dahinter steht die Macht des deutschen Reiches, sondern ich
denke sie mir bescheidener, ja—ohne Vergleich im übrigen stehe ich nicht
an, Ihnen etwas aus dem gemeinen Leben zu citieren—mehr die eines
ehrlichen Maklers,
der das Geschäft wirklich zustande bringen will".—
Der sogenannte arme Mann
ist ein Ausdruck, den Graf Franz von Ballestrem (geb. 1834) im Reichstage
am 5. Juli 1879 gebrauchte.—

In der Sitzung des preussischen Abgeordnetenhauses vom 12. Nov. 1879
sprach Minister Albert von Maybach (geb. 1822):
Ich glaube, dass die Börse hier als ein Giftbaum wirkt u. s. w.
Der Vergleich schädlicher Einflüsse mit denen eines Giftbaumes ist
selbstverständlich älter.—

Fürst Bismarck sagte im Reichstage am 4. März 1881: "Ich habe mit
meinem Gute Varzin früher dem Kreise Schlawe angehört. Der
Kreisausschuss befand sich unter der Leitung ganz fester politischer Gegner
von mir von der äussersten Rechten, und ich habe denn doch als Minister in
meinem Privatleben für meine amtlichen ministeriellen Sünden zu büssen

Page 582

gehabt, bis ich schliesslich sah, dass ich der schwächere war und die Flucht
ergriff! Mir war die Thür offen. Ich hatte
die Klinke zur Gesetzgebung
und bewirkte, dass ich aus dem Kreise Schlawe ausgeschieden und in den
duldsameren Rummelsburger Kreis übergeführt wurde."—

Anlässlich des Ausfeldischen Antrages, betreffend die Abänderung des
Artikels 32 der Reichsverfassung, sagte der Abgeordnete Sabor in der
Reichstagssitzung vom 17. Dez. 1884 (s. "Stenogr. Berichte" I, 435): "Der
Herr Reichskanzler will nicht, dass das Wahlrecht in dem Umfange, wie es
jetzt besteht, gelten bleibe" (Widerspruch rechts) "und wenn man ihm darin
nachgiebt, ist er bereit, in eine Verfassungs-Änderung zu willigen, ist sogar
bereit, die Diäten zu bewilligen. Das lässt tief blicken" (Heiterkeit) "in die
Maschine,—lässt einen Einblick thun in die geistige Werkstatt, in der die
soziale Reform bereitet wird" . . . Hieraus stammt die übliche erheiternde
Redensart:
Das lässt tief blicken, sagt Sabor.
Natürlich ist die Redensart: "Das lässt tief blicken" weit älter. Erst mit dem
scherzhaften Zusatz "sagt Sabor" ist das Wort ein geflügeltes.—

Gegen Ende seiner Reichstagsrede, am 6. Februar 1888, über das
Bündnis Deutschlands und Österreich-Ungarns vom 7. Oktober 1879 sagte
Fürst Bismarck mit Bezug auf Russlands drohende Haltung: "Wir können
durch Liebe und Wohlwollen leicht bestochen werden—vielleicht zu leicht
—aber durch Drohungen ganz gewiss nicht! Wir Deutschen fürchten Gott,
aber sonst Nichts in der Welt, und die Gottesfurcht ist es schon, die uns den
Frieden lieben und ehren lässt". Alsbald wurden die demütig-stolzen Worte
dieser Warnrede Bismarcks:
"Wir Deutschen fürchten Gott, aber sonst Nichts in der Welt!"
über den Erdball verbreitet und fort und fort citiert. Und so stehen sie denn
hier als Schlussstein des deutschen Citatenschatzes und zugleich in
dankbarer Erinnerung an den gottbegnadeten Schöpfer geflügelter Worte.

Page 583

Schon bei L i v i u s (32, 32, 14) sagt König Philipp von Macedonien: "neminem equidem
timeo praeter deos immortales" ("ich fürchte Niemand ausser den unsterblichen Göttern").
In K o n r a d v o n W ü r z b u r g s ( † 1287) Gedicht "Dër Wërlte lôn" (S. 7, her. v. Fr.
Roth 1843) spricht die Frau Welt zum Ritter Wirent von Grafenberg: "Ich entfürhte nieman
âne got, der ist gewaltic über mich." So lässt auch R a c i n e (1691) in seiner "Athalie" (1,
1) den Hohenpriester Joas zum Feldhauptmann Abner sprechen: "Je crains Dieu, cher
Abner et n'ai point d'autre crainte". Mit Auslassung der Anrede setzte C h o d o w i e c k i
diese Worte unter seinen berühmten Stich "Der Abschied des Jean Calas". Dann sagt E. M.
A r n d t in dem Gedichte "Die alten und die neuen Teutschen" ("Lieder für Teutsche im
Jahr der Freiheit 1813" S. 76) von unsern Vätern: "Sie fürchteten Gott und Nichts weiter".

Page 584

Namen-Verzeichnis der Urheber "Geflügelter
Worte".
Accius 371.
Aeschylus 340.
Aesop 331.
Alberus, Erasmus 130.
Alcäus 329.
Alkmann 328.
Allainval, d' 277.
Amos 51.
Andrassy, Graf 558.
Andrieux 284.
Angely 243.
Anseaume 282.
Antigonus I. Gonatas 452.
Apelles 450.
Appius Claudius 365.
Aquaviva 434.
Arbuthnot 302.
Archimedes 451.
Arena, Antonius de 313.
Argens, d' 480.
Argenson, d' 480.
Argental, d' 479.
Ariost 313.
Aristophanes 348.
Aristoteles 353.
Arndt, E. M. 227.

Page 585

Arnim-Boytzenburg, Graf Adolph Heinrich 539.
Arria 460.
Artois, Graf von (Karl X.) 491.
Augustinus 429.
Augustus, Kaiser 459.
Aulus Gellius 428.

Bacon, Franc. 291.
Bäuerle 240.
Balbo, Cesare 468.
Ballestrem, Graf 561.
Ballhorn 128.
Barère 485.
Bartsch, M. Ph. Friedr. 222.
Bartsch, Julius 544.
Baruch 57.
Bassermann, Friedr. Dan. 542.
Baumgarten 139.
Bayly, T. H. 310.
Beauvais, Abbé de 482.
Beck, Karl 261.
Becker, Nikolaus 256.
Beckerath, v., Abgeordn. 537.
Benzenberg 233.
Bergmann, Jos. Ritter v. 538.
Bertuch, Justin 156.
Beugnot 491.
Bias 335.
Bion, der Philosoph 359.
Bismarck, Fürst 544. 549. 552. 556. 561. 562.
Blücher, Fürst 528.

Page 586

Blum, Karl 243.
Blumauer 189.
Börne, Ludwig 240.
Boëtius 430.
Boileau 276.
Bois-Reymond, Emil du 556.
Bonaparte s. Napoléon
Bonifacius VIII. 432.
Borgia, Cesare 465.
Boscawen, Admiral 502.
Boulanger 481.
Brachmann, Luise 232.
Brant, Sebastian 120.
Brennus 454.
Brentano, Clemens 233.
Brillat-Savarin 283.
Bruno, Griordano 313.
Büchmann, Greorg 551.
Bürger 156.
Büsching 144.
Buffon 281.
Bulwer 310.
Bunyan 302.
Burmann, Gottlob Wilh. 152.
Burns, Robert 317.
Busch, Wilhelm 265.
Busenbaum, Jesuit 440.
Byron 308.

Caesar, Julius 381. 457.
Calderon 316.

Page 587

Cammarano, Salvatore 314.
Campbell, Thomas 308.
Campe, Joach. Heinr. 155.
Camphausen, Wilhelm 261.
Cassius, L. 375.
Castelli 237.
Catalani, Angelika 467.
Cato der Ältere 456.
Cavour 468.
Celsus, der Jüngere 428.
Cervantes 315.
Chamfort 482.
Chamisso, Adalb. v. 237.
Charron 271.
Chateaubriand 285.
Chilon 330.
Choerilos 346.
Chronika 27.
Cicero 372.
Claudius, Appius 365.
Claudius, Matthias 153.
Clauren, H. 229.
Claus, Hofnarr 510.
Cogniard 288.
Coke, Sir E. 290.
Collin d'Harleville 283.
Cooper 310.
Corneille 272.
Correggio 465.
Cousin, Victor 497.
Cowper, William 307.

Page 588

Dahlmann, Friedr. Christoph 540.
Daniel 50.
Dante 312.
Daponte 313.
Darwin 311.
Delavigne 287.
Demiscianus 467.
Demosthenes 445.
Desbarreaux 477.
Descartes 272.
Destouches 277.
Detmold, Joh. Herm. 256.
Diogenes d. Cyniker 352. 445.
Dionys der Ältere 444.
Dionys der Jüngere 448.
Du Deffand, Mdme 479.
Dumas der Jüngere 289.
Dupin der Ältere 496.
Duval, Alexandre 286.

Ebräerbrief 90.
Eichendorff, v. 244.
Eike von Repkow 119.
Empedokles 344.
Ennius 367.
Epicharmus 345.
Epiktet 360.
Epimenides 331.
Esra 27.
Esther 28.
Étienne 286.

Page 589

Euklid 359.
Euripides 344.

Farinacius, Prosper 435.
Ferdinand I. 513.
Ferdinand V. von Spanien 469.
Feuchtersleben, E. v. 255.
Feuerbach, Ludwig 253.
Fischart, Joh. 132.
Flaccus, Verrius 413.
Förster, Karl 239.
Fouché 487.
Fouqué, de la Motte 232.
Frankenberg, Graf 559.
Frankfurter, Philipp 122.
Franklin, Benjamin 305. 500.
Franz I. v. Frankreich 472.
Franzos, Karl Emil 266.
Freidank 118.
Freiligrath 257.
Freystadt, M. 264.
Freytag, Gustav 260.
Friedrich der Grosse 517.
Friedrich Wilhelm I. 516.
Friedrich Wilhelm III. 527.
Friedrich Wilhelm IV. 534.
Fulda 218.

Gavarni, Paul 287.
Geibel, Em. 260.

Page 590

Gellert 139.
Gellius, A. 428.
Gentz, Friedrich v. 528.
Gerhardt, Paul 134.
Gioberti 468.
Glasbrenner 257.
Gleim 143.
Goethe 159. 530.
Goldsmith 306.
Gottfried von Strassburg 119.
Grégoire, Bischof 484.
Grillparzer 245.
Gualtier, Philippe 432.
Guizot 497.
Gutzkow, Karl 259.

Haase, Lieutenant 546.
Hänel, Albert 559.
Hagedorn, Frdr. v. 138.
Haggai 52.
Hahn-Hahn, Gräfin Ida 255.
Halévy, Léon 287.
Halévy, Ludovic 289.
Haller, Albrecht von 138.
Halm 255.
Hansemann, David, Abgeordn. 537.
Harsdörffer 135.
Hauff 251.
Hebel 219.
Hegel 228.
Heine 247.

Page 591

Heinrich IV. v. Frankreich 474.
Heinrich LXXII. Fürst Reuss 536.
Helmont, van 133.
Hénault, 304.
Henckell, Karl 267.
Heraklit 342. 443.
Herbort 118.
Herder 153.
Herodot 344.
Herwegh, Georg 261.
Hesekiel 49.
Hesiod 327.
Hessen, Erbprinz von 515.
Hiob 28.
Hippokrates 347.
Historie von der Susanne und Daniel 59.
Hobbes 439.
Hoelderlin 229.
Hoelty 159.
Hoffmann-Donner, Heinr. 256.
Hoffmann v. Fallersleben 246.
Hogarten 266.
Holberg 268.
Holtei, Karl v. 246.
Homer 320.
Horaz 392.
Hosea 50.
Huber, F. X. 222.
Huber, L. F. 225.
Hugo, Hermann 438.
Huss, Johann 509.

Page 592

Hütten, Ulrich v. 127.
Hylacomylus 122.

Irving, Washington 309.

Jacoby, Johann 541.
Jahn, F. L. 234.
Jakobus 91.
Jean Paul 223.
Jeremias 46. 48.
Jesaias 42.
Jesus Sirach 54.
Joël 50.
Johann Friedrich der Grossmütige, Kurfürst v. Sachsen 512.
Johannes, Evangelist 78.
Johannes, Epist. 90.
Johannes, Offenbarung 91.
Johnson, Samuel 305.
Jona 51.
Jonson, Ben 301.
Jordan, Canaille 285.
Joseph II. 523.
Josephus Flavius 360.
Josua 20.
Judith 52.
Julianus, Kaiser 362.
Julius Caesar 381. 457.
Julius III., Papst 466.
Jung, Georg, Abgeordn. 539.
Juvenal 423.

Page 593

Kalisch, David 262.
Kant 145.
Karl VIII. 472.
Karl X. (Graf v. Artois) 491.
Karl Albert 468.
Kaufmann, Christoph 188.
Kaunitz 524.
Kell, Julius 242.
Kind, Friedrich 226.
Klopstock 144.
Könige, Buch der 26.
Körner, Theodor 245.
Konrad III. 507.
Kortum 155.
Kotzebue 220.
Krawani 552.

La Fontaine 273.
Lami, Heinrich 241.
Langbein 190.
Langhansen 185.
Langland, W. 433.
Lassalle, Ferdinand 558.
Layard, A. H. 505.
Leboeuf 500.
Legouvé 287.
Leibniz 515.
Lenau 251.
Leo, Heinrich 545.
Lessing, Gotthold Ephraim 147.
Lichtenberg 153.

Page 594

Lichtwer 142.
Ligne, Fürst de 528.
Livius 406.
Logau, von 133.
Lortzing 252.
Lothar I., Kaiser 506.
Lotichius, Peter 437.
Lucanus 419.
Lucian 361.
Lucilius 371.
Lucrez 381.
Lucullus 457.
Ludwig, Joh. 234.
Ludwig XI. 471.
Ludwig XIV. 475.
Ludwig XVIII. 494.
Ludwig Philipp 496.
Lützow, Major von 526.
Lukas, Evang. 73. 80.
Luther, Dr. Martin 122. 512.

Mac Mahon 498.
Maccabäer 58.
Mahlmann, August 229.
Maleachi 52.
Manilius 412.
Manteuffel, Freiherr von 542.
Marcellinus 177.
Markus, Evang. 71.
Marmontel 282.
Marot 271.

Page 595

Martial 420.
Martin, Bischof 558.
Martin IV., Papst 462.
Masaidek 262.
Mathy, Karl 540.
Matthäus, Evangel. 59.
Matthias, Oberbaurat 530.
Maupertuis 481.
Maury, Abbé 483.
Maximilian I., Kaiser 510.
Maybach, Minister 561.
Medius 449.
Meidinger 523.
Meilhac, H. 289.
Meldenius, Rupertus 439.
Menander 357.
Mercator, Gerhard 131.
Merckel, v. 263.
Metternich, Fürst 537.
Micha 51.
Miller, Joh. Mart. 184.
Mirabeau 484.
Mörike, Eduard 253.
Molière 273.
Montausier, Herzog von 477.
Montesquieu 278.
Moore, Thomas 308.
More, Henry 301.
Morus, Thomas 290.
Moser, Fr. K. v. 144.
Moser, G. v. 264.

Page 596

Moses 3.
Müllner 232.
Münch-Bellinghausen, v. 255.
Musculus, Andreas 131.

Napoléon I.
(Code) 286.
(Gener. Bonaparte) 486.
(Kaiser) 489.
Napoléon III. 498. 499.
Nehemia 28.
Nelson 504.
Neratius Priscus 428.
Nestroy 251.
Neumeister, Erdmann 136.
Nolant de Fatouville 277.
Novalis 230.

O'Connell 504.
Oppenheim, H. B. 556.
Orléans, Herzog Philipp von 478.
Overbeck, Chr. Ad. 189.
Ovid 407.

Paesiello oder Paisiello 314.
Palafox 470.
Panat, de 486.
Pareto 468.
Parny, Evariste de 282.
Pascal 276.

Page 597

Paulus, Apostel 81.
Paulus Diaconus 431.
Perinet, Joachim 226.
Persius 417.
Peschel, Oskar Ferd. 552.
Petronius Arbiter 420.
Petrus, Apostel 89.
Petrus Lombardus 432.
Pfeffel 152.
Pfordten, Minister v. d. 547.
Phaedrus 415.
Philo Judaeus 359.
Pico, Graf von Mirandola 434.
Pinarius Rufus, M. 380.
Pindar 341.
Planché, James Robinson 310.
Platen, Graf 246.
Plato 350.
Plautus 365.
Plinius der Ältere 417.
Plinius der Jüngere 427.
Plotin 362.
Plutarch 360.
Pocci, Franz Graf 255.
Podbielski, General v. 555.
Pompadour, Marquise von 481.
Pope 303.
Popowitsch 139.
Poysel, J. Albert 513.
Proclus 363.
Properz 407.

Page 598

Proudhon 288.
Psalmen 32.
Publilius Syrus 382.
Pyrrhus, König 452.
Pythagoras 338.
Pytheas 356.

Quintilian 418.

Rabelais 270.
Räder, Gustav 258.
Raimund 244.
Ramler 145.
Raumer, G. W. v. 537.
Raupach 240.
Rechberg, Graf v., Minister 548.
Reger, Salomon 253.
Reitzenstein, v. 184.
Reuleaux, Franz 559.
Reuter, Christian 136.
Reuter, Fritz 259.
Richardson 304.
Richter, Buch der 21.
Richter (Jean Paul) 223.
Rist, Joh. 135.
Robert, Ludwig 235.
Rodigast, Samuel 136.
Romieu, M. A. 289.
Roon, v., Kriegsminister 548.
Rosen 265.

Page 599

Rotrou, Jean 272.
Rotteck 530.
Rougemont, Journalist 493.
Rouget de Lisle 284.
Rouher 499.
Rückert 244.
Rüdiger von Hünchhover 119.
Rüthling 253.

Sabor, Abgeordneter 562.
Sacharja 52.
Salingré, Hermann 265.
Salis-Seewis, v. 221.
Sallust 382.
Salomo 37. 41. 42. 52.
Salvandy 495.
Samuel 23.
Sartine 480.
Scheffel, Jos. Vict. v. 264.
Schenkendorf, Max v. 238.
Scherr, Johannes 260.
Schidone 436.
Schikaneder 185.
Schill, Ferdinand v. 525.
Schiller 192.
Schlegel, Friedrich v. 229.
Schleiermacher 227.
Schleinitz, Alex, v., Minister 548.
Schlözer, Ludw. v. 152.
Schmied von Ruhla 508.
Schmidt-Werneuchen 225.

Page 600

Schneckenburger, Max 262.
Schneider, Louis 254.
Schopenhauer 243.
Schulenburg-Kehnert, Graf v. d. 524.
Schumacher, B. G. 189.
Schwerin, Graf v. 550.
Scipio 455.
Scribe 287.
Seneca, der Jüngere 413.
Seume 222.
Sextus Empiricus 361.
Shakespeare 292.
Sheridan 307.
Sidney, Sir Philip 290.
Sieyès 484.
Simonides von Keos 336.
Smith, E. P. 505.
Sokrates 330. 347.
Solon 330. 442.
Sommer, Joh. 133.
Sophokles 342.
Spinoza 441.
St. Just 286.
Stael, Mdme de 284.
Stahl, Friedrich Julius 543.
Stettenheim, Julius 265.
Stilpon 336.
Stockmann, Aug. Cornel 186.
Stolberg, Fr. L. Graf zu 184.
Strass, H. F. H. 253.
Strauss, David Friedr. 256.

Page 601

Streckfuss, Karl 235.
Sturm, Nicolaus 219.
Sue, Eug. 288.
Süvern 525.
Swift 302.
Syrus, Publilius 382.

Tacitus 426.
Talleyrand 487.
Taubmann 435.
Terentianus Maurus 429.
Terenz 367.
Tertullian 428.
Tetzel, Joh. 511.
Thales 330.
Themistokles 443.
Theognis 339.
Theophrast 356.
Thiersch, J. B. 246.
Thucydides 348.
Thümmel, Hans Ad. v. 252.
Tibull 407.
Tieck 230.
Tiedge 187.
Titus, Kaiser 461.
Tobias 52.
Treitschke, Heinrich v. 555.
Tribonian 431.
Tully, Thomas 302.
Turgenjew, Iwan 318.

Page 602

Ueltzen, Wilhelm 192.
Uhland, Ludw. 242. 538.
Ulpian 429.
Unruh, Hans Victor v. 541.
Urfé, d' 272.
Usteri 225.

Valerius Maximus 416.
Variscus, Joh. Olorinus 133.
Varro 371.
Vegetius 430.
Vergil 383.
Verrius Flaccus 413.
Vespasian 461.
Victor Emanuel II. 468.
Villon, F. 270.
Vincent de Gournay 478.
Virchow, Rudolph 557.
Voigt, Friedrich 228.
Voltaire 278.
Voss, Joh. Heinr. 186.
Vrîdanc 118.
Vulpius, Chr. Aug. 221.

Wagner, Richard 259. 560.
Waldis, Burchard 129.
Waldseemüller, Martin 122.
Wallis, Graf 526.
Walpole, Sir Robert 504.
Wantrup 265.

Page 603

Weisse, Chr. Felix 147.
Werner, Zacharias 529.
Wieland 150.
Wienbarg, Ludolf 251.
Wilhelm der Grosse, Kaiser 546. 552.
Wilke, Andreas 228.
Wircker, Erdmann 137.
Wolff, Pius Alex. 239.
Wordsworth 308.
Wyss d.J. 237.

Xanthippe 444.

Zamoiski 470.
Zeno 358.
Zephanja 51.
Zesen, Philipp v. 135.

Page 604

Register.
(In den früheren Auflagen des Buches wurden im Register die neu
hinzugekommenen geflügelten Worte mit einem * und die Zusätze und
Verbesserungen mit einem + bezeichnet. Diese Einrichtung, welche nur
dem unlauteren Wettbewerb nützte, kommt von nun an in Fortfall, damit
den zahlreichen Plagiatoren des "Büchmann", die "glücklich von andern
Gefund'nes fröhlich erkannt und geschätzt" haben, die Entwendung der
neuen Erwerbungen und Verbesserungen nicht mehr so leicht, wie bisher
gemacht wird.)

1. Deutsche Sprache.

A und O 91
Aas (Wo ein) ist, da sammeln sich die Adler 32
Abbrennen (Dreimal Umziehen ist so schlimm wie einmal) 305
Abdera, Abderiten 361
Abend (Es ist noch nicht aller Tage) 406
Abends (Eines) spöte u. s. w. 143
Abends (Tages Arbeit!) Gäste! 172
Aber das denkt wie ein Seifensieder 205
Aber (Das Wenn und das) 158
Aber die Pentameter sind doch noch excellenter 218
Aber fragt mich nur nicht wie? 247
Abgegeben (Hab' mich nie mit Kleinigkeiten) 192
Abgeguckt (Das habt ihr ihm glücklich) 204
Abgelaufen (Deine Uhr ist) 217
Abgemacht, Sela! 93

Page 605

Abglanz (Am farbigen) haben wir das Leben 183
Abkapiteln 506
Abraham (Er hat schon Vater) gesehen 79
Abrahams Schoss 75
Abrede (Das ist wider die)! 149
Absalom (O mein Sohn) 26
Absicht (Man merkt die) und man wird verstimmt 165
Absolut (Und der König), wenn er unsern Willen thut 238
Absurd (Wenn sich der Most auch ganz) geberdet u. s. w. 183
Abwesend (Rühmlichst) 537
Abwesenheit (Durch seine) glänzen 426
Abziehen (Seine Hand) von Einem 16
Ach, armer Yorik! 294
Ach, der ist bald allein! 171
Ach, es war nicht meine Wahl! 213
Ach, sie haben einen guten Mann begraben u. s. w. 153
Ach, (Und was soll das) und Weh? 237
Ach, was haben die Herrn doch für ein kurzes Gedärm 201
Ach, wenn du wärst mein eigen! 254
Ach, wie bald schwindet Schönheit und Gestalt! 251
Ach, wie ist's möglich dann, dass ich dich lassen kann 146
Achates (Der getreue) 389
Achillesferse 113
Adam (Der alte) 81
Adam Riese 512
Adler (Glaubst du dieser) sei dir geschenkt? 226
Adler (Wo ein Aas ist, da sammeln sich die) 32
Admet (Noch lebt) 152
Adonis 109
Adria (Frei bis zur) 498
Ägyptens (Die Fleischtöpfe) 12

Page 606

Ägyptische Finsternis 11
Ändert (Es) sich die Zeit 217
Äonen (Es kann die Spur von meinen Erdetagen nicht in)
untergehn 183
Äpfel (Güldene) in silbernen Schalen 40
Ärgernis (Den Juden ein) und den Griechen eine Thorheit 83
Ästhetik 139
Affenartige Beweglichkeit 552
Affenmässige Geschwindigkeit 552
Ahnungsvoller Engel 170
Alexander, mein Gatte u. s. w. 310
Alexander (Wenn ich nicht) wäre, so u. s. w. 449
Alle, Alle kamen 229
Alle (Mich fliehen) Freuden 314
Alle Jubeljahr' mal 15
Alle Schuld rächt sich auf Erden 171
Alle Wasser laufen ins Meer 41
Alle (Wenn) untreu werden u. s. w. 230
Alle Wohlgerüche Arabiens 299
Alledem (Trotz) und Alledem! 307
Allein der Vortrag macht des Redners Glück 167
Allein (Es ist nicht gut, dass der Mensch) sei 3
Allein mir fehlt der Glaube 174
Allein sie haben schrecklich viel gelesen 174
Allein (Wer sich der Einsamkeit ergiebt, ach, der ist bald) 171
Alleine (Einsam bin ich nicht) 239. 456
Allemal derjenige welcher 243
Allen (Er, der herrlichste von) 238
Aller Augen warten auf dich, und du giebst ihnen ihre Speise 37
Aller Deutschen Edelstein 524
Aller (Krieg) gegen Alle 352

Page 607

Aller (Noch ist nicht) Tage Abend 406
Allerlei Volk 80
Allerwärts (Untröstlich ist's noch) 243
Alles Bösen Eckstein u. s. w. 524
Alles (Dem Reinen ist) rein 89
Alles freudig an die Ehre setzen 212
Alles Guten Grundstein 524
Alles hat seine Zeit 41
Alles in der Welt lässt sich ertragen u. s. w. 180
Alles ist Dressur 176
Alles ist eitel 41
Alles ist verloren, nur die Ehre nicht! 473
Alles muss verrungeniert werden 262
Alles (Nun muss sich Alles,) wenden 242
Alles (Prüfet) und behaltet das Beste 88
Alles schon dagewesen 259
Alles was aus der Erde kommt, muss wieder zu Erde werden 4
Alles was ist, ist vernünftig 228
Alles wissen und gar nichts können 234
Alles (Wo) liebt, kann Karl allein nicht hassen 197
Alles zu seiner Zeit 41
Alles zum Besten kehren 123
Allgemeines Schütteln des Kopfes 155
Allmächtige (Der) Dollar 309
Allwissend bin ich nicht, doch viel ist mir bewusst 176
Allzu straff gespannt, zerspringt der Bogen 217
Allzumal (Wir sind Sünder) 81
Alpha und Omega 91
Als der Grossvater die Grossmutter nahm 191
Als dienendes Glied schliess' an ein Ganzes dich an! 201
Als wie der Doktor Luther 168

Page 608

Als wie fünfhundert Säuen 169
Alserbach (Die Wacht am) 262
Also, dass sie keine Entschuldigung haben 81
Alt (Schier dreissig Jahre bist du), u. s. w. 247
Alte (Das) stürzt, es ändert sich die Zeit 217
Alte (Es ist eine) Geschichte u. s. w. 248
Alte Garde 493
Alten (Der) Wunde unnennbar schmerzliches Gefühl 386
Alten (Ein Märchen aus) Zeiten 248
Alten (Von Zeit zu Zeit seh' ich den) gern 174
Alter Adam 81
Alter (Das) des Psalmisten 35
Alter (Gott grüss' Euch)! Schmeckt das Pfeifchen? 152
Alter Sauerteig 84
Alter Schwede 514
Alter (Zunehmen an) und Weisheit 73
Am besten ist's auch hier, wenn ihr nur Einen hört u. s. w. 168
Am Ende muss sie untergeh'n 244
Am farbigen Abglanz haben wir das Leben 183
Am Glauben Schiffbruch erleiden 89
Am Golde hängt doch Alles 169
Am Kreuze bereuen 205
Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre Reben! 153

Page 609

Am sausenden Webstuhl der Zeit 167
Ambrosia 98
Amen (Gott helfe mir!) 512
Amen (Ja und) zu Etwas sagen 19
Amerika 122
Amerika, du hast es besser! 182
Amme (Die Gewohnheit nennt er seine) 210
Amphitryon 273
Amt (Ich hab' hier bloss ein) und keine Meinung 210
Amtes (Was deines) nicht ist, da lass deinen Vorwitz 54
An Alter und Weisheit zunehmen 73
An der Quelle sass der Knabe 214
An der schönen blauen Donau 261
An der Spitze der Civilisation marschieren 497
An einem Kaiserwort soll man nicht drehn noch deuteln 507
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen 64
An seine Brust schlagen 76
Anbetung des goldenen Kalbes 13
Anblick (Ernst ist der) der Notwendigkeit 210
Ander (Rrr! ein) Bild! 257
Andere (Die) Partei hören 447
Anders als sonst in Menschenköpfen u. s. w. 200
Anders (Ein) denkendes Geschlecht 216
Anders (Wie) wirkt dies Zeichen auf mich ein 167
Andre (Einer wie der) 83
Anfang (Der) vom Ende 297
Angeborne Farbe der Entschliessung 293
Angefangen (Der Karnickel hat) 241
Angekränkelt (Von des Gedankens Blässe) 293
Angemäs't (Hatte sich ein Ränzlein) 168
Angenehme (Das) mit dem Nützlichen verbinden 405

Page 610

Angenehme Temperatur 548
Angeschrieben (Gut oder schlecht) sein 88
Angesicht (Sein) leuchten lassen über jemandem 15
Angesicht (Von) zu Angesicht 13
Angesichts (Im Schweisse deines) sollst du dein Brot essen 4
Angst und bange machen 48
Angst und bange werden 48
Ans Vaterland, ans teure, schliess dich an u. s. w. 216
Ansehn (Ohne) der Person 17
Anstand (Mit dem), den er hatte 202
Anstosses (Der Stein des) 42
Antaeus 109
Antichrist 90
Antipathie (Du hast nun die)! 170
Antwort (Über diese) des Kandidaten Jobses u. s. w. 155
Antwort (Und bitten um) 58
Antwort (Und ein Narr wartet auf) 249
Anvertrautes Pfund 76
Anziehen (Einen neuen Menschen) 87
Apella (Das glaube der Jude)! 398
Apfel der Zwietracht 96
Apotheker (O wackrer)! Dein Trank wirkt schnell 299
Apell (Ein) an die Furcht findet kein Echo in deutschen Herzen 553
Arabiens Wohlgerüche 299
Aranjuez (Die schönen Tage in) sind nun zu Ende 196
Arbeit (Dann fliesst die) munter fort 208
Arbeit macht das Leben süss 153
Arbeit (Saure) 42
Arbeit schändet nicht 328
Arbeit (So eine) wird eigentlich nie fertig 162
Arbeit (So viel) um ein Leichentuch! 246

Page 611

Arbeit (Tages), Abends Gäste! 172
Arbeit (Wenn gute Reden sie begleiten, dann fliesst die) u. s. w. 208
Arbeiten (Wer nicht) will, der soll auch nicht essen 89
Arbeiter (Ein) ist seines Lohnes wert 73
Arbeiter im Weinberg 67
Architektur (Die) ist die erstarrte Musik 337
Argen (Die Welt liegt im) 90
Argusaugen 105
Ariadnefaden 111
Aristarch 454
Arkadien (Auch ich war in) 196. 436
Arm an Geist 60
Arm in Arm mit dir u. s. w. 199
Arm wie Hiob 28
Arm wie Lazarus 75
Arme (Das) Herz, hienieden u. s. w. 221
Arme (Das) Menschenherz muss stückweis brechen 261
Arme (Der sogenannte) Mann 561
Armee (Ich fühle eine) in meiner Faust 192
Armeen (Kann ich) aus der Erde stampfen? 212
Armen (O weh mir), Korydon! 156
Armen (Wer sich des) erbarmet, der leihet dem Herrn 40
Armenvater 30
Armer Korydon 156
Armer (Was willst du) Teufel geben? 176
Armer Yorick! 294
Art (Dies ist die) mit Hexen umzugehen 169
Art (Nichts halb zu thun, ist edler Geister) 152
Arznei, nicht Gift 149
Arzt, hilf dir selber! 56
Arztes (Die Gesunden bedürfen des) nicht u. s. w. 64

Page 612

Asche (In Sack und) trauern 28
Asche (Staub und) 30
Asche (Wie ein Phönix aus der) erstehen 113
Aschenbrödel, Aschenputtel 114
Athen (Eulen nach) tragen 349
Atlas 131
Auch Du, mein Brutus? 458
Auch eine schöne Gegend! 257
Auch Einer von Denen 71
Auch ich war in Arkadien geboren 196. 436
Auch Patroklus ist gestorben und war mehr als du 194. 323
Auf besagten Hammel zurückzukommen 420
Auf dass mein Haus voll werde 74
Auf deinem Grabstein wird man lesen u. s. w. 181
Auf dem Dache sitzt ein Greis u. s. w. 258
Auf dem Posten sein 521
Auf den Bergen ist Freiheit! 214
Auf den besagten Hammel zurückkommen 420
Auf den breitesten Grundlagen 535
Auf den Brettern, die die Welt bedeuten 213
Auf den Dächern predigen 65
Auf den Sand bauen (Sein Haus) 64
Auf den Zinnen der Partei stehen 181
Auf denn—nach Valencia! 155
Auf der Bank der Spötter sitzen 32
Auf der Goldwage abgewogene Worte 56
Auf der grossen Retirade 239
Auf der Menschheit Höhen wohnen 212
Auf des Meisters Worte schwören 168
Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen 218
Auf einem faulen (fahlen) Pferde ertappt 92

Page 613

Auf einem Prinzip herumreiten 536
Auf einem Vulkan tanzen 496
Auf einer höhern Warte stehen 181
Auf Flügeln des Gesanges 248
Auf frischer That ertappt 431
Auf Händen tragen 35
Auf Jemanden den ersten Stein werfen 78
Auf Jemandes Haupt feurige Kohlen sammeln 40
Auf keinen grünen Zweig kommen 29
Auf, nach Kreta! 289
Auf, nach Valencia! 155
Auf seinem Bette weinend sitzen 171
Auf seinen Schein stehen 298
Auf's Innigste zu wünschen 293
Aufeinanderplatzen 122
Aufgeben (Seinen Geist) 49
Aufgeblasen 416
Aufgeblasener Frosch 416
Aufgeblasener Mensch 416
Aufgehoben (Besorgt und) 203
Aufgenommen (Wird man wo gut), muss man nicht gleich
wiederkommen 239
Aufgewärmter Kohl 424
Aufkläricht 545
Aufstehen (Früh) 57
Aufthun (Seine milde Hand) 18
Augapfel (Wie seinen) behüten 20
Aug' (Des Dichters) in schönem Wahnsinn rollend 297
Auge (Das) des Gesetzes wacht 209
Auge (Das) des Herrn 355
Auge (Das) sieht den Himmel offen 208

Page 614

Auge (Dorn im) 17
Auge um Auge, Zahn um Zahn 12
Auge (War' nicht das) sonnenhaft u. s. w. 362
Augen (Aller) warten auf Dich u. s. w. 37
Augen (Aus den), aus dem Sinn 407
Augen (Es fällt Einem wie Schuppen von den) 81
Augen (Gnade vor Jemandes) finden 7
Augen haben und nicht sehen 37
Augen (Mit sehenden) nicht sehen 66
Augen (Sich die) ausweinen 48
Augenblick (Doch der den) ergreift, das ist der rechte Mann 168
Augenblick (Ein einz'ger) kann alles umgestalten 152
Augenblick (Ein) gelebt im Paradiese u. s. w. 197
Augenblick (Was glänzt ist für den) geboren u. s. w. 174
Augenblicke (Es giebt im Menschenleben) u. s. w. 210
Augendienerei 88
Augiasstall 110
Auguren, die sich gegenseitig verlachen 456
Aus dem Strom der Vergessenheit trinken 102
Aus dem Tempel jagen 78
Aus den Augen, aus dem Sinn 407
Aus der Asche erstehen wie ein Phönix 113
Aus der Erde stampfen (Armeen) 212
Aus der Scylla in die Charybdis gerathen 433
Aus einem Punkte zu kurieren 168
Aus einem Saulus ein Paulus werden 80
Aus Gemeinem ist der Mensch gemacht u. s. w. 210
Aus Häckerling Gold machen 158
Aus Nichts hat Gott die Welt erschaffen 58
Aus Nichts wird Nichts 381
Aus seinem Herzen eine Mördergrube machen 46

Page 615

Ausbrüten (Basiliskeneier) 45
Auseinandergehn (Wenn Menschen) u. s. w. 255
Auserwählt (Wenige sind) 68
Auserwählte (Das) Volk 36
Auserwähltes (Ein) Rüstzeug 80
Ausessen, was man sich eingebrockt hat 371
Ausgegangen (Sie sind von uns), aber u. s. w. 90
Ausgehen, um die Töchter des Landes zu besehen 9
Ausgelitten hast du, ausgerungen 184
Ausgenommen (Den Bürgermeister) 228
Ausgesonnen (Wohl), Pater Lamormain! 209
Ausgestand'nen (Nach Kreuz und) Leiden 219
Ausgiessen (Die Schale des Zorns) 93
Ausharret (Wer), wird gekrönt 154
Auslegen (Im) seid frisch und munter u. s. w. 182
Ausposaune 61
Ausschütten (Sein Herz) 23
Austerlitz (Die Sonne von) 489
Austreiben (Den Teufel durch Beelzebub) 65
Ausweinen (Sich die Augen) 48
Ausziehen (Den alten Adam) 81
Autorität, nicht Majorität! 543
Avon (Der süsse Schwan vom) 301
Axt (Die) an die Wurzel legen 59
Axt (Die) im Haus erspart den Zimmermann 217

Babel 48
Babylonische Verwirrung 7
Baedeker 531
Bändigt (Was uns Alle), das Gemeine 174
Bäumen (Den Wald vor) nicht sehen 150

Page 616

Bald (Was du thust, das thue)! 79
Bald (Wie) schwindet Schönheit und Gestalt! 251
Balde (Warte nur), ruhest du auch! 162
Ballhorn, ballhornisieren 128
Bange (Angst und) machen 48
Bange (Angst und) werden 48
Bangen (Langen und) in schwebender Pein 163
Bangewerden bei seiner Gottähnlichkeit 168
Bank (Auf der) der Spötter sitzen 32
Bank (Auf dieser) von Stein will ich mich setzen 218
Barmherziger Samariter 73
Barmherzigkeit (Ohne Gnade und) 47
Bart (Gehe nach Jerichow und lass dir den) wachsen 25
Basiliskenblick 417
Basiliskeneier ausbrüten 45
Bassermannsche Gestalten 542
Basses (Des) Grundgewalt 168
Bauch (Ein fauler) 331
Baucis 112
Bauen (Hütten) 67
Bauen (Sein Haus auf den Sand) 64
Bauer (Ja) das ist ganz was Anders! 145
Bauer (Jeder) soll Sonntags sein Huhn u. s. w. 474
Baukunst (Die) ist eine erstarrte Musik 337
Baum (Grün ist des Lebens goldner) 168
Baum (Vom) der Erkenntnis essen 3
Becher (Wenn auch der) überschäumt 199
Bedenke das Ende! 55
Bedenkt (Wer gar zu viel), wird wenig leisten 217
Bedeuten (Die Bretter, die die Welt) 213
Bedeuten (Ich weiss nicht, was soll es) 248

Page 617

Bedeutung (In des Wortes verwegenster) 199
Beelzebub (Den Teufel durch) austreiben 65
Beförderter Rückschritt 544
Befrei'n (Wenn sich die Völker selbst) u. s. w. 209
Begehr' (Den Dank, Dame,) ich nicht 202
Begehrt (Die Sterne, die) man nicht 173
Begeistrung ist keine Häringsware u. s. w. 165
Begleiten (Wenn gute Reden sie) u. s. w. 208
Begraben (Ach, sie haben einen guten Mann) 153
Begraben (Lass die Toten ihre Toten) 64
Begräbnis (Ein ehrliches) 8
Begriff (Des Lebens Unverstand mit Wehmut zu geniessen, ist Tugend
und) 251
Begriff (Ein geographischer) 537
Begriffe (Denn eben wo) fehlen, da u. s. w. 168
Behagen (Mich ergreift, ich weiss nicht wie, himmlisches) 173
Behagen (Mit wenig Witz und viel) 168
Behalt, was du hast 8
Behaltet das Beste! 88
Behandelt jeden nach Verdienst u. s. w. 293
Behandlung (Dilatorische) 555
Behüt dich Gott! es wär' zu schön gewesen u. s. w. 264
Behüten (Jemanden) wie seinen Augapfel 20
Bei der Nacht kommen wie Nikodemus 78
Bei Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf 537
Bei Gott ist kein Ding unmöglich 7
Bei Philippi sehen wir uns wieder 296
Bei seiner Gottähnlichkeit bange werden 168
Beide Theile hören 447
Beim wunderbaren Gott—das Weib ist schön! 199
Bein (Mark und) durchdringend 90

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Bein von meinem Bein 3
Beisammen (Ich und mein Fläschchen sind immer) 191
Beisammen sind wir, fanget an! 176
Beispiele (Böse) verderben gute Sitten 85
Bekenntnisse einer schönen Seele 172
Beklagen (Ich kann nichts thun, als dich), weil u. s. w. 185
Beklemmungen (Patriotische) 499
Beladen (Mühselig und) 65
Beladen (Reich mit des Orients Schätzen) 287
Beleckt (Die Kultur, die alle Welt) 169
Bellender Magen 399
Benjamin 10
Benzenberg (Zahlen beweisen: sagt) 232
Berechtigte Eigentümlichkeiten 552
Bereiten (Zum Werke, das wir ernst) u. s. w. 208
Bereitetes (Lecker) Mahl 324
Bereuen (Das sollst du am Kreuze) 205
Berg (Der kreissende) gebiert eine Maus 335
Berg (Einen steilen) hinan 143
Berg (Sei mir gegrüsst, mein), mit dem u. s. w. 200
Berge (Der Glaube versetzt) 84
Berge (Die Haare stehen Einem zu) 28
Berge (Goldene) versprechen 370
Berge (Lebt wohl ihr), ihr geliebten Triften! 212
Berge (Über die) mit Ungestüm 220
Bergen (Auf den) ist Freiheit 214
Berserkerwut 115
Bersten vor Neid 416
Berühmte Leute 6
Beruf (Zeitungsschreiber, ein Mensch, der seinen) verfehlt hat 549
Berufen (Viele sind), aber Wenige sind auserwählet 68

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Besagter Hammel 420
Bescheiden (Nur der Lump ist) 178
Bescheidenheit (Den Jüngling ziert) 245
Bescheidenheit ist eine Zier 245
Beschränkter Unterthanenverstand 532
Beschränkung (In der) zeigt sich erst der Meister 173
Besen (Neue) kehren gut 118
Besitze (Sei im) und du wohnst im Recht 210
Besitzen (Erwirb es, um es zu) 174
Besitzt (Wer) der lerne verlieren! 214
Besonders lernt die Weiber führen u. s. w. 168
Besondrer (Blut ist ein ganz) Saft 176
Besorgt und aufgehoben 203
Besser (Amerika, du hast es)! 182
Besser (Das fluscht)! 527
Besser (Das sieht schon) aus, man sieht doch wo und wie? 168
Besser einen Besseren missen können 295
Besser sein als sein Ruf 411
Besser (Tadeln können zwar die Thoren, aber) machen nicht 190
Bessere (Das) Teil der Tapferkeit ist Vorsicht 295
Bessere (Das) Teil erwählt haben 73
Bessere Hälfte 290
Besseres (Nichts) zu hoffen, noch zu erwarten haben 57
Bess're (Wir Wilden sind doch) Menschen 222
Beste (Behaltet das)! 88
Beste (Das) ist gut genug 162
Beste (Die Frau ist die), von der man am Wenigsten spricht 348
Beste (Hunger ist der) Koch 347
Bestellen (Sein Haus) 43
Besten (Alles zum) kehren 123
Besten (Wer den) seiner Zeit genug u. s. w. 204. 402

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Bestgehasster Mann 504
Bestie (Vielköpfige) 400
Bestimmt (Es ist) in Gottes Rat u. s. w. 255
Bestverleumdeter Mann 504
Besudelt (Wer Pech angreift, der) sich damit 56
Bette (Auf seinem) weinend sitzen 171
Betrogen (Die Welt will) sein 120
Betrogene Betrüger 359
Betrübt (Zum Tode) 163
Betrügt (Mich) man nicht 252
Betrug (Ein frommer) 410
Bettelsuppen (Breite) 176
Bettler (Der wahre) ist der wahre König 150
Beugen (Das Recht) 13
Beutel (Thu' Geld in deinen)! 300
Bewaffneter (Ein) Friede 133
Beweglichkeit (Affenähnliche) 552
Bewegt (Still und) 229
Bewegt (Und sie) sich doch 467
Bewegt (Von manchem Sturm) 221
Bewegung (Die Regierung muss der) stets einen Schritt voraus
sein 539
Beweisen (Zahlen), sagt Benzenberg 232
Bewusst (Viel ist mir) 176
Bezahle (Mensch) deine Schulden! 248
Bezwingen (Ein Haruspex muss das Lachen), wenn er den andern
sieht 456
Bien' (Der) muss 262
Bild (Ein ander)! 257
Bild (Hand vom)! 450
Bildnis (Dies) ist bezaubernd schön 185

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Billig und schlecht 559
Bin der Räuber Jaromir! 245
Bin so klug als wie zuvor 167
Bindet (Es prüfe, wer sich ewig), ob u. s. w. 208
Bis an's Ende aller Dinge 89
Bis an der Welt Ende 89
Bis aufs Blut 90
Bis aufs Messer (Krieg) 470
Bis hierher und nicht weiter! 31
Bis in den Tod 92
Bis zum Künstler herunter 559
Bischen (So'n) Französisch, das ist doch u. s. w. 263
Bist du ein Meister in Israel und weisst das nicht? 78
Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt 161
Bist du's, Hermann, mein Rabe? 192
Bist untreu, Wilhelm, oder todt? 157
Bitte (Ich sei, gewährt mir die) in eurem u. s. w. 206. 449
Bitten (Und) um Antwort 58
Blässe (Des Gedankens) 293
Bläst (Kummer und Seufzen) einen Menschen auf u. s. w. 295
Blätter (Wie grün sind deine)! 254
Bläuen (Einem den Rücken) 57
Blasen (Mein Gehirn treibt wunderbare) auf 199
Blasewitz (Das ist ja die Gustel von)! 204
Blasphemie 15
Blatt (Kein) Papier soll sich zwischen mich und mein Volk
drängen 535
Blau (Der Hecht, der war doch)! 140
Blaubart 116
Blaue Blume 114
Blauen (An der schönen) Donau 261

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Blaustrumpf 502
Bleib' bei deinem Leisten (Schuster)! 451
Bleib' (Wenn Alle untreu werden, so) ich dir doch treu 230
Bleibe bei mir (Max)! 211
Bleibe im Lande und nähre dich redlich! 34
Bleiben (Es kann ja nicht immer so) u. s. w. 220
Bleiben (Recht muss Recht) 35
Bleibende (Keine) Stätte haben 91
Bleich (Was willst du, Fernando, so trüb und so)? 232
Blendwerk der Hölle! 214
Blick' in dein eigenes Herz 201
Blicken (Das lässt tief), sagt Sabor 562
Blickt (Was er) ist Wut 242
Blinder Eifer schadet nur 142
Blinder Heide 82
Blindheit (Mit) geschlagen werden 7
Blitz (Was? der)! Das ist ja die Gustel u. s. w. 204
Blöde Jugendeselei 250
Bloss (Ich hab' hier) ein Amt und keine Meinung 210
Blühen und grünen 35
Blüht (Das Schöne) nur im Gesang 211
Blüht (Des Lebens Mai) einmal und nicht wieder 196
Blüht (Neues Leben) aus den Ruinen 217
Blume (Die blaue) 114
Blumen (Der) Rache 257
Blut (Bis aufs) 90
Blut ist ein ganz besonderer Saft 176
Blut (Mein Fleisch und) 9
Blut und Eisen 418
Blut (Und was er schreibt, ist) 242
Blutgeld 51

Page 623

Bluthund 25
Bodensee (Der Reiter über den ) 115
Böcke und Schafe 70
Börse, ein Giftbaum 561
Böse Beispiele verderben gute Sitten 85
Böse Buben 37
Böse Menschen haben keine Lieder 222
Böse Sieben 61
Böse von Jugend auf 6
Bösem (Gutes mit) vergelten 10
Bösen (Alles) Eckstein 524
Bösen (Den) sind sie los, die Bösen sind geblieben 169
Bösen (Der Fluch der) That 210
Bösen (Wenn es dem) Nachbar nicht gefällt 218
Böses mit Bösem vergelten 10
Bösewicht (Er war von je ein) 226
Bogen (Allzu straff gespannt, zerspringt der) 217
Botschaft (Die) hör' ich wohl, allein u. s. w. 174
Boycott, boycotten 505. 506
Bramarbas 137
Brandfuchs 22
Brauch (Das ist des Landes nicht der) 170
Brauch (Fromm und schlicht nach altem) 170
Brauchte (Was man nicht weiss, das eben) man 175
Brav (Gleich schenken? Das ist)! 169
Brave (Der) Mann denkt an sich selbst zuletzt 215
Braver (Wer niemals einen Rausch gehabt, der ist kein) Mann 226
Brechen (Das arme Menschenherz muss stückweis) 261
Brechen Sie dies rätselhafte Schweigen! 197
Breite Bettelsuppen 176
Breiteste Grundlagen 535

Page 624

Bretter (Die), die die Welt bedeuten 213
Brettern (Welt mit) vernagelt 133
Bringen (Wer Vieles bringt, wird Manchem Etwas) 174
Bringt (Not) Einen zu seltsamen Schlafgesellen 298
Brombeeren (So gemein wie) 295
Bronze (Rocher von) 516
Brosamen, die von des Reichen Tische fallen 66
Brot (Das tägliche) 61
Brot (Der Mensch lebt nicht vom) allein 17
Brot (Die Kunst geht nach) 123
Brot (Einen Stein statt) geben 63
Brot (Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein) essen 4
Brot (Wer nie sein) mit Thränen ass u. s. w. 171
Brot (Wer seinen Kindern giebt das) u. s. w. 119
Brotes (Des Weines Geist, des) Kraft 266
Bruder Jonathan 58
Bruder Studio 512
Bruders (Soll ich meines) Hüter sein? 4
Brücke (Die) kommt. Fritz, Fritz! u. s. w. 141
Brüder (Falsche) 87
Brüder (Wir Menschen sind ja Alle) 234
Brüdern (Ein einzig Volk von) 216
Brüllender (Umhergehen wie ein) Löwe 90
Brust (An seine) schlagen 76
Brust (In deiner) sind deines Schicksals Sterne 209
Brust (Unter Larven die einzig fühlende) 203
Brust (Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner)! 175
Brustton der Überzeugung 556
Brutus (Auch du, mein)? 458
Brutus ist ein ehrenwerter Mann u. s. w. 296
Buben (Wenn dich die bösen) locken u. s. w. 37

Page 625

Bubenstück 34
Buch (Das) des Lebens 88
Buch mit sieben Siegeln 92
Buchholtz (Dazu hat) kein Geld 521
Buchstabe (Der) tötet 86
Buchstabe (Toter) 86
Büchermachens (Viel) ist kein Ende 42
Büchmann 551
Büchse (Die) der Pandora 104
Bürgermeister (Den) ausgenommen 228
Bürgerpflicht (Ruhe ist die erste) 524
Büsche (Er schlug sich seitwärts in die) 222
Bull (John) 302
Bunde (Im) der Dritte 206. 449
Bureaukratie 478
Burgemeister (Nein, er gefällt mir nicht, der neue) 175
Buridans Esel 269
Busch (Wie Zieten aus dem) kommen 519
Busen (Eine Schlange am) nähren 332
Busse (In Sack und Asche) thun 28
Butter (Eine tüchtige Kuh, die ihn mit) versorgt 201
Butterbrote (Minister fallen wie) u. s. w. 240
Byzanz (Zittre)! 314

Cäsar und sein Glück 458
Caesarenwahnsinn 261
Calembourg 122
Caliban 298
Canossa (Nach) gehen wir nicht 556
Capua der Geister 245
Capuletti (Montecchi und) 298

Page 626

Carl (Der Knabe) fängt an mir fürchterlich zu werden 198
Carl (Wo alles liebt, kann) allein nicht hassen 197
Carlchen Miessnick 263
Cassandra 387
Casus (Der) macht mich lachen 176
Categorischer Imperativ 145
Catilinarische Existenzen 549
Céladon 272
Cerberus 104
Charakter (Es bildet sich ein) in dem Strom der Welt 165
Charakter (Kein Talent, doch ein) 250
Charakterbild (Sein) schwankt in der Geschichte 204
Charmante 136
Charybdis 433
Chauvin(ismus) 288
Chimäre (Das Gold ist nur) 287
Chor der Rache (s. Korps der Rache) 526
Christen (Gehorsam ist des) Schmuck 205
Christen (Natur und Geist—so spricht man nicht zu) 183
Cigarren (Böse Menschen haben nie) 222
Circe 98
Citronen (Das Land, wo die) blüh'n 171
Civilisation (An der Spitze der) marschieren 497
Clavigo (Luft! Luft!)! 160
Colibrados (Don Ranudo di) 268
Collation 462
Columbus (Das Ei des) 463
Concentrieren (Sich rückwärts) 548
Confiscierter Kerl 193
Corydon (O weh, mir armen) 156
Cultur (Die), die alle Welt beleckt 169

Page 627

Culturkampf 557

Da giebt es einen guten Klang 208
Da hast du meinen Speer! 184
Da ist die Welt mit Brettern vernagelt 133
Da macht wieder jemand einmal einen dummen Streich 160
Da rast der See und will sein Opfer haben 215
Da schweigen alle Flöten 137
Da steh' ich, ein entlaubter Stamm 210
Da steh' ich nun, ich armer Thor u. s. w. 167
Da stellt ein Wort zu rechter Zeit sich ein 168
Da unten aber ist's fürchterlich u. s. w. 203
Da wendet sich der Gast mit Grausen 202
Da werden Weiber zu Hyänen 209
Da wird er reüssieren! 169
Da, wo du nicht bist, ist das Glück! 283
Dächern (Von den) predigen 65
Dänemark (Etwas ist faul im Staate)! 292
Dänenross (Knapp', sattle mir mein) 158
Dagewesen (Alles schon) 259
Dahinter (Es ist Nichts) 90
Dalberg (Ist kein) da? 510
Damaskus (Seinen Tag von) erleben 80
Dame, (Den Dank), begehr' ich nicht 202
Damen (Die) in schönem Kranz 202
Damoklesschwert 445
Danaërgeschenk 387
Danaïdenfass 107
Daniel 59
Dank (Den) Dame begehr' ich nicht 202
Dank vom Haus Österreich! 210

Page 628

Dankbar (Ein Werdender wird immer) sein 174
Danke (Ich) dir Gott, dass ich nicht bin wie andre Leute 76
Danket dem Herrn, denn er ist freundlich u. s. w. 27
Danket (Nun) alle Gott! 57
Daran erkenn' ich den gelehrten Herrn 183
Daran erkenn' ich meine Pappenheimer 211
Darin bin ich dir über 259
Darin bin ich komisch 263
Darinnen (Das Land) Milch und Honig fliesst 10
Darüber sind die Gelehrten noch nicht einig 404
Darum keine Feindschaft nicht! 243
Darum Räuber und Mörder? 193
Das A(lpha) und das O(mega) 91
Das Ach und Weh (Und was soll das)? 237
Das also war des Pudels Kern! 176
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit u. s. w. 217
Das Alter des Psalmisten 35
Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden 405
Das arme Herz, hienieden u. s. w. 221
Das arme Menschenherz muss stückweis brechen 261
Das Auge des Gesetzes wacht 209
Das Auge des Herrn 355
Das Auge sieht den Himmel offen u. s. w. 208
Das auserwählte Volk 36
Das (Behaltet) Beste 88
Das bessere Teil der Tapferkeit ist Vorsicht 295
Das bessere Teil erwählt haben 73
Das Beste ist gut genug 162
Das Buch des Lebens 88
Das denkt wie ein Seifensieder 205
Das Dichten des menschlichen Herzens ist böse u. s. w. 6

Page 629

Das eben ist der Fluch der bösen That u. s. w. 210
Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren 174
Das Ei des Columbus 463
Das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch 271
Das Eine thun und das Andre nicht lassen 68
Das (Einem) Leben sauer machen 10
Das (Einem) Maul stopfen 36
Das Ende aller Dinge 89
Das entmenschte Paar 203
Das Erhab'ne in den Staub zieh'n 211
Das ertrage, wem's gefällt 313
Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan 184
Das ewige Rom 407
Das Fass der Danaïden 107
Das Fleisch ist schwach 70
Das fluscht besser! 527
Das fünfte Rad am Wagen 118
Das geht ja hoch her. Bin auch dabei! 205
Das Geschäft bringt's mal so mit sich 263
Das glaube der Jude Apella! 398
Das Glück ist immer da 165
Das Glück war niemals mit den Hohenstaufen 240
Das Gold ist nur Chimäre 287
Das goldene Kalb 13
Das goldene Zeitalter 102
Das Gras wachsen hören 115
Das grosse gigantische Schicksal u. s. w. 201
Das Gute daran ist nicht neu u. s. w. 186
Das Gute liegt so nah 165
Das habt ihr ihm glücklich abgeguckt 204
Das halte fest mit deinem ganzen Herzen 216

Page 630

Das hat mit ihrem Singen die Lorelei gethan 248
Das Hemd ist mir näher als der Rock 366
Das höchste der Gefühle 186
Das innere Düppel 551
Das ist das Loos des Schönen auf der Erde 211
Das ist das Unglück der Könige, dass sie die Wahrheit nicht hören
wollen 541
Das ist der Anfang vom Ende 297
Das ist der Finger Gottes 10
Das ist der Fluch der bösen That u. s. w. 210
Das ist der Humor davon 296
Das ist der Katze 129
Das ist des Landes nicht der Brauch 170
Das ist des Pudels Kern 176
Das ist die Art mit Hexen umzugehn 169
Das ist die Sonne von Austerlitz! 489
Das ist die Stelle, wo ich sterblich bin 198
Das ist die Zeit der schweren Not 237
Das ist ein weiser Vater, der sein eigen Kind kennt 298
Das ist für die Katze 129
Das ist fürwahr ein Mensch gewesen 180
Das ist ganz was Anders 145
Das ist hier die Frage 293
Das ist ja die Gustel von Blasewitz! 204
Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe 59
Das ist mir zu hoch 32
Das ist Tell's Geschoss 218
Das ist wider die Abrede! 149
Das jüngste Kind meiner Laune 220
Das junge Deutschland 251
Das Kaiserreich ist der Friede 498

Page 631

Das Kapitel lesen 506
Das Kind ist des Mannes Vater 308
Das klassische Land der Schulen und Kasernen 497
Das kleinere Übel wählen 378
Das Korps der Rache 526
Das lässt tief blicken, sagt Sabor 562
Das Land, darinnen Milch und Honig fliesst 10
Das Land der Griechen mit der Seele suchend 162
Das Land der Kastanien 260
Das Land der Schulen und Kasernen 497
Das Land des Weins und der Gesänge 169
Das Land, wo die Citronen blüh'n 171
Das Leben ein Kampf 281
Das Leben ein Traum 316
Das Leben ist der Güter höchstes nicht u. s. w. 214
Das Leben ist doch schön! 200
Das Leben ist ernst, die Kunst heiter 204
Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang 348
Das liegt (ruht) im Schoosse der Götter 323
Das Loos des Schönen auf der Erde 211
Das Mädchen aus der Fremde 202
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg 171
Das Naturell der Frauen ist so nah mit Kunst verwandt 183
Das Neue daran ist nicht gut, und das Gute nicht neu 186
Das Ölblatt 6
Das Phlegma ist geblieben 194
Das Proton-Pseudos 356
Das Psalmistenalter erreichen 35
Das Publikum, das ist ein Mann u. s. w. 234
Das Recht beugen 13
Das Recht verdrehen 13

Page 632

Das Riesenmass der Leiber 203
Das rote Gespenst 289
Das ruht im Schoosse der Götter 323
Das Schaumspritzen jugendlicher Freiheit 539
Das Scherflein der Wittwe 72
Das Schöne blüht nur im Gesang 211
Das Schwert des Damokles 445
Das Schwert des Geistes 88
Das Schwert in die Wagschale werfen 454
Das sei ferne! 21
Das sieht schon besser aus, man sieht doch wo und wie 168
Das sind die klügsten Leute 249
Das sind Tage, von denen wir sagen: Sie gefallen uns nicht 42
Das sollst du am Kreuze bereuen! 205
Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an u. s. w. 209
Das Strahlende schwärzen 211
Das tägliche Brot 61
Das täuscht die hoffende Seele nicht 202
Das tolle Jahr 510
Das Unglück der Könige u. s. w. 541
Das Unglück schreitet schnell 208
Das unterbrochene Opferfest 222
Das Unvermeidliche mit Würde tragen 235
Das Unzulängliche hier wird's Ereignis 184
Das Urteil des Paris 96
Das verschweigt des Sängers Höflichkeit 191
Das vielköpfige Ungeheuer 400
Das Volk der Dichter und Denker 311
Das Volk in Waffen 524
Das war ein Mann! 292
Das war kein Heldenstück, Octavio! 210

Page 633

Das waren mir selige Tage! 189
Das Warum des Warums wissen wollen 515
Das Wasser trüben 415
Das Weltkind in der Mitten 160
Das Wenige verschwindet leicht dem Blick u. s. w. 162
Das Wenn und das Aber 158
Das Werk lobt den Meister 56
Das wilde, eiserne Würfelspiel 194
Das Wollen und Vollbringen 82
Das Wort sie sollen lassen stan 123
Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind 174
Dasein (Kampf um's) 311
Daseins (Schöne, freundliche Gewohnheit des) 164
Dass (Also) sie keine Entschuldigung haben 81
Dat fluscht bäter! 527
Dauernd (Nichts ist) als der Wechsel 240
David und Jonathan 24
Davon schweigt des Sängers Höflichkeit 191
Davonkommen (Mit dem Leben) 58
Dazu (Der Nächste) 47
Dazu hat Buchholtz kein Geld 521
Dein Gehirn treibt wunderbare Blasen auf 199
Dein Trank wirkt schnell 299
Dein Wunsch war des Gedankens Vater 295
Deine Uhr ist abgelaufen 217
Deines Geistes hab' ich einen Hauch verspürt 243
Dem Gerechten giebt's der Herr im Schlafe 37
Dem Glücklichen schlägt keine Stunde 209
Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist 68
Dem Mann kann geholfen werden 193

Page 634

Dem Menschen ist die Sprache gegeben, seine Gedanken zu
verbergen 487
Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze 204
Dem Mutigen hilft Gott 216
Dem Ochsen, der da drischt u. s. w. 18
Dem Reinen ist alles rein 89
Dem Unrecht ein Eckstein 525
Dem Verdienste seine Kronen 196
Demi-monde 289
Demokraten (Gegen) helfen nur Soldaten 263
Demokratischen (Tropfen) Öls 538
Den alten Adam ausziehen 81
Den Besten seiner Zeit genug gethan haben 204. 402
Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben 169
Den Bürgermeister ausgenommen 228
Den Dank, Dame, begehr' ich nicht 202
Den Dolch im Gewande 205
Den ersten Stein auf jemanden werfen 78
Den ewigen Schlaf schlafen 48
Den Geist aufgeben 49
Den gestrigen Tag suchen 510
Den Hals kosten 27
Den Himmel offen sehen 78
Den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Thorheit 83
Den Jüngling ziert Bescheidenheit 245
Den Mantel nach dem Winde kehren 119
Den Pelion auf den Ossa stülpen wollen 99
Den Raub unter sich teilen 16
Den Reinen ist alles rein 89
Den Rubicon überschreiten 457
Den Rücken bläuen 57

Page 635

Den Schein vermeiden 88
Den Schwerpunkt nach Ofen verlegen 528
Den Seinen giebt's Gott im Schlaf 37
Den Staub von den Füssen schütteln 64
Den Teufel durch Beelzebub austreiben 65
Den Teufel spürt das Völkchen nie u. s. w. 169
Den Text lesen 506
Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen 150
Den Weg alles Fleisches gehen 5
Den Weg gehen, den man nicht wiederkommt 29
Denk' (Ich) an euch, ihr himmlisch schönen Tage 229
Denkart (Die Milch der frommen) 217
Denke (Ich) einen langen Schlaf zu thun 211
Denken (Wie) Sie über Russland? 264
Denkendes (Ein anders) Geschlecht 216
Denker (Das Volk der Dichter und) 311
Denkst du daran, mein tapferer Lagienka? 246
Denkt (Das) wie ein Seifensieder 205
Denkt (Der brave Mann) an sich selbst zuletzt 215
Denkt (Er) zuviel u. s. w. 296
Denkungsart (Im Schatten kühler) 252
Denkzettel 52
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden 171
Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht u. s. w. 210
Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann u. s. w. 296
Denn das Naturell der Frauen ist so nah mit Kunst verwandt 183
Denn der Regen der regnet jeglichen Tag 300
Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden 4
Denn eben wo Begriffe fehlen u. s. w. 168
Denn er war unser! 174
Denn ich bin ein Mensch gewesen u. s. w. 180

Page 636

Denn so das geschieht am grünen Holz u. s. w. 78
Denn so man das thut am grünen Holze u. s. w. 78
Denn was er sinnt ist Schrecken u. s. w. 242
Denn was man schwarz auf weiss besitzt u. s. w. 167
Denn wenn ich judicieren soll u. s. w. 169
Denn wo das Strenge mit dem Zarten u. s. w. 208
Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz 62
Der allmächtige Dollar 309
Der alte Adam 81
Der alte Sauerteig 84
Der alten Wunde unnennbar schmerzliches Gefühl 386
Der Anblick der Notwendigkeit (Ernst ist) 210
Der Andre hört von allem nur das Nein 162
Der Anfang vom Ende 297
Der angebornen Farbe der Entschliessung u. s. w. 293
Der Antichrist 90
Der Apfel der Zwietracht 96
Der Appetit kommt beim Essen 270
Der Arbeiter ist seines Lohnes wert 73
Der beförderte Rückschritt 544
Der beschränkte Unterthanenverstand 532
Der beste Koch (Hunger ist) 347
Der bestgehasste Mann 504
Der Bewegung um einen Schritt voraus sein 539
Der Bien' muss 262
Der Blitz! Das ist ja die Gustel u. s. w. 204
Der Blumen Rache 257
Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt 215
Der Brustton der Überzeugung 556
Der Buchstabe tötet u. s. w. 86
Der Casus macht mich lachen 176

Page 637

Der den Augenblick ergreift, das ist der rechte Mann 168
Der Deutschen Edelstein 525
Der Dichter steht auf einer höhern Warte u. s. w. 181
Der Dinge warten, die da kommen sollen 77
Der Dritte im Bunde 206. 449
Der ehrliche Makler 561
Der Einfall war kindisch, aber göttlich schön 197
Der Erisapfel 96
Der Erscheinungen Flucht 200
Der erste Diener seines Staates 520
Der Erste (Lieber) hier, als der Zweite in Rom 458
Der erste Streich (Dieses war) 265
Der ersten Liebe goldene Zeit 208
Der feine Griff und der rechte Ton 204
Der Finger Gottes 10
Der Fluch der bösen That 210
Der Flügelschlag einer freien Seele 261
Der Freiheit eine Gasse! 238
Der frische fröhliche Krieg 545
Der Frömmste (Es kann) nicht in Frieden bleiben u. s. w. 218
Der Fürst ist der erste Diener des Staats 520
Der gehemmte Fortschritt und der beförderte Rückschritt 544
Der Geist der Medizin ist leicht zu fassen 168
Der Geist, der stets verneint 176
Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach 70
Der Geist macht lebendig 86
Der Geiz ist die Wurzel alles Übels 89
Der Gerechte erbarmt sich seines Viehes 39
Der Gerechte muss viel leiden 34
Der getreue Achates 389
Der getreue Eckart 115

Page 638

Der Glaube macht selig 72
Der Glaube versetzt Berge 84
Der Gott, der Eisen wachsen liess u. s. w. 227
Der Gottlose kriegt die Neige 34
Der grosse Heide 529
Der grosse Unbekannte 31
Der Grund- und Eckstein 43
Der Güter höchstes 214
Der gute Engel Jemandes sein 54
Der gute Mensch in seinem dunklen Drange 174
Der hat gelebt für alle Zeiten 204. 402
Der Hecht, der war doch blau! 140
Der Herr giebt's dem Gerechten im Schlafe 37
Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen u. s. w. 28
Der Herrlichste von Allen 238
Der Historiker ist ein rückwärts gekehrter Prophet 229
Der Hollunderstrauch verbirgt mich ihm 217
Der Humor davon 296
Der Hunger ist der beste Koch 347
Der inwendige Mensch 82
Der ist besorgt und aufgehoben 203
Der Jahrmarkt des Lebens 52
Der Jude Apella (Das glaube)! 398
Der Jude wird verbrannt 150
Der Kaffee muss heiss wie die Hölle sein u. s. w. 488
Der Kampf ums Dasein 311
Der Karnickel hat angefangen! 241
Der Kasus macht mich lachen 176
Der kategorische Imperativ 145
Der Kelch gehe an mir vorüber 70
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte 171

Page 639

Der Knabe [Don] Karl fängt an mir fürchterlich zu werden 198
Der König absolut, wenn er unsern Willen thut 238
Der König herrscht, aber er regiert nicht 470
Der König rief, und alle, alle kamen! 229
Der kommt gewiss durch seine Dummheit fort 140
Der Kosmos 338
Der kranke Mann (die Türkei) 513
Der kreissende Berg, der eine Maus gebiert 335
Der Krieg Aller gegen Alle 352
Der kühne Griff 540
Der lachende Erbe 382
Der Landesvater 9
Der langen Rede kurzer Sinn 209
Der Lebende hat Recht 213
Der letzte Heller 61
Der letzte Mohikaner 310
Der letzte seines Stammes 216
Der Löwenanteil 334
Der Lord lässt sich entschuldigen, er ist zu Schiff u. s. w. 211
Der Magus im Norden 144
Der Mann, der Alles weiss und gar nichts kann 234
Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht u. s. w. 158
Der Mann ist des Weibes Haupt 84
Der Mantel der Liebe 134
Der Mensch denkt, Gott lenkt 39
Der Mensch erfährt, er sei auch, wer er mag u. s. w. 180
Der Mensch in seinem Wahn 209
Der Mensch ist ein geselliges Tier 353
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei u. s. w. 203
Der Mensch ist, was er isst 253
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein 17

Page 640

Der Mensch versuche die Götter nicht 203
Der Mensch wächst mit seinen grössern Zwecken 204
Der Menschheit ganzer Jammer fasst mich an 177
Der Modeteufel 132
Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gehen 194
Der Nächste dazu sein 47
Der Nächste (Jeder ist sich selbst) 368
Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt 298
Der Not gehorchend, nicht dem eignen Trieb 213
Der Pfadfinder 310
Der Philosoph von Sanssouci 519
Der preussische Schulmeister hat die Schlacht von Sadowa
gewonnen 552
Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande 66
Der Racker von Staat 536
Der rechte Mann an der rechten Stelle 505
Der rechte Ton 204
Der Rede Sinn war dunkel 203
Der Regen, der regnet jeglichen Tag 300
Der Reiter über den Bodensee 115
Der Rest ist für die Gottlosen 34
Der Rest ist Schweigen 294
Der Rhein, Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze 227
Der Romantiker auf dem Throne 256
Der rote Faden 177
Der Rufer im Streit 322
Der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht 200
Der Ruhm des Miltiades lässt mich nicht schlafen 443
Der Salomon des Nordens 279
Der Schein soll nie die Wirklichkeit erreichen u. s. w. 206
Der Schild der [des] Glaubens 88

Page 641

Der Schlaf des Gerechten 40
Der schrecklichste der Schrecken u. s. w. 209
Der See rast und will sein Opfer haben 215
Der Sieg des Miltiades lässt mich nicht schlafen 443
Der sogenannte arme Mann 561
Der Spass ist gross 177
Der springende Punkt 353
Der starb Euch sehr gelegen 211
Der Starke weicht einen Schritt zurück 543
Der Stein der Weisen 364
Der Stein des Anstosses 42
Der steinerne Gast 116
Der Strom der Vergessenheit 102
Der Sündenbock 14
Der süsse Pöbel 176
Der süsse Schwan vom Avon 301
Der Tag der Garben 144
Der Tag der Rache 43
Der Tanz ums goldene Kalb 13
Der Teufel ist los 93
Der Thatbestand 435
Der Thespiskarren 404
Der Tod im Topf! 27
Der tote Buchstabe 86
Der treue Achates 389
Der treue Eckart 115
Der Tropfen höhlt den Stein 346
Der Türke, der kranke Mann 513
Der Übel grösstes aber ist die Schuld 214
Der ungezogene Liebling der Grazien 163
Der verlorne Sohn 74

Page 642

Der Verräter schläft nicht 70
Der verschönernde Rost der Jahrhunderte 534
Der Verstand der Verständigen 83
Der Vortrag macht des Redners Glück 167
Der wackre Schwabe forcht sich nit 242
Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang 208
Der wahre Bettler ist der wahre König 150
Der Weg geht nur über meine Leiche 154
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert 306
Der Wein erfreut des Menschen Herz 36
Der Weinberg des Herrn 42
Der weisse Rabe sein 425
Der Winter unsres Missvergnügens 297
Der Worte sind genug gewechselt u. s. w. 174
Der Würfel ist gefallen 358
Der Wunsch ist des Gedankens Vater 295
Der Zahn der Zeit 299
Der Zopf, der hängt ihm hinten 237
Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme 210
Der Zweck heiligt die Mittel 439
Derjenige (Allemal), welcher 243
Derselbige (Immer) 444
Des Basses Grundgewalt 168
Des Dichters Aug', in schönem Wahnsinn rollend 297
Des Dienstes immer gleichgestellte Uhr 209
Des Gedankens Blässe 293
Des Gedankens Vater (Der Wunsch) 295
Des Harms vergessen 159
Des Himmels Strafgericht 226
Des langen Haders müde 157
Des Lebens goldner Baum 168

Page 643

Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder 196
Des Lebens ungemischte Freude u. s. w. 202
Des Lebens Unverstand mit Wehmut zu gemessen u. s. w. 251
Des Menschen Engel ist die Zeit 211
Des Pudels Kern 176
Des rechten Weges sich wohl bewusst sein 174
Des Rechtes Grund-Stein u. s. w. 525
Des Redners Glück macht der Vortrag 167
Des Sängers Höflichkeit (Davon schweigt) 191
Des Schweisses der Edlen wert 144
Des Tages Last und Hitze getragen haben 68
Des trocknen Tons nun satt sein 168
Des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser 54
Des Weines Geist, des Brotes Kraft 266
Desdemona (Hast du zur Nacht gebetet)? 300
Dess freut sich das entmenschte Paar 203
Det fluscht besser 527
Deuteln (Ein Kaiserwort soll man nicht dreh'n noch) 507
Deutsch (Mein geliebtes) 176
Deutsche Hiebe 195
Deutsche (Soweit die) Zunge klingt 227
Deutschen (Der) Edelstein 525

Page 644

Deutschen (Ein Apell an die Furcht findet in) Herzen kein Echo 553
Deutschen (Im) lügt man, wenn man höflich ist 183
Deutschen (Sie sollen ihn nicht haben den freien) Rhein! 256
Deutschen (Wir) fürchten Gott, aber sonst Nichts in der Welt 563
Deutscher (Ein echter) Mann mag keinen Franzen leiden 169
Deutschland (Das junge) 251
Deutschland, Deutschland über alles! 246
Deutschland, ein geographischer Begriff 538
Deutschland in den Sattel setzen 553
Deutschland (Preussen geht fortan in) auf 535
Deutschlands (Der Rhein) Strom, nicht Deutschlands Grenze 227
Diamanten (Du hast) und Perlen 248
Dichten (Das) des menschlichen Herzens ist böse u. s. w. 6
Dichter (Das Volk der) und Denker 311
Dichter (Der) steht auf einer höhern Warte u. s. w. 181
Dichter (Mit dem Volke soll der) gehen 212
Dichter (Wer den) will verstehen, muss u. s. w. 181
Dichters (Des) Aug' in schönem Wahnsinn rollend 297
Dichters (In) Lande gehen 181
Dichtung und Wahrheit 350
Die alte Garde stirbt u. s. w. 493
Die Anbetung des goldenen Kalbes 13
Die andere Partei hören 447
Die Architektur ist die erstarrte Musik 337
Die Art, mit Hexen umzugehn 169
Die Axt an die Wurzel legen 59
Die Axt im Haus erspart den Zimmermann 217
Die Baukunst ist eine erstarrte Musik 337
Die bessere Hälfte 290
Die beste Frau ist die, von der man am Wenigsten spricht 348
Die blaue Blume der Romantik 114

Page 645

Die Böcke zur Linken 70
Die Börse ein Giftbaum 561
Die Bösen sind geblieben 169
Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube 174
Die Bretter, die die Welt bedeuten 213
Die Brücke kommt. Fritz, Fritz! wie wird dir's gehen? 141
Die Büchse der Pandora 104
Die Damen in schönem Kranz 202
Die Demimonde 289
Die Eifersucht ist eine Leidenschaft, die u. s. w. 227
Die einzig fühlende Brust (Unter Larven) 203
Die Ersten werden die Letzten sein 67
Die ewige Stadt 407
Die fetten und die magern Jahre 9
Die Fleischtöpfe Ägyptens 12
Die Freuden, die man übertreibt u. s. w. 156
Die Garde (alte) stirbt und ergiebt sich nicht 493
Die Gattin, die teure 209
Die Gedanken sind frei 379
Die Geister (Die ich rief) werd' ich nun nicht los! 172
Die Geister platzen auf einander 122
Die Gelegenheit beim Schopf fassen 104
Die Gelegenheit ist günstig 217
Die Gelehrten sind darüber noch nicht einig 404
Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken 64
Die Gewohnheit ist eine zweite Natur 373
Die Gewohnheit nennt er seine Amme 210
Die goldene Mittelstrasse 394
Die goldene Zeit 102
Die Gottlosen kriegen die Neige 34
Die Grazien sind leider ausgeblieben 165

Page 646

Die grosse Kunst macht dich rasen 81
Die grosse Nation 486
Die grossen Städte müssen vom Erdboden vertilgt werden 544
Die Gründe der Regierung kenne ich nicht, aber u. s. w. 542
Die Gustel von Blasewitz (Was der Blitz! Das ist ja) 204
Die guten Freunde und die getreuen Nachbarn 123
Die Haare stehen einem zu Berge 28
Die Hälfte ist mehr als das Ganze 327
Die Halbwelt 289
Die Hand abziehen von Einem 16
Die Hand vom Bilde thun 450
Die Harmonie der Sphären 338
Die Höflichkeit der Könige (Pünktlichkeit) 494
Die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert 305
Die Hunderttage 494
Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los! 172
Die ist es, oder keine sonst auf Erden! 214
Die jüngsten Kinder meiner Laune 220
Die kaiserlose, die schreckliche Zeit 215
Die Kastanien aus dem Feuer holen 273
Die Kinder der Welt 75
Die Kinder Israel 8
Die Klinke zur Gesetzgebung 561
Die Kraniche des Ibykus (Sieh' da, sieh' da, Timotheus) 203
Die Krönung des Gebäudes 285
Die Kultur, die alle Welt beleckt 169
Die Kunst geht nach Brot 123
Die Kunst ist heiter, das Leben ernst 204
Die Kunst ist lang, das Leben kurz 348
Die Lerche war's und nicht die Nachtigall 299
Die letzte Rose 308

Page 647

Die Letzten werden die Ersten sein 67
Die Leutnants und die Fähnderichs, das sind die klügsten Leute 249
Die Leviten lesen 506
Die Liebe ist der Liebe Preis 199
Die Limonade ist matt wie deine Seele 195
Die linke Hand nicht wissen lassen, was die rechte thut 61
Die Mädels sind doch sehr interessiert u. s. w. 170
Die mageren Jahre 9
Die Malerei ist eine stumme Poesie 337
Die Menge der himmlischen Heerscharen 73
Die Milch der frommen Denk(ungs)art 217
Die Milch der Menschenliebe 299
Die milchende Kuh 201
Die Müh' ist klein, der Spass ist gross 177
Die Nacht tritt ein, wo niemand wirken kann 180
Die nackte Wahrheit 393
Die Nächste dazu sein 47
Die Natur macht keinen Sprung 354
Die Neige kriegen 34
Die neue Welt 469
Die Not bringt einen zu seltsamen Schlafgesellen 298
Die oberen Zehntausend 309
Die Ohren gellen Einem 23
Die Ohren klingen Einem 23
Die Perlen vor die Säue werfen 63
Die Pferde sind gesattelt 245
Die Poësie ist eine redende Malerei 337
Die Politik der freien Hand 548
Die Politik von Fall zu Fall 559
Die Quintessenz 363
Die Rache ist mein 20

Page 648

Die rechte Mitte 276
Die Regierung muss der Bewegung um einen Schritt voraus sein 539
Die rettende That 540
Die Reu' ist lang 208
Die Rotte Korah 16
Die Ruhe eines Kirchhofs 199
Die Schafe zur Rechten, die Böcke zur Linken 70
Die Schale des Zorns ausgiessen 93
Die Schiffe hinter sich verbrennen 442
Die schlechtesten Früchte sind es nicht, woran die Wespen nagen 159
Die schöne blaue Donau 261
Die schöne Zeit der jungen Liebe (O, dass sie ewig grünen bliebe) 208
Die schönen Tage in Aranjuez sind nun zu Ende 196
Die schwarzen und die heitern Loose 208
Die Seele aus dem Fegfeuer springt 511
Die Semiramis des Nordens 519
Die sieben fetten und die sieben mageren Jahre 9
Die sociale Frage 491
Die Sonne geht in meinem Staat nicht unter 197
Die Sonne Homers lächelt auch uns 200
Die Sonne von Austerlitz! 489
Die Sprache ist dem Menschen gegeben, seine Gedanken zu
verbergen 487
Die Spreu vom Weizen sondern 59
Die Stadt der reinen Vernunft 264
Die Stätte, die ein guter Mensch betrat, ist eingeweiht 165
Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken 64
Die Sterne, die begehrt man nicht 173
Die Stillen im Lande 34
Die Stimmen soll man wägen und nicht zählen 218
Die Stunde rinnt auch durch den rauhsten Tag 299

Page 649

Die Tage von Aranjuez 196
Die Tage, von denen wir sagen: sie gefallen uns nicht 42
Die Töchter des Landes besehen 9
Die Toten ihre Toten begraben lassen 64
Die Toten (Nur) kehren nicht zurück 485
Die Toten reiten schnell 157
Die Trauben sind sauer 332
Die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn 205
Die tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt 201
Die Türkei, der kranke Mann 513
Die Uhr schlägt keinem Glücklichen 209
Die verbotene Frucht 3
Die vielköpfige Bestie 400
Die vier Elemente 344
Die vierte Dimension 301
Die Wacht am Alserbach 262
Die Wahrheit nicht hören wollen 541
Die Welt ist vollkommen überall u. s. w. 214
Die Welt liebt das Strahlende zu schwärzen 211
Die Welt liegt im Argen 90
Die Welt mit Brettern vernagelt 133
Die Welt will betrogen sein 120
Die Welt wird schöner mit jedem Tag 242
Die Weltgeschichte ist das Weltgericht 196
Die Wissenschaft muss umkehren 544
Die Wurzel alles Übels 89
Die Zeit der schweren Not 237
Die Zeit (Des Menschen Engel ist) 211
Die Zeit ist aus den Fugen 292
Die Zeit nur macht die feine Gährung kräftig 176
Die Zeiten sind vorbei! 160

Page 650

Die Zunge klebt Einem am Gaumen 30
Dieb (Wie der) in der Nacht kommen 88
Diebstahl (Eigentum ist) 288
Dienen (Ich und mein Haus wollen dem Herrn) 20
Dienen (Niemand kann zween Herren) 62
Dienendes (Als) Glied schliess' an ein Ganzes dich an 201
Diener (Der Fürst ist der erste) des Staates 520
Dienstbare Geister 90
Diensten (Was steht dem Herrn zu) 176
Dienstes (Des) immer gleichgestellte Uhr 209
Dies Bildnis ist bezaubernd schön 185
Dies ist die Art mit Hexen umzugeh'n 169
Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe 59
Dies Kind, kein Engel ist so rein 203
Dies rätselhafte Schweigen (Brechen Sie)! 197
Dies war ein Mann! 292
Dieser ist ein Mensch gewesen u. s. w. 180
Dieser Jünger stirbt nicht 80
Dieser Kelch mag an mir vorübergehen 70
Dieser letzten Tage Qual war gross 211
Dieser Monat ist ein Kuss u. s. w. 134
Dieser Mortimer starb Euch sehr gelegen 211
Dieses (Ich habe dir nichts zu sagen, als) 244
Dieses (Nie ohne) 243
Dieses war der erste Streich u. s. w. 265
Dilatorische Behandlung 555
Dimension (Die vierte) 301
Ding (Bei Gott ist kein) unmöglich 7
Dinge (Bis an's Ende aller) 89
Dinge (Der) warten, die da kommen sollen 77
Dinge (Drei) gehören zum Kriegfuhren: Geld, Geld, Geld! 446

Page 651

Dinge (Es giebt) zwischen Himmel und Erde u. s. w. 292
Dinge (Geschehene) ungeschehen machen wollen 340
Dinge (Wer über gewisse) den Verstand nicht verliert u. s. w. 149
Diogenes (Wenn ich nicht Alexander wäre, möcht' ich) sein 449
Diogeneslaterne 445
Diokletianische Verfolgung 558
Diplomaten (Mögen die Federn der) u. s. w. 528
Dir steh'n zu sehn, das jammert mir 253
Dir wird gewiss einmal bei deiner Gottähnlichkeit bange 168
Doch bleibt sie ewig neu 248
Doch der den Augenblick ergreift u. s. w. 168
Doch der zweite folgt sogleich 265
Doch eine Würde, eine Höhe entfernte die Vertraulichkeit 202
Doch ihre Weine trinkt er gern 169
Doch mit des Geschickes Mächten u. s. w. 208
Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen u. s. w. 167
Dohlen (Sollen dich die) nicht umschrei'n u. s. w. 182
Doktrinär 495
Dolch (Den) im Gewande 205
Dollar (Der allmächtige) 309
Don Carl (Der Knabe) fängt an mir fürchterlich zu werden 198
Don Juan 116
Don Quijote 315
Don Ranudo de Colibrados 268
Don (Rückwärts, rückwärts) Rodrigo! 154
Don (Trauernd tief sass) Diego 154
Donau (An der schönen blauen) 261
Donner und Doria! 194
Donnergepolter (Hurtig mit) 326
Donnerstimme (Mit einer) 92
Donnerwetter Parapluie! 239

Page 652

Doppelt (Geteilte Freud' ist) Freude 187
Doppelt hält besser 42
Doppelt reisst nicht 42
Dorf (Lieber der Erste in einem), als der Zweite in Rom 458
Doria (Donner und)! 194
Dorn im Auge 17
Dort der Hollunderstrauch verbirgt mich 217
Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück 283
Drachengift (In gährend) hast du die Milch u. s. w. 217
Drachensaat 113
Drängen (Kein Blatt Papier soll sich zwischen mich u. s. w.) 535
Drang (Sturm und) 188
Drange (In seinem dunkeln) 174
Drangvoll fürchterliche Enge (Gekeilt in) 211
Drehen (Eine Sache), wie man will 51
Drehn und deuteln (An einem Kaiserwort soll man nicht) 507
Drei Männer umspannten den Schmerbauch ihm nicht 158
Dreierlei (Zum Kriegführen gehört): Geld, Geld, Geld! 446
Dreifachem (Mit) Erz gepanzert 392
Dreimal umziehen ist so schlimm wie einmal abbrennen 305
Dreissig (Schier) Jahre bist du alt u. s. w. 247
Dreiundzwanzig Jahre und nichts für die Unsterblichkeit gethan! 199
Dressur (Alles ist) 176
Dritte (Der) im Bunde 206. 449
Drückt (Nicht wissen, wo Einen der Schuh) 361
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob u. s. w. 208
Drum soll der Sänger mit dem König gehn u. s. w. 212
Du bist Erde und sollst zur Erde werden 4
Du bist mich doch nicht krank? 253
Du bist noch nicht der Mann, den Teufel festzuhalten 176
Du bist so schön! 176

Page 653

Du gewinnst sie auf mein Wort 164
Du glaubst zu schieben und du wirst geschoben 177
Du hast Diamanten und Perlen 248
Du hast die grössten Stiefel an 117
Du hast es eingerührt, du musst es auch ausessen 371
Du hast nun die Antipathie! 170
Du hast's gewollt (erreicht), Octavio! 210
Du isst mich nich, du trinkst mich nich? 253
Du jüngste, nicht geringste 296
Du (O) unglückseliges Flötenspiel! 195
Du (Paule,) rasest! 81
Du rettest den Freund nicht mehr 205
Du siehst mich an und kennst mich nicht? 246
Du siehst mich lächelnd an, Eleonore u. s. w. 165
Du sollst dem Ochsen, der da drischet, nicht das Maul verbinden 18
Du sollst niemand rühmen vor seinem Ende 56
Du sprichst ein grosses Wort gelassen aus 162
Du sprichst vergebens viel, um zu versagen u. s. w. 162
Du sprichst von Zeiten, die vergangen sind 197
Du stilles Haus (So leb' denn wohl)! 245
Du trägst den Cäsar und sein Glück! 458
Du weckst der alten Wunde unnennbar schmerzliches Gefühl 386
Duckt er da, folgt er uns eben auch 170
Düppel (Inneres) 551
Duften (Lieblich) 299
Dulcinea 315
Dulden (Grosse Seelen) still 197
Dumm (Herzlich) 209
Dumm (Mir wird von alledem so), als u. s. w. 167
Dummen (Da macht wieder jemand einmal einen) Streich 160
Dummes (Wer kann was), wer was Kluges denken u. s. w. 183

Page 654

Dummheit (Der kommt gewiss durch seine) fort 140
Dummheit (Mit der) kämpfen Götter selbst vergebens 213
Dunkel (Herrlich, etwas) zwar, aber u. s. w. 239
Dunkel war der Rede Sinn 203
Dunkelmänner 126
Dunkeln (Im) tappen 19
Dunkeln (In seinem) Drange 174
Dunkle Punkte 499
Dunkler Ehrenmann 175
Durch diese hohle Gasse muss er kommen u. s. w. 217
Durch (Einem) die Finger sehen 14
Durch Eisen und Blut 419
Durch seine Abwesenheit glänzen 426
Durch welchen Missverstand hat dieser Fremdling u. s. w. 199
Durch zweier Zeugen Mund wird allerwegs die Wahrheit kund 170
Durchbohrendem (In seines Nichts) Gefühle 199
Durchdringend (Mark und Bein) 90
Durstige (Eine) Seele 36

Echo (Ein Appell an die Furcht findet . . . kein) 553
Echte (Das) bleibt der Nachwelt unverloren 174
Echter (Ein) deutscher Mann mag u. s. w. 169
Eckart (Treuer) 115
Eckstein, Grundstein, Edelstein 43. 525
Edel sei der Mensch, hülfreich und gut 161
Edlen (Des Schweisses der) wert 144
Edlen (Geniess't im) Gerstensaft u. s. w. 266
Edlen (Willst du genau erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei)
Frauen an 166
Edler (Ein) Mann wird durch ein gutes Wort u. s. w. 162
Edler (Nichts halb zu thun ist) Geister Art 152

Page 655

Edler (O, welch' ein) Geist ist hier zerstört! 294
Egeria 111
Eherne Stirn 44
Ehre (Alles freudig an die) setzen 212
Ehre (Alles ist verloren, nur die) nicht 473
Ehre, dem Ehre gebührt! 83
Ehre einlegen 11
Ehren (Ein graues Haupt) 14
Ehrenmann (Dunkler) 175
Ehrenwerter (Brutus ist ein) Mann u. s. w. 296
Ehret die Frauen, sie flechten und weben u. s. w. 201
Ehrlicher Makler 561
Ehrliches Begräbnis 8
Ei des Columbus 463
Eifer (Blinder) schadet nur 142
Eifern mit Unverstand 82
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht u. s. w. 227
Eigen (Ach wenn du wärst mein)! 254
Eigentliche (Das) Studium der Menschheit ist der Mensch 271
Eigentümlichkeiten (Berechtigte) 552
Eigentum ist Diebstahl 288
Eignen (Der Not gehorchend, nicht dem) Trieb 213
Eile mit Weile! 459
Ein Adonis 109
Ein Ärgernis und eine Thorheit 83
Ein allgemeines Schütteln des Kopfes 155
Ein Amphitryon 273
Ein ander Bild! 257
Ein andermal von euern Thaten! 152
Ein anders denkendes Geschlecht 216

Page 656

Ein Appell an die Furcht findet in deutschen Herzen niemals ein
Echo 553
Ein Arbeiter im Weinberg 67
Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert 73
Ein Aristarch 454
Ein Armenvater 30
Ein Aschenbrödel 114
Ein aufgeblasener Frosch 416
Ein aufgeblasener Mensch 416
Ein Augenblick gelebt im Paradiese u. s. w. 197
Ein Augur muss das Lachen bezwingen, wenn er u. s. w. 456
Ein auserwähltes Rüstzeug 80
Ein barmherziger Samariter 73
Ein Basiliskenblick 417
Ein bellender Magen 399
Ein bewaffneter Friede 133
Ein bischen Französisch u. s. w. 263
Ein Blaubart 116
Ein Blaustrumpf 502
Ein Bluthund 25
Ein Boycott 505. 506
Ein Bramarbas 137
Ein Brandfuchs 22
Ein Bubenstück 34
Ein Buch mit sieben Siegeln 92
Ein Calembourg 122
Ein Caliban 298
Ein Capua der Geister 245
Ein confiscierter Kerl 193
Ein Danaërgeschenk 387
Ein Denkzettel 52

Page 657

Ein Don Juan 116
Ein Don Quijote 315
Ein Dorn im Auge 17
Ein dunkler Ehrenmann 175
Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, doch ihre Weine
trinkt er gern 169
Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort der Frauen weit geführt 162
Ein ehrlicher Makler 561
Ein ehrliches Begräbnis 8
Ein einziger Augenblick kann Alles umgestalten 152
Ein einzig Volk von Brüdern 216
Ein Enakskind 16
Ein Ende mit Schrecken nehmen 34. 525
Ein entlaubter Stamm 210
Ein entmenschtes Paar 203
Ein Erzbösewicht 40
Ein Fallstrick 77
Ein falscher Prophet 27
Ein fauler Bauch 331
Ein feiner junger Mann 23
Ein fettes Kalb schlachten 74
Ein frischer, fröhlicher Krieg 545
Ein frommer Betrug 410
Ein frommer Wunsch 438
Ein garstig Lied! Pfui! Ein politisch Lied! 168
Ein geflügeltes Wort 320
Ein Geniestreich 179
Ein geographischer Begriff 538
Ein geselliges Thier 353
Ein geselliges Wesen 353
Ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn 6

Page 658

Ein Giftbaum (Die Börse) 561
Ein glänzendes Elend 160
Ein glücklich liebend Paar 215
Ein Glückskind 399
Ein göttliches Leben führen 5
Ein Goliath 24
Ein Gotteslästerer 14
Ein graues Haupt ehren 14
Ein Grobian 120
Ein grosses Wort gelassen aussprechen 162
Ein guter Engel 54
Ein guter Gesell 54
Ein guter Mensch in seinem dunkeln Drange u. s. w. 174
Ein gutes Werk an einem thun 70
Ein Hanswurst 121
Ein Haruspex muss das Lachen bezwingen, wenn er u. s. w. 456
Ein Heautontimorumenos 358
Ein Heidenlärm 32
Ein heilloser Mensch 24
Ein Heisssporn 294
Ein Herz und eine Seele 80
Ein Himmel wie ein Sack 45
Ein Hofdemagoge 235
Ein hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel 213
Ein homerisches Gelächter 321
Ein Isegrim 114
Ein jeder Mensch hat seinen Preis 504
Ein jeder Stand hat seinen Frieden u. s. w. 141
Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen 214
Ein jegliches hat seine Zeit 41
Ein Jesuwider 132

Page 659

Ein Judas 71
Ein Judaskuss 71
Ein Judaslohn 70
Ein jüdischer Mann 52
Ein junges Lämmchen, weiss wie Schnee 156
Ein Justizmord 152
Ein Kaiserwort soll man nicht dreh'n noch deuteln 507
Ein Kalauer 122
Ein Kaliban 298
Ein Kannegiesser 268
Ein Kathedersocialist 556
Ein Kerl, der spekuliert, ist wie ein Tier auf dürrer Heide 167
Ein keuscher Joseph 9
Ein Kind des Todes 25
Ein kindlich Gemüt 203
Ein klassischer Schriftsteller 428
Ein klassischer Zeuge 413
Ein klein Paris 168
Ein knurrender Magen 399
Ein Königreich für ein Pferd! 297
Ein Koloss auf (mit) thönernen Füssen 50
Ein konfiszierter Kerl 193
Ein Kopfhänger 45
Ein Korps der Rache 526
Ein Kosmopolit 352
Ein Kreuzträger 65
Ein Krieg Aller gegen Alle 352
Ein Krieg bis aufs Messer 470
Ein Krösus 443
Ein kühner Griff 540
Ein kundiger Thebaner 300

Page 660

Ein lachender Erbe 382
Ein Lästermaul 38
Ein lautes Geheimnis 316
Ein Leben wie im Paradies 159
Ein lebendiger Hund ist besser als ein toter Löwe 42
Ein leidiger Trost 29
Ein letztes Glück und ein letzter Tag 180
Ein Lied, das Stein erweichen u. s. w. 142
Ein Linsengericht 8
Ein Lockvogel 46
Ein Lovelace 304
Ein Lückenbüsser 28
Ein Mäcen 422
Ein Märchen aus alten Zeiten 248
Ein Mann, der Alles weiss und gar nichts kann 234
Ein Mann nach dem Herzen Gottes 24
Ein Meerwunder 91
Ein Meidinger 523
Ein Meister in Israel 78
Ein menschliches Rühren 205
Ein Mentor 325
Ein Messer ohne Klinge, an welchem der Stiel fehlt 153
Ein Mordgeschrei 46
Ein munt'rer Seifensieder 138
Ein Narr des Glücks 301
Ein Narr wartet auf Antwort 249
Ein Nihilist 318
Ein Nimmersatt 41
Ein Nimrod 6
Ein notwendiges Übel 357
Ein öffentliches Geheimnis 316

Page 661

Ein Othello 300
Ein Palladium 110
Ein Pfahl im Fleisch 87
Ein Pferd! ein Pferd! ein Königreich für'n Pferd! 297
Ein Pharisäer 76
Ein Philister 22
Ein politisches Geschöpf 353
Ein Posaunenengel 69
Ein Prediger in der Wüste 43
Ein Pyrrhussieg 452
Ein Reptil 554
Ein Rhadamanth 109
Ein Eiese Goliath 24
Ein Ritter ohne Furcht und Tadel 472
Ein Ritter vom Geist 249
Ein Ritter von der traurigen Gestalt 316
Ein Rothschild 523
Ein rückwärts gekehrter Prophet 229
Ein Rufer im Streit 322
Ein salomonisches Urtheil 26
Ein Salondemagoge 235
Ein Salontiroler 235
Ein Samariter 73
Ein Samariterdienst 73
Ein sanftes Joch 65
Ein sardonisches Lachen 327
Ein Scandal 83
Ein Schandfleck 19
Ein Schauspiel für Götter! 161
Ein Schlachten war's, nicht eine Schlacht zu nennen 213
Ein Schmerzensschrei 469

Page 662

Ein Schrecken ohne Ende 525
Ein Seïde 281
Ein Seladon 272
Ein Skandal 83
Ein Sohn des Glücks 399
Ein sonderbarer Schwärmer 199
Ein Splitterrichter 63
Ein Staatshämorrhoidarius 255
Ein Stein des Anstosses 42
Ein steinerner Gast 116
Ein Stelldichein 155
Ein stiller Geist ist Jahre lang geschäftig u. s. w. 176
Ein streitbarer Held 21
Ein streitbarer Mann 20
Ein Struwwelpeter 256
Ein stummer Hund 45
Ein Sturm im Glase Wasser 278
Ein Sündenbock 14
Ein süsser Trost ist ihm geblieben u. s. w. 208
Ein Suppenkasper 257
Ein Tartufe 274
Ein Thersites 321
Ein Thor ist immer willig, wenn eine Thörin will 248
Ein tönend Erz oder eine klingende Schelle 84
Ein Tropfen demokratischen Öls 538
Ein unauslöschliches Gelächter 321
Ein ungläubiger Thomas 79
Ein unnütz Leben ist ein früher Tod 162
Ein unsauberer Geist 71
Ein unterbrochenes Opferfest. 222
Ein Uriasbrief 25

Page 663

Ein Vademecum 437
Ein Vater der Armen 30
Ein verlorener Tag 461
Ein vielköpfiges Ungeheuer 400
Ein Völkerfrühling 250
Ein Volk in Waffen 524
Ein voll gedrückt, gerüttelt und überflüssig Mass 73
Ein vollkommener Widerspruch bleibt gleich geheimnisvoll für Kluge
wie für Thoren 169
Ein wackrer Schwabe forcht sich nit 242
Ein Wahn, der mich beglückt u. s. w. 150
Ein Waisenvater 31
Ein weisser Rabe 425
Ein Weltbürger 352
Ein Weltkind 75
Ein Werdender wird immer dankbar sein 174
Ein Wolf im Schafskleide 63
Ein Wolkenkukuksheim 349
Ein wunderlicher Heiliger 33
Ein Zankapfel 96
Ein Zeitungsschreiber, ein Mensch, der seinen Beruf verfehlt hat 549
Ein Zerrbild 155
Ein Zetergeschrei 46
Ein Ziel aufs Innigste zu wünschen 293
Ein Zoïlus 452
Ein zweischneidiges Schwert 38
Ein zweites Ich 358
Eine ägyptische Finsternis 11
Eine affenähnliche Beweglichkeit 552
Eine angenehme Temperatur 548
Eine Armee in seiner Faust fühlen 192

Page 664

Eine babylonische Verwirrung 7
Eine berechtigte Eigentümlichkeit 552
Eine Blasphemie 15
Eine böse Sieben 61
Eine Circe 98
Eine der grössten Himmelsgaben 169
Eine dilatorische Behandlung 555
Eine Donnerstimme 92
Eine Dulcinea 315
Eine durstige Seele 36
Eine eherne Stirn 44
Eine eiserne Stirn 44
Eine Ente 124
Eine erstarrte Musik (Die Baukunst ist) 337
Eine falsche Zunge 34
Eine Fehlbitte thun 72
Eine fragwürdige Gestalt 292
Eine Gabe Gottes 41
Eine geschäftige Martha 73
Eine gesinnungsvolle Opposition 534
Eine göttliche Grobheit 230
Eine Gottesgabe 41
Eine Gotteslästerung 14
Eine Gurli 220
Eine grosse Kluft 75
Eine Hand wäscht die andere 346
Eine Hiobspost 28
Eine hungrige Seele 36
Eine Jeremiade 48
Eine Jugendeselei 250
Eine Kapuzinade 205

Page 665

Eine Kassandra 387
Eine katilinarische Existenz 549
Eine klingende Schelle 84
Eine Kollation 462
Eine Komödie der Irrungen 300
Eine Krähwinkelei 223
Eine Lästerschule 307
Eine löbliche Sitte 58
Eine Mördergrube aus seinem Herzen machen 46
Eine Mohrenwäsche 46
Eine Mystification 481
Eine Penelopearbeit 324
Eine Philippika 376
Eine platonische Liebe 351
Eine poetische Licenz 414
Eine redende Malerei (Poësie ist) 337
Eine Reihe von schönen Tagen 180
Eine rettende That 540
Eine Rodomontade 313
Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert 149
Eine Rosinante 315
Eine Sache drehen, wie man will 51
Eine saure Arbeit 42
Eine Schlange am Busen nähren 332
Eine schöne Menschenseele finden ist Gewinn 154
Eine schöne Seele 362
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer 335
Eine Schwefelbande 523
Eine (Seiner Länge) Elle zusetzen 63
Eine sitzen lassen 56
Eine Stentorstimme 322

Page 666

Eine stumme Poësie (Malerei ist) 337
Eine Sündflut 6
Eine Theokratie 360
Eine Todsünde 18
Eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt 201
Eine Utopie 290
Eine Verballhornisierung 128
Eine vertierte Soldateska 256
Eine vielköpfige Bestie 400
Eine Würde, eine Höhe u. s. w. 202
Eine Xanthippe 443
Eine Zeitungsente 124
Eine zweite Natur (Gewohnheit) 373
Einem angst und bange machen 48
Einem das Herz stehlen 8
Einem das Leben sauer machen 10
Einem das Maul stopfen 36
Einem das Wasser trüben 415
Einem den Eselstritt geben 415
Einem den Rücken bläuen 57
Einem die Leviten lesen 506
Einem durch die Finger sehen 14
Einem ist sie die hohe u. s. w. 201
Einen auf frischer That ertappen 431
Einen auf Händen tragen 35
Einen behüten wie seinen Augapfel 20
Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb 86
Einen grossen Rumor machen 23
Einen guten Kampf kämpfen 89
Einen mit Füssen treten 20
Einen Mohren weiss waschen 46

Page 667

Einen neuen Menschen anziehen 87
Einen Pfahl im Fleisch haben 87
Einen Schritt voraus sein (Die Regierung muss stets) 539
Einen steilen Berg hinan 143
Einen Stein statt Brot geben 63
Einen steinigen 17
Einen Tag verloren haben 461
Einer (Auch) von Denen 71
Einer für Viele 389
Einer (Von) aber thut mir's weh! 242
Einer wie der andre 83
Eines Abends spöte gingen Wassermaus u. s. w. 143
Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede u. s. w. 447
Eines schickt sich nicht für Alle u. s. w. 164
Eines thun und das Andere nicht lassen 68
Einfall (O der) war kindisch, aber göttlich schön! 197
Einfalt (Das übet in) ein kindlich Gemüt 203
Einfalt (O, heilige)! 509
Eingehet (Was zum Munde), verunreinigt den Menschen nicht 66
Eingekeilt (Gekeilt) in drangvoll fürchterliche Enge 211
Eingepökelte Begeisterung 165
Eingeschnürt (In spanische Stiefel) 167
Eingeweiht (Die Stätte, die ein guter Mensch betrat, ist) 165
Einig (Darüber sind die Gelehrten noch nicht) 404
Einig (Seid), einig, einig! 217
Einig (Wir sind e i n Volk und) woll'n wir handeln 216
Einlegen (Ehre) 11
Einmal (Des Lebens Mai blüht) und nicht wieder 196
Eins, aber es ist ein Löwe 334
Eins aber ist not 74
Eins (Mann und Frau sind) 3

Page 668

Einsam bin ich nicht alleine 239. 456
Einsamkeit (Wer sich der) ergiebt u. s. w. 171
Einst wird kommen der Tag 322
Eintrichtern 135
Einzig (Ein) Volk von Brüdern 216
Einzig (Unter Larven die) fühlende Brust 203
Eisen und Blut 418
Eisen (Der Gott, der) wachsen liess u. s. w. 227
Eiserne (Das wilde) Würfelspiel 194
Eiserne Stirn 44
Eitel (Alles ist) 41
Elbflorenz 154
Elemente (Die vier) 344
Elend (Glänzendes) 160
Eleonore (Du siehst mich lächelnd an)? u. s. w. 165
Elfte Stunde 67
Elle (Mit gleicher) messen 14
Elle (Seiner Länge eine) zusetzen 63
Elysium 98
Elysium (Tochter aus) 195
Emeline (Setz' dich, liebe) u. s. w. 237
Empfindsam 305
Enakskind 16
Ende (Am) muss sie untergeh'n 244
Ende (Bedenke das)! 55
Ende (Bis ans) aller Dinge 89
Ende (Das ist der Anfang vom) 297
Ende (Die schönen Tage in Aranjuez sind nun zu) 196
Ende (Du sollst niemand rühmen vor seinem) 56
Ende (Ein) mit Schrecken nehmen 34. 525
Ende (Lieber ein) mit Schrecken, als u. s. w. 525

Page 669

Ende (Shakespeare und kein) 179
Ende (Viel Büchermachens ist kein) 42
Enden (Noch keinen sah ich fröhlich) u. s. w. 202
Eng ist die Welt und das Grehirn ist weit 210
Enge (Gekeilt in drangvoll fürchterliche) 211
Engel (Ahnungsvoller) 170
Engel (Der gute) Jemandes sein 54
Engel (Des Menschen) ist die Zeit 211
Engel (Dies Kind, kein) ist so rein 203
Engel (Rein wie ein) 488
Engel (Was ist der Mensch? Halb Tier, halb)! 139
Engen (Im) Kreis verengert sich der Sinn 204
England erwartet, dass jeder seine Pflicht thut 504
Enkel (Weh' dir, dass du ein) bist! 168
Entbehre gern, was du nicht hast 141
Entblättert (Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie) 149
Ente 124
Entfernte (Eine Würde, eine Höhe) die Vertraulichkeit 202
Entlaubter Stamm 210
Entmenschtes Paar 203
Entränn' er jetzo kraftlos meinen Händen u. s. w. 217
Entrinnen (Kein) 25
Entschliessung (Der angebornen Farbe der) u. s. w. 293
Entschuldigen (Der Lord lässt sich) u. s. w. 211
Entschuldigung (Also dass sie keine) haben 81
Entschwundene Pracht 242
Entweichen (Siegt Natur, so muss die Kunst) 206
Entwürfe (Was sind Hoffnungen, was sind)? 214
Er denkt zu viel; die Leute sind gefährlich 296
Er, der herrlichste von allen 238
Er gefällt mir nicht, der neue Burgemeister 175

Page 670

Er geht umher wie ein brüllender Löwe 90
Er hat schon Vater Abraham gesehen 79
Er ist besser als sein Ruf 411
Er ist zu Schiff nach Frankreich 211
Er kam, sah und siegte 458
Er lebte, nahm ein Weib und starb 140
Er lügt wie telegraphiert 555
Er ruhe in Frieden! 33
Er schlug sich seitwärts in die Büsche 222
Er soll dein Herr sein 4
Er trägt sein Kreuz 65
Er war ein Mann, nehmt Alles nur in Allem u. s. w. 292
Er war unser! 174
Er war von je ein Bösewicht u. s. w. 226
Er will uns damit locken 123
Er zählt die Häupter seiner Lieben u. s. w. 208
Erbarmet (Der Gerechte) sich seines Viehes 39
Erbarmet (Wer sich des Armen) der leihet dem Herrn 40
Erbbegräbnis 8
Erben (Lachende) 382
Erblicken (Wär' nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt' es
nie) 362
Erbweisheit 534
Erdbeschreibung 144
Erdboden (Grosse Städte müssen vom) vertilgt werden 544
Erde (Alles was aus der) kommt u. s. w. 4
Erde (Armeen aus der) stampfen 212
Erde (Das ist das Loos des Schönen auf der) 211
Erde (Du bist) und sollst zu Erde werden 4
Erde (Himmel und) in Bewegung setzen 52
Erde (Himmel und) zu Zeugen anrufen 17

Page 671

Erde (Himmel und) zu Zeugen nehmen 17
Erde (O wunderschön ist Gottes) 159
Erde (Raum für Alle hat die) 215
Erde (Zwischen Himmel und) schweben 26
Erden (Alle Schuld rächt sich auf) 171
Erden (Die ist es oder keine sonst auf) 214
Erden (Es giebt mehr Ding' im Himmel und auf) u. s. w. 292
Erden (Was gleicht wohl auf) dem Jägervergnügen? 226
Erdenkloss 3
Erdetagen (Es kann die Spur von meinen) nicht u. s. w. 183
Ereignis (Das Unzulängliche hier wird's) 184
Ereignisse (Künftige) werfen ihre Schatten voraus 308
Ererbt (Was du) von deinen Vätern hast u. s. w. 174
Erfährt (Der Mensch), er sei auch wer er mag u. s. w. 180
Ergiebt (Die alte Garde stirbt und) sich nicht 493
Ergreifen (Lerne nur das Glück) 165
Ergreift (Der den Augenblick), das ist der rechte Mann 168
Ergreift (Mich), ich weiss nicht wie, himmlisches Behagen 173
Erhab'ne (Das) in den Staub ziehen 211
Erhabnen (Vom) zum Lächerlichen ist nur ein Schritt 489
Erhebt (Das . . . Schicksal, welches den Menschen), wenn es den
Menschen zermalmt 201
Erhoben (Und sie) die Hände zum lecker bereiteten Mahle 324
Erhoben (Weniger) und fleissiger gelesen 147
Erhöhet (Wer sich selbst), der wird erniedrigt 49
Erjagen (Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht) 167
Erisapfel 96
Erkenn' (Daran) ich meine Pappenheimer! 211
Erkenne dich selbst! 330
Erkennen (An ihren Früchten sollt ihr sie) 64
Erkennen (Willst du dich selber), so u. s. w. 201

Page 672

Erkenntnis (Vom Baum der) essen 3
Erkläret mir, Graf Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur 232
Erlauben (Meine Mittel) mir das 259
Erlaubt ist, was gefällt 165
Erlebt (Hast manchen Sturm) 247
Erleiden (Am Glauben Schiffbruch) 89
Ermuntre dich, mein schwacher Geist! 135
Erniedriget (Wer sich selbst erhöhet, der wird) 49
Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst 204
Ernst ist der Anblick der Notwendigkeit 210
Ernst (Zum Werke, das wir) bereiten u. s. w. 203
Ernten (Was der Mensch säet, das wird er) 380
Ernten (Wer Wind säet, wird Sturm) 50
Eroberungen (Moralische) 546
Erreichen (Der Schein soll nie die Wirklichkeit) 206
Erreicht (Du hast's), Octavio! 210
Errötend folgt er ihren Spuren 208
Errungen (Wer ein holdes Weib) 196
Erschaffen (Aus Nichts hat Gott die Welt) 58
Erscheinungen (Der) Flucht 200
Erstarrte Musik (Die Baukunst ist eine) 337
Erste (Der) Diener seines Staates 520
Erste (Dieses war der) Streich 265
Erste (Lieber der) in einem Dorfe, als u. s. w. 458
Erste (Ruhe ist die) Bürgerpflicht 524
Erste (Sie ist die) nicht 177
Ersten (Den) Stein auf jemanden werfen 78
Ersten (Der) Liebe goldne Zeit! 208
Ersten (Die) werden die Letzten sein 67
Erspart (Die Axt im Haus) den Zimmermann 217
Ertappen (Auf einem faulen Pferde) 92

Page 673

Ertappen (Auf frischer That) 431
Ertrage (Das), wem's gefällt! 313
Ertrage (Was die Schickung schickt)! 154
Ertragen (Alles in der Welt lässt sich), nur nicht u. s. w. 180
Erwählt (Das bessere Teil) haben 73
Erwarten (Nichts Besseres zu hoffen, noch zu) haben 57
Erweckt (Vertrauen) Vertrauen 455
Erweichen (Ein Lied, das Stein) u. s. w. 142
Erwirb es, um es zu besitzen 174
Erz (Ein tönend) 84
Erz (Mit dreifachem) gepanzert 392
Erzbösewicht 40
Erzogen (Wer nicht geschunden wird, wird nicht) 358
Es ändert sich die Zeit 217
Es bildet ein Talent sich in der Stille u. s. w. 165
Es drehen, wie man will 51
Es erben sich Gesetz und Rechte wie eine ew'ge Krankheit fort 168
Es fällt einem wie Schuppen von den Augen 81
Es führen viele Wege nach Rom 363
Es führt kein andrer Weg nach Küssnacht 217
Es geht mir ein Licht auf 30
Es geschieht nichts Neues unter der Sonne 41
Es giebt im Menschenleben Augenblicke 210
Es giebt mehr' Ding' im Himmel und auf Erden u. s. w. 292
Es giebt nur ein' Kaiserstadt u. s. w. 240
Es giebt zuletzt doch noch 'nen Wein 183
Es hat ja noch Zeit 251
Es hat nicht sollen sein 264
Es irrt der Mensch, so lang er strebt 174
Es ist Arznei, nicht Gift, was ich dir reiche 149
Es ist bestimmt in Gottes Rat u. s. w. 255

Page 674

Es ist ein klein Paris u. s. w. 168
Es ist eine alte Geschichte, doch u. s. w. 248
Es ist eine der grössten Himmelsgaben u. s. w. 169
Es ist Einer wie der Andre 83
Es ist Gefahr im Verzüge 406
Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe 63
Es ist ihr ewig Weh und Ach u. s. w. 168
Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei 3
Es ist Nichts dahinter 90
Es ist nichts schwerer zu ertragen u. s. w. 180
Es ist noch nicht aller Tage Abend 406
Es ist nur ein' Kaiserstadt u. s. w. 240
Es ist schon lange her 252
Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben u. s. w. 218
Es kann die Spur von meinen Erdetagen u. s. w. 183
Es kann ja nicht immer so bleiben u. s. w. 220
Es klebt Einem die Zunge am Gaumen 30
Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann 79
Es kostet den Hals 27
Es lebt ein anders denkendes Geschlecht 216
Es lebt ein Gott zu strafen und zu rächen 217
Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen u. s. w. 211
Es möchte kein Hund so länger leben 167
Es muss auch solche Käuze geben 170
Es muss doch Frühling werden 260
Es muss ja nicht gleich sein u. s. w. 251
Es prüfe, wer sich ewig bindet u. s. w. 208
Es ragt das Riesenmass der Leiber u. s. w. 203
Es rast der See und will sein Opfer haben 215
Es schreit zum Himmel 5
Es schwelgt das Herz in Seligkeit 208

Page 675

Es sich sauer werden lassen 46
Es sind nicht Alle frei, die ihrer Ketten spotten 150
Es soll der Sänger mit dem König gehen 212
Es steigt das Riesenmass der Leiber u. s. w. 203
Es thut mir lang schon weh', dass ich dich in der Gesellschaft seh' 170
Es trägt Verstand und rechter Sinn mit wenig Kunst u. s. w. 167
Es wächst der Mensch mit seinen grössern Zwecken 204
Es wär' so schön gewesen; es hat nicht sollen sein 264
Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen 178
Es war die Nachtigall und nicht die Lerche 299
Es war ein Mann, nehmt Alles nur in Allem u. s. w. 292
Es war nicht meine Wahl! 213
Es werde Licht! 3
Es wird Einem sauer 42
Es wird kein Stein auf dem andern bleiben 69
Esel (Buridans) 269
Esel (Was von mir ein) spricht, das acht' ich nicht 143
Eselinnen (Saul ging aus, seines Vaters) zu suchen und fand u. s. w. 24
Eselstritt 415
Essen (Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brot) 4
Essen, um zu leben; nicht leben, um zu essen 347
Essen (Vom Baum der Erkenntnis) 3
Essen (Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht) 89
Etwas ausposaunen 61
Etwas bleibt immer hängen 450
Etwas dunkel zwar, aber 's klingt recht wunderbar 239
Etwas fürchten und hoffen und sorgen u. s. w. 214
Etwas ist faul im Staate Dänemark 292
Etwas schwarz auf weiss besitzen 167
Euer Ruhm ist nicht fein 84
Eulen nach Athen tragen 349

Page 676

Eure Rede aber sei: Ja, ja, nein, nein 61
Europa kosakisch oder republikanisch 494
Europamüde 249
Europens übertünchte Höflichkeit 222
Ewig (Es ist ihr) Weh' und Ach u. s. w. 168
Ewig (Es prüfe, wer sich) bindet u. s. w. 208
Ewig ist die Freude 213
Ewig (O dass sie) grünen bliebe u. s. w. 208
Ewig-Weibliche (Das) u. s. w. 184
Ewig (Will sich Hektor) von mir wenden? 207
Ewige (Das) Rom 407
Ew'ger (Kein) Bund 208
Ewiger Schlaf 48
Ewigkeit (Was man von der Minute ausgeschlagen, giebt keine)
zurück 196
Excellenter (Aber die Pentameter sind doch noch) 218
Existenzen (Catilinarische) 549

Fabel (Zur) werden 19
Façon (Jeder nach seiner) 518
Faden der Ariadne 111
Faden (Der rote) 177
Fähnderichs (Die Leutnants und die) das sind die klügsten Leute 249
Fällt (Wenn der Mantel), muss der Herzog nach 195
Fahr' (Original,) hin in deiner Pracht 183
Fahren (In die Grube) 9
Fahren (Lass') dahin! 123
Fall (Hochmut kommt vor dem) 40
Fall (Politik von) zu Fall 559
Fall (Positus, ich setz' den) 243
Fallen (Man muss die Feste feiern, wie sie) 265

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Fallen (Wie ein Butterbrot auf die gute Seite) 240
Fallstrick 77
Falsch (Ohne), wie die Tauben 64
Falsche Brüder 87
Falsche Propheten 27
Falsche Zungen 34
Falten (In den) seiner Toga Krieg und Frieden tragen 454
Farbe (Der angebornen) der Entschliessung u. s. w. 293
Farben (Kennt ihr meine)? 246
Farbigen (Am) Abglanz haben wir das Leben 183
Fass der Danaïden 107
Fassen (Die Gelegenheit beim Schopf) 104
Faul (Etwas ist) im Staate Dänemark 292
Faulen (Auf einem) Pferde ertappt 92
Fauler Bauch 331
Faust (Ich fühle eine Armee in meiner) 192
Federlesen (Macht nicht so viel) u. s. w. 180
Federn (Mögen die) der Diplomaten u. s. w. 528
Federn (Sich mit fremden) schmücken 332
Fegfeuer (Die Seele aus dem) springt 511
Fehlbitte (Eine) thun 72
Fehlt (Ihm) kein teures Haupt 208
Feiern (Man muss die Feste) wie sie fallen 265
Feiern (Wenn solche Köpfe) u. s. w. 199
Feigenblatt 4
Fein (Euer Ruhm ist nicht) 84
Feindschaft (Darum keine) nicht! 243
Feiner (Ein) junger Mann 23
Feldgeschrei 20
Feldherr (So ist's, mein)! 211
Fern von Madrid 197

Page 678

Ferne (Das sei)! 21
Fernando (Was willst du), so trüb' und so bleich? 232
Fertig (Schnell) ist die Jugend mit dem Wort 210
Fertig (Wer) ist, dem ist Nichts recht zu machen 174
Fest (Das halte) mit deinem ganzen Herzen! 216
Feste (Man muss die) feiern, wie sie fallen 265
Feste (Saure Wochen! Frohe)! 172
Fette Jahre 9
Fettes (Ein) Kalb schlachten 74
Feuer (Die Kastanien aus dem) holen 273
Feuereifer 90
Feuers (Wohlthätig ist des) Macht, wenn u. s. w. 208
Feuertaufe 59
Feurige Kohlen auf Jemandes Haupt sammeln 40
Fichtenstamme (Nehmet Holz vom)! 208
Finden (Suchet, so werdet ihr)! 63
Findet (Ob sich das Herz zum Herzen) 208
Finger (Einem durch die) sehen 14
Finger Gottes 10
Finsterling 127
Finsternis (Ägyptische) 11
Finstren (Der) Mächte Hand 108
Fischer (Guten Morgen, Herr)! 532

Page 679

Fittige (Lust und Liebe sind die) zu grossen Thaten 162
Fläschchen (Ich und mein) sind immer beisammen 191
Fläschchen (Nachbarin! Euer)! 170
Flechten (Mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu) 208
Flechten (Sie) und weben 201
Flegeljahre 223
Fleisch (Das) ist schwach 70
Fleisch (Mein) und Blut 9
Fleisch (Pfahl im) 87
Fleisch von meinem Fleisch und Bein u. s. w. 3
Fleisches (Den Weg alles) gehen 5
Fleischtöpfe Ägyptens 12
Fleisses (Seines) darf sich jedermann rühmen 148
Fleissiger gelesen sein wollen 147
Fleucht (Was da) und kreucht 216
Flicht (Dem Mimen) die Nachwelt keine Kränze 204
Fliegen (Gebratene Tauben, die Einem ins Maul) 103
Fliehen (Mich) alle Freuden 314
Fliesst (Dann) die Arbeit munter fort 208
Flöten (Da schweigen alle) 137
Flötenspiel (O, du unglücksel'ges)! 195
Fluch (Das eben ist der) der bösen That 210
Flucht (Der Erscheinungen) 200
Flügeln (Auf) des Gesanges 248
Flügelschlag (Raum, ihr Herrn, dem) einer freien Seele 261
Fluscht (Dat) bäter! 527
Folgen (Ihre Werke) ihnen nach 93
Folgt (Errötend) er ihren Spuren 208
Forcht (Der wackre Schwabe) sich nit 242
Fordr' (So) ich mein Jahrhundert in die Schranken 199
Fordre niemand mein Schicksal zu hören! 246

Page 680

Fort musst du, deine Uhr ist abgelaufen 217
Fortschritt (Gehemmter) u. s. w. 544
Fortzeugend Böses gebären müssen 210
Fräulein (Mein schönes) darf ichs wagen u. s. w. 169
Frag' ich (Was) viel nach Geld und Gut u. s. w. 185
Frage (Die sociale) 491
Frage nur bei edlen Frauen an 166
Frage (Sein oder Nichtsein, das ist hier die) 293
Fragt mich nur nicht wie? 247
Fragwürdige Gestalt 292
Frankreich (Er ist zu Schiff nach) 211
Frankreich (Leben, wie Gott in) 511
Frankreich marschiert an der Spitze der Civilisation 497
Franzen (Ein echter deutscher Mann mag keinen) leiden 169
Französisch (So'n bischen) das ist doch u. s. w. 263
Frau (Die beste) ist Die, von der man am wenigsten spricht 348
Frau (Mann und) sind Eins 3
Frauen (Das Naturell der) ist so nah mit Kunst verwandt 183
Frauen (Ehret die) u. s. w. 201
Frauen (Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort der) weit
geführt 162
Frauen (So frage nur bei edlen) an 166
Frei bis zur Adria 498
Frei (Der Mensch ist) geschaffen, ist frei u. s. w. 203
Frei (Die Gedanken sind) 379
Frei (Es sind nicht alle), die ihrer Ketten spotten 150
Freie Kirche im freien Staate 469
Freien (Politik der) Hand 548
Freien (Raum . . . dem Flügelschlag einer) Seele! 261
Freien (Sie sollen ihn nicht haben, den) deutschen Rhein! 256
Freiheit (Auf den Bergen ist) 214

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Freiheit (Der) eine Gasse 238
Freiheit, die ich meine 238
Freiheit ist nur in dem Reich der Träume u. s. w. 211
Freiheit (Nur der verdient sich), wie das Leben u. s. w. 183
Freiheit (Schaumspritzen jugendlicher) 539
Fremde (Das Mädchen aus der) 202
Fremdem (Mit) Kalbe pflügen 21
Fremden Federn (Sich mit) schmücken 332
Fremdling (Durch welchen Missverstand hat dieser) u. s. w. 199
Fressen (O Herr, er will mich)! 54
Fressen (Schätze sammeln, die weder Motten noch Rost) 62
Fressen (Sein Leid in sich) 34
Freude (Des Lebens ungemischte) 202
Freude (Ewig ist die) 213
Freude (Geteilte) ist doppelte Freude 187
Freude (Hab' ich doch meine) dran 170
Freude, schöner Götterfunken 195
Freuden (Die), die man übertreibt, verwandeln sich u. s. w. 156
Freuden (Herrlich und in) leben 75
Freuden (Mich fliehen alle) 314
Freudig Alles an die Ehre setzen 212
Freudvoll und leidvoll u. s. w. 163
Freue, dich, liebe Seele! jetzt kommt ein Platzregen 132
Freuen (Sich mit den Fröhlichen) 83
Freuen (Sich) wie ein Stint 225
Freu'n (Morgen werden wir uns) 221
Freund (Lieber einen) verlieren, als einen Witz 397
Freund (Zurück! du rettest den) nicht mehr 205
Freunde (Gute), getreue Nachbarn 123
Freundliche Gewohnheit des Daseins 164
Freut' euch des Lebens u. s. w. 225

Page 682

Freut (Dess) sich das entmenschte Paar 203
Friede (Ein bewaffneter) 133
Friede im Lande 15
Friede (Krieg den Palästen!) den Hütten! 483
Friede sei mit dir 27
Friede sei mit euch! 78
Frieden (Das arme Herz erlangt den wahren) nur u. s. w. 221
Frieden (Ein jeder Stand hat seinen) 141
Frieden (Er ruhe in)! 33
Frieden (Es kann der Frömmste nicht in) bleiben u. s. w. 218
Frieden (Ich will) haben mit meinem Volke 547
Frieden (Krieg und) in den Falten seiner Toga tragen 454
Friedlands (Nacht muss es sein, wo) Sterne strahlen 210
Frisch (Im Auslegen seid) und munter 182
Frisch und gesund 29
Frischer (Auf) That ertappt 431
Frischer, fröhlicher Krieg 545
Fritz! Fritz! die Brücke kommt! 141
Fröhlich beisammen sitzen 220
Fröhlich (Noch Keinen sah ich) enden u. s. w. 202
Fröhlichen (Einen) Geber hat Gott lieb 86
Fröhlichen (Sich freuen mit den) 83
Fröhlicher Krieg 545
Frömmste (Es kann der) nicht in Frieden bleiben, wenn u. s. w. 218
Frohe (Saure Wochen!) Feste! 172
Fromm und schlicht nach altem Brauch 170
Fromme Wünsche 438
Frommen (Milch der) Denkart 217
Frommer Betrug 410
Frosch (Ein aufgeblasener) 416
Frucht (Die verbotene) 3

Page 683

Fruchtbar (Wie) ist der kleinste Kreis 182
Früchte (Die schlechtsten) sind es nicht u. s. w. 159
Früchten (An ihren) sollt ihr sie erkennen 64
Früh aufstehen 57
Früh übt sich, was ein Meister werden will 217
Früher (Ein unnütz Leben ist ein) Tod 162
Frühling (Es muss doch) werden! 260
Fühlende (Unter Larven die einzig) Brust 203
Führen (Besonders lernt die Weiber)! 168
Führen (Ein göttliches Leben) 5
Führen (Es) viele Wege nach Rom 363
Führt (Es) kein andrer Weg nach Küssnacht 217
Führt' (So) ich meine Klinge 294
Fünfhundert (Wohl, als wie) Säuen 169
Fünftes Rad am Wagen 118
Für den Augenblick geboren 174
Für die Freiheit eine Gasse! 238
Für die Katze 129
Für einen Kammerdiener giebt es keinen Helden 453
Für Görgen ist mir gar nicht bange u. s. w. 140
Für mich ist Spiel und Tanz vorbei 184
Fürchten (Etwas), und hoffen und sorgen muss der Mensch
u. s. w. 214
Fürchten (Gott) und sonst Nichts 563
Fürchten (Wenn ich einmal zu) angefangen u. s. w. 198
Fürchterlich (Da unten aber ist's) u. s. w. 203
Fürchterlich (Der Knabe Karl fängt an, mir) zu werden 198
Fürchterlich Musterung halten 192
Fürchterliche (Gekeilt in drangvoll) Enge 211
Fürst (Der) ist der erste Diener des Staats 520
Fürstendiener (Ich kann nicht) sein 199

Page 684

Füssen (Den Staub von den) schütteln 64
Füssen (Ein Koloss mit thönernen) 50
Füssen (Einen mit) treten 20
Füssen (Zu den) eines Lehrers sitzen 81
Fugen (Die Zeit ist aus den) 292
Furcht (Ein Appell an die) findet kein Echo u. s. w. 553
Furcht (Mit) und Zittern 33
Furcht (Ohne) und Tadel 472
Futter für Pulver 295

Gabe (Eine) Gottes 41
Gährend Drachengift (In) hast du die Milch u. s. w. 217
Gährung (Die Zeit nur macht die feine) kräftig 176
Gänzliche Wurschtigkeit 545
Gäste (Tages Arbeit! Abends)! 172
Gang (Verderben, gehe deinen)! 195
Ganymed 95
Ganz kannibalisch wohl 169
Ganze (Die Hälfte ist mehr als das) 327
Ganzem (Von) Herzen und von ganzer Seele 17
Ganzen (Immer strebe zum) u. s. w. 201
Garantien, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie u. s. w. 548
Garben (Tag der) 144
Garde (Die alte) stirbt und ergiebt sich nicht 493
Garstig (Ein) Lied! Pfui! Ein politisch Lied! 168
Garten (Wenn die Rose selbst . . . schmückt sie auch den) 244
Gas 133
Gasse (Der Freiheit eine) 238
Gasse (Durch diese hohle) muss er kommen 217
Gasse (Weisheit auf der) 37
Gassen (Was wälzt sich dort die langen) brausend fort? 205

Page 685

Gast (Der steinerne) 116
Gast (Hier wendet sich der) mit Grausen 202
Gatte (Mein Hüon, mein)! 310
Gattin (Die), die teure 209
Gaumen (Es klebt Einem die Zunge am) 30
Gazetten müssen nicht geniert werden 517
Gebären (Fortzeugend Böses) 210
Gebäudes (Die Krönung des) 285
Geben ist seliger denn Nehmen 81
Geben Sie Gedankenfreiheit! 199
Geben (Was willst du armer Teufel)? 176
Geber (Einen fröhlichen) hat Gott lieb 86
Geberden (Sich ganz absurd) 183
Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist u. s. w. 68
Gebet, so wird euch gegeben! 73
Gebetet (Hast du zur Nacht), Desdemona? 300
Gebiert (Der kreissende Berg) eine Maus 335
Gebiete deinen Thränen! 207
Geblieben (Das Phlegma ist) 194
Geblieben (Ein süsser Trost ist ihm) 208
Geboren (Für den Augenblick) 174
Geboren (In Arkadien) 196
Geboren (In Ketten) 203
Gebratene Tauben, die einem ins Maul fliegen 103
Gebrechlichkeit, dein Name ist Weib 292
Gebrochen (Eine Rose), ehe der Sturm sie entblättert 149
Gebrüllt (Gut), Löwe! 298
Gebühret (Ehre, dem Ehre)! 83
Gedärm (Was haben die Herrn doch für ein kurzes) 201
Gedank' (Wär' der) nicht so verwünscht gescheit u. s. w. 209
Gedanke (Zwei Seelen und ein)! 255

Page 686

Gedanken (Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine) zu
verbergen 487
Gedanken (Leicht bei einander wohnen die) 210
Gedanken sind zollfrei 379
Gedankenblässe 293
Gedankenfreiheit (Geben Sie)! 199
Gedankens (Der Wunsch ist des) Vater 295
Gedankenvoll sein 163
Gedeih'n (So kann die Wohlfahrt nicht) 209
Gedeiht (Unrecht Gut) nicht 38. 343
Geduld! Geduld! wenn's Herz auch bricht! 158
Gefährlich (Er denkt zu viel, die Leute sind) 296
Gefährlich ist's, den Leu zu wecken u. s. w. 209
Gefällt (Das ertrage, wem's)! 313
Gefällt (Erlaubt ist, was) 165
Gefällt (Nein, er) mir nicht, der neue Burgemeister! 175
Gefällt (Wenn es dem bösen Nachbar nicht) 218
Gefahr im Verzuge 406
Gefahr (Wer sich in) begiebt, kommt darin um 54
Gefallen (Der Würfel ist) 358
Gefallen (Vielen) ist schlimm 202
Geflügelte Worte 320
Gefrorne (Architektur ist) Musik 338
Gefühl (Der alten Wunde unnennbar schmerzliches) 386
Gefühl (Mein erst') sei Preis und Dank! 141
Gefühle (Das höchste der) 186
Gefühle (In seines Nichts durchbohrendem) 199
Gefühlt (Der Narben lacht, wer Wunden nie) 298
Gegeben (Die Sprache ist dem Menschen) um seine Gedanken zu
verbergen 487
Gegeben (Singe, wem Gesang) 242

Page 687

Gegen Demokraten helfen nur Soldaten 263
Gegen den Strom schwimmen 54
Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens 213
Gegen Windmühlen kämpfen 315
Gegend (Auch eine schöne)! 257
Geh' den Weibern zart entgegen u. s. w. 164
Geh' du linkwärts, lass mich rechtwärts gehen 192
Geh' ins Kloster 294
Gehe hin und thue desgleichen! 73
Gehe nach Jerichow und lass dir den Bart wachsen 25
Geheimnis (Ein lautes) 316
Geheimnisvoll (Ein vollkommener Widerspruch bleibt) 169
Gehemmter Fortschritt und beförderter Rückschritt 544
Gehen (Drum soll der Sänger mit dem König) 212
Gehen (Mit dem Volke soll der Dichter) 212
Gehen (Nach Kanossa) wir nicht 556
Gehet umher wie ein brüllender Löwe 90
Gehirn (Eng ist die Welt und das) ist weit 210
Gehirn (Mein) treibt wunderbare Blasen auf 199
Gehört (Mein ist der Helm und mir) er zu 212
Gehört (Zum Kriegführen) Geld, Geld, Geld! 446
Geholfen (Dem Mann kann) werden 193
Gehorchen (Man muss Gott mehr), als den Menschen 52
Gehorchend (Der Not), nicht dem eignen Trieb 213
Gehorsam ist des Christen Schmuck (Mut zeiget auch der
Mameluck) 205
Geht (Johanna) u. s. w. 212
Geissel (Was er spricht ist) 242
Geist (Arm an) 60
Geist (Den) aufgeben 49
Geist (Der) der Medizin ist leicht zu fassen 168

Page 688

Geist (Der) der stets verneint 176
Geist (Der) ist willig 70
Geist (Der) macht lebendig 86
Geist (Des Weines) des Brotes Kraft 266
Geist (Ein stiller) ist Jahre lang geschäftig 176
Geist (Ermuntre dich, mein schwacher)! 135
Geist (Natur und)—so spricht man nicht zu Christen 183
Geist (Nicht die Spur von einem) 176
Geist (O, welch' ein edler) ist hier zerstört 294
Geist (Ritter vom) 249
Geist (Sünde wider den heiligen) 65
Geist (Unsauberer) 71
Geist (Von einem bösen) im Kreis herumgeführt 167
Geister (Capua der) 245
Geister (Die ich rief, die), werd' ich nun nicht los! 172
Geister (Die) platzen aufeinander 122
Geister (Dienstbare) 90
Geister (Nichts halb zu thun, ist edler) Art 152
Geistes (Deines) hab' ich einen Hauch verspürt 243
Geistes (Schwert des) 88
Geistes (Wess) Kind 73
Geistesarm, Geistesarmut 60
Geiz ist die Wurzel alles Übels 89
Gekeilt in drangvoll fürchterliche Enge 211
Gekrönt (Wer ausharret wird) 154
Gelächter (Homerisches) 321
Gelächter (Unauslöschliches) 321
Gelassen (Du sprichst ein grosses Wort) aus 162
Geld (Dazu hat Buchholtz kein) 521
Geld, Geld, Geld gehört zum Kriegführen! 446
Geld (Heidenmässig viel) haben 551

Page 689

Geld (Sobald das) im Kasten klingt u. s. w. 511
Geld stinkt nicht 461
Geld (Thu') in deinen Beutel! 300
Geld (Was frag' ich viel nach) und Gut, wenn u. s. w. 185
Geld (Zeit ist) 356
Geldsachen (Bei) hört die Gemütlichkeit auf 537
Gelebt (Der hat) für alle Zeiten 204. 402
Gelebt (Ich habe) und geliebet 206
Gelegen (Der starb euch sehr) 211
Gelegenheit (Die) beim Schopf fassen 104
Gelegenheit (Die) ist günstig 217
Gelehrten (Daran erkenn' ich den) Herrn 183
Gelehrten (Darüber sind die) noch nicht einig 404
Gelernt (Nichts) und nichts vergessen haben 486
Gelesen (Fleissiger) sein wollen 147
Gelesen (Sie haben schrecklich viel) 174
Geliebet (Ich habe gelebt und) 206
Geliebten (Lebt wohl ihr Berge, ihr) Triften! 212
Geliebtes Deutsch 176
Gellen (Die Ohren) Einem 23
Gelten (Lasst ihn für einen Menschen) 298
Gelungen (Wem der grosse Wurf) 195
Gemacht (Was) werden kann, wird gemacht 526
Gemächlich (Vom sichern Port lässt sich's) raten 215
Gemein wie Brombeeren 295
Gemeine (Hinter ihm lag, was uns Alle bändigt, das) 174
Gemeinem (Aus) ist der Mensch gemacht 210
Gemeiner Pöbel 47
Gemüt (Das übet in Einfalt ein kindlich) 203
Gemütlichkeit (Bei Geldsachen hört die) auf 537
Geniert (Gazetten müssen nicht) werden 517

Page 690

Geniesse, was Dir Gott beschieden u. s. w. 141
Geniessen (Des Lebens Unverstand mit Wehmut zu) u. s. w. 251
Geniess't im edlen Gerstensaft des Weines Geist, des Brotes Kraft 266
Geniestreich 179
Genossen (Ich habe) das irdische Glück u. s. w. 206
Genug, dass jeglicher Tag seine Plage hat 63
Genug des grausamen Spiels! 203
Genug (Es ist), dass ein jeglicher Tag seine Plage habe 63
Genug (Wer den Besten seiner Zeit) gethan u. s. w. 204. 402
Geographischer Begriff 538
Georg (Schon Sieben—und) nicht hier? 190
Gepanzert mit dreifachem Erz 337
Gepflastert (Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen) 306
Gerechte (Der) erbarmet sich seines Viehes 39
Gerechte (Seine Sonne scheinen lassen über) und Ungerechte 61
Gerechten (Dem) giebt's der Herr im Schlafe 37
Gerechten (Der Schlaf des) 40
Gerechtigkeit (Recht und) 51
Gericht (Mit Einem ins) gehen 37
Geringste (Du jüngste, nicht) 296
Gern (Gleich und Gleich gesellt sich) 327
Gerollt (Was nutzt mich der Mantel, wenn er nicht) ist? 262
Gerstensaft (Geniess't im edlen) des Weines Geist u. s. w. 266
Gesang (Das Schöne blüht nur im) 211
Gesang (Singe, wem) gegeben 242
Gesang (Wer nicht liebt Wein, Weib und), der u. s. w. 125
Gesanges (Auf Flügeln des) 248
Gesattelt (Die Pferde sind) 245
Geschäft (Das) bringts mal so mit sich 263
Geschäftig (Ein stiller Geist ist Jahre lang) u. s. w. 176
Geschäftige Martha 73

Page 691

Geschäftiger Müssiggang 401
Geschaffen (Der Mensch ist frei), ist frei u. s. w. 203
Geschehene Dinge lassen sich nicht ungeschehen machen 340
Geschehenes ungeschehen machen wollen 340
Gescheit (Wär' der Gedank' nicht so verwünscht) u. s. w. 209
Geschenkt (Glaubst du, dieser Adler sei dir)? 226
Geschichte (Es ist eine alte) doch u. s. w. 248
Geschichte (Sein Charakterbild schwankt in der) 204
Geschickes (Doch mit des) Mächten u. s. w. 208
Geschiehet (Und) nichts Neues unter der Sonne 41
Geschlagen mit Blindheit 7
Geschlecht (Es lebt ein anders denkendes) 216
Geschoben (Du glaubst zu schieben und du wirst) 177
Geschöpf (Politisches) 353
Geschoss (Das ist Tells)! 218
Geschrieben (Was) ist, ist geschrieben 79
Geschunden (Wer nicht) wird, wird nicht erzogen 358
Geschwindigkeit (Affenähnliche) 552
Gesehn (Vieler Menschen Städte) haben 323
Gesell (Ein guter) 54
Geselliges Tier 353
Geselliges Wesen 353
Gesellschaft (Es thut mir lang schon weh, dass ich dich in der)
seh' 170
Gesellt (Gleich und gleich) sich gern 327
Gesetz (Es erben sich) und Rechte u. s. w. 168
Gesetzes (Das Auge des) wacht 209
Gesetzgebung (Die Klinke zur) 561
Gesicht (Hippokratisches) 347
Gesindel (Mit solchem) muss ich mich herumschlagen 520
Gesindel (Skrophuloses) 545

Page 692

Gesinnungsvolle Opposition 534
Gespannt (Allzu straff) zerspringt der Bogen 217
Gespenst (Das rote) 289
Gestalt (Ach, wie bald schwindet Schönheit und)! 251
Gestalt (Du kommst in so fragwürdiger) 292
Gestalt (Ritter von der traurigen) 316
Gestalten (Bassermannsche) 542
Gestalten (Ihr nah't euch wieder schwankende) 174
Gestern (Liegt dir) klar und offen u. s. w. 182
Gestern noch auf stolzen Rossen 251
Gestern (Von) sein 29
Gestohlenes Wasser schmeckt süss 38
Gestorben (Auch Patroklus ist) und war mehr als du 194. 323
Gestrigen (Den) Tag suchen 510
Gesund (Frisch und) 29
Gesunden (Die) bedürfen des Arztes nicht u. s. w. 64
Geteilte Freud' ist doppelt Freude u. s. w. 187
Gethan (Das hat mit ihrem Singen die Lorelei) 248
Gethan (Der Mohr hat seine Schuldigkeit) u. s. w. 194
Gethan (Ich hab') was ich nicht lassen konnte 215
Gethan (Ich habe schon so viel für dich) u. s. w. 170
Gethan (Kardinal, ich habe das Meinige) u. s. w. 200
Gethan (Nichts für die Unsterblichkeit) 199
Gethan (Wer den Besten seiner Zeit genug) u. s. w. 204. 402
Getreu bis in den Tod 92
Getreue Nachbarn 123
Getreuer Achates 389
Getreuer Eckart 115
Getrost nach Hause tragen 167
Gevatter Schneider und Handschuhmacher 205
Gewährt (Ich sei) mir die Bitte, in eurem u. s. w. 206. 449

Page 693

Gewährt (Welche Lust) das Reisen! 286
Gewärtig (Keines Überfalls) 211
Gewagt (Ich hab's)! 127
Gewalt (Und bist du nicht willig, so brauch' ich) 161
Gewaltiger (Ein) Jäger vor dem Herrn 6
Gewande (Moros, den Dolch im) 205
Gewicht (Rechtes Mass und) halten 57
Gewissen (Sich ein) aus Etwas machen 83
Gewissens (Sprich mir von allen Schrecken des) u. s. w. 197
Gewissensbisse 30
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört u. s. w. 169
Gewohnheit (Die) nennt er seine Amme 210
Gewohnheit ist eine zweite Natur 373
Gewohnheit (Schöne, freundliche) des Daseins 164
Geziemt (Zum Werke, das wir ernst bereiten) sich u. s. w. 208
Gieb (Varus) mir meine Legionen wieder! 460
Giessen (Öl in die Wunden) 73
Gift (Es ist Arznei, nicht) 149
Giftbaum (Die Börse) 561
Gigantische (Das grosse) Schicksal u. s. w. 201
Ging es leuchtend nieder, leuchtet's lange noch zurück 239
Gipfel (Mit dem rötlich strahlenden) 200
Gipfeln (Über allen) ist 162
Gipfelchen (Nur muss ein) sich nicht vermessen 150
Glänzen (Durch seine Abwesenheit) 426
Glänzendes Elend 160
Glänzt (Was) ist für den Augenblick geboren 174
Glanz (Wie kommt mir solcher) in meine Hütte? 212
Glatte Worte 38
Glaube (Allein mir fehlt der) 174
Glaube (Das) der Jude Apella! 398

Page 694

Glaube (Der) macht selig 72
Glaube (Der) versetzt Berge 84
Glaube, Liebe, Hoffnung 85
Glauben (Am) Schiffbruch erleiden 89
Glauben (Treu und) halten 48
Glaubens (Das Wunder ist des) liebstes Kind 174
Glaubenskämpfe 89
Glaubensschild 88
Glaubst du, dieser Adler sei dir geschenkt? 226
Gleich, Herr, gleich! 294
Gleich (Muss es denn) sein? 251
Gleich schenken? Das ist brav! Da wird er reüssieren! 169
Gleich und gleich gesellt sich gern 327
Gleichen (Ich werde nimmer seines) seh'n 292
Gleicht (Was) wohl auf Erden dem Jägervergnügen? 226
Glied (Als dienendes) schliess' an ein Ganzes dich an 201
Glück (Allein der Vortrag macht des Redners) 167
Glück (Cäsar und sein) 458
Glück (Da, wo du nicht bist, ist das) 283
Glück (Das) war niemals mit den Hohenstaufen 240
Glück (Ein letztes) und ein letzter Tag 180
Glück (Ich habe genossen das irdische) u. s. w. 206
Glück (Lerne nur das) ergreifen, denn das Glück ist immer da 165
Glück (Wer im) ist, der lerne den Schmerz! 214
Glückes (Jeder ist seines) Schmied 365
Glücklich allein ist die Seele, die liebt 163
Glücklich (Das habt ihr ihm) abgeguckt 204
Glücklich (Ein) liebend Paar 215
Glücklichen (Dem) schlägt keine Stunde 209
Glücklichen (Ein jeder Wechsel schreckt den) 214
Glückliches Österreich! 407

Page 695

Glücks (Narr des) 301
Glücks (Sohn des) 399
Glückskind 399
Glüht (Weil noch das Lämpchen) 225
Gnade finden vor deinen (meinen) Augen 7
Gnade und Barmherzigkeit 47
Gnaden (Von Gottes) 84
Gnädig (Gott sei mir Sünder)! 76
Görgen (Für) ist mir gar nicht bange 140
Götter (Der Mensch versuche die) nicht! 203
Götter (Ein Schauspiel für) 161
Götter (Mit der Dummheit kämpfen) selbst vergebens 213
Götter (Wen die) lieben, der stirbt jung 357
Götterfunken (Freude, schöner) 195
Göttin (Einem ist sie die hohe, die himmlische) u. s. w. 201
Göttlich (Kindisch, aber) schön! 197
Göttliche Grobheit 230
Göttliches (Ein) Leben führen 5
Gold aus Häckerling machen 158
Gold ist nur Chimäre 287
Golde (Nach) drängt, am Golde hängt doch Alles 169
Goldene Äpfel in silbernen Schalen 40
Goldene Berge versprechen 370
Goldene Mittelstrasse 394
Goldene Zeit 102
Goldenes Kalb 13
Goldenes Zeitalter 102
Goldne (Der ersten Liebe) Zeit 208
Goldner (Grün ist des Lebens) Baum 168
Goldwage (Seine Worte auf der) wägen 56
Goliath 24

Page 696

Gomorrah (Sodom und) 7
Gott (Aus Nichts hat) die Welt erschaffen 58
Gott (Bei) ist kein Ding unmöglich 7
Gott (Beim wunderbaren)—das Weib ist schön! 199
Gott (Dem Mutigen hilft) 216
Gott (Der), der Eisen wachsen liess u. s. w. 227
Gott (Der Mensch denkt,) lenkt 39
Gott (Einen fröhlichen Geber hat) lieb 86
Gott (Es lebt ein) zu strafen und zu rächen 217
Gott führt seine Heiligen wunderlich 33
Gott fürchten und sonst Nichts 563
Gott (Geniesse, was dir) beschieden 141
Gott giebt's den Seinen im Schlafe 37
Gott grüss Euch, Alter! Schmeckt das Pfeifchen? 152
Gott helfe mir! Amen 512
Gott (Ich danke dir), dass ich nicht bin wie andre Leute 76
Gott mehr gehorchen als den Menschen 52
Gott (Mit) für König und Vaterland 527
Gott (Nun danket Alle)! 57
Gott (O), das Leben ist doch schön! 200
Gott (Saat von) gesät, dem Tage der Garben zu reifen 144
Gott schuf ihn, also lasst ihn für einen Menschen gelten 298
Gott sei mir Sünder gnädig! 76
Gott sieht aufs Herz 24
Gott (So) will 81
Gott (So wahr) lebt! 30
Gott (Und) sahe, dass es gut war 3
Gott (Von) verlassen sein 33
Gott (Was) thut, das ist wohlgethan 136
Gott (Was) zusammengefügt hat, soll der Mensch u. s. w. 67
Gott weiss es 86

Page 697

Gott (Wem) will rechte Gunst erweisen 244
Gott (Wie) in Frankreich leben 511
Gott (Will's) 81
Gottähnlichkeit (Bei seiner) bange werden 168
Gotte (Gebet), was Gottes ist 68
Gottes (Ein Mann nach dem Herzen) 24
Gottes (Eine Gabe) 41
Gottes (Es ist bestimmt in) Rat u. s. w. 255
Gottes Finger 10
Gottes (Mann) 20
Gottes Mühlen mahlen langsam u. s. w. 362
Gottes (O wunderschön ist) Erde u. s. w. 159
Gottes (Volkes Stimme), Stimme 324
Gottes (Von) Gnaden 84
Gottesgabe 41
Gotteshaus 8
Gotteslästerer 14
Gotteslästerung 14
Gottestisch 136
Gottlosen (Der Rest ist für die) 34
Gottlosen (Die) kriegen die Neige 34
Gottverlassen 33
Grab' (Im) ist Ruh' 185
Grabstein, (auf deinem) wird man lesen u. s. w. 181
Gräber (Übertünchte) 69
Gräuel der Verwüstung 50
Graf (Erkläret mir) Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur! 232
Gras (Das) wachsen hören 115
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie u. s. w. 168
Graues (Ein) Haupt ehren 14
Grausamen (Genug des) Spiels! 203

Page 698

Grausen (Hier wendet sich der Gast mit) 202
Graut's (Heinrich! mir) vor dir 177
Grazie (Mit) in infinitum 173
Grazien (Der ungezogene Liebling der) 163
Grazien (Die) sind leider ausgeblieben 165
Greift nur hinein ins volle Menschenleben u. s. w. 174
Greis (Auf dem Dache sitzt ein) u. s. w. 258
Grenze (Der Rhein, Deutschlands Strom, nicht Deutschlands) 227
Grenzen (Natürliche) 485
Griechen (Das Land der) mit der Seele suchend 162
Griechen (Den) eine Thorheit 83
Griff (Der feine) und der rechte Ton 204
Griff (Der kühne) 540
Grillen (Wer wollte sich mit) plagen? 159
Grobheit (Göttliche) 230
Grobian 120
Grössern (Es wächst der Mensch mit seinen) Zwecken 204
Grössten (Du hast die) Stiefel an 117
Grösstes (Der Übel) aber ist die Schuld 214
Grog 503
Gross (Dieser letzten Tage Qual war) 211
Gross vor den Leuten 20
Grosse (Das) gigantische Schicksal u. s. w. 201
Grosse (Der) Heide 529
Grosse (Der) Unbekannte 31
Grosse (Die) Kunst macht dich rasen 81
Grosse (Eine) Kluft 75
Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus 308
Grosse Nation 486
Grosse Seelen dulden still 197
Grosse (Wem der) Wurf gelungen 195

Page 699

Grosse (Wenn der Leib . . . zerfallen, lebt der) Name noch 215
Grossen (Auf der) Retirade 239
Grossen (Die) Städte müssen vom Erdboden vertilgt werden 544
Grossen Rumor machen 23
Grossen (Unrecht leiden schmeichelt) Seelen 199
Grossen (Vergiss den) Schmerz 215
Grosser Heide 529
Grossvater (Als der) die Grossmutter nahm 191
Grube (In die) fahren 9
Grube (Wer Andern eine) gräbt, fällt u. s. w. 41
Grün ist des Lebens goldener Baum 168
Grün (Wie) sind deine Blätter! 254
Gründe (Die) der Regierung kenne ich nicht, aber u. s. w. 542
Gründe so gemein wie Brombeeren 295
Gründen (In des Waldes tiefsten) 221
Grünen (Auf keinen) Zweig kommen 29
Grünen (O, dass sie ewig) bliebe! 208
Grünen (So man das thut am) Holze u. s. w. 78
Grünen und blühen 35
Grüssen (Sag' ich lass' sie)! 250
Grund und Eckstein 43. 525
Grundgewalt (Des Basses) 168
Grundlagen (Auf den breitesten) 535
Grundstein, Eckstein, Edelstein 43. 525
Güldene Äpfel in silbernen Schalen 40
Günstig (Die Gelegenheit ist) 217
Gürten (Seine Lenden mit dem Schwerte) 13
Güte (Seine) währet ewiglich 27
Güter (Das Leben ist der) höchstes nicht 214
Güter (Nicht an die) hänge dein Herz, die u. s. w. 214
Gütern (Von des Lebens) allen ist der Ruhm u. s. w. 215

Page 700

Güterschlächter 372
Gütlich (Sich) thun 41
Gunst (Von der Parteien) und Hass verwirrt 204
Gunst (Wem Gott will rechte) erweisen u. s. w. 244
Gurli 220
Gustel von Blasewitz (Was? Der Blitz! Das ist ja die) 204
Gut angeschrieben sein 88
Gut aufgenommen (Wird man wo), muss man nicht gleich u. s. w. 239
Gut (Das Beste ist) genug 162
Gut gebrüllt, Löwe! 298
Gut (Hier ist) sein u. s. w. 67
Gut macht Mut 57
Gut (Unrecht) gedeiht nicht 38. 343
Gut (Was frag' ich viel nach Geld und) u. s. w. 185
Gute (Auf die) Seite fallen, wie ein Butterbrod 240
Gute (Böse Beispiele verderben) Sitten 85
Gute (Das) daran ist nicht neu 186
Gute Freunde, getreue Nachbarn 123
Gute Leute und schlechte Musikanten 233
Gute (Sieh', das) liegt so nah 165
Gute Vorsätze 306
Gute (Wenn) Reden sie begleiten u. s. w. 208
Guten (Alles) Grundstein 525
Guten (Da giebt es einen) Klang 208
Guten (Einen) Kampf kämpfen 89
Guten Morgen, Herr Fischer 532
Guter (Ein) Mensch in seinem dunkeln Drange 174
Guter Engel 54
Guter Gesell 54
Gutes mit Bösem vergelten 10
Gutes (Nicht müde werden) zu thun 87

Page 701

Gutes (Nichts) im Sinne haben 56

Ha! welche Lust, Soldat zu sein! 287
Haare (Die) stehen Einem zu Berge 28
Haase (Ich weiss von Nichts. Mein Name ist) 546
Hab' ich doch meine Freude d'ran! 170
Hab' mich nie mit Kleinigkeiten abgegeben 192
Haben (Sie sollen ihn nicht) u. s. w. 256
Haders (Des langen) müde 157
Häckerling (Aus) Gold machen 158
Hälfte (Bessere) 290
Hälfte (Die) ist mehr als das Ganze 327
Hände (Seine) in Unschuld waschen 18
Hände (Und sie erhoben die) zum lecker bereiteten Mahle 324
Händen (Auf) tragen 35
Hänge (Nicht an die Güter) dein Herz u. s. w. 214
Hängen bleibt immer Etwas 450
Häringsware (Begeisterung ist keine) 165
Häupter (Er zählt die) seiner Lieben 208
Häuser (Des Vaters Segen bauet den Kindern) 54
Halb (Nichts) zu thun, ist edler Geister Art 152
Halb Tier, halb Engel 139
Halb zog sie ihn, halb sank er hin 161
Halbasien 266
Halber (Geteilter Schmerz ist) Schmerz 187
Halbwelt 289
Hallen (In diesen heil'gen) u. s. w. 186
Hals (Den) kosten 27
Halsabschneider 372
Halte (Das) fest mit deinem ganzen Herzen 216
Halte, was du hast 8

Page 702

Halten (Fürchterlich Musterung) 192
Halten (Seine Zunge im Zaum) 91
Halten (Treue und Glauben) 48
Haltet Euch an meine Worte und nicht an meine Werke! 68
Haltet euch an Worte! 168
Hammel (Um auf besagten) zurückzukommen 420
Hand (Der finstren Mächte) 108
Hand (Die linke) nicht wissen lassen, was die rechte thut 61
Hand (Die Politik der freien) 548
Hand (Eine) wäscht die andere 346
Hand (Reich' mir die) mein Leben! 314
Hand (Seine) abziehen von Einem 16
Hand (Seine milde) aufthun 18
Hand vom Bild! 450
Hand (Wächst mir ein Kornfeld in der flachen)? 212
Hand wird nur von Hand gewaschen u. s. w. 165
Handeln (Wir sind ein Volk und einig woll'n wir) 216
Handschuhmacher (Gevatter Schneider und) 205
Hangen bleibt immer Etwas 450
Hangen und Bangen in schwebender Pein 163
Hannemann, geh' du voran u. s. w. 117
Hanswurst 121
Harmonie der Sphären 338
Harms (Des) vergessen 159
Harren der Dinge, die da kommen sollen 77
Harren (Wo man raucht, da kannst du ruhig) 222
Hart im Raume stossen sich die Sachen 210
Hart (Landgraf, werde)! 508
Harte (Verzeihen Sie das) Wort 265
Haruspices, die sich gegenseitig verlachen 465
Hass (Von der Parteien Gunst und) verwirrt u. s. w. 204

Page 703

Hassen (Wo Alles liebt, kann Carl allein nicht) 197
Hast du sonst noch Schmerzen? 314
Hast du zur Nacht gebetet, Desdemona? 300
Hast manchen Sturm erlebt 247
Hatte sich ein Ränzlein angemäst't u. s. w. 168
Hauch (Deines Geistes hab' ich einen) verspürt 243
Haupt (Der Mann ist des Weibes) 84
Haupt (Ein graues) ehren 14
Haupt (Feurige Kohlen auf Jemandes) sammeln 40
Haupt (Nicht haben, wo man sein) hinlege 64
Haupt (Und sieh! ihm fehlt kein teures) 208
Haus (Auf dass mein) voll werde 74
Haus (Dank vom) Österreich! 210
Haus (Die Axt im) erspart den Zimmermann 217
Haus (Ich und mein) wollen dem Herrn dienen 20
Haus (Sein) auf den Sand bauen 64
Haus (Sein) bestellen 43
Haus (So leb' denn wohl, du stilles)! 245
Hausrat (Urväter) 167
Haust du meinen Juden, so hau' ich deinen Juden 219
Heautontimorumenos 358
Hebe 95
Hebe dich weg von mir, Satanas! 59
Heben (Leichte Wolken) mich 213
Hecht (Der), der war doch blau! 140
Heerscharen (Die Menge der himmlischen) 73
Heide (Der grosse) 529
Heide (Ein Tier auf dürrer) 167
Heidenblindheit 82
Heidenlärm 32
Heidenmässig viel Geld 551

Page 704

Heil Dir im Siegeskranz 189
Heilige Einfalt! 509
Heil'gen (In diesen) Hallen u. s. w. 186
Heiligen (Sünde wider den) Geist 65
Heiliger (Wunderlicher) 33
Heiligt (Der Zweck) die Mittel 439
Heilloser Mensch 24
Heinrich (Der Wunsch war des Gedankens Täter) 295
Heinrich! mir graut's vor Dir 177
Heinz (Ich wollte es wär Schlafenszeit,) u. s. w. 295
Heiraten ist ein notwendiges Übel 357
Heiraten ist gut, aber ledig bleiben ist besser 84
Heisa, Juchheia! Dudeldumdei! Das geht ja hoch her. Bin auch
dabei! 205
Heiss wie die Hölle 488
Heisssporn 294
Heiter (Das Spiel des Lebens sieht sich) an u. s. w. 209
Heiter (Ernst ist das Leben), ist die Kunst 204
Heiter (Seht den Himmel, wie)! 186
Heiterkeit (Ungeheure) 254
Heitern (Die schwarzen und die) Loose 208
Hektor (Will sich) ewig von mir wenden? 207
Hekuba (Was ist ihm)? 293
Held (Ein streitbarer) 21
Helden (Für einen Kammerdiener giebts keinen) 453
Heldenstück (Das war kein) Octavio! 210
Helfen (Gegen Demokraten) nur Soldaten 263
Helfen (Zu schwach, zu) 185
Helikon 101
Heller (Der letzte) 61
Helm (Mein ist der) und mir gehört er zu 212

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Hemd (Das) ist mir näher als der Rock 366
Heringsware (Begeisterung ist keine) 165
Herkules am Scheidewege 332
Herkulesarbeit 110
Herkulische Kraft 110
Hermann, mein Rabe 192
Herr (Der) giebts dem Gerechten im Schlafe 37
Herr (Der) hats gegeben, der Herr hats genommen 28
Herr, dunkel war der Rede Sinn 203
Herr (Er soll dein) sein 4
Herr, (Gleich,) gleich! 294
Herr (Guten Morgen) Fischer! 532
Herr (O), er will mich fressen! 54
Herr (Wen der) liebet, den strafet er 38
Herr (Wie der), so der Knecht 420
Herren (Niemand kann zween) dienen 62
Herren (Raum, ihr), dem Flügelschlag u. s. w. 261
Herrlich, etwas dunkel zwar—Aber 's klingt recht wunderbar 239
Herrlich und in Freuden leben 75
Herrlich weit gebracht 167
Herrlichste (Er, der) von Allen 238
Herrn (Ach, was haben die) doch für ein kurzes Gedärm! 201
Herrn (Brosamen, die von des) Tische fallen 66
Herrn (Danket dem), denn er ist u. s. w. 27
Herrn (Daran erkenn' ich den gelehrten) 183
Herrn (Das Auge des) 355
Herrn (Der Weinberg des) 42
Herrn (Ich und mein Haus wollen dem) dienen 20
Herrn (Was steht dem) zu Diensten? 176
Herrn (Wer sich des Armen erbarmet, der leihet dem) 40
Herrnhuter 16

Page 706

Herrschen (Ich bin es müde, über Sklaven zu) 522
Herrscht (Der König), aber er regiert nicht 470
Herumreiten (Auf einem Prinzip) 536
Herumschlagen (Mit solchem Gesindel muss ich mich) 520
Heruntergekommen (Ich bin) und weiss doch selber nicht wie 173
Herz (Blick in dein eigenes)! 201
Herz (Das arme) hinieden u. s. w. 221
Herz (Der Wein erfreut des Menschen) 36
Herz (Doch werdet ihr nie) zu Herzen schaffen u. s. w. 167
Herz (Ein) und eine Seele 80
Herz (Einem das) stehlen 8
Herz (Es schwelgt das) in Seligkeit 208
Herz (Geduld, Geduld, wenn's) auch bricht! 158
Herz (Gott sieht aufs) 24
Herz (Kühl bis an's) hinan 161
Herz! mein Herz! warum so traurig? 237
Herz! mein Herz! was soll das geben? 161
Herz (Mein) ist schwer 170
Herz (Nicht an die Güter hänge dein) u. s. w. 214
Herz (Ob sich das) zum Herzen findet 208
Herz (Sein) ausschütten 23
Herz (Wach' auf, mein) und singe! 135
Herz (Wess das) voll ist, dess geht der Mund über 65
Herz (Willst du die andern versteh'n, blick' in dein eigenes) 201
Herz (Wo euer Schatz ist, da ist auch euer) 62
Herzen (Aus seinem) eine Mördergrube machen 46
Herzen (Das halte fest mit deinem ganzen)! 216
Herzen (Den sichern Schatz im) tragen 209
Herzen (Ein Appell an die Furcht findet im deutschen) kein Echo 553
Herzen (Nach dem) Gottes 24
Herzen und Nieren prüfen 33

Page 707

Herzen (Von ganzem) und von ganzer Seele 17
Herzen (Zwei) und ein Schlag 255
Herzens (Das Dichten des menschlichen) ist böse von Jugend auf 6
Herzens (Der Zug des) ist des Schicksals Stimme 210
Herzensdieb 8
Herzlich dumm 209
Herzog (Wenn der Mantel fällt, muss der) nach 195
Herzzerreissend 50
Heulen und Zähnklappen 64
Heureka! 451
Heute mir, morgen dir 57
Heute rot, morgen tot 56
Heute (Wirkst du) kräftig frei u. s. w. 182
Hexameter (In Weimar und in Jena macht man) u. s. w. 218
Hexen (Dies ist die Art mit) umzugehen 169
Hie sollen sich legen deine stolzen Wellen 31
Hie Welf! hie Waiblingen! 506
Hiebe (Deutsche) 195
Hienieden von manchem Sturm bewegt 221
Hier ist die Stelle, wo ich sterblich bin 198
Hier ist gut sein, hier lasst uns Hütten bauen 67
Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft 216
Hier sind wir versammelt zu löblichem Thun u. s. w. 178
Hier steh' ich, ein entlaubter Stamm 210
Hier stehe ich! Ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen 512
Hier unter dem wechselnden Mond 220
Hier vollend' ich's. Die Gelegenheit ist u. s. w. 217
Hier wendet sich der Gast mit Grausen 202
Hierher (Bis) und nicht weiter 31
Hilf (Arzt) dir selber! 56
Hilf, Samiel! 226

Page 708

Hilft (Dem Mutigen) Gott 216
Himmel (Den) offen sehen 78
Himmel (Ein), wie ein Sack 45
Himmel (Es giebt mehr Ding' im) und auf Erden u. s. w. 292
Himmel (Es schreit zum) 5
Himmel (Im siebenten) sein 87
Himmel (Mach' deine Rechnung mit dem) Vogt! 217
Himmel (Seht den) wie heiter! 186
Himmel und Erde in Bewegung setzen 52
Himmel und Erde zu Zeugen anrufen 17
Himmel und Erde zu Zeugen nehmen 17
Himmel (Willst du in meinem) mit mir leben u. s. w. 200
Himmel (Zwischen) und Erde schweben 26
Himmelhoch jauchzend 163
Himmelschreiend 4
Himmelsgaben (Es ist eine der grössten) u. s. w. 169
Himmelsglut (Umnebelnd) 170
Himmels (Ihn traf des) Strafgericht 226
Himmlisch (Ich denk' an euch ihr) schönen Tage! 229
Himmlische (Einem ist sie die hohe, die) Göttin u. s. w. 201
Himmlische Mächte 171
Himmlische Rosen ins irdische Leben flechten 201
Himmlischen (Die Menge der) Heerscharen 73
Himmlisches (Mich ergreift, ich weiss nicht wie) Behagen 173
Hin ist hin, verloren ist verloren! 157
Hinab (Klanglos zum Orkus) 207
Hinan (Das Ewig-Weibliche zieht uns) 184
Hinaus (Sehen, wo es) will 71
Hinaustreiben (zum Tempel) 78
Hineingreifen in's volle Menschenleben 174
Hinkommt (Wo der Mensch nicht) mit seiner Qual 214

Page 709

Hinten, weit in der Türkei 175
Hinter ihm, in wesenlosem Scheine u. s. w. 174
Hintergrunde (Wer weiss, was in der Zeiten) schlummert 197
Hiob (Arm wie) 28
Hiobspost 28
Hippokratisches Gesicht 347
Hippokrene 101
Hirsch (Wie der) schreiet nach frischem Wasser 34
Historiker (Der) ist ein rückwärts gekehrter Prophet 229
Hitze (Des Tages Last und) 68
Hoch (Das geht ja) her 205
Hoch (Das ist mir zu) 32
Hoch über Menschliches hinaus 203
Hochmut kommt vor dem Fall 40
Hochzeitlich (Kein) Kleid anhaben 68
Höchste (Das) der Gefühle 186
Höchste (Von des Lebens Gütern . . . ist der Ruhm das) 215
Höchstes (Der Güter) 214
Höflich (Im Deutschen lügt man, wenn man) ist 183
Höflichkeit (Das verschweigt des Sängers) 191
Höflichkeit (Europens übertünchte) 222
Höflichkeit (Pünktlichkeit ist die) der Könige 494
Höhe (Doch eine Würde, eine) entfernte die Vertraulichkeit 202
Höhen (Sie Beide wohnen auf der Menschheit) 212
Höhle des Löwen (Sich in die) wagen 334
Höhlt (Der Tropfen) den Stein 346
Hölle (Blendwerk der) 214
Hölle (Der Weg zur) ist mit guten Vorsätzen gepflastert 306
Hölle (Heiss wie die) 488
Hölle (Hohngelächter der) 149
Höre die andere Partei! 447

Page 710

Höre (Wer Ohren hat zu hören, der) 65
Hören (Das Gras wachsen) 115
Hören (Die Wahrheit nicht) wollen 541
Hören (Ford're Niemand mein Schicksal zu)! 246
Hören (Ohren haben und nicht) 37
Hörer des Worts 91
Hört (Bei Geldsachen) die Gemütlichkeit auf 537
Hof-Demagoge 235
Hoffen (Nichts Besseres zu) noch zu erwarten haben 57
Hoffen (O zarte Sehnsucht, süsses) 208
Hoffende (Das täuscht die) Seele nicht 202
Hoffnung (Glaube, Liebe) 85
Hoffnung lässt nicht zu Schanden werden 81
Hoffnungen (Was sind) was sind Entwürfe u. s. w. 214
Hohe (Noch eine) Säule zeugt u. s. w. 242
Hohenstaufen (Das Glück war niemals bei den) 240
Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel 213
Hohle (Durch diese) Gasse muss er kommen 217
Hohngelächter der Hölle 149
Holdes (Wer ein) Weib errungen 196
Hol' die Pest Kummer und Seufzen u. s. w. 295
Holen (Die Kastanien aus dem Feuer) 273
Hollunderstrauch (Dort der) verbirgt mich u. s. w. 217
Holz (Nehmet) vom Fichtenstamme 208
Holze (So das geschieht am grünen) u. s. w. 78
Homerisches Gelächter 321
Homers (Die Sonne) lächelt auch uns 200
Honig (Das Land, darinnen Milch und) fliesst 10
Hülfreich und gut 161
Hülle (Ich) mich in meine Tugend ein 395
Hüon (Mein), mein Gatte! 310

Page 711

Hüter (Soll ich meines Bruders) sein? 4
Hütte (Raum ist in der kleinsten) u. s. w. 215
Hütte (Wie kommt mir solcher Glanz in meine)? 212
Hütten (Hier lasst uns) bauen! 67
Hütten (Krieg den Palästen! Friede den)! 483
Huhn im Topfe 474
Humor (Das ist der) davon 296
Hund (Ein lebendiger) ist besser u. s. w. 42
Hund (Es möchte kein) so länger leben 167
Hund (Stummer) 45
Hunderttage (Die) 494
Hunger ist der beste Koch 347
Hungrige (Eine) Seele 36
Hurtig mit Donnergepolter 326
Hyänen (Da werden Weiber zu) 209
Hydra 102

Ibykus (Die Kraniche des) 203
Ich armer Thor 167
Ich bin besser als mein Ruf 412
Ich bin dein Vater Zephises und habe dir nichts zu sagen als
dieses 244
Ich bin der Geist, der stets verneint 176
Ich bin der Letzte meines Stammes 216
Ich bin des trocknen Tons nun satt 168
Ich bin die Nächste dazu 47
Ich bin ein Preusse, kennt ihr meine Farben? 246
Ich bin es müde, über Sklaven zu herrschen 522
Ich bin herunter gekommen und weiss doch selber nicht wie 173
Ich bin so klug, als wie zuvor 167
Ich (O) bin klug und weise 252

Page 712

Ich danke dir Gott, dass ich nicht bin wie andre Leute 76
Ich denk' an euch, ihr himmlisch schönen Tage! 229
Ich denke einen langen Schlaf zu thun, denn u. s. w. 211
Ich (Ein zweites) 358
Ich finde nicht die Spur von einem Geist u. s. w. 176
Ich fühle eine Armee in meiner Faust 192
Ich hab' gethan, was ich nicht lassen konnte 215
Ich hab' hier bloss ein Amt und keine Meinung 210
Ich hab's gewagt! 127
Ich habe das Meinige gethan u. s. w. 200
Ich habe einen Tag verloren! 461
Ich habe gelebt und geliebet 206
Ich habe genossen das irdische Glück u. s. w. 206
Ich habe keinen zweiten zu versenden 217
Ich habe schon so viel für dich gethan u. s. w. 170
Ich hülle mich in meine Tugend ein 395
Ich kam, ich sah, ich siegte 458
Ich kann nicht anders u. s. w. 512
Ich kann nicht Fürstendiener sein 199
Ich kann nichts thun, als dich beklagen, weil u. s. w. 185
Ich kenne Dich, Spiegelberg 192
Ich kenne meine Pappenheimer 211
Ich kenne zwar die Gründe der Regierung nicht u. s. w. 542
Ich könnte besser einen Bessern missen 295
Ich liebe eine gesinnungsvolle Opposition 534
Ich sag' es dir: ein Kerl der spekuliert, u. s. w. 167
Ich sei, gewährt mir die Bitte, in Eurem Bunde der dritte 206. 449
Ich steh' hier auf meinen Schein 298
Ich und mein Fläschchen sind immer beisammen 191
Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen 20
Ich versprach dir einmal, Spanisch zu kommen 163

Page 713

Ich war Jüngling noch an Jahren 286
Ich wasche meine Hände in Unschuld 18
Ich weiss nicht, was soll es bedeuten, dass ich u. s. w. 248
Ich weiss von Nichts. Mein Name ist Haase 546
Ich werde nimmer seines Gleichen seh'n 292

Page 714

Ich will Frieden haben mit meinem Volke 547
Ich wittre Morgenluft 292
Ich wollt' es wäre Schlafenszeit u. s. w. 295
Ich wünsche, dass Sonntags jeder Bauer sein Huhn im Topfe hat 474
Ihm fehlt kein teures Haupt 208
Ihn traf des Himmels Strafgericht 226
Ihr ewig Weh und Ach 168
Ihr himmlisch schönen Tage! 229
Ihr himmlischen Mächte 171
Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten 174
Ihr werdet nimmer seines Gleichen seh'n 292
Ihr werdet's nicht erjagen 167
Ihre Werke folgen ihnen nach 93
Ihre Zahl ist Legion 72
Ihr's (Wenn) nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen 167
Ikarusflug 112
Im Argen liegen 90
Im Auslegen seid frisch und munter u. s. w. 182
Im Bunde der dritte 206. 449
Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist 183
Im Dunkeln tappen 19
Im engen Kreis verengert sich der Sinn u. s. w. 204
Im Ganzen—haltet euch an Worte! 168
Im Grab' ist Ruh 185
Im Sack und in der Asche trauern 28
Im Schatten kühler Denkungsart 252
Im Schlafrock von Watte 310
Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brot essen 4
Im siebenten Himmel sein 87
Im Weinberge des Herrn arbeiten 67
Im Wein liegt Wahrheit 329

Page 715

Im wunderschönen Monat Mai 247
Im Zaume halten (Seine Zunge) 91
Immer auf dem Posten 521
Immer bleibt etwas hängen 450
Immer derselbige 444
Immer (Ein Thor ist) willig, wenn eine Thörin will 248
Immer (Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie) neu 248
Immer strebe zum Ganzen 201
Imperativ (Kategorischer) 145
In Abrahams Schoss 75
In alle Winde zerstreut 49
In Arkadien geboren 196
In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne 209
In den Falten seiner Toga Krieg und Frieden tragen 454
In den Staub ziehen 211
In den Wind reden 85
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister 173
In der elften Stunde 67
In der grossen Seestadt Leipzig 258
In der Zeiten Hintergrunde 197
In des Waldes tiefsten Gründen 221
In des Worts verwegenster Bedeutung 199
In deutschen Herzen findet ein Appell an die Furcht u. s. w. 553
In Dichters Lande gehen 181
In die Grube fahren 9
In diesem Menschenkopf malt sich die Welt anders 200
In diesen heil'gen Hallen kennt man die Rache nicht 186
In drangvoll fürchterliche Enge gekeilt 211
In einer Wage gewogen und zu leicht befunden werden 50
In flagranti ertappen 431
In Freuden leben 75

Page 716

In Frieden ruhen 33
In gährend Drachengift hast du die Milch u. s. w. 217
In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf 537
In Ketten geboren 203
In meinem Staate kann jeder nach seiner Façon selig werden 518
In Sack und Asche trauern 28
In Schlafrock und Pantoffeln (Revolutionäre) 241
In schwebender Pein 163
In seinem dunkeln Drange 174
In seines Nichts durchbohrendem Gefühle 199
In Seligkeit schwelgen 208
In sieben Sprachen schweigen 227
In so fragwürdiger Gestalt 292
In spanische Stiefel eingeschnürt 167
In Weimar und in Jena macht man Hexameter wie der; Aber die
Pentameter u. s. w. 218
In wesenlosem Scheine (Und hinter ihm) u. s. w. 174
In Zungen reden 72
Inhalt (Mehr), wen'ger Kunst 293
Innere (Was die) Stimme spricht u. s. w. 202
Inneres Düppel 551
Innigste (Ein Ziel aufs) zu wünschen 293
Ins Gericht gehen mit Einem 37
Ins Inn're der Natur dringt kein erschaffener Geist 138
Interessant (Wo ihr's packt, da ist's) 174
Interessiert (Die Mädels sind doch sehr) 170
Inwendige (Der) Mensch 82
Irdische (Ich habe genossen das) Glück 206
Irdische (Himmlische Rosen ins) Leben flechten 201
Irdischen (Keinem) ward des Lebens ungemischte Freude 202
Irren ist menschlich 339

Page 717

Irren (Mütter)! 208
Irrlichteriere(n) 167
Irrt (Es) der Mensch, so lang er strebt 174
Irrungen (Eine Komödie der) 300
Isegrim 114
Israel (Die Kinder) 8
Israel (Ein Meister in) 78
Isst (Du) mich nich, du trinkst mich nich? 253
Ist (Alles, was), ist vernünftig 228
Ist denn Lieben ein Verbrechen? 304
Ist der Leib in Staub zerfallen, lebt u. s. w. 215
Ist (Der Mensch), was er isst 253
Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode 293
Ist kein Dalberg da? 510
Italien, ein geographischer Begriff 538

Ja, Bauer! das ist ganz was anders! 145
Ja, ich bin's, du Unglücksel'ge, bin der Räuber Jaromir! 245
Ja, ja! nein, nein; was drüber ist, das ist vom Übel 61
Ja, jeder Zoll ein König! 301
Ja und Amen zu Etwas sagen 19
Jäger (Ein gewaltiger) vor dem Herrn 6
Jägervergnügen (Was gleicht wohl auf Erden dem)? 226
Jämmerlich umkommen 57
Jagen (Aus dem Tempel) 78
Jahr (Das tolle) 510
Jahre (Die fetten und die magern) 9
Jahre (Dreiundzwanzig) und Nichts u. s. w. 199
Jahre (Schier dreissig) bist du alt u. s. w. 247
Jahren (Ich war Jüngling noch an) 286
Jahrhundert (So fordr' ich mein) in die Schranken 199

Page 718

Jahrhunderte (Der verschönende Rost der) 534
Jahrmarkt des Lebens 52
Jammer (Der Menschheit ganzer) fasst mich an 177
Jammert (Dir steh'n zu seh'n, das) mir 253
Jammerthal 35
Jaromir (Bin der Räuber) 245
Je mehr er hat, je mehr er will u. s. w. 185
Jede Schuld rächt sich auf Erden 171
Jedem das Seine 377
Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert 73
Jeder Bauer soll Sonntags sein Huhn im Topfe haben 474
Jeder ist seines Glückes Schmied 365
Jeder ist sich selbst der Nächste 368
Jeder kann in meinem Staate nach seiner Façon selig werden 518
Jeder Mensch hat seinen Preis 504
Jeder solcher Lumpenhunde wird vom zweiten abgethan 182
Jeder Stand hat seinen Frieden u. s. w. 141
Jeder Tag hat seine Plage 63
Jeder Wechsel schreckt den Glücklichen 214
Jeder Zoll ein König! 301
Jedermann darf sich seines Fleisses rühmen 148
Jedes Land hat die Juden, die es verdient 266
Jedoch der schrecklichste der Schrecken u. s. w. 209
Jeglichen (Der Regen, der regnet) Tag 300
Jeglicher (Es ist genug, dass) Tag seine Plage habe 63
Jegliches hat seine Zeit 41
Jemandem angst und bange machen 48
Jemandem das Wasser trüben 415
Jemandem durch die Finger sehen 14
Jemanden auf frischer That ertappen 431
Jemanden wie seinen Augapfel behüten 20

Page 719

Jemandes guter Engel sein 54
Jemandes (Nach) Pfeife tanzen sollen 332
Jena (In Weimar und in) macht man Hexameter u. s. w. 218
Jeremiade 48
Jericho (Gehe nach) und lass dir den Bart wachsen 25
Jesu-wider 132
Jetzt kommt ein Platzregen (Freue dich liebe Seele)! 132
Jobses (Über diese Antwort des Kandidaten) u. s. w. 155
Joch (Ein sanftes) 65
Johann, der muntre Seifensieder 138
Johanna geht und nimmer kehrt sie wieder 212
John Bull 302
Jonathan 24
Jonathan (Bruder) 58
Joseph (Keuscher) 9
Jota (Kein) 60
Jubel (Wer ein holdes Weib errungen, mische seinen) ein! 196
Jubeljahr 15
Judas, Judaskuss 71
Judaslohn 70
Jude Apella (Das glaube der)! 398
Jude (Thut nichts, der) wird verbrannt 150
Juden (Den) ein Ärgerniss u. s. w. 83
Juden (Haust du meinen) hau' ich u. s. w. 219
Juden (Jedes Land hat die), die es verdient 266
Juden und Judengenossen 80
Judicieren (Denn wenn ich) soll, verlang' ich auch u. s. w. 169
Jüdischer (Ein) Mann 52
Jünger (Dieser) stirbt nicht 80
Jüngling (Den) ziert Bescheidenheit 245
Jüngling (Ich war) noch an Jahren 286

Page 720

Jüngste (Du), nicht Geringste! 296
Jüngsten (Die) Kinder meiner Laune 220
Jugend (Böse von) auf 6
Jugend (Schnell fertig ist die) mit dem Wort 210
Jugendeselei (Blöde) 250
Jugendlicher (Schaumspritzen) Freiheit 539
Jugendsünden 34
Jung (Wen die Götter lieben, der stirbt) 357
Junge (Das) Deutschland 251
Junges (Ein) Lämmchen, weiss wie Schnee 156
Jupiter pluvius 108
Justizmord 152

Kämpfen (Mit der Dummheit) Götter selbst vergebens 213
Kämpfen (Mit Windmühlen) 315
Kämpfer (Mensch sein heisst) sein 180
Kärrner (Wenn die Könige bau'n, haben die) zu thun 201
Käuze (Es muss auch solche) geben 170
Kaffee muss heiss sein wie die Hölle u. s. w. 488
Kainszeichen 5
Kaiser (Gebet dem), was des Kaisers ist 68
Kaiserlose (Die), die schreckliche Zeit 215
Kaiserreich (Das) ist der Friede 498
Kaiserstadt ('s giebt nur ein') u. s. w. 240
Kaiserwahnsinn 260
Kaiserwort (An einem) soll man nicht dreh'n noch deuteln 507
Kalauer 122
Kalb (Der Tanz um's goldne) 13
Kalb (Ein fettes) schlachten 74
Kalbe (Mit fremdem) pflügen 21
Kalbes (Die Anbetung des goldnen) 13

Page 721

Kaliban 298
Kalt (Weder), noch warm 92
Kam (Ich), ich sah, ich siegte 458
Kameele (Mücken seigen und) verschlucken 68
Kamill (Schäme dich)! 145
Kammerdiener (Für einen) giebt's keinen Helden 453
Kampf (Das Leben ein) 281
Kampf (Einen guten) kämpfen 89
Kampf gegen Windmühlen 315
Kampf ums Dasein 311
Kandidaten (Über diese Antwort des) Jobses u. s. w. 155
Kann ich Armeen aus der Erde stampfen? u. s. w. 212
Kannegiesser(ei), kannegiessern 268
Kannibalisch wohl (Uns ist ganz) 169
Kannst auch auf ein Morgen hoffen, das u. s. w. 182
Kannst du selber kein Ganzes werden u. s. w. 201
Kannst (O lieb', so lang du lieben)! 257
Kanonenfutter 295
Kanossa (Nach) gehen wir nicht 556
Kapitel (Das) lesen 506
Kapuzinade 205
Kardinal, ich habe das Meinige gethan u. s. w. 200
Karl (Der Knabe) fängt an, mir fürchterlich zu werden 198
Karl (Wo Alles liebt, kann) allein nicht hassen 197
Karlchen Miessnick 263
Karnickel (Der) hat angefangen 241
Kasernen (Das klassische Land der Schulen und) 497
Kassandra 387
Kastanien (Die) aus dem Feuer holen 273
Kastanien (Spanien, das Land der) 260
Kasten (Sobald das Geld im) klingt 511

Page 722

Kasus (Der) macht mich lachen 176
Kategorischer Imperativ 145
Kathedersocialismus, Kathedersocialist 556
Katilinarische Existenzen 549
Katze (Das ist für die) 129
Kaufe (Was ich mir dafür)! 263
Kaviar fürs Volk! 293
Keck (Wer) ist und verwegen u. s. w. 164
Kehren (Alles zum Besten) 123
Kehren (Den Mantel nach dem Winde) 119
Kehren (Neue Besen) gut 118
Kehren (Nur die Toten) nicht zurück 485
Kehrt (Johanna geht und nimmer) sie wieder 212
Kehrt (Was vergangen) nicht wieder 239
Kein (Bei Gott ist) Ding unmöglich 7
Kein Blatt Papier soll sich zwischen mich u. s. w. 535
Kein Engel ist so rein 203
Kein Entrinnen 25
Kein (Es möchte) Hund so länger leben 167
Kein (Es wird) Stein auf dem ändern bleiben 69
Kein ew'ger Bund 208
Kein Geld (Dazu hat Buchholtz) 521
Kein Heldenstück! 210
Kein hochzeitlich Kleid anhaben 68
Kein Jota 60
Kein leerer Wahn 205
Kein Mensch muss müssen 150
Kein Talent, doch ein Charakter 250
Kein Tittelchen 61
Keine bleibende Stätte haben 91
Keine Entschuldigung haben 81

Page 723

Keine Ruh' bei Tag und Nacht 92. 313
Keine sonst auf Erden 214
Keinen (Noch) sah ich fröhlich enden u. s. w. 202
Keinen zweiten zu versenden haben 217
Keines Überfalls gewärtig 211
Kelch (Dieser) mag an mir vorübergehen 70
Kelchesrand (Zwischen Lipp' und) u. s. w. 108
Kenne (Die Gründe der Regierung) ich nicht, aber u. s. w. 542
Kennst du das Land, wo die Citronen blüh'n? 171
Kennst (Du siehst mich an und) mich nicht? 246
Kennt (Ein weiser Vater, der sein eigen Kind) 298
Kennt ihr meine Farben? 246
Kennt (Meine Minna) mich nicht? 194
Kerl (Ein), der spekuliert, ist wie ein Tier u. s. w. 167
Kerl (Ein konfiszierter) 193
Kern (Des Pudels) 176
Ketten (Der Mensch ist frei und würd' er in) geboren 203
Ketten (Es sind nicht alle frei, die ihrer) spotten 150
Keule (Mit der) totschlagen 119
Keusch wie Joseph 9
Kieckebusch (Verstellung, dein Name ist) 292
Kind (Das) ist des Mannes Vater 308
Kind (Das ist ein weiser Vater, der sein eigen) kennt 298
Kind (Das jüngste) meiner Laune 220
Kind (Das Wunder ist des Glaubens liebstes) 174
Kind des Todes 25
Kind (Dies), kein Engel ist so rein 203
Kind (O selig, ein) noch zu sein! 252
Kind (Was ist mich das, mein) mit dich 253
Kind (Was schert mich Weib, was schert mich)? 247
Kind (Wehe dir Land, dess König ein) ist! 42

Page 724

Kind (Wer sein) lieb hat, der züchtigt es 39
Kind (Wess Geistes) 73
Kinder der Welt 75
Kinder (Die jüngsten) meiner Laune 220
Kinder Israel 8
Kinder (Mit gleicher Liebe lieb' ich meine) 196
Kinder (Morgen) wird's was geben u. s. w. 221
Kinder (Viel), viel Segen 37
Kindern (Des Vaters Segen bauet den) Häuser 54
Kindern (Wer seinen) giebt das Brot u. s. w. 119
Kindisch, aber göttlich schön! 197
Kindlein (Was wird aus dem) werden 73
Kindlich (Ein) Gemüt 203
Kindliches Vergnügen 263
Kind'schem (Hoher Sinn liegt oft in) Spiel 213
Kirche (Freie) im freien Staat 469
Kirchhofs (Die Ruhe eines) 199
Kirchturm (Musst nicht Knopf auf dem) sein 182
Kirchweihen (Zachäus auf allen) 76
Klagen (Nie schweigen seine) still 185
Klang (Da giebt es einen guten) 208
Klanglos zum Orkus hinab 207
Klar und offen 182
Klarheit (Zweifle an der Sonne)! 293
Klassische (Das) Land der Schulen und Kasernen 497
Klassischer Schriftsteller 428
Klassischer Zeuge 413
Klebt (Es) Einem die Zunge am Gaumen 30
Kleid (Kein hochzeitlich) anhaben 68
Klein mahlen 362
Klein Paris 168

Page 725

Kleine (Komm doch näher, liebe)! 226
Kleinere (Von zwei Übeln das) wählen 378
Kleinigkeiten (Hab' mich nie mit) abgegeben 192
Kleinsten (Raum ist in der) Hütte u. s. w. 215
Klinge (So lag ich und so führt' ich meine)! 294
Klingen (Die Ohren) Einem 23
Klingende Schelle 84
Klingt (Etwas dunkel zwar, aber 's) recht wunderbar 239
Klingt (Sobald das Geld im Kasten) 511
Klingt (Soweit die deutsche Zunge) 227
Klinke (Die) zur Gesetzgebung 561
Kloster (Geh ins) 294
Klügsten (Das sind die) Leute 249
Kluft (Eine grosse) 75
Klug (O, ich bin) und weise 252
Klug (So), als wie zuvor 167
Klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben 64
Kluges (Wer kann was) denken u. s. w. 183
Knabe (An der Quelle sass der) 214
Knabe (Der) Don Carl fängt an mir fürchterlich zu werden 198
Knapp', sattle mir mein Dänenross u. s. w. 158
Knapp (Wer wagt es, Rittersmann oder) u. s. w. 203
Knecht (Wie der Herr, so der) 420
Knechte (Der Gott, der Eisen . . ., der wollte keine) 227
Knopf (Musst nicht) auf dem Kirchturm sein 182
Knorr (Nur muss der) den Knubben hübsch vertragen 150
Knurrender Magen 399
Koch (Hunger ist der beste) 347
König (Der) herrscht, aber er regiert nicht 470
König (Der) rief und Alle, Alle kamen 229
König (Der wahre Bettler ist der wahre) 150

Page 726

König (Drum soll der Sänger mit dem) gehen 212
König (Jeder Zoll ein)! 301
König (Und der) absolut, wenn er unsern Willen thut 238
König (Wehe dir Land, dess) ein Kind ist! 42
Könige (Das ist das Unglück der), dass u. s. w. 541
Könige (Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der) 494
Könige (Wenn die) bau'n, haben die Kärrner zu thun 201
Königin (O), das Leben ist doch schön! 200
Königin (O), du weckst der alten Wunde unnennbar u. s. w. 386
Königreich (Ein) für ein Pferd! 297
Königreich (Saul u. s. w. fand ein) 24
Königsberg, die Stadt der reinen Vernunft 264
Königsthronen (Männerstolz vor) 196
Köpfe (Wenn solche) feiern 199
Köstlich (Wenn's) gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen 35
Kohl 424
Kohlen (Feurige) auf Jemandes Haupt sammeln 40
Kollation 462
Koloss mit [auf] thönernen Füssen 50
Komisch (Darin bin ich) 263
Komm doch näher, liebe Kleine! 226
Komm, lieber Mai, und mache 189
Komme, was kommen mag u. s. w. 299
Kommen (Durch diese hohle Gasse muss er) 217
Kommen (Einem Spanisch) 163
Kommen (Einst wird) der Tag 322
Kommen Sie 'rein in die gute Stube! 560
Kommen (Wann wird der Retter) diesem Lande? 216
Kommen, wie der Dieb in der Nacht 88
Kommen, wie Nikodemus bei der Nacht 78
Kommen, wie Zieten aus dem Busch 519

Page 727

Kommende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus 308
Kommenden (Etwas . . . sorgen muss der Mensch für den)
Morgen 214
Kommt (Ein Märchen . . ., das) mir nicht aus dem Sinn 248
Kommt (Es) die Nacht, da Niemand wirken kann 79
Kommt (Spät) ihr, doch ihr kommt! 209
Kommt (Von wannen) dir diese Wissenschaft? 213
Kommt (Wie) mir solcher Glanz in meine Hütte? 212
Komödie (Eine) der Irrungen 300
Konfiszierter Kerl 193
Konzentrieren (Sich rückwärts) 548
Kopf (Anders, als sonst in Menschenköpfen, malt sich in diesem) die
Welt 200
Kopf (Sich etwas über den) wachsen lassen 28
Kopfhänger, Kopfhängerei 45
Korah (Die Rotte) 16
Kornfeld (Wächst mir ein) in der flachen Hand? 212
Korps der Rache 526
Korydon (O weh, mir armen)! 156
Kosakisch oder republikanisch 494
Kosmopolit 352
Kosmos 338
Kostet (Es) den Hals 27
Kräftig (Die Zeit nur macht die feine Gährung) 176
Kräftig frei 182
Krähwinkel 223
Krähwinkelei 223
Krämervolk 51
Kränze (Dem Mimen flicht die Nachwelt keine) 204
Kraft (Des Weines Geist, des Brotes) 266
Kraft (Hier sind die starken Wurzeln deiner) 216

Page 728

Kraftlos (Entränn' er jetzo) meinen Händen u. s. w. 217
Kraniche des Ibykus 203
Krank (Du bist mich doch nich)? 253
Kranke (Der) Mann 513
Kranken (Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die) 64
Krankheit (Es erben sich Gesetz' und Rechte wie eine ew'ge) fort 168
Kranz (Die Damen in schönem) 202
Krapülinski und Waschlapski 250
Kreis (Im engen) verengert sich der Sinn 204
Kreis (Wie fruchtbar ist der kleinste) u. s. w. 182
Kreise (Störe meine) nicht! 452
Kreissende (Der) Berg gebiert eine Maus 335
Kreta (Auf nach)! 289
Krethi und Plethi 24
Kreucht (Was da) und fleucht 216
Kreusa!—Schatzkind!—Rabenvieh! u. s. w. 189
Kreuz (Nach) und ausgestanden Leiden 219
Kreuz (Sein) auf sich nehmen 65
Kreuz (Sein) tragen 65
Kreuze (Das sollst du am) bereuen! 205
Kreuzträger 65
Krieg Aller gegen Alle 352
Krieg bis aufs Messer! 470
Krieg den Palästen!—Friede den Hütten! 483
Krieg (Ein frischer, fröhlicher) 545
Krieg und Frieden in den Falten seiner Toga tragen 454
Krieg und Kriegsgeschrei 69
Kriegführen (Zum) gehört Geld, Geld, Geld! 446
Krönung des Gebäudes 285
Krösus 443
Kröte (Eines Abends spöte—Gingen Wassermaus und) 143

Page 729

Kronen (Dem Verdienste seine) 196
Krumme Wege 21
Kühl bis ans Herz hinan 161
Kühler (Im Schatten) Denkungsart 252
Kühner Griff 540
Künftige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus 308
Künstler (Bis zum) herunter 559
Kürze ist des Witzes Seele 293
Küssnacht (Es führt kein andrer Weg nach) 217
Kuh (Eine tüchtige), die ihn mit Butter versorgt 201
Kultur (Die), die alle Welt beleckt 169
Kulturkampf 557
Kummer (Hol' die Pest) und Seufzen! 295
Kummervolle Nächte 171
Kundiger Thebaner 300
Kunst (Das Naturell der Frauen ist so nah mit) verwandt 183
Kunst (Die grosse) macht dich rasen 81
Kunst (Die) ist lang, das Leben kurz 348
Kunst (Ernst ist das Leben, heiter ist die) 204
Kunst (Es trägt Verstand und rechter Sinn mit wenig) sich selber
vor 167
Kunst geht nach Brot 123
Kunst (Mehr Inhalt, weniger) 293
Kunst (Siegt Natur, so muss die) entweichen 206
Kunst (Wenn Sie eine) haben wollen, so haben Sie eine 560
Kurieren (Aus einem Punkte zu) 168
Kurz (Der Wahn ist) die Reu' ist lang 208
Kurz ist der Schmerz, und ewig ist die Freude 213
Kurzer (Der langen Rede) Sinn 209
Kurzes (Ach, was haben die Herrn doch für ein) Gedärm! 201
Kuss (Dieser Monat ist ein) u. s. w. 134

Page 730

Kyritz, mein Vaterland! 243

Labe (Trank voll süsser) 170
Labe (Trink' ihn aus den Trank der) 215
Labyrinth 111
Lachen (Der Kasus macht mich) 176
Lachen (Ein Haruspex muss das) bezwingen, wenn er den andern
sieht 456
Lachen (Nach) kommt Weinen 39
Lachen (Sardonisches) 327
Lachende Erben 382
Lacht (Der Narben), wer Wunden nie gefühlt 298
Lächelnd die Wahrheit sagen 396
Lächelnd (Du siehst mich) an, Eleonore 165
Lächelnd (Unter Thränen) 322
Lächelt (Die Sonne Homers) auch uns 200
Lächerlichen (Vom Erhabenen zum) ist nur ein Schritt 489
Lämmchen (Ein junges) weiss wie Schnee 156
Lämpchen (Freut euch des Lebens, weil noch das) glüht 225
Länge (Seiner) eine Elle zusetzen 63
Lärm (Viel) um nichts 300
Lärm (Wozu der)? Was steht u. s. w. 176
Lässt (Das) tief blicken, sagt Sabor 562
Lässt (Der Sieg des Miltiades) mich nicht schlafen 443
Lästermaul 38
Lästerschule 307
Lästerzunge (Wann dich die) sticht, so u. s. w. 159
Lag (So) ich und so führt ich meine Klinge 294
Lagienka (Denkst du daran, mein tapferer)? 246
Lamm (Wie ein) 45
Lamormain (Wohl ausgesonnen, Pater)! 209

Page 731

Lampe (Nach der) riechen 357
Land (Das), darinnen Milch und Honig fliesst 10
Land (Das) der Griechen mit der Seele suchend 162
Land der Schulen und Kasernen 497
Land des Weins und der Gesänge 169
Land (Jedes) hat die Juden, die es verdient 266
Land (Ritt in das alte romantische) 152
Land (Spanien, das) der Kastanien 260
Land (Wehe dir), dess König ein Kind ist! 42
Land, wo die Citronen blüh'n 171
Lande (Bleibe im) und nähre dich redlich 34
Lande (In Dichters) gehen 181
Lande (Wann wird der Retter kommen diesem) 216
Landes (Das ist des) nicht der Brauch 170
Landesvater 9
Landgraf! werde hart! 508
Lang (Der Wahn ist kurz, die Reu' ist) 208
Lang ist die Kunst, kurz ist das Leben 348
Lang', lang' ist's her! 310
Lange (Es ist schon) her 252
Langen (Des) Haders müde 157
Langen (Ich denke einen) Schlaf zu thun 211
Langen (Nach so) Leiden 314
Langen und Bangen in schwebender Pein 163
Langsam aber sicher 362
Larven (Unter) die einzig fühlende Brust 203
Lass dein Angesicht leuchten über mir! 15
Lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte thut 61
Lass deinen Vorwitz! 54
Lass dich ruhig nieder (Wo man singt) 222
Lass die linke Hand nicht wissen, was u. s. w. 61

Page 732

Lass die Toten ihre Toten begraben! 64
Lass dir den Bart wachsen! 25
Lass fahren dahin! 123
Lassen (Ach, wie ist's möglich dann, dass ich dich) kann 146
Lassen (Eines thun und das andere nicht) 68
Lassen (Ich hab' gethan, was ich nicht) konnte 215
Lassen (Thu', was du nicht) kannst 131
Lasst ihm doch das kindliche Vergnügen 263
Lasst ihn für einen Menschen gelten (Gott schuf ihn, also) 298
Lasst mich auch endlich Thaten seh'n 174
Lasst, Vater, genug sein des grausamen Spiels! 203
Last (Des Tages) und Hitze 68
Last (Ein jeder Stand hat seine) 141
Lau sein 92
Laune (Die jüngsten Kinder meiner) 220
Lautes Geheimnis 316
Lazarus, Lazareth, Lazzaroni 75
Leb' (So) denn wohl du stilles Haus! 245
Leb' wohl, Madrid! 239
Lebe, wie du, wenn du stirbst u. s. w. 141
Leben (Am farbigen Abglanz haben wir das) 183
Leben (Arbeit macht das) süss 153
Leben (Das) ein Kampf 281
Leben (Das) ein Traum 316
Leben (Das) ist der Güter höchstes nicht 214
Leben (Das) ist doch schön! 200
Leben (Das) ist kurz, die Kunst ist lang 348
Leben (Ein göttliches) führen 5
Leben (Ein unnütz) ist ein früher Tod 162
Leben (Ein), wie im Paradies 159
Leben (Einem das) sauer machen 10

Page 733

Leben (Ernst ist das), heiter ist die Kunst 204
Leben (Herrlich und in Freuden) 75
Leben (Himmlische Rosen ins irdische) flechten 201
Leben (Mit dem) davon kommen 58
Leben (Neues) blüht aus den Ruinen 217
Leben (Nicht an die Güter hänge dein Herz, die das) u. s. w. 214
Leben (Nur der verdient sich Freiheit und das) u. s. w. 183
Leben (Reich' mir die Hand, mein)! 314
Leben (Setzet ihr nicht das) ein u. s. w. 205
Leben (Sobald du mir vertraust, sobald weisst du zu) 168
Leben (Süsses), freundliche Gewohnheit des Daseins u. s. w. 164
Leben, um zu essen 347
Leben (Unser) währet u. s. w. 35
Leben (Was ist das) ohne Liebesglanz? 211
Leben wie Gott in Frankreich 511
Leben (Willst du in meinem Himmel mit mir) u. s. w. 200
Lebende (Der) hat recht 213
Lebendig (Der Geist macht) 86
Lebendig tot 89
Lebendiger (Ein) Hund ist besser u. s. w. 42
Lebens (Das Buch des) 88
Lebens (Das Spiel des) sieht sich heiter an 209
Lebens (Der Jahrmarkt des) 52
Lebens (Des) Mai blüht einmal und nicht wieder 196
Lebens (Des) ungemischte Freude u. s. w. 202
Lebens (Des) Unverstand mit Wehmut zu geniessen u. s. w. 251
Lebens (Freut euch des)! 225
Lebens (Grün ist des) goldner Baum 168
Lebens (Von des) Gütern allen u. s. w. 215
Lebet (Redst du von Einem, der da)? 203
Lebt (Wenn der Leib . . . zerfallen) der grosse Name noch 215

Page 734

Lebt wohl, ihr Berge, ihr geliebten Triften! 212
Lecker bereitetes Mahl 324
Leerer Wahn 205
Leergebrannt ist die Stätte 208
Legion (Ihre Zahl ist) 72
Legionen (Varus, gieb mir meine) wieder! 460
Legitimität 489
Legt ihr's nicht aus, so legt was unter! 182
Legt's zu dem Übrigen! 195
Lehren (Leiden sind) 333
Lehrers (Zu den Füssen eines) sitzen 81
Lehrstand, Nährstand, Wehrstand 130
Leib (Ist der) in Staub zerfallen u. s. w. 215
Leiber (Das Riesenmass der) 203
Leiche (Nur über meine) geht der Weg 154
Leiche (Und so sass er, eine) 202
Leichenstein (Setzt auf meinen) u. s. w. 180
Leichentuch (Soviel Arbeit um ein)? 246
Leicht bei einander wohnen die Gedanken u. s. w. 210
Leicht (Der Geist der Medizin ist) zu fassen 168
Leicht (Zu) befunden werden 50
Leichte Wolken heben mich 213
Leid (Liebes-) und Lust 300
Leid (Sein) in sich fressen 34
Leide und meide 360
Leiden (Nach Kreuz und ausgestand'nen) 219
Leiden (Nach so langen) 314
Leiden sind Lehren 333
Leiden (Unrecht) schmeichelt grossen Seelen 199
Leidenschaft (Die Eifersucht ist eine), u. s. w. 227
Leid'ger (Ein) Trost 29

Page 735

Leidvoll (Freudvoll und) 163
Leipzig (In der grossen Seestadt) 258
Leipzig (Mein) lob' ich mir u. s. w. 168
Leisten (Schuster bleib' bei deinem)! 451
Leisten (Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig) 217
Leitfaden 111
Lenden (Seine) mit dem Schwerte gürten 13
Lerche (Die) wars und nicht die Nachtigall 299
Lerne nur das Glück ergreifen: denn u. s. w. 165
Lerne (Wer besitzt, der) verlieren 214
Lerne (Wer im Glück ist, der) den Schmerz 214
Lernt die Weiber führen! 168
Lesen (Auf deinem Grabstein wird man) u. s. w. 181
Lesen (Einem den Text) 506
Lethe 101
Letzte (Ich bin der) meines Stammes 216
Letzte Rose 308
Letzten (Die) werden die Ersten sein 67
Letzten (Dieser) Tage Qual war gross 211
Letzten Heller 61
Letzter Mohikaner 310
Letztes (Ein) Glück und ein letzter Tag 180
Leu (Gefährlich ist's den) zu wecken u. s. w. 209
Leuchten (Sein Angesicht) lassen über u. s. w. 15
Leuchten (Sein Licht) lassen 60
Leuchtend (Aber ging es) nieder, leuchtet's lange noch zurück 239
Leute (Berühmte) 6
Leute (Das sind die klügsten) 249
Leute (Er denkt zu viel, die) sind gefährlich 296
Leute (Gute) und schlechte Musikanten 233
Leutnants (Die) und die Fähnderichs 249

Page 736

Leviten (Die) lesen 506
Licenz (Poetische) 414
Licht (Es geht mir ein) auf 30
Licht (Es werde)! 3
Licht (Mehr)! 530
Licht (Sein) unter den Scheffel stellen 60
Licht (Sein) vor den Leuten leuchten lassen 60
Licht (Wo viel) ist, ist starker Schatten 160
Licht (Zweifle an der Sterne)! 293
Lieb (Einen fröhlichen Geber hat Gott) 86
Lieb' (O) so lang' du lieben kannst 257
Lieb Vaterland magst ruhig sein! 262
Lieb (Wen der Herr) hat, den züchtigt er 38
Lieb (Wenn ich dich) habe, was geht's dich an! 172
Lieb hat (Wer sein Kind) der züchtigt es 39
Lieb (Wir haben einander so) 220
Liebchen (Mein), was willst du mehr? 249
Liebe deinen Nächsten als dich selbst 14
Liebe (Die) ist der Liebe Preis 199
Liebe (Die schöne Zeit der jungen) 208
Liebe (Freue dich) Seele, jetzt kommt ein Platzregen! 132
Liebe (Glaube), Hoffnung 85
Liebe (Ich) eine gesinnungsvolle Opposition 534
Liebe ist stark wie der Tod 42
Liebe (Lust und) sind die Fittige zu grossen Thaten 162
Liebe (Mantel der) 134
Liebe (Mit gleicher) lieb' ich meine Kinder 196
Liebe (Nun hat die) Seele Ruh' 74
Liebe (Platonische) 351
Liebe (Süss wie die) 488
Liebe (Zur) will ich dich nicht zwingen 186

Page 737

Lieben (Er zählt die Häupter seiner) 208
Lieben (Ist denn) ein Verbrechen? 304
Lieben (Wen die Götter), der stirbt jung 357
Liebend (Ein glücklich) Paar 215
Lieber der Erste in einem Dorfe als der Zweite in Rom 458
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende 525
Lieber einen Freund verlieren als einen Witz 397
Liebesglanz (Was ist das Leben ohne)? 211
Liebes-Leid und Lust 300
Liebesmüh' (Verlorene) 300
Liebet (Wen der Herr), den strafet er 38
Lieblich duften 299
Lieblich war die Maiennacht 251
Liebling (Der ungezogene) der Grazien 163
Liebsten (Vom), was man hat, scheiden müssen 255
Liebt (Es) die Welt das Strahlende zu schwärzen 211
Liebt (Wo alles) kann Karl allein nicht hassen 197
Lied (Ein garstig)! Pfui! Ein politisch Lied! 168
Lied (So ein), das Stein erweichen u. s. w. 142
Lieder (Böse Menschen haben keine) 222
Liegen, wie in Abrahams Schoss 75
Liegt (Die Welt) im Argen 90
Liegt dir Gestern klar und offen u. s. w. 182
Liegt (Hoher Sinn) oft in kind'schem Spiel 213
Lilliput, Lilliputer, Lilliputaner 302
Limonade (Die) ist matt, wie deine Seele 195
Linke (Lass deine) Hand nicht wissen, was die rechte thut 61
Linken (Die Böcke zur) 70
Links (Nicht wissen, was rechts oder) ist 51
Linkwärts (Geh' du), lass mich rechtwärts gehen 192
Linsengericht 8

Page 738

Lipp' (Zwischen) und Kelches Band u. s. w. 108
Locken (Er will uns damit) 123
Locken (Wenn dich die bösen Buben), so u. s. w. 37
Lockspitzel 267
Lockvogel 46
Löbliche Sitte 58
Löblichem (Hier sind wir versammelt zu) Thun 178
Löcken (Wider den Stachel) 80
Lösen (Nicht wert, die Schuhriemen zu) 71
Löwe (Ein lebendiger Hund ist besser, als ein toter) 42
Löwe (Eins, aber es ist ein) 334
Löwe (Gut gebrüllt)! 298
Löwe (Umhergehen wie ein brüllender) 90
Löwen (Sich in die Höhle des) wagen 334
Löwenanteil 334
Lohnes (Ein Arbeiter ist seines) wert 73
Loos (Das ist das) des Schönen auf der Erde 211
Loose (Die schwarzen und die heitern) 208
Lord (Der) lässt sich entschuldigen u. s. w. 211
Lorelei (Das hat mit ihrem Singen die) gethan 248
Los (Der Teufel ist) 93
Loslassen (Züchtigen und) 77
Lovelace 304
Lucifer 43
Lucullisch 457
Lückenbüsser 28
Lügen wie telegraphiert 555
Lügen (Zweifl', ob) kann die Wahrheit! 293
Lügt (Im Deutschen) man, wenn man höflich ist 183
Lügt (Wer einmal) dem glaubt man nicht u. s. w. 415
Luft! Luft! Clavigo! 160

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Lump (Nur der) ist bescheiden 178
Lumpenhunde (Jeder solcher) wird u. s. w. 182
Lust (Liebes-Leid und) 300
Lust und Liebe sind die Fittige zu grossen Thaten 162
Lust (Welche) gewährt das Reisen! 286
Lust (Welche) Soldat zu sein! 287
Lustwandeln 135
Luther (Als wie der Doktor) 168
Lynchen 500
Lynchjustiz 500

Mach deine Rechnung mit dem Himmel, Vogt! 217
Machen (Aus seinem Herzen eine Mördergrube) 46
Machen (Sich einen Namen) 24
Machen (Viele Worte) 55
Macht (Arbeit) das Leben süss 153
Macht (Die Natur) keinen Sprung 354
Macht (Eine Schwalbe) noch keinen Sommer 335
Mach't nicht so viel Federlesen! u. s. w. 180
Macht geht vor Recht 550
Macht (Mit unsrer) ist nichts gethan 123
Macht (Wissenschaft ist) 291
Macht (Wohlthätig ist des Feuers) 208
Madrid (Fern von) 197
Madrid (Leb' wohl) 239
Mäcen 422
Mächte (Der finstren) Hand 108
Mächte (Himmlische) 171
Mächten (Mit des Geschickes) u. s. w. 208
Mädchen (Das) aus der Fremde 202
Mädels (Die) sind doch sehr interessiert 170

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Mäkeln (Nur muss der eine nicht den andern) 150
Männer (O, diese) 265
Männer (Streitbare) 20
Männer (Woher der)? 324
Männerstolz vor Königsthronen 196
Märchen (Ein) aus alten Zeiten 248
Magen (Bellender) 399
Magere Jahre 9
Magst ruhig sein! 262
Magus im Norden 144
Mahl (Lecker bereitetes) 324
Mahlen (Gottes Mühlen) langsam u. s. w. 362
Mahlt (Wer zuerst kommt), zuerst 119
Mai (Des Lebens) blüht einmal und nicht wieder 196
Mai (Im wunderschönen Monat) 247
Mai (Komm, lieber) und mache 189
Maiennacht (Lieblich war die) 251
Majorität (Autorität, nicht) 543
Makler (Ehrlicher) 561
Maler (Raphael wäre ein grosser) geworden u. s. w. 148
Malerei ist stumme Poesie, Poesie redende Malerei 337
Malt (Anders . . .) sich in diesem Kopf die Welt 200
Mameluck (Mut zeiget auch der) 205
Mammon, Mammonsdiener 62
Mammon (Ungerechter) 75
Man glaubt zu schieben und man wird geschoben 177
Man lebt nicht, um zu essen, sondern isst, um zu leben 347
Man lebt nur einmal in der Welt 160
Man merkt die Absicht, und man wird verstimmt 165
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen 265
Man muss Gott mehr gehorchen, denn den Menschen 52

Page 741

Man sagt, er wollte sterben 211
Man sieht doch wo und wie 168
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen 218
Man spricht vergebens viel, um zu versagen u. s. w. 162
Man weiss nicht, was noch werden mag 242
Manchem Etwas bringen 174
Manchen Sturm erlebt haben 247
Mann (Ach, sie haben einen guten) begraben u. s. w. 153
Mann (Bestverleumdeter) 504
Mann (Brutus ist ein ehrenwerter) u. s. w. 296
Mann (Da rühre sich der) 180
Mann (Das war ein) u. s. w. 292
Mann (Dem) kann geholfen werden 193
Mann (Der brave) denkt an sich selbst zuletzt 215
Mann (Der den Augenblick ergreift, das ist der rechte) 168
Mann (Der), der das Wenn und das Aber erdacht u. s. w. 158
Mann (Der) ist des Weibes Haupt 84
Mann (Der kranke) 513
Mann (Der rechte) an der rechten Stelle 505
Mann (Der sogenannte arme) 561
Mann (Dies war ein) 292
Mann (Du bist noch nicht der), den Teufel festzuhalten 176
Mann (Ein), der Alles weiss und gar nichts kann 234
Mann (Ein echter deutscher) mag keinen Franzen u. s. w. 169
Mann (Ein edler) wird durch ein gutes Wort u. s. w. 162
Mann (Ein feiner junger) 23
Mann (Ein jüdischer) 52
Mann (Ein streitbarer) 20
Mann (Er war ein) u. s. w. 292
Mann Gottes 20

Page 742

Mann mit zugeknöpften Taschen, dir thut niemand was zu lieb
u. s. w. 165
Mann nach dem Herzen Gottes 24
Mann (Sei ein)! 26
Mann (Sie haben einen guten) begraben 153
Mann und Frau sind Eins 3
Mann (Wer niemals einen Rausch gehabt, der ist kein braver) 226
Mann (Wie ein) 23
Manna in der Wüste 12
Mannes (Das Kind ist des) Vater 308
Mannes (Eines) Rede ist keines Mannes Rede u. s. w. 447
Mantel (Den) nach dem Winde kehren 119
Mantel der Liebe 134
Mantel (Was nutzt mich der), wenn u. s. w. 262
Mantel (Wenn der) fällt, muss der Herzog nach 195
Mark und Bein durchdringend 90
Marmorglatt und marmorkalt 225
Marschall Vorwärts 527
Marschieren (An der Spitze der Civilisation) 497
Martha (Geschäftige) 73
Mass (Ein voll gedrückt, gerüttelt und überflüssig) 73
Mass (Mit dem), da ihr mit messet u. s. w. 73
Mass (Rechtes) und Gewicht halten 57
Massregeln, nicht Menschen 306
Material (Schätzbares) 530
Matt (Müde und) 19
Matt, wie deine Seele 195
Matthäi am Letzten sein 71
Maul (Du sollst dem Ochsen, der da drischet, nicht das) verbinden 18
Maul (Einem das) stopfen 36
Maul (Gebratene Tauben, die Einem ins) fliegen 103

Page 743

Maultier (Das) sucht im Nebel seinen Weg 171
Maus (Der kreissende Berg gebiert eine) 335
Max, bleibe bei mir! 211
Medizin (Der Geist der) ist leicht zu fassen 168
Meer (Alle Wasser laufen ins) 41
Meer (Wie Sand am) 7
Meergreis 325
Meerumschlungen (Schleswig-Holstein) 253
Meerwunder 91
Meffert (Peter) 500
Mehr Inhalt, weniger Kunst 293
Mehr Licht! 530
Meide (Leide und)! 360
Meidinger 523
Mein (Die Rache ist) 20
Mein erst Gefühl sei Preis und Dank! 141
Mein Feldherr (So ist's)! 211
Mein Gehirn treibt wunderbare Blasen auf 199
Mein geliebtes Deutsch 176
Mein Herz ist schwer 170
Mein Hüon, mein Gatte! 310
Mein ist der Helm und mir gehört er zu! 212
Mein Leipzig lob' ich mir u. s. w. 168
Mein Liebchen, was willst du mehr? 249
Mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe 59
Mein Name ist Haase 546
Mein (O) Sohn Absalom! 26
Mein Roderich! 197
Mein schönes Fräulein, darf ich wagen u. s. w. 169
Mein tapfrer Lagienka! 246
Mein (Wenn ich ihn nur habe, wenn er) nur ist! 230

Page 744

Meine (Freiheit, die ich) 238
Meine Minna geht vorüber? u. s. w. 194
Meine Mittel erlauben mir das 259
Meine Ruh' ist hin, mein Herz ist schwer 170
Meine Wenigkeit 416
Meine Wiege stand am Webstuhl meines Vaters 537
Meinige (Kardinal, ich habe das) gethan u. s. w. 200
Meinung (Ich hab hier bloss ein Amt und keine) 210
Meister (Das Werk lobt den) 56
Meister (Früh übt sich, was ein) werden will 217
Meister (In der Beschränkung zeigt sich erst der) 173
Meister in Israel 78
Meisters (Auf des) Worte schwören 168
Mene Tekel! 50
Menge (Die) der himmlischen Heerscharen 73
Mensch (Aus Gemeinem ist der) gemacht 210
Mensch, bezahle deine Schulden! 248
Mensch (Das eigentliche Studium der Menschheit ist der) 225
Mensch (Das ist fürwahr ein) gewesen! 180
Mensch (Denn ich bin ein) gewesen u. s. w. 180
Mensch (Der) denkt, Gott lenkt 39
Mensch (Der) erfährt, er sei auch, wer er mag u. s. w. 180
Mensch (Der) in seinem Wahn 209
Mensch (Der inwendige) 82
Mensch (Der) ist ein geselliges Tier 353
Mensch (Der) ist frei geschaffen, ist frei u. s. w. 203
Mensch (Der) ist, was er isst 253
Mensch (Der) lebt nicht vom Brot allein 17
Mensch (Der) versuche die Götter nicht! 203
Mensch (Die Stätte, die ein guter) betrat, ist eingeweiht 165

Page 745

Mensch (Die Welt ist vollkommen . . .,wo der) nicht hinkommt
u. s. w. 214
Mensch (Edel sei der) 161
Mensch (Ein aufgeblasener) 416
Mensch (Ein guter) in seinem dunkeln Drange 174
Mensch (Ein heilloser) 24
Mensch (Ein jeder) hat seinen Preis 504
Mensch (Ein Zeitungsschreiber ist ein) der seinen Beruf verfehlt
hat 549
Mensch (Es irrt der), so lang er strebt 174
Mensch (Es ist nicht gut, dass der) allein sei 3
Mensch (Es wächst der) mit seinen grösseren Zwecken 204
Mensch (Etwas fürchten und hoffen und sorgen muss der) für den
kommenden Morgen 214
Mensch (Gewöhnlich glaubt der), wenn er nur Worte hört, es müsse
sich dabei u. s. w. 169
Mensch (Kein) muss müssen 150
Mensch sein heisst Kämpfer sein 180
Mensch und Tiere schliefen feste 142
Mensch (Was der) säet, das wird er ernten 380
Mensch (Was Gott zusammengefügt, soll der) nicht scheiden 67
Mensch (Was ist der)? Halb Tier, halb Engel! 139
Mensch (Wohlthätig ist des Feuers Macht, wenn sie der) bezähmt,
bewacht 208
Menschen (Behandelt jeden) nach Verdienst und wer ist vor Schlägen
sicher? 293
Menschen (Böse) haben keine Lieder 222
Menschen (Das . . . Schicksal, welches den) erhebt, wenn es den
Menschen zermalmt 201
Menschen (Der Wein erfreut des) Herz 36
Menschen (Des) Engel ist die Zeit 211

Page 746

Menschen (Die Sprache ist dem) gegeben, um seine Gedanken zu
verbergen 487
Menschen (Durch welchen Missverstand hat dieser Fremdling zu) sich
verirrt? 199
Menschen (Einen neuen) anziehen 87
Menschen (Gott schuf ihn, also lasst ihn für einen) gelten 298
Menschen (Kummer und Seufzen bläst einen) auf u. s. w. 295
Menschen (Man muss Gott mehr gehorchen, als den) 52
Menschen (Massregeln, nicht) 306
Menschen (Rasch tritt der Tod den) an 218
Menschen (Vieler) Städte gesehen haben 323
Menschen (Was zum Munde eingeht, das verunreinigt den) nicht 66
Menschen (Wenn) auseinandergeh'n u. s. w. 255
Menschen (Wenn) schweigen, werden Steine schreien 77
Menschen (Wir) sind ja alle Brüder 234
Menschen (Wir Wilden sind doch bessere) 222
Menschenherz (Das arme) muss stückweis brechen 261
Menschenkind 6
Menschenköpfen (Anders begreif ich wohl, als sonst in) malt sich in
diesem Kopf die Welt 200
Menschenleben (Es giebt im) Augenblicke u. s. w. 210
Menschenleben (Greift nur hinein ins volle) u. s. w. 174
Menschenliebe (Milch der) 299
Menschenseele (Eine schöne) finden ist Gewinn 154
Menschheit (Auf der) Höhen wohnen 212
Menschheit (Der) ganzer Jammer fasst mich an 177
Menschlich (Irren ist) 339
Menschliches (Hoch über) hinaus 203
Menschliches Rühren 205
Mentor 325
Messen (Mit dem Mass, da ihr messet, wird man euch wieder) 73

Page 747

Messen (Mit gleicher Elle) 14
Messer (Krieg bis aufs) 470
Messer ohne Klinge, an welchem der Stiel fehlt 153
Methode im Wahnsinn 293
Methusala [Methusalem] 5
Mich betrügt man nicht 252
Mich ergreift, ich weiss nicht wie, himmlisches Behagen 173
Mich fliehen alle Freuden 314
Miessnick (Karlchen) 263
Milch der frommen Denkart 217
Milch der Menschenliebe 299
Milch und Honig (Das Land, darinnen) fliesst 10
Milde (Seine) Hand aufthun 18
Mildes (Wo Starkes sich und) paarten 208
Millionen (Seid umschlungen) 195
Miltiades (Der Sieg des) lässt mich nicht schlafen 443
Mimen (Dem) flicht die Nachwelt keine Kränze 204
Minister fallen wie Butterbrode gewöhnlich auf die gute Seite 240
Minna (Meine) geht vorüber? u. s. w. 194
Minute (Was man von der) ausgeschlagen u. s. w. 196
Mir fehlt der Glaube 174
Mir graut's vor dir! 177
Mir wird von alledem so dumm, als ging' mir ein Mühlrad im Kopf
herum 167
Mische (Wer ein holdes Weib errungen) seinen Jubel ein! 196
Missbilligen (Die Gründe . . kenne ich nicht, aber ich muss sie) 542
Missen (Ich könnte besser einen Bessern) 295
Missvergnügens (Der Winter unsres) 297
Missverstand (Durch welchen) hat dieser Fremdling u. s. w. 199
Mit Blindheit geschlagen 7
Mit Brettern vernagelt 133

Page 748

Mit dem Anstand, den er hatte 202
Mit dem Brustton der Überzeugung 556
Mit dem Leben davonkommen 58
Mit dem Mantel der Liebe zudecken 134
Mit dem Mass, da ihr messet, wird man euch wieder messen 73
Mit dem Volke soll der Dichter gehen u. s. w. 212
Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens 213
Mit der Goldwage abgewogene Worte 56
Mit des Geschickes Mächten u. s. w. 208
Mit des Orients Schätzen beladen 287
Mit Donnergepolter 326
Mit dreifachem Erz gepanzert 392
Mit einem ins Gericht gehen 37
Mit einer Donnerstimme 92
Mit einer Stentorstimme 322
Mit Feuereifer 90
Mit fremdem Kalbe pflügen 21
Mit fremden Federn (Sich) schmücken 332
Mit Füssen treten 20
Mit Furcht und Zittern 33
Mit gleicher Elle messen 14
Mit gleicher Liebe lieb' ich meine Kinder 196
Mit Gott für König und Vaterland 527
Mit Grazie in infinitum 173

Page 749

Mit guten Vorsätzen gepflastert 306
Mit Scorpionen züchtigen 27
Mit sehenden Augen nicht sehen 66
Mit seinem Pfunde wuchern 76
Mit solchem Gesindel muss ich mich herumschlagen! 520
Mit Ungestüm (Über die Berge) 220
Mit unsrer Macht ist Nichts gethan 123
Mit Unverstand eifern 82
Mit wenig Witz und viel Behagen 168
Mit Windmühlen kämpfen 315
Mit Würde (Das Unvermeidliche) tragen 235
Mit zugeknöpften Taschen 165
Mit Zungen reden 72
Mitte (Die rechte) 276
Mittel (Der Zweck heiligt die) 439
Mittel (Meine) erlauben mir das 259
Mittelstrasse (Die goldene) 394
Mitzulieben bin ich da 343
Mitzuteilen (Wohlzuthun und) u. s. w. 91
Modeteufel 132
Mögen die Federn der Diplomaten nicht verderben u. s. w. 528
Möglich (Ach wie ist's) dann, dass ich u. s. w. 146
Mörder (Und darum Räuber und)? 193
Mördergrube (Aus seinem Herzen eine) machen 46
Moros, den Dolch im Gewande 205
Mohikaner (Der letzte) 310
Mohr (Der) hat seine Schuldigkeit gethan u. s. w. 194
Mohren (Einen) weiss waschen 46
Mohrenwäsche 46
Monat (Dieser) ist ein Kuss u. s. w. 134
Monat (Im wunderschönen) 247

Page 750

Mond (Hier unter dem wechselnden) 220
Mondbeglänzte Zaubernacht 232
Montecchi und Capuletti 298
Moralische Eroberungen 546
Mord und Zeter schreien 46
Mordgeschrei 46
Morgen (Etwas fürchten . . . muss der Mensch für den
kommenden) 214
Morgen (Guten), Herr Fischer! 532
Morgen (Kannst auch auf ein) hoffen u. s. w. 182
Morgen, Kinder, wird's was geben, Morgen werden wir uns freu'n 221
Morgen, morgen, nur nicht heute! Sagen alle faulen Leute 147
Morgenluft wittern 292
Morpheus 112
Mortimer (Dieser) starb euch sehr gelegen 211
Moses und die Propheten haben 75
Most (Wenn sich der) auch ganz absurd gebärdet u. s. w. 183
Motten (Schätze sammeln, die weder) noch Rost fressen 62
Mücken seigen und Kameele verschlucken 68
Müde (Des langen Haders) 157
Müde (Nicht) werden Gutes zu thun 87
Müde, über Sklaven zu herrschen 522
Müde und matt 19
Müh' (Die) ist klein, der Spass ist gross 177
Mühe und Arbeit 35
Mühlen (Gottes) mahlen langsam u. s. w. 362
Mühlrad (Als ging' mir ein) im Kopf herum 167
Mühselig und beladen 65
Müller und Schultze 263
Münchhausen, Münchhauseniade 517
Müssen (Kein Mensch muss) 150

Page 751

Müssiggang (Geschäftiger) 401
Mütter irren 208
Mund (Durch zweier Zeugen) wird allerwegs u. s. w. 170
Mund (Wess das Herz voll ist, dess gehet der) über 65
Munde (Was zum) eingehet, das verunreinigt den Menschen nicht 66
Munter (Dann fliesst die Arbeit) fort 208
Munter (Im Auslegen seid frisch und) 182
Munt'rer Seifensieder 138
Murren (Ohne) 88
Musik (Die Baukunst ist eine erstarrte) 337
Musikanten (Gute Leute, schlechte) 233
Muss (Der Bien') 262
Muss es denn gleich sein? 251
Muss (Man) die Feste feiern, wie sie fallen 265
Musst nicht Knopf auf dem Kirchturm sein 182
Musterung (Fürchterlich) halten 192
Mut (Gut macht) 57
Mut zeiget auch der Mameluck, Gehorsam ist des Christen
Schmuck 205
Mutigen (Dem) hilft Gott 216
Myrmidonen 321
Mystifizieren, Mystifikation 481

Nach Adam Riese 512
Nach Canossa gehen wir nicht! 556
Nach dem Herzen Gottes 24
Nach den Fleischtöpfen Ägyptens sich zurücksehnen 12
Nach der Lampe riechen 357
Nach der Pfeife tanzen sollen 332
Nach frischem Wasser schreien 34
Nach Golde drängt, am Golde hängt doch Alles! 169

Page 752

Nach Kanossa gehen wir nicht 556
Nach Kreta! 289
Nach Kreuz und ausgestand'nen Leiden 219
Nach Lachen kommt Weinen 39
Nach Rom (Es führen viele Wege) 363
Nach so langen Leiden 314
Nach uns die Sündflut! 481
Nach Valencia! 155
Nach Verdienst behandeln 293
Nachbar (Wenn es dem bösen) nicht gefällt, kann u. s. w. 218
Nachbarin, Euer Fläschchen! 170
Nachbarn (Getreue) 123
Nacht (Es kommt die), da Niemand wirken kann 79. 180
Nacht (Hast du zur) gebetet, Desdemona? 300
Nacht (Keine Ruh' bei Tag und) 92. 313
Nacht muss es sein, wo Friedlands Sterne strahlen 210
Nacht (Wie ein Dieb in der) kommen 88
Nacht (Wie Nicodemus kommen bei der) 78
Nachtigall (Es war die) und nicht die Lerche 299
Nachwelt (Das Echte bleibt der) unverloren 174
Nachwelt (Dem Mimen flicht die) keine Kränze 204
Nackte Wahrheit 393
Nächste (Der) dazu sein 47
Nächste (Jeder ist sich selbst der) 368
Nächsten (Liebe deinen) als dich selbst 14
Nächstenliebe 14
Nächte (Kummervolle) 171
Näher (Komm doch), liebe Kleine! 226
Nähre dich redlich! 34
Nähren (Eine Schlange am Busen) 332
Nährstand, Lehrstand, Wehrstand 130

Page 753

Name ist Schall und Rauch, umnebelnd Himmelsglut 170
Name (Mein) ist Haase 546
Name (Schwachheit, dein) ist Weib! 292
Name (Verstellung, dein) ist Kiekebusch 292
Name (Was ist ein)? u. s. w. 299
Name (Wenn der Leib in Staub zerfallen, lebt der grosse) noch 215
Namen nennen dich nicht 191
Namen (Sich einen) machen 24
Namen (Wer zählt die Völker, nennt die)? 203
Narben (Der) lacht, wer Wunden nie gefühlt 298
Narr (Der bleibt ein) sein Lebelang 125
Narr des Glücks 301
Narr (Und ein) wartet auf Antwort 249
Nation (Die grosse) 486
Nation (Nichtswürdig ist die), die nicht u. s. w. 212
Natürliche Grenzen 485
Natur (Die Gewohnheit ist eine zweite) 373
Natur (Die) macht keinen Sprung 354
Natur (Ins Inn're der) dringt kein u. s. w. 138
Natur (Siegt), so muss die Kunst entweichen 206
Natur und Geist—so spricht man nicht zu Christen 183
Natur (Zwiespalt der) 232
Naturell (Denn das) der Frauen u. s. w. 183
Naturen (Problematische) 180
Nazareth (Was kann von) Gutes kommen? 78
Nebel (Das Maultier sucht im) seinen Weg 171
Nehmen (Geben ist seliger, denn) 81
Nehmen (Sein Kreuz auf sich) 65
Nehmen (Wenn du) willst, so gieb! 165
Nehmet Holz vom Fichtenstamme! 208
Neid (Vor) bersten 416

Page 754

Neige (Die Gottlosen kriegen die) 34
Nein (Der Andre hört von Allem nur das) 162
Nein, er gefällt mir nicht, der neue Burgemeister 175
Nektar und Ambrosia 98
Nessushemd 105
Nestor 320
Neu (Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer) 248
Neue Besen kehren gut 118
Neue (Das) daran ist nicht gut 186
Neue Welt 469
Neuen (Einen) Menschen anziehen 87
Neues (Es geschieht nichts) unter der Sonne 41
Neues Leben blüht aus den Ruinen 217
Neues (Nichts) vor Paris 555
Nicht alleine (Einsam bin ich) 239. 456
Nicht an die Güter hänge dein Herz u. s. w. 214
Nicht aus noch ein wissen 26
Nicht die Spur von einem Geist 176
Nicht ein Jota 60
Nicht (Euer Ruhm ist) fein 84
Nicht haben, wo man sein Haupt hinlege 64
Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da 343
Nicht müde werden, Gutes zu thun 87
Nicht so vieles Federlesen! 180
Nicht viele Worte machen 55
Nicht von gestern sein 29
Nicht weil, sondern obgleich 496
Nicht wert, die Schuhriemen zu lösen 71
Nicht wissen, was rechts oder links ist 51
Nicht wissen, wo Einen der Schuh drückt 361
Nicht zu Schanden werden 81

Page 755

Nichts (Aus) hat Gott die Welt erschaffen 52
Nichts (Aus) wird Nichts 381
Nichts Besseres zu hoffen, noch zu erwarten haben 57
Nichts (Der Prophet gilt) in seinem Vaterlande 66
Nichts (Es ist) dahinter 90
Nichts für die Unsterblichkeit gethan 199
Nichts gelernt und nichts vergessen haben 486
Nichts Gutes im Sinne haben 56
Nichts halb zu thun ist edler Geister Art 152
Nichts in der Welt fürchten als Gott 563
Nichts (In seines) durchbohrendem Gefühle 199
Nichts ist dauernd als der Wechsel 240
Nichts ist schwerer zu ertragen, als u. s. w. 180
Nichts (Mit unsrer Macht ist) gethan 123
Nichts Neues unter der Sonne 41
Nichts Neues vor Paris 555
Nichts (Viel Lärm um) 300
Nichts von Verträgen, nichts von Übergabe! 212
Nichtsein (Sein oder) das ist hier die Frage 293
Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt an ihre
Ehre 212
Nie ohne dieses 243
Nie schweigen seine Klagen still 185
Niemals (Wer) einen Rausch gehabt 226
Niemand (Du sollst) rühmen vor seinem Ende 56
Niemand (Ford're), mein Schicksal zu hören! 246
Niemand kann zween Herrn dienen 62
Niemand wandelt ungestraft unter Palmen 178
Nieren (Herzen und) prüfen 33
Nihilist 318
Nikodemus bei der Nacht 78

Page 756

Nimmer seines Gleichen sehen 292
Nimmersatt 41
Nimrod 6
Nirgends (Überall und) 345
Noch eine hohe Säule zeugt von verschwundener Pracht 242
Noch einmal, Robert, eh' wir scheiden 228
Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann u. s. w. 180
Noch ist nicht aller Tage Abend 406
Noch ist Polen nicht verloren! 471
Noch Keinen sah ich fröhlich enden, auf den u. s. w. 202
Noch lebt Admet 152
Noch nicht aller Tage Abend 406
Noch nichts für die Unsterblichkeit gethan 199
Nötig (Zum Kriegführen sind drei Dinge): Geld, Geld, Geld! 446
Nordens (Der Salomon des) 279
Nordens (Die Semiramis des) 519
Not (Das ist die Zeit der schweren) 237
Not (Der) gehorchend, nicht dem eig'nen Trieb 213
Not (Die) bringt einen zu seltsamen Schlafgesellen 298
Not (Eins aber ist) 74
Not (Wir woll'n in keiner) uns trennen und Gefahr 216
Notwendiges Übel 357
Notwendigkeit (Ernst ist der Anblick der) 210
Nürnberger Trichter 135
Nützlichen (Das Angenehme mit dem) verbinden 405
Nun danket alle Gott 57
Nun hat die liebe Seele Ruh' 74
Nun muss sich Alles, Alles wenden! 242
Nur der Lump ist bescheiden 178
Nur der verdient sich Freiheit und das Leben, der u. s. w. 183
Nur die Toten kehren nicht zurück 485

Page 757

Nur eine hohe Säule u. s. w. 242
Nur muss der Eine nicht den Andern mäkeln u. s. w. 150
Nur nicht eine Reihe von schönen Tagen 180
Nur über meine Leiche geht der Weg 154
Nutzt (Was) mich der Mantel, wenn er u. s. w. 262

O dass sie ewig grünen bliebe u. s. w. 208
O, der Einfall war kindisch, aber göttlich schön! 197
O diese Männer! 265
O du unglückseliges Flötenspiel! 195
O Gott, das Leben ist doch schön! 200
O heilige Einfalt! 509
O Herr, er will mich fressen! 54
O Hüon, mein Gatte! 310
O, ich bin klug und weise u. s. w. 252
O, ihr guten Geister! Mein Roderich! 197
O Königin, das Leben ist doch schön! 200
O Königin, du weckst der alten Wunde unnennbar u. s. w. 386
O Kyritz, mein Vaterland! 243
O lieb', so lang' du lieben kannst! 257
O mein Sohn Absalom! 26
O rühret, rühret nicht daran! 260
O selig, o selig, ein Kind noch zu sein! 252
O Tannebaum, o Tannebaum u. s. w. 254
O Trank der süssen Labe! 170
O Verstellung, dein Name ist Kieckebusch! 292
O, wackrer Apotheker! Dein Trank wirkt schnell 299
O weh mir armen Korydon! 156
O welch' ein edler Geist ist hier zerstört! 294
O wer weiss, was in der Zeiten Hintergrunde schlummert? 197
O wunderschön ist Gottes Erde u. s. w. 159

Page 758

O zarte Sehnsucht, süsses Hoffen u. s. w. 208
Oberen (Die) Zehntausend 309
Obscuranten 127
Ochsen (Du sollst dem), der da drischet, nicht das Maul verbinden 18
Octavio (Das war kein Heldenstück)! 210
Octavio (Du hast's erreicht)! 210
Oerindur (Erkläret mir, Graf) diesen Zwiespalt u. s. w. 232
Öffentliches Geheimnis 316
Öffne dich (Sesam)! 113
Öl in die Wunden giessen 73
Ölblatt 6
Öls (Ein Tropfen demokratischen) 538
Örindur, (Erkläret mir, Graf) diesen u. s. w. 232
Österreich (Dank vom Haus)! 210
Österreich (Glückliches) 407
Ofen (Den Schwerpunkt nach) verlegen 528
Offen (Den Himmel) sehen 78
Offen (So oft du kommst, er soll dir) sein 200
Oft liegt ein hoher Sinn im kind'schen Spiel 213
Ohne Ansehen der Person 17
Ohne Falsch, wie die Tauben 64
Ohne Furcht und Tadel 472
Ohne Gnade und Barmherzigkeit 47
Ohne Murren 88
Ohne Redensarten 484
Ohne Rumor 77
Ohren (Die) gellen Einem 23
Ohren (Die) klingen Einem 23
Ohren haben und nicht hören 37
Ohren (Tauben) predigen 44
Ohren (Wer) hat zu hören, der höre 65

Page 759

Olymp 95
Ooch 'ne scheene Jeejend! 257
Opfer (Da rast der See und will sein) haben 215
Opferfest (Unterbrochenes) 222
Opposition (Ich liebe eine gesinnungsvolle) 534
Orest und Pylades 97
Organist (Wo du nicht bist, Herr), da u. s. w. 137
Orients (Reich mit des) Schätzen beladen 287
Original, fahr hin in deiner Pracht! 183
Orkus (Klanglos zum) hinab 207
Ossa (Den Pelion auf den) stülpen 99
Othello 300

Paar (Dess freut sich das entmenschte) 203
Paar (Ein glücklich liebend) 215
Paarten (Wo Starkes sich und Mildes) u. s. w. 208
Packt (Wo ihr's), da ist's interessant 174
Palästen (Krieg den)! Friede den Hütten! 483
Palladium 110
Palmen (Niemand wandelt ungestraft unter) 178
Pandorabüchse 104
Panik 105
Panischer Schrecken 105
Pantoffeln (Revolutionäre in Schlafrock und) 241
Papier (Garantien, die das) nicht wert sind u. s. w. 548
Papier (Kein Blatt) soll sich zwischen mich u. s. w. 535
Pappenheimer (Seine) kennen 211
Paradies (Ein Leben wie im) 159
Paradiese (Ein Augenblick gelebt im) u. s. w. 197
Parapluie (Donnerwetter!) 239
Paris (Das Urteil des) 96

Page 760

Paris (Es ist ein klein) u. s. w. 168
Paris (Vor) nichts Neues 555
Parnass 101
Partei (Auf den Zinnen der) stehen 181
Partei (Die andere) hören 447
Parteien (Von der) Gunst und Hass verwirrt u. s. w. 204
Passiver Widerstand 541
Pater (Wohl ausgesonnen) Lamormain! 209
Paternoster 61
Patriarch (Sagt der) 150
Patriotische Beklemmungen 499
Patroklus (Auch) ist gestorben u. s. w. 194. 323
Paule, du rasest! 81
Paulus (Aus einem Saulus ein) werden 80
Pavia (Revanche für)! 287
Pech (Wer) angreift, besudelt sich 56
Pegasus 101
Pein (In schwebender) 163
Pelion (Den) auf den Ossa stülpen wollen 99
Penelope-Arbeit 324
Pentameter (Aber die) sind doch noch excellenter 218
Perlen bedeuten Thränen 148
Perlen (Du hast Diamanten und) 249
Perlen vor die Säue werfen 63
Person (Ohne Anseh'n der) 17
Pest (Hol' die) Kummer und Seufzen u. s. w. 295
Peter des Plaisirs 239
Peter Meffert 500
Petz ist wieder da! 139
Pfadfinder 310
Pfahl im Fleisch 87

Page 761

Pfeifchen (Gott grüss' euch Alter! schmeckt das)? 152
Pfeife (Nach Jemandes) tanzen sollen 332
Pferd (Ein)! Ein Pferd! Ein Königreich u. s. w. 297
Pferde (Auf einem faulen) ertappt 92
Pferde (Die) sind gesattelt 245
Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen 170
Pflicht (England erwartet, dass jeder seine) thue 504
Pflicht (Verfluchte) und Schuldigkeit 519
Pflücket die Rose, eh' sie verblüht! 225
Pflügen (Mit fremdem Kalbe) 21
Pfui! Ein politisch Lied! 168
Pfund (Das anvertraute) 76
Pfund (Mit seinem) wuchern 76
Pfund (Sein) vergraben 70
Pharisäer 76
Philemon und Baucis 112
Philippi (Bei) sehen wir uns wieder 296
Philippika 376
Philister 22
Philister über dir! 22
Philosoph von Sanssouci 519
Philosophie 338
Phlegma (Das) ist geblieben 194
Phönix aus der Asche 113
Pilatus (Von Pontius zu) 77
Plage (Es ist genug, dass jeglicher Tag seine) habe 63
Plagen (Wer wollte sich mit Grillen)? 159
Plaisirs (Peter des) 239
Platonische Liebe 351
Platzen (Die Geister) aufeinander 122
Platzen vor Neid 416

Page 762

Platzregen (Freue dich liebe Seele! Jetzt kommt ein) 132
Pöbel (Gemeiner) 47
Pöbel (Süsser) 176
Poesie ist redende Malerei, Malerei stumme Poesie 337
Poetische Licenz 414
Pol (Der ruhende) in der Erscheinungen Flucht 200
Polen (Noch ist) nicht verloren 471
Politik der freien Hand 548
Politik von Fall zu Fall 559
Politisch (Pfui! Ein) Lied! 168
Politisches Geschöpf 353
Pontius (Von) zu Pilatus 77
Port (Vom sichern) lässt sich's gemächlich raten 215
Posaunen (Etwas aus-) 61
Posaunenengel 69
Positus, ich setz' den Fall 243
Posten (Immer auf dem) 521
Pracht (Noch eine hohe Säule zeugt von verschwundener) 242
Pracht (Original, fahr' hin in deiner)! 183
Predigen (Tauben Ohren) 44
Predigen (Von den Dächern) 65
Prediger in der Wüste 43
Preis (Jeder hat seinen) 504
Preis (Die Liebe ist der Liebe) 199
Preusse (Ich bin ein), kennt ihr meine Farben? 246
Preussen, das klassische Land der Schulen und Kasernen 497
Preussen geht fortan in Deutschland auf 535
Preussische (Der) Schulmeister hat die Schlacht von Sadowa
gewonnen 552
Prinzipienreiter 536
Problematische Naturen 180

Page 763

Prokrustesbett 110
Prophet (Der) gilt Nichts in seinem Vaterlande 66
Prophet (Der Historiker ist ein rückwärtsgekehrter) 229
Prophete rechts, Prophete links u. s. w. 160
Propheten (Falsche) 27
Propheten (Moses und die) haben 75
Propheten (Saul unter den) 24
Proselytenmacherei 68
Proteus 97
Proton-Pseudos 356
Prüfe (Drum), wer sich ewig bindet u. s. w. 208
Prüfen (Herzen und Nieren) 33
Prüfet Alles und behaltet das Beste! 88
Psalmistenalter 35
Publikum (Das) das ist ein Mann, der Alles u. s. w. 234
Pudels (Das also war des) Kern! 176
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige 494
Punkte (Aus einem) zu kurieren 168
Pulver (Futter für) 295
Punkt (Der springende) 353
Punkte (Dunkle) 499
Pygmäen 94
Pylades (Orest und) 97
Pyrrhussieg 452

Qual (Dieser letzten Tage) war gross 211
Qual (Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner) 214
Quelle (An der) sass der Knabe 214
Quintessenz 363

Page 764

Rabe (Ein weisser) 425
Rabe (Hermann, mein) 192
Rabenvieh (Kreusa! Schatzkind!) u. s. w. 189
Rache (Der Blumen) 257
Rache (Der Tag der) 43
Rache (Die) ist mein 20
Rache (In diesen heil'gen Hallen kennt man die) nicht 186
Rache (Korps der) 526
Racker von Staat 536
Rad (Das fünfte) am Wagen 118
Rächen (Es lebt ein Gott zu strafen und zu) 217
Ränzlein (Hatt' sich ein) angemäst't u. s. w. 168
Rätselhafte (Brechen Sie dies) Schweigen! 197
Räuber (Bin der) Jaromir 245
Räuber (Und darum) und Mörder? 193
Räuspert (Wie er) u. s. w. 204
Ragt (Es) das Riesenmass der Leiber 203
Ranudo (Don) de Colibrados 268
Raphael wäre ein grosser Maler geworden, selbst wenn er ohne Hände
auf die Welt gekommen wäre 148
Rasch tritt der Tod den Menschen an 218
Rasen (Die grosse Kunst macht dich) 81
Rasest (Paule, du)! 81
Rast (Da) der See und will sein Opfer haben 215
Rat (Es ist bestimmt in Gottes) u. s. w. 255
Rat und That 38
Raten (Vom sichern Port lässt sich's gemächlich) 215
Raub (Den) unter sich teilen 16
Rauch (Name ist Schall und) 170
Raucht (Wo man), da kannst du ruhig harren 222
Rauhsten (Die Stunde rinnt auch durch den) Tag 299

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Raum für Alle hat die Erde 215
Raum, ihr Herrn, dem Flügelschlag einer freien Seele! 261
Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend Paar 215
Raume (Hart im) stossen sich die Sachen 210
Rausch (Wer niemals einen) gehabt, der u. s. w. 226
Reben (Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre) 153
Rechnung (Mach' deine) mit dem Himmel, Vogt! 217
Recht (Das) beugen 13
Recht (Das) verdrehen 13
Recht (Der Lebende hat) 213
Recht (Macht geht vor) 550
Recht muss Recht bleiben 35
Recht (Schlecht und) 28
Recht (Sei im Besitze und du wohnst im) 210
Recht (Thun was) und gut ist 50
Recht und Gerechtigkeit 51
Recht (Wer) behalten will und hat nur eine Zunge u. s. w. 170
Rechte (Der) Mann an der rechten Stelle 505
Rechte (Der) Ton 204
Rechte (Es erben sich Gesetz' und) u. s. w. 168
Rechte Mitte 276
Rechte (Seine Linke nicht wissen lassen, was die) thut 61
Rechten (Die Schafe zur) u. s. w. 70
Rechtes (Des) Grundstein 525
Rechtes Mass und Gewicht halten 57
Rechts (Nicht wissen, was) oder links ist 51
Rechtsboden 535
Rechtsverdreher 13
Rechtsverdrehung 13
Rechtwärts (Geh' du linkwärts, lass mich) gehen 192
Rede (Eines Mannes) u. s. w. 447

Page 766

Rede (Eure) sei: ja, ja, nein, nein; u. s. w. 61
Rede (Herr, dunkel war der) Sinn! 203
Rede (Was ist der langen) kurzer Sinn? 209
Reden (In den Wind) 85
Reden ist Silber 33
Reden (Mit Zungen) 72
Reden (Wenn gute) sie begleiten, dann u. s. w. 208
Redende Malerei (Poesie ist) u. s. w. 337
Redensarten (Ohne) 484
Redlich (Nähre dich)! 34
Redlichkeit (Üb' immer Treu' und) 159
Redners (Allein der Vortrag macht des) Glück 167
Redst du von Einem, der da lebet? 203
Regen (Denn der), der regnet jeglichen Tag 300
Regiert (Der König herrscht, aber er) nicht 470
Regierung (Die Gründe der) kenne ich nicht, aber u. s. w. 542
Regierung (Die) muss der Bewegung stets einen Schritt voraus
sein 539
Reich (Freiheit ist nur in dem) der Träume 211
Reich' mir die Hand, mein Leben! 314
Reich mit des Orients Schätzen beladen 287
Reichen (Brosamen, die von des) Tische fallen 66
Reifen (Saat, von Gott gesäet, dem Tage der Garben zu) 144
Reihe (Alles in der Welt lässt sich ertragen, nur nicht eine) u. s. w. 180
Rein (Dies Kind, kein Engel ist so) 203
Rein wie ein Engel 488
Reinen (Dem) ist Alles rein 89
Reinen (Königsberg die Stadt der) Vernunft 264
Reinlich und zweifelsohne 266
Reise (Wenn jemand eine) thut, so u. s. w. 153
Reisen (Welche Lust gewährt das)! 286

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Reisst (Doppelt) nicht 42
Reiten (Die Toten) schnell 157
Reiten wird es (Deutschland) schon können 553
Reiter (Der) über den Bodensee 115
Reiter (Ross und) sah ich niemals wieder 210
Rennt (Was) das Volk? u. s. w. 205
Reptil, Reptilienfonds 554
Republikanisch (Europa . . . Kosakisch oder) 494
Rest (Der) ist für die Gottlosen 34
Rest (Der) ist Schweigen 294
Restauration 481
Retirade (Auf der grossen) 239
Rettende That 540
Retter (Wann wird der) kommen diesem Lande? 216
Rettest (Du) den Freund nicht mehr 205
Reu' (Der Wahn ist kurz, die) ist lang 208
Reüssieren (Gleich schenken? Das ist brav! Da wird er) 169
Revanche für Pavia! 287
Revanche für Speierbach 515
Revolutionäre in Schlafrock und Pantoffeln 241
Rhadamanth 109
Rhein (Am), am Rhein, da wachsen unsre Reben! 153
Rhein (Der), Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze 227
Rhein (Sie sollen ihn nicht haben, den freien, deutschen) 256
Richtet euch nach meinen Worten und nicht u. s. w. 68
Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet! 63
Richtige Mitte 276
Riechen (Nach der Lampe) 357
Riese Goliath 24
Riese (Nach Adam) 512
Riesenmass der Leiber 203

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Rinaldo Rinaldini 221
Rings (Und) umher liegt schöne grüne Weide 167
Rinnen (Von der Stirne heiss) muss der Schweiss 208
Rinnt (Die Stunde) auch durch den rauhsten Tag 299
Riss (Vor den) treten 36
Ritt in das alte romantische Land 152
Ritter ohne Furcht und Tadel 472
Ritter vom Geist 249
Ritter von der traurigen Gestalt 316
Rittersmann (Wer wagt es) oder Knapp u. s. w. 203
Robert (Noch einmal) eh' wir scheiden u. s. w. 228
Rocher von Bronze 516
Rock (Das Hemd ist mir näher als der) 366
Roderich (Mein)! 197
Rodin 288
Rodomontade 313
Rodrigo (Rückwärts, rückwärts, Don)! 154
Rötlich strahlender Gipfel 200
Rollend (Des Dichters Aug' in schönem Wahnsinn) 297
Rom (Das ewige) 407
Rom (Es führen viele Wege nach) 363
Rom (Lieber der Erste in einem Dorf, als der Zweite in) 458
Romantiker auf dem Throne 256
Romantisch 231
Romantische (Ritt in das alte) Land 152
Rose (Die letzte) 308
Rose (Eine) gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert 149
Rose (Pflücket die), eh' sie verblüht! 225
Rose (Was uns) heisst, wie es auch hiesse, würde u. s. w. 299
Rose (Wenn die) selbst sich schmückt u. s. w. 244
Rose (Wenn du eine) schaust, sag' ich lass' sie grüssen! 250

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Rosen auf den Weg gestreut und des Harms vergessen 159
Rosen (Himmlische) ins irdische Leben flechten 201
Rosinante 315
Ross und Reiter sah ich niemals wieder 210
Rossen (Gestern noch auf stolzen) 251
Rost (Der verschönernde) der Jahrhunderte 534
Rost (Schätze sammeln, die weder Motten noch) fressen 62
Rot (Heute), morgen tot 56
Roter Faden 177
Rotes Gespenst 289
Rothschild (Ein) 523
Rotte Korah 16
Rrrr! ein ander Bild! 257
Rubicon (Den) überschreiten 457
Rücken (Einem den) bläuen 57
Rückschritt (Beförderter) u. s. w. 544
Rückwärts (Ein) gekehrter Prophet 229
Rückwärts (Sich) konzentrieren 548
Rückwärts, rückwärts, Don Rodrigo! 154
Rückwärtsgekehrter Prophet (Der Historiker ist ein) 229
Rühme niemand vor seinem Ende! 56
Rühmen (Seines Fleisses darf sich Jedermann) 148
Rühmlichst abwesend 537
Rühre (Da) sich der Mann 180
Rühren (Ein menschliches) 205
Rühret (O), rühret nicht daran! 260
Rüstzeug (Ein auserwähltes) 80
Ruf (Besser als ihr) 411
Rufer im Streit 322
Ruh' (Im Grab' ist) 185
Ruh' (Keine) bei Tag und Nacht 92. 313

Page 770

Ruh' (Meine) ist hin, mein Herz ist schwer 170
Ruh' (Nun hat die liebe Seele) 74
Ruh' (Sich) erreiten 158
Ruh (Über allen Gipfeln ist) 162
Ruhe (Die) eines Kirchhofs 199
Ruhe in Frieden! 33
Ruhe ist die erste Bürgerpflicht 524
Ruhen, wie in Abrahams Schoss 75
Ruhende (Der) Pol in der Erscheinungen Flucht 200
Ruhig (Lieb Vaterland, magst) sein! 262
Ruhig (Wo man singt, da lass dich) nieder 222
Ruhm (Der) des Miltiades lässt mich nicht schlafen 443
Ruhm (Euer) ist nicht fein 84
Ruhm (Von des Lebens Gütern . . . ist der) das höchste 215
Ruhn (Wie sie so sanft) 186
Ruinen (Und neues Leben blüht aus den) 217
Rumor (Einen grossen) machen 23
Rumor (Ohne) 77
Russland (Wie denken Sie über)? 264
Ryse (Nach Adam) 512

's Geschäft bringt's mal so mit sich 263
's giebt nur a Kaiserstadt, 's giebt nur a Wien! 240
's ist eine der grössten Himmelsgaben u. s. w. 169
Saat, von Gott gesäet, dem Tage der Garben zu reifen 144
Sabor (Das lässt tief blicken, sagt) 562
Sache (Eine) drehen, wie man will 51
Sachen (Hart im Raume stossen sich die) 210
Sack (Ein Himmel, wie ein) 45
Sack (In) und Asche trauern 28

Page 771

Sadowa (Die Schlacht von) hat der preussische Schulmeister
gewonnen 552
Säen (Unkraut zwischen den Waizen) 66
Säet (Was der Mensch), das wird er ernten 380
Säet (Wer Wind), wird Sturm ernten 50
Sänger (Drum soll der) mit dem König gehen 212
Sängers (Das verschweigt des) Höflichkeit 191
Säue (Perlen vor die) werfen 63
Säuen (Kannibalisch wohl, als wie fünfhundert) 169
Säule (Noch eine hohe) u. s. w. 242
Saft (Blut ist ein ganz besondrer) 176
Sag', ich lass' sie grüssen 250
Sagt der Patriarch 150
Sah (Ich kam, ich), ich siegte 458
Salomo (Weise wie) 26
Salomon des Nordens 279
Salomonische Weisheit 26
Salomonisches Urteil 26
Salondemagoge 235
Salontiroler 235
Salzsäule (Zur) werden 7
Samariter (Barmherziger) 73
Samariterdienst 73
Samiel hilf'! 226
Sammeln (Feurige Kohlen auf Jemandes Haupt) 40
Sammeln (Schätze), die weder Motten noch Rost fressen 62
Sammeln (Wo ein Aas ist, da) sich die Adler 32
Sand (Sein Haus auf den) bauen 64
Sand (Wie) am Meer 7
Sanft (Wie sie so) ruhn 186
Sanftes Joch 65

Page 772

Sansculottes 483
Sanssouci (Der Philosoph von) 519
Sardonisches Lachen 327
Sass (An der Quelle) der Knabe 214
Sass (Und so) er eine Leiche 202
Satan (Hebe dich weg von mir)! 59
Satt (Des trocknen Tons) 168
Sattel (Deutschland in den) setzen 553
Sattle (Knapp'), mir mein Dänenross u. s. w. 158
Sauer dazu sehen 23
Sauer (Die Trauben sind) 332
Sauer (Einem das Leben) machen 10
Sauer (Es wird Einem) 42
Sauer (Sichs) werden lassen 42
Sauerteig (Der alte) 84
Saul, der Sohn Kis, ging aus, seines Vaters Eselinnen zu suchen und
fand ein Königreich 24
Saul unter den Propheten 24
Saulus (Aus einem) ein Paulus werden 80
Saure Arbeit 42
Saure Trauben 332
Saure Wochen! frohe Feste! 172
Scandal 83
Schäme dich, Kamill! 145
Schändet (Arbeit) nicht 328
Schätzbares Material 530
Schätze sammeln, die weder Motten noch Rost fressen 62
Schätzen (Reich mit des Orients) beladen 287
Schafe und Böcke 70
Schaffen (Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen) u. s. w. 167
Schafskleidern (Wölfe in) 63

Page 773

Schale des Zornes 93
Schalen (Güldene Äpfel in silbernen) 40
Schall (Name ist) und Rauch 170
Schanden (Hoffnung lässt nicht zu) werden 81
Schandfleck 19
Scharmante 136
Schatten (Im) kühler Denkungsart 252
Schatten (Künftige Ereignisse werfen ihre) voraus 308
Schatten (Wo viel Licht ist, ist starker) 160
Schatz (Den sichern) im Herzen tragen 209
Schatz (Denn wo euer) ist, da ist auch euer Herz 62
Schatzkind! (Kreusa!) Rabenvieh! u. s. w. 189
Schaumspritzen jugendlicher Freiheit 539
Schauspiel für Götter 161
Schauspiel (Welch')! aber ach! ein Schauspiel nur 167
Schaust (Wenn du eine Rose) sag' ich u. s. w. 250
Scheffel (Sein Licht unter den) stellen 60
Scheidebrief 18
Scheiden (Es ist bestimmt . . ., dass man vom Liebsten . . . muss) 255
Scheiden (Noch einmal, Robert, eh' wir) 228
Scheiden (So willst du treulos von mir) 200
Scheiden (Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch
nicht) 67
Scheidewege (Herkules am) 332
Schein (Den) vermeiden 88
Schein (Der) soll nie die Wirklichkeit erreichen 206
Schein (Ich steh' hier auf meinen) 298
Scheine (In wesenlosem) 174
Scheinen (Seine Sonne) lassen über u. s. w. 61
Scheint die Sonne noch so schön, am Ende u. s. w. 244
Scheitel (Vom) bis zur Sohle 19

Page 774

Schelle (Eine klingende) 84
Schenken (Gleich) das ist brav! 169
Scherflein der Witwe 72
Schert (Was) mich Weib, was u. s. w. 247
Scheusal (Werft das) in die Wolfsschlucht! 226
Schiboleth 21
Schicket euch in die Zeit! 83
Schicksal (Das grosse gigantische) u. s. w. 201
Schicksal (Ford're niemand mein) zu hören! 246
Schicksals (Der Zug des Herzens ist des) Stimme 210
Schicksals (In deiner Brust sind deines) Sterne 209
Schickt (Eines) sich nicht für Alle 164
Schickung (Was die) schickt, ertrage u. s. w. 154
Schieben (Du glaubst zu) und du wirst geschoben 177
Schier dreissig Jahre bist du alt u. s. w. 247
Schiff (Er ist zu) nach Frankreich 211
Schiffbruch (Am Glauben) erlitten haben 89
Schiffe (Die) hinter sich verbrennen 442
Schild des Glaubens 88
Schlacht (Die) von Sadowa hat der preussische Schulmeister
gewonnen 552
Schlachten (Ein) wars, nicht eine Schlacht zu nennen 213
Schlachten (Ein fettes Kalb) 74
Schläft (Der Verräter) nicht 70
Schlägen (Wer ist vor) sicher? 293
Schlägt (Dem Glücklichen) keine Stunde 209
Schlaf (Den ewigen) schlafen 48
Schlaf des Gerechten 40
Schlaf (Ich denke einen langen) zu thun 211
Schlafe (Dem Gerechten giebts der Herr im) 37
Schlafe (Gott giebt's den Seinen im) 37

Page 775

Schlafen (Der Sieg des Miltiades lässt mich nicht) 443
Schlafen, wie in Abrahams Schoss 75
Schlafenszeit (Ich wollt', es wäre) und Alles u. s. w. 295
Schlafgesellen (Die Not bringt einen zu seltsamen) 298
Schlafrock (Im) von Watte 310
Schlafrock (Revolutionäre in) und Pantoffeln 241
Schlag auf Schlag 144
Schlag (Zwei Herzen und ein) 255
Schlagen (An seine Brust) 76
Schlagen (Sich seitwärts in die Büsche) 222
Schlange (Eine) Am Busen nähren 332
Schlangen (Klug wie die) u. s. w. 64
Schlaraffenland 103
Schlauch (Kummer und Seufzen bläst einen Menschen auf wie
einen) 295
Schlecht angeschrieben sein 88
Schlecht (Billig und) 559
Schlecht und recht 28
Schlechte Beispiele verderben gute Sitten 85
Schlechte Musikanten (Gute Leute und) 233
Schleswig-Holstein meerumschlungen 253
Schlicht nach altem Brauch 170
Schliess an ein Ganzes dich an! 201
Schliess' (Ans Vaterland, ans teure) dich an! 216
Schlimm (Dreimal umziehen ist so) wie einmal abbrennen 305
Schlimm (Vielen gefallen ist) 202
Schlummert (Wer weiss, was in der Zeiten Hintergrunde) 197
Schlund (Wer wagt es . . ., zu tauchen in diesen)? 203
Schmeckt das Pfeifchen? 152
Schmeichelt (Unrecht leiden) grossen Seelen 199
Schmerbauch (Drei Männer umspannten den) ihm nicht 158

Page 776

Schmerz (Geteilter) ist halber Schmerz 187
Schmerz (Kurz ist der) und ewig ist die Freude 213
Schmerz (Vergiss den grossen)! 215
Schmerz (Wer im Glück ist, der lerne den)! 214
Schmerzen (Die Freuden, die man übertreibt, verwandeln sich in) 156
Schmerzen (Hast du sonst noch)? 314
Schmerzensschrei 469
Schmerzliches (Der alten Wunde unnennbar) Gefühl 386
Schmied (Jeder ist seines Glückes) 365
Schmuck (Gehorsam ist des Christen) 205
Schmücken (Sich mit fremden Federn) 332
Schmückt (Wenn die Rose selbst sich), schmückt sie u. s. w. 244
Schnee (Ein junges Lämmchen, weiss wie) 156
Schneider (Gevatter) und Handschuhmacher 205
Schnell (Das Unglück schreitet) 208
Schnell (Dein Trank wirkt) 299
Schnell (Die Toten reiten) 157
Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort u. s. w. 210
Schockscharmante 136
Schön (Beim wunderbaren Gott—das Weib ist) 199
Schön (Das Leben ist doch) 200
Schön (Dies Bildnis ist bezaubernd) 185
Schön (Es war' so) gewesen u. s. w. 264
Schön (Kindisch, aber göttlich)! 197
Schön (Scheint die Sonne noch so) u. s. w. 244
Schön (Verweile doch! Du bist so)! 176
Schöne (Auch eine) Gegend 257
Schöne, blaue Donau 261
Schöne (Das) blüht nur im Gesang 211
Schöne (Eine) Menschenseele finden, ist Gewinn 154
Schöne freundliche Gewohnheit des Daseins 164

Page 777

Schöne grüne Weide 167
Schöne Seele 362
Schöne Zeit der jungen Liebe 208
Schönem (Des Dichters Aug' in) Wahnsinn rollend 297
Schönem (Die Damen in) Kranz 202
Schönen (Bekenntnisse einer) Seele 172
Schönen (Das ist das Loos des) auf der Erde 211
Schönen (Die) Tage in Aranjuez 196
Schönen (Eine Reihe von) Tagen 180
Schönen (Ich denk' an euch, ihr himmlisch) Tage! 229
Schöner (Die Welt wird) mit jedem Tag 242
Schöner Götterfunken 195
Schönes (Mein) Fräulein, darf ich u. s. w. 169
Schönheit (Ach, wie bald schwindet) und Gestalt! 251
Schon (Alles) dagewesen! 259
Schon sieben—und Georg nicht hier? 190
Schon Vater Abraham gesehen haben 79
Schopf (Die Gelegenheit beim) fassen 104
Schoss (In Abrahams) 75
Schranken (So fordr' ich mein Jahrhundert in die) 199
Schrecken (Das schrecklichste der) 209
Schrecken (Ein Ende mit) nehmen 34. 525
Schrecken (Ein) ohne Ende 525
Schrecken (Panischer) 105
Schrecken (Sprich mir von allen) des Gewissens u. s. w. 197
Schrecken (Was er sinnt, ist) 242
Schrecklich viel gelesen haben 174
Schreckliche (Die kaiserlose, die) Zeit 215
Schrecklichste (Der) der Schrecken 209
Schreckt (Ein jeder Wechsel) den Glücklichen 214
Schreibt (Was er) ist Blut 242

Page 778

Schreien (Nach frischem Wasser) 34
Schreien (Wo diese schweigen, werden die Steine) 77
Schreit (Es) zum Himmel 5
Schreitet (Das Unglück) schnell 208
Schriftsteller (Ein klassischer) 428
Schritt (Der Starke weicht einen) zurück 543
Schritt (Einen) voraus sein muss die Regierung stets 539
Schritt (Vom Erhabnen zum Lächerlichen ist nur ein) 489
Schütteln (Den Staub von den Füssen) 64
Schuf (Gott) ihn, also lasst ihn für einen Menschen gelten 298
Schuh (Nicht wissen, wo Einen der) drückt 361
Schuhriemen (Nicht wert sein, Einem die) zu lösen 71
Schuld (Der Übel grösstes ist die) 214
Schuld (Jede) rächt sich auf Erden 171
Schuldbuch (Unser) sei vernichtet 196
Schulden (Mensch, bezahle deine)! 248
Schuldigkeit (Der Mohr hat seine) gethan u. s. w. 194
Schuldigkeit (Verfluchte Pflicht und) 519
Schulen (Das klassische Land der) und Kasernen 497
Schulgezänk 89
Schulmeister (Der preussische) hat die Schlacht von Sadowa
gewonnen 552
Schultze (Müller und) 263
Schulweisheit 292
Schuppen (Wie) von den Augen fallen 81
Schuster, bleib' bei deinem Leisten! 451
Schwabe (Der wackre) forcht sich nit 242
Schwach (Das Fleisch ist) 70
Schwach (Zu) zu helfen 185
Schwacher (Ermuntre dich, mein) Geist! 135
Schwachheit, dein Nam' ist Weib! 292

Page 779

Schwärmer (Sonderbarer)! 199
Schwärzen (Das Strahlende) 211
Schwalbe (Eine) macht keinen Sommer 335
Schwan (Süsser) vom Avon 301
Schwanengesang, Schwanenlied 341
Schwankende Gestalten (Ihr naht euch wieder) 174
Schwankt (Sein Charakterbild) in der Geschichte 204
Schwarz (Denn was man) auf weiss besitzt u. s. w. 167
Schwarz wie der Teufel 488
Schwarze Punkte 499
Schwarzen (Die) und die heitern Loose 208
Schwatzen (In den Wind) 85
Schweben (Zwischen Himmel und Erde) 26
Schwebender (In) Pein 163
Schwebt (Zwischen Lipp' und Kelches Band) u. s. w. 108
Schwede (Alter) 514
Schwefelbande 523
Schweifen (Willst du immer weiter)? 165
Schweigen (Brechen Sie dies rätselhafte)! 197
Schweigen (Der Rest ist) 294
Schweigen (In sieben Sprachen) 227
Schweigen (Nie) seine Klagen still 185
Schweigen (Wenn Menschen) werden Steine schreien 77
Schweigt (Davon) des Sängers Höflichkeit 191
Schweiss (Von der Stirne heiss rinnen muss der) 208
Schweisse (Im) deines Angesichts sollst du u. s. w. 4
Schweisses (Des) der Edlen wert 144
Schwelgt (Es) das Herz in Seligkeit 208
Schwerpunkt nach Ofen verlegen 528
Schwert des Damokles 445
Schwert des Geistes 88

Page 780

Schwert (Ein zweischneidiges) 38
Schwert (Sein) in die Wagschale werfen 454
Schwerte (Seine Lenden mit dem) gürten 13
Schwimmen (Wider den Strom) 54
Schwindet (Wie bald) Schönheit und Gestalt! 251
Schwören (Auf des Meisters Worte) 168
Scorpionen (Mit) züchtigen 27
Scrophuloses Gesindel 545
Scylla 433
Sect 295
See (Da rast der) und will sein Opfer haben 215
Seele (Bekenntnisse einer schönen) 172
Seele (Die) aus dem Fegfeuer springt 511
Seele (Ein Herz und eine) 80
Seele (Eine durstige) 36
Seele (Eine hungrige) 36
Seele (Eine schöne) 362
Seele (Freue dich, liebe), jetzt kommt ein Platzregen! 132
Seele (Glücklich allein ist die), die liebt 163
Seele (Kürze ist des Witzes) 293
Seele (Matt, wie deine) 195
Seele (Nun hat die liebe) Ruh' 74
Seele (Raum . . . dem Flügelschlag einer freien)! 261
Seele (Von ganzem Herzen und von ganzer) 17
Seele (Was die innere Stimme spricht, das täuscht die hoffende)
nicht 202
Seelen (Grosse) dulden still 197
Seelen (Unrecht leiden schmeichelt grossen) 199
Seelen (Zwei) und ein Gedanke 255
Seelen (Zwei) wohnen ach! in meiner Brust 175
Segen (Des Vaters) bauet den Kindern Häuser 54

Page 781

Segen (Viel Kinder, viel) 37
Sehe jeder, wie er's treibe u. s. w. 164
Sehen (Bei Philippi) wir uns wieder 296
Sehen (Den Himmel offen) 78
Sehen (So) wir uns wieder 200
Sehen, wo es hinaus will 71
Sehenden Auges nicht sehen 66
Sehnsucht (O zarte), süsses Hoffen u. s. w. 208
Sehr gelegen (Der starb euch) 211
Sehr interessiert 170
Seht den Himmel, wie heiter! 186
Sei ein Mann! 26
Sei im Besitze und du wohnst im Recht 210
Sei mir gegrüsst, mein Berg, mit dem rötlich strahlenden Gipfel! 200
Seid einig—einig—einig! 217
Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben 64
Seid Thäter des Worts und nicht Hörer allein! 91
Seid umschlungen, Millionen! 195
Seïde 281
Seifensieder (Aber das denkt, wie ein) 205
Seifensieder (Johann, der muntre) 138
Seigen (Mücken) und Kameele verschlucken 68
Sein Alles freudig an die Ehre setzen 212
Sein Angesicht leuchten lassen über Jemandem 15
Sein Brot mit Thränen essen 171
Sein Charakterbild schwankt in der Geschichte 204
Sein Gehirn treibt wunderbare Blasen auf 199
Sein Haus auf den Sand bauen 64
Sein Haus bestellen 43
Sein Herz ausschütten 23
Sein Huhn im Topf haben 474

Page 782

Sein Jahrhundert in die Schranken fordern 199
Sein Kreuz auf sich nehmen 65
Sein Kreuz tragen 65
Sein Leid in sich fressen 34
Sein Licht unter den Scheffel stellen 60
Sein Licht vor den Leuten leuchten lassen 60
Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage 293
Sein Pfund vergraben 70
Sein Scherflein beitragen 72
Sein Schwert in die Wagschale werfen 454
Seine Güte währet ewiglich 27
Seine Hände in Unschuld waschen 18
Seine Hand abziehen von Einem 16
Seine Hand aufthun 18
Seine (Jedem das) 377
Seine Lenden mit dem Schwerte gürten 13
Seine Linke nicht wissen lassen, was die Rechte thut 61
Seine milde Hand aufthun 18
Seine Myrmidonen 321
Seine Pappenheimer kennen 211
Seine Perlen vor die Säue werfen 63
Seine Rechnung mit dem Himmel machen 217
Seine Sonne scheinen lassen über u. s. w. 61
Seine verfluchte Pflicht und Schuldigkeit thun 519
Seine Worte auf der Goldwage wägen 56
Seine Zunge im Zaum halten 91
Seinebabel 48
Seinen Geist aufgeben 49
Seinen (Gott giebt's den) im Schlaf 37
Seinen Preis haben 504
Seinen Tag von Damaskus erleben 80

Page 783

Seiner Länge eine Elle zusetzen 63
Seines (Ein Arbeiter ist) Lohnes wert 73
Seines Fleisses darf sich Jedermann rühmen 148
Seines (Jeder ist) Glückes Schmied 365
Seite (Wie ein Butterbrod auf die gute) fallen 240
Seitwärts (Sich) in die Büsche schlagen 222
Sekt 295
Sela! 93
Seladon 272
Selbstverleugnung 67
Selig (Der Glaube macht) 72
Selig (Nach seiner Facon) werden 518
Selig (O), o selig, ein Kind noch zu sein 252
Selige (Das waren mir) Tage! 189
Seliger (Geben ist) denn Nehmen 81
Seligkeit (Es schwelgt das Herz in) 208
Seltsame Schlafgesellen 298
Semiramis des Nordens 519
Sentimental 304
Sesam, öffne dich! 113
Setz' dich, liebe Emeline, nah, recht nah zu mir! 237
Setz' (Positus, ich) den Fall 243
Setze dir neben mir, dir steh'n zu seh'n, das jammert mir 253
Setzen (Auf dieser Bank von Stein will ich mich) 218
Setzen (Sein Alles freudig an die Ehre) 212
Setzen wir Deutschland in den Sattel, reiten wird es u. s. w. 553
Setzet ihr nicht das Leben ein u. s. w. 205

Page 784

Setzt auf meinen Leichenstein u. s. w. 180
Seufzen (Hol' die Pest Kummer und)! 295
Shakespeare und kein Ende 179
Sich an seine Brust schlagen 76
Sich das Leben sauer machen 10
Sich des rechten Weges wohl bewusst sein 174
Sich die Augen ausweinen 48
Sich ein Gewissen aus Etwas machen 83
Sich ein Ränzlein anmästen 168
Sich einen Namen machen 24
Sich Etwas über den Kopf wachsen lassen 28
Sich freuen mit den Fröhlichen 83
Sich freuen wie ein Stint 225
Sich ganz absurd geberden 183
Sich gütlich thun 41
Sich in die Höhle des Löwen wagen 334
Sich in die Zeit schicken 83
Sich in seine Tugend einhüllen 395
Sich kein Gewissen aus etwas machen 83
Sich mit fremden Federn schmücken 332
Sich nach den Fleischtöpfen Ägyptens zurücksehnen 12
Sich rückwärts concentrieren 548
Sich Ruh' erreiten 158
Sich seines Fleisses rühmen 148
Sich seitwärts in die Büsche schlagen 222
Sich selbst der Nächste (Jeder ist) 368
Sich selbst verleugnen 67
Sich (Wer) selbst erniedrigt, der wird erhöhet 49
Sich zurücksehnen nach den Fleischtöpfen Ägyptens 12
Sicher (Wer ist vor Schlägen)? 293
Sichern (Den) Schatz im Herzen tragen 209

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Sichern (Vom) Port lässt sich's gemächlich raten 215
Sich's sauer werden lassen 46
Sie Beide wohnen auf der Menschheit Höhen 212
Sie bewegt sich doch! 467
Sie denken, duckt er da, folgt er uns eben auch 170
Sie flechten und weben 201
Sie haben einen guten Mann begraben 153
Sie haben nichts gelernt und nichts vergessen 486
Sie haben schrecklich viel gelesen 174
Sie ist die Erste nicht 177
Sie lächelt auch uns 200
Sie sehen, was wir können; wollen Sie nun und wir u. s. w. 560
Sie sind von uns ausgegangen; aber sie waren nicht von uns 90
Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein 256
Sieben (Böse) 61
Sieben (Buch mit) Siegeln 92
Sieben (Die) fetten und die sieben mageren Jahre 9
Sieben (In) Sprachen schweigen 227
Sieben (Schon)—und Georg nicht hier? 190
Siebenten (Im) Himmel sein 87
Sieg (Der) des Miltiades lässt mich nicht schlafen 443
Siegeln (Buch mit sieben) 92
Siegeskranz (Heil dir im)! 189
Siegst (Unsinn, du) und ich muss untergeh'n! 213
Siegt Natur, so muss die Kunst entweichen 206
Siegte (Ich kam, ich sah, ich) 458
Sieh' da, sieh' da, Timotheus, Die Kraniche des Ibykus! 203
Sieh', das Gute liegt so nah! 165
Sieh! ihm fehlt kein teures Haupt 208
Sieh', wie die Andern es treiben! 201
Siehe! (Und die Sonne Homers) sie lächelt auch uns 200

Page 786

Siehst (Du) mich an und kennst mich nicht? 246
Siehst (Du) mich lächelnd an, Eleonore u. s. w. 165
Sieht (Das Auge) den Himmel offen 208
Sieht (Was kein Verstand der Verständigen) u. s. w. 203
Silber (Reden ist) 33
Silbernen (Güldene Äpfel in) Schalen 40
Simonie 80
Singe (Wach' auf, mein Herz, und)! 135
Singe, wem Gesang gegeben 242
Singen (Das hat mit ihrem) die Lorelei gethan 248
Singt (Wo man), da lass dich ruhig nieder u. s. w. 222
Sinn (Aus den Augen, aus dem) 407
Sinn (Der langen Rede kurzer) 209
Sinn (Ein Märchen . . ., das kommt mir nicht aus dem) 248
Sinn (Herr, dunkel war der Rede)! 203
Sinn (Hoher) liegt oft in kind'schem Spiel 213
Sinn (Im engern Kreis verengert sich der) 204
Sinnt (Was er), ist Schrecken 242
Sintflut 6
Sire, geben Sie Gedankenfreiheit! 199
Sirene, Sirenengesang, Sirenenstimme 100
Sisyphusarbeit! 100
Sitte (Eine löbliche) 58
Sitten (Böse Beispiele verderben gute) 85
Sitzen, da die Spötter sitzen 32
Sitzen (Eine) lassen 56
Sitzen (Wir) so fröhlich beisammen 220
Sitzen (Zu den Füssen eines Lehrers) 81
Skandal 83
Sklaven (Ich bin es müde, über) zu herrschen 522
Skorpionen (Mit) züchtigen 27

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Skrophuloses Gesindel 545
So das geschieht am grünen Holz u. s. w. 78
So ein Lied, das Stein erweichen u. s. w. 142
So eine Arbeit wird eigentlich nie fertig 162
So fluscht et bäter 527
So fordr' ich mein Jahrhundert in die Schranken 199
So fragwürdiger Gestalt (In) 292
So führt' ich meine Klinge 294
So gemein wie Brombeeren 295
So Gott will 81
So ist's, mein Feldherr! 211
So Jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen 89
So klug, als wie zuvor 167
So lag ich und so führt' ich meine Klinge! 294
So lasst ihm doch das kindliche Vergnügen! 263
So leb' denn wohl, du stilles Haus! 245
So man das thut am grünen Holze, was will am dürren werden 78
So'n bisken Französ'sch, das is doch wunderscheen 263
So oft du kommst, er soll dir offen sein 200
So reinlich und so zweifelsohne 266
So sehen wir uns wieder 200
So spricht man nicht zu Christen 183
So viel Arbeit um ein Leichentuch? 246
So wahr Gott lebt! 30
So willst du treulos von mir scheiden? 200
Sobald das Geld im Kasten klingt u. s. w. 511
Sobald du dir vertraust, sobald weisst du zu leben 168
Sociale Frage 491
Sodom und Gomorrha 7
Sogenannte (Der) arme Mann 561
Sohle (Vom Scheitel bis zur) 19

Page 788

Sohn, da hast du meinen Speer! 184
Sohn des Glücks 399
Sohn (Der verlorene) 74
Sohn (Dies ist mein lieber), an dem ich u. s. w. 59
Soldat (Ha, welche Lust) zu sein! 287
Soldaten (Gegen Demokraten helfen nur) 263
Soldateska (Vertierte) 256
Soll ich meines Bruders Hüter sein? 4
Sollen dich die Dohlen nicht umschrei'n u. s. w. 182
Sollen (Sie) ihn nicht haben den freien deutschen Rhein! 256
Sommer (Eine Schwalbe macht noch keinen) 335
Sommerweste 253
Sonderbarer Schwärmer 199
Sondern (Die Spreu vom Weizen) 59
Sonne (Die) geht in meinem Staat nicht unter 197
Sonne (Die) Homers lächelt auch uns 200
Sonne (Die) von Austerlitz 489
Sonne (Nichts Neues unter der) 41
Sonne (Seine) scheinen lassen über u. s. w. 61
Sonne (Und scheint die) noch so schön u. s. w. 244
Sonne von Austerlitz 489
Sonne (Wo bist du) geblieben? 134
Sonne (Zweifle an der) Klarheit u. s. w. 293
Sonnenhaft (Wär' nicht das Auge) u. s. w. 362
Sonntags (Ich wünsche, dass) jeder Bauer sein u. s. w. 474
Sonst hast du keine Schmerzen? 314
Sonst hat es keinen Zweck 258
Sorgen (Etwas . . .) muss der Mensch für den kommenden
Morgen 214
Soweit die deutsche Zunge klingt 227
Soziale (Die) Frage 491

Page 789

Spät kommt ihr, doch ihr kommt 209
Spanien, das Land der Kastanien 260
Spanien, das Land des Weins und der Gesänge 169
Spanier (Stolz will ich den) 199
Spanisch kommen 163
Spanische (In) Stiefel eingeschnürt 167
Spass (Der) ist gross 177
Speer (Sohn, da hast du meinen)! 184
Speierbach (Revanche für) 515
Spekuliert (Ein Kerl, der), ist u. s. w. 167
Sperr' oculos! 190
Sphärenharmonie, Sphärenmusik 338
Sphinx 100
Spiegelberg, ich kenne dich 192
Spiel (Das) des Lebens sieht sich heiter an u. s. w. 209
Spiel (Für mich ist) und Tanz vorbei 184
Spiel (Hoher Sinn in kind'schem) 213
Spiels (Lasst, Vater genug sein des grausamen)! 203
Spiritus (Zum Teufel ist der) u. s. w. 194
Spitze der Civilisation 497
Splitterrichter 63
Spötter (Auf der Bank der) sitzen 32
Spott (Zum) der Leute werden 34
Spotten (Es sind nicht Alle frei, die ihrer Ketten) 150
Sprache (Die) ist dem Menschen gegeben, seine u. s. w. 487
Sprachen (In sieben) schweigen 227
Sprechen (In den Wind) 85
Sprechen (Wo diese schweigen, werden die Steine) 77
Spreeathen 137
Spreu im Winde 29
Spreu (Die) vom Weizen sondern 59

Page 790

Sprich mir von allen Schrecken des Gewissens u. s. w. 197
Sprichst du von Einem, der da lebet? 203
Sprichst (Du) von Zeiten, die vergangen sind 197
Spricht (Die, von der man am Wenigsten), ist die beste Frau 348
Spricht (Was die innere Stimme) u. s. w. 202
Spricht (Was er), ist Geissel 242
Sprichwort (Zum) werden 19
Springende (Der) Punkt 353
Springt (Die Seele aus dem Fegfeuer) 511
Sprung (Die Natur macht keinen) 354
Spuckt (Wie er räuspert und wie er) u. s. w. 204
Spur (Es kann die) von meinen Erdentagen u. s. w. 183
Spur (Ich finde nicht die) von einem Geist u. s. w. 176
Spuren (Errötend folgt er ihren) 208
Staat (Die Sonne geht in meinem) nicht unter 197
Staat (Racker von) 536
Staate (Freie Kirche im freien) 469
Staate (Etwas ist faul im) Dänemark 292
Staate (In meinem) kann jeder nach seiner Façon u. s. w. 518
Staates (Der erste Diener seines) 520
Staatshämorrhoidarius 255
Staatsumwälzung 156
Stachel (Tod, wo ist dein)? 86
Stachel (Wider den) löcken 80
Stadt der reinen Vernunft 264
Städte (Die grossen) müssen vom Erdboden vertilgt werden 544
Städte (Vieler Menschen) gesehen haben 323
Stätte (Die), die ein guter Mensch betrat, ist eingeweiht 165
Stätte (Keine bleibende) haben 91
Stätte (Leergebrannt ist die) 208
Stamm (Da steh' ich, ein entlaubter) 210

Page 791

Stammes (Ich bin der letzte meines) 216
Stampfen (Kann ich Armeen aus der Erde)? 212
Stand (Ein jeder) hat seinen Frieden u. s. w. 141
Starb (Der) euch sehr gelegen 211
Stark (Liebe ist) wie der Tod 42
Starke (Der) weicht einen Schritt zurück 543
Starken (Die) bedürfen des Arztes nicht u. s. w. 64
Starken (Hier sind die) Wurzeln deiner Kraft 216
Starkes (Denn wo das Strenge mit dem Zarten, wo) u. s. w. 208
Staub (Das Erhab'ne in den) ziehen 211
Staub (Den) von den Füssen schütteln 64
Staub und Asche 30
Staub (Wenn der Leib in) zerfallen, lebt u. s. w. 215
Stehen (Auf seinen Schein) 298
Stehlen (Einem das Herz) 8
Steigt (Es) das Riesenmass der Leiber 203
Stein (Auf dieser Bank von) will ich mich setzen 218
Stein (Den ersten) auf jemanden werfen 78
Stein (Der) der Weisen 364
Stein (Der Tropfen höhlt den) 346
Stein des Anstosses 42
Stein (Es wird kein) auf dem andern bleiben 69
Stein statt Brot geben 63
Steine schreien (Wo diese schweigen, werden die) 77
Steinerner Gast 116
Steinerweichend 142
Steinigen (Einen) 17
Stelldichein 155
Stelle (Der rechte Mann an der rechten) 505
Stelle (Hier ist die), wo ich sterblich bin 198
Stentorstimme 322

Page 792

Sterben (Man sagt, er wollte) 211
Sterben und Verderben 52
Sterblich (Hier ist die Stelle, wo ich) bin 198
Sterne (Die), die begehrt man nicht 173
Sterne (In deiner Brust sind deines Schicksals) 209
Sterne (Nacht muss es sein, wo Friedlands) strahlen 210
Sterne (Zweifle an der) Licht 293
Sternwarte 139
Stiefel (Du hast die grössten) an 117
Stiefel (In spanische) eingeschnürt 167
Still (Grosse Seelen dulden) 197
Still (Nie schweigen seine Klagen) 185
Still und bewegt 229
Stillen (Die) im Lande 34
Stiller (Ein) Geist ist Jahre lang geschäftig u. s. w. 176
Stilles (So leb' denn wohl, du) Haus 245
Stimme (Der Zug des Herzens ist des Schicksals) 210
Stimme (Und was die inn're) spricht u. s. w. 202
Stimme (Volkes), Gottes Stimme 324
Stimmen (Man soll die) wägen und nicht zählen 218
Stinkt (Geld) nicht 461
Stint (Sich freuen wie ein) 225
Stirbt (Die alte Garde) u. s. w. 493
Stirbt (Wen die Götter lieben, der) jung 357
Stirn (Eherne) 44
Stirn (Eiserne) 44
Stirne (Von der) heiss, rinnen muss der Schweiss 208
Stirnlocke (Die Gelegenheit bei der) fassen 104
Stockfinster 29
Störe meine Kreise nicht! 452
Stolz will ich den Spanier 199

Page 793

Stolze Wellen 31
Stolzen (Gestern noch auf) Rossen 251
Stopfen (Einem das Maul) 36
Stossen (Hart im Raume) sich die Sachen 210
Strafen (Es lebt ein Gott zu) und zu rächen 217
Strafet (Wen der Herr liebet, den) er 38
Straff (Allzu) gespannt, zerspringt der Bogen 217
Strafgericht (Ihn traf des Himmels) 226
Strahlen (Nacht muss es sein, wo Friedlands Sterne) 210
Strahlende (Das) schwärzen 211
Strebe (Immer) zum Ganzen u. s. w. 201
Strebt (Es irrt der Mensch, so lang er) 174
Streich (Da macht wieder jemand einmal einen dummen) 160
Streich (Dieses war der erste) 265
Streit (Rufer im) 322
Streitbarer Held 21
Streitbare Männer 20
Streitbarer Mann 20
Strenge (Denn wo das) mit dem Zarten u. s. w. 208
Strom (Aus dem) der Vergessenheit trinken 102
Strom (Der Rhein, Deutschlands), nicht Deutschlands Grenze 227
Strom (Wider den) schwimmen 54
Struwwelpeter 256
Stube (Kommen Sie 'rein in die gute)! 560
Studio (Bruder) 512
Studium (Das eigentliche) der Menschheit ist der Mensch 271
Stückweis (Das arme Menschenherz muss) brechen 261
Stückwerk (Unser Wissen ist) 84
Stülpen (Den Pelion auf den Ossa) wollen 99
Stürz't das Scheusal in die Wolfsschlucht 226
Stürzt (Das Alte), es ändert sich die Zeit 217

Page 794

Stumme Poesie (Malerei ist) 337
Stummer Hund 45
Stunde (Dem Glücklichen schlägt keine) 209
Stunde (Die) rinnt auch durch den rauh'sten Tag 299
Stunde (Elfte) 67
Sturm (Eine Rose gebrochen, ehe der) sie entblättert 149
Sturm (Hast manchen) erlebt 247
Sturm im Glase Wasser 278
Sturm- und Drang-Periode 188
Sturm (Von manchem) bewegt 221
Sturm (Wer Wind säet, wird) ernten 50
Suchen (Den gestrigen Tag) 510
Suchet, so werdet ihr finden 63
Sünde wider den heiligen Geist 65
Sündenbock 14
Sünder (Gott sei mir) gnädig! 76
Sünder (Wir sind) allzumal 81
Sündflut 6
Süss (Arbeit macht das Leben) 153
Süss (Gestohlenes Wasser schmeckt) 38
Süss (Wie die Liebe) 488
Süssen (O Trank der) Labe! 170
Süssen (Voll) Weines sein 80
Süsser Pöbel 176
Süsser Schwan vom Avon 301
Süsser Trost 208
Süsses Hoffen 208
Süsses Leben! schöne freundliche Gewohnheit des Daseins! 164
Suppenkaspar 257

Tadel (Ohne Furcht und) 472

Page 795

Tadeln können zwar die Thoren u. s. w. 190
Tägliche (Das) Brot 61
Täuscht (Das) die hoffende Seele nicht 202
Tag (Den gestrigen) suchen 510
Tag der Garben 144
Tag der Rache 43
Tag (Der Regen, der regnet jeglichen) 300
Tag (Die Stunde rinnt auch durch den rauhsten) 299
Tag (Die Welt wird schöner mit jedem) 242
Tag (Einst wird kommen der) 322
Tag (Es ist genug, dass jeglicher) seine Plage habe 63
Tag (Ich habe einen) verloren 461
Tag (Jeder) hat seine Plage 63
Tag (Keine Ruh' bei) und Nacht 92. 313
Tag (Noch ist es), da rühre sich der Mann u. s. w. 180
Tag (Verlorener) 461
Tag von Damaskus 80
Tage (Das waren mir selige)! 189
Tage (Die schönen) in Aranjuez sind nun zu Ende 196
Tage (Dieser letzten) Qual war gross 211
Tage (Ich denk' an euch, ihr himmlisch schönen)! 229
Tage (Noch ist nicht aller) Abend 406
Tage, von denen wir sagen, sie gefallen uns nicht 42
Tagen (Nur nicht eine Reihe von schönen) 180
Tages Arbeit! Abends Gäste u. s. w. 172
Tages (Des) Last und Hitze 68
Talent 69
Talent (Es bildet ein) sich in der Stille 165
Talent (Kein), doch ein Charakter 250
Tannebaum (O), o Tannebaum u. s. w. 254
Tantalusqualen 99

Page 796

Tanz (Für mich ist Spiel und) vorbei 184
Tanz ums goldene Kalb 1
Tanzen (Auf einem Vulcan) 496
Tanzen sollen (Nach Jemandes Pfeife) 332
Tapferkeit (Das bessere Teil der) ist Vorsicht 295
Tapfrer Lagienka 246
Tappen (Im Dunkeln) 19
Tartufe 274
Tauben (Gebratene) u. s. w. 103
Tauben (Ohne Falsch, wie die) 64
Tauben Ohren predigen 44
Taubenaugen 42
Tauchen (Wer wagt es . . . zu) in diesen Schlund? 203
Teil (Das bessere) der Tapferkeit ist Vorsicht 295
Teil (Das bessere) erwählt haben 73
Teile (Beide) hören 447
Teilen (Den Raub unter sich) 16
Telegramm 505
Telegraphiert (Er lügt wie) 555
Teleskop 467
Tells (Das ist) Geschoss! 218
Tempel (Zum) hinaustreiben 78
Temperatur (Angenehme) 548
Teufel (Den) durch Beelzebub austreiben 65
Teufel (Den) spürt das Völkchen nie u. s. w. 169
Teufel (Der) ist los 93
Teufel (Du bist noch nicht der Mann, den) festzuhalten 176
Teufel (Schwarz wie der) 488
Teufel (Was willst du armer) geben? 176
Teufel (Wo hat dich denn der)? 189
Teufel (Zum) ist der Spiritus u. s. w. 194

Page 797

Teure (Ans Vaterland, ans) schliess dich an! 216
Teure (Die Gattin, die) 209
Teures (Ihm fehlt kein) Haupt 208
Teures Weib, gebiete deinen Thränen 207
Text (Einem den) lesen 506
Thäter des Worts 91
Thalatta! Thalatta! 444
That (Auf frischer) ertappt 431
That (Der Fluch der bösen) 210
That (Rat und) 38
That (Rettende) 540
Thatbestand 435
Thaten (Ein andermal von euren)! 152
Thaten (Lasst mich auch endlich) sehen! 174
Thaten (Lust und Liebe sind die Fittige zu grossen) 162
Thebaner (Kundiger) 300
Theokratie 360
Theorie (Grau, teurer Freund, ist alle) u. s. w. 168
Thersites 321
Thespiskarren 404
Thönernen (Koloss mit) Füssen 50
Thomas (Ungläubiger) 79
Thor (Da steh' ich nun, ich armer) u. s. w. 167
Thor (Ein) ist immer willig, wenn eine Thörin will 248
Thoren (Tadeln können zwar die), aber u. s. w. 190
Thorheit (Den Griechen eine) 83
Thränen (Perlen bedeuten) 148
Thränen (Teures Weib, gebiete deinen)! 207
Thränen (Unter) lächelnd 322
Thränen (Wer nie sein Brot mit Thränen ass) u. s. w. 171
Throne (Der Romantiker auf dem) 256

Page 798

Thu' Geld in deinen Beutel! 300
Thu', das du nicht lassen kannst! 131
Thue (Gehe hin und) desgleichen! 73
Thue (Was du thust, das) bald! 79
Thule 385
Thun (Eine Fehlbitte) 72
Thun (Eines) und das Andere nicht lassen 68
Thun (Hier sind wir versammelt zu löblichem) 178
Thun (Ich denke einen langen Schlaf zu) 211
Thun Sie das Ihre! 200
Thun was recht und gut ist 50
Thun (Was)? spricht Zeus 200
Thun (Wenn die Könige baun, haben die Kärrner zu) 201
Thut (Der König absolut, wenn er unseren Willen) 238
Thut nichts! der Jude wird verbrannt! 150
Thut nichts! könnt's noch öfter hören! 239
Thut (Von Einer aber) mir's weh 242
Thut (Wenn Jemand eine Reise) u. s. w. 153
Tief (das lässt) blicken, sagt Sabor 562
Tiefenbacher, Gevatter Schneider und Handschuhmacher 205
Tiefsten (In des Waldes) Gründen 221
Tier und Menschen schliefen feste 142
Tier (Geselliges) 353
Tier (Halb), halb Engel 139
Tier (Wie ein) auf dürrer Heide 167
Tigers (Verderblich ist des) Zahn 209
Timotheus (Sieh' da, sieh' da), die Kraniche u. s. w. 203
Tische (Brosamen, die von des Reichen) fallen 66
Tischlein, decke dich! 103
Tittelchen (Kein) 61
Tobias Sechs, Vers drei 54

Page 799

Tochter aus Elysium 195
Tod (Ein unnütz Leben ist ein früher) 162
Tod im Topf 27
Tod (Liebe ist stark, wie der) 42
Tod (Rasch tritt der) den Menschen an 218
Tod (Treu bis in den) 92
Tod, wo ist dein Stachel? 86
Tode (Zum) betrübt 163
Todes (Ein Kind des) 25
Todsünde 18
Töchter (Ausgehen, die) des Landes zu besehen 9
Tönend Erz 84
Tötet (Der Buchstabe) 86
Toga (In den Falten seiner) Krieg und Frieden tragen 454
Tohuwabohu 3
Tolles Jahr 510
Tollheit (Ist dies schon) hat es doch Methode 293
Ton (Der rechte) 204
Tons (Ich bin des trocknen) nun satt 168
Topf (Der Tod im)! 27
Topf (Sein Huhn im) haben 474
Tory 503
Tot (Heute rot, morgen) 56
Tot (Lebendig) 89
Tote (Der) Buchstabe 86
Toten (Die) reiten schnell 157
Toten (Lass die) ihre Toten begraben 64
Toten (Nur die) kehren nicht zurück 485
Toten (Vergiss die treuen) nicht! 245
Toter (Ein lebendiger Hund ist besser, als ein) Löwe 42
Trägst (Du) den Cäsar und sein Glück 458

Page 800

Träume (Freiheit ist nur in dem Reich der) 211
Träumen (Es giebt mehr . . ., alseure Schulweisheit sich) lässt 292
Tragen (Auf Händen) 35
Tragen (Das Unvermeidliche mit Würde) 235
Tragen (Den sicheren Schatz im Herzen) 209
Tragen (Des Tages Last und Hitze) 68
Tragen (Eulen nach Athen) 349
Tragen (Krieg und Frieden in den Falten seiner Toga) 454
Tragen (Sein Kreuz) 65
Trank (Dein) wirkt schnell 299
Trank der süssen Labe 170
Trank (Trink' ihn aus den) der Labe u. s. w. 215
Trauben (Die) sind sauer 332
Traubenblut 20
Trauern (In Sack und Asche) 28
Trauernd tief sass Don Diego 154
Traum (Das Leben ein) 316
Traurig (Herz! Mein Herz! Warum so)? 237
Traurig (. . . Was soll es bedeuten, dass ich so) bin? 248
Traurige Gestalt 316
Trefflich klein mahlen 362
Treiben (Sieh', wie die Andern es)! 201
Treibt (Mein Gehirn) wunderbare Blasen auf 199
Trennen (Wir woll'n in keiner Not uns) und Gefahr 216
Treten (Einen mit Füssen) 20
Treu bis in den Tod 92
Treu' (Üb' immer) und Redlichkeit 159
Treu (Wenn Alle untreu werden, so bleib ich dir doch) 230
Treue ist doch kein leerer Wahn 205
Treue und Glauben halten 48
Treuen (Vergiss die) Toten nicht! 245

Page 801

Treuer Achates 389
Treuer Eckart 115
Treulos (So willst du) von mir scheiden? 200
Trichter (Nürnberger) 135
Trieb (Der Not gehorchend, nicht dem eignen) 213
Triften (Lebt wohl, ihr Berge, ihr geliebten)! 212
Trink ihn aus, den Trank der Labe u. s. w. 215
Trinken (Vergessenheit) 102
Trinken (Zu viel kann man wohl), doch u. s. w. 147
Trinkst (Du isst mich nich, du) mich nich? 253
Tritt (Rasch) der Tod den Menschen an 218
Trocknen (Des) Tons satt 168
Tropfen demokratischen Öls 538
Tropfen höhlen den Stein 346
Trost (Ein leidiger) 29
Trost (Ein süsser) ist ihm geblieben u. s. w. 208
Trotz alledem und alledem! 307
Trüb (Was willst du, Fernando, so) und so bleich? 232
Trüben (Einem das Wasser) 415
Tüchtige (Eine) Kuh, die ihn mit Butter versorgt 201
Türkei (Die) der kranke Mann 513
Türkei (Hinten, weit in der) 175
Türmen (Den Pelion auf den Ossa) wollen 99
Tugend (Des Lebens Unverstand mit Wehmuth zu geniessen, ist) und
Begriff 251
Tugend (Sich in seine) einhüllen 395
Turnen 234
Tusculum 457

Üb' immer Treu und Redlichkeit 159
Übel (Der) grösstes ist die Schuld 214

Page 802

Übel (Ein notwendiges) 357
Übel (Was darüber ist, ist vom) 61
Übeln (Von zwei) das kleinere wählen 378
Übels (Geiz ist die Wurzel alles) 89
Über allen Gipfeln ist Ruh 162
Über (Darin bin ich dir) 259
Über den Kopf wachsen (Sich Etwas) lassen 28
Über den Zinnen der Partei stehen 181
Über die Berge mit Ungestüm 220
Über diese Antwort des Kandidaten Jobses u. s. w. 155
Über Einem sein Angesicht leuchten lassen 15
Über Gerechte und Ungerechte seine Sonne scheinen lassen 61
Über Menschliches hinaus ragen 203
Über Sklaven (Ich bin es müde) zu herrschen 522
Überall (Die Welt ist vollkommen) u. s. w. 214
Überall und nirgends sein 345
Überfalls (Keines) gewärtig 211
Überflüssig (Ein) Mass 73
Übergabe (Nichts von)! 212
Überschäumt (Wenn auch der Becher) 199
Überschreiten (Den Rubicon) 457
Übertreibt (Die Freuden, die man) u. s. w. 156
Übertünchte Gräber 69
Übertünchte Höflichkeit 222
Überzeugung (Brustton der) 556
Übet (Das) in Einfalt ein kindlich Gemüt 203
Übrigen (Legt's zu dem)! 195
Übt (Früh) sich, was ein Meister werden will 217
Uhr (Deine) ist abgelaufen 217
Uhr (Des Dienstes immer gleichgestellte) 209
Uhr (Die) schlägt keinem Glücklichen 209

Page 803

Um auf besagten Hammel zurückzukommen 420
Um ein Leichentuch! 246
Um ein Linsengericht 8
Umgestalten (Ein einz'ger Augenblick kann Alles) 152
Umhergehen wie ein brüllender Löwe 90
Umkehren (Die Wissenschaft muss) 544
Umkommen (Jämmerlich) 57
Umnebelnd Himmelsglut 170
Umschlungen (Seid), Millionen! 195
Umschrei'n (Sollen dich die Dohlen nicht), musst u. s. w. 182
Umwälzung 156
Umziehen (Dreimal) ist so schlimm, wie einmal abbrennen 305
Unauslöschliches Gelächter 321
Unbekannte (Der grosse) 31
Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt 161
Und bitten um Antwort 58
Und darum Räuber und Mörder? 193
Und das hat mit ihrem Singen u. s. w. 248
Und der König absolut, wenn er unsern Willen thut 238
Und die Gewohnheit nennt er seine Amme 210
Und die Sonne Homers, siehe! sie lächelt auch uns 200
Und ein Narr wartet auf Antwort 249
Und er schlug sich seitwärts in die Büsche 222
Und geschiehet nichts Neues unter der Sonne 41
Und Gott sahe, dass es gut war 3
Und hinter ihm in wesenlosem Scheine u. s. w. 174
Und neues Leben blüht aus den Ruinen 217
Und rings umher liegt schöne grüne Weide 167
Und Ross und Reiter sah ich niemals wieder 210
Und scheint die Sonne noch so schön u. s. w. 244
Und setzet ihr nicht das Leben ein u. s. w. 205

Page 804

Und sie bewegt sich doch! 467
Und sie erhoben die Hände zum lecker bereiteten Mahle 324
Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt 208
Und so sass er eine Leiche 202
Und ward nicht mehr gesehen 5
Und was die inn're Stimme spricht u. s. w. 202
Und was er schreibt, ist Blut 242
Und was kein Verstand der Verständigen sieht u. s. w. 203
Und was man weiss, kann man nicht brauchen 175
Und was soll das Ach und Weh? 237
Und wenn er auch die Wahrheit spricht 415
Und wo ihr's packt, da ist's interessant 174
Ungeheuer (Vielköpfiges) 400
Ungeheure Heiterkeit u. s. w. 254
Ungemischte (Des Lebens) Freude 202
Ungerechte (Über Gerechte und) seine Sonne scheinen lassen 61
Ungerechter Mammon 75
Ungeschehen (Geschehenes) machen wollen 340
Ungestraft (Niemand wandelt) unter Palmen 178
Ungestüm (Über die Berge mit) 220
Ungezogener Liebling der Grazien 163
Ungläubiger Thomas 79
Unglück (Das ist das) der Könige, dass u. s. w. 541
Unglück schreitet schnell 208
Unglücksel'ge, (Ja, ich bin's, du) u. s. w. 245
Unglückseliges Flötenspiel! 195
Unkraut zwischen den Weizen säen 66
Unmöglich (Bei Gott ist kein Ding) 7
Unnennbar (Der alten Wunde) schmerzliches Gefühl 386
Unnütz (Ein) Leben ist ein früher Tod 162
Unrecht (Dem) ein Eckstein 225

Page 805

Unrecht Gut gedeiht nicht 38. 343
Unrecht leiden schmeichelt grossen Seelen 199
Uns ist ganz kannibalisch wohl u. s. w. 169
Unsauberer Geist 71
Unschuld (Seine Hände in) waschen 18
Unser (Denn er war)! 174
Unser Leben währet siebenzig Jahr u. s. w. 35
Unser Schuldbuch sei vernichtet! 196
Unser Wissen ist Stückwerk 84
Unsinn, du siegst und ich muss untergeh'n! 213
Unsterblichkeit (Nichts für die) gethan 199
Unten (Da) aber ist's fürchterlich 203
Unter dem wechselnden Mond 220
Unter der Sonne geschieht nichts Neues 41
Unter Larven die einzig fühlende Brust 203
Unter Palmen wandeln 178
Unter Thränen lächelnd 322
Unterbrochenes Opferfest 222
Untergeh'n (Am Ende muss sie) 244
Untergeh'n (Unsinn, du siegst, und ich muss)! 213
Unterthanenverstand (Beschränkter) 532
Untreu (Bist), Wilhelm, oder todt? 157
Untreu (Wenn Alle) werden, so bleib ich dir doch treu 230
Untröstlich ist's noch allerwärts 243
Unverloren (Das Echte bleibt der Nachwelt) 174
Unvermeidliche (Das) mit Würde tragen 235
Unverstand (Des Lebens) mit Wehmuth zu geniessen u. s. w. 251
Unverstand (Eifern mit) 82
Unvorbereitet wie ich mich habe [wie ich bin] 531
Unzulängliche (Das) hier wird's Ereignis 184
Uriasbrief 25

Page 806

Urteil des Paris 96
Urteil (Salomonisches) 26
Urväter Hausrat 167
Utopien 290

Vademecum 437
Vätern (Was du ererbt von deinen) hast, erwirb es u. s. w. 174
Vätern (Zu seinen) versammelt werden 21
Valencia (Auf, nach)! 155
Vandalismus 484
Varus, gieb mir meine Legionen wieder! 460
Vater Abraham schon gesehen haben 79
Vater (Das ist ein weiser), der sein eigen Kind kennt 298
Vater (Das Kind ist des Mannes) 308
Vater (Dein Wunsch war des Gedankens) 295
Vater (Ein) der Armen 30
Vater (Ich bin dein) Zephises u. s. w. 244
Vater (Lass't) genug sein des grausamen Spiels 203
Vater und Mutter (Darum wird ein Mann seinen) verlassen u. s. w. 3
Vater (Von meinem) sprich mir nicht! 197
Vaterland (Ans) ans teure schliess' dich an u. s. w. 216
Vaterland (Lieb) magst ruhig sein! 262
Vaterland (Mit Gott für König und)! 527
Vaterland (O, Kyritz mein)! 243
Vaterlande (Der Prophet gilt Nichts in seinem) 66
Vaters (Des) Segen bauet den Kindern Häuser 54
Vaters (Meine Wiege stand am Webstuhl meines) 537
Vaterunser 61
Verballhornen, Verballhornisieren, Verballhornisierung 128
Verbergen (Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine
Gedanken zu) 487

Page 807

Verbinden (Das Angenehme mit dem Nützlichen) 405
Verbirgt (Dort der Hollunderstrauch) mich 217
Verblüht (Pflücket die Rose, eh' sie) 225
Verbotene Frucht 3
Verbrechen (Ist denn Lieben ein)? 304
Verbrennen (Die Schiffe hinter sich) 442
Verbrieft (Versiegelt und) 47
Verderben (Böse Beispiele) gute Sitten 85
Verderben, gehe deinen Gang! 195
Verderben (Mögen die Federn der Diplomaten nicht) u. s. w. 528
Verderben (Sterben und) 52
Verderblich ist des Tigers Zahn 209
Verdienst (Behandelt Jeden nach) und wer ist u. s. w. 293
Verdienste (Dem) seine Kronen 196
Verdient (Jedes Land hat die Juden, die es) 266
Verdrehen (Das Recht) 13
Verengert (Im engen Kreis) sich der Sinn 204
Verfehlt (Zeitungsschreiber, ein Mensch, der seinen Beruf) hat 549
Verfluchte Pflicht und Schuldigkeit 519
Verfolgung (Diokletianische) 558
Vergänglich (Güter, die das Leben) zieren 214
Vergangen (Du sprichst von Zeiten, die) sind 197
Vergangen (Was) kehrt nicht wieder u. s. w. 239
Vergeben und vergessen 47
Vergebens (Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst) 213
Vergebens spricht man viel, um zu versagen u. s. w. 162
Vergelten (Gutes mit Bösem) 10
Vergessen (Nichts gelernt und nichts) haben 486
Vergessen (Versunken und) 242
Vergessenheit trinken 102
Vergiss den grossen Schmerz! 215

Page 808

Vergiss die treuen Toten nicht! 245
Vergnügen (Lasst ihm doch das kindliche)! 263
Vergraben (Sein Pfund) 70
Verheirathet (Welcher) der thut wohl u. s. w. 84
Verirrt (Durch welchen Missverstand hat dieser Fremdling zu
Menschen sich)? 199
Verlassen (Von Gott) sein 33
Verleugnen (Sich selbst) 67
Verlieren (Lieber einen Freund), als einen Witz 397
Verlieren (Wer besitzt, der lerne) 214
Verloren (Alles ist), nur die Ehre nicht 473
Verloren ist verloren! 157
Verloren (Noch ist Polen nicht)! 471
Verlorne Liebesmüh' 300
Verlorner Sohn 74
Verlorner Tag 461
Vermeiden (Den Schein) 88
Vernagelt (Da ist die Welt mit Brettern) 133
Verneint (Der Geist, der stets) 176
Vernichtet (Unser Schuldbuch sei)! 196
Vernünftig (Alles was ist, ist) 228
Vernunft (Königsberg die Stadt der reinen) 264
Verräter (Der) schläft nicht 70
Verrungeniert (Alles muss) werden 262
Versagen (Man spricht vergebens viel, um zu) 162
Versammelt (Hier sind wir) zu löblichem Thun 178
Versammelt (Zu seinen Vätern) werden 21
Verschlucken (Mücken seigen und Kameele) 68
Verschönernde (Der) Rost der Jahrhunderte 534
Verschweigt (Das) des Sängers Höflichkeit 191
Verschwundene Pracht 242

Page 809

Versenden (Keinen zweiten zu) haben 217
Versetzt (Der Glaube) Berge 84
Versiegelt und verbrieft 47
Versorgt (Eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter) 201
Versprechen (Goldene Berge) 370
Verspürt (Deines Geistes hab' ich einen Hauch) 243
Verstand der Verständigen 83
Verstand (Es trägt) und rechter Sinn u. s. w. 167
Verstand (Wer über gewisse Dinge den) nicht verliert u. s. w. 149
Verstehen (Wer den Dichter will), muss u. s. w. 181
Versteh'n (Willst du die Andern), blick' in u. s. w. 201
Verstellung, dein Name ist Kieckebusch! 292
Verstimmt (Man merkt die Absicht und man wird) 165
Versuche (Der Mensch) die Götter nicht! 203
Versucht (Man wär'), ihn herzlich dumm zu nennen 209
Versunken und vergessen 242
Vertierte Soldateska 256
Vertilgt (Die grossen Städte müssen vom Erdboden) werden 544
Verträgen (Nichts von), nichts von Übergabe! 212
Vertrauen erweckt Vertrauen 455
Vertraulichkeit (Doch eine Würde, eine Höhe entfernte die) 202
Vertraust (Sobald du dir), sobald weisst du zu leben 168
Verunreinigt (Was zum Munde eingehet, das) den Menschen nicht 66
Verwandeln (Die Milch der frommen Denkart in gährend
Drachengift) 217
Verwandt (Das Naturell der Frauen ist so nah mit Kunst) 183
Verwegen (Wer keck ist und) 164
Verwegenster (In des Worts) Bedeutung 199
Verweile doch! Du bist so schön! 176
Verwirrt (Von der Parteien Gunst und Hass) u. s. w. 204
Verwirrung (Babylonische) 7

Page 810

Verwünscht gescheit 209
Verwüstung (Gräuel der) 50
Verzählen (. . . so kann er was) 153
Verzeihen Sie das harte Wort! 265
Verzuge (Gefahr im) 406
Viehes (Der Gerechte erbarmet sich seines) 39
Viel Büchermachens ist kein Ende 42
Viel Geld (Heidenmässig) 551
Viel ist mir bewusst 176
Viel Kinder, viel Segen 37
Viel Lärm um Nichts 300
Viele (Einer für) 389
Viele (Es führen) Wege nach Rom 363
Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet 68
Viele Worte machen 55
Vielen gefallen ist schlimm 202
Vieler Menschen Städte gesehen haben 323
Vieles (Wer) bringt, wird Manchem Etwas bringen 174
Vielköpfige Bestie 400
Vielköpfiges Ungeheuer 400
Vier Elemente 344
Vierte Dimension 301
Vierzehn Jahr' und sieben Wochen 141
Völkchen (Den Teufel spürt das) nie u. s. w. 169
Völkerfrühling 250
Völker (Wenn sich die) selbst befrei'n u. s. w. 209
Völker (Wer zählt die), nennt die Namen u. s. w. 203
Vogt (Mach' deine Rechnung mit dem Himmel,)! 217
Volk (Allerlei) 80
Volk (Das auserwählte) 36
Volk der Dichter und Denker 311

Page 811

Volk in Waffen 524
Volk (Kaviar für's)! 293
Volk (Was rennt das)? Was wälzt sich dort u. s. w. 205
Volk (Wir sind ein) und einig woll'n wir handeln 216
Volk (Wir wollen sein ein einzig') von Brüdern 216
Volk (Zwischen mich und mein) soll sich kein u. s. w. 535
Volke (Ich will Frieden haben mit meinem) 547
Volke (Mit dem) soll der Dichter gehen 212
Volkes Stimme, Gottes Stimme 324
Volkstum 234
Voll (Auf dass mein Haus) werde 74
Voll (Ein) gedrückt, gerüttelt und überflüssig Mass 73
Voll süssen Weines sein 80
Voll süsser Labe 170
Voll (Wess das Herz ist), dess gehet der Mund über 65
Voll (Zu) von Milch der Menschenliebe 299
Vollbringen (Das Wollen und) 82
Vollend' (Hier) ich's 217
Vollkommen (Die Welt ist) überall u. s. w. 214
Vollkommner (Ein) Widerspruch u. s. w. 169
Vom Baum der Erkenntnis essen 3
Vom Erdboden vertilgt werden (Grosse Städte müssen) 544
Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt 489
Vom Scheitel bis zur Sohle 19
Vom sichern Port lässt sich's gemächlich raten 215
Vom Übel (Was drüber ist, das ist) 61
Vom Vornehmsten herab bis zum Künstler 559
Von Angesicht zu Angesicht 13
Von den Dächern predigen 65
Von der Kultur beleckt sein 169
Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt u. s. w. 204

Page 812

Von der Stirne heiss rinnen muss der Schweiss u. s. w. 208
Von des Gedankens Blässe angekränkelt 293
Von des Lebens Gütern allen u. s. w. 215
Von einem bösen Geist im Kreis herum geführt 167
Von einem Geist nicht die Spur 176
Von Einer aber thut mir's weh 242
Von Fall zu Fall (Politik) 559
Von ganzen Herzen und von ganzer Seele 17
Von gestern sein 29
Von Gottes Gnaden 84
Von Gott verlassen sein 33
Von manchem Sturm bewegt 221
Von meinem Vater sprich mir nicht! 197
Von Pontius zu Pilatus 77
Von verschwundner Pracht zeugen 242
Von wannen kommt dir diese Wissenschaft? 213
Von Zeit zu Zeit seh' ich den Alten gern 174
Von zwei Übeln das kleinere wählen 378
Vor den Riss treten 36
Vor Jemandes Augen Gnade finden 7
Vor Neid bersten 416
Vor Paris nichts Neues 555
Vor seiner Gottähnlichkeit bange werden 168
Voraus (Künftige Ereignisse werfen ihre Schatten) 308
Vorbei (Die Zeiten sind)! 160
Vorbei (Für mich ist Spiel und Tanz) 184
Vorbei (Ich wollte es wäre Schlafenszeit und Alles) 295
Vornehmsten (Vom) bis zum Künstler herunter 559
Vorsätzen (Der Weg zur Hölle ist mit guten) gepflastert 306
Vorsicht ist das bessere Teil der Tapferkeit 295
Vortrag (Allein der) macht des Redners Glück 167

Page 813

Vorüber (Meine Minna geht)? 194
Vorübergehen (Dieser Kelch mag an mir) 70
Vorwärts (Marschall) 527
Vorwelt (Wer kann was denken, das nicht die) schon gedacht? 183
Vorwitz (Was deines Amtes nicht ist, da lass deinen) 54
Vulkan (Auf einem) tanzen 496

Wach' auf, mein Herz, und singe! 135
Wachsen (Am Rhein, am Rhein da) unsre Reben 153
Wachsen (Das Gras) hören 115
Wachsen (Der Gott, der Eisen) liess, der u. s. w. 227
Wachsen (Sich Etwas über den Kopf) lassen 28
Wacht (Das Auge des Gesetzes) 209
Wacht (Die) am Alserbach 262
Wackre (Der) Schwabe forcht sich nit 242
Wackrer Apotheker! Dein Trank wirkt schnell 299
Wächst (Es) der Mensch mit seinen grössern Zwecken 204
Wächst mir ein Kornfeld in der flachen Hand? 212
Wägen (Man soll die Stimmen) und nicht zählen 218
Wägen (Seine Worte auf der Goldwage) 56
Wählen (Von zwei Übeln das kleinere) 378
Wälzt (Was) sich dort? 205
Wär' der Gedank' nicht so verwünscht gescheit, man wär' versucht,
u. s. w. 209
Wär' nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt' es nie erblicken 362
Wäscht (Eine Hand) die andere 346
Waffen (Volk in) 524
Wage (In einer) gewogen und zu leicht befunden werden 50
Wagen (Das fünfte Rad am) 118
Wagen (Mein schönes Fräulein, darf ich) u. s. w. 169
Wagen (Sich in die Höhle des Löwen) 334

Page 814

Wagschale (Sein Schwert in die) werfen 454
Wagt (Wer) es, Rittersmann oder Knapp u. s. w. 203
Wahl (Ach, es war nicht meine)! 213
Wahn (Der) ist kurz, die Reu' ist lang 208
Wahn (Der Mensch in seinem) 209
Wahn (Ein) der mich beglückt, ist eine Wahrheit wert u. s. w. 150
Wahn (Kein leerer) 205
Wahnsinn (Des Dichters Aug' in schönem) rollend 297
Wahrheit (Die) nicht hören wollen ist das Unglück der Könige 541
Wahrheit (Durch zweier Zeugen Mund wird allerwegs die) kund 170
Wahrheit (Eine), die zu Boden drückt 150
Wahrheit (Lächelnd die) sagen 396
Wahrheit (Nackte) 393
Wahrheit und Dichtung 351
Wahrheit (Und wenn er auch die) spricht 415
Wahrheit (Was ist)? 79
Wahrheit (Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht; selbst dann, wenn er
die) spricht 415
Wahrheit (Zweifl', ob lügen kann die) nur an u. s. w. 293
Wahrheit (Zwischen uns sei)! 162
Waiblingen (Hie Welf! Hie)! 506
Waisenvater 31
Waizen (Die Spreu vom) sondern 59
Waizen (Unkraut zwischen den) säen 66
Wald (Den) vor Bäumen nicht sehen 150
Waldeinsamkeit 230
Waldes (In des) tiefsten Gründen 221
Wandeln (Unter Palmen) 178
Wann dich die Lästerzunge sticht u. s. w. 159
Wann wird der Retter kommen diesem Lande? 216
Warm (Weder kalt, noch) 92

Page 815

Warte (Der Dichter steht auf einer höhern) u. s. w. 181
Warte nur, bald ruhest du auch! 162
Warten der Dinge, die kommen sollen 77
Wartet (Und ein Narr) auf Antwort 249
Warum (Das) des Warums wissen wollen 515
Warum in die Ferne schweifen? u. s. w. 165
Warum so traurig (Herz! mein Herz!)? 237
Was aus der Erde kommt, muss wieder zu Erde werden 4
Was da kreucht und fleucht 216
Was deines Amtes nicht ist, da lass deinen Vorwitz 54
Was? der Blitz! Das ist ja die Gustel von Blasewitz 204
Was der Mensch säet, das wird er ernten 380
Was die innere Stimme spricht, das täuscht die hoffende Seele
nicht 202
Was die Schickung schickt, ertrage u. s. w. 154
Was d'rüber ist, das ist vom Übel 61
Was du dir eingerührt hast, musst du auch ausessen 371
Was du ererbt von deinen Vätern hast u. s. w. 174
Was du nicht willst, das dir geschieht u. s. w. 53
Was du nicht willst, das man dir thu' u. s. w. 53
Was du thust, das thue bald! 79
Was du thust, so bedenke das Ende! 55
Was du von der Minute ausgeschlagen u. s. w. 196
Was ein Esel von mir spricht, das acht' ich nicht 143
Was er sinnt, ist Schrecken u. s. w. 242
Was frag' ich viel nach Geld und Gut u. s. w. 185
Was gemacht werden kann, wird gemacht 526
Was geschrieben ist, ist geschrieben 79
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren u. s. w. 174
Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen 226
Was Gott thut, das ist wohlgethan 136

Page 816

Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden 67
Was haben die Herren doch für ein kurzes Gedärm! 201
Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben 79
Was ich mir dafür kaufe! 263
Was ist das Leben ohne Liebesglanz? 211
Was ist der langen Rede kurzer Sinn? 209
Was ist der Mensch? Halb Tier, halb Engel! 139
Was ist ein Name? Was uns Rose heisst u. s. w. 299
Was ist ihm Hekuba? u. s. w. 293
Was ist mich das, mein Kind, mit dich? 253
Was ist Wahrheit? 79
Was kann von Nazareth Gutes kommen? 78
Was kein Verstand der Verständigen sieht u. s. w. 203
Was man nicht weiss, das eben brauchte man u. s. w. 175
Was man schwarz auf weiss besitzt u. s. w. 167
Was man von der Minute ausgeschlagen u. s. w. 196
Was nutzt mich der Mantel, wenn er nicht gerollt ist? 262
Was rennt das Volk u. s. w. 205
Was schert mich Weib, was schert mich Kind? 247
Was seh' ich? O ihr guten Geister! Mein Roderich 197
Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe u. s. w. 214
Was soll das Ach und Weh? 237
Was steht dem Herrn zu Diensten? 176
Was thun? spricht Zeus 200
Was uns Alle bändigt, das Gemeine 174
Was uns Rose heisst, wie es auch hiesse, würde u. s. w. 299
Was vergangen, kehrt nicht wieder u. s. w. 239
Was von mir ein Esel spricht, das acht' ich nicht 143
Was wälzt sich dort? 205
Was will das werden? 80
Was willst du armer Teufel geben 176

Page 817

Was willst du, Fernando, so trüb und so bleich? 232
Was willst du mehr? 249
Was wird aus dem Kindlein werden? 73
Was zum Munde eingehet, das verunreinigt den Menschen nicht 66
Waschen (Einen Mohren weiss) 46
Waschen (Seine Hände in Unschuld) 18
Waschlapski 250
Wasser (Alle) laufen ins Meer 41
Wasser (Das) trüben 415
Wasser (Gestohlenes) schmeckt süss 38
Wasser (Nach frischem) schreien 34
Wasser (Sturm im Glase) 278
Wasser thut's freilich nicht 123
Wassermaus (Eines Abends spöte—gingen) und Kröte u. s. w. 143
Wat ick mir davor koofe! 263
Watte (Im Schlafrock von) 310
Weben (Sie flechten und) 201
Webstuhl (Am sausenden) der Zeit u. s. w. 167
Webstuhl (Meine Wiege stand am) meines Vaters 537
Wechsel (Jeder) schreckt den Glücklichen 214
Wechsel (Nichts ist dauernd, als der) 240
Wechselnden (Hier unter dem) Mond 220
Wecken (Gefährlich ist's den Leu zu) 209
Weckst (Du) der alten Wunde unnennbar schmerzliches Gefühl 386
Weder kalt noch warm 92
Weg (Den) alles Fleisches gehen 5
Weg (Den) gehen, den man nicht wiederkommt 29
Weg (Der) zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert 306
Weg nach Küssnacht 217
Weg (Nur über meine Leiche geht der) 154
Wege (Es führen viele) nach Rom 363

Page 818

Wege (Krumme) 21
Weges (Sich des rechten) wohl bewusst sein 174
Weh dir, dass du ein Enkel bist! 168
Weh (Es thut mir lang schon), dass ich dich u. s. w. 170
Weh (Ihr ewig) und Ach 168
Weh (Und was soll das Ach und)? 237
Weh (Von Einer aber thut mir's) 242
Wehe dir Land, dess König ein Kind ist! 42
Wehmut (Des Lebens Unverstand mit) zu geniessen u. s. w. 251
Wehrstand, Lehrstand, Nährstand 130
Weib (Beim wunderbaren Gott das) ist schön! 199
Weib (Er lebte, nahm ein) und starb 140

Page 819

Weib (Schwachheit, dein Name ist)! 292
Weib (Teures) gebiete deinen Thränen! 207
Weib (Was schert mich), was schert mich Kind? 247
Weib (Wer ein holdes) errungen u. s. w. 196
Weib (Wer nicht liebt Wein,) und Gesang u. s. w. 125
Weiber (Besonders lernt die) führen u. s. w. 168
Weiber (Da werden) zu Hyänen u. s. w. 209
Weiberlist 56
Weibern (Geh' den) zart entgegen u. s. w. 164
Weibes (Der Mann ist des) Haupt 84
Weide (Und rings umher liegt schöne grüne) 167
Weil noch das Lämpchen glüht 225
Weile (Eile mit)! 459
Weimar (In) und in Jena macht man Hexameter u. s. w. 218
Wein (Der) erfreut des Menschen Herz 36
Wein (Es giebt zuletzt doch noch 'nen) 183
Wein (Wer nicht liebt), Weib und Gesang u. s. w. 125
Weinberg (Arbeiter im) 67
Weinberg des Herrn 42
Weine (Doch ihre) trinkt er gern 169
Weinen (Nach Lachen kommt) 39
Weinen (Was ist ihm Hekuba? . . ., dass er um sie soll) 293
Weinend (Auf seinem Bette) sitzen 171
Weines (Voll süssen) sein 80
Weise (O, ich bin klug und) u. s. w. 252
Weise wie Salomo 26
Weisen (Der Stein der) 364
Weiser (Ein) Vater, der sein Kind kennt 298
Weisheit auf der Gasse 37
Weisheit Salomonis 26
Weisheit (Zunehmen an Alter und) 73

Page 820

Weiss (Ein junges Lämmchen) wie Schnee 156
Weiss (Einen Mohren) waschen 46
Weiss (Man) nicht, was noch werden mag 242
Weiss (Zwar) ich viel, doch möcht' ich Alles wissen 174
Weisser (Ein) Rabe 425
Weit (Eng ist die Welt und das Gehirn ist) 210
Weit (Hinten) in der Türkei 175
Weit (Wie wir's dann zuletzt so herrlich) gebracht 167
Weiter hast du keine Schmerzen? 314
Weiter hat es keinen Zweck 258
Weizen (Die Spreu vom) sondern 59
Weizen (Unkraut zwischen den) säen 66
Welch' edler Geist ist hier zerstört! 294
Welch Schauspiel! aber ach! ein Schauspiel nur! 167
Welche Lust gewährt das Reisen! 286
Welche Lust, Soldat zu sein! 287
Welchen der Herr liebet, den strafet er 38
Welcher verheiratet, der thut wohl u. s. w. 84
Weif (Hie), hie Waiblingen! 506
Wellen (Hie sollen sich legen deine stolzen)! 31
Welt (Alles in der) lässt sich ertragen u. s. w. 180
Welt (Anders . . . malt sich in diesem Kopf die) 200
Welt (Aus Nichts hat Gott die) erschaffen 58
Welt (Da ist die) mit Brettern vernagelt 133
Welt (Die Bretter, die die) bedeuten 213
Welt (Die) ist vollkommen überall u. s. w. 214
Welt (Die) liegt im Argen 90
Welt (Die neue) 469
Welt (Die) will betrogen sein 120
Welt (Die) wird schöner mit jedem Tag 242
Welt (Eng ist die) und das Gehirn ist weit u. s. w. 210

Page 821

Welt (Es liebt die) das Strahlende zu schwärzen u. s. w. 211
Welt (Man lebt nur einmal in der) 160
Welt (Wem Gott . . ., den schickt er in die weite) 244
Weltbürger 352
Weltgeschichte (Die) ist das Weltgericht 196
Weltkind (Das) in der Mitten 160
Weltkind (Ein) 75
Weltklug 75
Weltklugheit 75
Weltlitteratur 182
Weltschmerz 223
Wem das Herz voll ist dem u. s. w. 65
Wem der grosse Wurf gelungen u. s. w. 195
Wem Gott will rechte Gunst erweisen u. s. w. 244
Wem wenig dran gelegen scheinet, ob er reizt u. s. w. 164
Wen der Herr liebet, den strafet er 38
Wen die Götter lieben, der stirbt jung 357
Wenden (Nun muss sich Alles, Alles)! 242
Wenden (Will sich Hektor ewig von mir)? 207
Wenig Witz und viel Behagen 168
Wenige (Das) verschwindet leicht dem Blick u. s. w. 162
Wenige sind auserwählt 68
Weniger erhoben und fleissiger gelesen sein wollen 147
Weniger Kunst (Mehr Inhalt)! 293
Weniger wäre mehr 148
Wenigkeit (Meine) 416
Wenigsten (Die Frau, von der man am) spricht, ist die beste 348
Wenn alle untreu werden, so bleib' ich dir doch treu 230
Wenn alles eben käme, wie du gewollt es hast 232
Wenn auch der Becher überschäumt 199
Wenn das am grünen Holze geschieht u. s. w. 78

Page 822

Wenn das Geld im Kasten klingt u. s. w. 511
Wenn (Das) und das Aber 158
Wenn der Leib in Staub zerfallen, lebt der grosse Name noch 215
Wenn der Mantel fällt, muss der Herzog nach 195
Wenn dich die bösen Buben locken u. s. w. 37
Wenn dich die Lästerzunge sticht u. s. w. 159
Wenn die Könige bau'n, haben die Kärrner zu thun 201
Wenn die Rose selbst sich schmückt u. s. w. 244
Wenn du eine Rose schaust, sag' ich lass' sie grüssen 250
Wenn du nehmen willst, so gieb! 165
Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt, kann u. s. w. 218
Wenn es euch nicht von Herzen geht, werdet ihr nie u. s. w. 167
Wenn gute Reden sie begleiten, dann fliesst die Arbeit munter fort 208
Wenn ich dich lieb habe, was geht's dich an 172
Wenn ich einmal zu fürchten angefangen u. s. w. 198
Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist 230
Wenn ich judicieren soll u. s. w. 169
Wenn ich nicht Alexander wäre, möchte ich wohl Diogenes sein 449
Wenn Ihr's nicht fühlt, Ihr werdet's nicht erjagen 167
Wenn jemand eine Reise thut, so kann er was verzählen 153
Wenn Menschen auseinander geh'n u. s. w. 255
Wenn Menschen schweigen, werden Steine schrei'n 77
Wenn sich der Most auch ganz absurd geberdet; es giebt zuletzt doch
noch 'nen Wein 183
Wenn sich die Völker selbst befrei'n u. s. w. 209
Wenn sie eine Kunst haben wollen, so haben Sie eine 560
Wenn so etwas geschieht am grünen Holz u. s. w. 78
Wenn solche Köpfe feiern! 199
Wenn's Herz auch bricht 158
Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein 41
Wer ausharret, wird gekrönt 154

Page 823

Wer besitzt, der lerne verlieren u. s. w. 214
Wer da hat, dem wird gegeben 66
Wer den Augenblick ergreift, das ist der rechte Mann 168
Wer den Besten seiner Zeit genug gethan u. s. w. 204. 402
Wer den Dichter will verstehen, muss in Dichters Lande gehen 181
Wer ein holdes Weib errungen u. s. w. 196
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht u. s. w. 415
Wer es glaubt, wird selig 72
Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen u. s. w. 174
Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten 217
Wer heiratet, der thut wohl u. s. w. 84
Wer im Glück ist, der lerne den Schmerz 214
Wer ist das? Durch welchen Missverstand u. s. w. 199
Wer ist vor Schlägen sicher, wenn jeder nach Verdienst behandelt wird?
293
Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken u. s. w. 183
Wer keck ist und verwegen kommt vielleicht noch besser fort 164
Wer kommt?—Was seh' ich?—O, ihr guten Geister! Mein
Roderich 197
Wer lacht da? 149
Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen 89
Wer nicht geschunden wird, wird nicht erzogen 358
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt u. s. w. 125
Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich 65
Wer nie sein Brot mit Thränen ass, wer nie u. s. w. 171
Wer niemals einen Rausch gehabt, der ist kein braver Mann 226
Wer Ohren hat zu hören, der höre 65
Wer Pech angreift, besudelt sich 56
Wer Recht behalten will und hat nur eine Zunge, behält's gewiss 170
Wer seinen Kindern giebt das Brot u. s. w. 119
Wer sein Kind lieb hat, der züchtigt es 39

Page 824

Wer sich der Einsamkeit ergiebt u. s. w. 171
Wer sich des Armen erbarmet, der leihet dem Herrn 40
Wer sich in Gefahr begiebt, der kommt darin um 54
Wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget 49
Wer steht, sehe zu, dass er nicht falle 164
Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert u. s. w. 149
Wer verheiratet, der thut wohl u. s. w. 84
Wer Vieles bringt, wird manchem Etwas bringen 174
Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp' u. s. w. 203
Wer weiss, was in der Zeiten Hintergrunde schlummert 197
Wer Wind säet, wird Sturm ernten 50
Wer wollte sich mit Grillen plagen? 159
Wer zählt die Völker, nennt die Namen? 203
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst 119
Werde hart (Landgraf)! 508
Werden (Man weiss nicht, was noch) mag 242
Werden (Was will das)? 80
Werdender (Ein) wird immer dankbar sein 174
Werfen (Den ersten Stein auf Jemanden) 78
Werfen (Die Perlen vor die Säue) 63
Werfen (Künftige Ereignisse) ihre Schatten voraus 308
Werfen (Sein Schwert in die Wagschale) 454
Werft das Scheusal in die Wolfsschlucht! 226
Werk (Das) lobt den Meister 56
Werk (Ein gutes) an Einem thun 70
Werke (Haltet euch an meine Worte und nicht an meine) 68
Werke (Ihre) folgen ihnen nach 93
Werke (Zum), das wir ernst bereiten 208
Wer's glaubt, wird selig 72
Wert (Des Schweisses der Edlen) 144
Wert (Ein Arbeiter ist seines Lohnes) 73

Page 825

Wert (Garantien, die das Papier nicht) sind u. s. w. 548
Wert (Nicht), Einem die Schuhriemen zu lösen 71
Wesen (Geselliges) 352
Wesenlosem (In) Scheine 174
Wespen (Die schlechtsten Früchte sind es nicht, woran die) nagen 159
Wess das Herz voll ist, dess gehet der Mund über 65
Wess Geistes Kind 73
Wetterwendisch 66
Whig 503
Wider den Stachel löcken 80
Wider den Strom schwimmen 54
Wider die Abrede 149
Wider (Sünde) den heiligen Geist 65
Wider (Wer nicht mit mir ist, der ist) mich 65
Widerspruch (Ein vollkommner) bleibt u. s. w. 169
Widerstand (Passiver) 541
Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein! 167
Wie bald schwindet Schönheit und Gestalt! 251
Wie denken Sie über Russland? 264
Wie der Dieb in der Nacht kommen 88
Wie der Herr, so der Knecht 420
Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser 34
Wie der Sternenhimmel, still und bewegt 229
Wie du mir, so ich dir 40
Wie ein brüllender Löwe umhergehen 90
Wie ein Dieb in der Nacht kommen 88
Wie ein Lamm 45
Wie ein Mann 23
Wie ein Phönix aus der Asche erstehen 113
Wie ein Tier auf dürrer Heide 167
Wie eine ew'ge Krankheit 168

Page 826

Wie er räuspert und wie er spuckt u. s. w. 204
Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis u. s. w. 182
Wie Gott in Frankreich leben 511
Wie grün sind deine Blätter! 254
Wie in Abrahams Schoss 75
Wie ist's möglich dann, dass ich dich lassen kann? 146
Wie kommt mir solcher Glanz in meine Hütte? 212
Wie kommt Saul unter die Propheten? 24
Wie man mir thut, so will ich wieder thun 40
Wie Nikodemus kommen bei der Nacht 78
Wie Sand am Meer 7
Wie Schuppen von den Augen fallen 81
Wie seinen Augapfel behüten 20
Wie sie so sanft ruhn 186
Wie Spreu im Winde 29
Wie wird mir? Leichte Wolken heben mich 213
Wie wir's dann zuletzt so herrlich weit gebracht 167
Wie Zieten aus dem Busch 519
Wiederkommen (Wird man wo gut aufgenommen, muss man nicht
gleich) 239
Wiedersehn (Wenn Menschen auseinandergehn, so sagen sie:
auf)! 255
Wiege (Meine) stand am Webstuhl meines Vaters 537
Wien (Es giebt nur ein) 240
Wilde (Das) eiserne Würfelspiel 194
Wilden (Wir) sind doch bessere Menschen 222
Wilhelm, (Bist untreu,) oder tot? 157
Will's Gott 81
Will sich Hektor ewig von mir wenden? 207
Willen (Der König absolut, wenn er unsern) thut 238
Willig (Der Geist ist), aber das Fleisch ist schwach 70

Page 827

Willig (Ein Thor ist immer), wenn eine Thörin will 248
Willig (Und bist du nicht), so brauch' ich Gewalt! 161
Willst du dich selber erkennen u. s. w. 201
Willst du die andern versteh'n, blick in dein eigenes Herz 201
Willst du genau erfahren, was sich ziemt u. s. w. 166
Willst du immer weiter schweifen? u. s. w. 165
Willst du in meinem Himmel mit mir leben u. s. w. 200
Willst du treulos von mir scheiden? 200
Willst (Was) du mehr? 249
Wind (In den) schwatzen 85
Wind (Wer) säet, wird Sturm ernten 50
Winde (Den Mantel nach dem) kehren 119
Winde (In alle) zerstreut 49
Winde (Wie Spreu im) 29
Windmühlen (Gegen) kämpfen 315
Winter (Der) unseres Missvergnügens 297
Wippchen 265
Wir Deutschen fürchten Gott, aber sonst Nichts auf der Welt 563
Wir essen, um zu leben 347
Wir gehen nicht nach Canossa 556
Wir haben einander so lieb 220
Wir haben heidenmässig viel Geld 551
Wir leben nicht, um zu essen, wir essen, um zu leben 347
Wir Menschen sind ja alle Brüder 234
Wir sind ein Volk, und einig woll'n wir handeln 216
Wir sind Sünder allzumal 81
Wir sind von gestern 29
Wir sitzen so fröhlich beisammen u. s. w. 220
Wir tanzen auf einem Vulkan 496
Wir Wilden sind doch bess're Menschen 222
Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern u. s. w. 216

Page 828

Wir wollen weniger erhoben und fleissiger gelesen sein 147
Wird man wo gut aufgenommen, muss man nicht gleich
wiederkommen 239
Wirken (Es kommt die Nacht, da Niemand) kann 79. 180
Wirkens (Schöne, freundliche Gewohnheit des Daseins und) 164
Wirklichkeit (Der Schein soll nie die) erreichen 206
Wirkst du heute kräftig frei, kannst u. s. w. 182
Wirkt (Dein Trank) schnell 299
Wirkt (Wie anders) dies Zeichen auf mich ein! 167
Wissen (Nicht aus noch ein) 26
Wissen (Nicht), was rechts oder links ist 51
Wissen (Unser) ist Stückwerk 84
Wissen, wo Einen der Schuh drückt 361
Wissen (Zwar weiss ich viel, doch möcht' ich Alles) 174
Wissenschaft (Die) muss umkehren 544
Wissenschaft ist Macht 291
Wissenschaft (Von wannen kommt dir diese)? 213
Wittern (Morgenluft) 292
Witwe (Das Scherflein der) 72
Witz auf Witz! Schlag auf Schlag! 144
Witz (Lieber einen Freund verlieren, als einen) 397
Witz (Mit wenig) und viel Behagen 168
Witzes (Kürze ist des) Seele 293
Wo alles liebt, kann Karl allein nicht hassen 197
Wo Begriffe fehlen, da u. s. w. 168
Wo bist du, Sonne, geblieben? 134
Wo (Da,) du nicht bist, ist das Glück 283
Wo das Strenge mit dem Zarten u. s. w. 208
Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual 214
Wo diese schweigen, werden die Steine schreien 77
Wo du nicht bist, Herr Organist, da schweigen alle Flöten 137

Page 829

Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler 32
Wo euer Schatz ist, da ist euer Herz 62
Wo hat dich denn der Teufel? 189
Wo Ihr's packt, da ist es interessant 174
Wo man raucht, da kannst du ruhig harren 222
Wo (Man sieht doch) und wie 168
Wo man singt, da lass dich ruhig nieder 222
Wo Starkes sich und Mildes paarten u. s. w. 208
Wo (Tod) ist dein Stachel? 86
Wo viel Licht ist, ist starker Schatten 160
Wochen (Saure), frohe Feste! 172
Wölfe in Schafskleidern 63
Woher der Männer? 324
Wohl ausgesonnen, Pater Lamormain! 209
Wohlfahrt (Wenn sich die Völker selbst befrei'n, so kann die)
u. s. w. 209
Wohlgefallen (Mein lieber Sohn, an dem ich) habe 59
Wohlgerüche (Alle) Arabiens 299
Wohlgethan (Was Gott thut, das ist) 136
Wohlthätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt,
bewacht 208
Wohlzuthun und mitzuteilen u. s. w. 91
Wohnen (Leicht bei einander) die Gedanken u. s. w. 210
Wohnen (Sie Beide) auf der Menschheit Höhen 212
Wohnen (Zwei Seelen), ach, in meiner Brust 175
Wohnst (Sei im Besitze und du) im Recht 210
Wolfsschlucht (Werft das Scheusal in die) 226
Wolken (Wie wird mir? Leichte) heben mich 213
Wolkenkukuksheim 349
Wollen Sie, so haben wir eine Kunst! 560
Wollen und Vollbringen 82

Page 830

Wort (Da stellt ein) zu rechter Zeit sich ein 168
Wort (Das) sie sollen lassen stan 123
Wort (Du sprichst ein grosses) gelassen aus 162
Wort (Schnell fertig ist die Jugend mit dem) 210
Wort (Verzeihen Sie das harte)! 265
Wort (Zum Werke das wir ernst bereiten, geziemt sich wohl ein
ernstes) 208
Worte auf der Goldwage gewogen 56
Worte (Auf des Meisters) schwören 168
Worte (Der) sind genug gewechselt u. s. w. 174
Worte (Geflügelte) 320
Worte (Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur) hört u. s. w. 169
Worte (Glatte) 38
Worte (Haltet euch an meine) und nicht u. s. w. 68
Worte (Im Ganzen haltet euch an) 168
Worte und Werke 68
Worte (Viele) machen 55
Worts (Hörer des) 91
Worts (In des) verwegenster Bedeutung 199
Worts (Thäter des) 91
Wozu der Lärm? was steht dem Herrn zu Diensten 176
Wuchern mit seinem Pfunde 76
Wünsche (Fromme) 438
Wünsche (Ich), dass Sonntags jeder Bauer sein Huhn im Topfe
hat 474
Wünschen (Ein Ziel aufs Innigste zu) 293
Würde (Das Unvermeidliche mit) tragen 235
Würde (Doch eine) eine Höhe entfernte die Vertraulichkeit 202
Würfel (Der) ist gefallen 358
Würfelspiel (Das wilde, eiserne) 194
Wüste (Ein Prediger in der) 43

Page 831

Wüste (Manna in der) 12
Wunde (Der alten) unnennbar schmerzliches Gefühl 386
Wunden (Der Narben lacht, wer) nie gefühlt 298
Wunden (Öl in die) giessen 73
Wunder (Das) ist des Glaubens liebstes Kind 174
Wunder (Zeichen und) 10
Wunderbar ('s klingt recht) 239
Wunderbare Blasen (Mein Gehirn treibt) auf 199
Wunderbaren (Beim) Gott—das Weib ist schön! 199
Wunderlicher Heiliger 33
Wunderschön ist Gottes Erde u. s. w. 159
Wunderschön (So'n bischen Französisch das ist doch ganz) 263
Wunderschönen (Im) Monat Mai 247
Wunsch (Dein) war des Gedankens Vater 295
Wurf (Wem der grosse) gelungen u. s. w. 195
Wurschtigkeit (Gänzliche) 545
Wurzel (Der Geiz ist die) alles Übels 89
Wurzel (Die Axt an die) legen 59
Wurzeln (Hier sind die starken) deiner Kraft 216
Wut (Was er blickt, ist) 242

Xanthippe (Zanktippe) 443

Yorick (Ach, armer)! 294

Zachäus auf allen Kirchweihen 76
Zählen (Man soll die Stimmen wägen und nicht) 218
Zählt (Er) die Häupter seiner Lieben 208
Zählt (Wer) die Völker, nennt u. s. w. 203
Zähnklappen (Heulen und) 64

Page 832

Zahl (Ihre) ist Legion 72
Zahlen beweisen, sagt Benzenberg 232
Zahn der Zeit 299
Zahn um Zahn 12
Zahn (Verderblich ist des Tigers) 209
Zankapfel 96
Zanktippe 444
Zart (Geh' den Weibern) entgegen 164
Zarte (O) Sehnsucht, süsses Hoffen! 208
Zarten (Wo das Strenge mit dem) u. s. w. 208
Zartgefühl 155
Zaubernacht (Mondbeglänzte) 232
Zaum (Seine Zunge im) halten 91
Zehntausend (Die oberen) 309
Zeichen der Zeit 66
Zeichen und Wunder 10
Zeichen (Wie anders wirkt dies) auf mich ein! 167
Zeit (Alles hat seine) 41
Zeit (Am sausenden Webstuhl der) 167
Zeit (Das ist die) der schweren Not 237
Zeit (Denn wer den Besten seiner) genug gethan u. s. w. 204. 402
Zeit (Der ersten Liebe goldne)! 208
Zeit (Des Menschen Engel ist die) 211
Zeit (Die goldene) 102
Zeit (Die) ist aus den Fugen 292
Zeit (Die kaiserlose, die schreckliche) 215
Zeit (Die) nur macht die feine Gährung kräftig 176
Zeit (Die schöne) der jungen Liebe! 208
Zeit (Es ändert sich die) 217
Zeit (Es hat ja noch) 251
Zeit ist Geld 356

Page 833

Zeit (O, dass sie ewig grünen bliebe, die schöne) der u. s. w. 208
Zeit (Sich in die) schicken 83
Zeit (Von Zeit zu) seh' ich den Alten gern 174
Zeit (Wer den Besten seiner) genug gethan u. s. w. 204. 402
Zeit (Zahn der) 299
Zeit (Zeichen der) 66
Zeitalter (Das goldene) 102
Zeiten (Der hat gelebt für alle) 204. 402
Zeiten (Die) sind vorbei! 160
Zeiten (Du sprichst von), die vergangen sind 197
Zeiten (Ein Märchen aus alten) 248
Zeiten (Wer weiss, was in der) Hintergrunde schlummert 197
Zeitungsdeutsch 243
Zeitungsente 124
Zeitungsschreiber, ein Mensch, der seinen Beruf verfehlt hat 549
Zephises (Ich bin dein Vater) und u. s. w. 244
Zerfallen (Wenn der Leib in Staub) u. s. w. 215
Zermalmt (Das . . . Schicksal, welches den Menschen erhebt, wenn es
den Menschen) 201
Zerrbild 155
Zerspringt (Allzu straff gespannt) der Bogen 217
Zerstört (O, welch' ein edler Geist ist hier)! 294
Zerstreut (In alle Winde) 49
Zetergeschrei 46
Zeter Mordio! 46
Zeter schreien 46
Zeuge (Klassischer) 413
Zeugen (Durch zweier) Mund wird allerwegs u. s. w. 170
Zeugen (Himmel und Erde zu) anrufen 17
Zeugt (Noch eine hohe Säule) von verschwundener Pracht 242
Zeus (Was thun? spricht) 200

Page 834

Ziehen (Das Erhab'ne in den Staub) 211
Ziel (Ein) aufs Innigste zu wünschen 293
Ziemt (Willst du genau erfahren, was sich) u. s. w. 166
Zieren (Güter, die das Leben vergänglich) 214
Ziert (Den Jüngling) Bescheidenheit 245
Zieten aus dem Busch 519
Zimmermann (Die Axt im Hause erspart den) 217
Zinnen (Auf den) der Partei stehen 181
Zittre, Byzanz! 314
Zittern (Mit Furcht und) 33
Zoïlus 452
Zoll (Jeder) ein König! 301
Zollfrei (Gedanken sind) 379
Zopf (Der) der hängt ihm hinten 237
Zorns (Die Schale des) ausgiessen 93
Zu Berge (Die Haare stehen mir) 28
Zu den Füssen eines Lehrers sitzen 81
Zu hoch (Das ist mir) 32
Zu leicht befunden werden 50
Zu löblichem Thun versammelt 178
Zu Schanden (Hoffnung lässt nicht) werden 81
Zu schwach, zu helfen 185
Zu seinen Vätern versammelt werden 21
Zu spät! Du rettest den Freund nicht mehr 205
Zu viel kann man wohl trinken, doch u. s. w. 147
Zu voll von Milch der Menschenliebe 299
Zudecken (Mit dem Mantel der Liebe) 134
Züchtigen (Mit Skorpionen) 27
Züchtigen und loslassen 77
Züchtigt (Wen der Herr lieb hat, den) er 38
Zuerst (Wer) kommt, mahlt zuerst 119

Page 835

Zufrieden (Was frag' ich viel nach Geld und Gut, wenn ich) bin? 185
Zug (Der) des Herzens ist des Schicksals Stimme 210
Zugeknöpft 165
Zukunftsmusik 259
Zuletzt (Der brave Mann denkt an sich selbst) 215
Zum (Alles) Besten kehren 123
Zum Ganzen streben 201
Zum Kriegführen gehört Geld, Geld, Geld! 446
Zum Orkus hinab (Klanglos) 207
Zum Spott der Leute werden 34
Zum Sprichwort werden 19
Zum Tempel hinaus treiben 78
Zum Teufel ist der Spiritus u. s. w. 194
Zum Tode betrübt 163
Zum Werke, das wir ernst bereiten, geziemt sich wohl ein ernstes
Wort 208
Zunehmen an Alter und Weisheit 73
Zunge (Es klebt Einem die) am Gaumen 30
Zunge (Falsche) 34
Zunge (Seine) im Zaum halten 91
Zunge (So weit die deutsche) klingt 227
Zunge (Wer Recht behalten will und hat nur eine) u. s. w. 170
Zungen (Mit) reden 72
Zur Fabel werden 19
Zur Liebe will ich dich nicht zwingen 186
Zur Rechten die Schafe, die Böcke zur Linken 70
Zur Salzsäule werden 7
Zur zweiten Natur geworden 373
Zurück (Der Starke weicht einen Schritt) 543
Zurück! Du rettest den Freund nicht mehr 205
Zurücksehnen (Sich nach den Fleischtöpfen Ägyptens) 12

Page 836

Zurückzukommen (Auf besagten Hammel) 420
Zusetzen (Seiner Länge eine Elle) 63
Zwar weiss ich viel, doch möcht' ich Alles wissen 174
Zweck (Der) heiligt die Mittel 439
Zweck (Weiter hat es keinen) 258
Zwecken (Es wächst der Mensch mit seinen grössern) 204
Zween (Niemand kann) Herren dienen 62
Zwei Seelen und ein Gedanke u. s. w. 255
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust 175
Zwei (Von) Übeln das kleinere wählen 378
Zweier (Durch) Zeugen Mund wird allerwegs u. s. w. 170
Zweifelsohne 266
Zweifle an der Sonne Klarheit, zweifle an der Sterne Licht u. s. w. 293
Zweig (Auf keinen grünen) kommen 29
Zweischneidiges (Ein) Schwert 38
Zweite (Doch der) folgt sogleich 265
Zweite (Lieber der Erste in einem Dorf, als der) in Rom 458
Zweite Natur 373
Zweiten (Keinen) zu versenden haben 217
Zweites Ich 358
Zwickauer, Zwückauör 263
Zwiespalt der Natur 232
Zwietracht (Der Apfel der) 96
Zwingen (Zur Liebe will ich dich nicht) 186
Zwischen Himmel und Erde schweben 26
Zwischen Lipp' und Kelches Rand, schwebt der u. s. w. 108
Zwischen mich und mein Volk soll sich kein Blatt u. s. w. 535
Zwischen uns sei Wahrheit! 162
Zwölfte Stunde 67
Zwückauör 263

Page 837

2. Französische Sprache.

A nos moutons 421
A quoi bon? 375
Ah, il n'y a plus d'enfants! 276
Aliment de l'esprit 522
Allons, enfants de la patrie! 284
Alouettes rôties 103
Amphitryon 273
Angoisses patriotiques 499
Après nous le déluge! 481
Archiprêt 500
Assassin juridique 152
Au demeurant le meilleur fils du monde 271

Bas bleu 502
Briller par son absence 427
Bureaucratie 478

Ça ira! 500
Calembourg 122
Car tel est notre plaisir 472
Catilina est aux portes, et l'on délibère 374
Céladon 272
Cent Jours 494
C'est le commencement de la fin 298
C'est le lapin, qui a commencé 241
C'est plus qu'un crime, c'est une faute 487
Ce n'est pas imiter un homme que peter et tousser comme lui 204
Chambre introuvable 494
Chaque pays a le gouvernement, qu'il mérite 266

Page 838

Chaque soldat v. Tout soldat etc. 490
Chassez le naturel, il revient au galop 278
Chauvin, Chauvinisme 288
Cherchez la femme! 424
Chevalier sans peur et sans reproche 472
Chronique scandaleuse 272
Corriger la fortune 369
Corriger le vice du moyen par la pureté de la fin 440
Couronnement de l'édifice 285
Cri de douleur 469

Dans son genre il est grand, mais son genre est petit 467
Danser sur un volcan 496
De l'abondance du coeur la bouche parle 65
Demi-monde 289
Dépit amoureux 273
Dis-moi ce que tu manges, je te dirai ce que tu es 283
Doctrinaire 495
Du sublime au ridicule il n'y a qu'un pas 489

Ecrasez l'infâme 280
Elle est grande dans son genre, mais son genre est petit 467
Embarras de richesses 277
Enfant terrible 287
Entente cordiale 497
Entre bouche et cuillier avient souvent grand encombrier 108
Et le combat cessa, faute de combattants 272
Et l'on revient toujours à ses premiers amours 286
Et voilà justement comme on écrit l'histoire 279

Page 839

Fable convenue 279

George Dandin, tu l'as voulu! 275
Grand dans son genre, mais son genre est petit 467
Guerre aux châteaux! Paix aux chaumières! 483

Il attend que les alouettes lui tombent toutes rôties 103
Il est peu de distance de la roche Tarpéienne au Capitole 484
Il faut être bien héros pour l'être aux yeux de son valet de
chambre 453
Il n'y a plus d'enfants! 276
Il n'y a que le premier pas qui coûte 478
Il n'y a que les morts qui ne reviennent pas 485
Il n'y a rien de changé en France, il n'y a qu'un Français de plus 491
Il vaut mieux perdre un bon mot qu'un ami 397
Il y a des juges à Berlin 284
Il y a fagots et fagots 274
Ils n'ont rien appris ni rien oublié 486
Ils sont passés, ces jours de fête 282
Ils veulent être libres et ne savent pas être justes 485
Impossible n'est pas un mot français 283

J'appelle un chat un chat et Kolet un fripon 277
Je crains Dieu et n'ai point d'autre crainte 563
Je n'en vois pas la nécessité 479
Je prends mon bien où je le trouve 275
Je trouve deux hommes en moi 175
Je veux que le dimanche chaque paysan ait sa poule au pot 474
Jeunesse dorée 486
Juste milieu 276

Page 840

J'y suis, et j'y reste 498

L'ami du genre humain n'est point du tout mon fait 274
L'Amphitryon où l'on dîne 273
L'appétit vient en mangeant 270
L'assassinat est le mode de destitution usité en Russie 483
La charte sera désormais une vérité 496
La critique est aisée, et l'art est difficile 278
La France est une monarchie absolue, tempérée par etc. 483
La France marche à la tête de la civilisation 497
La garde meurt et ne se rend pas 493
La grammaire qui sait régenter jusqu'aux rois 508
La grande nation 486
La hauteur des maisons empêch' de voir la ville 151
La mort sans phrases 484
La parole a été donnée pour déguiser la pensée 487
La patrie de la pensée 311
La peine est aux lieux qu'on habite et le bonheur où l'on n'est pas 283
La poule au pot 474
La propriété, c'est le vol 288
La recherche de la paternité est interdite 286
La roche Tarpéienne est près du Capitole 484
La vie est un combat 281
La vieille garde meurt et ne se rend pas 493
La voix du tout-Puissant a chassé cette armée 12
La vraie science et le vrai étude de l'homme, c'est l'homme 271
La vue d'un tel monument est comme une musique continuelle et
fixée 337
Laisser à chacun gagner paradis comme il l'entend 518
Laissez faire, laissez passer! 478
Le combat cessa, faute de combattants 272

Page 841

Le commencement de la fin 297
Le congrès ne marche pas; il danse 528
Le couronnement de l'édifice 285
Le Demi-monde 289
Le despotisme, tempéré par l'assassinat 483
Le meilleur des mondes possibles 278
Le meilleur fils du monde 271
Le pourquoi du pourquoi 515
Le quart d'heure de Rabelais 473
Le ridicule touche au sublime 489
Le rocher de bronze 516
Le roi règne et ne gouverne pas 470
Le secret d'ennuyer est celui de tout dire 281
Le silence du peuple est la leçon des rois 482
Le soleil d'Austerlitz 489
Le spectre rouge 289
Le style c'est l'homme 281
Le superflu, chose très-nécessaire 279
Le trompeur trompé 360
Le vrai seul est aimable 276
Légitimité 489
Les Centjours 494
Les dieux s'en vont 285
Les enfants terribles 287
Les envieux mourront, mais non jamais l'envie 274
Les extrêmes se touchent 282
Les jours de fête sont passés 282
Les morts vont vite 158
Les moutons de Panurge 270
Les paroles sont faites pour cacher nos pensées 488
L'Etat, c'est moi! 475

Page 842

L'empire c'est la paix 498
L'exactitude est la politesse des rois 494
L'homme croit souvent se conduire lorsqu'il est conduit 177
L'homme propose, et Dieu dispose 39
L'Italie est un nom géographique 538
L'or est une chimère 287
L'ordre règne à Varsovie 497

Ma vie est un combat 281
Malade imaginaire 276
Marcher à la tête de la civilisation 497
Mieux vaut tard, que jamais 406
Mystifier, Mystification, Mystificateur 481

Nom géographique 538
Non parce que, mais quoique 496
Nourriture de l'âme 522
Nous avons changé tout cela 274
Nous dansons sur un volcan 496
Nous marchons sur des volcans 496
Nul n'aura de l'esprit, hors nous et nos amis 276

On ne prête qu'aux riches 66
On revient toujours à ses premiers amours 286
Ôte-toi de là, que je m'y mette! 45
Où est la femme? 424
Où peut-on être mieux qu'au sein de sa famille? 281
Où sont les neiges d'antan? 270
Oui, l'or est une chimère! 287

Page 843

Panique 105
Par un peu d'artifice d'un sort injurieux corriger la malice 369
Pas trop de zèle! 489
Penser, vivre et mourir en Roi 520
Perdre vingt amis pour un bon mot 397
Petit-maître 475
Points noirs 499

Quart d'heure de Rabelais 473
Que diable allait-il faire dans cette galère? 275
Qui mange du pape, en meurt 465

Rabelais (Le quart d'heure de) 473
Reptile 554
Restaurant 481
Revanche pour Pavie! 287
Revanche pour Speierbach! 515
Revenons à nos moutons! 421
Rien appris ni rien oublié 486
Rien n'est beau que le vrai! le vrai seul est aimable 276
Rire homérique 321
Rocher de bronze 516
Rodin 288
Roué 478

Sans peur et sans reproche 472
Sans phrases 484
Sansculottes 483
Séide 281
Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer 302

Page 844

Son genre est petit 467
Soyons amis, Cinna! 460
Surtout pas de zèle! 489

Tant de bruit pour une omelette! 477
Tartufe 274
Te souviens-tu, disait un capitaine etc. 246
Tel brille au second rang qui s'éclipse au premier 279
Tel est notre bon plaisir 472
Télégramme 505
Tempérée par l'assassinat 483
Tempête dans un verre d'eau 278
Tirer les marrons du feu 273
Toujours en vedette 521
Toujours perdrix! 474
Tous les genres sont bons, hors le genre ennuyeux 279
Tout comme chez nous 277
Tout comprendre c'est tout pardonner 285
Tout est perdu, fors l'honneur 473
Tout est pour le mieux dans le meilleur des mondes possibles 278
Tout soldat français porte dans sa giberne le bâton de maréchal de
France 490
Trop de zèle! 489
Tu l'as voulu, George Dandin! 275

Un beau navire à la riche carène 287
Un mauvais quart d'heure 473
Un prince est le premier serviteur de l'état 520
Un sot trouve toujours un plus sot, qui l'admire 277
Une main lave l'autre 346
Une religion en robe de chambre 241

Page 845

Ut, re, mi, fa, sol, la, si 431
Utopie 290

Vespasiennes 461
Voilà justement comme on écrit l'histoire 279
Voilà le soleil d'Austerlitz! 489
Vous êtes orfèvre, Monsieur Josse 274
Vous l'avez voulu, George Dandin, vous l'avez voulu! 275

Zèle (surtout pas de)! 489

3. Englische Sprache.

A consummation devoutly to be wish'd 293
A horse, a horse! my kingdom for a horse! 297
A plague of sighing and grief etc. 295
A rose by any name would smell as sweet 299
Alas, poor Yorick! 294
All the perfumes of Arabia 299
Although the last, not least 296
And thus the native hue of resolution etc. 293
Anon, Sir, anon! 294
As plenty as blackberries 295
Ay, every inch a king! 301

Bluestocking 502
Boycotting 505
Brevity is the soul of wit 293
Brutus is an honourable man etc. 296

Page 846

But to return to our sheep 422

Caliban 298
Caviare to the general! 293
Come cordial, not poison! 149
Come what come may etc. 299
Comedy of errors 300
Coming events cast their shadows before 308
Content, if hence th' unlearn'd their wants may view etc. 304

Doubt thou, the stars are fire etc. 293

Early to bed and early to rise etc. 305
England expects that every man will do his duty 504
Every inch a king! 301

Food for powder 295
Fool of Fortune 301
For a' that and a' that! 307
For Brutus is an honourable man etc. 296
For the rain it raineth every day 300
Fortune's fool 301
Frailty, thy name is woman! 292

Get thee to a nunnery! 294
God made him, and therefore let him pass for a man 298
Government and liberty 380
Grog 503

Page 847

Have you prayed to night, Desdemona? 300
He jests at scars, that never felt a wound 298
He thinks too much; such men are dangerous 296
He was a man, take him for all in all etc. 292
He was not of one age, but for all times 301
Hell is paved with good intentions 305
Here I lay, and thus I bore my point 294
Hotspur 294
Household words 297

I awoke one morning and found myself famous 308
I could have better spared a better man 295
I scent the morning air 292
I shall not look upon his like again 292
I stay here on my bond 298
I would it were bed-time etc. 295
John Bull 302
It is a wise father that knows his own child 298
It is no crime to love 303
It was the nightingale and not the lark 299

Knowledge is power 291

Last, not least 296
Learned Theban 300
Lilliput 302
Long, long ago! 310
Love's labours lost 300
Lovelace 304
Lynch law 500

Page 848

Man wants but little here below, nor wants that little long 306
Measures, not men 306
Men's evil manners live in brass etc. 297
Men talk only, to conceal the mind 488
Mischief, thou art afoot etc. 195
Misery acquaints a man with strange bedfellows 298
Montecchi and Capuletti 298
More matter, with less art 293
Much ado about nothing 300
My better half 290
My house is my castle 290
My poverty, but not my will, consents 213

Nation of shopkeepers 51
Never doubt, I love! 293
Niobe of Nations 309

O these men! 265
O, true apothecary! Thy drugs are quick 299
O, what a noble mind is here o'erthrown! 294
Othello 300

Poor Yorick! 294
Put money in thy purse! 300

Rain (For the) it raineth every day 300
Reptile 554
Romantic 231

Say from whence you owe this strange intelligence? 213

Page 849

School for scandal 307
Sentimental 304
Something is rotten in the state of Denmark 292
Struggle for life 311
Such a questionable shape 292
Such a plot must have a woman in it 424
Sweet swan of Avon 301

Telegram 505
That is the humour of it 296
That is the question 293
That is the true beginning of our end 297
That which we call a rose etc 299
The almighty dollar 309
The better part of valour is discretion 295
The case is altered, quoth Plowden 146
The child is father of the man 308
The cups that cheer but not inebriate 307
The great Unknown 31
The huge round stone . . . Thunders impetuous down etc. 326
The last, not least 296
The last of the Mohicans 310
The last rose of summer 308
The milk of human kindness 299
The native hue of resolution 293
The pale cast of thought 293
The Path-Finder 310
The poet's eye, in a fine frenzy rolling 297
The proper study of mankind is man 271
The rain it raineth every day 300
The rest is silence 294

Page 850

The right man in the right place 505
The school for scandal 307
The time is out of joint 292
The upper ten (thousand) 309
The winter of our discontent 297
There are more things in heaven and earth etc. 292
There is many a slip t'wixt cup and lip 108
There is the humour of it 296
This was a man 292
Tho' last, not least in love 296
Though this be madness, yet there is method in it 293
Three removes are as bad as a fire 305
Thy drugs are quick 299
Thy wish was father, Harry, to that thought 295
Time and the hour runs through the roughest day 299
Time is money 356
Time is the measure of business, as money is of wares 356
'tis a consummation devoutly to be wish'd 293
'tis no crime to love 303
To be once in doubt, is once to be resolved 198
To be or not to be, that is the question 293
Too full of the milk of human kindness 299
Tooth of time 299
Tory 503

Ugly and cheap 559
Ugly and nasty 559
Upper (The) ten 309
Use every man after his desert, and who should 'scape whipping 293

Page 851

Vanity Fair 302

Well roared, lion! 298
What fates impose, that men must needs abide 154
Whatever is, is right 229
What's Hecuba to him? etc. 293
What's in a name? that which we call a rose etc. 299
Where ignorance is bliss, 't is folly to be wise 150
Whig and Tory 503
Winged words 320

4. Italienische Sprache.

Anch' io sono pittore! 466

Che vuoi di piu? 249
Chi non ama il vino, la donna e il canto etc. 125
Chiesa libera in libero stato 469
Così fan tutte 314

Di tanti palpiti 314
Do, re, mi, fa, sol, la, si 372
Dolce far niente 427
Dolce plebe 176
Donna è mobile 388
Dormi, che vuoi di più? 249

Eppur si muove! 467
Esci di li, ci vuo' star io! 44

Page 852

Furia francese 313

Il dolce far niente 427
Il pubblico secreto 316

Lasciate ogni speranza, voi ch' entrate 312
Libera chiesa in libero stato 469
Libito fè licito 165
L'Italia farà da se! 467

Monarca, a cui nè anco, quando annotta, il Sol tramonta 198

Nel cor più non mi sento brillar la gioventù 314
Nel mezzo del cammin di nostra vita 312
Necessità 'l c' induce e non diletto 214
Nessun maggior dolore che ricordarsi del tempo felice etc. 312

Piaccia, se lice 166

Rè galantuomo 468

Se non è vero, è ben trovato 313

Tedesco furor 313
Tempi passati! 523
Trema, Bisanzio! 314

Page 853

5. Spanische Sprache.

Cansa de comer perdices 475
Como ellas no fueran tantas, fueran mas estimadas 148

Don Juan 116
Don Quijote 315
Donde hay musica, no puede haber cosa mala 222
Dulcinea 315

El Caballero del la Triste Figura 316
El huevo de lanuelo 463
El secreto á voces 316

La vida es sueño 316

Molinos de viento acometer 315
Muchos por faltos de sentido, no le pierden 149

Nuebo mundo 469

Rocinante 315
Ruin sea el que por ruin se tiene 178

Ultima razon de Reyes 316

6. Griechische Sprache.

Page 854

Ἃ πάσχοντες ὑφ' ἑτέρων ὀργίζεσθε, ταῦτα τοῖς ἄλλοις μὴ ποιεῖτε 53
Ἀεὶ φέρει τι Λιβύη καινόν 354
Αἰεὶ τὸν ὁμοῖον ἄγει θεὸς ὡς τὸν ὁμοῖον 327
Ἀκοῆς κρείσσων 412
Ἀκροάσομαι τοῦ τε κατηγόρου καὶ τοῦ ἀπολογουμένου ὁμοίως
ἀμφοῖν 447
Ἀκρότητες, ἰσότητες 282
Ἀληθινὸς λόγος 350
Ἀλλ' ἀπ' ἐχθρῶν δῆτα πολλὰ μανθάνουσιν οἱ σοφοί 349
Ἀλλ' ἡδύ τοι σωθέντα μεμνῆσθαι πόνων 379
Ἀλλὰ τὰ μὲν προβέβηκεν, ἀμήχανόν ἐστι γενέσθαι 340
Ἀλλά, φίλος, θάνε καὶ σύ κ.τ.λ. 195. 323
Ἄλλος ἐγώ 358
Ἅμα καὶ τὸ χρήσιμον καὶ τὸ τερπνὸν λαβεῖν ἐκ κ.τ.λ. 405
Ἁμαρτωλαὶ ... ἐν ἀνθρώποισιν ἕπονται θνητοῖς 339
Ἀναγκαῖον κακόν 357
Ἀνεῤῥίφθω κύβος 357
Ἀνέχου καὶ ἀπέχου 360
Ἀνήνυτον ἔργον Πηνελόπης 324
Ἀντίχριστος 90
Ἀπατᾶν δοκοῦντες ἀπατῶνται 359
Ἄριστον μὲν ὕδωρ 341
Ἄσβεστος γέλως 321
Αὖτις ἔπειτα πέδονδε κυλίνδετο λᾶας ἀναιδής 326
Αὐτὸς ἔφα 339

Βασιλέος ἐστι χεὶρ ὑπερμήκης 408
Βέλτερον ἀπολέσθαι ἕνα χρόνον κ.τ.λ. 526
Βέλτιον θανεῖν ἅπαξ, ἢ διὰ βίον τρέμειν 526
Βλασφημία 15
Βοὴν ἀγαθός 322

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Βουλεύου δὲ πρὸ ἔργου ὅπως μὴ μωρὰ πέληται 55
Βούλομ' ἅπαξ πρὸς κῦμα χανὼν ἀπὸ θυμὸν ὀλέσσαι 526

Γαστέρες ἀργαί 331
Γλαῦκα εἰς Ἀθήνας 349
Γνῶθι σεαυτόν 330

Δακρυόεν γελάσασα 322
Δαναΐδων πίθος 107
Δεῖ πρότερον τὰ τέλη τῶν πραγμάτων σκοπεῖν 55
Δεσπότης νόμος 341
Διατριβὴ ἀργός 401
Διεῤῥιμμένα τὰ μέρη 398
Δὶς κράμβη θάνατος 425
Δοκεῖ δέ μοι καὶ Καρχηδόνα μὴ εἶναι 456
Δόμμυ πᾶ βῶ καὶ χαριστίωνι τὰν γᾶν κινάσω πᾶσαν 452
Δός μοι πᾶ βῶ καὶ κινῶ τὰν γᾶν 451
Δός μοι ποῦ στῶ καὶ κινῶ τὴν γῆν 451
Δός τι, λάβοις τί κα 346
Δόσις δ' ὀλίγη τε φίλη τε 325

Εʹ οὐσία 363
Ἑαυτὸν τιμωρούμενος 358
Ἐγὼ δ' ἀείσομαι, ἐκ Διὸς ἀρχόμενος 328
Εἰ γὰρ δὴ τὸν πάντα χρόνον ἐντεταμένα εἴη (τὰ τόξα) ἐκραγείη ἄν 217
Εἰς αὔριον τὰ σπουδαῖα 147
Εἷς κοίρανος ἔστω εἷς βασιλεύς 321
Εἷς οἰωνὸς ἄριστος ἀμύνεσθαι περὶ πάτρης 322
Εἰσίετε θαῤῥοῦντες, εἰσὶ γὰρ ἐνταῦθα θεοί 443
Ἐκ Διὸς ἀρχώμεσθα 328

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Ἐκ τοῦ καρποῦ τὸ δένδρον 64

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Ἐκ τοῦ περισσεύματος τῆς καρδίας τὸ στόμα λαλεῖ 65
Ἔλεγε ..., αὑτὸν δὲ ἐσθίειν, ἵνα ζώῃ 347
Ἐλλυχνίων ὄζειν 357
Ἔμαθεν ἀφ' ὧν ἔπαθε τὴν ὑπακοήν 333
Ἐμοῦ θανόντος γαῖα μιχθήτω πυρί 481
Ἐν τοῖς κακοῖς γὰρ οἱ ἀγαθοὶ σαφέστατοι φίλοι 367
Ἕνα ... ἀλλὰ λέοντα 334
Ἐξ ὄνυχος τὸν λέοντα γράφειν 328
Ἔπεα πτερόεντα 320
Ἔργον δ' οὐδὲν ὄνειδος 328
Ἔσσεται ἦμαρ, ὅτ' ἄν ποτ' ὀλώλῃ Ἴλιος ἱρή 322
Εὔκολος ἡ εἰς ᾅδου ὁδός 359
Εὕρηκα! 451
Εὐτυχῶν μὴ ἴσθι ὑπερήφανος, ἀπορήσας μὴ ταπεινοῦ 236
Ἐχθρῶν ἄδωρα δῶρα, κοὐκ ὀνήσιμα 387

Ζεὺς ὑέτιος 107
Ζωγραφία ποίησις σιωπῶσα κ.τ.λ. 337
Ζῷον πολιτικόν 353

Ἡ ἀρχὴ ἥμισυ παντός 400
Ἡ ἐν τῷ ποιεῖν ἐξουσία 414
Ἡ οὐλὴ μένει τῆς διαβολῆς 449
Ἡ φύσις οὐδὲν ποιεῖ μάτην 354
Ἠλύσιον πεδίον 98
Ηὐλήσαμεν ὑμῖν καὶ οὐκ ὠρχήσασθε 332

Θάλαττα, θάλαττα! 444
Θεοκρατία 360
Θεός νύ τις ἐστὶ καὶ αὐτή (Φήμη) 324

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Θεῶν ἐν γούνασι κεῖται 323

Ἰδοὺ ἡ Ῥόδος, ἰδοὺ καὶ τὸ πήδημα! 333
Ἱστοὶ γυναικῶν ἔργα, κοὐκ ἐκκλησίαι 85
Ἰουδαίοις μὲν σκάνδαλον, Ἕλλησι δὲ μωρίαν 83
Ἰῶτα ἓν ... οὐ μὴ παρέλθῃ 60

Καὶ κύντερον ἄλλο ποτ' ἔτλης 327
Καὶ σὺ τέκνον! 459
Καί που τῶνδε (κακῶν) μνήσεσθαι ὀίω 326
Καὶ συμμανῆναι δ' ἔνια δεῖ 396
Καίσαρα φέρεις καὶ τὴν Καίσαρος τύχην 458
Κακὸν ἀναγκαῖον 357
Κακοῦ καταπαύσομεν ἀρχήν 409
Κοὐδαμοῦ καὶ πανταχοῦ 345
Καταφλέγειν τὰ πλοῖα 442
Κάτθανε καὶ Πάτροκλος, ὅπερ σέο πολλὸν ἀμείνων 195. 323
Κατόπιν ἑορτῆς 351
Κάτοπτρον εἴδους χαλκός ἐστ', οἶνος δὲ νοῦ 329
Κοσμοπολίτης 352
Κόσμος 338
Κρῆτες ἀεὶ ψεῦσται, κακὰ θηρία, γαστέρες ἀργαί 331
Κτῆμα ἐς ἀεί 348
Κύκνου θανάσιμος γόος 340

Λάθε βιώσας 411
Λαοὶ ἐπισπόμενοι θεοῦ ὀμφῇ 324
Λέγειν τὰ λεγόμενα 344

Μακάριοι οἱ πτωχοὶ τῷ πνεύματι 60

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Μεταβολὴ πάντων γλυκύ 344
Μηδὲ λίην χαλεποῖσιν ἀσῶ φρένα, μηδ' κ.τ.λ. 236
Μηδὲν ἄγαν 330
Μηδὲν ἁμαρτεῖν ἐστι θεῶν 339
Μηδὲν θαυμάζειν 338
Μείδησε δὲ θυμῷ Σαρδάνιον μάλα τοῖον 327
Μήτε δίκην δικάσῃς, πρὶν ἀμφοῖν μῦθον ἀκούσῃς 447
Μία χελιδὼν ἔαρ οὐ ποιεῖ 335
Μικρὰ μεγάλοισι συμβαλεῖν 344

Νεῦρα πραγμάτων 445
Νεφελοκοκκυγία 349
Νόμος βασιλεύς 341
Νῦν χρὴ μεθύσθην 330

Ξυνηγορεῖς σιγῶσα τῷ κατηγόρῳ 432

Ὁ βίος βραχὺς, ἡ δὲ τέχνη μακρή 348
Ὃ γὰρ βούλεται, τοῦθ' ἕκαστος καὶ οἴεται 296
Ὁ γὰρ τοῖς ἀρίστοις ἐπαινούμενος ... εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον κέκτηται
τὴν τιμήν 402
Ὁ μὴ δαρεὶς ἄνθρωπος οὐ παιδεύεται 358
Ὁ τοῦ δεσπότου ὀφθαλμός 355
Ὁ τῶν Δαναΐδων πίθος 107
Οἳ ἀρούρης καρπὸν ἔδουσιν 322
Οἱ δυστυχοῦντες ἐξ ἑτέρων χείρονα πασχόντων κ.τ.λ. 333
Οἱ δ' ἐπ' ὀνείαθ' ἑτοῖμα προκείμενα χεῖρας ἴαλλον 324
Οἳ ἐξηπάτων καὶ αὐτοὶ ἠπατημένοι 359
Οἱ μάργαροι δηλοῦσι δακρύων ῥόον 148
Οἱ πτωχοὶ τῷ πνεύματι 60

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Οἱ σοφισταὶ τοῖς ὀνόμασι παραπετάσμασι χρῶνται κ.τ.λ. 488
Οἶνος ἀνθρώποις δίοπτρον 329
Οἶνος ἔδειξε φύσιν 329
Οἶνος ἦν ἀληθής 329
Οἶνος λέγεται καὶ ἀλάθεα 329
Οἴνου δὲ μηκέτ' ὄντος, οὐκ ἔστιν Κύπρις 368
Ὁκόσα φάρμακα οὐκ ἰῆται, σίδηρος ἰῆται κ.τ.λ. 348
Ὅμοιον ὁμοίῳ αἰεὶ πελάζει 327
Ὃν οἱ θεοὶ φιλοῦσιν ἀποθνήσκει νέος 357
Ὀξὺς τὰ πράγματα 434
Ὅπερ ἔδει δεῖξαι 359
Ὀργὴ φιλούντων ὀλίγον ἰσχύει χρόνον 368
Ὁρῶ ἴχνη πολλῶν εἰσιόντων, ὀλίγων δὲ ἐξιόντων 334
Ὅσσα τε γαῖαν ἔπι πνείει τε καὶ ἕρπει 216
Ὅστις δ' ἀνάγκῃ συγκεχώρηκεν καλῶς 236
Ὅταν γὰρ ὀργὴ δαιμόνων βλάπτῃ τινά κ.τ.λ. 343
Ὅταν δ' ὁ δαίμων ἀνδρὶ πορσύνῃ κακά κ.τ.λ. 343
Οὐ γὰρ πώποτε εἶδεν ὀφθαλμὸς ἥλιον, ἡλιοειδὴς μὴ γεγενημένος 362
Οὔ οἱ ἀεικὲς ἀμυνομένῳ περὶ πάτρης Τεθνάμεν 323
Οὐ παντὸς ἀνδρὸς εἰς Κόρινθον ἔσθ' ὁ πλοῦς 402
Οὐ ταῦτά μοι σύνοιδεν ὁ λασανοφόρος 452
Οὔ τοι συνέχθειν, ἀλλὰ συμφιλεῖν ἔφυν 343
Οὐ τὸν τρόπον ἀλλὰ τὸν τόπον μεταλλάσσειν 401
Οὐδὲν γίνεται ἐκ τοῦ μὴ ὄντος 381
Οὐκ ἀγαθὸν πολυκοιρανίη, εἷς κοίρανος ἔστω 321
Οὐκ εἶδεν ὀφθαλμὸς ἥλιον, ἡλιοειδὴς μὴ γεγενημένος 362
Οὐκοῦν εἰς αὔριον τὰ σπουδαῖα 147
Ὀψὲ θεῶν ἀλέουσι μύλοι, ἀλέουσι δὲ λεπτά 361
Ὄψῃ δέ με περὶ Φιλίππους 296

Παθήματα, μαθήματα 333

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Πάλαισμά θ' ἡμῶν ὁ βίος 281
Πανικὰ δείματα 107
Πανικὸς φόβος 106
Πάντα ῥεῖ 342
Παρατίθου τράπεζα 103
Πατρὶς γάρ ἐστι πᾶσ' ἵν' ἂν πράττῃ τις εὖ 349
Πέμπτη οὐσία 363
Πέτρην κοιλαίνει ῥανὶς ὕδατος ἐνδελεχείῃ 346
Πινακὶς ἄγραφος 354
Πλανῶντες καὶ πλανώμενοι 359
Πλασθέντα (Μὴ) μῦθον ἀλλ' ἀληθινὸν λόγον 350
Πλέον ἥμισυ παντός 327
Πλοῦτος νεῦρα πραγμάτων 445
Ποίησις ζωγραφία λαλοῦσα κ.τ.λ. 337
Πολέμιοι πάντες πᾶσι 352
Πολιτικὸν ζῶον 353
Πολλὰ μεταξὺ πέλει κύλικος καὶ χείλεος ἄκρου 108
Πολλὰ τὰ δεινὰ, κοὐδὲν ἀνθρώπου δεινότερον πέλει 343
Πολλῶν δ' ἀνθρώπων ἴδεν ἄστεα καὶ νόον ἔγνω 323
Πολυτελὲς ἀνάλωμα ὁ χρόνος 356
Πρᾷος τοὺς λόγους, ὀξὺς τὰ πράγματα 434
Πρὶν δ' ἂν τελευτήσῃ ἐπισχεῖν, μηδὲ καλέειν κω ὄλβιον 442
Πρὸς κέντρον λακτίζειν 80
Προσήλυτον ποιεῖν 68
Πρόσκαιρος 66
Πρῶτον ψεῦδος 356

Ῥᾷγες ὀμφακίζουσι 332
Ῥηϊδίως δὲ φέρειν ἀμφοτέρων τὸ λάχος (χρή) 236

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Σαρδάνιον μείδησε 327
Σημεῖα καὶ τέρατα 10
Σκάνδαλον 83
Σκιᾶς ὄναρ ἄνθρωποι 341
Σπεῦδε βραδέως! 459
Σὺ δὲ ταῦτα αἰσχρῶς μὲν ἔσπειρας, κακῶς δὲ ἐθέρισας 380

Τὰ γὰρ δόλῳ τῷ μὴ δικαίῳ κτήματ' οὐχὶ σώζεται 342
Τὰ λεγόμενα λέγειν 344
Τὰ μὲν προβέβηκεν, ἀμήχανόν ἐστι γενέσθαι ἀργά 340
Τὰ νεῦρα τῶν πραγμάτων 445
Τὰ ὀνόματα παραπετάσματα τῶν διανοημάτων 488
Τἆλλα ἑρπετὰ καὶ πετεινά 216
Τὰν κεφαλὰν καὶ μὴ τὰν γραμμάν 452
Ταραχαὶ πανικαί 106
Τεθνάμεναι γὰρ καλόν κ.τ.λ. 323
Τέτλαθι δὴ κραδίη 327
Τὴν Αὐγείου βουστασίαν ἀνακαθήρασθαι 110
Τῆς δ' ἀρετῆς ἱδρῶτα θεοὶ προπάροιθεν ἔθηκαν 328
Τίς ἂν δίκην κρίνειεν ... πρὶν ἂν παρ' ἀμφοῖν μῦθον ἐκμάθῃ 447
Τίς, πόθεν εἴς ἀνδρῶν 324
Τὸ γαμεῖν ἀναγκαῖον κακόν ἐστιν 357
Τὸ εἰθισμένον ὥσπερ πεφυκὸς ἤδη γίγνεται 373
Τὸ προσθεῖναι τοῦ ἀφελεῖν βασιλικώτερόν ἐστι 81
Τὸ φυλάξαι τἀγαθὰ τοῦ κτήσασθαι χαλεπώτερον 409
Τολμᾶν χρή, τὰ διδοῦσι θεοὶ κ.τ.λ. 236
Τὸν γὰρ οὐκ ὄντα ἅπας εἴωθεν ἐπαινεῖν 330
Τὸν δ' ἀγαθὸν (νόον) τολμᾶν χρή 339
Τὸν δ' ἐξήρπαξεν Ἀπόλλων 398
Τὸν τεθνηκότα μὴ κακολογεῖν 330
Τόπων μεταβολαὶ οὔτε φρόνησιν διδάσκουσιν, οὔτε κ.τ.λ. 401

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Τοῦ θεοῦ θέλοντος 81
Τούτῳ νίκα 462
Τρίτος εἰς τὴν φιλίαν 448
Τῶν δ' ἀγαθῶν βασιλεὺς οἶνος ἔδειξε φύσιν 329

Φθείρουσιν ἤθη χρήσθ' ὁμιλίαι κακαί 85
Φίλος μὲν Σωκράτης, ἀλλὰ φιλτάτη ἡ ἀλήθεια 350

Χαρτίον ἄγραφον 354
Χεὶρ χεῖρα νίπτει 346
Χρήματα νεῦρα πραγμάτων 445
Χρυσοῦν γένος 102
Χρῶ τοῖς εἰρημένοις, ἢ ζήτει βελτίω τούτων 401
Χώρην γε οὐδεμίαν κατόψεται ἥλιος ὁμουρέουσαν τῇ ἡμετέρῃ 197

Ψυχὴ καλή 362
Ψυχῆς ἰατρεῖον 522

Ὤδινεν ὄρος εἴτα μῦν ἀπέτεκεν 335
Ὡς εἶναι σμικρὰ ταῦτα μεγάλοισι συμβαλεῖν 344
Ὡς ἐξελθὼν ζῆν διανοῇ, οὕτως ἐνταῦθα ζῆν ἔξεστιν 142

7. Lateinische Sprache.

Ab igne ignem 377
Ab Iove principium 328
Ab ovo 404
Ab ovo usque ad mala 397
Abiit, excessit, evasit, erupit 372

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Accipite de mea paupertate quod habeo, ne tacendo philosophus
puter 431
Acheronta movebo 390
Ad Calendas graecas 459
Ad maiorem dei gloriam 466
Ad modum Minellii 502
Addito salis grano 417
Adhuc sub iudice lis est 404
Aequam memento rebus in arduis servare mentem! 393
Aes triplex circa pectus 392
Afflavit Deus et dissipati sunt 12
Ah, Corydon, Corydon! Quae te dementia cepit! 156
Alea iacta est 128. 358
Aliquando et insanire iucundum est 396
Allidor non laedor 11
Alta mente repostum 385
Alter ego 358
Altera pars Petri 432
Altum silentium 391
Amabilis insania 297
Amantes, amentes 367
Amantium irae, amoris integratio 368
Amicus certus in re incerta cernitur 367
Amicus Plato, sed magis amica veritas 350
Anathema sit! 86
An nescis longas regibus esse manus? 408
An nescis, mi fili, quantilla prudentia regatur orbis? 466
Annus iubilaeus 15
Apage, Satana! 59
Aqua haeret 378
Argenti montes 370

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Ars longa, vita brevis 348
Arte corrigere illud, quod cecidit forte 369
Artifex est etiam, cui ad excercendam etc. 148
At pulchrum est digito monstrari et dicier: hic est! 417
Attingit [sapientia] a fine usque ad finem fortiter et disponit omnia
suaviter 435
Audacter calumniare, semper aliquid haeret 449
Audi alteram partem! 448
Audiatur et altera pars 447
Augeae cloacas purgare 110
Aura popularis 376
Aurea mediocritas 394
Auri sacra fames 388
Aut Caesar aut nihil! 465
Aut prodesse volunt aut delectare poetae 405
Ave, imperator, morituri te salutant! 460

Barbarus hic ego sum, quia non intelligor ulli 411
Basiliscus hominem si aspiciat tantum dicitur interimere 417
Beati possidentes! 395
Beatus ille qui procul negotiis . . paterna rura bobus exercet suis 396
Bella gerant alii, tu, felix Austria, nube! 407
Bellum et pacem in sinu portare 454
Bellum omnium in (contra) omnes 352
Belua multorum capitum 400
Bene vixit qui bene latuit 411
Bis dat qui cito dat 383
Bonus et salutaris princeps senatui servire debet et universis
civibus 521
Bonus vir semper tiro 422
Brevis esse laboro, obscurus fio 404

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Caelum, non animum mutant, qui trans mare currunt 401
Caesar non supra grammaticos 508
Calumniare audacter, semper aliquid haeret 450
Canis a non canendo 372
Carpe diem! 393
Carthago delenda 456
Cassandra 387
Causa finita est 429
Cedant arma togae, concedat laurea laudi 378
Cedo maiori 422
Ceterum censeo 456
Charta non erubescit 379
Cibi condimentum est fames 347
Cinna, ex hodierno die inter nos amicitia incipiatur 460
Cito rumpes arcum, semper si tensum habueris 217
Clamitat ad coelum 5
Clarior est solito post maxima nebula Phoebus 433
Classicus scriptor 428
Classicus testis 413
Claudite iam rivos, pueri, sat prata biberunt 384
Coelum, non animum mutant, qui trans mare currunt 401
Cogitationis poenam nemo patitur 379
Cogito, ergo sum 272
Compelle intrare 74
Compesce mentem 393
Concordia discors 402
Concordia parvae res crescunt, discordia maximae dilabuntur 382
Confiteor: laudant illa, sed ista legunt 147
Consuetudo est altera natura 373
Consumitur annulus usu 346
Contra stimulum calcare 80

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Contra torrentem dirigere brachia 54
Cor hominis disponit viam suam 39
Corinthum (Non cuivis homini contingit adire) 402
Corpus delicti 435
Corvus albus 425
Corydon 156
Crambe repetita 424
Credat Judaeus Apella! 398
Credo, quia absurdum 429
Crescentem sequitur cura pecuniam 395
Crescit animus, quoties coepti magnitudinem attendit 204
Crescit eundo 388
Cui bono? 375
Cui licitus est finis, etiam licent media 439
Cuiusvis hominisest errare, nullius nisi insipientis in errore
perseverare 339
Cum dignitate otium 379
Cum finis est licitus etiam media sunt licita 439
Cum grano salis 417
Cur turbulentam fecisti mihi aquam bibenti? 415
Cycnea vox 341
Cycnus Dircaeus 301

Da veniam, Lenaee pater; peccavimus 74
Danaum fatale munus 387
Dat census honores 408
Dat tibi regna Venus 407
Dat veniam corvis, vexat censura columbas 423
Davus sum, non Oedipus 367
De mortuis nil nisi bene 330
De nihilo nihil 381

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De omni re scibili et quibusdam aliis 434
De omnibus rebus et quibusdam aliis 434
De te fabula narratur 396
Debellare superbos 390
Decepti et deceptores 359
Decies repetita placebit 406
Deficiente pecu, deficit omne, nia 271
Dei gratia 84
Dei minorum gentium 373
Delectat variatio 345
Desidiosa occupatio 401
Desinit in piscem mulier formosa superne 403
Deteriora sequor 410
Deux ex machina 351
Deus nobis haec otia fecit 383
Dii immortales ad usum hominum fabricati paene videantur 302
Di minorum gentium 373
Dicique beatus ante obitum nemo supremaque funera debet 410
Dicitur et plaustris vexisse poemata Thespis 404
Diem perdidi! 461
Dies irae 39
Difficile est satiram non scribere! 423
Digito monstrari et dicier: hic est! 417
Dimidium facti qui coepit habet 400
Dira necessitas 395
Dircaeus cycnus 301
Discite iustitiam moniti et non temnere divos! 390
Discordiae malum 96
Discors concordia 402
Disiecta membra poëtae 397
Divide et impera! 471

Page 869

Dixi et salvavi animam meam 49
Docendo discitur (discimus) 413
Dolor hic tibi proderit olim 408
Donec eris felix, multos numerabis amicos etc. 411
Ducunt volentem fata, nolentem trahunt 414
Dulce est desipere in loco 398
Dulce et decorum est pro patria mori 323
Dum docent discunt 413
Dum Roma deliberat, Saguntum perit 374
Dummodo risum Excutiat sibi, non hic cuiquam parcet amico 397
Duo cum faciunt idem, non est idem 370

Ecce homo! 79
Edax vetustas 410
Ego sum rex Romanus et supra grammaticam 509
Eheu fugaces, Postume, Postume, labuntur anni! 394
Eo maiora cupimus, quo maiora venerunt 185
Epistola non erubescit 379
Ergo bibamus! 462
Eripuit coelo fulmen sceptrumque tyrannis 413
Eris mihi magnus Apollo 384
Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum 4
Errare humanum est 339
Errare malo cum Platone, quam cum istis vera sentire 373
Est deus in nobis, agitante calescimus illo 411
Est modus in rebus, sunt certi denique fines 397
Est nobis voluisse satis 407
Est quaedam flere voluptas 411
Et in Arcadia ego 436
Et quondam maiora tuli 327
Et quorum pars magna fui 386

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Et semel emissum volat irrevocabile verbum 403
Et seminant dolores et metunt eos 380
Ex malis eligere minima 378
Ex nihilo nihil 381
Ex ungue leonem 328
Excitare fluctus in simpulo 278
Exegi monumentum aere perennius 395
Exemplis discimus 413
Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor 388
Experto credite! 391
Experto crede Roberto 391
Expertus Robertus 391
Extra muros 400

Faber est suae quisque fortunae 365
Fac ea, quae moriens facta fuisse velis 142
Fac spatium mihi, ut habitem! 44
Facies hippocratica 347
Facies non omnibus una, nec diversa tamen etc. 409
Facilis descensus Averno 359
Facit indignatio versum 423
Facta infecta facere verbis postulare 340
Facta mea, non dicta, vos sequi volo 68
Factum illud: fieri infectum non potest 340
Fama crescit eundo 388
Fas est et ab hoste doceri 349
Favete linguis! 394
Felix Austria! 407
Felix qui potuit rerum cognoscere causas 385
Ferrum et sanguis 418
Festina lente! 459

Page 871

Fiat iustitia, et pereat mundus! 513
Fides facit fidem 455
Fides obligat fidem 455
Fidus Achates 389
Finis Poloniae! 470
Flavit Jehovah et dissipati sunt 11
Flavit spiritus tuus et operuit eos mare 11
Flectere si nequeo superos, Acheronta movebo 390
Fluctus in simpulo 278
Formosum pastor Corydon ardebat Alexin 383
Forsan et haec olim meminisse iuvabit 326
Fortes adiuvat ipsa Venus 337
Fortes fortuna adiuvat 336
Fortiter in re, suaviter in modo 434
Fortunae filius 399
Frondem in silvis non cernere 151
Frons ferrea 44
Fruges consumere nati 322
Fugit irreparabile tempus 385
Fuimus Troes! 387
Furor teutonicus 313. 420

Garrire incipiunt et ab hoc et ab hac et ab illa 435
Gaudium est miseris, socios habuisse poenarum 333
Genus irritabile vatum 403
Grammatici certant: et adhuc sub iudice lis est 404
Gutta cavat lapidem, non vi sed saepe cadendo 346

Habeat sibi 9
Habent sua fata libelli 429

Page 872

Habita fides ipsam plerumque obligat fidem 455
Hanc veniam petimusque damusque vicissim 403
Hannibal ad portas 374
Haruspex ridens haruspicem 457
Heautontimorumenos 358
Heredis fletus sub persona risus est 382
Hic haeret aqua 378
Hic niger est, hunc tu, Romane, caveto! 398
Hic Rhodus, hic salta! 333
Hinc illae irae! 423
Hinc illae lacrumae! 367. 423
His utere mecum! 401
Hoc erat in votis 399
Hoc signo vinces 462
Hoc volo, sic iubeo; sit pro ratione voluntas! 424
Homines dum docent discunt 413
Homo bonus semper tiro est 422
Homo proponit, sed Deus disponit 39
Homo sum; humani nihil a me alienum puto 368
Horror vacui 271
Hos ego versiculos feci, tulit alter honores 392
Hostes omnibus omnes 352
Humanas actiones non ridere, non lugere, neque detestari, sed
intelligere 441
Humanum est errare 339
Hunc tu, Romane, caveto! 398

Ignorabimus 557
Ignoramus 557
Iliacos intra muros peccatur et extra 400
Ille terrarum mihi praeter omnes angulus ridet 394

Page 873

Illud iucundum nil agere 427
Imitatores, servum pecus 403
Impavidum ferient ruinae 394
Imperium et libertas 380
Impossibilium nulla obligatio est 428
In dubiis libertas 438
In dulci iubilo 433
In flagranti crimine comprehensi 431
In hoc signo vinces 462
In infinitum 173
In magnis et voluisse sat est 407
In maxuma fortuna minuma licentia est; neque studere, neque odisse,
sed minume irasci decet 426
In medias res 404
In motu immotum 229
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus . . . caritas 438
In usum Delphini 477
In verba magistri iurare 399
In vino veritas 329
Inceptio est amentium, haud amantium 367
Incidis in Scyllam cupiens vitare Charybdin 433
Inde illae irae! 423
Inde irae et lacrumae! 423
Indocti discant et ament meminisse periti 304
Iners negotium 402
Infandum, regina, iubes renovare dolorem 386
Infelicissimum genus infortunii est fuisse felicem 312
Ingenium humanum, qua plura habet, eo ampliora cupit 185
Iniuria non fit volenti 429
Inopi beneficium bis dat, qui dat celeriter 383
Inquieta inertia 402

Page 874

Integer vitae scelerisque purus 393
Inter arma silent leges 375
Interim fit aliquid 368
Intra muros 400
Introite, nam et hic Dii sunt! 443
Invenias etiam disiecti membra poetae 397
Invita Minerva 378
Ipsa sua melior fama 411
Ipse dixit 338
Ira furor brevis est 400
Iacta est alea 128. 358
Iam proximus ardet Ucalegon 387
Iota unum . . . non praeteribit 60
Iucundi acti labores 378
Iudicium Paridis 97
Iuppiter pluvius 108
Iurare in verba magistri 399
Ius summum saepe est summa malitia 377
Iustitia in suo cuique tribuendo cernitur 377
Iustum et tenacem propositi virum 394

Labor omnia vincit improbus 385
Laeso et invicto militi 480
Lapis philosophorum 364
Latet anguis in herba 384
Latrantem stomachum bene leniet (cum sale panis) 399
Laudanda voluntas 412
Laudant illa, sed ista legunt 147
Laudator temporis acti 404
Leges bello siluere coactae 375
Leonina societas 335

Page 875

Levemus corda nostra cum manibus ad Dominum in coelos! 49
Levis nota 431
Liberae sunt nostrae cogitationes 379
Libertati viam facere 238
Licentia poetica 414
Literae non erubescunt 379
Longo sed proximus intervallo 389
Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla 413
Lucifer 43
Lucri bonus est odor ex re qualibet 461
Lucus a non lucendo 418
Lumen mundi 60
Lumina civitatis 60
Lupus in fabula 369

Maecenas 422
Maiori cedo 423
Maiorum gentium di 373
Male parta male dilabuntur 342
Male partum male disperit 343
Malum discordiae 96
Malum necessarium 357
Manet alta mente repostum 385
Manum de tabula! 450
Manus manum lavat 346
Maxima debetur puero reverentia 426
Mea parvitas 416
Mea tenuitas 416
Mea virtute me involvo 395
Medio flumine quaerere aquam 151
Medio tutissimus ibis 409

Page 876

Mens agitat molem 390
Mens sana in corpore sano 425
Miles gloriosus 366
Militia est vita hominis 281
Mirabile videtur, quod non rideat haruspex, cum haruspicem
viderit 457
Misera contribuens plebs 441
Miserae plebi 441
Miserere, precor, speciosoque eripe damno 161
Mobilium turba Quiritium 392
Monstror digito praetereuntium 417
Montes auri pollicens 370
Monumentum aere perennius 395
Morituri te salutant! 460
Mulier taceat in ecclesia 85
Multa cadunt inter calicem supremaque labra 108
Multa magis quam multorum lectione formanda mens 427
Multa tulit, fecitque puer, sudavit et alsit 406
Multis ille bonis flebilis occidit 393
Multum, non multa 427
Mundus vult deeipi, ergo decipiatur 120
Mutato nomine de te fabula narratur 396

Nam tua res agitur, paries cum proximus ardet 403
Natura abhorret vacuum 271
Natura non facit saltus 354
Naturam expellas furca, tamen usque recurret 401
Ne quid nimis 330
Ne quid respublica detrimenti capiat! (Videant Consules) 373
Ne sutor supra crepidam! 451
Nec minor est virtus, quam quaerere, parta tueri 408

Page 877

Nec frondem in silvis etc 151
Nec plus ultra 31
Nec ullum malum praeter culpam 214
Neminem timeo praeter deos 563
Nemo ante mortem beatus 442
Nemo ultra posse obligatur 428
Neque in bona segete nullum est spicum nequam etc. 417
Neque studere, neque odisse, sed minume irasci decet 426
Nervi belli pecunia 446
Nervi bellorum pecuniae 446
Nervus rerum 445
Nervus rerum agendarum 446
Nescis longas regibus esse manus? 408
Nescis, mi fili, quantilla prudentia regatur orbis? 466
Nescis, quid vesper serus vehat 372
Nihil agere delectat 427
Nihil est ab omni parte beatum 394
Nihil humani a me alienum puto 368
Nil admirari 338
Nil mortalibus arduum est 392
Nil sine magno vita labore dedit mortalibus 398
Nimitates aequalitates 282
Nisi inter omnes possibiles mundos optimus esset, Deus nullum
produxisset 278
Nitimur in vetitum semper, cupimusque negata 407
Noli me tangere! 79
Noli turbare circulos meos! 452
Nomen atque (et) omen 365
Nomina sunt odiosa 375
Non cuivis homini contingit adire Corinthum 402
Non dolet, Paete! 461

Page 878

Non eadem omnlbus decora 164
Non erat his locus 403
Non est ad astra mollis e terris via 414
Non in omnes omnia convenit 164
Non liquet 375
Non multa, sed multum 427
Non multum, sed multa 427
Non nostrum tantas componere lites 384
Non numero, sed pondere 218
Non olet 461
Non omnia possumus omnes 371
Non omnibus eadem placent nec conveniunt quidem 164
Non omnis moriar 395
Non plus ultra 31
Non possidentem multa vocaveris recte beatum 395
Non possumus 80
Non propter vitam vivendi perdere causas! 425
Non scholae, sed vitae discimus 414
Non sum qualis eram 395
Non temnere divos 390
Non vitae, sed scholae discimus 414
Nondum omnium dierum sol occidit 406
Nonumque prematur in annum 406
Nosce te 330
Nuda veritas 393
Nulla dies sine linea! 450
Nulla est iniuria, quae in volentem fiat 429
Nulla fere causa est, in qua non femina litem moverit 424
Nullius boni sine socio iucunda possessio est 188
Nullum est iam dictum, quod non sit dictum prius 368
Nullum magnum ingenium sine mixtura dementiae 355

Page 879

Nullus est liber tam malus, ut non aliqua parte prosit 417
Numerantur sententiae, non ponderantur 218
Nunc animis opus est, Aenea, nunc pectore firmo! 390
Nunc est bibendum 330
Nunquam minus solus sum, quam cum solus sum 456
Nusquam est, qui ubique est 345
Nutrimentum spiritus 522

O Corydon, Corydon! 156
O fortes peioraque passi mecum saepe viri etc 327
O imitatores, servum pecus! 403
O mihi praeteritos referat si Iuppiter annos! 390
O quantum est in rebus inane! 417
O sancta simplicitas! 509
O si tacuisses, philosophus mansisses! 430
O tempora, o mores! 372
Obscurus fio 404
Obstinata mente perfer, obdura! 408
Obstupui, steterantque comae, et vox faucibus haesit 388
Occidit miseros crambe repetita magistros 424
Occupata in otio 401
Oculus domini fertilissimus in agro 356
Oderint dum metuant 371
Odi profanum vulgus et arceo 394
Ohe iam satis! 366
Olim meminisse iuvabit 326
Oleum et operam perdidi 366
Omne tulit punctum, qui miscuit utile dulci 405
Omnes eodem cogimur 393
Omnes una manet nox 393
Omnia mea mecum porto 336

Page 880

Omnia non pariter rerum sunt omnibus apta 164
Omnia vincit Amor 384
Omnis homo mendax 37
Oratio pro domo 376
Otium cum dignitate 379

Paete, non dolet! 461
Panem et circenses 425
Par nobile fratrum 399
Parcere subiectis et debellare superbis 390
Pares cum paribus facillime congregantur 327
Parta tueri 408
Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus 335
Pater patriae 9
Pater peccavi 74
Paterna rura bobus exercet suis 396
Paternoster 61
Patria est, ubicunque est bene 350
Pauper ubique jacet 410
Pax vobiscum! 78
Peccata clamantia 4
Peccatur intra et extra 400
Pectus est quod disertos facit 418
Per aspera ad astra 414
Per tot discrimina rerum 386
Per varios casus, per tot discrimina rerum 386
Pereat mundus! 513
Perfer et obdura 408
Periculum in mora 406
Persarum montes 370
Petimus damusque vicissim 403

Page 881

Pia desideria 438
Pia fraus 410
Pictoribus atque poëtis quidlibet audendi semper fuit etc. 403
Plectuntur Achivi 400
Poscimur 393
Post festum 351
Post nubila Phoebus 433
Potius amicum quam dictum perdere 397
Potius sero, quam nunquam 406
Praefulgebant eo ipso, quod non visebantur 426
Principatus ac libertas 380
Principibus placuisse viris non ultima laus est 402
Principiis obsta 409
Pro aris et focis 379
Pro captu lectoris habent sua fata libelli 429
Pro deo, rege et patria 527
Pro domo 376
Pro patria mori 323
Probitas laudatur et alget 423
Procul negotiis 396
Propter vitam vivendi perdere causas 425
Proximus ardet Ucalegon 387
Proximus sum egomet mihi 368
Pulchrum est digito monstrari etc. 417
Pulvis et umbra sumus 395
Punctum saliens 353
Pyladea amicitia 97

Quadrupedante putrem sonitu quatit ungula campum 390
Quae enim seminaverit homo, haec et metet 380
Quae Mars aliis, dat tibi regna Venus 407

Page 882

Quae medicamenta non sanant, ignis sanat etc. 348
Quaerenda pecunia primum est 399
Qualis dominus talis et servus 420
Quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere tentant 410
Quando conveniunt Catharina, Sybilla, Camilla etc. 435
Quandoque bonus dormitat Homerus 405
Quantilla prudentia! 466
Quantum est in rebus inane! 417
Quantum mutatus ab illo! 387
Quantum oculis, animo tam procul ibit amor 407
Quem Deus perdere vult, dementat prius 343
Quem Di diligunt, adolescens moritur 357
Qui desiderat pacem, praeparet bellum 430
Qui Deum amat, conari non potest, ut Deus ipsum contra amet 172
Qui statuit aliquid, parte inaudita altera etc. 447
Qui tacet, consentire videtur 432
Quicumque turpi fraude semel innotuit etc. 415
Qui tacet non fatetur, sed nec utique negare videtur 432
Quid me alta silentia cogis rumpere? 390
Quid novi ex Africa? 354
Quid sit futurum cras, fuge quaerere! 393
Quidquid agis, prudenter agas et respice finem 55
Quidquid delirant reges, plectuntur Achivi 400
Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes 386
Quinta essentia 364
Quis leget haec? 371
Quis tulerit Gracchos de seditione querentes? 423
Quisquis ubique habitat nusquam habitat 345
Quo plura habet, eo ampliora cupit 185
Quo semel est imbuta recens, servabit odorem testa diu 400
Quod erat demonstrandum 359

Page 883

Quod libet, hoc licet 166
Quod tibi fieri non vis, alteri ne feceris 53
Quorum pars magna fui 386
Quos Deus perdere vult, dementat prius 343
Quos ego! 386
Quot capita, tot sensus 399
Quot homines, tot sententiae 371
Quousque tandem 372
Rara avis 417

Rari nantes in gurgite vasto 386
Redde legiones! 460
Rei publicae nervi in pecunia consistunt 447
Relata refero 344
Repetita placebit 406
Requiescat in pace 33
Res severa est verum gaudium 413
Reservatio Jacobea 91
Reservatio mentalis 440
Respice finem 55
Restrictio mentalis 440
Rex probavit, non rempublicam suam esse sed se reipublicae 521
Rex regnat, sed non gubernat 470
Ridendo dicere verum 396
Risum teneatis, amici? 403
Roma aeterna 407
Roma deliberante Saguntum perit 374
Roma locuta est, causa finita est 429
Rudis indigestaque moles 409
Ruere in servitium 426
Rumpitur invidia 416

Page 884

Saepe stilum vertas 398
Salus populi suprema lex 378
Salvavi animam meam 49
Sancta simplicitas! 509
Sanguis et ferrum 418
Sapere aude 339. 400
Sapiens ipse fingit fortunam sibi 365
Sapienti sat 366
Sat prata biberunt 384
Scientia et potentia humana in idem coincidunt etc. 292
Scientia potestas est 291
Sectores collorum et bonorum 372
Secunda Petri 432
Secundas res splendidiores facit amicitia et adversas leviores 188
Sed fugit interea, fugit irreparabile tempus 385
Sed nemo scit praeter me, ubi me premat 361
Sed praefulgebant, quod non visebantur 426
Semel emissum volat irrevocabile verbum 403
Semper aliquid haeret 450
Semper aliquid novi Africa affert 354
Semper homo bonus tiro est 422
Semper idem 444
Sermo hominum mores et celat et indicat idem 488
Sero medicina paratur 409
Servabit odorem testa diu 400
Servum pecus (Imitatores) 403
Sesquipedalia verba 404
Si componere magnis parva mihi fas est 410
Si deficiant vires, audacia certe laus erit 407
Si duo faciunt idem, non est idem 370
Si fractus illabatur orbis, impavidum ferient ruinae 394

Page 885

Si libet, licet 166
Si natura negat, facit indignatio versum 423
Si parva licet componere magnis 344
Si quid novisti rectius istis, candidus imperti; si non, his utere
mecum! 401
Si tacuisses, philosophus mansisses 430
Si vis pacem, para bellum 430
Sic flet heres, ut puella nupta viro etc. 382
Sic itur ad astra 390
Sic me servavit Apollo 398
Sic volo? sic iubeo: sit pro ratione voluntas! 424
Sic vos, non vobis 391
Silent leges inter arma 375
Sine Cerere et Libero friget Venus 368
Sine ira et studio 426
Sint Maecenates, non deerunt, Flacce, Marones 422
Sit pro ratione voluntas! 424
Societas leonina 335
Solamen miseris socios habuisse malorum 333
Speciosum damnum 161
Spectatum veniunt, veniunt spectentur ut ipsae 408
Stat (magni) nominis umbra 419
Stat pro ratione voluntas! 424
Stat sua cuique dies 391
Steterunt comae 388
Stilum (Saepe) vertas 398
Strenua inertia 401
Stultum facit Fortuna, quem vult perdere 343
Suave, mari magno, turbantibus aequora ventis etc 382
Suavis laborum est praeteritorum memoria 379
Suaviter in modo 434

Page 886

Sub aqua maledicere tentant 410
Sub iudice lis est 404
Sub reservatione Jacobea 91
Sub specie aeternitatis 441
Sui cuique mores fingunt fortunam 365
Summa summarum 366
Summum ius, summa iniuria 377
Sunt certi denique fines 397
Sunt pueri pueri, pueri puerilia tractant 85
Supra grammaticam 508
Suprema lex salus populi 378
Sursum corda! 49
Sustine et abstine 360
Suum cuique 377

Tabula rasa 355
Taceat mulier in ecclesia 85
Tantae molis erat Romanam condere gentem! 385
Tantaene animis caelestibus irae! 385
Tantum religio potuit suadere maloram 381
Tempora mutantur, nos et mutamur in illis 506
Tempora si fuerint nubila, solus eris 411
Tempus edax rerum 410
Thespis (Dicitur et plaustris vexisse poemata) 404
Tibi omne est exedendum 371
Timeo Danaos et dona ferentes 386
Trahit sua quemque voluptas 384
Tres faciunt collegium 427
Tu, felix Austria, nube! 407
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito! 389
Tu quoque? 459

Page 887

Tu si hic sis, aliter sentias 368
Tua res agitur paries cum proximus ardet 403
Tulit alter honores 392
Tuniea proprior pallio 366
Turbulentam alicui facere aquam 415
Tusculum 457
Tute hoc intristi, tibi omne est exedendum 371

Ubi bene, ibi patria 350
Ubi rem meam invenio, ibi vindico 276
Ultima ratio regum 317
Ultima Thule 385
Ultra posse nemo obligatur 428
Una salus victis nullam sperare salutem 387
Unde gentium 324
Unum quodque verbum statera aeraria pendere 56
Unus multorum 398
Unus pro multis 389
Unus quisque tantum iuris habet, quantum potentia valet 551
Unusquisque ius habet utendi omnibus mediis, sine quibus conservare
se non potest 439
Usus tyrannus 342
Ut desint vires, tamen est laudanda voluntas 412
Ut pictura poësis 405
Ut, re, mi, fa, sol, la, si 431
Ut semeutem feceris, ita metes 50. 380
Utile dulci miscere 405
Utopia 290

Vademecum 437
Vae victis! 454

Page 888

Vallis lacrimarum 35
Vanitas vanitatum et omnia vanitas 41
Vare, legiones redde! 460
Variatio (varietas) delectat 345
Varium et mutabile semper femina 388
Vectigalia nervi rei publicae 446
Veni, vidi, vici 458
Veniam petimusque damusque vicissim 403
Venite ad me omnes, qui stomacho laboratis etc. 481
Ventum seminabunt et turbinem metent 50
Veritas attributa vino est 329
Versate diu, quid ferre recusent, quid valeant humeri! 404
Verus amicus est tanquam alter idem 358
Vestigia terrent 334
Vexat censura columbas 423
Victrix causa diis placuit, sed victa Catoni 419
Videant consules, ne quid res publica detrimenti capiat 373
Video meliora proboque; deteriora sequor 410
Viperam sub ala nutricare 332
Vir bonus semper tiro 422
Vires acquirit eundo (fama) 388
Viribus unitis 538
Virtus post nummos 399
Vis comica 381
Vis consili expers mole ruit sua 394
Vita brevis, ars longa 348
Vitae me redde priori! 138
Vitae, non scholae, discimus 414
Vitae summa brevis spem nos vetat inchoare longam 393
Vitam impendere vero 424
Vivere est militare 281. 414

Page 889

Volat irrevocabile verbum 403
Volenti non fit iniuria 429
Voluisse sat est 407
Vox clamantis in deserto 43
Vox faucibus haesit 388
Vox populi, vox Dei 324

Page 890

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Transcriber's Note/Transkriptionsnotizen
(Siehe auch den Hinweis zur Transkription am Anfang des Textes.)

Alle Schreibweisen des Originals haben wir so weit wie möglich
beibehalten. Bei fett gesetztem Text haben wir das Genitiv-s — wie im
Original — nicht mit einbezogen: "Schillers". Die "Berichtigungen"
(gedruckt ohne Seitenangabe nach Seite xxxi des Originals) haben wir
hierher verschoben und in der folgenden Liste der unklaren Textstellen mit
berücksichtigt.

Seite 81 Zeile 13 von oben setze "ἐστι" für "ἐυτι".
Seite 152 Zeile 2 von oben setze "das alte romantische" für "das romantische".
Seite 168 Zeile 16 von unten setze "gewiss einmal bei" für "gewiss bei".
Seite 183 Zeile 12 von oben setze "Abglanz" für "Glanz".
Seite 201 Zeile 13 von unten setze "Das" für "Dass".

Page 893

Seite 261 Zeile 8 von oben setze "Menschenherz" für "Herz".
Seite 360 Zeile 3 von unten setze "vermutet" für "ermutet".
Seite 451 Zeile 7 von unten setze "δός" für "δὸς".

Abweichende Schreibweisen aus vergangenen Rechtschreib-Perioden
haben wir jeweils unverändert belassen, wie z.B.

Seite 84 "verheiratet"; Seite 179 "Verheirathung"; Seite 709 "Verheirathet"
Seite 374 "variirte"; Seite 504 "variiert"
Seite 176 "Vermuthung"; Seite 435 "Vermutung"
Seite XIII "Stofffülle"
Seite 103 "Faullenzer"
Seite 19 "Fusssohle"; Seite 363 "Fusssteige"; Seite 110 "Missstände"; Seite 45 "Schlusssentenz";
Seite 563 "Schlussstein"; etc.

Möglicherweise unklare Textstellen haben wir entweder wie beschrieben
verändert, oder mit Hinweis auf historische Schreibweisen unverändert
belassen. Im Einzelnen:

Seite XVII
Er übte und verstand die Kunst, Verse aller Art zu schmieden
Komma verschoben von "Verse," zu "Kunst,"

Seite 56
(Buch 2 περὶ φιλοσοφίας)
Klammer rechts hinzugefügt zu "φιλοσοφίας"

Seite 66
übersetzt Luther πρόσκαιρος
In diesem Buch kommt gelegentlich "ς" innerhalb des Wortes vor, wo heute "σ" Standard wäre. Zur
besseren Lesbarkeit haben wir hier "πρόςκαιρος" verändert zu "πρόσκαιρος"

Seite 70
die Schafe zu(seiner)r Rechten (stellen, und)
"zu(seiner)r" unverändert belassen.

Seite 74

Page 894

sind klüger, denn die Kinder des Lichts..."
ein Punkt hinzugefügt zu "Lichts.."

Seite 78
"... er machte eine Geissel aus Stricken
ein Punkt hinzugefügt

Seite 81
τὸ προσθεῖναι τοῦ ἀφελεῖν βασιλικώτερόν ἐστι
"ἐυτι" verändert zu "ἐστι" wie im "Index" und wie in den "Berichtigungen" angegeben

Seite 85
Φθείρουσιν ἤθη χρήσθ' ὁμιλίαι κακαί
Akzent auf "ἢθη" verändert zu "ἤθη" wie im "Index"

Seite 90
ὁ ἀντίχριστος,
Komma hinzugefügt zu "ἀντίχριστος"

Seite 95
erscheint uns auch zuerst der "Οὔλυμπος",
Anführungszeichen links hinzugefügt

Seite 96
ὃς νείκεσσε θεὰς, ὅτε οἱ μέσσαυλον ἵκοντο, τὺν δ' ᾔνησ' ἥ οἱ πόρε
μαχλοσύνην ἀλεγεινήν
Akzent auf "ἣ" verändert zu "ἥ"

Seite 101
Auch der "Ἑλικών",
Komma hinzugefügt zu "Ἑλικών"

Seite 101
und sich in der Quelle "Ἱππουκρήνη",
Komma hinzugefügt zu "Ἱππουκρήνη"

Seite 103
ὀπταὶ κίχλαι μετ' ἀμητίσκων εἰς τὴν φάρυγ' εἰσεπέτοντο
"ς" in εἰςεπέτοντο für bessere Lesbarkeit verändert zu "σ" siehe oben zu Seite 66

Page 895

Seite 104
ἀλλὰ γυνὴ χείρεσσι, πίθου μέγα πῶμ' ἀφελοῦσα
Punkt [Satzfehler für Komma ?] nach "ἀφελοῦσα." hier entfernt

Seite 106
κινεῖς στρατιάν;"
Anführungszeichen rechts hinter das Fragezeichen gesetzt in "στρατιάν;"

Seite 106
φαντασιῶν ἐπαρωγέ, φόβων ἔκπαγλε βροτείων
"ἐπαγωγέ" verändert zu "ἐπαρωγέ,"

Seite 107
"εἰς τὸν τετρημένον πίθον ἀντλεῖν",
Anführungszeichen rechts hinzugefügt zu "ἀντλεῖν"

Seite 107
"ὁ τῶν Δαναίδων πίθος"
Anführungszeichen rechts hinzugefügt zu "πίθος"

Seite 107
"Ζεὺς ὑέτιος"
Anführungszeichen links und rechts hinzugefügt zu "Ζεὺς ὑέτιος"

Seite 110
Τὴν Αὐγείου βουστασίαν ἀνακαθήρασθαι
"ἀνακαθῄζασθαι" (oder "ἀνακαθῄρασθαι" ?) verändert zu "ἀνακαθήρασθαι" wie im [veränderten]
"Index"

Seite 116
"Der getreue Eckart und Der Tannenhäuser"
"Tannenhäuser" verändert zu "Der Tannenhäuser" im Buchtitel

Seite 124
"der Bruder Graurock und die Pilgerin"
Schreibweise "der" unverändert belassen im Buchtitel

Seite 126
Auch in ~Methfessels~ "Allgemeinem Commers- und Liederbuch"

Page 896

Schreibweise "Allgemeinem" unverändert belassen im Buchtitel

Seite 136
Schelmuffskys Wahrhafftige, Curiöse und sehr gefährliche
Reisebeschreibung
"Schellmuffskys" verändert zu "Schelmuffskys" [siehe auch Seite 124, "S c h e l m u f f s k y s
Curiöser und sehr gefährlicher Reisebeschreibung"]

Seite 137
"Versuch in poetischen Fabeln und Erzehlungen"
Anführungszeichen links hinzugefügt, aber "Erzehlungen" unverändert belassen im Buchtitel

Seite 142
Ὡς ἐξελθὼν ζῆν διανοῇ, οὕτως ἐνταῦθα ζῆν ἔξεστιν
Aspirant zu Ὡς dazugefügt wie im "Index"

Seite 143
Französischestr. 36
(Fussnote) "Französischestr." unverändert belassen als historische Schreibweise

Seite 152
Ritt in das alte romantische Land,
"das romantische" verändert zu "das alte romantische" wie im "Index" und wie in den
"Berichtigungen" angegeben

Seite 155
was wir nach Pius Alex. W o l f f s "Preciosa"
"Wollfs" verändert zu "Wolffs"

Seite 168
Es ist ihr ewig Weh und Ach
"Est" verändert zu "Es"

Seite 168
Dir wird gewiss einmal bei deiner Gottähnlichkeit bange!
"gewiss bei" verändert zu "gewiss einmal bei" wie im "Index" und wie in den "Berichtigungen"
angegeben

Seite 175

Page 897

Nein, er gefällt mir nicht, der neue Burgemeister
"Burgemeister" unverändert belassen als Schreibweise bei Goethe, Faust I—Der Tragödie Erster
Theil, wie auch im "Index"

Seite 183
Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.—
"Glanz" verändert zu "Abglanz" wie im "Index" und wie in den "Berichtigungen" angegeben

Seite 184
Ludwig G i s e k e s, Schauspielers und Choristen am Schikanederschen
Theater
"Gisekes" unverändert belassen, aber vermutlich "Gieseckes"

Seite 201
Das grosse gigantische Schicksal ...
"Dass" verändert zu "Das" wie in den "Berichtigungen" angegeben

Seite 206
eine bizarre Umgestaltung
"bizarrre" verändert zu "bizarre"

Seite 207
Goedekes "Historisch-kritischer Ausg."
"Goedeckes" verändert zu "Goedekes" [siehe auch Seite 480 "Historisch-kritische Ausg. von Karl
Goedeke"]

Seite 210
Das eben ist der Fluch der bösen That
"Dass" verändert zu "Das"

Seite 213
Livius 28, 16: "pugna"
"pagna" [oder "pagua" ?] verändert zu "pugna"

Seite 217
der Geist brauche Spiel, um wieder denkfrisch zu werden
"wider" verändert zu "wieder"

Seite 233

Page 898

Schon Maleachi 2, 10 ruft aus: "Haben wir nicht alle einen Vater?"
Anführungszeichen rechts hinzugefügt zu "Vater?"

Seite 235
(Wer sich der Notwendigkeit in schöner Weise fügt)
Punkt von "fügt)." entfernt

Seite 235
mit Benutzung der Streckfussischen Worte
"Streckfussschen" verändert zu "Streckfussischen" [siehe auch im folgenden Absatz, "Die erste
Zeile der Streckfussischen Grabschrift"]

Seite 236
μηδὲ λίην χαλεποῖσιν ἀσῶ φρένα, μηδ' κ.τ.λ.
"μήδε" verändert zu "μηδὲ" wie im "Index"; "μήδ'" verändert zu "μηδ'"

Seite 236
Ὅστις δ' ἀνάγκῃ συγκεχώρηκεν καλῶς
"δἀνάγκῃ" verändert zu "δ' ἀνάγκῃ" wie im "Index"

Seite 240
Minister fallen, wie Butterbrode, gewöhnlich auf die g u t e Seite.—
"Butterbrode" unverändert belassen als Originalschreibweise bei Börne

Seite 246
s. Percy: "Reliques of ancient english poetry", 2. ed., London 1767, p. 59
Anführungszeichen links entfernt vor "2."

Seite 257
Rrrr! ein ander Bild!
"Rrr!" verändert zu "Rrrr!" wie im "Index"

Seite 261
Das arme Menschenherz muss stückweis brechen
"Herz" verändert zu "Menschenherz" wie im "Index" und wie in den "Berichtigungen" angegeben

Seite 262
Alles muss verrungeniert werden,
"verungeniert" verändert zu "verrungeniert" wie Seite 709 im "Index"

Page 899

Seite 270
Intra duo cibi distanti e moventi
D'un modo, prima si morria di fame,
Che liber' uomo l'un recasse a' denti
Das Dante-Zitat findet sich so auch in: Rudolf Eisler, Wörterbuch der philosophischen Begriffe,
Berlin 1904

Seite 282
τὰ ἄκρα
Akzent auf "ἀκρὰ" verändert zu "ἄκρα"

Seite 285
"Alles richtig verstehen
Anführungszeichen links hinzugefügt zu "Alles"

Seite 290
"Institutes", T. 3, R. 162
Anführungszeichen links hinzugefügt zum Buchtitel

Seite 291
ist Obiges übersetzt: for (denn)
Klammer rechts hinzugefügt zu "denn"

Seite 296
(3. Olynthische Rede § 19)
Klammer links hinzugefügt zu "3."

Seite 296
He thinks too much; such men are dangerous.
"to" verändert zu "too"

Seite 296
There's the humour of it,
"Ther' is" verändert zu "There's"

Seite 297
Alltagsworte
"Alttagsworte" verändert zu "Alltagsworte"

Page 900

Seite 301
Sämtl. Schriften, hrsg. v. E h m a n n
Punkt hinzugefügt zu "Sämtl" im Buchtitel

Seite 308
the sunset of life gives me mystical lore
"live" verändert zu "life"

Seite 308
beginnt ein schwermütiges Lied seiner "Irischen Melodieen"
"Irischen Melodieen" unverändert belassen

Seite 309
("about twice two thousand")
"to" verändert zu "two"

Seite 324
Οἱ δ' ἐπ' ὀνείαθ' ἑτοῖμα προκείμενα χεῖρας ἴαλλον
"δἐπ' ὀνείαθ" verändert zu "δ' ἐπ' ὀνείαθ'" wie im "Index"; "χαῖρας" verändert zu "χεῖρας" wie im
"Index"

Seite 324
Φήμη δ' οὔ τις πάμπαν ἀπόλλυται, ἥντινα πολλοὶ Λαοὶ φημίζουσι. θεός νύ
τις ἐστὶ καὶ αὐτή
"πόμπαν" verändert zu "πάμπαν"; "θεὺς" hier als "θεός" gelesen

Seite 327
(Τέτλαθι δὴ κραδίη.) καὶ κύντερον ἄλλο ποτ' ἔτλης.
"ἄλλα" verändert zu "ἄλλο" wie im "Index"

Seite 327
"Odyssee" 20, 301-2
Anführungszeichen links hinzugefügt zum Buchtitel

Seite 329
"οἶνος, ὦ φίλε παῖ, καὶ ἀλάθεα ..."
Anführungszeichen links hinzugefügt zu "οἶνος"

Seite 329

Page 901

("Artaxerx." 15)
Klammer links hinzugefügt zu "Artaxerx."

Seite 331
Κρῆτες ἀεὶ ψεῦσται, κακὰ θηρία, γαστέρες, ἀργαί
Akzent auf "γάστερες" verändert zu "γαστέρες" wie im "Index"

Seite 331
Παύεσθέ μοι ὀρχεόμενοι, ἐπεὶ οὐδ' ἐμέο αὐλέοντος ἠθέλετε ἐκβαίνειν
ὀρχεόμενοι
Akzent hinzugefügt zu "ἠθέλετε"

Seite 339
ἁμαρτωλαὶ ... ἐν ἀνθρώποισιν ἕπονται θνητοῖς ...
"ἀνδρώποισιν" verändert zu "ἀνθρώποισιν" wie im "Index"

Seite 340
"de orat." 3, 2, 6
Schreibweise "de" unverändert belassen im Buchtitel, Anführungszeichen links hinzugefügt

Seite 348
νομίζειν ἀνίατα)"
Anführungszeichen rechts hinter die Klammer gesetzt bei ἀνίατα")

Seite 348
γλαῦκ' Ἀθήναζ' ἤγαγε;"
Anführungszeichen rechts hinter das Fragezeichen gesetzt bei "ἤγαγε;""

Seite 349
"Metam." 4, 428
Punkt hinzugefügt zum Buchtitel "Metam"

Seite 350
("zu Platos Phaedon". Berl. 1811. S. 27)
Klammer rechts hinzugefügt zu "S. 27"

Seite 357
welche ohne Anmut der Form nächtliches Studium verrät.—
Anführungszeichen rechts entfernt von "verrät."

Page 902

Seite 358
"verus amicus est tanquam alter idem"
Anführungszeichen links hinzugefügt zu "verus"

Seite 360
Plutarch vermutet, dass der Scheidungsgrund ein ähnlicher gewesen sei
"ermutet" verändert zu "vermutet" wie in den "Berichtigungen" angegeben

Seite 362
"Das Gesicht ist nicht die Sonne
Anführungszeichen links hinzugefügt zu "Das"

Seite 371
("Üb. d. Zorn" 1, 20, 4; "Üb. d. Gnade" 1, 12, 4 u. 2, 2, 2)
Klammer links hinzugefügt zu "Üb. d. Zorn"

Seite 373
(d.h. "die oberen zwölf Götter" bei C i c e r o "Tusc." 1, 13, 29)
Klammer rechts hinzugefügt zu "29"

Seite 376
es ist nicht aufgeklärt
Anführungszeichen links entfernt am Anfang des kursiv gesetzten Textes, wie im lateinischen Satz
weiter oben ["non liquere"]

Seite 381
Tantum religio potuit suadere malorum.
"suade" verändert zu "suadere" wie im "Index"

Seite 398
die zerstreuten Gliedmaassen
"Gliedmaassen" unverändert belassen

Seite 398
I, 9, 71: unus multorum
"I, 8, 71" verändert zu "I, 9, 71"

Seite 400
I, 1, 76 nennt ~Horaz~ das römische Volk:

Page 903

"1"verändert zu"I"

Seite 405
"Anacharsis" 6 u. 10.—
Anführungszeichen rechts hinzugefügt zum Buchtitel

Seite 420
(vrgl. "Furia Francese")
Klammer links hinzugefügt zu "vrgl."

Seite 424
(d.h.: die Sittenrichter sind milde gegen die Männer und streng gegen die
Frauen)
Klammer links hinzugefügt zu "d.h."

Seite 428
Ve r r i u s F l a c c u s: "Klassischer Zeuge"
"Vervius" verändert zu "Verrius" wie Seite 413 (beruht auf folgendem Satz des Verrius Flaccus)
und wie im "Index"

Seite 432
οὐ κάτοισθ' ὅθ' οὕνεκα ξυνηγορεῖς σιγῶσα τῷ κατηγόρῳ;"
Anführungszeichen rechts hinter das Fragezeichen gesetzt bei "κατηγόρῳ;"

Seite 442
"Aen." 5, 605 u. 659 ff.
Anführungszeichen rechts hinzugefügt zum Buchtitel

Seite 444
Dies "Thalatta! Thalatta!"
Anführungszeichen rechts hinter das Ausrufezeichen versetzt bei "Thalatta!"

Seite 445
τὸν πλοῦτον νεῦρα πραγμάτων
Akzent für "πραγματων" hinzugefügt wie im "Index"

Seite 446
"im Frieden verschaffe ich Freuden
"verchaffe" verändert zu "verschaffe"

Page 904

Seite 447
ἀκροάσομαι τοῦ τε κατηγόρου καὶ τοῦ ἀπολογουμένου ὁμοίως ἀμφοῖν
"ἀπαλογουμένου" verändert zu "ἀπολογουμένου" wie im "Index"

Seite 448
Graf und Dietherr
"Diethen" verändert zu "Dietherr" im Buchautor [siehe auch Seite 130 "Graf und Dietherr"]

Seite 448
Rechtssprüchwörter
"Rechtssprüchwörter" [Seite 448] unverändert belassen, aber siehe auch "Rechtssprichwörter"
[Seite 130]

Seite 450
was durch ihn sprichwörtlich wurde).—
Anführungszeichen rechts ersetzt durch Klammer rechts in "wurde)"

Seite 454
L i v i u s 5, 48, F l o r u s 1, 13 und F e s t u s S. 372
"Forus" verändert zu "Florus" wie Seite 456 (F l o r u s 2, 15: delendam esse Carthaginem;) und
Seite 458 (Florus 4, 2 und Cassius Dio)

Seite 455
(Frkf. 1662, I, 346 No. 38)
Klammer links hinzugefügt zu "Frkf."

Seite 463
Es sind fatale Bursche in der Gesellschaft
"Bursche" unverändert belassen als bekannte Schreibweise bei Goethe; siehe August Engelien,
"Grammatik der neuhochdeutschen Sprache", Georg Olms Verlag, 1972; § 71: Alphabetisches
Verzeichnis der Substantive mit schwankender Deklination; p.147f.

Seite 466
die Welt regiert wird?
"wrid" verändert zu "wird"

Seite 472
(Es giebt auch eine Ausgabe von 1525.)
Klammer links hinzugefügt zu "Es"

Page 905

Seite 497
eine Zeichnung von G r a n d v i l l e et Eugène F o r e s t
"Torest" verändert zu "Forest" [siehe fr.wikipedia.org/wiki/Eugène_Forest ("Avec Grandville et
Daumier il collabora aux journaux satiriques illustrés...")]

Seite 501
Meffert
Abweichende Schreibweisen "Meffert" [wie auch im "Index"], "M e f f e r d t", "MEFFERDS"
jeweils unverändert belassen

Seite 511
Kayser: "Geschichtsquellen über Tezel" Annab. 1877
Schreibweise "Tezel" unverändert belassen; aber "Annal." verändert zu "Annab." [= Annaberg] in
der Ortsangabe

Seite 514
über das Gespräch nach London an Lord R u s s e l l berichtet
"Russel" verändert zu "Russell"

Seite 516
Ich komme zu meinem Zweck und stabiliere die Souveränetät
"Souveränität" unverändert belassen, aber auch "Souveränetät" [siehe STABILIEREN in DWB,
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Leipzig 1854- 1961.]

Seite 518
"Die Religionen Müsen alle
Anführungszeichen links hinzugefügt zu "Die"

Seite 520
Archenholz
"Archenholz" unverändert belassen, wie auch "Archenholtz", Seite 523

Seite 521
müsse dem Senat dienen und der gesamten Bürgerschaft"
Anführungszeichen rechts hinzugefügt zu "Bürgerschaft"

Seite 527
In der Beilage III, Abs. 5 zu Friedrich Wilhelm III.
"Wilhem" verändert zu "Wilhelm"

Page 906

Seite 528
den Schwerpunkt nach Ofen verlegen
"Ofen" ist deutsch für "Buda", Teil der ungarischen Hauptstadt Budapest [siehe dazu Wander,
Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Leipzig 1876: "Mit diesen Worten schildert man die
österreichischungarische Staatsleitung, indem man damit andeuten will, dass jetzt das
Hauptgewicht der Entscheidung von dem ungarischen Volke gegeben werde."]

Seite 529
("Ges. W." 5, 228)
Punkt hinzugefügt zu "W"; Klammer rechts hinzugefügt zu "228"

Seite 546
diese meine Aussage zu beschwören."
Anführungszeichen rechts hinzugefügt zu "beschwören."

Seite 551
(z. B.: "Der rothe Büchmann", "Der ungeflügelte Büchmann")
Klammer rechts hinzugefügt zu "Büchmann"

Seite 573
Alles muss verrungeniert werden
"verungeniert" verändert zu "verrungeniert" wie Seite 709 im "Index"

Seite 596
Schild des Glaubens
"Schild derlaquo; verändert zu "Schild deslaquo;

Seite 605
Echo (Ein Appell an die Furcht findet ... kein) 553
"findet ... kein Echo)" verändert zu "findet ... kein)"

Seite 629
Gerechtigkeit (Recht und)
Klammer rechts hinzugefügt zu "und"

Seite 635
Wenn der Leib ... zerfallen
Punkt hinzugefügt zu "Leib .." bei "Grosse"

Page 907

Seite 652
(Was ist mich das, mein
")Was" verändert zu "(Was"

Seite 667
u.s.w.
Punkt hinzugefügt zu "w." bei "Menschenleben"

Seite 686
(Der Sieg des Miltiades lässt mich nicht)
Klammer rechts hinzugefügt zu "nicht"

Seite 697
Spuren (Errötend folgt er ihren)
Klammer rechts hinzugefügt zu "ihren"

Seite 704
Münchhauseniade
"Münchhauseniade" unverändert belassen, aber siehe auch Seite 517 ("Münchhausiaden")

Seite 709
"Verlorne Liebesmüh'", "Verlorner Sohn", "Verlorner Tag"
"Verlorne", "Verlorner" unverändert belassen als historische Schreibweisen

Seite 709
Verrungeniert (Alles muss) werden
"Verrungeniert" unverändert belassen als historische Schreibweise

Seite 740
Ἑαυτὸν τιμωρούμενος
Aspirant für "Ἐαυτὸν" verändert zu "Ἑαυτὸν" wie im Textteil

Seite 740
Ἐγὼ δ' ἀείσομαι, ἐκ Διὸς ἀρχόμενος
Unsichtbares "Ἐ" ersetzt bei "Ἐγὼ"

Seite 740
Εἰ γὰρ δὴ τὸν πάντα χρόνον ἐντεταμένα εἴη (τὰ τόξα) ἐκραγείη ἄν
"εἔη" verändert zu "εἴη" wie im Textteil

Page 908

Seite 740
Εἷς οἰωνὸς ἄριστος ἀμύνεσθαι περὶ πάτρης
Akzent auf "Εἷς" hinzugefügt wie im Textteil

Seite 740
Ἐμοῦ θανόντος γαῖα μιχθήτω πυρί
Überflüssiger Akzent von "Ἔμοῦ" entfernt zu "Ἐμοῦ"

Seite 740
Ἐξ ὄνυχος τὸν λέοντα γράφειν
Überflüssiger Akzent von "Ἔξ" entfernt zu "Ἐξ"

Seite 740
Ἔπεα πτερόεντα
"Επεα" verändert zu "Ἔπεα" wie im Textteil

Seite 740
Εὐτυχῶν μὴ ἴσθι ὑπερήφανος, ἀπορήσας μὴ ταπεινοῦ
Akzent auf "ἀπορὴσας" verändert zu "ἀπορήσας" wie im Textteil

Seite 740
Ζῷον πολιτικόν
Iota subscriptum für "Ζῷον" hinzugefügt wie im Textteil

Seite 740
Θεός νύ τις ἐστὶ καὶ αὐτή (Φήμη)
"Θεὸς" verändert zu "Θεός" wie im Textteil

Seite 740
Ἱστοὶ γυναικῶν ἔργα, κοὐκ ἐκκλησίαι
"Ἰστοὶ" verändert zu "Ἱστοὶ" wie im Textteil

Seite 741
Ἰῶτα ἓν ... οὐ μὴ παρέλθῃ
Iota subscriptum für "παρέλθῃ" hinzugefügt wie im Textteil

Seite 741
Μηδὲ λίην χαλεποῖσιν ἀσῶ φρένα, μηδ' κ.τ.λ.
"Μήδε" verändert zu "Μηδὲ" wie im Textteil; "μήδ'" verändert zu "μηδ'"

Page 909

Seite 741
Μικρὰ μεγάλοισι συμβαλεῖν
"μεγαλοῖσι" verändert zu "μεγάλοισι" wie im Textteil

Seite 741
Ὃ γὰρ βούλεται, τοῦθ' ἕκαστος καὶ οἴεται
Akzent und Aspirant für "Ὀ" verändert zu "Ὃ" wie im Textteil; "τοῦθ," mit falsch gesetztem
Komma verändert zu "τοῦθ'" wie im Textteil

Seite 741
Ὁ μὴ δαρεὶς ἄνθρωπος οὐ παιδεύεται
"ἄυθρωπος" verändert zu "ἄνθρωπος" wie im Textteil

Seite 741
Οἱ δυστυχοῦντες ἐξ ἑτέρων χείρονα πασχόντων κ.τ.λ.
"δυςτυχοῦντες" verändert zu "δυστυχοῦντες", siehe oben zu Seite 66

Seite 742
Οἱ δ' ἐπ' ὀνείαθ' ἑτοῖμα προκείμενα χεῖρας ἴαλλον
"επ" verändert zu "ἐπ'" wie im Textteil

Seite 742
Οἳ ἐξηπάτων καὶ αὐτοὶ ἠπατημένοι
"Οἲ" verändert zu "Οἳ" wie im Textteil

Seite 742
Ὀργὴ φιλούντων ὀλίγον ἰσχύει χρόνον
"Ὁργὴ" verändert zu "Ὀργὴ" wie im Textteil

Seite 742
Ὄψῃ δέ με περὶ Φιλίππους
Akzent auf "δὲ" verändert zu "δέ"

Seite 742
Πανικὸς φόβος
Akzent auf "Πανικός" verändert zu "Πανικὸς"

Seite 743
Πρὸς κέντρον λακτίζειν

Page 910

"λακτίξειν" verändert zu "λακτίζειν" wie im Textteil

Seite 743
Προσήλυτον ποιεῖν
"Προςήλυτον" verändert zu "Προσήλυτον" siehe oben zu Seite 66

Seite 743
Πρόσκαιρος
"Πρόςκαιρος" verändert zu "Πρόσκαιρος" siehe oben zu Seite 66

Seite 743
Τὰ μὲν προβέβηκεν, ἀμήχανόν ἐστι γενέσθαι ἀργά
Akzent auf "ἄργα" verändert zu "ἀργά" wie im Textteil

Seite 743
Τὴν Αὐγείου βουστασίαν ἀνακαθήρασθαι
Akzent auf "Τήν" verändert zu "Τὴν" wie im Textteil;
"ἀνακαθῄσασθαι" (oder "ἀνακαθῄρασθαι"?) hier verändert zu "ἀνακαθήρασθαι" wie im
[veränderten] Textteil

Seite 743
Τὸ εἰθισμένον ὥσπερ πεφυκὸς ἤδη γίγνεται
"ὥςπερ" verändert zu "ὥσπερ" siehe oben zu Seite 66

Seite 743
Τὸ προσθεῖναι τοῦ ἀφελεῖν βασιλικώτερόν ἐστι
"προςθεῖναι" verändert zu "προσθεῖναι" siehe oben zu Seite 66

Seite 744
Φθείρουσιν ἤθη χρήσθ' ὁμιλίαι κακαί
"Φθεέρουσιν" verändert zu "Φθείρουσιν" wie im Textteil

Seite 744
Ὡς εἶναι σμικρὰ ταῦτα μεγάλοισι συμβαλεῖν
Akzent auf "συμβαλεῖν" hinzugefügt wie im Textteil

Seite 744
Accipite de mea paupertate ... philosophus puter
"putor" verändert zu "puter" wie im Textteil

Page 911

Seite 751
Iam proximus ardet Ucalegon
"ardef" verändert zu "ardet" wie im Textteil

Page 912

*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK GEFLÜGELTE
WORTE: DER CITATENSCHATZ DES DEUTSCHEN VOLKES ***

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and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and
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Section 3. Information about the Project Gutenberg
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links and up to date contact information can be found at the
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Section 4. Information about Donations to the Project
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