Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler_ Bd.1_ Mitteldeutschland_ 1914 (German) Georg Dehio 1315 downloads.pdf

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Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914
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Title: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1,
Mitteldeutschland, 1914

Author: Georg Dehio

Release date: October 4, 2006 [eBook #19460]
Most recently updated: June 26, 2020

Language: German

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*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH
DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMÄLER, BD.1,
MITTELDEUTSCHLAND, 1914 ***

Page 4

Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler,
Bd.1, Mitteldeutschland, 1914

Page 5

by Georg Dehio

Draft Edition!, (October 4, 2006)

[pg I]

Deutscher Verein für Kunstwissenschaft
Georg Dehio
Handbuch der Deutschen
Kunstdenkmäler
Begründet vom Tage für Denkmalspflege
Erster Band
Mitteldeutschland
Zweite Auflage
BERLIN
Verlegt bei Ernst Wasmuth A.-G.
1914

Inhalt

Page 6

Vorwort.
Verzeichnis der Abkürzungen.
a) Nach Begriffsgruppen.
b) Nach dem Alphabet.
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K und C
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
Z
Ortsverzeichnis geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken.
Künstlerverzeichnis.

Page 7

[pg II]
[Blank Page]

[pg III]

Vorwort.

Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fünf Bänden in den Jahren
1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem Ausdruck des Dankes an alle,
die mich bei der Ausführung der ersten unterstützt haben. Ihre Zahl ist so
groß, daß ich sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die
Dankespflicht gegen Seine Majestät den Deutschen Kaiser, der auf Antrag
des Tages für Denkmalpflege durch Allerhöchsten Erlaß vom 27. März
1904 die finanzielle Grundlage des Unternehmens sichergestellt hatte. Die
erste Anregung war von dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in
Straßburg tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine
gegeben worden. Der erste Tag für Denkmalpflege, Dresden 1900, setzte
die Erörterung fort und erklärte sich hinsichtlich der Wünschbarkeit lebhaft
zustimmend, die Ausführbarkeit allerdings wurde mehrfach angezweifelt.
Unter diesen Umständen mußte ich selbst die Arbeit übernehmen, wohl
wissend, daß sie mich auf eine längere Reihe von Jahren vollständig in
Anspruch nehmen werde. Sie zu einem ersprießlichen Ende zu führen wäre
mir auch nicht möglich gewesen ohne die treue und unermüdliche
Unterstützung der mir beigegebenen Kommission. Sie bestand aus Hugo

Page 8

Lörsch, Cornelius Gurlitt und Adolf von Oechelhäuser. Für Lörsch, dessen
Tod wir im Jahre 1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen ein. Die Jahre
des Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir stets in dankbarer
Erinnerung bleiben.

Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter die Fürsorge des
Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft. Die grundlegende erste
Bearbeitung hatte notwendig das Werk eines einzelnen sein müssen; die nun
folgende nachprüfende und ergänzende Kleinarbeit ist nur denkbar in der
Verteilung auf viele. Das Einfachste und Wirksamste wäre, wenn die Herren
Konservatoren es sich zur Gewohnheit machen könnten, bei ihren
amtlichen Denkmälerbesichtigungen und bei ihrer Kenntnisnahme von der
lokalen Forschung stets einen Blick [pg IV] auf das Handbuch zu werfen
und die ihnen nötig erscheinenden Berichtigungen und Nachträge
gleichlaufend einzuzeichnen. Auf diese Weise würde ohne besondere
Mühewaltung, fast automatisch, die Sammlung des Materials sich
bewerkstelligen lassen. Außerdem wiederhole ich meine an alle Benutzer
gerichtete alte Bitte, mich auf etwaige Irrtümer oder Lücken, mögen sie
auch noch so geringfügig sein, aufmerksam zu machen. Sie werden damit
den Dank aller anderen Mitbenutzer sich verdienen.

Aus den zahlreichen im Laufe der Jahre mir mündlich oder schriftlich
zugegangenen Beurteilungen entnehme ich, daß die Einrichtung des Buches
sich bewährt hat, sie konnte somit ohne wesentliche Veränderungen in die
neue Auflage herübergenommen werden. Vor allem hat es Zustimmung
gefunden, daß das Handbuch unter Verzicht auf Vollständigkeit, die ein
Vorrecht der amtlichen Inventare bleiben muß, nur Sichtung und Auswahl
gibt. Welche Gegenstände aufzunehmen, welche auszuschließen seien, das
wird immer erneuter Überlegung bedürfen, und ich bitte, auch in dieser
Hinsicht mir mit Ratschlägen fernerhin zu Hilfe zu kommen. Keinesfalls
sollte der bisher erreichte Umfang der einzelnen Bände in Zukunft
wesentlich anschwellen dürfen.

Wenn dieses bei dem vorliegenden ersten Bande einigermaßen dennoch
eingetreten ist, so ist es eine Folge des gerade hier sehr starken Nachschubs
der Inventare. Zur Zeit der ersten Auflage waren etwa zwei Fünftel des
Gebietes noch nicht inventarisiert, jetzt fehlen nur noch der bayrische

Page 9

Bezirk Oberfranken und wenige Ämter in Unterfranken und dem
Königreich Sachsen.

Eine Veränderung, an deren beifälliger Aufnahme ich nicht zweifle, besteht
in der Einschränkung der Abkürzungen. Ganz zu entbehren waren sie nicht,
wenn anders eine noch weitergehende Erhöhung der Seitenzahl vermieden
werden sollte. Strittiger wird das Urteil über eine zweite Veränderung sein:
die Weglassung der Literaturangaben. Ich habe mich dazu erst nach langer
Überlegung entschlossen. Die Gründe sind folgende: 1. Vollständigkeit ist
von vornherein ausgeschlossen; soll aber nur eine Auswahl gegeben
werden, so fehlt dafür jede konsequent anwendbare Begrenzung. 2. Es
kommt nicht selten vor, daß der wichtigste Beitrag zur Beurteilung eines
Denkmals nicht in den von ihm handelnden Sonderschriften, sondern in
einem allgemeinen Werke enthalten ist; die Nachweise so weit
auszudehnen, würde aber in der Summe viel zu viel Raum in Anspruch
nehmen. 3. Bei der Benutzung als Reisehandbuch besteht an den
Literaturangaben [pg V] kaum ein Interesse; tritt es bei der Arbeit im Hause
ein, so wird ein Zurückgreifen auf die Inventare nicht zu entbehren sein,
und dort findet man ja regelmäßig auch die Literatur bereits verzeichnet.
Die Bibliographie der deutschen Kunstgeschichte ist eine Aufgabe für sich,
und zwar eine sehr umfassende; ihre Lösung kann nicht nebenher auch von
diesem Handbuch verlangt werden.

Dagegen hoffe ich, als wichtigsten Zuwachs dieser zweiten Auflage, wofern
nicht zu große Schwierigkeiten sich einstellen, zum Schluß ein alle fünf
Bände zusammenfassendes Sachregister zu bringen.

Die dem Bande vorangestellte kleine Karte beabsichtigt nichts, als eine
summarische Orientierung zu geben. Sie beschränkt sich auf Verzeichnung
der Kreisstädte, durch die im Text die Lage eines Ortes bestimmt wird.
Weiterzugehen, sämtliche in dem Bande beschriebenen Orte — es sind
mehr als 2000 — aufzunehmen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

Straßburg, 31. Dezember 1913.

G. Dehio.

[pg VI]

Page 10

[Blank Page]

[pg VII]

Verzeichnis der Abkürzungen.

Page 11

a) Nach Begriffsgruppen.

beg. begonnen.
erb. erbaut.
voll. vollendet.
gew. geweiht.
zerst. zerstört.
Rest. rest. Restauration, restauriert.
Jh. Jahrhundert. In Verbindung damit A. Anfang, M. Mitte, E. Ende, H.
Hälfte, V. Viertel.
bez. bezeichnet.
I. Inschrift.

rom. romanisch.
got. gotisch.
Ma. ma. Mittelalter, mittelalterlich.
Renss. renss. Renaissance als Substantivum und Adjektivum.
Bar. bar. Barock, barock.
Rok. rok. Rokoko, rokoko. In Verbindung mit diesen Stilbezeichnungen.
fr. früh, sp. spät.

K. Kirche
Kap. Kapelle.
Klst. Kloster.
Basl. Basilika.
Hllk. Hallenkirche.
Gr. Grundriß.
Sch. Schiff, 3sch. dreischiffig.
Msch. Mittelschiff.

Page 12

Ssch. Seitenschiff.
Qsch. Querschiff.
Fig. Figg. Figur, Figuren.
Lhs. Langhaus.
Bg. Bogen.
Ark. Arkade.
Pfl. Pfeiler.
Sl. Säule.
Kapt. Kapitell.
Gwb. Gewölbe.
Epit. Epitaph.

Quadr. quadr. Quadrat, quadratisch.
Rck. rck. Rechteck, rechteckig.
1/2 kr. halbkreisförmig.
5/8 Schluß. Schluß aus fünf Seiten des Achtecks.

[pg VIII]
N n Nord, nördlich.
S s Süd, südlich.
O o Ost, östlich.
W w West, westlich.

Page 13

b) Nach dem Alphabet.

A. Anfang.
Abb. Abbildung.
Ark. Arkade.
bar. barock.
beg. begonnen.
bez. bezeichnet.
Bg. Bogen.
bmkw. bemerkenswert.
E. Ende.
ehem. ehemalig.
Epit. Epitaph.
erb. erbaut.
Fig. Figg. Figur, Figuren.
fr. früh.
gegr. gegründet.
gest. gestiftet.
gew. geweiht.
got. gotisch.
Gwb. Gewölbe.
Gr. Grundriß.
H. Hälfte.
h. heilig.
Hllk. Hallenkirche.
I. Inschrift.
Jh. Jahrhundert.
K. Kirche.
Kp. Kapelle.
Kapt. Kapitell.
Klst. Kloster.
1/2 kr. halbkreisförmig.
Lhs. Langhaus.

Page 14

M. Mitte.
Ma. ma. Mittelalter, mittelalterlich.
Msch. Mittelschiff.
N n Nord, nördlich.
O o Ost, östlich.
Pfl. Pfeiler.
quadr. quadratisch.
Qsch. Querschiff.
Rck. rck. Rechteck, rechteckig.
Renss. Renaissance.
Rest. rest. Restauration, restauriert.
Rok. rok. Rokoko, rokoko.
rom. romanisch.
S s Süd, südlich.
1 sch. 2 sch. etc. einschiffig, zweischiffig etc.
Ssch. Seitenschiff.
Sl. Säule.
sp. spät.
ursp. ursprünglich.
V. Viertel.
voll. vollendet.
W w West, westlich,
whgest. wiederhergestellt.
zerst. zerstört.

Page 15

[pg 1]

A

A B L A S S . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg. Fenster E. 13. Jh.,
seine Wölbung in spitzbg. Tonne 14. Jh. Wohlerhaltenes rom. SPortal,
dessen 2 Säulen mit zierlichen Blätterkapitellen. Im übrigen anspruchsloser
Umbau in spätester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstücken aus dem 1539
aufgelösten Cisterc. Frauen-Klst. Sörnzig) und A. 18. Jh. —
S a k r a m e n t s n i s c h e um 1480; großes H o l z k r u z i f i x in kraftvollen
Formen um 1560; A l t a r k r u z i f i x Meißener Porzellan bester Zeit.

A B T E R O D E . RB Cassel Kr. Eschwege.

Pfarr-K. Spgot. Seit 1809 Ruine.

[K. des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.]

A B T L Ö B N I T Z . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Wesentlich noch der rom. Urbau, flachgedecktes Schiff, stark
eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darüber der Turm. — Spgot.
S c h n i t z a l t a r A. 16. Jh. K a n z e l in Renss.-Formen.

A B T S W I N D . UFranken BA Gerolzhofen.

Page 16

Protest. Pfarr-K. Spgot. mit jüngeren Veränderungen. Am WTurm sehr
hübscher Bar.Helm, schlank mit doppelter Laterne und doppelter Kuppel.
— Bmkw. S c h n i t z a l t a r um 1500; im Schreine großes Relief der Pietas,
kraftvoll und originell; auf den Flügeln (kaum von derselben Hand) links
Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei der Außenseiten,
vielleicht aus Nürnberger Werkstatt, unrestauriert. — Eine zweite,
vollplastische P i e t a s . — Reste von G a d e n . — Im Ort charakteristische
Hoftore.

A C H E L S T Ä D T. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf.-K. modern bis auf den rom. Turm an der SSeite, die Ausbildung der
Schallöffnungen fällt durch Güte der Arbeit auf.

A D E L S B E R G . UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. Turm 1335, im Untergeschoß Sakristei. Langhaus 1732.
A l t a r b l ä t t e r von G. M. Bolster 1737. Über dem Westeingang
R o t s a n d s t e i n f i g u r St. Laurentius um 1400.

[pg 2]
A D E L S B O R N . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Schloß. Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktürmen.

A D E L S H A U S E N . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende quadr. Chor älter.

A D O L F S E C K siehe Fulda.

A H O R N . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Pfarr-K. Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm des letzteren
mit 4 Ecktürmchen 1627. Aus derselben Zeit das Lhs. mit geputzter
Flachdecke. — An den Chorwänden B r o n z e t a f e l n mit Wappen und
Inschr., von Grabsteinen abgelöst. Wa n d g r a b (Sandstein) d e s
W i l h e l m v. S t r e i t b e r g 1616, vielleicht das beste Werk des in dieser
Gattung vielbeschäftigten Nürnbergers Hans Werner (unter Mitwirkung

Page 17

seines Schwiegersohnes Veit Dümpel aus Altenstein). Wandgrab des W i l h .
L u d w i g v. S t r e i t b e r g † 1638, Holz in steingrauem Anstrich.

Schloß. 4 Flügel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut 1621 von
W. v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der Traufe nach vorn; mächtige
runde Flankentürme mit überkragendem 8eck. Aufsatz und Haubendach.
M o b i l i a r 17. und 18. Jh.

A I D H A U S E N . UFranken BA Hofheim.

Dorf-K. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen Lhs.Decke gute
Stuckatur um 1770. Gute H o l z f i g . des hl. Sebastian um 1560. Mehrere
alte G l o c k e n , eine mit Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. — In der
Nähe mehrere B i l d s t ö c k e .

A L A C H . Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. 1405. 1sch. mit Achteckschluß.

A L B E R S D O R F. UFranken BA Ebern.

Dorf-K. Gutes Beispiel einer Spätbarocklandkirche; um 1720; mit
gutproportionierter Fassade.

A L B E R S R O D E . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. rom. Turm mit gekuppelten Schallöffnungen zwischen spgot.
3/8Chor und dem Schiff von 1823, A l t a r w e r k mit Figuren, außen
Gemälde von einem eigenartigen Cranachschüler.

A L B S H A U S E N . RB Cassel Kr. Kirchhain.

Dorf-K. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgewölbe mit skulpierten
Schlußsteinen. Umbau für Emporen 1714.

A L E X A N D E R B A D . OFranken BA Wunsiedel.

Brunnenhaus 1782 von Riedel nach »französischer« Bauart.

Page 18

A L I T Z H E I M . UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im Dorf
B i l d s t ö c k e von 1581, 1682 und um 1750 (gut).

[pg 3]
A L K E R S L E B E N . Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt.

Dorf-K. westl. Teil 12. (?) Jh., östl. Teil spätgot. 16. Jh.

A L L E N D O R F b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst.

Dorf-K. S c h n i t z a l t a r der Schule von Erfurt (?) M. 14. Jh. Ein
g l e i c h e r aus der Schule von Saalfeld 1485, Flügel beiderseitig bemalt.

A L L E N D O R F a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Stadt-K. 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637, bei welchem
Gwb. und Pfll. zerstört wurden (Anschluß der Kappen an die Schildwand
noch sichtbar), 1sch. mit flacher Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der
Mittelachse nach S abgerückt. Glockenturm in der Flucht der WFassade
nördl. am Sch. bez. 1427. 1898 durch Schönermark restauriert.

Wohnhäuser nach Brand 1638, in großer Zahl klassische Beispiele des
Fachwerkbaus.

Totenhalle a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau.

Ringmauern. Ehemals doppelt. Die innere vollständig erhalten, 3 Tortürme
neuerlich abgebrochen.

A L L E N D O R F. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Kirche hübscher Bau A. 18 Jh.

A L L E N D O R F. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. Cisterc.-Nonnenklst., gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt zu
ländlichen Gebäuden vernutzt. — Im Dorf alte F a c h w e r k h ä u s e r — Die

Page 19

Burg F r a n k e n s t e i n ohne Spuren verschwunden. Jetzt künstliche Ruine
(erb. 1888!).

A L L M E N H A U S E N . Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh.

Dorf-K. bez. 1581. — G r a b m a l zweier Herren von Schlotheim 1589,
1619.

A L L S T E D T. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stadt-K. S. Johannis, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. Chor,
Emporen in 3 Rängen, großer Kanzelbau über dem Altar.

S. Wigperti, angeblich Gründung des 9. Jh.; im Bauernkrieg zerstört; der
spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten der breite rom. Turm auf rck.
Chor, im Obergeschoß an den Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3
Kuppelfenster, deren feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der
Teilungssäulchen, in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen
Charakter des übrigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk
verschleppt?

Rathaus. Im Erdgeschoß spgot. Portal von 1472; das Übrige 16. und 17. Jh;
die Vertäfelung des Sitzungssaales 1672.

Schloß. Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz; zuletzt
bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die Hände der Landgrafen
übergegangen. Der jetzige, noch immer sehr [pg 4] ausgedehnte
Gebäudekomplex aus dem sp.Ma. und der Renss.; maßvoll rest. Das
Obergeschoß des hinteren Schlosses hat E. 17. Jh. eine sehr reiche
Ausstattung empfangen, von welcher die Stuckdecken, aus freier Hand
modelliert, erhalten sind (ähnlichen Charakters wie in Schloß Eisenberg);
ferner ein Kamin, gußeiserne Ofenplatten, mehrere Möbel; Porzellane und
Tapeten aus 18. Jh.; reizender Ofenschirm von 1720.

A L M S D O R F. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Kirche spätrom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten Fenstern und 2
schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant verstrebt ist. Das Schiff

Page 20

ist mehrfach erneuert, unbedeutend, die alte Apsis abgebrochen. Außen 2
Inschr. über Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, über eine (Almosen)
Stiftung 1377 in Majuskeln.

Steinkreuz mit Schwert.

A L S B E R G . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Kap. zum hl. Kreuz, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten als
Begräbnisstätte; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt, polyg. Chor,
deformiert, wenn auch im Kern alt. — H o c h a l t a r E. 17. Jh.

A L S L E B E N (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

Stadt-K. neu; alt (rom.) nur der, übrigens formlose, Turm.

A L S L E B E N (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

Die vorm. Kloster-K. abgetragen. Ein rom. Ty m p a n o n (Löwe und
Drache durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode gebracht.
Ebendort ein merkwürdiger rom. Ta u f s t e i n , 8seitig, mit rohen Reliefs.

A LT B E S S I N G E N . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist.
Stuckaturen). Einheitliche A l t a r a u s s t a t t u n g um 1690. G e r ä t e
augsburgisch, von F. X. Stipeldey.

A LT- B U R X D O R F. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. Frühgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einfluß von Klst. Güldenstern,
reizvoll durch schlichte, tüchtige Durchbildung. Schiff u. rechteck. Chor
mit Holzdecken. Im Ostgiebel 3 spitzbg. Fenster, darüber Kreuzstabfries,
die Giebel abgetreppt mit vortretenden Anfängern. — H o l z b i l d w e r k e
des spgot. Altars.

A LT- C H E M N I T Z . K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K. rom. Portal 13. Jh. A l t a r w e r k A. 16. Jh.

Page 21

A LT E N B A C H . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest. 1695 und
1838. — Holzfigg. von einem spgot. F l ü g e l a l t a r .

[pg 5]
A LT E N B E R G E . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. spgot. — Stattliches E p i t a p h aus Stuck für A. L. v.
Schwarzenfels † 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter O f e n aus
Gußeisen A. 17. Jh.

A LT E N B E U T H E N . Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher rom.
Ta u f s t e i n .

A LT E N B U R G . Hauptstadt von Sachsen-Altenburg.

Unterkirche (S. Bartholomäi). Von den Hussiten 1430 zerstört, 1459
wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze SSeite) umgebaut.
3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was für die vermutete Benutzung des
älteren Chors im 13. Jh. sprechen würde) und ungewöhnlichem östl.
Abschluß: das Mschiff schließt mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die
Sschiffe abgeschrägt. WTurm 1668 (als Ersatz für eingestürzte
Doppeltürme). — Unter dem südl. Ssch. als Überrest einer rom. K. weit
kleineren Maßstabes eine Krypta; quadr. mit 4grätigen Kreuzgewölben
zwischen rck. Gurten; die Mittelstütze aus 4 derben Rundpfeilern
gebündelt; anschließend 1/2kr. Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh.

Oberkirche (Franziskaner). 1sch. Anlage vor 1238, sehr schlicht
behandelt, Veränderungen A. 16. Jh.

Bergerkloster (Augustinerchorherren) gew. 1172; durch Brand 1588
zerstört; jetzt nur die 2 WTürme und wenige Reste des Lhs. erhalten.
Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder Nachahmung von
Sandsteinmotiven in Backstein. Die Backsteine scharriert ähnlich wie an
den ältesten Backsteinbauten an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp.

Page 22

eine regelmäßige kreuzf. Basilika im gebundenen System gewölbt. Die
hohen Türme haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar
gekuppelter Fenster, breite Ecklisenen und Stockwerkteilung durch
Bogenfriese.

Von der ehemaligen Nikolai-K. nur der breite WTurm übrig, rom.,
mehrfach umgebaut.

Rathaus 1562-1564 vom weimarischen Hofbaumeister Nik. Grohmann;
gehört zu den künstlerisch bedeutendsten Rathäusern der deutschen
Renaissance; 1663 renoviert. Gr. annähernd quadr. Die Komposition der
Hauptfront erinnert an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger
Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des Dachgesimses
allseitig frei werdend und das Gebäude weit überragend; Krönung mit
einfacher welscher Haube; im Erdgeschoß 4eck. Vorbau mit Balustrade.
Das Hauptgebäude trägt ein mächtiges Pyramidendach. Demselben
vorgelagert (Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchhäuser. Weiterer
[pg 6] Schmuck: zwei Eckerker und mehrere Portale in italisierenden
Formen. Am NOErker ein F r i e s mit nackten Knaben, an Donatellos
Altarwerk in Padua erinnernd; der entsprechende Fries des NWErkers hat in
Flachbogenfeldern die Halbfiguren der damals lebenden Glieder des
Fürstenhauses. Die Fenstergewände gotisierend, das Dachgesims im
Verhältnis zu sonstigen deutschen Bauten der Zeit ungewöhnlich
hervorgehoben: das Motiv des dorischen Frieses allerdings mißverstanden.
— Inneres. Im Obergeschoß Vorsaal von mächtiger Erscheinung, durch 3
Holzsäulen in 2 Schiffe geteilt; Einfassungen der Türen aus Stein.

Amtshaus 1725. Magdalenenstift 1665 als herzogl. Witwensitz.

Wohnhäuser aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse 2; aus
17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schmöllersche Str. 14b; 18. Jh.:
Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und besonders stattlich das v.
Seckendorffsche Haus am Brühl 1724.

Herzogl. Schloß. Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige sehr große
Komplex aus 15.-18. Jh. — S c h l o ß k i r c h e (mit Kollegiatstift). Im
Unterbau Reste aus 12. Jh.; Chor 1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark
betont: 4 Langjoche und 5/12-Schluß; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor

Page 23

außen mit überaus reicher, wenn auch handwerkmäßig trockener
Dekoration der Streben. Das innere ohne höheren architektonischen Gehalt,
aber malerisch von großer Wirkung, wozu die 1645 ff. ausgeführten
Emporen und sonstigen Ausstattungsstücke wesentlich beitragen. Im
H o c h a l t a r Grablegung Holz bez. CTR 1647. Das C h o r g e s t ü h l (1516,
überarbeitet 1576) gerade in seiner Stilmengerei nicht ohne Reiz;
prachtvolle O r g e l 1735 von G. H. Trost; K a n z e l 1595; G r a b m a l des
Markgrafen Wilhelm II. († 1425) ursp. freistehende Tumba; G r a b p l a t t e
der Kurfürstin Margarethe († 1486) Bronze, die lebensgroße Figur graviert,
der Rahmen in flachem Relief, mit großer Wahrscheinlichkeit als
Jugendwerk Peter Vischers anzusprechen. Auch unter den übrigen
Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. — H a u p t s c h l o ß . Der von
den Zeitgenossen gerühmte Bau Friedrichs des Weisen (seit 1518) durch die
Bauten von 1606 ff. und 1706 ff. großenteils beseitigt. Von 1530 (?) der
Rest der Hofgalerien im N der Kirche; interessante Verdeutschung
römischer Vorbilder; im Erdgeschoß Rundbögen auf toskanischen
Rustikasäulen, in den folgenden Geschossen von sukzessive abnehmender
Höhe Korbbögen, zuletzt jonische Säulen. Die jetzige Haupterscheinung
bedingt durch den Umbau 1706 bis 1744; Architektur von G. S. Vater,
Malereien von J. H. Ritter, Stuckaturen von den Brüdern Castelli; [pg 7]
der Brand 1864 hat im Innern vieles beschädigt. Von den sonstigen
Baulichkeiten hervorzuheben das S c h ö n h a u s , ein Kasino im Sinne
römischer Gärten.

A LT E N B U R G b. Bamberg OFranken.

Auf den Ruinen der historisch denkwürdigen Burg moderner Phantasiebau.

A LT E N B U R G . RB Cassel Kr. Melsungen.

Burgruine. Rundturm von 1388.

A LT E N B U R G b. Naumburg, Pr. Sachsen.

Spuren der 1010 zerstörten Burg des Markgr. Gunzelin.

A LT E N - D A M B A C H . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Page 24

Dorf-K. 1617 ähnlich Hinternah.

A LT E N D O R F. RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K. 18. Jh. mit spätgot. Turm. Befestigter. Kirchhof, Wehrgang,
Scharten.

A LT E N G Ö N N A . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. des 17. Jh. — S c h n i t z a l t a r um 1500, einer der besten des
Gebietes, auch gut erhalten.

A LT E N G R O N A U . RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Wasserburg mit 4 Ecktürmen, alter Huttenscher Sitz.

A LT E N H A S S L A U . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Martins-K. (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr. flachgedeckt; im
O starker Turm; dessen gewölbtes Erdgeschoß als Altarhaus. — Innere
Ausstattung 1752.

Lutherische K. 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert.

Amtshaus bez. 1593 und 1684.

A LT E N H O F. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit Apsis, auch
noch einige Detailsrom. — Schöner K e l c h A. 16. Jh.

A LT E N K U N D S TA D T. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. spgot. ursp. Hallenbau, später die Pfeiler ausgebrochen und
Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl G r a b s t e i n e aus 16. Jh.

A LT E N R O D A . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Page 25

Dorf-K. WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das Schiff nach »der
Architektur und Direktion« des Pfarrers H. G. Zincke 1718, der seit 1711
mehrere Kirchen (Großwangen, Wippach) gebaut.

A LT E N S C H Ö N B A C H . UFranken BA Gerolzhofen.

Prot. Dorf-K. Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) von
1496; Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten Balkendecke viele Wappen
des fränkischen Adels. — E p i t a p h e der Frh. v. Crailsheim und Geier;
hervorzuheben das in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von
Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600.

[pg 8]
Burg der Crailsheim spätmittelalterliche Wasseranlage mit quadr. Bergfried
und polyg. Bering.

A LT E N S T E I N . Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen.

Schloß. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der ma. Burg
schwache Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage von 1798-1803 und für
diese Zeit bezeichnend; chinesisches Häuschen, aber auch schon
Ritterkapelle, Sennhütte, Aeolsharfe. Schöne steinerne Halbrundbank mit
Büste der Herzogin Charlotte Amalie 1801.

A LT E N S T E I N . UFranken BA Ebern.

Ehem. Dorf-K. (außer Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes Beispiel einer
intakten Renss.-Kirche kleinen Maßstabes.

Burgruine. Das mächtige, weithin sichtbar gelegene Stammschloß der
Stein zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien. In dem von
einem tiefen Graben umschlossenen Mauerring noch große Reste einer
starken Renss.-Befestigung (2 große Tortürme), sowie ein mächtiger sprom.
Bergfried (quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente der
stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh.

A LT E N S T E I N . RB Cassel Kr. Melsungen.

Page 26

Ehem. Schloß, jetzt Försterhaus. Die ältesten Teile der Ruine nach 1438.
Wohnbau bez. 1620.

A LT E R S H A U S E N . Sachsen-Koburg LA Coburg.

Dorf-K. Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem Chor.

A LT H A U S E N . UFranken. BA Königshofen.

Dorf-K. Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erhöht; Langhaus 1693. —
D e c k e n g e m ä l d e (Triumph des Kreuzes) von Joh. Peter Herrlein,
gegen 1777.

A LT H Ö R N I T Z . K. Sachsen AH Zittau.

Schloß 1650-54 von Meister Valentin in Zittau für den Zittauer
Bürgermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen und großzügigen
Gebäudes steht in den Hauptmotiven in der Tradition der deutschen
Renaissance; 3geschossiger Hochbau auf 3eck. Gr.; 2geschossige, kräftig
und zugleich flüssig gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den
Schmalseiten; 1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe lag
im Innern).

A LT J E S S N I T Z . Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Dorf-K. In der Anlage rom. Der spgot. S c h n i t z a l t a r von den besseren.

A LT M Ü G E L N . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Ältester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und Langhaus unter
B. Johann VI. von Meißen (1487-1512). Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl.
unausgeführt; jetzt Flachdecke[pg 9], mit Malereien von 1720. Im 1sch.
3/8Chor reiches Netzgwb. — Bmkw. G r a b d e n k m ä l e r 1536, 1579.

A LT O S C H AT Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschließende Rundbau
alter Karner (?) — Stattliche ren. G r a b d e n k m ä l e r aus Dresdener

Page 27

Werkstatt 1578, 1599; geringer das von 1620; charakteristische Zopfarbeit
1785. [Spgot. Flügelaltar im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.]

A LT S C H Ö N F E L S . K. Sachsen AH Zwickau.

Burg. Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. — Ausstattung 17. Jh. Im
Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte Balkendecken auf reich
behandeltem Ständer.

In der Dorf-K. A l t a r w e r k um 1500 und G r a b s t e i n e der v. Wilkau A.
17. Jh.

A LT S TA D T. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl sprom.
Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten; die Einzelheiten an
die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd. Unterspitzer Triumphbg. und
1/2kr. Öffnungsbgg. der ehemaligen Seitenapsiden. — A l t a r w e r k 1664.
Reste eines spgot. S c h n i t z a l t a r s auf dem Kirchenboden.

A LT Z E L L E . K. Sachsen AH Meißen.

Cisterc.-Klst. (Ruine). Ältestes und baugeschichtlich wichtigstes der
Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngebäude bezogen, 1198
Weihung der K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. sämtlicher Hauptgebäude,
1540 Auflösung des Klst., 1599 Blitzschlag und Verfall. — K i r c h e .
Erhalten nur 2 Bruchstücke der WWand; frühestes Zeugnis des
Backsteinbaus in diesem Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik
glaubt Stiehl einen italienischen Werkmeister zu erkennen). An Stelle des
alten Chors 1787-1804 Mausoleum in nüchtern klassizistischen Formen. —
Kreuzgang und Klostergebäude (wie in Maulbronn) auf der NSeite; im
weiteren Umkreis Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und
Wirtschaftsgebäude. Am besten erhalten das Tor der Ringmauer und das
Winter-Refektorium. D a s To r ; rom.; bedeutende Abmessungen; Gewände
(über 1 m im Boden) dreimal abgetreppt; Basaltquadern mit
Bruchsteinfüllung, Archivolten Backstein mit Basaltrundstäben,
Basaltsäulen mit Würfelkapitellen. W i n t e r - R e f e k t o r i u m (jetzt
Kuhstall), westl. vom Kreuzgang und in gleicher Flucht mit dem Paradies

Page 28

der Kirche. Werkstoff Backstein. Anlage ähnlich Maulbronn. Niedrige in 2
Sch. kreuzgewölbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt und 1 Pfeiler.
Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten WWand Strebepfeiler aus
Backstein, an der OWand die frgot. [pg 10] Konsolen und rundbg.
Schildbogen des ehem. Kreuzgangs. Das spgot. (1506) erneuerte
Obergeschoß ein holzgetäfelter Saal mit großen Vorhangbg. — A n d r e a s -
K a p . (Wettinisches Erbbegräbnis) an der SWEcke der K. nur in den quadr.
Grundmauern erhalten. — Vom S o m m e r - R e f e k t o r i u m auf der NSeite
des Kreuzgangs die WWand mit 4 hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2
steinernen sprom. P o r t a l e in die Stadt-K. von Nossen übertragen]. Das
K a p i t e l h a u s an der OSeite war ein rom. Steinbau. — S k u l p t u r e n : a)
im Mausoleum 4 wettinische Hochrelief-Grabplatten um 1300, prachtvolle
frgot. Gewölbeschlußsteine, Reste von hölzerner Altarplastik um 1500 [ein
vollständiger Flügelaltar in Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten A. 15.
Jh.; c) im Garten got. Betsäule um 1300.

A L Z E N A U . UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngebäude.

A M A L I E N R U H E b. Meiningen.

Herzogl. Gutshof. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70.

A M M E L S H A I N . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im Turm
gekuppelte spitzbg. Fenster.

A M M E R B A C H . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. mit rom. OTurm über dem Altar. Großes spgot. A l t a r w e r k mit
Doppelflügeln.

A M M E R N . Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

Dorf-K. modern. Bmkw. Ta u f s t e i n A. 14. Jh.

A M Ö N E B U R G . RB Cassel Kr. Kirchhain.

Page 29

[Kathol. K. Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche aus
sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.]

Schloß. Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, 1762, 1866. Noch
immer großartige Ruine.

A M O R B A C H . UFranken BA Miltenberg.

Benediktinerabtei-K., jetzt protestant. 1742-47 ausgeführt als Umbau
einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern des Lhs.
beibehalten. Der WFront eine Barockfassade vorgeblendet. Unberührt rom.
die 3 Freigeschosse der Türme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen,
Detail ohne Feinheit. — Der neue Plan vom kurmainzischen Hofarchitekten
General v. Welsch, ausgeführt vom Fähnrich Schick, der anscheinend auch
einige Umänderungen vornahm. Kreuzförmige Basilika von 4 Joch im Lhs.
Die breiten Pfll. mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit
Stichkappen ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile
durchweg von mäßigem Relief. — Im Chor setzt sich das System des Lhs.
in 2 Joch fort, Schluß 1/2kr. — Das Bedeutendste [pg 11] an der K. ist die
in unübertroffenem Gleichmaß der Gesamtwirkung durchgeführte
Dekoration. Sie rückt den Bau in die erste Reihe der deutschen
Rokokokirchen. Die S t u c k i e r u n g von J. M. Feichtmayer und Gg.
Uebelher. (Beide aus der Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg
ansässig, letzterer vorher in den »reichen Zimmern« der Münchener
Residenz und der Klst.K. Diessen tätig). Sie vertritt die deutsche Nuance
des Rokoko. Die Farbe ist weiß, hie und da durch gelb und gold belebt, die
Pilaster aus blaßrot gestreiftem Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den
D e c k e n g e m ä l d e n zugewiesen; voll. 1749 von Math. Günther aus
Augsburg (einem Schüler der Asam, auch von Tiepolo beeinflußt;
bedeutendster deutscher Freskomaler des 18. Jh.); im einzelnen flüchtig und
maniriert, stupend sicher in Massenverteilung und Perspektive, der lichten
Haltung des Ganzen trefflich angepaßt. Die Seitenaltäre stehen zum Glück
nicht an den Schiffspfeilern, sondern an den Seitenwänden unter den
Fenstern; die antitektonische Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen sehr
unumwunden aus; einige sehen aus wie aus Korallenriffen aufgebaut.
Ausgeführt (bis nach 1760) von Künstlern aus Würzburg. Ebendaher die
K a n z e l von Joh. Wolfg. van der Auwera und die prachtvollen

Page 30

A b s c h l u ß g i t t e r des Lhs. von Gattinger. Verhältnismäßig sehr einfach
die C h o r s t ü h l e ; ein Teil soll zu Beichtstühlen in der kathol. Pfarr-K.
umgearbeitet sein.

Klostergebäude. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tür im 2.
Geschoß der SWand des südl. Turmes, sie führte in einen Korridor über
dem Kreuzgang. Aus letzterem 20 Säulchen von trefflicher Arbeit, E. 12.
Jh., erhalten. Die Hauptgebäude aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des
Fürsten von Leiningen) groß, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw.
der Bibliotheksaal von ca. 1790.

Kathol. Pfarr-K. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem im Rok. selten
angewandten Hallensystem, ähnlich S. Peter in Mainz, beide
vermutungsweise von Jos. Val. Thoman; das Äußere in Quadern von rotem
Sandstein, durch Doppelpilaster gegliedert, von guter Wirkung die mit der
Chorapsis gruppierten Türme. D e c k e n g e m ä l d e von Zick. Die
trefflichen S k u l p t u r e n des Hochaltars von Joseph Keilwerth aus
Würzburg (einem sonst unbekannten Künstler); besonders der h. Sebastian
durch feine Empfindung und ehrliches Naturstudium über die Masse der
zeitgenössischen Produktion hervorragend. — Klostermühle 1448.
(Inschr.)

Kurmainzisches Amtshaus mit dem Wappen der Erzbischöfe Dither v.
Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504).

[pg 12]
A M O R S B R U N N bei Amorbach. UFranken.

Kapelle. 1521. Geschnitzter F l ü g e l a l t a r mit der Wurzel Jesse, recht
gute Arbeit um 1500.

A M S D O R F. Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

Dorf-K., rom. Turm zwischen Schiff und Apsis.

A N N A B E R G . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Page 31

Anna-K. 1499-1520. Hauptbaumeister Peter von Pirna (?), seit 1515 Jakob
von Schweinfurt. — 3sch. Halle von 7 Joch auf 56 m L., östl. Schluß in 3
parallelen polyg. Apsiden. Die Sschiffe sind fast ebenso breit wie das
Msch., doch sind die Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und zwischen
sie steinerne Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die oberhalb ihrer
eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die Fenster in 2
Geschosse geteilt. Noch eigentümlicher die querschiffartige Erweiterung im
vorletzten Joch, wo im N und S im Erdgeschoß geschlossene Sakristeien
und über ihnen gegen das Sch. geöffnete Kapp. Die Unregelmäßigkeiten
durch schräge Stellung der WWand und den im SW einspringenden Turm
werden im Innern durch eine das ganze erste Joch einnehmende Empore
ausgeglichen. Breite: Höhe = ca. 25: 20, die Pfll. sehr schlank, mit einem
Abstand von ca. 8,3 m. Die Decke mit Beseitigung aller Erinnerung an das
Kreuzgwb. möglichst als Einheit behandelt; hergestellt von Barthel v.
Durbach und Conrad v. Buttigen (Büdingen?). Ihre Rippen, auch in der
Grundrißprojektion gekrümmt (sog. »gewundene Reihungen«, für die
sächsische Architektur dieser Zeit bezeichnend), wirken wie ein Geflecht
von Weidenruten; ihre Ansätze an den Pfll. mit gesuchter Willkür in
ungleichen Höhen, auf ihren Knotenpunkten phantastisch geformte
Schlußsteine. Noch raffiniertere Klügeleien am Gwb. der südl. Sakristei.
Ausgeprägte Spitzbgg. sind überall vermieden. Die Fenster schmal, hoch,
nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen Fischblasen. Das Äußere
von fast ärmlicher Schlichtheit; Strebepfll. nur am Chor; ihre Abdeckung
geschweift. Die künstlerische Absicht des stilgeschichtlich wichtigen
Gebäudes ist nur im Innern zu erkennen; sie geht auf Schaffung eines
weiten, übersichtlichen, rhythmisch wenig bewegten Raumbildes bei
Unterdrückung der »organischen« Strukturformen.

Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene plastische
Schmuck, jedoch in freierem Verhältnis zu den Strukturformen, als in der
echten Gotik. — Die »s c h ö n e T ü r « am nördl. Ssch. (bez. 1512 H W;
1597 vom Franziskaner-Klst. hierher versetzt); die Archit. auf wenige
Glieder beschränkt; den unteren Teil flankieren, auf überaus künstlich
zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken [pg 13] sich
entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna, darüber zwei
Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs und seiner Gemahlin; im
Hauptfeld über dem Türsturz die Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem

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Schoße des Vaters, umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Chöre),
tiefer der h. Franz und die h. Clara; in der Krönung Moses, Johannes, Adam
und Eva, über der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso klare als freie
Komposition, die Energie der sehr persönlichen Stilisierung, der poetische
Schwung der gegenständlichen Auffassung bringen dies Werk dem Besten
der zeitgenössischen deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die
Identität mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer
Pulthalter im Dresdener Museum. — T ü r d e r » a l t e n « S a k r i s t e i ;
vollendet 1518 in der Zeit der Bauleitung durch Jakob v. Schweinfurt.
Erstes größeres Werk der Renss. in Obersachsen; Formcharakter
venezianisch, got. Erinnerungen fast ganz unterdrückt, wenn auch der neue
Stil noch nicht ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der
»schönen Tür« nahe, besonders frei und glücklich die Familienszene
zwischen Anna und Maria. — Von derselben Hand oder mindestens aus
derselben Werkstatt der Ta u f s t e i n (ehemals im Cisterc.-Kl. Grünhayn);
Sandstein, jedoch in genauer Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus
schwebende nackte Engel, am Fuß Taufkinder. — Die 100 Felder der
E m p o r e n b r ü s t u n g (1514-1517) mit Reliefs von Franz von
Magdeburg; die ausführlichste Illustration des Neuen Testaments, die je in
monumentaler Form versucht worden; ferner die Lebensalter. —
S t u h l w e r k von 1526, nicht mehr vollständig. — S i n g e c h o r 1688 von
J. H. Böhme. — K a n z e l 1516, noch rein got.

A l t ä r e . a) Hauptaltar. 1522 von Adolf Dowher (Daucher) in Augsburg
angefertigt, die architektonischen und ornamentalen Teile vielleicht nach
Entwurf Peter Flötners; entschieden gewollte aber noch nicht ganz geklärte
Renss.; Archt. aus mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer Kalkstein;
Hauptgegenstand Wurzel Jesse. — b) Bergaltar (im nördl. Nebenchor)
1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer FrRenss. Das
zweite nördl. Flügelpaar hat Gemälde mit Motiven aus Dürers Marienleben.
— c) Münzeraltar (im südl. Nebenchor) 1522, dem vorigen ähnlich. — d)
Bäckeraltar (zunächst dem vorigen). — e) Pflockscher Altar nach 1521,
durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung des
Schongauerschen Kupferstichs. — f) Altar des Münzmeisters Melch.
Jomisch 1537.

E p i t a p h für Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein.

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[pg 14]
Berg-K. S. Marien. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582; Halle; die
Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte Renss. — A l t a r w e r k
der Bäckerzunft A. 17. Jh., später entstellt. Schöner Intarsia-Stuhl.

Hospital-K. 1683, architekturlos. — Bmkw. G e m ä l d e der Cranach-
Schule 1557.

Rathaus. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. — E r z g e b i r g s m u s e u m .

A N N A B U R G . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Kirche got., bar. verändert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert mit bar.
Grisaillemalerei. — Ta u f s t e i n 1674; O r g e l rok.

Schloß an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfürst August. a) Das vordere
Schloß, Mittelbau und 2 Flügel, an den Ecken und über dem Mittelportal
schwere Rundtürme. An der offenen vierten Seite steht b) das hintere
Schloß, vierstöckig, nicht großer Mittelhof mit offener Loggia auf Säulen; 3
Risalite mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache
Renss.-Portale mit Stuckdecken.

A N N E R O D E . Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Mühlhausen.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Erster Bau voll. 1269. Neubau
nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore. Ecke mit
figürl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr. Mustern.

A N Z E FA H R . RB Cassel Kr. Kirchhain.

Dorf-K. 1711 mit spgot. polyg. Chor.

A P F E L S T E D T. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Kirche spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491, der Turm nördl.
des Chors. — S a k r a m e n t s n i s c h e 1434, darüber Kreuzigungsgruppe.

A P O L D A . Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

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Stadt-K. spgot. infolge öfteren Umbaues ohne Interesse.

Rathaus M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen.

A R N S H A U G K . Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. Ta u f s t e i n 1688. — A l t a r g e m ä l d e (Kreuzigung) von Paul
Keil 1616.

A R N S TA D T. Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt.

Liebfrauen-K. Baunachrichten fehlen. Nächst dem Dom von Naumburg,
jedoch in bedeutendem Abstand, der bedeutendste Bau Thüringens aus dem
13. Jh., sehr lehrreich für das Eindringen des neuen, westlichen
Formengeistes. Er zerfällt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile:
Langhaus sprom., Qsch. und Chor entwickelt got. 1. L a n g h a u s .
Schwankende Bauführung und wiederholte Restaurationen (im 19.
Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den Bauhergang äußerst unklar. Auf eine
flachgedeckte rom. Basilika folgte A. 13. Jh. [pg 15] ein Umbau, der bereits
auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler der NSeite aus ihm erhalten.
Bald Planwechsel unter Einfluß des Halberstädter Doms (so Giesau). Er
äußert sich in veränderter Pfeilerbildung, Verlängerung um 2 Achsen,
Einführung von Emporen über den Seitenschiffen, welche jedoch nicht als
selbständige Geschosse ausgebildet sind; sondern nur den Dachraum hinter
sich haben. Die Formen sehr schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus
der Rest. 1888. — Die WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie bildet
bis zum Abschlußgesims des Hochschiffes eine ungegliederte Masse; die
einzige Öffnung das sehr ansehnliche Portal, das seine Gestalt erst zum
Schluß dieser Bauzeit erhielt (in got. Zeit verändert, jetzt rom. rest.). Die
Wendeltreppen der Türme enthalten alte Türen, auf eine Sängerbühne über
dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen fällt indes mit der Mitte
der Türme nicht zusammen; also Verbreiterung der Fassade. Das letzte, was
die rom. Bauperiode ausführte, war der südl. der beiden Türme. Über einem
niedrigen 4 seitigen Geschoß zwei 8 seitige, auslaufend in 8 kleine Giebel,
aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide emporsteigt. In der Kraft und
Leichtigkeit der Verhältnisse und Formen ein Muster seiner Gattung (nahe
verwandt den Türmen von S. Blasien in Mühlhausen). Im Detail stehen
spätromanische und tadellos frühgotische Formen unmittelbar

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nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von verschiedener
Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe Einteilung, doch größere Höhe
der Geschosse; die obersten schon in reifer got. Ausbildung. Endlich
stammt aus der rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht über dem Qsch.
(welches damals noch das alte), sondern westl. desselben über dem letzten
Joch des Langhauses; daher auch der verschoben quadratische Grundriß
(das zerstört vorgefundene oberste Geschoß freie Komposition von 1890).
— 2. Q u e r s c h i f f u n d C h o r sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309)
geplant und begonnen. Sie erstreben mächtigere Raumentwicklung, ohne
jedoch zu den älteren Bauteilen (wie so oft!) in auffallende Disharmonie zu
treten. Das Qsch. dürfte sich den Grundmauern des einstigen romanischen
anschließen, nur sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerückt.
Der Chor beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. ihm
gestattete Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip der Halle, d. h. in
allen 3 Schiffen in gleicher Höhe, das System des Qsch. fort. Hierauf
schließen die Abseiten mit Kapellen in 5 Seiten des 8Ecks; vor das
Hauptschiff legt sich ein quadr. Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schluß. Das
Ergebnis ist bei [pg 16] beschränkter Grundfläche eine sehr bedeutende
Raumwirkung (die Ähnlichkeit mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.).
Die Form der Rippen spricht für Vollendung im vorgerückten 14. Jh. —
Nach der 1309 erfolgten Übergabe der K. an einen Nonnenkonvent wurde
in den südl. Kreuzflügel und die südl. Chorkapelle ein Jungfrauenchor
eingebaut (durch die jüngste Rest. entfernt; einzelne Bauglieder in der
neuen Sakristei wiederverwendet). Die 3 Chorkapellen von gleicher Höhe,
die mittlere durch Fialen und Giebel über jeder Polygonseite ausgezeichnet
(rest. nach vorhandenen Ansätzen). — An der NSeite 2 prächtige Portale,
ein größeres an der QschFront, ein kleineres am Ssch. mit Zügen der
Maulbronner Fr.Gotik. — Doppelflügeliges A l t a r w e r k im südl.
Nebenchor, bedeutendes Stück, bez. 1489 (wohl von Jakob Naumann); im
Schrein Marienkrönung, zu den Seiten Laurentius und Bonifatius
geschnitzt; aus welcher Schule die Flügelgemälde, ist nicht festgestellt. —
Der nördl. Nebenchor enthält die Gräber der Grafen v. Schwarzburg.
Hauptstücke: große T u m b a Günthers XXV. † 1368 und seiner Gemahlin
Elisabeth † 1381, die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen, an der
Spitze ein bärtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog. »treuer
Eckardt« (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab Heinrichs IV. in Breslau,
Kreuz-K.). — Großes P r a c h t e p i t a p h Günthers XLI. und der Katharina

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v. Nassau, errichtet 1590. — S k u l p t u r e n . Am Portal des nördl.
Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I. und sein Sohn
Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige Arbeit aus 1. H. 13. Jh.
Neben dem Portal des nördl. Qsch. 2 Fürstenstatuen, männlich und
weiblich, E. 13. Jh., von mäßigem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der
Konsolen.

Oberkirche (Franziskaner) beg. 1246. — 1sch. Rck. 11 m br., 60 m l,
Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der Länge sehr gute Akustik. Der Chor
nicht abgesondert. Fenster nur an der NSeite und der Schlußwand.
Vortreffliches Maßwerk. Eingänge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der
schlicht, fast roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand
erst 1461 angefügt. — E p i t a p h des G. Fischer 150S; bmkw. durch gute
Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. — F l ü g e l a l t a r 1594, das
Gemälde niederländisch. Zahlreicher die Ausstattungsstücke aus 1. H. 17.
Jh.: 3geschossiger H o c h a l t a r mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz;
Ta u f s t e i n mit 5 m hohem Baldachin; der f ü r s t l . K i r c h e n s t a n d , ein
auf 6 Säulen ruhender, sehr reich behandelter Einbau; der a d l i g e
K i r c h e n s t a n d ; die G e m e i n d e e m p o r e in 3 Geschossen,
Brüstungsmalerei handwerksmäßig.

[pg 17]
Neue Kirche. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer
niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur hölzernen Decke mit
Emporen angefüllt.

Gottesacker-K. 1738-43. Typisch für die thüringischen
Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der Längsachse verschobenes
Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen. Auf dem Friedhof bmkw.
Grabsteine des 16.-18. Jh.

Neidechsburg. Ehem. Wasserschloß, die Gräben und der runde Bergfried
erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60 nur wenige Reste erhalten,
darunter hübsches Portal.

Fürstl. Schloß neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau mit großem
Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern; Porzellane.

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Rathaus. 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt unter dem
Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe mit säulengestütztem
Erkervorbau; in Nischen 2 g o t . S t a t u e n , Erfurter Arbeit um 1730 in der
Art des Joh. Gehart.

Zierbrunnen. 1573.

Bürgerhäuser. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche Renss.-
Portale. Am Markt Lauben auf Steinsäulen 1585. Von der ma.
Stadtbefestigung das Riedtor und das Neutor.

A R N S T E I N . UFranken BA Karlstadt.

Stadt-K. S. Nikolaus. Gotisierend 1617, nach W erweitert 1725. Gute
klassizistische S e i t e n a l t ä r e von Georg Winterstein in Würzburg 1790.
Reicher, meisterhafter O r g e l b a u um 1700 aus der Karmeliter-K. in
Würzburg. — D e c k e n g e m ä l d e im Chor von S. Urlaub 1726. Älteste
G l o c k e 14. Jh.

Wallfahrts-K. Maria-Sondheim. Erb. M. 15. Jh., unvollständig ausgeführt.
Jetzt großer 1sch. Raum, etwas vor der Mitte durchquert von einer 3teiligen
Bogenstellung, in den OTeilen Ansätze zu Gewölben (geplant war 3sch.
Hallenkirche). — D e c k e n g e m ä l d e : Schlacht bei Lepanto mit Maria
Victoria, bez. J. Ph. Rudolph 1770. Im Ossarium 2 interessante
S t e i n r e l i e f s von der alten Kanzel, Johannes und Markus in Fr.-Renss.-
Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil verwandt der Backofenschule (der
das Werk übrigens nicht angehört). Schöne S a n d s t e i n m a d o n n a um
1410, typische Würzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei um
1480. — G r a b d e n k m ä l e r in sehr großer Zahl und z. T. hoher Qualität,
am reichsten vertreten die Familie v. Hutten. Sie waren im 18. Jh. als
Bodenbelag vernutzt, jetzt im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere
außen. Von B i l d n i s s t e i n e n hervorzuheben: W. U. v. H. 1447, fast
vollrund, starre Frontalansicht; Konrad v. H. 1502; [pg 18] Ludwig v. H.
1517. Von E p i t a p h e n : Philipp v. Hutten (1546 in Venezuela ermordet),
vorzügliche Arbeit von Loy Hering in Eichstätt; Bernhard v. H., Art des
älteren Peter Dell; Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (P. Dell, wahrscheinlich der
Jüngere); vom selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; Stephan Zobel

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mit Frau und Kindern 1597. — Ö l b e r g um 1500, besser als die meisten
dieser Gattung.

Schloß (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden, Wohnbau M.
16. Jh., im Innern einiges zu beachten. —

Rathaus. 1520, wiederholt verändert, namentlich 1753.

Spital, große Anlage von 1713-30.

A R N S T E I N . RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Burg. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe, Fenster
rck. mit Kreuzstöcken, im Erdgeschoß rippenlose Kreuzgewölbe.

A R N S T E I N . Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Burgruine. Eine der großartigsten am Harz; der spgot. Palas 5 stöckig
erhalten.

A R T E R N . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Marien-K. in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. Ältester
Bestandteil der jetzt in der M. stehende Turm auf oblongem Gr.; in seinem
oberen freien Teil hat er auf der breiten Seite 3 Paar gekuppelte
Rundbogenfenster, an der schmalen Seite 1 Paar; im Erdgeschoß spitzbog.
Kreuzgwb.; nach O und W öffnet er sich in großem Spitzbg. Im O ein platt
geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom., jetzige Gwbl. und
Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als der Turm, 1sch., polyg. WSchluß.
Fenster noch spitzbg.

S. Veit in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelmäßiges lat. Kreuz
nach rom. Weise. In Vierung und Chor (ohne Apsis) spitzbg. Gwb.,
Kreuzarm und das (kaum ursp.) 1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm
mit Satteldach und gekuppelten unterspitzen Schallöffnungen, die Fenster
der K. rundbg.

A S C H A C H . UFranken BA Kissingen.

Page 39

Dorf-K. Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-E p i t a p h
von Bildhauer Julius Emes.

Schloß (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In der Halle
geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter O f e n aus 1. H. 17. Jh.

A S C H A F F E N B U R G . UFranken BAmtsstadt.

Stifts-K. S. Peter und Alexander. Ältere Baudaten fehlen. Rom. 12. und
13. Jh. mit vielen späteren Zusätzen; rest. 1713 [pg 19] und 1880. —
I n n e r e s . Hier hat der rom. Stilcharakter noch die Vorherrschaft. Lhs.
flachgedeckte Pfeilerbasilika (jetzt Lattengewölbe aus 18. Jh.); weite
Querschnittsproportion; 9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich
profilierten Deckplatten; diese, sowie die einfache Tür am nördl. Ssch. der
einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V. 12 Jh. — Eine zweite
Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau ein, nahe verwandt der Peters-K.
in Gelnhausen. Empore zwischen den (damals unausgeführt gebliebenen)
Fronttürmen; sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen Halle;
rippenlose Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Blätterkapitelle der
stämmigen Säulen in ihrer Art ersten Ranges. In der WWand prachtvoll
umrahmtes Portal, im Ty m p a n o n Christus zwischen den
Kirchenpatronen. Um 1250 der OBau. Der Einfluß von Gelnhausen dauert
fort, jetzt mehr vonseiten der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr.,
der Chor 2 quadr. Gwbb., am platten Schluß im 18. Jh. die Fenster
vermauert; die Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gewölblinien
unterspitz. Die rck. Gurten auf Auskragungen; die Kreuzrippen, geschärfte
Wulstform, auf Diensten mit Schaftringen; rom. Blätterkpatt. — Die
Sschiffe des Lhs. durch flache Kapellen erweitert. Am nördl. Ssch. die
große, über den äußeren Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels
einer Treppe zugängliche M a r i a - S c h n e e - K a p ., erb. 1516 vom
Kardinal Albrecht v. Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen Reihungen,
entartetes Maßwerk; die äußere Giebeldekoration erinnert mit ihrem
schreinermäßigen Reichtum an die sächsischen Bauten des Kardinals. —
Ä u ß e r e s . Chor und Langseiten verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie
vereinigt Bauteile aus vier Stilperioden zu einer überaus malerischen
Gruppe. Eine in der Seitenachse liegende hohe Freitreppe, barock, führt zu
einem Paradies; ehemals mit schräger Sparrendecke, jetzt flach gewölbt.

Page 40

Der NTurm nicht ausgebaut; dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der
hohe Giebel der Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der Empore
entsprechend, 3 sprom. Fenster. Der STurm wurde im 14. Jh. in kolossalem
Maßstab begonnen; über dem zweiten Geschoß brechen die Motive ab und
es folgt ein spätestgot. Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem
hölzernen Helm. Das Lhs. hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. — An
der NOSeite schöner sprom. K r e u z g a n g . Von ihm aus führt ein spgot.
umgearbeiteter Verbindungsgang zum P a r a d i e s , das gleich dem
Kreuzgang zeitlich mit dem OBau zusammengeht. — A u s s t a t t u n g .
Großer H o c h a l t a r in Ciborienform aus dem 18. Jh. Die ehemals [pg 20]
zahlreichen ma. Nebenaltäre bis auf einen zerstört. Die B e w e i n u n g von
Math. Grünewald bildete die Predella eines Altarbildes 1525 in der Moritz-
K. in Halle a. S., das Hauptbild jetzt in der Pinakothek zu München. In der
Maria-Schnee-Kap. ein mit 1519 bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria
von Grünewald einschloß; wahrscheinlich identisch mit dem jetzt in der
Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd. III) befindlichen Bilde; übrigens ist auch der
Rahmen an sich interessant als Dokument der Veränderung der Altarform
im Übergang von der Gotik zur Renss., eine Parallele zum Rahmen von
Dürers Allerheiligenbild. In einer südl. Seitenkp. S c h n i t z a l t a r der 14
Nothelfer von merkwürdigem staffelförmigem Aufbau A. 16. Jh. —
C h o r s t ü h l e von 1659 jetzt im Qsch. — In der nördl. Turmhalle
Ta u f s t e i n von 1487. — Im nördl. Ssch. (früher im Chor) ein eherner
B a l d a c h i n aus der Vischerschen Hütte bez. 1536; vier mit graviertem
Laubornament geschmückte Pfosten tragen einen an der unteren Fläche in
der gleichen Technik behandelten Himmel; die Zeichnung erinnert an das
(zerstörte) Gitterwerk des Nürnberger Rathauses. Der Baldachin scheint für
das von Kardinal Albrecht in Halle projektierte Grabmal bestimmt gewesen
zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue
Stift in Halle, 1900); jetzt trägt er einen Sarkophag mit den Reliquien der h.
Margarete. — K a n z e l aus Sandstein und Alabaster, sehr reich, um 1590.
— An der WWand kolossales H o l z k r u z i f i x aus A. 13. Jh. — Außen
über der Freitreppe steinerne K r e u z i g u n g s g r u p p e 1699.

G r a b m o n u m e n t e und G e d e n k t a f e l n in großer Zahl. Davon die
wichtigsten:

Page 41

I m C h o r : SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen † 982, gesetzt
1524; korrespondierend auf der Nseite das seiner Frau und Tochter,
Liudgard und Hildegard. — Ehernes Epitaph des Kardinals Albrecht von
Brandenburg † 1545, gegossen 1525 in der Vischerschen Hütte, großartiges
Reliefbildnis mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus 18. Jh.
entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstück gedacht,
Madonnenrelief von Hans Vischer 1530: beide aus Halle hierher
übergeführt. — Epitaph für Kurfürst Schenk v. Erbach † 1459, ausgeführt
im 16. Jh. — Desgl. für Kurfürst Anselm Franz v. Ingelheim † 1659, bmkw.
durch lebendige Porträtauffassung.

Im M i t t e l s c h i f f kurfürstliche Beamte. a) Südliche Reihe: Caspar v. d.
Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament. — Wolf Beheim 1539. —
Dr. Sachs 1570. — Stephan [pg 21] v. Fechenbach 1577. — b) Nördliche
Reihe: Melchior von Graenroth, Erzguß von großer technischer Präzision,
1584 von Hieronymus Heck. — Georg v. Liebenstein 1533 mit Anklängen
an die Schule Backofens; feste Rittergestalt, das Knien an dem (ganz an die
Seite geschobenen) Kruzifix vorzüglich gegeben. — Brendel von Homburg
1573. — Ch. Math. v. Albersweiler 1567. — Dr. Eisenberger 1575.

I m K r e u z g a n g . a) WFlügel. Gertrud Echter 1421, kniend in
Dreiviertelansicht, über ihr Maria in den Wolken, schöne manierfreie
Arbeit. — b) NFlügel. Joh. v. Cronberg 1439, adoriert den h. Christoph. —
c) OFlügel. Schenk v. Weibstedt 1437, adoriert die Madonna auf der
Mondsichel. — d) SFlügel. Scholastikus Küchenmeister mit seiner Mutter
1493. — Wa n d g e m ä l d e , der Gekreuzigte u. Heilige, E. 14. Jh.

In der Sakristei 2 vorzügliche R e l i q u i e n b ü s t e n 1473 von Hans
Dirnstein von Frankfurt. Degl. M o n s t r a n z . Rom. S c h a c h b r e t t .

Agathen-K. Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. überarbeitet,
unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm sehr
einfach rom. Außen Ö l b e r g s g r u p p e aus 16. Jh., beschädigt, in
Renss.Gehäuse.

U.L.F. Pfarr-K. 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen
Verhältnissen. An der nördl. Langseite rom. Glockenturm, das Obergeschoß
rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat übereinander, durch kein Gesims getrennt,

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2 gekuppelte Schallöffnungen, kleeblattförmig, umschlossen von spitzbg.
Blendbg., ein Vierpaß im Felde. Über den 4 Giebeln ein steinerner got.
Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert.

Im Erdgeschoß eingemauert sprom. Ty m p a n o n , thronende Maria
zwischen Heiligen.

Studien(Jesuiten)-K. 1619-21. In WDeutschland der erste dem römischen
Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen Molsheim u. Köln Bd.
IV, V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen Nischen, feines Flachornament in
Stuck, Beschlägemuster.

Schloß. Das alte Schloß zerst. 1552. Notbau 1556-1606. Neues (jetziges)
Schloß 1605-1614 von Georg Ridinger aus Straßburg (von ihm selbst in
einem umfänglichen Kupferstichwerk, Mainz 1616, publiziert). Waren die
wichtigeren Schloßbauten der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten
mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck zum
erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage gegeben (etwas
älterer Versuch in Schmalkalden): 4 Flügel um einen quadratischen Hof von
ca. 79 m äußerer, 51 m innerer Seitenlänge, an den Ecken mäßig
vorspringende quadr. [pg 22] Türme; die Symmetrie nur leicht
durchbrochen von dem aus dem alten Schloß herübergenommenen
Bergfried, jetzt mit dem NFlügel hofseits verwachsen. Die Flügel haben
wenig Tiefe (kaum 10 m im Lichten) und in der inneren Teilung folgt Raum
auf Raum ohne Korridorverbindung. Aufgänge durch Wendeltreppen in den
4 Winkeln des Hofes. — Die allgemeine Idee, aus dem Wasserschloß
entwickelt, hier wohl sicher durch französ. Vorbilder bedingt, wie auch das
Detail (in Übereinstimmung mit dem Kaufhaus in Straßburg, dem
Friedrichsbau in Heidelberg, dem Schloß Gottesau und dem etwas jüngeren
Schloß in Mainz) mit der ostfranzösisch-lothringischen Weise
zusammenhängt; vgl. besonders die Fensterverdachungen. Gliederung der 3
fast gleichwertig behandelten Geschosse durch sehr kräftige Gesimse,
während vertikale Teilungslinien fehlen. Der Fassadenlänge von 85 m (mit
Einschluß der Türme) entspricht eine H. von 23 m (bis Oberkante
Dachgesims) und Teilung in 15 Fensterachsen; dazu das mächtige Dach, 12
m H. In der Mitte wird es durch einen reicher als alle übrigen Teile (ursp.
jedoch einfacher beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert. Einziger

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Zugang durch das mäßig große Rustikaportal der SSeite. Eine Zugbrücke
führte hier über den Burggraben, einst vorn durch eine p o r t a
t r i u m p h a l i s geschmückt. (Der Balkon 18. Jh.) Die Geschoßhöhe der
Türme nimmt nach oben etwas ab, sie werden gekrönt durch eine Galerie
und ein niedriges Oktogon mit welscher Haube. Die östl. und nördl.
Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie die Lucarnen ursp. gedacht waren,
zeigt ein Exemplar der WSeite. — In der Nähe erscheinen die Verhältnisse
zu schwer, wie bei den meisten Bauten dieser Zeit; aus gehöriger
Entfernung betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse meisterhaft
aufgebaut. Die erhöhte Lage über dem Main führte zur Anlage einer 20 m
hohen Terrassenmauer, daran das mächtige Wappen des Bauherrn
Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz. Erwähnenswert, daß Ridinger
vorher hauptsächlich an Festungsbauten beschäftigt war. — Die
H o f f a s s a d e n wiederholen das äußere System mit der Abweichung, daß
das Erdgeschoß sich in Arkaden öffnete (unglücklicherweise später
zugemauert). — Die i n n e r e A u s s t a t t u n g , deren geschnitzte Türen,
Mosaikböden, Stuckdecken, Wandgemälde (im Kaisersaal Historien von
Georg Keller, einem Schüler Jost Ammanns), ein Besucher des J. 1614
überschwänglich bewunderte, wurde durch Umbauten seit 1770 zerstört.
Einigermaßen verschont nur die K a p e l l e ; 1sch. Raum mit Netzgwb.,
Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor von Hans Junker; Bürger von
Aschaffenburg, um 1615; unendlich überlastet [pg 23] mit (an sich
reizvollem) Detail, figürlichem und ornamentalem. Wand-, Decken- und
Fenstermalerei zerstört. Prunkvolles Portal. — Im Schloß bmkw.
Gemäldegalerie.

A S C H E R O D E . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. 1606-15 nachgot.

A S C H F E L D . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1679. Wirkungsvoller H o c h a l t a r in elegantem fr. Rok., gegen
1740, Richtung der Auwera. — K i r c h h o f s b e f e s t i g u n g mit Gaden 16.
Jh.

A S M U S H A U S E N . RB Cassel Kr. Rotenburg.

Page 44

Kirche spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster Spitzbg. mit
Fischblasen, im Schiff Vorhangbögen.

A S T H E I M . UFranken BA Gerolzhofen.

Ehem. Karthäuser-Klst. gegr. 1409 durch Erkinger v. Seinheim-
Schwarzenberg. Kirche charakteristisch nachgot. Bau (1603 f.) auf älteren
Fundamenten. Das prächtige, mit Statuen geschmückte Renss.-Portal an die
Prokuratie versetzt. Treffliches C h o r g e s t ü h l renss., spätbar,
umgearbeitet. Mächtiger H o c h a l t a r 1730, Seinsheimsche E p i t a p h e .
— Vom Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600)
Nikolauskap. und der Verbindungsgang zur Kirche. Überlebensgroßes
H o l z k r u z i f i x um 1520.

Dorf-K. Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von P. Dell d. Ä., Moritz
v. Sch. 1565 von Thomas Kissner.

AT Z E N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. Die östl. Schlußwand mit 3 pyramidal gruppierten
Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh.

A U A . RB Cassel Kr. Hersfeld.

Dorf-K. daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim
verlegten Klosters; ein rom. Ta u f s t e i n Träger der Altarmensa.

A U B . UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus der Juliuszeit
(1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage umgewandelt. Aus 13. Jh.
erhalten der WBau, ein sehr bmkw. Dokument aus der ersten Rezeption des
got. Stils. 1275 und 1280 die ersten Erwähnungen, zu welcher Zeit auch die
Bauformen passen. Erdgeschoßhalle und Empore, beide geteilt in 3 Sch.
und 2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel rom. Erinnerungen,
woraus nicht notwendig ein nennenswert höheres Alter folgt. Doppelt
gekehlte Rippen mit Anläufen auf diagonal gestellten Kämpfern. Die
oberen Pfll. aus 8 Runddiensten gebündelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen

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der Wandfll. mit schönstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung
von Masken und Tieren. Die Fenster haben im Maßwerk [pg 24] Nasen, z.
T. in Blumen endigend. Das Portal spitzbg. in rundbg. Blende. Tympanon
fensterartig aufgelöst. Im Obergeschoß Rosenfenster. Vergleichspunkte zu
fränkischen Bauten dieser Zeit fehlen; sämtliche Details weisen auf den
Oberrhein und über diesen hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft mit
der französischen Gotik, namentlich gilt dies von der Komposition der
Rosen. — H o c h a l t a r 1682. K a n z e l 1790. Hauptschmuck des Turms
die schöne K r e u z g r u p p e aus Riemenschneiders Werkstatt, dem Meister
selbst nahe stehend. Bmkw. S t e i n r e l i e f aus 14. Jh., die Jünger am leeren
Sarge Mariens. Zahlreiche R e n s s . - G r a b m ä l e r . Das des Truchsessen
von Baldersheim aus der Riemenschneiderschen Werkstatt um 1520.

Spital-K. 14. Jh., umgebaut 1595. Fürstbischöfl. Schloß 1580-1620. In den
Turmräumen (Amtsgericht) schöne Stuckdekoration um 1770, vielleicht
von Matteo Basti (vgl. die Engelheimer Zimmer der Würzburger Residenz).
Die Kap. in typischer unterfränkischer Nachgotik. — Rathaus 1671. — In
der Nähe des Ortes mehrere schmuckreiche B i l d s t ö c k e .

A U B S TA D T. UFranken BA Königshofen.

Dorf-K. renss. 1618, mit Friedhofbefestigung.

A U E . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten Portal
die Kanten als Rundstäbe ausgebildet, im Tympanon der Gekreuzigte in
langem Rock. Empore und Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein
farbenreiches Innenbild.

A U E A M B E R G . Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld.

Dorf-K. (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. Überarbeitungen got. und später.
— Gemaltes T r i p t y c h o n um 1500.

A U E R B A C H . K. Sachsen. Amtshauptstadt.

Burgruine. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten.

Page 46

A U E R S T E D T. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage die östl.
Stellung des Turms.

A U E R S WA L D E . K. Sachsen AH Flöha.

Dorf-K. Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp. rom. Gr. und
Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus fast quadr.; Chor
ebenfalls quadr., doch kleiner; beide Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis.
Ringsum gegliederter Rundbg., Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel
steinernes Kreuz, am Altar rom. Mensa. — A l t a r s c h r e i n , schöne Arbeit
aus Altenburger Werkstatt, 1503.

A U F E N H A U . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm,
einfachste Formen. — Gemaltes Triptychon M. 15. Jh.

[pg 25]
A U F S E S S . OFranken BA Ebermannstadt.

Burg aus Ma. gut erhalten.

In der Schloß-K. Grabstein für Albrecht v. A. 1356; kunstvolles zinnernes
Taufbecken von Caspar Enderlein († 1633).

A U G S F E L D . UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter Gewohnheit im
OTurm. — Dekoration und Mobiliar in munterem, ländlich splendidem
Rok.

A U G U S T U S B U R G . K. Sachsen AH Flöha.

Schloß gegr. 1568 durch Kurfürst August, wesentl. voll. 1573. Baumeister
Hieronymus Lotter aus Leipzig, zum Schluß Erhard van der Meer unter
Oberaufsicht des Grafen Rochus v. Linar. Der allgemeine Charakter ist der
eines Residenzschlosses mit festungsmäßigen Anklängen (Gräben,

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Kasematten usw.). Der Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86
m, in der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckhäuser, die durch
schmale Flügel verbunden werden, so daß der Hof griechich kreuzf. wird.
Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung und in sehr niedrigen
Proportionen, die 4 eckigen Fenster mit got. Profilen sind die einzige
Belebung der glatten Wand, dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in
Rustika, derbe Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. Über
dem weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade. Starke
Akzente geben die Eckbauten mit Zwerchhäusern, steilen Walmdächern und
hohen Schornsteinen (durch späteren Umbau vereinfacht). Die
A u s s t a t t u n g der Wohn- und Festräume stark reduziert; es waren
vorhanden 5 Säle, 7 Vorsäle, 74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite
bildet den mittleren Verbindungsbau die

Schloßkirche nach dem Plan v. d. Meers. Zwischen den tiefen Streben
ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen mit
Halbsäulen in unten dor., oben jon. Ordnung, alles in schwerster
Behandlung, das Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk stuckiert. Über dem
Altar großes G e m ä l d e von L. Cranach d. J. von 1571, Kurfürst August
mit seiner zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. K a n z e l mit
Gemälden von Hans Schröer.

A U L I G K . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut. Grabsteine des 16.
Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von Gottfr. Silbermann, aus Chemnitz
versetzt.

A U M A . Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O.

Stadt-K. 1520 und 1793. — Reste eines S c h n i t z a l t a r s A. 16. Jh.

[pg 26]
A U R A . UFranken BA Hammelburg.

Ehem. Benedikt.-Kloster, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113. Im
Bauernkrieg beschädigt, 1687-97 teils weiter zerstört, teils umgestaltet.
Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von 9 Achsen, im O platter Schluß.

Page 48

Ausstattung E. 17. Jh. Im ganzen entstellter Überrest einer urspr.
bedeutenden Anlage. Vorläufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben
vom rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus
Stützenwechsel im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler; Schluß in 3
Apsiden. Ein westl. Atrium mit Doppeltürmen 1689 abgetragen. — In der
jetzigen Stallung Rest eines spgot. Kapitelhauses. Die rom.
Würfelknaufsäulen in den Arkaden des jetzigen Friedhofs stammen vom
Kreuzgang.

A U WA L L E N B U R G . RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Burgruine Wallenburg, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m hoher Turm,
rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtüren.

A X I E N . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen in 2
Rundbg. gegen das Sch. geöffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries im N
einfach, im S verschränkt. — Aus frgot. Zeit Ta u f s t e i n und Reste von
Wa n d m a l e r e i .

Page 49

B

B A A L S D O R F. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K., rom. Anlage des 13. Jh. — G l o c k e E. 13. Jh. mit der Inschr.
»Heinricus Filius Tiderici me fecit« (ein Glockengießer Thidericus
erscheint 1278 in Lühe bei Hildesheim; die gleiche Inschr., wie die
vorliegende, haben in der Umgegend die Glocken zu Groß-Wiederitszch,
Geringswalde, Niedergräfenhein, Oetzsch).

B A H R A . UFranken B A Mellrichstadt.

Dorf-K. Frgot. S a k r a m e n t s n i s c h e . G l o c k e mit Apostelnamen um
1300.

B A L D E R S H E I M . UFranken. BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. 1611, verändert 1901. Sehr guter G r a b s t e i n 1493; andere 16. u.
17. Jh. — H o c h a l t a r um 1700 mit guten H o l z f i g g . vom spätgot.
Altare (nach 1500).

B A L G S T E D T A . U . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen und im 18.
Jh. im W des Turms neu errichtet. — G l o c k e 1311.

B A M B E R G . OFranken. BAmtsstadt.

Dom S. Peter u. S. Georg. Gründungsbau Kaiser Heinrichs II. [pg 27]
1004-1012; Brand 1081, der nur die Mauern stehen ließ, darauf Rest. und

Page 50

zweite Weihe 1111; neuer Brand 1185; Umfang des Schadens und Beginn
der Erneuerung nicht bekannt; 1231 der Ostchor noch nicht fertig; 1237
Weihe, aber noch nicht völliger Abschluß der Arbeiten. — Der
gegenwärtige Bau ist ein Werk des 13. Jh. auf dem Grundriß des frühen 11.
Jh.; ob und wieviel aufgehende Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den„
Neubau hinübergenommen, ist noch nicht sicher festgestellt. Maße in
runden Zahlen: ganze innere L. 95 m, Br. 28,50 m, H. 25,50 m. Gr.
regelmäßig kreuzförmig mit der Abweichung, daß das Qsch. im W. Zwei
Chöre: OChor, 3 Joche des Msch. mitumfassend, S. Georg gewidmet;
WChor, die Vierung einschließend, S. Peter; zu beiden führen Stufen
hinauf. Der der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m reduziert.
Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. — Der
Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in welcher von Frankreich her das
gotische Bausystem in Deutschland eindrang, weist stilistisch drei Phasen
auf: spätromanisch ist der OChor, außen und innen, und das Lhs. in seiner
Außenansicht; frühgotisch, jedoch nicht von der französischen, sondern von
der von dieser unabhängigen burgundisch-cisterciensischen Frühgotik
abgeleitet1, der innere Aufbau des Lhs.; französisch-frühgotisch, ohne das
cisterciensische Element ganz zu verdrängen, der WBau. Genauere
Zeitbestimmung nicht möglich. Der OChor ist im polyg. Gr. und in der
ganzen Formbehandlung so vorgeschritten, daß er vor 1200 nicht denkbar;
die Behauptung, daß die WTürme 1237 vollendet waren, schwebt in der
Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert von Andechs (1203-1237), jedoch
die Ausführung des WChors und der WTürme später. Die plastische
Ausschmückung (s. unten) beweist, daß noch vor ihrer Aufstellung der Bau
unterbrochen worden ist. Will man als Ursache dafür die unruhige Zeit
unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich als relativ
wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile im Anfang dieser
Regierung, Vollendung nach längerer Pause unter B. Berthold von
Leiningen (1257-85). — Aus der Zeit der späteren Gotik (um 1450) nur die
Sepultur. Gründliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55, der
Dächer und Türme 1744 und 1765-68. Restauration und Purifikation 1828-
37 durch Heideloff und Gärtner.

O s t b a u (»Georgenchor«). Die Krypta umfaßt den ganzen Raum unter
dem hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die Kreuzrippen [pg 28] gestatten, das
Msch. breiter anzulegen, während die Krypten mit rom. rippenlosen Gwb.

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immer auf gleiche Breite der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum
höher und luftiger gestaltet, als je in Krypten älterer Zeit. Die Stützen sind
Sll., ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem Blattwerk und hohen
8eckigen, schon frgot. Einfluß verratenden Deckplatten. Die Rippen mit
derben Rundstäben besetzt. Der Eingang muß ursp. in der Mitte gelegen
haben; die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem
ehemaligen Podest. — Die Apsis des hohen Chors, im Gr. 5 Seiten des
8Ecks, legt sich, besonders in der Außenansicht hervorragend schön
kombiniert, an die große Wandfläche, die durch den OGiebel des Lhs. und
den mit diesem in gleicher Flucht liegenden Unterbau der Türme gebildet
wird. Der Aufbau 3 teilig in glücklichster Rhythmisierung; Erdgeschoß,
Fenstergeschoß, Zwerggalerie gesondert durch überaus reich gebildete
Friese, vertikale Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger Vorsprünge und
stärkerer und schwächerer Dreiviertelsäulen. An den Kapitellen vielfach das
Knospenmotiv in einer schon von der Frühgotik berührten Form. Die
Kehlen der reich abgestuften Fenstergewände sehr wirksam mit Schellen
besetzt. Das Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie entspricht
im inneren Aufbau das als glatte Kugelkalotte gestaltete Gwb.; unter den
Fenstern Arkatur; bezeichnend das Streben nach möglichst lebhaftem
Formenwechsel auch in der Form ihrer Säulenschafte.

L a n g h a u s . Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt nach dem
gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben Kreuzrippen und sind in den
Quer- wie in den Schildgurten spitzbg.; trotz der Freiheit der
Grundrißbildung, die dadurch möglich geworden wäre, ist nach deutscher
Gewohnheit das sog. gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht
sich behindernd geltend, daß die Grundrißabmessungen auf diese Teilung
ursp. nicht eingerichtet waren: so ergeben sich von den Vierungspfll. des
Qsch. bis zu den östl. Chorpfll. nur 4+1/2 Doppeljoche. Im Anschluß des
Lhs. an den OChor tritt deshalb sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es
mit 6teiligen Gwbb., hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine
baugeschichtlich wichtige Tatsache zeigt sich außen an den
Hochschiffswänden, ebenso an der N- wie an der SSeite: von W gerechnet
zwischen dem ersten, zweiten und dritten Fenster vermauerte Fenster von
gleicher Form und Größe, wie die offenen, und zwar an den Stellen, wo
innen die Gewölbegurte anfallen. Um als Überreste vom Bau des h. Otto zu
gelten, sind sie zu groß; ich kann sie nur auf eine jüngere Restauration2[pg

Page 52

29] beziehen, etwa nach Brand 1185, die n o c h n i c h t m i t G e w ö l b e n
r e c h n e t e . Aus dem bei währendem Neubau eingetretenen Wechsel
erklären sich nun auch die Unregelmäßigkeiten im östl. Abschnitt. Von
diesen abgesehen, alternieren regelmäßig stärkere und schwächere Pfll.,
kreuzförmig mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der Hauptpfll. das
Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner Leere wirkt das
Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade Scheitel (wie in Ebrach),
während der Übergangsstil sonst starke Busung liebt. Die Gurten einfach
rck., aber verhältnismäßig schmal, die Rippen Rundstäbe mit
mandelförmiger Schärfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefühl
noch nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion aber die klare
Sonderung einerseits der die Gewölbe tragenden Hauptpfll. und des mit
ihnen verbundenen Gurtensystems, andererseits der füllenden Wandflächen.
Die Anregung durch Ebrach vorausgesetzt, ist die Rückkehr zum
gebundenen System auffallend. Querschnitt.

We s t b a u (»Peterschor«). Der Chor, für den ursp. ein sechsteiliges Gwb.
beabsichtigt war, hat schließlich 2 sehr schmale gerade Joche erhalten und
in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb. mit hohen Schildbgg., die einer
zweiten Fensterreihe Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich
französischen Elements in einer den jüngeren Teilen des Klosters Ebrach
ähnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere Meister tätig, zuerst
burgundisch (Dijon), später mehr nordfranzösisch gerichtet. Die Krypta
klein und jetzt unzugänglich. — WChor und OChor sind in ihren ins Schiff
vorspringenden Abschnitten durch Brüstungswände geschützt; nach außen
mit Arkaturen geziert, nach innen völlig glatt, selbst ohne Gesims; die
SSchranke des WChors mit Spuren von rom. Malerei.

Ä u ß e r e s . Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhört in den bisherigen
Baugewohnheiten der Reichtum der Friese. Die Gesimse haben sich mit den
Dächern in wiederholten Restaurationen verändert. 4 Portale: 2 unter den
OTürmen (Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der ersteren
wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das Kehlungsprofil der
Pfosten der Georgenpforte hinweist); [pg 30] 2 (in der letzten Bauzeit
vorgeblendet) am nördl. Ssch. (Fürstentor) und nördl. Kreuzflügel (S.
Veitspforte). Denselben rein rom. Charakter haben die OTürme bis zur
Höhe des Mittelschiffhauptgesimses; hier treten frgot. Formen ein, doch

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unter Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstütze im 2.
Fenstergeschoß noch während des Baus eingezogen; die Fenstergliederung
der beiden letzten Geschosse entsprechend geändert). Entschiedener ist die
Neuerung an den WTürmen; im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die
mit denen der Michaelskap. in Ebrach genau übereinstimmen und deren
Vorbilder zum charakteristischen Formenschatz Burgunds gehören; weiter
nach oben tritt der Wandel ein: oktogonaler Kern, an den Diagonalseiten
Vorlagen einer tabernakelartigen Säulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des
Achtecks umschreiben; diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich
fast gleiche Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne der
französischen Schule. Aber auch die Komposition im ganzen geht auf ein
bestimmtes französisches Vorbild zurück: die Kathedrale von Laon. Doch
ist dasselbe in einem wichtigen, ohne Abb. nicht verständlich zu machenden
Punkte mißverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines, im
Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Türme erhalten hat: jetzt auf dem
Baldachin über der Statue des h. Dionysius am letzten Pfl. des OChors,
NSeite. (Zuerst bemerkt von K. Franck und ansprechend so gedeutet, daß
die französisch geschulten Bildhauer es waren, die das Motiv nach
Bamberg brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.)
Dieselben Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des WChors durch
einen französischen Kapellenkranz das Wort geredet zu haben; vgl. das
Modell in der Hand der h. Kunigunde am Portal unter dem SOTurm.
Wichtig ist weiter das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16.
Jh. am Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, daß das für die
Entwicklung der WTürme sinnwidrige Giebelmotiv am oberen Abschluß
vollständig ein Werk des 18. Jh. ist, den Giebeln der OTürme nachgebildet,
als man die Dächer erneuerte; ursp. schlossen die WTürme richtig mit
einem größeren 8seitigen Helm in der Mitte, 4 kleineren an den Ecken.

I n n e r e A u s s t a t t u n g . Aus Ma. nur das Chorgestühl; im WChor reicher,
E. 14. Jh., im OChor etwas jünger. Die hie und da zerstreuten Schnitzaltäre
sind in neuerer Zeit aus andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand
allein der in der Sepultur. Der Wunsch König Ludwigs I. war, »daß das
heilige und großartige Denkmal in seinen Verunstaltungen [pg 31]
verbessert und der ungestörte Anblick dieses erhabenen Tempels im
ursprünglichen Stile wieder hergestellt werde.« Die Leitung der
Restauration hatten 1832-1835 Heideloff, 1835-38 Gärtner. Sie entfernten

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nicht nur alle nachmittelalterlichen Gegenstände, darunter 10
Renaissanceepitaphe (jetzt in der Michaels-K.), sondern drängten auch dem
der Spuren seines Lebens in der Geschichte beraubten Bau ihre eigenen
hybriden Erfindungen auf. (Selbst Führig, ein Nazarener, klagte damals
über die eingetretene Vernüchterung.)

Von größter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom für die Geschichte der
m o n u m e n t a l e n P l a s t i k im 13. Jh. Zu unterscheiden sind drei
Stilnuancen, jede durch eine führende Künstlerindividualität vertreten:
Meister des Georgenchors, Meister der Adamspforte, Meister des
Fürstentors. a) Die Arkaturen an den S c h r a n k e n d e s G e o r g e n c h o r s
enthalten in ihren 2×6 Blenden die Reliefgestalten von P r o p h e t e n
(NSeite) u n d A p o s t e l n (SSeite); die gemalten Inschriften ihrer
Spruchbänder sind erloschen, weshalb nur bei den wenigsten die
Benennung möglich wird. Je zwei im Gespräche. Der Stil zeigt den
Moment des Aufsteigens einer säkular an die Kleinkunst gebunden
gewesenen Darstellungsweise zum monumentalen Stil; zugleich in
ergreifendster Weise den Zusammenstoß konventioneller Gebundenheit, in
der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings aufgenommenen Formen
des klassischen Byzantinismus begegnen, und eines zur Freiheit erwachten
leidenschaftlichen Naturalismus. Mannigfaltigkeit der Charaktere,
Eindringlichkeit der Geberdensprache sind das Hauptanliegen; die
Körperbildung noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos. Die
Apostelseite in relativ gedämpfter, die Prophetenseite in stürmisch erregter
Stimmung. Der Unterschied wird so gedeutet, daß der Künstler, noch
zaghaft, mit jener angefangen habe; es könnte aber auch sehr wohl eine
bewußte Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung der
SSeite ergibt ein überschüssiges Feld, darin der h. M i c h a e l . Das
Ve r k ü n d i g u n g s r e l i e f am Pfl. rechts von der Chortreppe saß früher an
der NSeite, wo die Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer
neuen Reihe (vielleicht bestimmt für den Peterschor, dessen Schranken
dann ohne plastischen Schmuck, bloß mit Gemälden in den Feldern, zur
Ausführung kamen) zeigt es, wie weit dem Meister das Formalschöne zur
Verfügung stand. Sichere Datierung ist nicht möglich; am
wahrscheinlichsten ist mir die Zeit rund 1225-35. — b) D i e
A d a m s p f o r t e , [pg 32] links (SO) vom Georgenchor. Am rechten
Gewände Petrus, Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich, Kunigunde, S.

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Stephan. Die Statuen sind später eingefügt; wären sie für dieses Portal, auch
nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so hätte der Künstler sie auf
Konsolen gestellt; allein sie sind mit Säulen verwachsen, die in dem
Organismus d i e s e s Portals keinen Platz finden; Petrus weist ohnedies auf
den Peterschor. Dieser Bauteil ist es, mit dem architektonisch die
f r a n z ö s i s c h e Schule einsetzt, und daß der Bildhauer der Adamspforte
seine Schule in Reims durchgemacht hat, habe ich nachgewiesen. Von
derselben Hand rühren mehrere Statuen her, die jetzt im Innern an den den
Georgenchor nördlich begrenzenden Pfeilern sehr ungeschickt aufgestellt
sind. Offenbar waren auch sie für ein Portal gedacht; vielleicht an der Stelle
des später dem westl. Qsch. vorgeblendeten S. Veitsportals, also das
Seitenstück zum Fürstenportal. Am Mittelpfeiler M a r i a , von ihr getrennt
E l i s a b e t h (als Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern Seite ein
Engel (Verkündigung); am linken Pfl. ein P a p s t , am rechten der h .
D i o n y s , an seiner Front ein lebensgroßer R e i t e r . Dieser künstlerisch
und ikonographisch ein Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an
südwestfranzösischen rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen
wurden bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan von Ungarn,
einer der hl. drei Könige. Alles wenig plausibel. Wahrscheinlicher ist mir,
indem ich von der Bedeutung der Örtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die
Benennung S. Georg. Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort
und in Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B.
beabsichtigt. Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei Maria
und Elisabeth, indirekt zur Antike sind überall klar; außerdem muß der
Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale von Langres, gekannt haben,
wie die spezifische Behandlung des Akanthus am Sockel des Reiters wie
auch an einigen Statuensockeln der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der
Ankunft dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTürme zuzuschreiben
sind, ist nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er gehört zu den ersten
künstlerischen Kräften des 13. Jh. Um so bedauerlicher, daß wir keine
seiner Gestalten in dem von ihm gewollten architektonischen
Zusammenhange sehen (wie ja auch sein zu vermutendes Projekt für die
Erweiterung des WChors unausgeführt blieb). Viele interessante
architektonische Reminiszenzen und Phantasien stecken in den Baldachinen
über den Statuen, z. B. an dem über dem Reiter Reimser Maßwerk der
frühesten Art. — c) D a s F ü r s t e n p o r t a l [pg 33] am nördl. Ssch. Am
Gewände die 12 Apostel auf den Schultern von Propheten (in

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ikonographischer Hinsicht vgl. den Taufstein in der Vorhalle des
Merseburger Doms), am Tympanon das Jüngste Gericht. Die tektonische
Anordnung ist französisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, daß
die Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene Pforte in Freiberg); der Stil geht
von dem lokalen der Schranken des Georgenchors aus, durchdringt sich
aber mehr und mehr mit dem französischen; man erkennt die linke Seite als
ältere, die rechte als jüngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser
Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder d e r
E c c l e s i a u n d S y n a g o g e haben mit dem Portal ursp. nichts zu tun; sie
sind dem Vorrat der vom Meister der Adamspforte hinterlassenen Stücke
entnommen; ebenso gehören der Werkstatt des letzteren der
P o s a u n e n e n g e l und der A b r a h a m über dem linksseitigen Kämpfer.
— d) Aus der älteren einheimischen Schule das Bogenfeld und die
Apostelbrustbilder des Portals rechts vom Georgenchor (NO), die 2
kauernden Löwen an der OFassade von einem später veränderten Portal
nach 1185. — G r a b d e n k m ä l e r d e s 1 3 . J h . Auf dem Peterschor
Tumba des B. Suitger, nachmals P a p s t C l e m e n s II. ( † 1047); glatter
Deckel mit Randinschrift, an den Längswänden Allegorien der
Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod des Papstes und der
Christus der Apokalypse (?), früher irrig als italienische Arbeit ausgegeben.
Der Stil weist auf das 13. Jh., genauer den Meister der Adamspforte. Indes
halte ich, was wir jetzt vor uns haben, für eine nachmittelalterliche Kopie.
Gründe: die Schriftform und die arabischen Ziffern der Deckplatte; die
Gleichheit des Materials der Deckplatte und der Reliefwände (grauer
Marmor, der sonst an keiner Arbeit des Ma. vorkommt); das Vorhandensein
einer zweiten Grabplatte, die nur als Grabfigur Clemens II. gedeutet werden
kann (der Papst am Georgenchor, jetzt aufrechtstehend, aber mit
Kopfkissen). — Die 2 Tumben des Georgenchors; B. Gunther († 1065). Stil
des 13. Jh., flaches Relief, ungewöhnlicherweise in Profil; B. Otto II.
(† 1196), eingeritzte Linearzeichnung, Gesicht, Hände und Füße waren mit
Messing eingelegt. — Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran
† 1237, ähnlich dem des B. Gunther; Standort jetzt am Eingang in die
Antoniuskap. — Noch immer nach demselben Schema der Tumbendeckel
des B. Berthold v. Leiningen † 1283, s. unten. — G r a b d e n k m ä l e r a u s
d e m 14.-17. Jh. a) i m s ü d l . Qsch.: rechts vom Altar großartiges
Bildnisepitaph des B. Phil. v. Henneberg 1487 (von derselben Hand wie
Diether

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von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also trotz der individuellen
Züge ohne Porträtwert); Bronzetafel für den Domherrn Wolfgang von
Würzburg 1610, Guß von Jakob Weinmann von Nürnberg; Epit. des B.
Georg IV., Fuchs von Rügheim 1561 von Kilian Sorg; Bronzemonument B.
Phil. Voit v. Rieneck 1672. — b) I m P e t e r s c h o r : Epit. des B. Georg III.
Schenk v. Limpurg 1522 von Loy Hering in Eichstätt, Material polierter
Solenhofener Kalkstein; an den Wänden mehrere Platten mit eingelegten
Messingfiguren in Flachrelief, herkömmlich der P. Vischerschen Hütte
zugeschrieben. — c) I m n ö r d l . S s c h . : im 2. Joche B. Albert v.
Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide ohne
Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang an stehend (also
technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft die bloß mit Inschrift
versehenen Bodenplatten von Bischöfen des 16. Jh., deren zugehörige
Epitaphe jetzt in S. Michael; neben dem Fürstentor Denkmal des letzten
Fürstbischofs Georg V. v. Fechenbach 1826. — d) A n d e m s ü d l .
A r k a d e n p f l . d e s M s c h . : B. Berthold v. Leiningen 1283; B. Anton v.
Rotenhan 1459; B. Friedrich v. Hohenlohe 1351, künstlerisch das
wertvollste unter den spätmittelalterlichen. — e) M o n u m e n t d e s
k a i s e r l i c h e n S t i f t e r p a a r e s H e i n r i c h u n d K u n i g u n d e von
Tilman Riemenschneider, beg. 1499, voll. und aufgestellt 1513. Material
feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form Tumba; so hoch aufgebaut, daß
die in nicht sehr hohem Relief gehaltenen Bildnisfiguren des Deckels fast
unsichtbar bleiben; Reliefs an den Wänden; wenig Architekturformen. Die
Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens Feuerprobe, 2. Kunigunde bezahlt die
Werkleute zum Bau der Stephanskirche, 3. Heinrich auf dem Krankenbette,
4. Heinrich durch den h. Benedikt von seinem Steinleiden geheilt, 5.
Heinrichs Seelenwägung. — S e p u l t u r d e r D o m h e r r e n i n d e r h .
N a g e l - K a p . Die Wände, soweit sie nicht von Altären eingenommen
sind, tragen in dichter Reihe und gleicher Größe 64 ikon. Bronzetafeln;
1414-91 besteht die Darstellung in bloßen Umrissen, 1491-1550 in flachem
Relief, nach 1550 war der Platz besetzt und wurden in größerer Höhe bloße
Wappentafeln angebracht; für eine Anzahl ist der Guß in der Forchheimer
Hütte bezeugt; für welche anderen die P. Vischersche in Frage käme, wäre
noch zu untersuchen; wahrscheinlich ist es für die Platte des Joh. v.
Limpurg († 1475), die dann die älteste in der Klasse der gravierten von P.
Vischer wäre. — Spgot. S c h n i t z a l t ä r e im nördl. Ssch. (aus
Mühlhausen) und in der Nagel-Kap. — K a i s e r g l o c k e n [pg 35] aus A.

Page 58

14. Jh. Die größere nach Heinrich benannte bez. 1311, im Durchmesser 179
cm, Höhe 140 cm.

S c h a t z k a m m e r (seit 1907 in neuen Räumen geordnet) ist in ganz
hervorragender Weise reich an Te x t i l i e n : drei den Reichskleinodien
beigezählte Kaisermäntel, Rationale, Grabtuch des Bischofs Günther
(sämtlich 11. Jh.), Mitra des h. Otto (12. Jh.), großer Wandteppich mit der
Passion (15.Jh.), ferner Kleinodien aus M e t a l l : zwei rom. Tragaltärchen
mit Email und Elfenbeinschnitzereien, großer Bronzeleuchter für
Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit Email (13. Jh.),
Reliquiarien und Monstranzen. Schüssel aus G l a s f l u ß (Opus
Alexandrinum 1. Jh.). Gegenstände aus E l f e n b e i n : Messerscheide
(spätestens 9. Jh.), Pontifikalkämme (roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe.
— Bis ins 16. Jh. fand alle sieben Jahre die große »Heiltumsfahrt«
(öffentliche Ausstellung der zahlreichen Reliquien) statt.

Kreuzgang. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel und
Lisenen der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene ist spgot. An
seinen OFlügel stößt das

Kapitelhaus 1731, angeblich von Balth. Neumann. Die Behandlung
prunklos, in schönen ernsten Verhältnissen. Im Hauptsaal eine Stuckdecke
in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen unberührt. 2 ehemals im
Dom befindliche A l t a r b i l d e r von Merian und Sandrart.

Alte Hofhaltung. Weitläufiger Hof von malerischen Fachwerkhäusern mit
Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen den Domplatz eine Hofmauer mit
prächtigem Einfahrtstor und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe,
so daß es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; diese ist
durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen Gruppenbildung eine
der allerglücklichsten und bezeichnendsten Schöpfungen der deutschen
Renaissance, erbaut unter B. Voit v. Würzburg † 1577. Der entwerfende
Baumeister (Erasmus Braun? Caspar Vischer?) unbekannt. — In
demselben Gebäudekomplex eingeschlossen die Überreste der

Andreas-Kap., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die Katharinen-
Kap. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.

Page 59

Neue Residenz. Nachdem die Bischöfe abwechselnd im Geierswörther
Schloß (an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) und in einem
verschwundenen Schloß auf dem Michelsberg residiert hatten, wurde 1695
von B. Lothar Franz v. Schönborn der gegenwärtige Bau begonnen.
Baumeister Leonhard Dientzenhofer. Stückweise geplant und nicht
vollständig ausgeführt; Abschluß 1704. Zwei lange Flügel stoßen im
rechten Winkel aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der Schulregel
[pg 36] die 3 antiken Ordnungen sich folgen; im übrigen sind sie fast
gleichwertig behandelt; es fehlt die rhythmische Bewegung und der
Abschluß durch ein nachdrückliches Kranzgesims. Der Gesamteindruck
bleibt monoton, ja selbst von Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an
Klosterbauten der Zeit erinnernd, ist auch die innere Einteilung.
Bedeutsamer nur der große Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, in diesen
Gegenden wohl zuerst von Dientzenhofers jüngerem Bruder Johann in
Pommersfelden getane Schritt, die Durchlegung durch 2 Geschosse, nicht
gewagt; so bleibt der Raum in der Weise der älteren Architektur im
Verhältnis zu seiner Ausdehnung sehr niedrig, und erscheint es noch mehr
durch den schweren Prunk der Dekoration.

Domherrenhöfe. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit er nicht
durch die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen ist, breiten sich
die Wohnsitze der Domherren aus. Sie scheinen die gemeinschaftliche
Wohnung in der Klausur in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den
Mangel eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, im
Laufe der Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten Kurien mit ihren von
Galerien umgebenen Höfen und ihren terrassierten Gärten ist von großem
Reiz. Viele haben ihre Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen
Stadtrentamt gegenüber dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got.
Architektonisch am bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die
Domdechantei von J. M. Küchel, einem Gehilfen Neumanns (jetziges
erzbischöfl. Palais) und aus 16. Jh. der Jungkindshof. Das Bild der
geistlichen Stadt vervollständigt sich durch die Absteigequartiere der Äbte
aus der Diözese: erhalten der Langheimer Hof und der Ebracher Hof,
beide noch M. 18. Jh. von J. M. Küchel.

Antoniterhof mit Laurenzi-Kap., got. Anlage, 1629 umgebaut,
unbedeutend.

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Clarissen-Klst., gegr. 1341, profaniert.

Dominikaner-K. (jetzt Militär-Depot). Chor 1380-87 in der gewöhnlichen
polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher Höhe mit flachen Decken.
(Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang verwüstet.

S. Gangolf. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern gehören
einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit rom. Fenstern. Die
Arkaden got. erweitert, an die Sschiffe got. Kapellen angebaut. Das Ganze
got. eingewölbt. Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme
der Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. — In den sehr
verbauten Stiftsgebäuden Reste eines rom. Kreuzgangs.

[pg 37]
S. Elisabeth. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. — Ein paar
H o l z f i g g . aus der Schule Riemenschneiders.

Franziskaner-Klst. Die K. abgebrochen, die Konventsgebäude als
Landgericht umgebaut.

S. Getreu (S. Fides?). Gründung des h. Otto, 1727 ff. gänzlich erneuert,
unansehnlicher Barockbau. In ihm große K r e u z i g u n g s g r u p p e , welche
Endpunkt von S t a t i o n s b i l d e r n war, die sich von S. Elisabeth den Berg
heraufziehen; gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung an
Adam Krafft, die Auffassung ins Spießbürgerliche und Grelle gezogen.

Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe. Als Militärlazarett umgebaut.

S. Jacob (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im wesentlichen
erhalten; die got. und bar. Überarbeitung des Innern seit 1866 entfernt;
anspruchslos im rom. Sinn restauriert, störend die neurom. Ausstattung. —
Flachgedeckte doppelchörige kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms
das Qsch. im W., die Türme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte
Säulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das Mittelglied von der
normalen Form abweichend; Würfelkaptt. mit einfacher 2gliedriger
Deckplatte. Die östl. Apsis durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die
Erdgeschosse der Türme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im
Üb.-St., sonst sind die Türme got., nur einer erhalten. Der WChor einfach

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got. erneuert; die Krypta zugeschüttet, ihre rom. Fenster hinter den
Chorstühlen erkennbar. An der OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr
schlicht behandelten Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der
Außenbau sich noch bewahrt hat.

Karmeliter-K. 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter. Die K.
1694 ff. von Leonhard Dientzenhofer, ein mittelgroßer Barockbau der
nüchternen Art. Um den rom. Bau nicht gänzlich zu zerstören, wurde der
Chor (mit verkehrter Orientierung) zwischen dessen Fassadentürme
eingebaut; von diesen jetzt nur einer erhalten, dazu das sehr große, mit
Zickzackornament eingefaßte Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher
schon ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen
Räumen unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das Niveau der rom. K. muß
tiefer gelegen haben. Interessant der große rom. K r e u z g a n g . Am
OFlügel Bogenfragmente des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der
Kreuzgang selbst ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau
hat ihn sehr entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Münchener Nat.-Mus.] Zur
Geschichte der Bamberger Lokalarchitektur [pg 38] bmkw. der sog.
F r e m d e n b a u (links von der jetzigen Fassade) beg. 1692. Umbau des
Klst. 1690-1710.

Katharinen-Kap. s. Alte Hofhaltung.

Liebfrauen- oder Obere Pfarr-K. — Der einzige bedeutendere got. Bau,
der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen 1320; wann
wirklich begonnen, unbekannt; Weihe 1387; die Formen sprechen für 2. H.
14. Jh. Umbau des Lhs. 1782; die Nachricht, daß der damals vorgefundene
Bau flachgedeckt gewesen und auf Säulen geruht habe, die nur verstärkt zu
werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern irrig auf rom. Stil
gedeutet; die Mauern des Lhs. sind, wie Sockel und Gesimse beweisen,
durchaus got., auch sind die Stützenabstände des Innern nur bei einem got.
Bau möglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der Art der
Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das Innere jedes Interesses
beraubt. — Ein neuer Plan tritt mit dem Chor ein; gewölbt; innerer Schluß
5/8, Umgang 9/16 mit Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den
Strebepfll. flache Kapellen. Außen treten die Strebepfll. nur als dekoratives
Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen sie durch das Dach durch und

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nehmen Strebebgg. auf. Das Äußere ist mit reichem, aber wenig edlem
Schmuckwerk überdeckt; über den Kapp. Giebel, am Hochchor
Flächendekoration durch Stabwerk, eine große Menge von Statuen war
vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), kam aber nicht zur
Ausführung. Am nördl. Ssch. die »Brauttür« unter einem hohen
Baldachinvorbau. Der an der SWEcke stehende Turm gehört der zweiten
Bauperiode an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie begonnen. —
D a s I n n e r e übervoll von Altären und einzelnen Kunstwerken;
überwiegend 18. Jh. und modern. Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis
M. 16. Jh. Darunter (jetzt hinten im Chor) 3 große H o l z t a f e l n , Reste
eines Altars, beglaubigtes Hauptwerk des Veit Stoss bez. 1523, das
Mittelstück ca. 2,50 : 3,50, ganz gemäldemäßig komponiert; aber technisch
nicht Relief, da die Vordergrundfiguren völlig rund ausgearbeitet, Christi
Geburt, die Musikinstrumente der Engel 1864 z. T. »hinwegrestauriert« und
dadurch die Bewegungsmotive unverständlich gemacht (vgl. die alte Abb.
bei Schellenberg). — Gegenüber in einer Kap. S a k r a m e n t s n i s c h e bez.
1492; Wandkomposition; unten Grablegung; zu beiden Seiten Einzelstatuen
in 2 Reihen übereinander; die Krönung 1864 verstümmelt; die schlechte
Beleuchtung erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmäßige Arbeit.
— Ta u f s t e i n mit eingelegten Holzreliefs. [pg 39] — Als Beispiele für
die Lokalkunst des 18. Jh. wären noch zu nennen: die
H o c h a l t a r p l a s t i k von J. J. Vogel und am westl. Ende des nördl. Ssch.
G e m ä l d e , der verlorene Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genießenden Joh.
Nik. Treu. — An der B r a u t t ü r , 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und
törichten Jungfrauen, im Tympanon Vermählung Christi mit der Ecclesia.
— An der WFront roher Ö l b e r g 1502. — In der Schatzkammer bmkw.
M o n s t r a n z 1477.

S. Martin. 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf von Georg
Dientzenhofer, damals in Waldsassen (Bd. III) tätig. Anlage nach dem seit
S. Michael in München für kathol. Barockkirchen beliebtesten Schema.
Imposantes tonnengewölbtes Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen
und Emporen, geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, nämlich
auf der Linie des Gewölbekämpfers; das Qsch. schmal, so daß die Vierung
kein volles Quadrat bildet. Überwiegend Korb- u. Stichbögen. An der
Flachkuppel perspektivisch gemalte Scheinarchitektur in der Art des
berühmten Jesuiten Pozzo, doch nicht von ihm selbst, wie irrig

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angenommen wurde, sondern von einem sonst unbekannten Fr. Marcolini.
Fassade in reicher, schwerer, unruhiger Gliederung.

S. Matern. Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne Formen.

S. Michaelis-K. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009 bis 1021,
zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere nach Brand 1620 und
1700 ff. — Die rom. Basilika in der Substanz, wenn auch nicht in der
Formenerscheinung, erhalten. Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l.,
20,50 br.; rechnet man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so muß eine
Gesamtlänge von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der
Veränderungen, gerade im O und W, das Hirsauer Schema unverkennbar.
Der Hauptchor got. umgearbeitet, die Nebenchöre in Rokoko-Sakristeien
verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden
des Lhs. rom. und so auch der Kern der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie
die der Pilaster des Hochschiffes der Reparatur von 1610 angehören. Echte
rom. Profile am letzten östl. Pfeilerpaar; dasselbe ist durch Vorlagen
kreuzförmig gestaltet und trägt Gurten im Neben- und Hauptschiff. In
diesem letzten Joch auch rom. Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch
hirsauischer Zug; der ursp. Sinn die Absicht auf Türme im Winkel zwischen
Lhs. und Qsch. (vgl. Paulinzelle). Sie scheinen, wie öfters so auch hier,
nicht ausgeführt worden zu sein. Eine Krypta, auch dies hirsauisch, fehlte;
die Überhöhung des Chors erst im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene
Baldachin über [pg 40] dem Grabe des h. Otto beweist, für den die jetzige
Anlage keinen Raum gewährt (vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores rer.
Bambg. 1718). Am nördl. Ssch. kleiner Rest des rom. Bogenfrieses;
vollständiger am Qsch., wo auch die Fenster rom. Ganz verändert der
WBau. Er hat ein got. Turmpaar und eine vorgeblendete Barockfassade.
1700 von Leonhard Dientzenhofer. — I n n e r e A u s s t a t t u n g , 1725-48,
im Gesamteindruck durch die moderne Rest. beeinträchtigt. Alle Mobilien
aus Holz, die prächtige K a n z e l von zwei Bamberger Künstlern, dem
Tischler Franz Böhm und dem Bildhauer Reuss. Das A l t a r b i l d im Chor
von J. J. Scheubel 1750. — G r a b des h. Otto in Tumbenform 14. Jh.,
mittelmäßig, stark verändert; an der Wand ein ikon. G r a b s t e i n in etwas
älterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. — Die E p i t a p h e von Bischöfen
wurden auf Anordnung König Ludwigs I. aus dem Dom hierher versetzt.
Hervorzuheben im nördl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v. Giebelstadt und B.

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Voit v. Würzburg, von Hans Wemding 1577, 1580; no 4 B. Ernst v.
Mengersdorf, von Hans Werner 1596; no 6 B. Neidhard v. Thüngen von
Mich. Kern 1598. Die Reihe des südl. Ssch. bar. und rok. —
K l o s t e r g e b ä u d e . Hauptbau 1696-1702 von L. Dientzenhofer, andere
Teile jünger. Gänzlich schmucklos und nur durch die ungeheure Masse
wirkend.

S. Stephan. Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18. Jh. übrig
geblieben; 5 mal durch kräftige rom. Bgfriese und Ecklisenen geteilt, in
dem oberen Geschosse gekuppelte Schallöffnungen in frgot. Form. Die K.
völlig umgebaut; Chor 1628 von Giov. Bonalino, nach dem Plan des
Brandenburgischen Baumeisters Valentin Junker; Sch. 1677 von Petrini.
Annähernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen Stellen,
besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage. — Das Stuckrelief
über der Vierung von J. J. Vogel.

P r o p s t e i g e b ä u d e (jetzt Präparandenschule) von J. M. Küchel um 1760.

Friedhofs-Kap. an der Straße nach Hallstadt (Gönninger-Kap.), gestiftet
1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Äußere in eleganten
Verhältnissen und schon etwas aus dem Rokoko herausstrebend. Um das
flache Dach laufen Balustraden mit Kindergruppen. Die Fenster schließen
geradlinig mit gerader Verdachung. An der Fassade große R e l i e f t a f e l ,
die Stifter vor dem Gekreuzigten. — Älteres Jesuitenkollegium
(Gymnasium) 1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.

Jüngeres Jesuitenkollegium (jetzt öffentl. Bibliothek und Lyceum) 2. H.
17. Jh. und A. 18., die älteren in der Tradition der deutschen
Spätrenaissance.

[pg 41]
Ernestinisches Klerikalseminar am Maximiliansplatz. 1733 nach Entwurf
B. Neumanns von Justus Heinrich Dientzenhofer.

Altes Rathaus (jetzt Hauptzollamt), großer schmuckloser Renss.Bau.

Neues Rathaus auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. Brückenturm
(z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei von Jos. Anwander,

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neuerlich mit Glück rest.; Altane, Stuckdekoration, plastische Gruppe auf
der Brücke von B. Mutschelle; alles zusammen überaus glücklich und
originell in der künstlerischen Ausnutzung der Örtlichkeit, ein malerisches
Architekturbild ersten Ranges.

Hochzeitshaus am Fischmarkt 1618, die prächtigen Giebel 1871 zerstört.

Hauptwache 1774, Bildhauerarbeit von Kamm.

Gangolfstor, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer Ehrenpforte
1697 von J. L. Dientzenhofer.

Privathäuser. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht vertreten.
Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jährigen Kriege eine sehr
lebhafte Bautätigkeit mit einem Zuge zum Üppigen, dem eine vortrefflich
ausgebildete Stucktechnik die Mittel gab. — Hauptbeispiel das P r e l l s c h e
H a u s , J u d e n g a s s e 14, und das C o n c o r d i a h a u s . Beide für
denselben Bauherrn, J. J. T. Böttinger, und ungefähr gleichzeitig (angeblich
1721-31). In beiden erinnert die Grundrißdisposition auf ansteigendem
Gelände und dessen Ausnutzung zu Hof- und Gartenterrassen an
italienische, speziell genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber
ist ganz verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen
Innenräume noch im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verhältnissen, in der
noch durchaus bar. Dekoration schwülstig und beinahe roh, aber von großer
Kraft der malerischen Effekte; ebenso die Fassade. Die Überlieferung bringt
den Bau in ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer
(welcher der vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch das sehr
bmkw. C o n c o r d i a h a u s ; ohne sehr groß zu sein in der Haltung eines
monumentalen Palastes. Den Dientzenhofer zugeschrieben: Langgasse no
18 und no 32, Nonnenbrücke no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a.
1716). — Von J. M. Küchel (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg no
7, Judengasse 7, 12. — Von Fink 1789: Langgasse no 13.

Brunnen. Neptunsbrunnen (»Gabelmann«) am Grünmarkt 1698; an der
Domterrasse 1777 von Trautmann.

Sammlungen. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften.
G e m ä l d e g a l e r i e auf dem Michaelsberg.

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[pg 42]
B A N Z . OFranken BA Staffelstein.

Benediktiner-Klst. (jetzt Schloß). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich von
Joh. Dientzenhofer. — Das typische Schema der Barockkirche —
Langschiff mit Seitenkapellen und Emporen und eingezogenem Chor — ist
nur im allgemeinsten beibehalten, in der Einzelausbildung unterliegt sie
einer Umbildung, die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie
Borromini und Guarini, sie überbietend, erinnert. Die gerade Linie ist im
Grundriß völlig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb schräg und die
Gewölbegurten folgen ihrer Richtung. Die große Pfeilermasse, die das Sch.
in zwei Querräume zerlegt, setzt sich aus den Segmenten größerer und
kleinerer Ellipsen, die im Grundriß der Gewölbegurten wieder
aufgenommen werden, zusammen. Wieder andere Ellipsen bestimmen den
Gr. der je 2 Seitenkapp. und der über diesen angelegten Emporen. Für das
Auge unmittelbar faßbar ist der geometrische Einteilungsgrund nicht und
soll es auch nicht sein. Nur um Einheit im malerischen Sinne handelt es
sich, und auch nur für einen einzigen Standpunkt, beim Eintritt in die
Kirche, ordnen sich die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier
aber ist es in hohem Grade harmonisch und großartig, in der Wirkung noch
erhöht durch die raffinierte Kunst der Lichtführung. Es bleiben nämlich
dem Beschauer die Fensteröffnungen, immer den genannten maßgebenden
Standpunkt vorausgesetzt, unsichtbar, vergleichbar den Lampen einer
Theaterdekoration, an die man überhaupt durch die ganze Anlage erinnert
wird. Zum Schluß trennt eine durchsichtige Säulenstellung den Altarraum
von dem dahinterliegenden langgestreckten Mönchschor; der
geheimnisvolle Durchblick ist wieder ein ganz malerischer und als solcher
vorzüglich durchgeführter Gedanke. Alles eigentliche Detail ist aber
gleichgültig, ja roh behandelt und kommt auch neben den starken Effekten
der ganz in Gold gesetzten Altäre und farbenkräftigen Deckenfresken kaum
in Betracht. — Die Außenarchitektur kann an den, zum Glück wenig
sichtbaren, Langseiten nur abstoßend heißen; sie hat die Kosten der oben
gerühmten Innenbeleuchtung zu zahlen; recht tüchtig dagegen die
zweitürmige Fassade, zumal in der Fernwirkung.

Klostergebäude. Zum Teil älter als die K., zum Teil jünger. Der kolossale,
27 Achsen in der Front und mehrere Lichthöfe umfassende Hauptbau, 1698-

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1704 von Joh. Dientzenhofers älterem Bruder Leonhard. Der Mittelbau der
Fassade jünger. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume, auf einer tieferen
Stufe des stark abfallenden Geländes, 1752 ff. nach Angaben von Balth.
Neumann. Die Kunstformen durchweg einfach; [pg 43] das gediegene
Quadermaterial und die glückliche Ausnutzung der Terrainbewegung
wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck zusammen.

B A R C H F E L D . RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Schloß der Familie v. Stein. 1571, mit älterem Turm, in dessen Verließ
originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen ausgekratzt.

Landgräfliches Schloß, von 1690, im 18. Jh. gänzlich umgebaut, mit gut
eingerichteten Zimmern in Rokoko und Empire.

B Ä R E N S T E I N . K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Stadt-K. 1495. Nach wiederholten Bränden 1738 unter Leitung von J. Ch.
Simon erneuert. Reste eines stattlichen A l t a r w e r k s , Renss. 16. Jh., mit
Sandsteinreliefs. G r a b s t . 1522, 1612, 1703

Schloß 15. und 16. Jh.

B A R N S T E D T. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Spätgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff 1748, stuckiert,
Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit.

B A R U T H . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefügt. — v.
Gersdorfsche G r a b s t e i n e , 1597, 1620, 1628, 1629, 1658.

Schloß. Unregelmäßige spgot. Anlage, SFlügel 17. Jh. Ansprechende
Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit schöner Stuckdecke und
zahlreichen P o r t r ä t s .

B A S D O R F. RB Cassel Kr. Frankenberg.

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Gerichtslinde mit Bänken und von Steinsäulen getragenem Gebälk zur
Unterstützung des Astwerks.

B A U E R B A C H . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus rom. Anlage wie
auch an der WWand 2 vermauerte rom. Fenster.

B A U M E R S R O D E . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640.

B A U N A C H . UFranken BA Ebern.

Pfarr-K. 1 sch. spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch der Helm mit
vier Ecktürmchen.

Wallfahrts-K. (Sog. Überkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit polyg. Chor und
reicher Außengliederung. — Von der E i n r i c h t u n g (bar. um 1680)
erwähnenswert die spgot. [pg 44] T u m b a des seel. Überkomm im Chor
mit einh. Spitzbogenblenden. — J o h a n n e s s c h ü s s e l , 2. H. 15. Jh.,
geschnitzt. — Verschiedene spgot. H o l z f i g g . um 1500; teilw.l
Bamberger Stils. — Auf dem freien Platz um die Kapelle
P r e d i g t k a n z e l ; spgot. um 1500.

Amtshaus. 2geschossige langgestreckte Anlage; spätbar., mit Treppenturm.
A. 18. Jh. Innen guter K a c h e l o f e n der Zeit; vermutlich Bamberger
Arbeit.

Rathaus. M. 18. Jh.

Hoftor in der Eberner Straße; die sog. »Hölzernen Männer«. Typische
Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief geschnitzte Reisige in
barocker Tracht stützen; das Ganze mit Pultdach gedeckt; bez. 1710.

B A U T Z E N . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Dom S. Peter. Älteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten der Meißener
Bischöfe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis 1106) hat sich nichts

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erhalten. Lebhafte Bautätigkeit 1293 bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15.
Jh.; Vollendung 1497. Erhebliche Ausbesserungen nach Bränden 1634 und
1813. Im 16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, daß das Lhs. den
Protestanten eingeräumt wurde, der Chor den Katholiken verblieb. — a)
We s t b a u . Ältester Teil das vorspringende Mittelstück. Ein starker
Einzelturm war beabsichtigt, wurde aber nur bis zum Zickzackfries des
Erdgeschosses ausgeführt. Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am
Gewände je 1 Sl. zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf
Übergang zu 2türmigem Projekt. Ausgeführt der STurm, nach Brand 1441
erneuert; Krönung mit 2 Achteckgeschossen; der Bar. Helm in
vortrefflichem Umriß 1664 von Martin Pötzsch. Die Mitte und der rechte
Flügel der Fassade blieb unvollendet, ein Giebel mit bar. Zierat schließt sie
ab. b) L a n g h a u s . 3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schluß 3seitig mit
5seitigem Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der
Fluchtlinie nach S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch Teile der
NWand älter sind. Schlanke kämpferlose 8 Eck-Pfll., Netzgwb. 1456-63
wurde nach S ein viertes Schiff angefügt; es ist durch große 6teilige,
besonders prächtige Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist
allen 4 Schiffen gemeinsam; seine Firsthöhe 39 m, während die
Gwb.Scheitel nur 16m haben. Ganze innere L. 60 m. Material in den älteren
wie in den jüngeren Teilen Granit. — A u s s t a t t u n g d e s
p r o t e s t a n t i s c h e n Te i l s . Landständische Empore unter der Orgel,
nach 1636. Fürstenloge 1673. Altar 1644, 2geschossig mit je einem großen
Reliefbild. [pg 45] Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut. —
A u s s t a t t u n g d e s k a t h o l i s c h e n Te i l s . Vieles in neuerer Zeit
beseitigt, z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar bar. Säulenbau aus
Marmor 1722 von Fossati. [Die Statuen zweier Kirchenväter von Permoser,
zu seinen besten Arbeiten gehörend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemälde
von P e l l e g r i n i .] Am neuen Altar der NSeite lebensgroßes K r u z i f i x
von Permoser. C h o r g e s t ü h l A. 18. Jh., reich geschnitzt, im Aufbau
unbedeutend. Reizvoller R o k . - A l t a r in der Sakristei. — D o m s c h a t z .
Tragaltäre 1398 und 1450. Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium
um 1500. Eine Reihe sehr schöner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des hl.
Petrus und Bartolomäus, hervorragend. Bischofsstäbe. —
B i l d n i s g r a b s t e i n e des 16. und 17. Jh. in großer Zahl. Hölzerne
Wa n d e p i t a p h e .

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Liebfrauen-K. 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. völlig umgestaltet.

Nikolai-K. Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh. Seit dem
Stadtbrande 1634 Ruine. — Auf dem Kirchhof D e n k m ä l e r des 18. Jh.

Michaelis-K. Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430.

Mönchs-K. (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau. Um 1400 in
Backstein gegen O erweitert. Ruine.

Täufer-K. Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft verändert. —
Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen und z. T. aufwändigen
Denkmälern des 17. und 18. Jh.

Ortenburg. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus neu gebaut
1483-86 im Auftrage des Königs Matthias von Ungarn. Im 30j. Kriege stark
beschädigt, im 19. Jh. z.T. umgebaut. — Die aus mehreren Gebäuden
bestehende Anlage folgt dem Umriß der Felsplatte. Der Hauptbau spgot.
Durchgreifende Rest. 2. H. 17. Jh. durch Ezechiel Eckhardt. Mächtiges
Dach mit 3 wohlgegliederten großen Zwerchhäusern. Audienzsaal mit
ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das Figürliche überwiegt;
8 Felder mit Darstellungen aus der Fürstengeschichte von Böhmen,
Österreich, Schlesien und Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden.
— Der bedeutendste Baurest der got. Periode der Schloßturm; unten
Torfahrt; darüber 3teilige Ädikula, bez. 1486, in der Mittelnische K ö n i g
M a t t h i a s C o r v i n u s thronend, von Engeln gekrönt, als Fußschemel ein
Löwe; die Wappen der Seitenfelder zerstört; im ersten Obergeschoß
Wachtstube; im zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw.
Innenarchitektur.

Domstift. Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal 1753.

[pg 46]
Rathaus wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch feinbewegten
Umriß ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk spgot. 8 Eck-Turmes.
Die S a n d s t e i n s t a t u e des sog. Ritters Deutschmann krönte ursp. einen
Brunnen; 1576 von C h r. Wo l t e r in Dresden. Treppenhaus der NSeite

Page 71

1729. Prächtige Tür des Ratssaales 1664. Reihe von B i l d n i s s e n . [Der
Ratsschatz jetzt im Museum.]

Gewandhaus. Unter den Neubauten von 1882 der spgot. Ratskeller; das
Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen Mittelpf.

Schießhaus. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und
Scheibenbilder. — Von der einst sehr starken Stadtbefestigung hat sich ein
beträchtlicher Teil der inneren Türme erhalten. Ferner: der Lauenturm 1400,
Laternenhelm 1732; der Reichenturm, schlanker spgot. Rundbau mit
steinerner Bar.Krönung 1717; an der Mauer das Denkmal für Kaiser Rudolf
II. von Martin Michael 1577, im 19. Jh. stark übergangen. Der Wendische
Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstübchen. Der Schülerturm
mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m
starken Mauern, erb. 1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch
interessant und von imponierender Silhouette die »alte Wasserkunst«, erb.
nach 1558 von Wenzel Röhrscheidt. Die »neue Wasserkunst« 1600.

Wohnhäuser. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des Barockstils
erscheinen. Die älteren Bauten sind durchweg so umgestaltet, daß sie sich
nur aus wenigen Resten erkennen lassen, a) Z w i s c h e n 1634
(S t a d t b r a n d ) u n d 1709. Reichenstr. 12, an der Fassade über und
zwischen den Fenstern Stuckdekoration in schweren Blumengehängen, um
1720 hinzugefügt. Burgplatz no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. — b)
Z w i s c h e n 1709 u n d 1720. Reichenstr. no 14, Innere Lauenstr. no 6,
beide mit Fassadenschmuck in Stuck, Fleischmarkt no 8 Hof und
Innenräume zu beachten. — c) Z w i s c h e n 1720 u n d 1740. Wendische
Str. no 8, stattliche Pilasterfassade. Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern
Stuckdecken. Hauptmarkt no 8. Reichenstr. no 5. — d) Z w i s c h e n 1740
u n d 1780. Reichenstr. no 24, Töpferstr. 34.

Stadtmuseum am Kornmarkt.

B AY R E U T H . OFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente der WTürme;
sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, Hauptzeit 1438-68.
Mittelgroße 6jochige Basilika, Chor in der Höhe des Msch. 2 Joche und 5/8

Page 72

Schluß. Netzgwb. 17. Jh. Imponierende weiträumige Verhältnisse, Formen
[pg 47] äußerst nüchtern. Das Äußere, ernst und kraftvoll, verrät wenig die
Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche Behandlung des
Strebewerkes mit offenen Bögen; an den Fenstern mäßige Verwendung von
Fischblasen. Brauttür am Treppen-Turm der Sakristei 1575. — Die Türme
5geschossig geteilt durch Maßwerkfriese; kurze oktogonale Aufsätze mit
welschen Hauben 1621. — Das Innere durch die Rest. des 19. Jh. seiner
prächtigen Barockausstattung beraubt; nur der treffliche H o c h a l t a r von
1615 und der gleichzeitige Taufstein mit Reliefs von H. Werner erhalten.
Die wenigen übrig gebliebenen S t a t u e n an den Chorstreben A. 15. Jh.
geringwertig.

Schloß-K. 1753 von St. Pierre; einfacher, niedriger Saal mit Flachdecke;
durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte zierliche Stuckierung von
Martino Petrozzi. Gruftkap, für das Markgrafenpaar Friedrich und
Wilhelmine in trockenstem Zopf.

Spital-K. 1748 von St. Pierre; über dem schlichten quadr. Raum
Deckenbild von Wunder.

Ordens-K. in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens »de la sincérité«
(nachmals Roten Adlers) 1705-11 von G. v. Gedeler. Griechisches Kreuz
mit Emporen. Stuckaturen und Malereien von einheimischen Meistern. Im
Aufriß toskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gemälde von H.
S. Beham, früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.)

Betsaal der Gravenreuther Stiftung 1741 von J. G. Weiss.

Kanzlei. 1625 von Abraham Schade. Streng klassizistische, die
niederländische Schulung Schades verratende Formen. Die Temperantia
und Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel von Abr. Gross aus
Kulmbach (vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nürnberg). Im 18. Jh. die
Fassaden symmetrisch verlängert.

Altes Schloß. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen Turms; die
fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit
1667. Unregelmäßiges, nach dem Marktplatz (»Maximilianstr.«) offenes
Quadrat. Die Fassaden von dem Hugenotten Ch. Ph. Dieussart.

Page 73

Auffallender Weise hat das Erdgeschoß die reichste Behandlung:
gequaderte dorische Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten,
alles in vortrefflich reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und
Obergeschoß nur in Verputz, ohne Pilaster und Gesimse. Nach dem Brande
1753 z. T. Ruine. Im Innern nur ein Treppenaufgang alt.

Neues Schloß. 1754 von St. Pierre. Lang gestreckt, wenig tief, nur der 3
achsige Mittelbau in bedeutenderen Architekturformen[pg 48].
Eingangshalle und Treppenhaus verhältnismäßig bescheiden. Die Wahl der
Gemächer ist groß, ihre Ausstattung entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in
den geistlichen Fürstensitzen aus der ersten Jahrhunderthälfte. Die Mittel
waren geringer, doch auch der Geschmack in der Wendung zum Intimen
und Natürlichen. Im Festsaal Wandgliederung durch gekuppelte korinth.
Pilaster von schwachem Relief; das Gebälk nicht verkröpft;
Rokokoornament (von Petrozzi) nur an der flachen Hohlkehle; das
Deckengewölbe (von Wunder) jetzt übertüncht. Hervorzuheben noch das
Spalierzimmer, das Musikzimmer, die mit Cedernholz vertäfelte
Speisegalerie. — Ursprünglich alleinstehend der 1759 errichtete
»italienische Bau«; der von Petrozzi dekorierte Festsaal gibt eine
wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit
Barockerinnerungen.

Opernhaus. 1744-48, Fassade von St. Pierre, innere Einrichtung von Carlo
Bibiena aus Bologna nach Entwurf seines Vaters Giuseppe. Die Bühne
überrascht durch ihre Tiefe (30 m), die ebenso groß ist, als die des
Zuschauerraums. Der letztere im Gr. überhöhter Halbkreis, 3 Reihen Logen
und vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinaufführen. Das
Parterre verhältnismäßig klein. Der Bühne gegenüber die Fürstenloge, zu
beiden Seiten der Bühne Trompeterlogen. Das Ganze für die
Hofgesellschaft, die sich selbst ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf
der Bühne war, der denkbar prächtigste und charakteristischste Rahmen.
Die Flüchtigkeit der Ausführung bei der schwachen Beleuchtung damaliger
Zeit nicht störend. Farbe: blaugrauer Grundton mit ockergelbem, in den
plastischen Teilen vergoldetem Ornament. Der Stil hat weder mit dem
französischen Louis XV. noch mit dessen deutschen Parallelen etwas
gemein; er ist nicht »Rokoko«, sondern eine spielende Abart des
italienischen Barock, in der immer noch viel mehr konstruktive

Page 74

Konsequenz übrig geblieben ist, als das Rokoko duldet. — Die Seltenheit
der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh. verleiht dem Bayreuther
erhöhten Wert.

Kaserne. 1740 von J. F. Graul; großer 3flügeliger Bau von geschickter
Massenverteilung.

Privathäuser. Ein älterer Typus, durch Vorliebe für mehrstöckige Erker
gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. Rathaus an der Maximilianstr.
Ihm tritt unter Markgraf Friedrich ein neuer, französisierender entgegen;
Hauptmeister St. Pierre und besonders Karl Philipp Gontard. Die splendide
Ausführung in Sandsteinquadern heute durch starke Rußschwärzung
beeinträchtigt. Von St. Pierre: Friedrichstr. 2 und 7.

[pg 49]
Von Gontard: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz 15, Haus der
Gesellschaft Harmonie beim alten Schloß, in der Nähe sein eigenes Haus.

Reiterstandbild für Christian Ernst 1698 von Elias Ränz nach Entwurf von
Leonhard Dientzenhofer; früher vor dem alten, jetzt vor dem neuen Schloß;
eine wunderlich überfüllte und dadurch kleinlich wirkende
Barockkomposition.

Markgräfliche Schlösser in der Umgegend:

St. Georgen. 1725 von J. D. Ränz d. J. Nur als Bruchstück erhalten (jetzt
Zuchthaus). Die Fassade läßt den (durch Decker vermittelten)
Zusammenhang mit Schlüter erkennen; der Fries und die neuerfundenen
Kaptt. der Pilaster erinnern an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden
des Roten Adlers. Der prunkvolle Festsaal soll demnächst hergestellt
werden.

Eremitage. Für bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. eine Illustration
von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges dergleichen hat sich so gut erhalten.
Begonnen von Georg Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst
durchgeführte Maskerade. An einem nicht großen länglichen Hof liegen die
»Zellen«, in die sich die Herren und Damen des Hofes als »Eremiten«
zurückzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur. Die Markgräfin

Page 75

Wilhelmine schuf sich hieraus (seit 1736) einen Ruhesitz, in dem die
Sehnsucht nach einem natürlicheren Lebenszustand feiner, nach unserem
Gefühl immer noch mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum
Ausdruck kommt. Die ältere Einrichtung blieb erhalten in den beiden
Schmalseiten, dem Grottensaal und dem »Refektorium«; letzteres aus
kostbarem Marmor; die Absicht, phantastisch zu wirken, bringt es nur zu
schwerfälliger Willkür, in den Gemächern Wilhelminens herrscht Anmut
und Behagen; eine Meisterleistung feinen Geschmacks namentlich das
Musikzimmer, echtes Rokoko, also ganz ohne Architekturformen, nur
Rahmenwerk und Füllungen. Das obligate Chinesische Zimmer ist dadurch
ausgezeichnet, daß die Flachrelieftafeln wirklich chinesisch sind. Die
Porträts nur historisch von Interesse und ihre Benennung nicht überall
gesichert. — Aus den 40er Jahren die »Orangerie«, erbaut von St. Pierre.
Eine im Halbkreis angeordnete Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; im
Scheitel eine Unterbrechung, in welcher als selbständiger kleiner
Zentralbau der »Sonnentempel« steht. Den regelrecht durchgeführten
Architekturformen ist auch hier ein phantastisches Element zugesellt, indem
die Säulen eine Inkrustation von bunten Kieseln, Glasschlacken und
Bergkristall tragen. Dagegen das Innere des Sonnentempels sehr ernsthaft
und imposant. (Der reiche Skulpturenschmuck [pg 50] nicht mehr
vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen Gemächer haben eine
Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht hingeworfene
Blumenranken, farbig auf weißem Grund, das Relief von schärfster
Präzision, als wäre es Porzellan (als Ausführende werden Italiener genannt).
Erst aus den 70er Jahren dürfte das »Gartenzimmer« stammen, an dem der
modernste »Amorphismus« noch viel zu lernen hätte. — Die Gartenanlagen
unter dem letzten Markgrafen »englisch« umgearbeitet; daher die
Grottenarchitekturen und Wasserkünste in ihrem Zusammenhange nicht
mehr verständlich.

Fantaisie. Begonnen unter der Markgräfin Wilhelmine († 1758), vollendet
1765 (von Rud. Heinr. Richter?). Ein Schlößchen im Sinne des
vordringenden Klassizismus; seither mehrfach verändert.

Sanspareil. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater usw. Reflex
von Fénélons Telemach. In vollem Verfall.

Page 76

B E C H S T E D T WA G D . Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. mit rom. OTurm und Apsis.

B E D H E I M . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1sch. Lhs. 15. Jh., überarbeitet 1699; der quadr. Chor turmtragend,
in der Anlage von 1290. — I k o n i s c h e G r a b s t e i n e der Familie v.
Heiberg von 1545, 1553, 1558, namentlich der letztere tüchtig.

Schloß, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf zwei Zeiten
stärkerer Bautätigkeit, 16. und 18. Jh.

B E E R E N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewänden H o c h r e l i e f s der
Madonnna und eines nicht erklärten männlichen Heiligen.

B E E R WA L D E . K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. 1783. — 3 A l a b a s t e r r e l i e f s aus der Schule der Walther (2. H.
16. Jh.), von einem Grabmal. Andere D e n k m ä l e r 1574, 1683, 1724.

B E E S E N L A U B L I N G E N . Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, im Tympanon
rohes R e l i e f , Christus zwischen Petrus und Paulus. — Einfacher rom.
Ta u f s t e i n .

B E H R U N G E N . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Pfarr-K. Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter erhalten; Altarbau
und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh.

B E I C H L I N G E N . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. 1710. — Schloß wesentlich 16. Jh., formenarm.

B E I E R N A U M B U R G . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Page 77

Dorf-K. ähnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm 3
teilige Fenster in hübscher rom. got. Ausbildung.

[pg 51]
B E L G E R N . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Stadt-K. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau, 1sch. 6achsig, Chor
3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. — S c h n i t z a l t a r 1660
in Knorpelbarock, E m p o r e n 1632 mit interessanten Kerbschnitzmustern,
hölzerne E p i t a p h e 1658, 1769.

Klosterhof und Diakonatsgebäude. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst. Die
älteren Teile Granit, die jüngeren spgot. Backstein, 4 Ecktürme.

Rathaus, renss. 2stöckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher Haube.
An der SWEcke ein

Roland, an Stelle eines älteren im 17. Jh. errichtet.

P r i v a t h ä u s e r verschiedentlich mit renss. Portalen.

Meilenzeiger als Obelisk 18. Jh.

B E L G E R S H A I N . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schluß. Durch die Ausstattung zu
malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der A l t a r b a u getragen von 2
Palmbäumen, im Mittelfeld Kopie von Rubens' Kreuzabnahme.
D e n k m ä l e r der Familie v. Ponickau.

B E L R I E T H . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen.

Burgruine mit Spuren doppelter Ringmauer.

B E LV E D E R E . Sachsen-Weimar. VB Weimar.

Page 78

Herzogl. Jagdschloß. 1724-1732. Äußeres in symmetrischer Anlage,
bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach ländlich. Inneres:
bescheidenes Rokoko.

B E N D E L E B E N . Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.

Dorf-K. Umbau 1588. — Über dem Altar H o l z r e l i e f , Abendmahl, um
1590; K a n z e l , bez. 1611, als Fuß Mosesstatue; über dem Eingang zur
Gruft des Herrn v. B. E p i t . 1661, 2geschossig mit großem Mittelrelief
(Kreuzigung, Auferstehung) in überladener archit. Umrahmung,
Knorpelornament.

B E N K E N D O R F. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom. Kuppelfenster
des Turmes als Beispiele roher ländlicher Kunstübung von einigem
Interesse.

B E N N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. aus Findlingsblöcken, ziemlich gut erhaltene rom. Anlage, E. 12.
Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis.

B E N N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhöht, hübscher Rok.-Altar.

[pg 52]
B E R G E N . RB Cassel Kr. Hanau.

Ehem. K., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564.

Burg. Stammschloß der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700 umgebaut.

Ringmauer mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut erhalten.

Berger Warte. Runder Turm, am Türsturz bez. 1527.

B E R G R H E I N F E L D . UFranken BA Schweinfurt.

Page 79

Dorf-K. 1688-91, eingezogener Chor, außen Strebepfeiler. Auf der OSeite
die alte Ritterkapelle mit fünfseitigem unregelmäßigem Schluß. 1. H. 14.
Jh. Neuer Hochaltar mit Figg. von Peter Wagner 1781. G e m ä l d e der
Nebenaltäre von Oswald Onghers 1695.

B E R G T H E I M . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des ma. OTurmes.
Juliuswappen. — S a k r a m e n t s n i s c h e ; 2 Kandelaberpfll. tragen einen
got. Giebel. — Beim Schulhaus B i l d s t o c k um 1600 mit Abendmahlrelief
in der Richtung des Mich. Kern; mehrere andere 18. Jh.

B E R K A . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. 1739. — Ta u f b e c k e n von der Gruppe Christi und Johannis
getragen. — Stattlicher K a n z e l b a u .

Von dem 1251 gest. Cisterc.-Klst. schwache Reste im Pfarrhaus. Burgruine
gering.

B E R K A A . D . W E R R A . Sachsen-Weimar VB Eisenach. Stadt-K.
Der quadr. Chor im spgot. OTurm. Hauptraum 1. Viertel 17. Jh., hölzerne
Emporen in 2 Rängen, hölzernes kassettiertes Tonnengwb. — Spätgot.
Ta u f s t e i n um 1530. Chorgestühl und Kanzel sprenss. Großer
C r u c i f i x u s um 1500. Orgel mit reichem Gehäuse 1667.

Fachwerkhäuser. Ältestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr. 1521 neu).

B E R L E P S C H . RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Burg. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und Renss.

B E R M B A G H . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. neu. Ta u f s t e i n 1610 mit merkwürdigem, an die Holzarchitektur
der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der Orgelempore 3 H o l z f i g g .
A. 18. Jh. — Geschnitztes F a c h w e r k h a u s (no 27) aus 17. Jh.

B E R N B R U C H . K. Sachsen AH Grimma.

Page 80

Dorf-K. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. F l ü g e l a l t a r um 1480.

B E R N E C K . OFranken BAmtsstadt.

Burg, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und [pg 53]
hoher 4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine zweite Burg,
H o h e n b e r n e c k , erb. 1485.

Rathaus. 1657.

B E R N E C K E . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. Anlage rom. wie in Hain.

B E R N S TA D T. K. Sachsen AH Löbau.

S t a d t - K . 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewölbt, nach
Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. —
G r a b d e n k m ä l e r 17. und 18. Jh. in großer Zahl.

B E R N T E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

D o r f - K . Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus der
eichsfeldischen Kirchen v o r der, den meisten von ihnen widerfahrenen,
Barockisierung. Ausstattung rok.

B E R T E L S D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

D o r f - K . Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar 1771. —
B i l d n i s g r a b s t e i n e derer v. Gersdorf 1580 ff.

Herrenhaus. 1722 und 1790. — Häuser der Herrenhuter Unität 1790.

B E R T S D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1672 nach Riß von Klengel. 1sch. mit polyg. (5/10) OSchluß.
Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen gezogenen Strebepfll.
hölzerne Emporen. Spitzbg. Maßwerkfenster. WTurm über Dach 8eckig. —
K i r c h h o f ; Portal Renss., Denkmäler 18. Jh.

Page 81

B E R Z D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. Kleiner 1sch. Bau mit gewölbtem quadr. Chor. Durch den Brand
im Hussitenkriege nicht ganz zerstört. Die rom. Rundbg.Fenster nach der
Chronologie dieser Gegend um oder nach 1300. — S c h n i t z a l t a r ca.
1480. Emporen 1608.

B E S E N H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Herrenhaus erb. 1686 von General v. Hanstein.

B E S S E . RB Cassel Kr. Fritzlar.

Dorf-K. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktürmchen. —
S a n d s t e i n r e l i e f , Kreuztragung, von spgot. Gliederungen umgeben.

B E T T E N B U R G . UFranken. BA Hofheim.

Schloß. Von 1343 bis heute Besitz der Truchseß v. Wetzhausen. Neubau
nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail. Inschr. 1535, 1627.
Englischer G a r t e n 1790 mit romantischen Denkmälern für Götz v.
Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m.

B E T T E N H A U S E N . Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.

Pfarr-K. mit Festungsmauer (Gaden). Schönes sprenss. Portal,
Deckenmalerei und Mobiliar 1770.

B E T Z E N S T E I N . OFranken BA Pegnitz.

Schloßruine. Ringmauern und Rundtürme, sonst sehr zerstört.

[pg 54]
B E U C H L I T Z . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis.

B E U R E N . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Page 82

Ehem. Kloster-K. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfältiger
Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. Bar. Stuckdecke
mit Malerei. Turm unten sprom., dann frgot., bar. Obergeschoß mit
Schieferhaube.

Wach-Turm aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit 4 herausgebauten
Erkern. H ä u s e r in Fachwerk.

B E U T N I T Z b. Jena Sachsen-Weimar. Dorf-K. Rechteck, frühgot. Chor,
Langhaus spätgot. mit Stabwerkportal, got. Beschläge, Turm zur
Verteidigung eingerichtet. K r u z i f i x A. 15. Jh.

B E Y E R S D O R F. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Dorf-K. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewände aus Backstein.

B I B R A . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. In der Anlage rom. — Rom. R a u c h f a ß .

B I B R A . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren Archit. von
künstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit rok. Emporen,
gewölbter 5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen, Halbfigg. von Heiligen aus
der Würzburger Schule. — Ausstattung einheitlich um 1500-1520. Vom
H o c h a l t a r 4 Flügel erhalten, außen mit Gemälden, innen geschnitzt, nur
mit entfernter Beziehung zu Riemenschneider. Dasselbe gilt von den
Seitenaltären. Näher steht ihm eine Standfig. des S. Kilian und ein sitzender
Papst (in der Sakristei). — Schlichte steinerne M a ß w e r k k a n z e l . — Von
den G l a s g e m ä l d e n alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof
Lorenz und Dompropst Albert v.Bibra). — Eine Reihe guter G r a b s t e i n e .
Georg v. B. 1473, ausgeführt um 1500 in der Riemenschneiderschen
Werkstatt (Wiederholung des Schaumbergdenkmals in der Marienkap, in
Würzburg). Auf 7 Steinen (6 Bibra, 1 Seckendorf) das Monogramm J. H.,
ausgeführt in einem Zug ca. 1550-60, die Todesdaten teils früher, teils
später. 5 Steine von einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausführung
mehrfach viele Jahre vor dem Tode.

Page 83

B I E B E L R I E D . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. — Im neuen
Hochaltar schöner K r u z i f i x u s vielleicht von Riemenschneider oder ihm
nahestehend; ebenso der S a l v a t o r (vgl. das Exemplar im Dom zu
Würzburg).

Johanniterkastell. Regelmäßiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten Teile der
Außenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom [pg 55] Bau von 1275. An
der SOEcke ein vorgekragtes Chörlein von der ehemal. Kapelle.

B I E B E R E H R E N . UFranken BA Ochsenfurt.

Rathaus. Hübscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. — Im Pfarrhof
gutes H o l z k r u z i f i x um 1520. An der Brücke B i l d s t o c k bez. 1432.

B I E B E R G A U . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. 1733. Bmkw. schöne K a n z e l mit 4 Evangelisten, um 1750.

Schlößchen, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh.

B I E B E R S T E I N siehe Fulda.

B I E B E R S T E I N . Kr. Sachsen AH Meißen.

Pfarr-K. Umbau aus Ma. 1676 gänzlich umgestaltet. A l t a r a u f s a t z mit
ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von Körmser.

B I E L E N . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. und
Fenstergruppe gleich Windhausen.

B I L D H A U S E N . UFranken BA Kissingen.

Ehem. Cisterc.-Klst. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, Altäre nach
Laubach, Wächterswinkel und Reyersbuch gebracht. — Von der alten
Anlage ist erhalten: Im Untergeschoß des Klosterbaues kreuzgewölbter,

Page 84

zweischiffiger Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen noch sichtbar,
wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium. Daneben zwei frgot. Räume. —
To r h a u s mit rundbg. Durchfahrt; darüber außen Steinmadonna aus 2. H.
14. Jh. Daneben die alte rom. Torkapelle. — A l t e P r o c u r a t i e . 17. Jh.
Schmuckreiche Erker. Schönes Rok.Treppenhaus. Erkerzimmer mit reich
geschnitzter Türumrahmung im Stil des grünen Zimmers der Würzburger
Residenz. Die übrigen Zimmer mit Rok.Stuckdecken. — Hübscher
G a r t e n p a v i l l o n von 1756.

B I M B A C H . UFranken BA Gerolzhofen.

Schloß im Bauernkriege verwüstet, A. 18. Jh. erneuert.

B I N D L A C H . OFranken BA Bayreuth.

Dorf-K. Hübscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil.

B I R K E N F E L D . UFranken. BA Hofheim.

Schloß. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen, Hauptbau
quadr., die langen Flügel abgesondert. Hübsche, vollständig erhaltene
Inneneinrichtung nach Zeichnungen des Malers Gout von einheimischen
Dekorateuren.

B I R K E N F E L D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Zwei ansehnliche Herrenhäuser derer v. Linsingen: Steinerhof 1555 und
Roterhof (Fachwerk) 1659.

[pg 56]
B I R N F E L D . UFranken BA Hofheim.

Schloß. A. 18. Jh. mit Wappen der Fürstbischöfe J. Ph. v. Greifenklau und J.
Ph. Fr. v. Schönborn. — D o r f h a u s no 1 schöner Fachwerkbau.
»Tausendjährige« G e r i c h t s l i n d e ; der Stützbau mit 2 konzentrischen
Kreisen von steinernen Säulen 1719.

B I R S T E I N . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Page 85

Dorf-K. 1556. — E p i t . einer Gräfin v. Isenburg 1596.

Burg. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert sich um 3
Höfe im Anschluß an die Disposition der vorausgegangenen ma. Burg. Am
geschlossenen mittleren Hofe westl. der Küchenbau, umgebaut 1549, und
der »neue« Bau von 1527, noch gotisierend; der südl. Kapellenbau 1555,
der nördl. Hauptflügel 1603. Im nördl. Hof der neue Kanzleibau 1733.
Neubau des Hauptflügels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister A.
W. Faber, einem Schüler Stengels, als standesgemäßes fürstliches
Residenzpalais, doch verhältnismäßig einfach.

B I S C H H A U S E N b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.

Dorf-K. 1742 Umbau aus spgot. — Großes handwerkliches E p i t a p h der
Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579, bmkw. durch starke got.
Reminiszenzen.

B I S C H H E I M . K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche Behandlung
nicht ohne Reiz.

Herrenhaus und Park um 1800.

B I S C H O F F E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau.

Gemeindeschänke reicher Fachwerkbau um 1560.

B I S C H O F S G R Ü N . OFranken BA Bayreuth.

Dorf-K. A l t a r g e m ä l d e , Ankunft Christi zum Gericht mit der unechten
Inschr. 1304.

B I S C H O F S H E I M . RB Cassel Kr. Hanau.

Dorf-K. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem
vortretendem WTurm mit Zinnenkranz.

Page 86

B I S C H O F S H E I M . UFranken BA Neustadt a. S.

Pfarr-K. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich reich
behandelt. Auf dem Marktplatz gußeiserner R e n s s . - L a u f b r u n n e n mit
bmkw. Reliefplatten.

B I S C H O F S R O D A . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb. Am
Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt, ornament- und
profillos. — G r a b s t e i n e 1516. — Reich geschnitztes F a c h w e r k h a u s
17. Jh. (no 54). Im Herrenhaus ornamentale rok. M a l e r e i .

[pg 57]
B I S C H O F S T E I N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Schloß 1747 von Chr. Heinemann für den Landesherrn Kurfürst Joh.
Friedrich v. Mainz.

Burgruine, sehr zerstört; unterhalb Spuren einer ehem. K.

B I S C H O F S W E R D A . K. Sachsen AH Bautzen.

Stadt-K. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand 1813
Wiederaufbau durch J. G. Michael. Einige G r a b d e n k m ä l e r des 17. Jh.

Begräbnis-K. 1573, erneuert 1814. — Kolossales S a n d s t e i n k r u z i f i x
E. 16. Jh. Sandsteinkanzel, einfacher Aufbau mit großen Reliefs. Recht gute
H o l z f i g g . um 1500. G r a b d e n k m ä l e r des 18. Jh. in großer Zahl.

Rathaus 1818 von Thormeyer. Wohnhäuser aus derselben Zeit, sehr
bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austerität das Gasthaus zum
goldenen Löwen. — S t a d t m u s e u m .

B I T T E R F E L D . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. Gering spgot. — Großer Wa n d e l a l t a r mit Doppelflügeln, die
Gemälde angebl. von dem Meister des Marktkirchenaltars in Halle.

Page 87

B L A N K E N A U . RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-K. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf kreuzf. Gr.
Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm.

B L A N K E N B E R G . Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Schloß. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau auf
eiförmigem Grundriß hat rom. Mauerwerk, in jüngerer Zeit dürftig
hergestellt.

B L A N K E N B U R G . Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Stadt-K. Turm von 1385, im übrigen modernisiert.

B L A N K E N H A I N . Sachsen-Weimar VB Weimar

Dorf-K. spgot., verbaut. — Reste von Altarwerken, darunter bmkw. das
R e l i e f der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um 1525. — E p i t . v.
1722. — G r a b s t . — G l a s b i l d e r aus 16. Jh.

Schloß (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Bränden 1527 und 1667
erneuert.

B L A N K E N H A I N . K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten rundbg.
Turm ohne Bogenfeld. — 5 H o l z f i g g . von einem zerstörten Altarwerk
des 17. Jh.

B L A N K E N H E I M . RB Cassel Kr. Rotenburg.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf. Anlage im
Übergangsstil. Teils zerstört, teils profan umgebaut. Reichskulpierte
Kragsteine am OGiebel und spitzbg. Fenster mit Säulchen und reichen
Kapitellen. Interessantes Portal am nördl. Ssch.

[pg 58]
B L E I C H E R O D E . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Page 88

Pfarr-K. Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in Breite des MSch.
1711 völlig verändert.

B L I N T E N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schluß und kleinem WTurm.
— Künstlerisch dürftig, nur als Spezimen aus dieser im Kirchenbau toten
Epoche von Interesse.

B L O C H W I T Z . K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von 1668.
Sandsteinkanzel 1550.

B L O S S W I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stöckigem Schluß, Fenster
spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter H o l z p l a s t i k um 1510.
K a n z e l a l t a r von Valentin Walter 1705. G r a b d e n k m ä l e r 16.-18. Jh.
in großer Zahl, die ansehnlichsten für Angehörige der Familie v. Schleinitz.

B L U M B E R G . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weiträumige Innere durch
Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung. — 9 E p i t a p h e ,
hervorzuheben das des Joh. Chr. Weißenbach † 1690. G l o c k e 1475.

B O C K E N H E I M . RB Cassel Kr. Hanau.

Edelhof ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal bez. 1582,
Wappen 1593.

B O C K L E T. UFranken BA Kissingen.

Badanlage 1754.

B O D E LW I T Z . Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tür bez. 1483.

Page 89

B O D E N L A U B E N (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.

Burgruine mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto v. Henneberg
(vgl. Frauenroth).

B O D E N R O D E . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit
gekuppelten Fstrn. ursp. über dem Altarraum. — Ausstattung bar.

B O D E N S T E I N b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Schloß im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem
Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit. — Außen nach W Trümmer
eines ma. Gebäudes.

B Ö L L B E R G . Pr. Sachsen Saalkreis.

Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. Dorf-K., eingezogene Apsis, kein
Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke spgot. M a l e r e i ,
Teppichmuster.

B O L Z H A U S E N . UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. Chor 1614, Lhs. 1730. — Außen M a d o n n a , treffliche Holzfig.
um 1540.

[pg 59]
B O N N L A N D . U Franken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh. Zahlreiche
G r a b s t e i n e der Herren v. Thüngen und v. Rußwurm. —
A b e n d m a h l s k e l c h A. 15. Jh.

Schloß (15.-17. Jh. Thüngen, dann Rußwurm). Malerische 2flügelige
Gruppe aus sp. 16. Jh.

B O R A G K . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Page 90

Dorf-K. 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der Chor nach dem
Beispiel von Burxdorf rck. zu ergänzen.

B O R I T Z . K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. wesentlich modern. Bmkw. S c h n i t z a l t a r ca. 1500-1520, einer
der besten in sächs. Dorf-K., angeblich aus dem Meißener Dom.

B O R N A . K. Sachsen AH Borna.

Haupt-K. Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, das Lhs.
20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3 Seiten des 6 Ecks geschl. —
A l t a r w e r k 1512, wohl das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4
bewegliche und 2 feste Flügel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur
Gemälde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, bez. H W
Z, dem Stil nach identisch mit dem Meister der »schönen Tür« in Annaberg
(Flechsig). — Schöne G l o c k e 1493.

Kunigunden-K. nach 1200. Unter starker Verunstaltung erkennt man als
Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika aus Backstein.

B O R N A . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., außen polyg.
geschlossen. S a n d s t e i n k a n z e l um 1550 mit hübschem Relief an der
kreisrunden Brüstung. Stattlicher Ta u f s t e i n um 1610. D e n k m ä l e r 17.
und 18. Jh., recht gut das des Pastors D. Wagner 1617.

B O R N A . K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. 1753. A l t a r w e r k aus buntem Marmor 1756 von Andrea
Salvatore Aglio.

B O R N I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Schloß. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flügel um 1500, der südl. um 1580, der
nördl. um 1600, in den Einzelheiten manches Bemerkenswerte.

B O R S C H . Sachsen-Weimar VB Dormbach.

Page 91

Kath. Dorf-K. In reicheren Barockformen um 1730, so auch die
Ausstattung. An der Rückwand des bar. Altars S c h n i t z w e r k um 1500 (in
dieser Gegend nicht oft erhalten). — F a c h w e r k h ä u s e r 17-18. Jh.

[pg 60]
B O R T H E N . K. Sachsen AH Pirna.

Altes Schloß 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schönes rundbg.
Portal.

Neues Schloß 1700. B i l d n i s der Gräfin J. W. Bose, Meisterwerk von
Antoine Pesne.

B O S A U . Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa.

B O T T E N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787, guter
Kanzelaltar A. 18. Jh.

B Ö T T I G H E I M . UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. erb. 1701. Gute Innenausstattung. H o c h a l t a r b l a t t von Mart.
Bolster 1706. H o l z f i g . St. Sebastian E. 15. Jh.

B O Y N E B U R G . RB Cassel Kr. Eschwege.

Burg. Stark zerstörte Ruine, 12. und 14. Jh., über dem letzten der 4 Tore
Rest der rom. Burgkap., 3stöck. (got.?) Palas.

B R A C H S T E D T. Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. Dorf-K., got. umgebaut. Got. S a k r a m e n t s n i s c h e .

B R A M B E R G . UFranken BA Hofheim.

Burgruine. Erste Zerstörung durch Friedrich Barbarossa. Die vorhandenen
Bauten spgot.

Page 92

B R A N D E N B U R G bei Lauchröden Sachsen-Eisenach.

Burgruine an der Werra. Eine der umfangreichsten und malerischsten
Thüringens. 2 große Bergfriede. Der der »hinteren« Burg 13. Jh., unten
6eck., oben rund; der der »vorderen« A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin
Wohnturm mit Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell
für Feuergeschütz.

B R A N D E N F E L S . RB Cassel Kr. Eschwege.

Ansehnliche Burgruine, Kap. 1248 (?).

B R A N D E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend. Gute
H o l z m a d o n n a . G r a b s t . 1559, 1640.

B R A N D I S . K. Sachsen AH. Grimma.

Stadt-K. 15.-17. Jh. — Herrschaftshaus 1696, recht stattlich.

B R A U N A . K. Sachsen AH Kamenz.

Schloß um 1700. Gemäldesammlung.

Herrenhaus aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu Stolberg
Besitzer war.

B R Ä U N S D O R F. K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K. A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W erweitert. Der alte
Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flügeliges A l t a r w e r k bez. 1512.

B R A U N S D O R F. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Kirche mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest., [pg 61] wobei
treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg verwandt,
gefunden.

Page 93

B R A U N S D O R F. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Schloß. Wasserburg mit 4 Türmen aus 16. Jh.; verfallen und umgebaut.

B R E H N A . Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Stadt-K. (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut.

B R E I T E N A U . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Der OTurm über dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen.

B R E I T E N A U . RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. Benedikt.-Klst.-K. Gegr. 1113, voll. 1142. Einige spgot.
Veränderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die Arkaden und Fenster
zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt. — Rom. flachged. Pfl.-Basilika auf
kreuzf. Gr.; der Chor nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so
geordnet, daß 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflügel;
Doppeltürme im W. Haupt L. 65 m. — Der Hauptchor von den
Nebenchören durch eine Doppelarkade getrennt. Im Sch. 7 Arkaden. Die
Pfll. quadr., von schlankem Aufbau, mit verzierter Schräge und glatter
Platte abgedeckt. Über den Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit
dem Hauptgesims sich verbindend, für jeden Arkadenbg. eine rck.
Umrahmung ergeben (vgl. Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten). Am
WEnde zwischen den Türmen eine gegen das Sch. mit 3facher Ark. sich
öffnende Vorhalle, darüber eine desgl. Empore; das Stützensims sind Sll.
mit Würfel-Kaptt. an einem Kapt. eine männliche Figur mit der Beischrift
Henricus. — Außenbau: Lisene mit einfachem Dachgesims, an den Apsiden
bereichert durch Bogenfries. Das WPortal verstümmelt. Das 2. WGeschoß
im 13. Jh. umgestaltet; daher auch die Gwbb. der Empore. Die Türme ohne
Obergeschoß (abgetragen? oder nie ausgeführt?) In der Mitte der WFront
ein mächtiger Glockenturm, 1898 errichtet. — An den spgot. Gwbb. des
Qsch. ziemlich gut erhaltene M a l e r e i e n (so 1866; jetzt übertüncht). Von
den Klostergebäuden und Ringmauern unerhebliche Reste.

B R E I T E N B A C H . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Page 94

Reichsburg. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz geschenkt. Die
1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. Ringmauern 2,20 m stark.
Bergfried 9 m im Geviert, Mauerstärke über 3 m. Die Burg liegt in einem
vorgeschichtlichen doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog.
Kemnate.

[pg 62]
B R E I T E N B A C H . Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, außen 2 Fensterreihen, innen
Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem Spitzhelm und
Erkertürmchen.

B R E I T E N H A I N . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505.

B R E I T E N S E E . UFranken BA Königshofen.

Pfarr-K. Typischer Juliusbau (1598) mit selten in ähnlicher Vollständigkeit
erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flügelaltar mit Reliefs, Sakramentsnische,
Orgelgehäuse und Spuren von Renss.Malerei [übertüncht] an den
Langhauswänden).

B R E I T E N W O R B I S . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. 1681. 1sch. mit 4/8 Schluß; der westl. Dachreiter mit umlaufender
Galerie nach mittelthüringischem Typus.

B R E I T U N G E N s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen.

B R E M E N . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.). Erb. 1730 durch den Fürstabt von Fulda Ad. v. Dalberg,
Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter Formbehandlung. Der 1sch.
flachged. Innenraum mit würdevollem Reichtum ausgestattet. — K a n z e l
und 3 Altäre aus Stuckmarmor, prächtig geschnitzte
Kommunionbank.

Page 95

B R E N D - L O R E N Z E N bei Neustadt a. S. UFranken.

Dorf-K. Als solche groß. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika. Vom alten Lhs.
nur die 2 östl. Arkadenpaare und die westl. Frontmauer erhalten; der übrige
Teil des Lhs. durch Abbruch der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch. gemacht.
Einfache rundbg. WTür mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver Turm,
dessen Erdgeschoß als Altarhaus dient (eine Verbindung, die bis in die got.
Zeit für diese Gegenden typisch blieb); außen das rom. Gepräge wenig
verändert; die Giebel, auf denen das Satteldach sitzt, haben frgot.
Klangarkaden; die tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssäulchen mit
Würfelknäufen. — Ausstattung bar. — Außen an der NS. Ö l b e r g bez.
1497, Figg. lebensgroß, roh.

Laurentius-Kap. mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen
Zuflucht.

B R E U N A . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K., got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb., breite
ungegliederte Gurten. — S t e i n k a n z e l 1561 mit 4 Evangelisten.
Ta u f s t e i n rom. reich mit Blattwerk. 3 E p i t a p h e derer v. d. Malsburg
gering, gut die B r o n z e t a f e l 1631 von Gottfr. Köhler aus Cassel.

B R I E S S N I T Z . K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter Saal mit
WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der [pg 63] eigenartig profilierte
Triumphbg. und die Umfassungsmauern des 5/8 Chors, am Schluß ein frgot.
Maßwerkfenster, 3teilig mit spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipässen. —
[Fragmentierter F l ü g e l a l t a r E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no
2621-23. K r e u z i g u n g s g r u p p e 1529, Bemalung 17. Jh. ebenda no
2515.] G l a s g e m ä l d e um 1500. Rom. Taufstein. Mehrere D e n k m ä l e r
17. und 18. Jh.

B R I N N I S . Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K., rom. Unterbau, spgot. erneuert. — Der spgot. S c h n i t z a l t a r
gehört zu den besseren.

Page 96

B R O N N . OFranken BA Pegnitz.

Dorf-K. mit rom. Portal.

B R U C H K Ö B E L . RB Cassel Kr. Hanau.

Dorf-K. 1724. Turm 1410, Abschluß mit Zinnen, erhöhten Ecken,
steinernem Helm.

B R Ü C K E N . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb.

B R Ü C K E N A U . UFranken BAmtsstadt.

Schloß (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fürstäbten von Fulda.

B R Ü N N . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke. Fenster spitzbg.
und auch sonst noch got. Reminiszenzen.

B R U N N H A R D T S H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Kirche von 1732.

B U C H . K. Sachsen AH Döbeln.

Cisterc.-Klst. A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstücken und
ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar. Gr. normal kreuzf.
Seitlich vom Chorquadrat je 2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in
gleicher Flucht schließen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch.,
also gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewiß die
Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen. Baustoff:
Bruchstein mit Hausteingliedern. — K l o s t e r g e b ä u d e . Auf der WSeite
des Hofes das 2sch. 5jochige Refektorium. Verhältnismäßig gut erhalten das
abgesonderte Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh.

B U C H . UFranken BA Haßfurt.

Page 97

Dorf-K. 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewölbte Chor im OTurm.
Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh.

B U C H A . Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Dorf-K. Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von Erweiterungen
in der Mitte. — K a n z e l a l t a r 17. Jh.

[pg 64]
B U C H A U . OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schluß. Schöner Giechscher
G r a b s t e i n 2. H. 16. Jh.

Schloß der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden
Mauertürmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470.

B U C H B R U N N . UFranken BA Kitzingen.

Ev. Pfarr-K. Wohlgegliederter OTurm, Überg.-Stil nach M. 13. Jh. —
Bmkw. spgot. Ta u f s t e i n 1522.

Kath. Pfarr-K. um 1700, noch mit gotisierenden Anklängen.

B U C H E L O H . Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Große Dorf-K. Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm; Lhs.
1729; aus derselben Zeit die K a n z e l und der hübsche Ta u f e n g e l .

B U C H H O L Z . K. Sachsen AH Annaberg.

Katharinen-K. 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit Emporen, jedoch
unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen. Die jetzigen Emporen
1872. — Die G e m ä l d e an der Chorwand entnommen dem ehem.
Hochaltar in der Franziskaner-K. in Annaberg, von einem sächsischen
(nicht oberdeutschen) Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von Dürers
Marienleben.

Page 98

Begräbnis-Kap. F l ü g e l a l t a r , im Mittel Gemälde mit dem hl. Wolfgang
und der Sage vom Traum des Bergmanns David und dem Ursprung des
Annaberger Bergbaus, um 1520.

B Ü C H O L D . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged. Lhs. und die
2 den Eingang zum Chor flankierenden Türme 1619. Gleichzeitig die
d e k o r a t i v e A u s m a l u n g , hauptsächlich Umrahmungsmotive um
Fenster, Türen und Chorbg., von W. Ritterlein, und die A l t a r g e m ä l d e in
frbar. Aufbau.

Schloß. Runder rom. Bergfried, Bering annähernd kreisf., got.

B Ü C H E N B A C H . OFranken BA Höchstadt.

Dorf-K. Spuren von Befestigung.

B Ü H L E R . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Erb. von B. Julius 1611-14, Turm über dem Chor.
S a n d s t e i n k a n z e l 1594.

B U L L E N H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromiß. — Einheitliche
A u s s t a t t u n g um 1660. Stattliches B i l d n i s e p i t a p h eines Gf. v.
Schwarzenberg † 1579.

Im Dorf eine Reihe gefälliger Fachwerkhäuser.

B U N D O R F. UFranken. BA Hofheim.

Schloß der Truchseß v. Wetzhausen. SFlügel 2. H. 16. Jh. NFlügel um
1700. Hübsche Innendekoration A. 18. Jh.

[pg 65]
B Ü R A B E R G . RB Cassel Kr. Fritzlar.

Page 99

Kapelle. Ältester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius gegr. Jetzt
einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung der rom. Anlage
hergestellt.

B U R G E B R A C H . OFranken BA Bamberg II.

Pfarr-K. Chor und Turm 1454, Schiff 1731. — Ö l b e r g aus Fürnbach
übertragen, ca. 1580-1600.

B Ü R G E L . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Kirche spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden Epochen
zusammengearbeitet. — Reste der Stadtbefestigung.

Klst. Bürgel s. Talbürgel.

B U R G G A I L E N R E U T H . OFranken BA Ebermannstadt.

Schloß, nach Zerstörungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg einfach
hergestellt.

B U R G G E H A I G . OFranken BA Kulmbach.

Zahlreiche schöne Fachwerkhäuser.

B U R G G R U M B A C H . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. — Reiche B a r.
K a n z e l A. 18. Jh. G e m ä l d e des ehemal. Hochaltars bez. Francesco
Mica 1714. G r a b m a l der Anna v. Grumbach ( † 1598), liebenswürdige
Kinderfigur in Renss.-Aedikula. — Im Dorf 4 bar. B i l d s t ö c k e mit
reicher Plastik.

Schloß. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der Grumbach;
kam dann an die Wolfskeel, die sich nach G. nannten. Die bestehenden
Bauten unbedeutend, E. 16. Jh.

B U R G H Ä S E L E R . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Page 100

»Alte Kapelle« (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach rätselhafter
3stöckiger, in viele kleine Gemächer geteilter Bau aus A. 16. Jh.

Dorf-K. mit gut erhaltenem rom. OTurm.

B U R G H A S U N G E N . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Turmruine sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei. 4seitiges
Erdgeschoß, hohes 8seitiges Obergeschoß. Im Jahre 1896 stürzte dieser
Turmrest ein. Ecklisenen, keine horizontale Gliederung bis auf den
Zahnschnitt unter dem Obergeschoß, letzteres mit schlanken gekuppelten
Schallöffnungen.

B U R G I S D O R F. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle mit
gekuppelten Fenstern. Türloser WTurm in der Breite des Schiffes. An der
Tür äußerst primitive P l a s t i k . An der OWand großes frühgot.
Wa n d g e m ä l d e .

B U R G J O S S A . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Wasserburg. Rätselhaft der große 1/2kr. Ausbau aus Buckelquadern [pg
66]; die Vermutung, daß er der Rest eines großen Bergfrieds des 12. Jh. sei,
hat sich nicht bestätigt. Das Herrenhaus einfache Anlage bez. 1573.

B U R G K . Reuß ä. L. LA Greiz.

Fürstl. Schloß aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne archit.
Bedeutung. Einige hübsche dekorierte Gemächer.

B U R G K U N D S TA D T. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723.

Rathaus mit hervorragend schöner Holzarchit. des 17. Jh. Auch sonst viel
vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhäuser 17. bis 19. Jh.

B U R G L A U E R . UFranken BA Kissingen.

Page 101

Dorf-K. Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. — Würzburger
Schule. H o l z f i g u r der Madonna, A. 16. Jh. G r a b s t e i n e des Ritters
Bernhard von Steinau und seiner drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508.

B U R G L E M N I T Z . Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K. von rom. Anlage. — Hübscher Ta u f s t e i n aus 1. H. 17. Jh.,
Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot. A l t a r w e r k e n .

B U R G R E P PA C H . UFranken BA Hofheim.

Ev. Pfarr-K. Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. — Bar. G r a b s t e i n e der
Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach.

Schloß nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage, Gr.
triklinienförmig, der Eckpavillon turmartig überhöht, Details in der
Richtung des Bamberger Spätbarock. Saal mit guten Stuckaturen und
Gobelins.

B U R G S C H E I D U N G E N . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar.
Bedeutend die 3 E p i t . der Familie v. Wiehe 1568, 1596, 1598, wohl alle
drei von Christoph Weber, in dem man hier einen hervorragend tüchtigen
Meister kennen lernt; von ihm wohl auch die K a n z e l .

Schloß. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und A. 17. Jh.
regelmäßige 3Flügelanlage, die vordere Hofseite nach der Unstrut offen.
Ausgebaut 1724 ff. von Daniel Scholz für Gf. Levin v. d. Schulenburg. Vom
älteren Bau der SOFlügel mit Treppen-Turm und reichem Portal bez. 1633.
Der Scholzsche Umbau nicht in Vollständigkeit ausgeführt. Splendider
Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. Ungemein
reich, aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefügt (ein späterer
Gedanke) der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal führt eine Freitreppe mit
geschwungenem Doppellauf zum Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und
Statuen reich ausgestattet.

[pg 67]

Page 102

B U R G S I N N . UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. neu. Guter, klassizist. H o c h a l t a r um 1770. — An den
Langhauswänden gute E p i t a p h i e n des 16. und 17. Jh. Neben dem
Hochaltar Ö l g e m ä l d e , die drei Frankenapostel, um 1700, in der Art des
Osw. Onghers.

Wasserschloß. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und einem runden
Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried aus 11. Jh.; aus dieser Zeit
noch die Anlage des teilw. erneuerten Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh.
Das ursp. Aussehen einer fränkischen Wasserburg gut bewahrt.

Fronhofschlößchen. 1607. Hübscher, 2geschossiger Renss.Bau mit
ausspringendem Treppenturm und gegründetem Erker.

Neues Schloß. 1620. Einfach.

B U R G S T Ä D T. K. Sachsen AH Rochlitz.

Stadt-K. 1522, 1sch. flachgedeckt. Schluß 5 Seiten des 10Ecks, bedeutende
Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br.

B U R G WA L D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Umbau von 1700, bmkw. S c h n i t z a l t a r aus 2. H. 16. Jh.

B U R G W E N D E N . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren einer Apsis.
Lhs. 1695 erweitert.

B U R G W E R B E N . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. Eine ehemalige Pfl.Basilika im Übergangsstil des 13. Jh., die im
30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das polyg. Altarhaus 1581.

B U R G W I N D H E I M . OFranken BA Bamberg II.

Pfarr-K. einheitlich bar., nicht bedeutend.

Page 103

Kurie des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, für B. Neumann in
Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus einem quadr. Mittelbau,
der einen einzigen großen Saal enthält, entwickelten sich in dreifachem
Vorsprung 4 Eckpavillons; bei mäßigen Dimensionen imposante
Gesamtwirkung.

B U R K A R T S H A I N . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute G r a b s t e i n e 16. Jh.

B U R K A U . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1725 und 1897. — Vortreffliches Relief der hl. S i p p e A. 16. Jh.
— A l t a r im Ohrmuschelstil. — v. Braun- und Wartenbergsche G r u f t A.
18. Jh., mit Denkmälern.

B U R K H A R D R O D A . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt.

B U R K H A R T S WA L D E . K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu Ende
geführt. — A l t a r a u f s a t z ca. 1640, reich in der Dekoration[pg 68], das
Statuarische mittelmäßig. Got. S a k r a m e n t s h ä u s c h e n 14. Jh., ziemlich
derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. 3 E p i t . E. 16. Jh.

B U S C H D O R F. Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. Dorf-K., got. umgebaut. Bmkw. das rom.
Sakramentshäuschen.

B U T T E N H E I M . OFranken BA Bamberg I.

Pfarr-K. 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung. 10 Grabmäler
der Familie v. Stiebar 1491-1579.

Schloß der Frhh. v. Seefried.

Page 104

B U T T H A R T. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. 1769 von Geigel, Turm 1594. — Ö l b e r g g r u p p e 17. Jh.,
überlebensgroß, nicht schlecht.

B U T T L A R . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. — K a n z e l und H a u p t a l t a r
von auffallend feiner Qualität (aus Klst. Amöneburg).

B U T T S T E D T. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stadt-K. S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus 18. Jh. Der
seitlich stehende Turm ähnlich dem der Haupt-K. zu Jena. Das Ganze
typisch für eine barockisierte thüringische Kleinstadtkirche. — Prunkvoller,
sehr »katholisch« aussehender A l t a r - u n d K a n z e l b a u 1727.
Deckenmalerei von Fr. Dom. Minetti.

Friedhof mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. Unter den
G r a b s t e i n e n vom 16. Jh. ab viel Gutes.

Page 105

C

(Siehe im übrigen K)

C H E M N I T Z . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Schloß-K. (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. 1499 ff., der
K. 1514-1525. Vom rom. Bau rühren her das Chorquadrat, die außen platt,
innen mit 1/2kr. Nischen schließenden, mit Tonnen überwölbten
Nebenchöre und das südl. Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die
(vermauerten) Fenster an der Hochmauer des Chors und einiges im Qsch.,
wo eine mit den Wohnungen der Mönche kommunizierende Empore
gewesen zu sein scheint, rom. zu got. Der anschließende OFlügel des
Kreuzgangs frgot. Das Lhs. spgot. von ähnlichem Habitus wie die K. in
Freiberg, Annaberg, Pirna, nur schmäler in den Sschiffen (eine Folge der
beibehaltenen rom. Grundmauern). Das Prinzip der einheitlichen Decke [pg
69] besonders konsequent durchgeführt; die Gurtrippen fehlen ganz.
Empore nur im nördl. Ssch. Außerhalb der westl. Stirnmauer eine Vorhalle
und über ihr zwei, nur bis zur Schiffshöhe ausgeführte Türme. Über der
kleinen Tür des nördl. Ssch. erhebt sich in voller Höhe der Wand eine
eigentümliche p l a s t i s c h e D e k o r a t i o n , bez. 1525. Sie ahmt ein
Baugerüst von rohen Stämmen nach; die Äste teils gekappt, teils
miteinander verschlungen; die zwischen ihnen liegenden Wandfelder mit
Statuen ausgesetzt. Zuunterst Löwen; darüber, in Höhe der Türgewände, der
Kaiser Lothar und die Kaiserin Richenza als Stifter; im folgenden Geschoß
die Maria und 4 Heilige, im dritten die Trinität und Engel. Neben der
»schönen Pforte« in Annaberg die wertvollste plastische Leistung dieser
Zeit und Landschaft. Die Körperbildung hat Wucht und Würde, die
Behandlung des Fleisches ist weich und breit, die Gewandung erinnert an

Page 106

die Würzburger und noch mehr an die Mainzer Schule; eventuell
Vermittlung durch den Backofenschüler in Halle. — Im Innern die aus
einem einzigen Stamm geschnitzte G r u p p e der Stäupung Christi; die
gegenständliche Auffassung grell naturalistisch, die künstlerische
Behandlung nicht ohne Feinheit, nahe verwandt der Tulpenkanzel im
Freiberger Dom. [Die schöne Sandsteinkanzel. Fr. Renss. 1538, jetzt im
Museum.]

Kloster. Wenige Reste erhalten: ein Maßwerkgiebel in Backstein E. 15. Jh.,
dekorative Bruchstücke von einem Bau des Kf. Moritz.

Jakobi-K. 15. Jh.; vom Bau des 13. nichts erhalten. — Hallenkirche von 4
Jochen, Sschiffe mit 8Eckschluß, der Hauptchor zu einer 3sch. Anlage mit
7/10 Umgang erweitert. Turm isoliert in südwestl. Richtung. — [H e i l i g e s
G r a b aus Holz geschnitzt von Georg Johann Kil 1480; es ist 2,75 m l.,
1,25 m br., 3,45 m h. und baut sich zweigeschossig in Form einer Laube
auf; in den 8 Nischen des niedrigen Untergeschosses je ein schlafender
Wächter; im Obergeschoß der Leichnam Christi; draußen vor den 8
Bogenöffnungen (je 3 an den Langseiten und 1 an den Schmalseiten)
standen auf Konsolen ebensoviel Leidtragende (Joseph von Arimathia,
Nikodemus usw.); die Gesamtanordnung also vergleichbar dem
Sebaldusgrab P. Vischers. Das Figürliche derb handwerksmäßig, das
Architektonische mit seinen geschmeidigen Maßwerkformen in seiner Art
vortrefflich. Das stark beschädigte und mehrerer Figuren beraubte Werk
jetzt im Museum des Chemnitzer Geschichtsvereins; ebenda noch andere
aus der Jakobi-K. stammende Kunstwerke.] [Flügelgemälde des
abgebrochenen Hochaltars aus A. 16. Jh. im Museum.] Auch der an seine
[pg 70] Stelle getretene Bar.-Altar entfernt; seine Gemälde, von A. F. Oeser,
jetzt in der Sakristei. — 2 A b e n d m a h l s k a n n e n 1663, Augsburger
Arbeit.

Johannis-K. Erster Bau 1254, zweiter A. 16. Jh., nach Zerstörung 1547
erneuert 1565; ohne archit. Interesse. Portal mit ähnlicher Umrahmung von
Astwerk wie das der Schloß-K.; im Mittel R e l i e f mit der Auferstehung
der Toten nach Hesekiel c. 37; darüber ein zweites mit dem Jüngsten
Gericht. — K a n z e l 1721 aus dem spgot. Altarwerk zusammengesetzt. —

Page 107

Ta u f s t e i n , am Fuße betende Kinderfiguren (vgl. Annaberg; das Motiv
erhält sich bis A. 17. Jh., s. Weißbach AH Flöha).

S. Pauli-K. 1760. A l t a r b a u von reicher Archit., steinerne Freifiguren der
beiden Johannes, Gemälde v. Ch. W. E. Dietrich.

Rathaus ursp. 1496, durch öftere Brände beschädigt; in einigen Räumen
Einzelheiten aus Fr.Renss.

Wohnhäuser. Durch den Stadtbrand im 30jähr. Kriege und andere im 18.
Jh. viel zerstört. Die Überreste zeigen, daß Chemnitz eine reiche Fr.Renss.
der lombardischen Richtung besaß. Das Portal im Hofe der inneren
Klosterstr. no 8 bez. 1542, in der Figur des guten Hirten Anklang an den
Hallenser Backofenschüler (vgl. Portal der Schloß-K.). Sehr gut das Portal
Markt no 15 bez. 1559.

A l t e r t ü m e r s a m m l u n g im König-Alberts-Museum.

C H R I S T E N B E R G . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Das flachged. Schiff hat kleine rom. Fenster, 1817 erhöht und
modernisiert. Chor 1520, 2stöckige Außenhalle als Kanzel. Fränkischer
Steinsarg.

C H R I S T E S . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Wallfahrts-K. am Christusborn. M. 15. Jh. Kleine 3sch. Basilika von 3
Jochen. In der Sakristei wertvolle spgot. Wa n d m a l e r e i .

Bauernhaus. Reicher Fachwerkbau 1619.

D

Page 108

D A G O B E R T S H A U S E N . RB Cassel Kr. Melsungen.

Dorf-K. spätgot. auf rom. Fundamenten. Quadr. Turm mit Spindeltreppe.
Rom. Altarmensa.

D A H L E N . K. Sachsen AH Oschatz.

Stadt-K. Der stark gestreckte Chor mit 3/8 Schluß 1475. Lhs. 3sch. Halle
aus 2. H. 16. Jh., reiches Netzgwb. mit schwächlich [pg 71] profilierten
Formziegelrippen. Portal in feiner, nicht zu reicher Renss. — Stattlicher
spgot. S a k r a m e n t s h a u s . M o s e s s t a t u e (Kanzelfuß) um 1500.
Schöner, interessanter v. Schleinitzscher G r a b s t e i n um 1530 in der Art
des Hans Schickentanz.

Schloß. 1744-51 für Gf. Heinrich v. Bünau. Grundriß in Form eines H.
Außenarchitektur sehr einfach. Im Innern besonders bmkw. der Saal in
weißem Stuckmarmor; die Kinderreliefs in der Art Knöflers, die
Deckenmalerei 1756-59 von A. F. Oeser; von demselben das Treppenhaus
und der Kaisersaal. Bmkw. B i l d n i s r e i h e von Silvestre, Liotard, Graff,
Oeser, Vogel. Meißener P o r z e l l a n z. T. ersten Ranges.

D A N K M A R S H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. 1sch. mit 5seitig polyg. Chor von 1586 und WTurm von 1431, das
Kielbogenportal 1586.

D A R S TA D T. UFranken BA Ochsenfurt.

D o r f - K . 1597, spitzbg. Fenster und Netzgwbb., Ehewappen Zobel-Echter.
— D e c k e n g e m ä l d e bez. Thalheimer 1765. H o c h a l t a r mit reicher
und tüchtiger Sandsteinplastik (Himmelfahrt), alt bemalt, 1598 von Joh.
Juncker. K a n z e l aus derselben Zeit, Holz. — B i l d n i s g r a b s t e i n e der
Zobel v. Giebelstadt 1553 (Art des Peter Dell), 1554, 1560, 1772. —
K e l c h von Stipeldey in Augsburg 1777.

Schloß der Zobel. Zwei durch einen (jüngeren) Zwischenbau verbundene
Giebelhäuser mit runden Ecktürmen, etwa A. 17. Jh.

Page 109

D A U M I T S C H . Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. aus A. 16. Jh., im 18. Jh. für die Verhältnisse prächtig erneuert; die
Brüstungen der Emporen und die flache Decke ganz bemalt; besonders
reich der A l t a r b a u .

D A U T Z S C H E N . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. 1sch. rom. Anlage mit frgot. und bar. Veränderungen. Schiff, Chor
und Apsis in den Breiten voneinander abgesetzt. — Rom. Ta u f s t e i n .

D E H L I T Z U . B . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. Gut erhaltene frühestgot. Anlage des 13. Jh., am eingezogenen,
platt geschlossenen Chor spitzbg. Dreifenstergruppe.

D E L I T Z S C H . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. Backstein mit Sandsteingliedern, spgot. Hallenkirche 1404, Netz-
und Stern-Gwb.; der in den Gr. unorganisch eingefügte WTurm auf älteren
Grundmauern. Die Emporen sollen z. T. noch aus 15. Jh. sein. O e l b e r g
1410; S c h n i t z a l t a r 1437 mit Doppelflügeln von 1492; gelobt ein
T r i p t y c h o n von 1511, ganz gemalt; in der Kreuzkap. ansehnliche
Renss.Grabmäler 1576, 1584, 1614, 1615.

[pg 72]
Gottesacker-K. Wertvoller S c h n i t z a l t a r A. 16. Jh. (das J. 1550 das der
Übertragung, nicht der Entstehung).

Spital-K. spgot. 1sch. Doppelflügeliger S c h n i t z a l t a r .

An Bürgerhäusern einige Renss.Portale. Stadtmauern und 2 Türme.

D E R M B A C H . Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

Kathol. Pfarrk. Reicher Barockbau 1732-36, verwandt den Kirchen in
Bremen und Schleid. 1sch. mit 3 weiteren Kreuzgewölben über reicher
Wandarchitektur. In der 1/2kr. Chornische der imposante H o c h a l t a r mit
korinth. Sll. aus farbigem Stuckmarmor und 4 sehr großen geschnitzten

Page 110

Figg. K a n z e l und Schalldeckel in Stuckmarmor. G e s t ü h l und 4
Beichtstühle gut geschnitzt, Eichenholz. Wa p p e n t a f e l des Abts v.
Dalberg. — Daneben das 1730 erbaute Franziskaner-Kloster.

Evangel. Pfarrk. Sch. 1714. Turm aus sp. Ma. Kirche 3sch. mit
Tonnengewölbe aus Holz. 2 Emporen übereinander auf Rundsäulen. 2 gute
reiche B a r o c k p o r t a l e . H o l z r e l i e f des Abendmahls um 1475, nach
der Tradition aus der Kirche von Hartschwinde bei Dermbach stammend.
Bar. E p i t a p h .

Schloß der Fürstäbte von Fulda 1707, Wappentafel v. Schleifras. —
G a s t h a u s , Fachwerkbau 1613.

D E T T E L B A C H . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Oft veränderter Mischbau. Die spgot. Hälfte könnte als
Hallenkirche geplant gewesen sein; jetzt 1sch. mit umlaufenden Kapellen,
Schluß in 4 (sic) polyg. Seiten. 1770 ein ebenfalls polyg. schließender
WBau angefügt. — Reichliches A l t a r g e r ä t um und nach 1700,
durchweg augsburgisch.

Wallfahrts-K., verbunden mit Franzisk.-Klst. 1610-1614. Ein
Hauptbeispiel des sog. Juliusstils, d.i. eines Kompromisses von SpGotik
und FrBarock. Erhalten blieb aus A. 16. Jh. der graziöse spgot. Chor. Das
Gwb. in kunstvollen »gewundenen Reihungen«, an den Schlußsteinen die
Wappen der Fürstbischöfe Lorenz v. Bibra (1493-1519) und Konrad v.
Thüngen (1519-40). — Der Juliusbau nach neuem Plan und in größerem
Maßstab (aus den Akten geht nicht hervor, welchem der mehreren
Werkmeister der Entwurf zukommt). Qsch. 32 m l., 10,5 m br.; Lhs. 1sch.
20 m. l., 11,5 m br. Der Raumeindruck dem eines Zentralbaues sich
nähernd, in seiner bequemen Weite renss.-mäßig. Decke Tonnengwb. mit
got. gewundenen Reihungen auf Renss.Pilastern. Die Mönchsempore im
nördl. Qsch. 1659 eingebaut. — Äußeres: Verputzbau mit Quaderecken. Die
Formen got. in den spitzbg. Fenstern mit Fischblasenmaßwerk und den [pg
73] abgetreppten Strebepfeilern, renss. in den Gesimsen und dem schweren
Giebelschmuck. Die WFront gibt eine große glatte Fläche als Folie für
einen der prunkvollsten Portalbaue. Dieser in frbar. Formcharakter, von
Mich. Kern 1611-13. Um die nicht große rundbg. Türöffnung eine kolossale

Page 111

Rahmenarchitektur, die in ihren Motiven sich den Altarbauten dieser Zeit
eng anschließt; ebenso in der Anordnung des überreichen plastischen
Figurenwerks. — I n n e n a u s s t a t t u n g . Aus der Juliuszeit nur die überaus
prunkvolle K a n z e l (Sandstein und Alabaster) erhalten, 1626 von M. Kern;
gegenständliches Motiv die Wurzel Jesse; in der dekorativen Empfindung
noch viel Spätgotisches. Im Zentrum großer G n a d e n a l t a r in
Stuckmarmor, von Augustin Bossi 1779; das Gnadenbild (Pietasgruppe) um
1500. — Im K i r c h e n s c h a t z hervorragendstes Stück Monstranz von
Joh. Zeckel (Augsbg), um 1700.

Klostergebäude 1616-20, 4flügelige Anlage in einfachster

Rathaus A. 16. Jh. An der Fassade (Langseite) baut sich nicht ohne
monumentale Wucht eine doppelläufige Freitreppe auf, über dem Podest
eine Laube und über dieser ein polyg. Chörlein; die einfach behandelten
Fenster asymmetrisch verteilt; die Giebel der Schmalseiten mit derber
Blendengliederung. Das Innere großenteils verändert, gut erhalten und
bmkw. die Ratsstube mit Erker und Vorplatz; got.-renss. Kompromiß.

Stadtbefestigung vollständig erhalten, wenn auch in bröckligem Zustande.
36 vollrunde Mauertürme in Abständen von 26-30 m. Gewöhnlich folgt auf
2 kleinere ein größerer. Von den einst 5 Toren noch zwei.

D I E B A C H . UFranken BA Hammelburg.

Pfarr-K. Rom., A. 13. Jh. Kreuzförmiger Chor im Ostturm. Querschiff und
Langhaus stark verändert. — 3 spätgot. H o l z f i g g . E. 15. Jh.

D I E D O R F. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. Einheitlich 1785. Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel in
charakteristischer Zusammenordnung.

D I E N S TA D T. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. Rom. Turmchor; sonst im 15. und 17. Jh. umgebaut. —
S c h n i t z a l t a r nach 1500, wohl der beste der Gegend.

Page 112

D I E T E N B O R N . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Ehem. Kloster. Die spgot. Konventgebäude als Landsitz umgebaut. wenige
rom. Reste der K.

D I E T E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1785. Sandsteinquaderbau, Fenster mit gemusterter
Blankverglasung. Gestühl rok.

Schönes F a c h w e r k h a u s mit Zahnschnitten 17. Jh.

[pg 74]
D I E T L A S . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Schloß Feldeck, ehemals Wasserburg. Im Hof die Zahl 1534. Rechteckige
Fenster 1605 in die ma. Mauern eingebrochen. Viereckiger Bergfried. In der
8 Meter hohen Ringmauer des Hofes ein Rundbogenportal.

D I M B A C H . UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K., ehedem Propstei-K. zu Münster-Schwarzach. Beg. 1325 (Inschr.)
noch mit rom. Reminiszenzen. Chor 1sch., 2 gerade Joche und 5/8 Schluß.
Langhaus flachgedeckt, Basilika in 4 Achsen und 3sch. Westbau mit
Mittelturm. Binnenpfeiler 8eck. (in der 4. Achse südl. eine Säule!);
Scheidbogen in der östl. Achse rund; sonst spitz. Beiderseits vom Chor
quadrat. Kapellen: Anfänge nicht ausgebauter Türme. Vgl. die Doppeltürme
in Haßfurt, Gerolzhofen, Königsberg i. Fr., hier jedenfalls an den analog
disponiert gewesenen rom. Bau von Münster-Schwarzach angeknüpft und
in der Gegend das früheste Beispiel von got. Doppelturmanlage. Gute
A l t ä r e um 1720. Im Hochaltar G n a d e n b i l d , Madonna um 1400, Holz,
von mäßiger Qualität, aber mit originellen Zügen.

D I N G E L S T E D T. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Marien-K. 1688.

Das Franziskaner-Klst. auf dem Korbschen Berge neu. Die Altäre
enthalten alte S c h n i t z f i g g . aus einem der früheren eichsfeldischen

Page 113

Klöster. Bmkw. die S t a t i o n s b i l d e r der Wallfahrt.

D I N G S L E B E N . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Alte Gründung. Der jetzige Bau 1730-42. Einfaches Rok. mit
Emporen. Die Ausstattung gibt ein einheitliches und bezeichnendes
Gesamtbild. — Vom älteren Bestande der spgot. Ta u f s t e i n .

D I P PA C H . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. mit ma. Chor-Turm. Das Sch. mehrfach erneuert. — Ta u f s t e i n
1649 mit guten Skulpturen.

D I P P O L D I S WA L D E . K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Marien-K. Von der älteren Kirche der WTurm, M. 13. Jh.; die 4 durch
gegliederte Bogenfriese geteilten Stockwerke treppen sich zurück. Das
Portal rom. organisiert, aber spitzbg. geschlossen; es war eine offene
laubenartige Vorhalle beabsichtigt wie in Wechselburg. Im übrigen spgot.
Halle auf fast quadr. Gr.

Nikolai-K. Gut erhaltene Basilika im Üb. St. wohl erst nach M. 13. Jh. (im
20. Jh. erneuert von Lossow und Kühne); Lhs. flach gedeckt, Chor mit
Kreuz-Rippengwb., an den Ecksll. frgot. Laubkaptt. Das 3sch.
Gemeindehaus 22 : 19,5 m. sehr breit im Msch., quadr. Vorchor, Apsis
unregelmäßig polyg. (5/10). [pg 75] Die niedrigen rck. Pfll. haben gegen
das Msch. eine eckige Vorlage, um welche sich das Gesims verkröpft, die
Arkaden spitzbg., ebenso der Triumphbg. Die Fenster nicht in den Achsen;
sie schließen rundbg., das Portal spitzbg. mit einfachem Windberg. Sonst
das Äußere schlicht, Bogenfriese, keine Lisenen. Ein Turm ist nicht und
war nie vorhanden. — Das Innere war reich b e m a l t ; zwischen Arkaden
und Fenstersohlbank Einteilung von 30 Feldern in 2 Streifen erkennbar. —
F l ü g e l a l t a r (rest.), Schrein geschnitzt, die Flügel auch auf der Innenseite
bemalt, um 1520, über den Meister s. Oberbobritzsch.

Schloß, wesentlich 16. und 17. Jh. Den architektonisch wichtigsten Teil
bildet die Hofseite. Das Mittelhaus im Charakter der Bauten des Kurfürsten

Page 114

Moritz, also um 1530-40. Interessant die Pilasterordnung nach ital. Vorbild.
Proportionen nicht gelungen, doch reizvoll die Einzelheiten.

Rathaus E. 15. Jh., NGiebel 1540. Rundbg. Portal mit verschränktem got.
Stabwerk und Sitznischen, darüber Wappen bez. 1534. Auf Konsolen 2 gute
Statuen, Maria und Laurentius, A. 16. Jh.

Haus am Markt no 19, Renss. Portal bez. 1543, von Pilastern ähnlich denen
am Schloß flankiert, in den Zwickeln Delphine.

D I T T E R S B A C H . K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. 1662, 1sch., Holzdecke, 3/8 Chor, WTurm 1721. — G r a b s t e i n
der Familie v. Kiesenwetter 17. und 18. Jh.

D I T T M A N N S D O R F. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. 17. Jh. Interessanter Gewölbebau mit steinernen Emporen.

D Ö B E L N . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. S. Nikolai. Nach Brand 1333, rest. 1497 und 1885. Hallenkirche
von 4 Jochen, Ssch. platt, Msch. aus 8Eck geschlossen. Pfll. glatt 8eckig,
Gwbb. auf Konsolen, in dem Ssch. kreuzf., im Msch. sternf.,
Fenstermaßwerk z. T. aus 14. Jh. Mäßiger WTurm, die oberen Teile nach
Bränden 1629 und 1730. — Bedeutender S c h n i t z a l t a r A. 16. Jh.
vielleicht von Hans Degen; im Schrein 3 fast lebensgroße Statuen, auf den
Flügeln je 2 Heilige in Hochrelief, reiche durchbrochene
Krönungsarchitektur; das Ganze ca. 11 m h. — K a n z e l vom Tischler
David Schatz 1599. — Ta u f s t e i n , prächtig aus Sandstein und Marmor,
1603. — E p i t a p h e des Bürgermeisters Zimmermann, Holz, 1662; des G.
Petsch, Sandstein, 1617. — Bmkw. K e l c h ca. 1470.

Gottesacker-K. neu; von der alten verwendet die bemalte hölzerne D e c k e
von Hans Dittmann 1685.

Rathaus. Umbau 1571, 1733. — A l t e r t u m s m u s e u m .

Wohnhäuser. Einige Renss. Tore und Fenster.

Page 115

[pg 76]
D Ö B E N . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Im OTurm rom. Formen; Chor 1507. — S c h n i t z a l t a r 1594,
wohl vom Leipziger Valentin Silbermann. — Rom. G r a b s t . , wohl für den
Burggrafen Konrad v. Döben, andere 1605, 1633.

Schloß, 14. und 17. Jh., nach Brand 1857 renoviert.

D O B E R G A S T. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. Neubau 1866. Vorher sprom. Backsteinbau, durch das Material
eine für diese Zeit und Gegend ungewöhnliche Erscheinung.

D O B I C H A U . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Kirche. Neubau 1801, also aus einer Epoche, die für den Kirchenbau wenig
übrig hatte. Klassizismus in ärmlicher Gestalt.

D Ö H L E N . K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. neu; zahlreiche i k o n . G r a b s t . 16. und 17. Jh., darunter einige
gut charakterisierte martialische Gestalten aus dem 30j. Kriege. Auf dem
Kirchhof feiner jonischer Rundtempel als D e n k m a l für A. Ch. v.
Schönberg 1801.

D O H N A . K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. Spgot. Hallenkirche, 1833 im W um 1 Joch vergrößert. Der
Formcharakter paßt zu der an der OChorwand befindlichen Inschr. 1489.
Schlanke Rundpfll. ohne Kapitelle. Die Rippen sitzen am Schaft wie
abgebrochen und greifen, einander überschneidend, aus einem Joch ins
andere über. An den Gwbb. einfaches Sternmuster; der an der SOEcke
eingreifende Turm in den unteren Teilen aus älterer Bauepoche;
Achteckchor. — S c h n i t z a l t a r um 1500, mit besonders reicher in
Laubwerk aufgelöster Krönung. — Ta u f s t e i n , 6eckig, überzogen mit
Maß- und Laubwerk in vielfachen Überschneidungen. — Pfarrhaus 1493.
Tür mit Vorhangbg.

Page 116

Schloß der Burggrafen von Dohna, 1402 zerstört, Fundamente erkennbar.

D O M M I T S C H . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Stadt-K. Spgot. Hallenkirche in Backsteinrohbau. Gwb. im 7j. Kriege
zerstört. WTurm. Rathaus einfacher, stark veränderter Renss.Bau.

D O R F P R O Z E LT E N . UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. Gute H o l z f i g g . der Madonna um 1460 und St. Sebastian um
1500. — Messingkronleuchter mit kleiner Doppelmadonna 1. H. 17. Jh. von
Hans Klanbacht.

D Ö R I N G S TA D T. OFranken BA Staffelstein.

Pfarr-K. Chor 1412, Lhs. 1716.

D Ö R N A . Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

Dorf-K. 1713. Großer Ta u f s t e i n mit Maßwerk etwa 14. Jh.

[pg 77]
D O R N B U R G . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stadt-K. 1576, spgot., 1717 umgebaut. — We i n k a n n e und K e l c h
schöne Augsburger Arbeiten.

3 Schlösser, das steile Felsenufer der Saale malerisch krönend. 1. D a s
n ö r d l i c h e . Rom. 8eck. Hauptturm, Palas und Nebengebäude rom. und
spgot., großer Küchenbau. Im sog. Pfalzgrafenzimmer verrestaurierte
Wandmalerei des 16. Jh. 2. D a s m i t t l e r e . Reizender Rok.Bau um 1740.
Von Italienern erbaut und dekoriert. Graziöse Stuckdecken. Von jedem der 3
Geschosse gelangt man auf eine andere Terrasse des Gartens. 3. D a s
s ü d l i c h e . Spätrenss. Am Portal bez. 1608. Im Innern Türen mit Intarsien.
Die drei Goethezimmer in Empire.

D O R N D O R F. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Page 117

Dorf-K. ern. 1727; Emporen und gemaltes Brettergwb., im O über
mittelalterl. Resten Turm mit gefälliger Haube.

D O R N H A G E N . Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. Unter späteren Umbauten der rom. Mauerkern des Lhs. erhalten,
ebenso der Ansatz zu einem westl. Glockenhaus ursp. in voller Br. des
Schiffs, mit diesem durch Doppelarkade verbunden. Sprom. Umbau, aus
welchem die Fenster des Obergeschosses. Im Lhs. got. Gwb. — Reste der
ma. F r i e d h o f s b e f e s t i g u n g .

D O R N H E I M . Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

Dorf-K. alt. — E p i t . des Chr. v. Entzenberg. 1585.

D O R N R E I C H E N B A C H . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. erneuert 1653. — G r a b d e n k m ä l e r des 16. und 17. Jh.,
schlichte tüchtige Arbeiten.

D Ö T H E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. rom., umgebaut. — K r e u z i g u n g s g r u p p e , lebensgroß, Holz,
15. Jh.

D R A C K E N D O R F. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. spgot. und 1653. — Bmkw. 3 Ö l g e m ä l d e , die einst den
Kanzelbau von 1643 schmückten.

Lobdaburg. Die sog. obere Burg, eine Vorburg am Rande des
Bergplateaus, ganz zerstört. In der mittleren steht der Palas in 3
Geschossen, rom., 12. Jh.; an der SSeite des Rittersaales kunstreiche
Arkadenfenster. Kaminanlage. Der NFlügel enthielt eine geräumige
Kapelle, von ihr erhalten 2 Rundbogenfenster und eine als Erker
vorgekragte Altarnische. Am Westrande Turmstumpf mit Zisternenanlage.
— Die untere Burg gehört zu Sachsen-Weimar (vgl. Lobeda).

D R E I T Z S C H . Sachsen-Weimar VB Neustadt a.d.O.

Page 118

Dorf-K., umgebaut 1703; Holzdecken und Emporenbrüstungen mit
historischen und ornamentalen M a l e r e i e n reich staffiert.

[pg 78]
D R E S D E N . K. Sachsen.

Kirchen

Annen-K. Nach Brand im 7j. Kriege vollkommen neu gebaut 1765-69 von
J. G. Schmidt. Rechteck (33:23 m) mit 1/2kr. Abschlüssen. Emporen
zwischen leichten Pfll. auf ovalem Gr. Flache Holzdecke. Neuerdings
Umbau zur Gewinnung besserer Beleuchtung 1907 von R. Schleinitz.
[Denkmäler in mehrere Sammlungen zerstreut, u.a. bedeutender
Renss.Altar von Hans Walther.]

[Bartholomäus-K. An Stelle eines ma. Baues Neubau 1564, abgebrochen
1839. Erhalten hat sich einiges von den Mobilien, jetzt im Stadtmuseum.]

Dreikönigs-K. [Die ma. K. stand an anderer Stelle.] Neubau 1732-39. Der
Plan von Pöppelmann, der innere Ausbau von Bähr. Einfaches Rck. Im W
eingebaut ein quadr. Turm. An dessen Innenseite eine hohe Nische für den
Altar. Seitlich Vorhallen und Treppen, eine zweite Vorhalle im O. Für das
Gemeindehaus bleibt ein Raum von 45:28 m. Daraus ein ovaler Mittelraum
abgegrenzt. In dem schmalen Ssch. 2 Ränge Emporen. Muldenförmiges
Holzgwb. (Die oberste Empore 1891 beseitigt.) Ausbildung der Schauseiten
ganz einfach. Das WPortal aus dem älteren Bau herübergenommen. Der
Turm 1854 vollendet.

[D r e i k ö n i g s a l t a r ; nur der Schrein erhalten (Altert.-Ver.), vielleicht von
Hans Eiffländer A. 16. Jh.; die Flügelreliefs von geringerer Hand.] — Der
jetzige A l t a r 1738 mit schönem Gitter, die Plastik von B. Thomä.
K a n z e l aus der älteren K., 1688. — Statue der D o r o t h e a S t u b i n g
( † 1677), von einem größeren Denkmal, tüchtige Arbeit (Altert.-Ver.). —
G e m ä l d e : Kreuzigung und Kreuzabnahme, in der Art Wolgemuts, doch
geringer; P a s t o r e n b i l d n i s s e 1698-1818. — Unter dem A l t a r g e r ä t
manches bmkw.

Page 119

Frauen-K. An Stelle einer älteren spgot. erb. 1726-1738 vom
Ratszimmermeister George Bähr, letzte Arbeiten bis 1743. Nach einer
langen Epoche kleinmütiger Bescheidenheit erhebt sich hier der
protestantische Kirchenbau zum erstenmal wieder seit Paul Frankes
Wolfenbütteler Marienkirche (1604) zu einem großen und freudigen
monumentalen Entschluß. Das Zweckliche der Predigtkirche ist sorgfältig
durchdacht, aber Bähr bleibt nicht daran kleben. Er kehrt den
geometrischen Spielereien in den Grundrißlösungen vieler Vorgänger den
Rücken und nimmt die durch die Jahrhunderte geweihte Form der einfachen
Rotunde für den Hauptraum auf. Die auf 23,5 m im Lichten gespannte
Kuppel wird getragen von 8 durch Rundbogen verbundene Oblongpfeiler,
zwischen ihnen Emporen [pg 79] in 7 Rängen, seitwärts gegen die
Umfassungsmauern Verbindungsgänge zu den sehr bequemen und
ausgiebigen Treppen, so daß die 3600 Sitzplätze fassende Kirche sich
schnell und sicher entleeren kann. Zuzugeben ist, daß die Lösung ästhetisch
doch nicht ganz befriedigt. Denn die Emporen sind hier ein nur vom
sachlichen Zweck, aber nicht vom baulichen Organismus geforderter
Appendix. Sie bringen eine Unruhe in den Raum, die ein Zentralbau am
wenigsten vertragen kann. Zur Entschädigung hat Bähr es gewagt, dem
Außenbau eine an einer protestantischen Kirche bisher unbekannte Kraft
und Bedeutsamkeit zu verleihen. Zwar keine Pracht. Die Formen sogar von
ziemlich trockener Bürgerlichkeit. Aber der Hauptumriß ganz ausgezeichnet
gut, würdevoll und zugleich graziös elastisch. Der Grundriß erscheint hier
quadratisch, in den Mitten und an den abgestutzten Ecken durch Risalite
belebt, welche die Aufwärtsbewegung der Masse sehr glücklich einleiten.
Von ganz origineller Wirkung, dabei konstruktiv voll Zweckmäßigkeit der
konkav geschwungene Kuppelhals.

Der alte Frauenkirchhof mit seinen 112 Erbbegräbnissen 1722 Kunstwert.
Jetzt z.T. in andern Kirchen, z.T. im Stadtmuseum. In der K. ein
S c h m e r z e n s m a n n in Marmor vom zerstörten Epitaph des Kanzlers
Pfeifer um 1634, von Hegewald oder einem andern Schüler Nossenis. [Epit.
Bünau von Hans Kramer im Alt. Museum.]

Friedrichstädter-K. 1728-32. Die Anlage erinnert an die Dreikönigs-K.
und soll, gleich dieser, von Pöppelmann herrühren. Das Äußere zeigt den

Page 120

Meister des Zwingers in einer bis zu erstaunlicher Nüchternheit sich
herbeilassenden Beschränkung. —

Kath. Pfarr-K. S. Michaelis, erb. 1748 als Kap. des K. Krankenstifts.

Josephinenstift und Kirche, 1760 von Ch. F. Exner.

Reformierte K. 1760 von Samuel Locke.

Kathol. Hof-K. von Gaetano Chiaveri aus Rom 1738-46; nach
Unterbrechung fortgesetzt von Knöffel und Schwarze, aber ohne
Planveränderung. Die Formen römischer Spätbarock, die Anlage
unrömisch. Als basilikaler Langbau mit Chorumgang und hohem Frontturm
erinnert sie, ganz allgemein gesprochen, an den deutsch-gotischen
Kirchentypus; nebenbei auch etwas an die Schloßkapelle in Versailles. In
allen Einzelheiten ist die Grundrißlösung originell. Das hochräumige, 52 m
lange Msch. schließt am östl. wie am westl. Ende im 1/2Kreis. Die
Langseiten haben 6 relativ enge Joche. Verdoppelte [pg 80] Sschiffe. Über
den inneren eine Empore, die auch über die runden Endigungen sich
fortsetzt. Auch der Aufbau scheint in der Gliederung der Pfeiler und der Art
ihrer Verbindung mit dem Gewölbe (Tonne mit Stichkappen) gotisch
inspiriert. Sehr originell die äußere Silhouette. Die Dächer ganz flach
geneigt und durch Attiken mit Balustraden und dichtem Statuenkranz
verdeckt, so daß für das Auge rein horizontale Abschlüsse entstehen. Der in
Pfeiler- und Säulengruppen aufgelöste Turm (83 m H. gegen 93 m
Gesamtlänge) führt einen Gedanken weiter, den zuerst Borromini in Sta.
Agnese an der Piazza Navona ausgesprochen hat. Zu allen römischen
Barockkirchen im Unterschied, wieder mehr im Sinne einer gotischen
Kathedrale, die am Außenbau gleichmäßig an allen Seiten durchgeführte
Pracht. Dagegen fehlt dem Innern die spezifische Barockpoesie, die an
gleichzeitigen süddeutschen Kirchen so stark ist; es wirkt bei aller Wucht
der Formen frostig. Auffallend u. a. die geringe Rolle der Stuckdekoration.
— H o c h a l t a r , mit dem über 9 m hohen Gemälde von Christi
Himmelfahrt, von Raf. Mengs 1752 ff. Seitlich M a r i e n a l t a r und
J o s e p h s a l t a r von demselben 1750 und 1751. Die Gemälde in den
Kapellen von Italienern und Franzosen; wenig bedeutend. Unter den
D e c k e n b i l d e r n möchte das kräftigste das in der Benno-Kap. von Anton
Maulbersch sein. In der Nepomuk-Kap. malte Karl Palko. — K a n z e l von

Page 121

Permoser und Hackl, Holz in Weiß und Gold staffiert; die Bühne von einem
schwebenden Wolkenknäuel mit Evangelisten und Engeln getragen; im
Gegensatz dazu Brüstung und Treppengeländer in einfachen Flächen; am
Schalldeckel Trophäe der Marterwerkzeuge. — We i h w a s s e r b e c k e n ,
Muschel auf einer Wolke, aus der Engelsköpfe hervorlugen. — Im Umgang
B e i c h t s t ü h l e von Hackl. — Im NWSchiff weichlich virtuose S t a t u e
d e r h . M a g d a l e n a von Francesco Baratta. J o h a n n e s d . T. in der
Tauf-K. des SOSchiffes angebl. von Lorenzo Bernini (??). In der Gruft
S t a t u e C h r i s t i an der Martersäule von Balthasar Permoser 1721. Die
59 doppeltlebensgroßen Standbilder an den Dachbalustraden von Lorenzo
Mattielli. — Ausgezeichnet vertreten ist die Goldschmiedekunst der Zeit
durch Arbeiten von Drentwett und Bauer, beide Augsburger.

Kreuz-K. Gegr. gleichzeitig mit der Stadt um 1200; zweimal vollständig
erneuert: 1491 und 1760. Vom spgot. Bau sind Grundriß und Ansichten
erhalten: Hallenbau in der Richtung der Erzgebirgsschule. Der etwas ältere
Chor war in seiner reichen Dekoration an Streben und Fenstern der Marien-
K. zu Bernburg ähnlich und rührt von denselben Meistern her, Hanns [pg
81] und Matthias Kumoller. — Der jetzige Bau nach der Zerstörung des
vorigen im 7j. Kriege erb. 1764-92. Langer Streit um den Plan zwischen
dem Ratszimmermeister J. G. Schmidt (Schüler Bährs und dadurch
Vertreter der deutschen Barocktradition) und dem Hofbaumeister und
Akademiker Krubsacius (der dem eben aufkommenden Pariser
Klassizismus zuneigte). Ein Gutachten Chiaveris verhalf Schmidt zum
Siege. Die Anlage ein Kompromiß zwischen zentraler und longitudinaler
Grundform. Von dem rechteckigen Umfang kommt der WBau für Turm und
Emporentreppen in Abzug; ferner sind am OEnde die Ecken abgerundet; als
Gemeindehaus verbleibt ein Quadrat, in dem aber doch wieder durch
elliptischen Grundriß der Emporen die west-östl. Achse stärker betont ist.
Die Emporen gestützt auf wenige schlanke, die Übersicht nicht hemmende
Pfeiler. Ihretwegen kein massives Gewölbe, sondern nur ein verputztes
Schalwerk gewagt. Der Außenbau nach Schmidts Tode (1774) von Chr. F.
Exner. Der Turm erst 1788 von G. A. Hölzer, im einzelnen ohne Reiz, aber
mit seinen wohlproportionierten Maßen ein sehr glückliches Element in der
Stadtsilhouette. — Das Innere nach Brand 1897 von Schilling und Gräbner
durchgreifend umgestaltet, in der Lichtführung verbessert und in der
Dekoration mit frei modernen Einzelheiten.

Page 122

Sophien-K. Die einzige K. Dresdens, von der noch wesentliche Teile ihrer
ma. Gestalt erhalten sind. Erb. 1351 für das (1265 gegr.) Barfüßerklst.
Hallenkirche von 2 Schiffen und 2 Chören. Um 1400 die Kap. der Familie
Busmann angebaut, Gwb.Konsolen mit Bildnisköpfen. — 1421
Erweiterung der K. nach W. In Reformation profaniert, 1602 wieder als K.
umgebaut. 1737 der protestantische Hofgottesdienst aus der Schloßkapelle
hierher verlegt, wobei sämtliche Ausstattungsstücke mit übernommen. 1834
und 1864 Überarbeitung im Sinne akademischer Neugotik. Letzte
Neueinrichtung 1910. — Von der alten Ausstattung im 19. Jh. vieles
entfernt. H a u p t a l t a r 1606 von dem Hofarchitekten Giovanni Maria
Nosseni aus Lugano unter Mitwirkung von Sebastian Walther. Aufbau aus
mehrfarbigem Marmor in schulmäßiger italienischer Hoch-Renss., nur das
seitlich den Umriß belebende Schnörkelwerk aus der deutschen
Formenwelt. [Das h. Grab der Busmann-Kap. aus A. 15. Jh. im Mus. des
Altert.Ver.] G r a b m a l N o s s e n i s ( † 1620) beg. 1616; wohl von ihm
selbst seine knieende Bildnisstatue, ein Meisterwerk vornehmer
Charakteristik, geringer seine drei Frauen. Von seinen Schülern Sebast.
Walther und Hegewald der Schmerzensmann, eine Transposition von
Michelangelos Christus in der [pg 82] Minerva zu Rom. E p i t a p h e : v.
Osterhausen 1615 von Hans Reis; Marcus Gerstenberger 1613, wohl dazu
gehörig das Marmorrelief der Grablegung, manieristisch falsches Pathos bei
meisterhafter Durchbildung (von Nosseni?). Großes Alabasterrelief der
K r e u z t r a g u n g von einem Unbekannten aus A. 17. Jh. Epitaphe für Paul
John 1631, R. v. Bünau 1643 (Stadtmuseum), Herzogin Sophie 1653, A. v.
Schönberg 1688. Lange Reihe von Hofpredigerbildnissen; Engelschall von
R. Mengs, Strauß und Hermann von A. Graff.

Profanbauten

Königl. Schloß. Große unregelmäßige Baugruppe, deren Bestandteile
infolge vielfacher Veränderungen sich nicht mehr leicht historisch scheiden
lassen. Vom ma. Bau (letzte Erweiterung 1471-76) sind einzelne Mauerteile
(Flügel an der Schloßstr.), doch keine Kunstformen erhalten. Das 16. Jh.
wandelte die Burg zum Schloß um. 1701 wütete ein schwerer Brand. Nur
das Innere wurde von August dem Starken mit Pracht neu eingerichtet, das
Äußere in unscheinbarer Weise eilfertig instand gesetzt. Der König trug sich
längere Zeit mit dem Plane eines neuen Schloßbaues an anderer Stelle. —

Page 123

Mit dem G e o r g e n b a u 1533 (nach der Überlieferung von Hans
Schickentanz) hielt die Renss. ihren Einzug in Dresden. Beim Brande 1701
nur das Erdgeschoß erhalten. Das eine der beiden P o r t a l e beim Umbau
1899 in den Winkel gegenüber der kath. Hof-K. versetzt; der reiche Dekor
in ausgeprägt lombardischem Stil; die ursp. Bekrönung war höher, ein zu
ihr gehöriges Relief in der Durchfahrt zum Jagdtor. Fries mit To t e n t a n z
im Mus. des Gr. Gartens. — M o r i t z b a u . Ein vollständiger Um- und
Vergrößerungsbau begann 1548. Entwurf von Caspar Vogt, Oberaufsicht
von Hans Dehn. Unter den folgenden Regierungen weitere Um- und
Zubauten. Den Zustand E. 17. Jh. zeigt das bmkw. große Modell im Grünen
Gewölbe. Als Hauptfassade hat die WSeite des großen Hofes zu gelten. In
der Mitte erhebt sich der mächtige, aus dem ma. Bau herübergenommene
Hausmannsturm, überhöht und mit Bar.Helm versehen 1674 von Klengel.
Vor ihn legte sich der große Altan in 3 Geschossen offener Bogenhallen; er
sollte, da der Turm keine Türen hatte, die Verbindung zwischen den beiden
Hälften vermitteln (1896 wurde er um 2 m vorgerückt). Das jetzt das
Erdgeschoß des Hausmannsturms durchbrechende Grüne Tor nach 1691.
Aus der Zeit Moritzens stammen die in die Winkel des Hofes verlegten
großen Treppentürme (»Schnecken«) aus dem 8Eck mit rundem Oberbau,
und die ihnen zunächst liegenden Zwerchhäuser. Nur die Schnecken [pg 83]
und der Altan haben architekt. Gliederung; die sonstige Fassade ist glatter
Verputzbau; die sie schmückende sehr reiche Sgraffitomalerei (von den
Italienern Ricchini und de Thola) ist verschwunden. Am Altan die erste
Brüstung mit Reliefs, wohl von Hans Walther. — Das Tor an der
Schloßstraße 1589; kräftige Rustikasäulen dorischer Ordnung tragen einen
Metopenfries; der Aufsatz umgestaltet. Der K l e i n e S c h l o ß h o f 1592
von Paul Buchner in derber deutscher Renss. Der Durchgang zum Großen
Hof nebst Portal in vornehmeren Barockformen 1682. — Von der i n n e r e n
E i n r i c h t u n g der älteren Teile ist infolge von Bränden und Umbauten
wenig übrig: Die Deckenmalerei im sog. Wettinzimmer von Hans
Willkomm und Gg. Fleischer; dagegen von Italienern die Decke des sog.
Porzellanzimmers im Hausmannsturm; zartes Groteskenornament in Stuck
auf farbigem Grunde in der Art der raffaelischen Loggien, speziell an
dessen in Genua tätigen Schüler Perino del Vaga erinnernd (vielleicht aus
der genuesischen Künstlertruppe, die 1538 nach Prag berufen war). — Aus
der ersten Zeit August des Starken stammt die Ausstattung der Chambre de
lit und des Thronsaals. — Von den 7 Räumen des Grünen Gewölbes

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besitzen das »Silberzimmer« und der »Preziosensaal« Stuckdecken aus 16.
Jh.; andere haben 1721-24 ihre Dekoration erhalten, als August der Starke
in ihnen den unvergleichlichen Schatz von Edelmetallarbeiten, der noch
heute dort bewahrt wird, aufstellen ließ. — Aus letzterer Zeit auch der
»Gardesaal« nahe der »englischen Treppe«; diese ist älter, von 1669. —
Verschiedene Nebengebäude, wie das Ballhaus und das Komödienhaus,
sind verschwunden. — Die S c h l o ß k a p e l l e , im Moritzbau im S des
Hausmannsturms, wurde 1602 und 1662 umgebaut, nach dem Übertritt des
Kurfürsten Friedr. August I. zur kathol. Kirche 1737 dem Gottesdienst
entzogen und zu den Wohnräumen geschlagen. Der erste Bau unter Moritz
folgte dem Typus der Schloßkapelle zu Torgau. Davon hat sich das (an den
Jüdenhof versetzte) herrliche P o r t a l erhalten, bez. 1555, Formen und
Verhältnisse in rein italienischem Geist, doch von einem Deutschen (Hans
Walther ?, Christoph Walther?) Der A l t a r b a u von 1602, von einem der
Walther, ist in die Schloßkapella zu Torgau übergeführt. Der Ta u f s t e i n
jetzt in der Sophienkirche, um 1555, mit Veränderungen 1602. Ebendahin
gelangten die wertvollen A l t a r g e r ä t e .

Palais am Taschenberg. 1707 ff. unter starkem Anteil von Pöppelmann.
Die 48 m breite Front hat 19 Fensternischen und 4 Geschosse. Das
Mittelrisalit springt wenig vor, ist aber durch reichen Fensterschmuck
ausgezeichnet. Im Innern eine großartige [pg 84] (nur zur Hälfte erhaltene)
Treppenanlage. 1756 ff. die seitl. Erweiterungsbauten unter Leitung von
Schwartze. Die köstlichen Brunnen und sonstigen plastischen Arbeiten von
Gottfr. Knöffler. Von der alten Einrichtung erhielt sich nur die Kapelle.

Kanzleihaus (jetzt Hofapotheke), 1567 von Hans Irmisch; die
Sgraffitomalerei, von Benedikt de Thola, zerstört; einige Mobilien aus der
Erbauungszeit.

Stallhof (heute Johanneum und Gewehrgalerie). 1. Der kurfürstl. Stall,
1586 ff. von Paul Buchner; nach Ausweis alter Zeichnungen eine nicht nur
sehr ausgedehnte, sondern auch überraschend glänzende Anlage,
Sgraffitomalerei an den Wänden, reich dekorierte Zwerchhäuser am hohen
Dach; jetzt ganz verunstaltet. 2. Der »lange Gang«, seit 1731 als
Gewehrgalerie benutzt; die 53 Fürstenbildnisse (meist von Heinrich Göding
ca. 1570-80) haben nur dekorativen Wert, die 29 Turnierbilder nur

Page 125

kulturgeschichtlichen. Außen das derbkräftige »Jagdtor«, die Bildwerke von
Andreas Walther. 3. Der »Stallhof« selbst; im 18. Jh. für die
Gemäldegalerie umgebaut; seither weiter verändert. Zwei prachtvolle
bronzene Säulen (1588) auf dem Hofe dienten beim Ringelrennen.

Zeughaus (heute Albertinum) 1559-63 von Paul Buchner, gebürtig aus
Nürnberg, bis dahin in den Niederlanden tätig, von wo er die reiferen
Renaissanceformen einführte. 4 Flügel umgeben ein gestrecktes etwas
verschobenes Rechteck. Das Erdgeschoß (das sich allein in ursp. Gestalt
erhalten hat), wird durch toskanische Säulen rundum in zwei Schiffe geteilt;
erhalten ferner 2 Tore gegen W in Rustikaarchitektur.

Zwinger. 1711-22 von Matthäus Daniel Pöppelmann (1662 bis 1736). Die
monumentale Gestaltung eines Renn- und Festspielplatzes, dergleichen um
jene Zeit in Florenz, Wien und Paris öfters, in Dresden selbst im Jahre
1709, in provisorischer Holzkonstruktion zur Ausführung gekommen
waren. Etwas von der phantastischen Pracht der Bühnenarchitektur ist auf
die Anlage übergegangen, aber gemäßigt durch eine hohe, klare und für den
gegebenen Zweck überaus glückliche Grundrißdisposition. Den Zwinger
von der SWHauptpforte betretend, hat man vor sich einen Hof von 106 m
Tiefe und 107 m Breite; aus den Langseiten treten Flügel mit
Segmentbogenschluß hervor, wodurch das Ganze kreuzförmige Gestalt
erhält, mit Erweiterung der Querachse auf 204 m. Die dem Eingang
gegenüberliegende Seite (wo jetzt Sempers Galeriegebäude steht) blieb
offen und man weiß nicht genau, mit welchem Programm Pöppelmann hier
zu rechnen hatte. (Vor der Eingangseite zog sich der breite Stadtgraben
[jetzt Ostraallee] [pg 85] hin und links schlossen sich die hohen, schon
damals mit Bäumen bepflanzten Wälle an). Den großen Hof umgibt eine
Pfeiler- und Bogenhalle auf hohem Sockel. Aus ihr erheben sich mehrere
Pavillons, 4 an den Langseiten des Mittelhofs und 2 am Schluß der
Kreuzflügel. Von ihnen aus schaute die Hofgesellschaft den Spielen zu,
während die Arkadengänge eine Orangerie enthielten; mit diesem Zweck
hängen die vor jeder Arkade angeordneten Konsolen zusammen. — Über
der genialen Phantastik der Behandlung darf der Wert der Gesamtanlage
nicht übersehen werden: der wundervolle Rhythmus des Grundrisses und
die hohe Angemessenheit der Proportionen des Aufbaues. Der Stil der
Zwingerarchitektur hat mit dem Rokoko historisch nichts zu schaffen, ist

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ihm auch nicht stimmungsverwandt; er ist aus umfassenden italienischen
Studien hervorgegangen; selbst Palladio dürfte mit seinen Villenentwürfen
nicht ohne Einfluß gewesen sein. Charakteristisch für den Zwingerstil ist
die enge Verbindung von Architekturformen mit f i g ü r l i c h e r P l a s t i k .
Je einer der 4 Saalbauten ist in seiner Dekoration Jupiter, Neptun, Vulkan
und Apoll gewidmet. Von Permoser der Atlas auf dem Wallpavillon, die
vier Jahreszeiten am Eingangspavillon, die Entwürfe zu den Faunen unter
den Konsolen vor den Arkaden; anderes z.T. spät; so die Statuen am
Uhrpavillon von J. B. Dorsch 1785. — Außerhalb des Hofes im nördl.
Winkel das Nymphenbad; das im südl. Winkel gelegene große Opernhaus
ist nach Brand 1849, das kleine 1841 abgebrochen.

Palais im Großen Garten. Der Garten beg. 1676 unter Johann Georg II.;
schnurgerade Alleen, Rennbahn für Reiterspiele, Naturtheater, Irrgarten,
Wasserkünste, zahlreiche Pavillons (im heutigen Bestande aber nur in
einzelnen Andeutungen noch zu erkennen). In der Mitte das P a l a i s , 1679
von Oberlandbaumeister J. G. Starke. Es sollte »italienisch« gebaut werden.
Anklänge speziell an die Gartenpaläste Genuas (durch das Buch von
Rubens sehr bekannt) nicht zu verkennen. In der Verbindung des
Monumentalen mit dem Anmutig-Heiteren eine ausgezeichnete Leistung.
Gr. gestreckter Mittelbau mit kurzen, nach beiden Seiten vorspringenden
Querflügeln. Im Aufriß folgen sich: Erdgeschoß in Rustika; Hauptgeschoß
mit Pilastern und großen Fenstern; Attika als Halbgeschoß. Der Mittelbau
hat auf beiden Seiten eine weitläufige Freitreppe in der Höhe des
Erdgeschosses und ein Mittelrisalit mit gekuppelten Sll., toskanisch im
Erdgeschoß, jonisch im Hauptgeschoß. Die Mauerflächen neben ihr und
über den Fenstern sind mit Festons und Draperien [pg 86] geschmückt;
ferner spielen Nischen mit Statuen und (im Attikageschoß) Büsten eine
Rolle. Auf dem mittl. Dachfirst eine Balustrade mit Vasen. Im ganzen
herrschen gerade Linien, wie überhaupt der Bau mehr renaissancemäßigen
als barocken Charakter hat. Der den ganzen Mittelbau einnehmende Saal in
seinem gravitätischen Prunk sehr eindrucksvoll; Gliederung der Wand
durch Nischen mit überlebensgroßen Standbildern antiker Göttinnen (vom
Niederländer Dierks), Buntmarmorsäulen, schwerem verkröpftem
Hauptgesims, Spiegelgewölbe — alles kraftvoll mit Stuck und Farbe
dekoriert. — Die Marmorstatuen und Vasen des Gartens (einst 150) in Rom
und Venedig bestellt, von Baratta, Balestra, Corradini und angebl. auch

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Bernini, von dem aber heute nichts mehr nachzuweisen. Die in entfernteren
Teilen zerstreuten Sandsteinbildwerke meist von deutschen Künstlern;
bmkw. die Apotheose eines Fürsten (Eugen v. Savoyen?) von Permoser
(ursp. an anderem Ort). —

Japanisches Palais in der Neustadt. Hieß ursp. »holländisches«. Erster Bau
1715 von Pöppelmann für Gf. Flemming. Dann vom König angekauft und
1729-41 umgebaut und vergrößert von Pöppelmann ( † 1733) und
Longuelune unter Oberleitung des Generalintendanten Jan de Bodt.
Pöppelmann gehört der Elbflügel und der Arkadenhof. — 4 Flügel im Rck.,
außen 74 : 56 m. Jede Langseite durch Eck- und Mittelvorlage, jede Vorlage
durch Pavillondach herausgehoben. Die kräftigste wagerechte Teilungslinie
über dem Erdgeschoß; es folgen Hauptgeschoß und Mezzanin, durch
senkrechte Streifen zusammengehalten; das Mittelrisalit hat einen Giebel,
getragen von 4 Paaren gekuppelter Säulen. Die eigenartig geschwungenen
Linien des Kupferdachs sollen an Japanisches erinnern. Augusts Plan, das
ganze Innere einheitlich mit Porzellan zu dekorieren, kam nur zum
kleinsten Teil zur Ausführung. — Die dekorative Plastik, vornehmlich im
Hof, von J. Ch. Kirchner. Die Gartenanlage von Pöppelmann, früher
reichlicher mit Vasen und Statuen dekoriert.

Kurländer Palais. Erster Bau für Gf. Wackerbarth 1718, Umbau 1728
wahrscheinlich durch Joh. Christoph Knöffel. Die Anlage gruppiert sich
unregelmäßig, doch mit trefflicher Raumausnutzung, um mehrere Höfe. Die
nicht sehr ausgedehnte Fassade erreicht monumentale Wirkung; Erdgeschoß
und Hauptgeschoß mit fast verborgenem Mezzanin. Im Innern hat der
Gobelinsaal seine Einrichtung fast vollständig erhalten; die Ö l g e m ä l d e
über den Türen von Silvestre und Casanova, die B i l d w e b e r e i e n mit
Darstellungen aus dem Bauern-, Schiffer- und Hirtenleben von dem
Brüsseler [pg 87] van dem Borcht nach David Teniers d. J. Der Festsaal von
Joseph Deibel in der Zeit als der Chevalier de Saxe Besitzer war (um 1761).

Landhaus. An der Stelle des in der Belagerung von 1760 beschädigten
Flemmingschen Palais 1770 von F. A. Krubsacius. Die 77 m lange
Schauseite auf die Wirkung in enger Straße berechnet. Die Hofseite gab
Gelegenheit zu einem kräftig vortretenden Mittelbau mit riesigem

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Treppenhaus. Die Einzelformen sehr einfach, auf eigentliches Ornament
ganz verzichtend.

Regimentshaus 1710.

Hotel de Saxe und British Hotel. Ursp. vornehme Adelshäuser, um 1720
von George Bähr. Geistvolle und prächtige, lebhaft bewegte
Kompositionen bei recht derber Detailbildung.

Hoymsches Palais (Harmonie). Die Front gegen die Landhausstraße von
Knöffel, die gegen die Rampische Str. von Krubsacius, Lisenengliederung
von guten Verhältnissen, sparsames Zierwerk. Im Hofe reizender
B r u n n e n von Gottfr. Knöffler.

Coselsches Palais. Gleich dem vorigen für das sächsische Spätbarock
besonders bezeichnend. Der hohe Mittelbau 1744 von Knöffel in der bei
ihm beliebten Lisenenarchitektur mit schwachen Gruppierungskontrasten.
Die vorspringenden niedrigen Flügel 1762 hinzugefügt.

Palais des Chevalier de Saxe (Palais Prinz Johann Georg) 1764-70 von
F. A. Krubsacius. 1855 umgebaut. Es hatte ursp. ein einziges Hauptgeschoß,
darüber ein Halbgeschoß und die in dem hohen Dach angebrachten
Mansardenzimmer. Charakter: vornehme Einfachheit. Die Trophäen und
Putten von Gottfr. Knöffler. Im Park Zierbauten — Ruine, Tempel,
Einsiedelei (1799) und dergl. — von Weinlig (?), Vorahnungen der
Romantik in klassizistischem Gewande. Gartenplastik.

Ministerpalais in der Seestraße. 1753 als Privatgebäude, in der Art
Knöffels. Fassade von 9 Achsen in schlichter Lisenenarchitektur; 4
Geschosse, von denen nur das erste und das letzte durch Gurtgesimse
abgesondert, so daß doch wieder ein Dreiklang entsteht.

Palais des Grafen Brühl, später Marcolini (jetzt Stadtkrankenhaus) 1746.
Langgestreckter Bau (200 m) in einfacher Lisenenarchitektur. In der Achse
kleiner Ehrenhof. Die Hermen an den Torpfeilern von Wiskotschill, die
wunderlichen Löwen (nach chinesischen Mustern?) von J. B. Dorsch. Von
der Inneneinrichtung blieb wenig intakt, so der chinesische Saal und ein
pompejanisches Zimmer. Im Garten der großartige N e p t u n s b r u n n e n

Page 129

nach Longuelunes Entwurf von Lorenzo Mattielli 1741-44, eine Fels- und
Grottenarchitektur [pg 88] mit plastischen Kolossalfiguren in meisterhaftem
Gruppenbau. [Eine reizende Brunnengruppe mit Amphitrite von Knöffler
jetzt im neuen Ständehaus; die einst im Garten zerstreuten Vasen und
E i n z e l s t a t u e n auf der Bürgerwiese.]

K. Stallgebäude. 1794 von Ch. Weinlig.

Justizministerium. 1733 angeblich von Pöppelmann.

Blockhaus (jetzt Hauptwache) erb. 1737ff. von Zacharias Longuelune, als
wichtiger Richtungspunkt für die Straßenzüge der Neustadt. Ein
wesentlicher Bestandteil, die Krönung durch Pyramide und Obelisk mit
dem Bilde Augusts des Starken, blieb unausgeführt. Das jetzige
Obergeschoß über dem Hauptsims nach 1880.

Palais des Grafen Wackerbarth, begonnen 1725 als Kadettenhaus, dazu
Reitbahn.

Rathaus der Altstadt. 1741-45 nach Knöffels Entwurf.

Rathaus der Neustadt. 1750-54 von Berger und Winkler; sehr schlicht, nur
durch die sorgfältig abgewogenen Verhältnisse wirkend.

Gewandhaus 1768 von J. G. Schmidt.

Bürgerhäuser. Dresden war bis ins 16. Jh. eine unbedeutende Stadt. Von
ca. 1550 begann eine lebhafte, wenn auch nicht glänzende Bautätigkeit, die
durch den 30j. Krieg unterbrochen wurde. Von dessen Ende bis zum 7j.
Kriege ist Dresdens klassische Zeit. In keiner anderen deutschen Stadt ist
diese Epoche im bürgerlichen Bauwesen so gut vertreten, trotz großer
Einbußen durch den Brand der Neustadt 1695, die Belagerung von 1760
und die umgestaltende Tätigkeit des letztverflossenen Menschenalters. Im
Folgenden nur eine Auswahl charakteristischer Beispiele.

a) A u s d e r S p ä t g o t i k . Marien-Apotheke; spitzbg. Tor um 1460-70, im
schrägen Gewände Sitznischen mit Baldachin, in Bgg. verschränktes
Stabwerk; jetzt im Zoologischen Garten; ein zweites kleineres an der

Page 130

Hofseite des Hausflurs. — Interessanter Gr. Wilsdruffer Str. 2. — Gewölbte
Hausflure Schloßstr. 32 und Seestr. 2 mit angeputztem gewundenem
Netzwerk. — [Mehrere bis ins 19. Jh. erhaltene Votivmadonnen jetzt im
Altert.-Ver.].

b) F r ü h r e n a i s s a n c e . Ecke Frauenstr. und Neumarkt Runderker mit
reizendem Kinderfries um 1530. — Reich mit Masken belebte Treppentür
in Schloßstr. 1 und 20. — Portalaufsatz Altmarkt 20 von 1538.

c) H o c h - u n d S p ä t r e n a i s s a n c e 1550-1650. In sonst umgebauten
Häusern Fenster aus dieser Epoche: Webergasse 3, 5, 9, 13; Scheffelstr. 4, 7,
13; Wilsdruffer Str. 3, 6, 10, 13, 20, 31, 36, 40; Schloßstr. 6, 12, 15, 18, 23;
Schössergasse 5, [pg 89] 11, 17, 27. — Da in dieser Epoche die Firste
regelmäßig parallel zur Straße angelegt werden, kommen größere Giebel
nur an Eckhäusern vor; sonst nur Zwerchgiebel; besonders bmkw.
Exemplare haben sich nicht erhalten. — Ganze Fassaden: Schreibergasse 12
mit 3geschossigem rck. Erker an der Ecke. — Seestr. 1, Erker ähnlich dem
vorigen. — Wilsdruffer Str. 15 Hotel de France, 4geschossig zu 6 Fenstern
in dichter Stellung, Details nach Serlios Musterbuch. — Schloßstr. 11 Hotel
Stadt Gotha, kräftig ausgebildeter Erker auf gequadertem Tragstein, vor A.
1591. — Schloßstr. 6, 2geschossiger Erker mit gequaderten Ecklisenen. —
Schloßstr. 30, Erker mit den Halbfiguren des Kurf. Christian II. und seiner
Gemahlin, 1612 von Hans Steyer. — Schloßstr. 11 und 34, wo auch ein
größerer Giebel. — Hübsche, doch nicht hervorragend reiche Portale:
Zahngasse 13, Pfarrgasse 7, Kleine Kirchgasse 5, Weißegasse 2. — Reste
alten Holzbaus selten.

d) B a r o c k b a u t e n 1650-1690. Ecke Wilsdruffer Str. 14 und Große
Brüdergasse 1 um 1650-60, Schloßstr. 14 um 1660 — mit
Kartuschenumrahmung der Fenster —, Wilsdruffer Str. 15 vorzüglich
erhaltener reicher Erker um 1680. — Ebenda 42 um 1690. — Rampische
Str. 9 große Fassade in niederländischer Art um 1690.

e) B a r o c k b a u t e n 1690-1715. Sporergasse 2, großes Haus, mit einfachen
Mitteln kraftvoll gegliedert, der Art Klengels nahestehend, um 1695. —
Portal Neumarkt 12, jetzt als Fenster umgebildet. — Scheffelstr. 5, dor., jon.
und korinth. Pilasterordnungen, an den Fensterbrüstungen aufgehängte
Tücher, um 1700. — Landhausstr. 13 um 1710. — Große Brüdergasse 39

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unter Pöppelmanns Einfluß um 1710, polyg. Erker. — Häuser derselben
Richtung von zunehmender Stattlichkeit sind: das Eckhaus Wilsdruffer Str.
1 von J. G. Fehre, einerseits 8, andererseits 9 Achsen, an der Ecke
durchgehende Erker, im Aufbau die schwierige Vierzahl der Geschoßteilung
geschickt gelöst; Galeriestr. 14 von G. Hase; Große Brüdergasse 31; An der
Mauer 2 von George Bähr, für sich selbst, 3achsig, originelle
Stockwerkteilung; Rampische Str. 7 von Georg Hase, 5achsig, flacher
Mittelerker, eigenartig krause Verdachungen. — Frauenstr. 9, tiefes
Grundstück, Fassade 3achsig, Hof mit gewölbten Bogengängen durch 5
Stockwerke. — Schloßstr. 5 um 1710. — Jüdenhof 5 (für den berühmten
Goldschmied Chr. Georg Dinglinger), die Fassade voll rhythmischen
Lebens, eine der feinsten unter den Pöppelmann nahestehenden, mit
Ausnahme des Erdgeschosses ganz unverändert. — Große Klostergasse 2,
wohl von Pöppelmann selbst bez. 1715. — Ebenso Hauptstr. 17 und
Rampische Str. 5. [pg 90] f) B a r o c k h ä u s e r 1715-40. Wilsdruffer Str. 7,
Goldener Engel, die 4 mittleren der 6 Achsen durch reiche
Fensterverdachung ausgezeichnet und über dem Dachgesims mit einem
Stichbogengiebel gekrönt. — Ähnlicher Kompositionsgedanken auf ein
Dreifensterhaus angewendet Rampische Str. 33. — Zahnsgasse 10, beg.
1722, 8 Fenster Front, durch Wechsel der Verdachungen rhythmisiert. —
Heinrichsstr. 2 von Fehre 1720. — Hauptstr. 26 um 1730. — Jüdenhof 2
bez. 1736. — Königstr. 1 bez. 1734; ähnlich 5.

g) R o k o k o h ä u s e r v o r 1760. Frauenstr. 14 um 1750 mit reizendem
plastischem Schmuck von Knöffler. — Sophienstr. 1, Gliederung durch
Lisenen, zwischen den Fenstern trefflich gezeichnete Kartuschen. —
Altmarkt 1 von Knöffel 1741.

h) R o k o k o h ä u s e r n a c h 1760. An der Frauenkirche 20 von 1764. —
Breitestr. 12. — Moritzstr. 6 ganz ohne architektonische Glieder, nur mit
frei über die Fläche verteiltem Stuckornament. — Ähnlich Landhausstr. 4.
— Im ganzen jedoch herrscht in dieser Zeit einfache Lisenengliederung der
Flächen, z.B. Neumarkt 10 Stadt Rom; An der Frauenkirche 5; Augustusstr.
2.

i) D e r K l a s s i z i s m u s : Landhausstr. 18 und 27. — Pillnitzer Str. 26. —
Johannesstr. 23. — Pirnaische Str. 50. — Polierstr. 19. — Gewandhausstr. 7

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dorisch.

Museen: Altertums-M.; M. des K.S. Altertumsvereins; Sammlung für
Baukunst d. Techn. Hochschule; Stadtmuseum im neuen Rathaus; M. d. Ver.
f. sächs. Volkskunde.

Denkmäler. Reiterstandbild A u g u s t s d e s S t a r k e n auf dem Markt der
von ihm geschaffenen Neustadt, 1732 von Ludwig Wiedemann. Denkmal
für den K u r f ü r s t e n M o r i t z nach 1553 (jetzt an der Brühlschen
Terrasse); in einer Ädikula dorischer Ordnung reliefartig wirkende
Rundfigg. vor festem Hintergrund: Moritz, vom Knochenmann gedrängt,
übergibt seinem Bruder August das Kurschwert. Meister unbekannt [Hans
Walther?].

D R O Y S S I G . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. Der östl. platt geschlossene Teil mit schmalen spitzbg. Fenstern
deutet auf 13. Jh. — Guter spgot. S c h n i t z a l t a r . Zahlreiche
G r a b d e n k m ä l e r 14. bis 18. Jh., z.T. vortrefflich.

Schloß. Sehr interessante ma. Anlage, ovaler Grundriß, 5 (ursp. 6)
halbrunde Türme, Zwinger, die Wohnbauten renss. und bar. Reizvoll
malerischer Eindruck.

D R Ü G E N D O R F. OFranken BA Ebermannstadt.

Pfarr-K. 1775. Altäre und Kanzel von J. B. Kamm, Deckenfresken von
Wunder bez. 1770, Hochaltargemälde von Mattenheimer.

[pg 91]
D U T T E N B R U N N . U Franken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Chor und OTeil des Lhs. E. 12. Jh., Erweiterung 17. Jh.

E

Page 133

E B E L E B E N . Schwarzburg-Sondersh. LA Sondersh.

Dorf-K. Umbau 1702; gräfl. Schwarzbg. Grabkap. 1642. Epit. der Herren v.
E. 1569. —

Fürstl. Schloß 16.-18. Jh.

E B E L S B A C H . UFranken BA Haßfurt.

Schloß. Von 1396 bis zur Gegenwart im Besitz der Herren v. Rotenhan.
Erb. 1564 ff. Wasseranlage. Die Umfassungsmauern regelmäßiges Rok. mit
Ecktürmen. Nur an 2 Seiten wohnmäßig ausgebaut, Fachwerk über
Quaderunterbau. Kapelle 1580, neu ausgestattet A. 18. Jh.

E B E N H A R D . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Der turmtragende eingezogene quadr. Chor in der Anlage frgot.,
Lhs. rok.

E B E R N . UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. 2. H. 15, Jh. Hallenkirche mit niedrigeren Sschiffen. Die letzteren
schließen polyg., ebenso der das Msch. fortsetzende (ältere) Chor. Im Msch.
Sterngwbb. von strenger Bildung, im Chor und in den Ssch. einfache
Kreuzgwbb. Die runden Pfll. haben schlichtes Kämpfergesims. WEmpore
jünger (1492). Außen Quaderbau, bar. und modern rest. Turm im W. Im
nördl. Sschiff prächtiger B a r. - A l t a r , Bamberger Arbeit.
S a n d s t e i n k a n z e l ca. 1610. — Rotenhansche E p i t a p h e , ein
bronzenes 1539, ein steinernes 1559 vielleicht von Kilian Sorg. — Neben
der K. 2stöckige Michaelis-Kap. 1464 (Inschr.). Unten Beinhaus,
Erkerchor, kleines R e l i e f mit Jüngstem Gericht.

Marien-K. auf dem Friedhof. 2. H. 15. Jh. 2sch. mit zierlichem polyg.
Chor, darin fein gemusterte Sterngewölbe (1518), die Strebepfeiler auf
statuarische Ausstattung berechnet. — Wirkungsvoller H o c h a l t a r 1750,
Altarblätter von J. A. Glantschnigg 1745, 1746. P i e t a s um 1480.

Ehem. fürstbischöfl. Amthaus (jetzt Gericht), renss.

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Rathaus 1604. Steinernes Erdgeschoß in 4 Säulenarkaden geöffnet,
Obergeschosse reich gemusterter Fachwerkbau, am Giebel Dachreiter.
Mehrere wohlerhaltene Tor- und Mauertürme, 2 bar. Brunnen, Neptun
und Pallas.

[pg 92]
E B E R S B A C H . K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. Der originelle Gr. entstand 1726 durch Anfügung eines
zentrischen, aus Kreis und Polygon gemischten OBaus an einen älteren
Langbau. Hölzerne Tonnen- und Kuppel-Gwbb. Ringsum Emporen in 3
Geschossen. Die I n n e n e i n r i c h t u n g ein besonders stattliches
Paradigma der Lausitzer Predigt-K. In allen Teilen polychromiert. An den
Emporen 54 biblische Gemälde von 1733. Ansehnlicher Baldachinaltar
1787. Hübsches Gestühl. Der Prospekt der Silbermannschen Orgel von
1738 ist einer der prachtvollsten Sachsens.

Herrenhaus um 1700.

E B E R S B E R G . RB Cassel Kr. Hersfeld.

Burgruine. Ein Teil der Ringmauer und 2 runde Türme erhalten. 1274
zerstört, 1396 wieder aufgebaut.

E B E R S D O R F. Reuß j.L. LA Schleiz.

Fürstl. Schloß 1690-93.

E B E R S D O R F. K. Sachsen AH Flöha.

Ehem. Stifts-K. um 1400, die reiche Ausstattung E. 15. und A. 16. Jh. —
Das Lhs. 1sch. begonnen, noch während des Baues durch Einziehung von
Pfll. in ein 2sch., ein weiteres und ein schmäleres geteilt; dadurch schneidet
ein Pfl. unsymmetrisch in den etwas eingezogenen Chorbogen, Kreuzgwb.,
Chor gestreckt mit Schluß aus 8 Ecken, Sterngwb.-Turm an der SWEcke.
— S c h n i t z a l t a r 1513 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln. Aus
derselben Zeit Reste eines schönen C h o r g e s t ü h l s . I k o n . G r a b s t .
des Dietrich v. Harras, des kühnen Springers der Sage, um 1500. [Von

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hohem Wert die g e s c h n i t z t e n F i g g . eines Engels und eines Diakons
als Lesepulthalter, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden: nach Flechsig vom
Meister der »schönen Tür« in Annaberg.]

E B E R S R O D A . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern.

E B R A C H . OFranken BA Bamberg II.

Ehem. Cisterc.-Klst. gegr. 1127, die älteste und stets vornehmste
Niederlassung des Ordens in Franken. Die bestehende Kirche Neubau des
13. Jh. Erste Altarweihen, wohl nicht lange nach Beginn des Baues, 1218
und 1221. Letzte Vollendung 1282. Trotz der langen Bauzeit völlig
einheitlich im Plan und nahezu einheitlich in den Stilformen. Die späteren
Jahrhunderte brachten keine Veränderungen, außer in den
Ausstattungsstücken, bis Abt Wilhelm Roßhirt (1773-91) durch Materno
Bossi den ganzen Innenbau in einer dem französischen Louis XVI.
verwandten Manier neu dekorieren ließ. Der großartigste frgot. Bau, den
Deutschland hervorgebracht hat, wurde dadurch, wo nicht materiell, so
doch ästhetisch [pg 93] vernichtet. Immerhin verdient Bossi insofern Dank,
als er nicht ganz so rücksichtslos verfuhr, wie in ähnlichen Fällen vor ihm
viele Barockmeister. Er ließ das neue Gewand sich eng an den alten
Gliederbau anschmiegen, so daß man den kühnen und strengen Rhythmus
desselben noch immer herausfühlt. Ein Irrtum ist es, den Ebracher Bau dem
Übergangsstil zuzurechnen; er ist rein frgot., wenn auch nicht in
französischen, sondern in jenen burgundischen Schulformen, die wir heute
am besten in den südlich von Rom gelegenen Cistercienserkirchen
Fossanova und Casamari kennen lernen. Wer jene in Erinnerung hat,
erstaunt über die Ähnlichkeit des Eindrucks trotz der veränderten
Zierformen. — Die Anlage als kreuzf. Basilika tritt zumal im Außenbau
klar und einfach in die Erscheinung. Auf das Lhs. fallen 7 Joche, auf den
Hauptchor 3 Joche in gleichem System, bei engeren Intervallen. Der östl.
Schluß geradlinig. Um ihn setzen sich die Sschiffe als Umgang fort und an
diesen schließt sich, niedriger und in Kapellen (12 an der Zahl) aufgeteilt,
ein zweiter. Der nördl. und südl. Flügel dieses äußeren Umgangs war im
ersten Plan noch nicht enthalten (Scheidewände dünner als im OFlügel und
nicht in den Pfeilerachsen; Gegenprobe in der von Ebrach abgeleiteten K. in

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Riddagshausen bei Braunschweig). L. bis zum Schluß des Hauptchors 76
m, mit Zuzählung der Kap. 87 m. Lichte Br. des Lhs. 23,6, H. 21,9.
Querschnitt nach der von den Cisterciensern überall gern angewendeten
Proportion des gleichseitigen 3Ecks, in französischer Weise vom Sockel
gemessen. Die Gwbb. sind im Msch. rok., in den Ssch. annähernd quadr.
Das Qsch. etwas schmäler als das Msch. und stark ausladend, so daß jeder
Flügel 3 rok. Gwbb. enthält (Rekonstruktion des Systems bei Dehio und
Bezold Taf. 496). Die Pfll. kreuzf. und mit Halbsll. besetzt. Im Msch.
gingen die Dienste nicht bis zur Erde, sondern setzten dort auf Konsolen ab,
auf der Höhenlinie, wo sie jetzt, zu korinthischen Sll. umgebildet, ihre
Basen haben. Die Gewölbescheitel, was für die französische Filiation
bezeichnend ist, wagerecht. Die kräftigen spitzbg. Gurten und Rippen und
die mit frgot. Laubkränzen geschmückten Schlußsteine sind erhalten;
ebenso die spitzbg. Form der Arkaden und Fenster; hinter den Beichtstühlen
verborgen sind auch einige frgot. Eckblattbasen und Halbsäulenkapitelle
verschont geblieben. Das Hochschiff hat an der östl. Chorwand wie an den
Fronten des Qsch. frgot. Rosenfenster, genau so angeordnet wie in
Fossanova; ein solches muß sich auch an der WFront befunden haben,
wurde aber durch eine größere hochgot. Rose (jetzt Copie, das Original im
Münchener National-Mus.) ersetzt; die Komposition des Maßwerks ist der
Rose am Qsch. [pg 94] der Notre-Dame in Paris nahe verwandt, geht aber
nicht unmittelbar auf sie zurück, sondern auf eine in den Entwürfen zum
Straßburger Münster vorkommende Variante (ausgeführt in Rufach i.E.).
Das Äußere wird klar und kräftig durch Strebepfll. am Hochsch. wie an den
Ssch. gegliedert; Strebebgg. fehlen (wie immer bei den älteren Cisterc.-K.).
Ein für die Schulzusammenhänge bezeichnender Unterschied ist der, daß
am Chor und an der OWand des Qsch. Konsolengesimse von spezifisch
burgundischer Fassung angewandt sind, während an der WWand des Qsch.
und am Lhs. deutsche Rundbg.-Friese auftreten. Der Dachreiter bar.
erneuert.

A u s s t a t t u n g . Bossi hat einige Prachtstücke aus 17. und A. 18. Jh., die
ihm für die Einheitlichkeit der Wirkung ungefährlich waren, beibehalten,
die meisten aber neu hergestellt; verschwunden ist alles Mittelalterliche mit
Ausnahme einiger Grabst, vom 15. Jh. ab. Die Grabst. der Königin Gertrud,
Gemahlin Konrads III., und ihres Sohnes Friedrich v. Rotenburg (hinter
dem Hochaltar) sind freie Erfindungen des 17. Jh. Zahlreicher, doch nicht

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höheren Ranges, die Denkmäler der Renss.Epoche. Das sog. M a u s o l e u m
des ersten Abtes, Adam, ist ein wunderlicher gotisierender Versuch
italienischer Stuckatoren vom J. 1697. Bmkw. die 2 O r g e l n .

Michaels-Kap. 1sch. kreuzf. Anlage an der NFront des Qsch. Die Art, wie
das Qsch. der Kap. in die Ecke des Qsch. der K. eingreift, beweist, daß sie
vor dieser begonnen war, wozu das überlieferte Weihungsjahr 1207 paßt.
Indes ist der vorhandene Bau nicht einheitlich; die Achse des Schiffs deckt
sich nicht mit der des Altarhauses; die Einzelheiten zeigen mehrfachen
Wechsel der Bauführung; die OPartie mit nordfranzösischer Färbung, die
sonst in E. nicht zu bemerken ist, die westl. Teile unter Einfluß des
Maulbronner Kreuzgangs, jedoch verhältnismäßig unfein und in einer den
Cisterciensern sonst fremden Weise überladen, immerhin eindrucksvoll.

Klostergebäude. Sie eröffnen für Franken die Reihe jener im Verhältnis
zum Zweck unbegreiflich kolossalen Anlagen, in denen die süddeutschen
Klöster im letzten Jahrhundert vor der Säkularisation ihren Ruhm suchten.
1687 bis 1698 von Leonhard Dientzenhofer, Umbau und Erweiterung 1716
ff. nach Plänen Balthasar Neumanns, ausgeführt von Joseph Greising
(† 1722). Die Scheidung der verschiedenen Anteile nicht überall leicht. Die
Gebäude wurden weit nach W vorgeschoben. Ihre Grundfläche das 6fache
der ma. Klausur. 2 geschlossene und 3 triklinienförmig geöffnete Höfe. Die
NFassade, rechtwinklich zur Kirchenfront, zeigt die Formen des deutschen
Barock, am deutlichsten in den 2 reichen Erkern; [pg 95] den in seiner
Länge eintönigen Bau unterbrach Neumann durch ein machtvolles
Mittelmotiv mit brillantem Treppenhaus. Eine zweite, noch prächtigere
Schauseite öffnet sich nach W zu den großen, jetzt verwüsteten,
Gartenterrassen, in deren Mitte ein Kolossalbrunnen in Berninischer Manier
von Jakob van der Auvera. Die Dekoration der großen Aula (Kaisersaal)
liegt stilgeschichtlich auf der Grenze zwischen Barock und Rokoko;
Stuckatur von Hönnicke (der von hier nach Pommersfelden ging), die
Fresken von Lünenschloss (1722), Antonio Nave, Jo. Ad. Remela (später in
Bronnbach tätig).

E B S D O R F. RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. 1sch., rom. Mauerwerk, vermauerte rom. Pforten in S und N.
Spgot. Chor.

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E C K A R D S H A U S E N . UFranken BA Schweinfurt.

Ehem. Wallfahrts- jetzt Pfarr-K. Flachgedeckter Bau aus mehreren
Bauführungen 1467-1525. Spätgot. S a k r a m e n t s h ä u s c h e n . Im klassiz.
Hochaltar G e m ä l d e bez. Asam 1760. R e n s s . E p i t a p h e 1544, 1547.

E C K A R T S B E R G A . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Pfarr-K. stillos verbaut; die südl. Erweiterung zur Beschaffung eines
größeren Predigtraumes 1559; aus diesem Jahr die Kanzel; Altarbau 1607.

Burgruine, große regelmäßige 4eck. Anlage, 2 Bergfriede.

E C K E R S D O R F. OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. 1525 aus ehem. Schloßkap. erweitert. — G r a b s t .

E C K S T E D T. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. 1744. Im 8Gr. Eck, an dessen östl. Seite sich ein kleineres 1/2
8Eck anschließt. — Ta u f g e s t e l l : Muschel auf Delphinen.

E F F E L D E R . Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Pfarr-K. Wesentlich 15. Jh. mit Benutzung älterer, vielleicht noch rom.
Teile. Der gewölbte polyg. Chor gut ausgebildet, das flachged. Lhs. im 17.
Jh. überarbeitet. — Grabsteine unerheblich. — Kirchhofsmauer mit
Schießscharten.

Schloß. Hauptbau 1470 und 1533.

E F F E L D O R F. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Als Loretto-Kap. erb. 1653 von den Würzburger Jesuiten. Lhs.
1753. Hübsche A u s s t a t t u n g bar., rok. und klass.

E F F E LT R I C H . OFranken BA Forchheim.

Page 139

Dorf-K. um 1450; unter den in diesem Teile Frankens nicht seltenen
Festungskirchen eine der interessantesten; der Wehrgang und 3 spitzged.
Ecktürme erhalten; über dem Eingang der Ringmauer 3 H o l z f i g g . aus A.
16. Jh., um einiges älter daneben in spgot. Nische der reitende S. Georg.
Weitere Holzplastik im Innern.

[pg 96]
E G E N H A U S E N . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. mit eingezogenem Chor, gegliederter Fassade und Freitreppe, von
Oberstleutnant Joh. Mich. Müller um 1766. Ostturm 1585 nachgot.
Inneneinrichtung gegen 1770 in beginnendem Klassizismus.

E G G O L S H E I M . OFranken BA Forchheim.

Pfarr-K. 1826, erhalten der frrom. T.

E H L E N . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Kirch-Turm rom. 12. Jh. Im niedrigen türlosen Erdgeschoß kuppeliges
Kreuzgewölbe.

E H R E N F R I E D E R S D O R F. K. Sachsen AH Annaberg.

Stadt-K. S. Nikolai; 2sch. 3jochige Hallenkirche aus 15. Jh., der
unsymmetrisch anschließende platt geschlossene Chor aus 14. Jh. —
A l t a r w e r k mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, wichtig; die
hervorragend schönen Schnitzfigg. im Stil des Annaberger Meisters W Z
von 1512; auch die Flügelgemälde bmkw. (dieselbe Hand in Einsiedel und
Tannenberg). — Ausgezeichneter spgot. K e l c h .

E H R I N G E N . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K. 1sch. mit 3 got. Kreuzgwbb., eingezogen quadr. Chor, WTurm.

E H R I N G S D O R F. Sachsen-Weimar. VB Weimar.

Dorf-K. rom., Turm frühgot. mit breitem Zeltdach. 8 gemalte A p o s t e l
von einem spätgot. Altar.

Page 140

E I B A U . K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. 1703. Sehr stattlicher Gwb.Bau nach dem Vorbilde von Bertsdorf;
15,5 m br., 32 m l., Schluß 5/10, zwischen den eingezogenen Strebepfeilern
3fache Emporen, auch um den Altar herumgeführt. Auf dem Kirchhof
zahlreiche Denkmäler. Die Wo h n h ä u s e r des 18. Jh. zeugen von großer
Wohlhabenheit, viele mit Türen aus Sandstein oder Granit.

E I B E L S TA D T. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. Ein Bau des 13. Jh., von dem der Turm (W) erhalten, wurde 1500-
1530 langsam durch einen Neubau ersetzt. 3 sch. 3jochige Hallenkirche mit
1sch. Chor; Netzgwb. auf leichten Rundpfeilern; reiches Maßwerk,
charakteristisch für die letzte spätgot. Phase. Einige Veränderungen 1624.
— Auf den stattlichen B a r. A l t ä r e n von E. 17. Jh. sind spätgot.
H o l z f i g g . , z.T. von hoher Qualität, und Renss-.R e l i e f s von 1625
wiederverwendet; G e m ä l d e von Osw. Onghers. Ta u f s t e i n um 1600,
Alabaster, originell komponiert und im Figürlichen hervorragend gut.
Vielleicht von derselben Hand G r a b s t e i n eines kleinen Mädchens mit
Blumen und Totenkopf. Im Chorbg. K r e u z g r u p p e aus der Umgebung
Riemenschneiders. Unter den A l t a r g e r ä t e n [pg 97] gute Augsburger
Arbeiten des 17. und 18. Jh. — Außen am Lhs. Ö l b e r g k a p . mit
überlebensgroßen Figg. um 1620.

Hl. Kreuz-Kap. 1657. Flachgedecktes Schiff, stark ausladend. Qsch und
1/2kr. Apsis. Gute Altäre aus der Erbauungszeit, einer mit G e m ä l d e bez.
Oswald Onghers 1660.

Rathaus 1706 vom Würzburger Peter Zwenger in schwerem sp. Barock,
Erdgeschoß und Hauptgeschoß wirkungsvoll kontrastiert. — Hübsche
Wo h n h ä u s e r des 18. Jh.

Stadtbefestigung. 15. und 16. Jh. Im ganzen Umkreis erhalten. 15
Rundtürme in Abständen von 60-80m. 3 Tore (das vierte abgebrochen). —
M a r i e n s ä u l e 1660 und S e b a s t i a n s s ä u l e 1773, vortrefflich. In
einem Privatgarten bmkw. steinerne M a d o n n e n s t a t u e 2. H. 14. Jh.
Mehrere B i l d s t ö c k e mit reichen und guten Skulpturen des 17. Jh.

Page 141

E I B S TA D T (Groß- und Klein-). UFranken BA Königshofen.

Dorfkirchen. Got., mit OTürmen über dem Altar. Diese Verbindung ist für
das ganze Gebiet, in rom. wie in got. Zeit, typisch.

E I C H E L S D O R F. Ufranken BA Hofheim.

Dorf-K. Einheitlicher nachgot. Bau von 1608.

Schloß 1678. Großer Saal mit Stuckdecke 1703.

E I C H S TA E D T (Ober- und Nieder-). Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

An beiden Kirchen querrck. WTürme, in der Anlage rom. — In beiden
Reste von spgot. Altarplastik in bar. Aufbau.

E I L E N B U R G . Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Stadt-K. Backstein mit Sandsteingliedern. Hallenbau aus 15. und 16. Jh. —
A l t a r a u f b a u und K a n z e l 1684.

Rathaus. 1544.

E I N B E R G . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Chor spätgot., Lhs. 1sch., 17. Jh., Emporen und Mobilien 18. Jh.

E I N H A U S E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. 1726. Älterer stark befestigter Kirchhof mit hohen Tortürmen.

E I N S I E D E L . K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K. neu. S c h n i t z a l t a r mit ausgezeichneten Flügelgemälden von
einem Chemnitzer Meister um 1510-20 (vgl. Ehrenfriedersdorf).
Ausgezeichneter K e l c h in der Art des Freiberger Meisters Samuel Klemm,
2. H. 17. Jh.

E I S E N A C H . Sachsen-Weimar BAmtsstadt.

Page 142

Benedikt. Nonnen-K. S. Nikolai. Baugeschichte unbekannt, wohl E. 12.
Jh. — Flachged. Basilika von 6 Arkaden im Wechsel von Sll. und Pfll. und
zwar so, daß die Reihe mit Pfll. beginnt [pg 98] und schließt. Ornamentierte
Kaptt. Kein Qsch., aber südl. am Chor ein Turm. Unten 4seitig, weiterhin
durch vier Geschosse 8eck., in trefflicher Architektur, die abschließenden
Giebelchen und der Helm aus Rest. 1886, Ausmalung des Inneren 1894. An
der NSeite das ehem. Klst.

Franziskaner-K. Der Orden faßte in Thüringen zuerst 1224 in Erfurt Fuß.
1225 in Eisenach angesiedelt. 1236 definitive Kirche. Sie wurde 1597
abgebrochen, 1883 in den Fundamenten freigelegt. Anlage rck., enorm
gestreckt, 55 m l., nur 11 m br., trotzdem in 3 und zwar gleich breite Schiffe
geteilt; Strebepfll. deuten auf Gwbb.

Dominikaner-(Prediger-)K. Beg. 1235 in rom. Formen, 1236 dem neuen
Orden übergeben und schlicht got. weitergebaut. Anlage 2sch. Auf derben
8eck. Pfll. sehr hohe und weite spitzbg. Arkaden. Kleine Oberfenster mit
Maßwerk des 14. Jh. — Kreuzgang gegen 1500, Refektorium 1512. —
G r a b r e l i e f mit Schmerzensmann M. 14. Jh., wohl das älteste Beispiel
der Epitaphform in Thüringen. (K. u. Klst. beherbergt jetzt das
Thüringische Museum.)

Markt-K. S. Georg. 1515, nach Verwüstung 1525 vermauert 1560 und
1598. 3sch. mit rok. Chor und flacher Holzdecke.

Annen-K. 1sch. flachged. spgot. Gut ornamentiertes Portal 1634.

Gottesacker-K. 1692-97 von Joh. Münzel in der Grundform des griech.
Kreuzes. Geputzte Holzdecke.

Residenzhaus. WFlügel 1507, NFlügel mit großem rundbg. Portal 1559
von Hans Lindemann.

Stadtschloß 1742-45. Die Fassade ehem. weit reicher; schöner Festsaal;
wertvolles Mobiliar und Porzellan. Im Stall reich rok. geschnitzte
Pferdestände.

Page 143

Rathaus 1508, nach Brand rest. 1638. Der schöne Turm von Hans
Lindemann.

Marktbrunnen mit S. Georg. 1549, erneuert 1708.

Lutherhaus. Die jetzige Fassade mit schönem Portal 1563 von Hans
Lindemann.

Nikolaitor spätrom. und einige got. Stadttürme.

Im Museum einige thüringische Altäre, einzelne Schnitzfigg. des 15.-16.
Jh., Grabsteine des 14.-16. Jh.

E I S E N B E R G . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Stadt-K. 1494, einfacher 1sch. Bau.

Cisterc.-Nonnen-Klst. bis auf geringe Spuren zerstört.

Rathaus 1579.

Schloß. Hauptbau v. 1677 von Wilh. Gundermann aus Altenburg. Bmkw.
die Kap.; ein Umgang von korinth. Säulen mit geradem Gebälk trägt
2geschossige Emporen. Stuckierung [pg 99] in vollen schweren
klassizistischen Barockformen, wohl von Italienern ausgeführt. —
Superintendentur. Ansehnlich spätrenss.

E I S F E L D . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Stadt-K. Beg. 1505 und schnell zu Ende geführt. Ein Hauptwerk der
südthüringischen Spgot. Quaderbau. Das Lhs. 25 : 18 m, 3 Sch., 5 Joche,
die Gwbb. nach Brand 1632 durch Holzdecke ersetzt (das Inv. läßt im
Zweifel, ob der Querschnitt Basilika oder Hallenkirche). 8eck. Chor mit
Netzgwb. Der im NOWinkel stehende Turm mit älterem Unterbau. 3
Portale in W, N, O; die beiden letzteren unter einem zwischen die
Strebepfll. eingespannten Schutzdach; unter den Zierformen macht sich das
verschränkte Stabwerk in gehäufter Anwendung bemerklich.

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Gottesacker-K. 1542. Über dem WPortal Gedenktafel für die Pastoren
Jonas † 1553 und Kindt † 1549, treffliches S a n d s t e i n r e l i e f . Die
zahlreichen übrigen Gedenktafeln von geringem Kunstwert.

Schloß. Nach Brand 1632 in sparsamster Bauart wiederhergestellt; der
runde Haupt-Turm im Kern ma.

Schulhaus. 16. und 17. Jh.; einfach, in einer Blende rätselhafte Steinfigur
(»Hirt«).

Superintendentur. Stattlicher Fachwerkbau des 17. Jh.

E I S I N G E N . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. 19. Jh. — Am Chorbg. K r u z i f i x von Riemenschneider, der
Körper von feinster Durchbildung, Fassung neu.

E I S L E B E N . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Andreas-K. Einfache spgot. Halle (wohl erst nach Brand 1498) mit rom.
und frgot. Resten. Im W über rck. formlosem Unterbau 2 schlanke 8eck.
Türme. Am 1. und 2. Geschoß mit sprom. Bogenfries, am 3. mit got.
Gesims. Die Fenster der Sschiffe anscheinend frgot., was
überraschenderweise auf eine schon frgot. Hallenanlage, oder, bei
basilikaler Anlage, auf ungewöhnliche Höhe der Sschiffe im Verhältnis zum
Hochschiff schließen ließe (vgl. den Giebel zwischen den Türmen). Die
Pfll. des Triumphbogens rom. Aus dem nördl. Nebenchor führt eine Tür mit
Eselsrücken und magerem Stabwerk, abschreckendste Spgot., in einen
großen Seitenturm; untere Geschosse 1486, obere 17. Jh. — Großer
S c h n i t z a l t a r , einer von den besseren, K a n z e l A. 16. Jh., gute Arbeit.
Im nördl. Nebenchor ein auf beiden (!) Seiten bearbeiteter G r a b s t .; die
eine zeigt in eingeritzter trefflicher Umrißzeichnung den Grafen Burkhard
v. Mansfeld ( † 1229), die andere in äußerst rohem und altertümlichem
Relief 2 Figuren mit dem Mansfeldschen Wappen, ohne Umschrift;
G r a b s t e i n e der Äbtissin Oda [pg 100] ( † 1351); der Gräfin Barbara v.
M. († 1511); des Gf. Hans Georg († 1579); der Gräfin Katharina († 1582).
Große in Erz gegossene T u m b a des Gf. Hoyer v. M. († 1541), der Tote,
gewappnet, den Helm zu Füßen, an den Ecken überragt von 4 freistehenden

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Säulen mit Leuchter-Engeln. Eine zweite T u m b a aus Marmor; für
welchen der Mansfelder Grafen, ist nicht nachweisbar. Von sonstigen
G r a b s t . und E p i t . ist vieles verschwunden.

Nikolai-K. 1426 ff. 3sch. Hallenkirche, 3 Joche, Kreuzgwb., kurzer
Vorchor, 5/8 Schluß, einfacher niedriger WTurm. — S c h n i t z a l t a r und
Ta u f s t e i n spgot.

Petri-Pauli-K. 1486-1513. Halle, der vorigen ähnlich, etwas geschmückter,
Netzgwb. — S c h n i t z a l t a r .

Annen-K. Unregelmäßige, nie vollendete Anlage. Der gewölbte Chor 1514,
das Schiff mit Gewölben von Holz und Gips um 1600. (Wiederhergestellt
1908.) Im W Mansfeldische Grabkap. von 1588; seltsam entartetes
Maßwerk. — G r a b m a l des Gf. Karl v. M. ( † 1594); der Tote in voller
Rüstung auf einfachem Sarkophag. Steinerne M o s e s k a n z e l .

Geburtshaus Luthers, 1693 und 1863 rest., zeigt nichts mehr von seinem
ursp. Aussehen. — G e m ä l d e von 1569, Luthers letzte Ordination
darstellend, mit vielen Porträts, nebst anderen Gemälden des 16. Jh., aus
den Hallen des alten Gottesackers stammend.

Besser erhalten Luthers Sterbehaus, aus A. 16. Jh.

Schloß, ehemals eine Wasserburg, im 11. Jh. zum kgl. Tafelgut gehörig;
hoher frma. Bergfried.

Altstädtisches Rathaus 1519-1530. Die großen Fenster durch 3 Pfosten
geteilt, der obere Abschluß treppenförmig. An der NOEcke ein gekrönter
K o p f , nach der Abb. im Inv. zu urteilen spätes 13. Jh., eingemauert; im
Volksmunde K o p f des » K n o b l a u c h k ö n i g s « Herman v.
Luxemburg.

Neustädtisches Rathaus mit Portal in sehr reiner Hoch-Renss. 1580.

E L G E R S B U R G . Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Page 146

Schloß. Im 13. Jh. genannt; seither oft umgebaut, zuletzt A. 20. Jh. von
Gräbner-Dresden; die wenigen vorhandenen Kunstformen weisen auf 17.
Jh.

E L G E R S H A U S E N . Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. Frgot. WTurm. — K i n d e r g r a b s t e i n 1626.

E L I S A B E T H B R U N N E N . RB Cassel Kr. Marburg.

Brunnenhaus. Renss. 1596.

E L I S A B E T H E N B U R G siehe Meiningen.

E L L I N G S H A U S E N . Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. 1775. Gute i k o n . G r a b s t . der Familie v. Bose [pg 101] 16. und
17. Jh. Befestigter Friedhof mit Gaden und Kellern.

Schloß der v. Böse 1604, reizvoller Treppen-Turm. — Geschnitzte
Fachwerkhäuser.

E L M A R S H A U S E N . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Schloß. 1442, fortgebaut 1554, 1563, 1763. Interessante und malerische
Baugruppe. Großer O f e n bez. 1596.

E L S A . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. 1483, OTurm, im Lhs. jetzt Flachdecke, außen Strebepfll.

E L S N I G . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. (als Nachtaufenthalt Friedrichs d. Gr. nach der Schlacht bei T.
berühmt geworden). Ursp. rom. Anlage mit eingezogenem Chor und 1/2kr.
Apsis, rck. Turm im W. — In der Nähe kreisrunder Burgwall.

E L S T E R . K. Sachsen AH Olsnitz.

Page 147

Petri-Pauli-K. 17. Jh. 1sch. mit Holzdecke; geschmückte
Emporenbrüstungen. — K a n z e l 1682, A l t a r 1737.

E L S T E R T R E B N I T Z . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. 1840. Von der rom. K. erhalten ein rohes, gegenständlich
interessantes Ty m p a n o n r e l i e f . — A l t a r w e r k mit 2 beweglichen und
2 festen Flügeln, um 1500. Figurierte G l o c k e 1460, bez. Nik. Eysenberg
von Leipzig.

E L S T E R W E R D A . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Stadt-K. 1718, mit spgot. Chor, 1904 umgearbeitet. — 12 v. Maltitzsche
B i l d n i s g r a b s t e i n e , 9 aus 16. Jh., die übrigen 17. Jh.

Schloß beg. ca. 1720 von Joh. v. Löwendahl, 1727-38 von König August II.
weitergeführt. Dreiflügelanlage in einfacher Behandlung. — P e s t s ä u l e
1738.

ELSTRA, K. Sachsen AH Kamenz. Stadt-K. 1726. 3sch. kreuzgewölbte
Hallenkirche in einfachen Bar Formen, vielleicht auf ma. Grundriß. —
Ansehnlicher Hochaltar aus Marmor und Sandstein, G e m ä l d e
(Kreuzabnahme) von Chr. W. E. Dietrich 1733 in Anlehnung an Rubens.
Prächtige K a n z e l ; als Fuß (anstatt der im 16. und 17. Jahrh. beliebten
Mosesstatue) ein kühn bewegter Engel. Gute G r a b d e n k m ä l e r des 18.
Jahrh.

Rathaus 1717, ganz schlicht. — Im ehemaligen Schloßpark (das Schloß
abgebrannt) S a n d s t e i n g r u p p e , Apotheose eines Helden (wohl Augusts
des Starken) von Balt. Permoser.

E LT E R L E I N . K. Sachsen AH Annaberg.

Stadt-K. 1662 umgebaut; 1sch. mit 8Eck-Schluß und Holzdecke;
einheitliche vortrefflich erhaltene bar. Dekoration und Ausstattung. —
Ta u f s t e i n von Engeln getragen, bez. Sebald Teuscher 1697.

[pg 102]

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E LT I N G S H A U S E N . UFranken BA Kissingen.

Dorf-K. Turm rom., Chor und Lhs. 1745. D e c k e n - und
H o c h a l t a r g e m ä l d e bez. J. A. Herrlein 1746, auf den architekturlosen
Seitenaltären je 1 H o l z s t a t u e , gut rok.

E LT M A N N . UFranken BA Haßfurt.

Stadt-K. Rest. 1835 von Klenze, erhalten blieb der got. Chorturm (E. 13.
Jh., umgebaut im 15. Jh.). — Zierliche spätgot. S a k r a m e n t s n i s c h e .

Heil. Kreuz-Kap. 1768, fein gegliederter Sandsteinbau auf ellipt. Gr.

Friedhof angelegt 1668. Kreuzgruppe ca. 1400, stark überarbeitet.
Grabsteine got. und Renss.

Im S der Stadt Wallburg mit gut erhaltenem rundem Bergfried aus 12.-13.
Jahrh., Zinnenkranz neu.

E M P F E R T S H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Dermbach,

Kirche von 1719.

E M T M A N N S B E R G . OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. OTurm got. Lhs. 1666, zierliche Stuckatur 1749.

Schloß einfach bar. 1689, über dem Portal große Wappentafel.

E N G E L S B E R G . UFranken BA Miltenberg.

Kapuzinerklst. 1629.

E N G E L S D O R F. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K., rom. Anlage mit OTurm.

E N G E N TA L . UFranken BA Hammelburg.

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Dorf-K. nachgot. aus der »Juliuszeit«.

E P P R E C H T S T E I N . OFranken BA Wunsiedel.

Burgruine.

E R B E N H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. 1609 mit Turm aus Ma. Burgähnlich ummauert. G r a b s t e i n des
Försters Martin Rod 1716.

E R B S H A U S E N . UFranken BA Karlstadt.

Dorf-K. Chor-Turm 1598, Lhs. 1794. Auf dem Hochaltar gute
S k u l p t u r e n aus der Werkstatt P. Wagners.

E R D M A N N S H A I N . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. rom. wie Fremdiswalde. — Auf dem Altar K o p i e von Rubens'
Antwerpener Kreuzabnahme.

E R F U R T. Fr. Sachsen.

Die Stadt besaß am Schluß des Ma. über 90 Kirchen und Kapellen, darunter
36 klösterliche Ansiedlungen. Der Stiftung nach vielleicht am ältesten die
kleine Bonifaziuskap. auf dem Domhügel, neben S. Severi, ein schlichter
kleiner Steinbau, im sp. Ma. umgebaut.

Stifts-K. S. Marien (»Dom«). Gegr. angeblich 741. Neubau seit 1154.
Erster Umbau des Lhs. im A. 13. Jh. Erweiterung des Chors 1349-70.
Zweiter Umbau des Lhs. 1452 ff. und [pg 103] Hinzufügung der dritten
Turmspitze durch Meister Hans von Straßburg. Ausbesserung nach Brand
1472 durch Hans Pfau. Im 19. Jh. mehrfach rest., zuletzt 1912. — Vom
rom. Bau des 12. Jh. haben sich erhalten die Mauern des Qsch. im nördl.
und südl. Flügel bis zum Kranzgesims; die 2 zu Seiten des Chors
angeordneten Türme im 1. und 2. Geschoß; im Innern die Kämpfer der
Vierungsbgg., soweit sie an die Türme anstoßen. Die auf den quadr.
Unterbau folgenden 8eck. Turmgeschosse sprom. 13. Jh. (der südl. soll
1201, der nördl. 1235 vollendet worden sein). Den rom. Bau haben diese

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Türme stattlich überragt, durch die späterhin eingetretene Erhöhung und
Massenvermehrung des Chors und Lhs., namentlich als dieses sich in eine
Hallenkirche mit hohem Dach verwandelte, wurden sie außer Wirkung
gesetzt; um so bedauerlicher, als die unvergleichlich günstige Lage am
Bergrande zur Schaffung einer kräftigen Silhouette die Aufforderung gab.
Dieser folgte Hans v. Straßburg in der Weise, daß er die wohl schon vor
ihm got. überhöhten Türme durch einen Zwischenbau verband und über
diesem einen 8eckigen Aufsatz errichtete. Der Helm brannte seither
zweimal, 1493 und 1717, ab; seine Erneuerung 1850 folgt den durch alte
Ansichten überlieferten Umrißlinien. — Der zwischen den Türmen liegende
rom. C h o r war nur 7 m breit gewesen; jetzt bildet er den Durchgang zu
dem fast als selbständiges Gebäude auftretenden viel breiteren Chor des 14.
Jh. Dieser ist 1sch., hat 5 Langjoche, das letzte im Schlußstein mit dem als
1/2 10Eck konstruierten Haupt zusammengezogen (34 m lang, bei 88 m
Länge der ganzen K., 13,5 m br., 25 m H.). Der Aufbau des Chors zeigt den
völlig systematisch durchgebildeten Stil der späteren Hochgotik und ist
durch schöne Raumverhältnisse ausgezeichnet. Mit dem Chorbau ging die
künstliche Verschiebung des Bergrandes durch eine auf gewaltigen offenen
Bgg. ruhende Terrasse (»Cavaten«) und der majestätische Treppenaufgang
(»Greten« aus »gradus«) zusammen. Und die notwendig gewordene Tiefe
der Grundmauern führte zur Anlage einer K r y p t a (inschriftl. voll. 1353),
dergleichen sonst nicht in den got. Baugewohnheiten liegt. — Die im 15.
Jh. geforderte Erweiterung des L a n g h a u s e s als Hallenkirche mußte
wesentlich in der Breitenrichtung erfolgen; da jedoch auch die bestehenden
Pfll. weiter benutzt werden sollten, wurden die Ssch. breiter (9,4 m) als das
Msch. (7,2 m) angelegt, was keine günstigen Raumverhältnisse ergeben
konnte. Einfache Sterngwbb. — Am Ä u ß e r n ist vor allem die
Massenverteilung und Silhouette der Ostansicht eigentümlich und
bedeutend. In Verbindung mit der Severi-K. eine der [pg 104] schönsten
Baugruppen Mitteldeutschlands. Hier wie öfters zeigt sich die Phantasie des
Ma. noch glücklicher in der sukzessiven Ausnutzung zufälliger
Gelegenheiten durch wechselnde Geschlechter, als in der folgerichtigen
Entfaltung einer einheitlichen Idee. Die mit dem Chor nicht parallele,
sondern auf die NSeite konvergierende Richtung des Treppenaufgangs gab
den Gedanken zu der prächtigen To r h a l l e auf dreieckigem Gr. als Anbau
an den nördl. Kreuzarm. Die beiden freiliegenden Seiten werden ganz von
mächtigen Portalen mit hohen Wimpergen eingenommen; ein zweites, mit

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je einem Fenster versehenes Geschoß springt etwas zurück. Die Formen
sind freier als die des Chors, wahrscheinlich von einem etwas älteren
Meister. Die Langseiten erhielten durch die Rest. von 1868 über jedem Joch
Giebel für quergestellte Sschiffsdächer, während der Hauptfirst, nicht zum
Vorteil der Totalansicht, niedriger gelegt wurde. Neu ist auch der obere
Abschluß der WSeite. Überhaupt hat die Rest. den spgot. Bau nach Kräften
hochgotisch korrigiert. Torflügel mit reichem got. Rankenbeschläge.
Löwenköpfe rom.

K r e u z g a n g u n d S t i f t s g e b ä u d e . OFlügel: spgot. 2sch. Halle, die
dem Hof zugekehrte Seite in sprom. Formen mit einzelnen gotischen; diese
überwiegen bereits am letzten Fenster; nach außen gegen die Terrasse
springt die 1451 gest. Clemenskap. vor. Das Obergeschoß des OFlügels
nahm das Auditorium coelicum (so genannt von den auf der azurblauen
Decke dargestellten 12 Himmelszeichen) ein, welches der Universität zu
Promotionen und sonstigen Festlichkeiten diente; jetzt sehr verwahrlost.
Der W- und SFlügel entsprechen der fortschreitenden got. Stilentwicklung;
mit Ausnahme des nördl. Fensters der WSeite, welches mit denen der
OSeite gleichzeitig. Am SFlügel der ehemalige Kapitelsaal. Alle Gebäude
haben durch den Brand 1472, sodann durch spätere Veränderungen gelitten.

I n n e r e A u s s t a t t u n g . Durch die Rest, des 19. Jh. von ihren
»stilwidrigen« Elementen befreit. — Prachtvolles C h o r g e s t ü h l bez.
1469, 1484. H o c h a l t a r mächtiger Holzaufbau von 1697. Um 1420
großer gemalter F l ü g e l a l t a r , in der Mitte die Einhornjagd. — Mitten im
Chor lebensgroße bronzene L e u c h t e r f i g u r , bekleidet, von starrster
Bildung bei sorgfältiger Technik, 12. Jh., aber genauere Bestimmung von
Zeit und Ort der Entstehung nicht zu geben. Stifterinschr. der Wolfram und
Hilteburg. G l a s g e m ä l d e im Chor, bez. 1403, die beste und größte Reihe,
die Thüringen besitzt. — An der OWand des nördl. Qsch. 4 Nischen, ihr
Inhalt aus Altem und Neuem gemischt. Besonders merkwürdig'> [pg 105]
ein bogenförmiger rom. A l t a r a u f s a t z aus Stuck, an der Stirnseite
Christus und die heil. Eoban und Adolar, darunter heilige Frauen mit
Palmen, in der engen Nische Statue der Muttergottes, thronend, das Kind
zwischen den Knien, archäische Züge verbunden mit wuchtiger
Monumentalität. Es ist möglich, daß die Madonna nicht ursp. für die Nische
gearbeitet war; erheblich älter als die Reliefs der Lunette, wie behauptet

Page 152

worden, ist sie nicht; genauere Datierung schwierig, etwa zwischen 1130-
60. — An entsprechender Wand des südl. Qsch. S a k r a m e n t s h a u s von
Hans Friedemann 1560, trefflich aufgebaut, doch schwach, wie immer bei
diesem meistbeschäftigten Meister der Erfurter Sprenss., in der
Figurenplastik. H o l z r e l i e f der Beweinung E. 15. Jh. Tumba der heil.
Eoban und Adolar um 1400. — Im südl. Ssch. eiserner L e u c h t e r mit
Schmerzensmann um 1450. Links vom WEingang Taufstein mit großem
phantastischem Überbau von Hieronymus Preißer 1587. An den Pfll. des
Msch. 8 halbrund gebogene Ta f e l g e m ä l d e um 1500.

G r a b d e n k m ä l e r . Bildnisstein eines Grafen von Gleichen mit zwei
Frauen (wohl Ernst II. † 1264, ausgeführt etwa zwei Jahrzehnte später).
Epitaph des Joh. v. Allenblumen † 1432, bez. R T, den Erfurter Lokalstil mit
Eleganz repräsentierend. Bronzeepitaph des Henning Göden von P. Vischer
1521 (Wiederholung in Wittenberg). Prächtige dekorative Steinepitaphe der
Familien v. Herstall von H. Friedemann d. J. und v. d. Weser von Enders
Gutschell 1576. — Wichtig ist der Dom durch eine größere Reihe von
b r o n z e n e n G r a b p l a t t e n (die meisten im Kreuzgang). Am
Choreingang junger Geistlicher, schöne flandrische Gravierung um 1350.
Als älteste einheimische Arbeit bmkw. Herm. Schindeleib † 1427. Heinrich
v. Gerbstädt † 1451, ausgeführt nach 1472 in der Vischerschen Werkstatt in
Nürnberg; desgl. Hunold v. Plettenberg † 1475, Konrad v. Stein † 1499,
Joh. v. Lasphe † 1510, Joh. v. Heeringen 1505; die letztere Platte
(Halbfigur) von strahlender Renaissanceschönheit, wird als ein Werk
Hermann Vischers d. J. anzusehen sein. — Gegossene Bronzeplatten
Erfurter Ursprunges: Eoban Ziegler 1561 (von Eckhard Kücher) und G.
Oland 1597 (von Melchior Möhring). Die schöne bronzene Wappentafel für
Konrad v. Breitenbach † 1579 von Friedemann d. Ä.

S k u l p t u r e n a m Ä u ß e r e n . Am reichsten ausgestattet die beiden
Portale am Triangel um 1350-60, 34 Vollfiguren, Apostel, kluge und
törichte Jungfrauen, Ecclesia und Synagoge u. a.; Nachwirkung der 60-75
Jahre älteren [pg 106] Naumburger und Magdeburger Plastik; die Qualität
weit niedriger. Am Tympanon des Kreuzgangsportals innen Kunigundens
Rechtfertigung, außen Kreuzigung. An den Chorpfeilern 3 Statuen, Maria,
Katharina, Barbara, aus A. 15. Jh. mit dem Zeichen i eines damals in Erfurt
vielbeschäftigten Meisters.

Page 153

I m D o m m u s e u m . Merkwürdige, reich mit Reliefs verzierte sprom.
Ampel für 12 Dochte. Bronzene Reliquienbüste E. 12. Jh. Eine gleiche E.
14. Jh. »K a s e l der hl. Elisabeth« E. 13. Jh. Wandteppich in Plattstich auf
Leinwand E. 13. Jh. Tischdecke mit Szenen aus Tristan, 14. Jh. Allerlei
Reste von Holzplastiken und Malerei.

I n d e r D o m k u r i e . 2 Altarflügel mit Aposteln ca. 1420. 3 Tafeln mit
männl. Heiligen ca. 1450. Tafel mit Kreuzigung ca. 1490.

Collegiat-K. S. Severi. Erste Nennung 836. Auf Neubau deutende
Ablaßbriefe 1273-95. Zweite Erneuerung um 1450. — Anlage und
Einzelheiten enthalten manches Eigentümliche. Bei Gliederung in 5 Sch.
und 6 Joche kommt der räumliche Charakter der Hallenanlage bedeutend
zum Ausdruck. Das erste und letzte Joch breiter als die übrigen; man ist
hierbei von einem ehemaligen Qsch. ausgegangen, das an dem großen
Rosenfenster der NSeite noch zu erkennen ist. Die Türme wie am Dom und
nach dessen Vorbild im O. später um einen dritten mittleren vermehrt;
schlanke hölzerne Helme. Bei schlichtester Einzelbildung wird durch bloße
Linien und Massen ein echt künstlerischer Eindruck erreicht. — Im Chor
S e d i l i e n n i s c h e um 1300. — Ta u f s t e i n 1467, überstiegen von einem
dreiseitigen mit der Spitze bis zum Gewölbe hinanreichenden Baldachin, im
Motiv an Brunnenarchitektur erinnernd, höchster Handwerkstriumph in der
Bewältigung des Steinmaterials. — Hölzerne K a n z e l von Hans
Friedemann d. Ä. 1576. — O r g e l b a u in großzügigem Barock. — Im
südl. Ssch. gemalter F l ü g e l a l t a r von einem guten Süddeutschen um
1520 (»Schule des Peter von Mainz«). — In der Blasiuskap.
S c h n i t z a l t a r um 1500, bedeutend, doch sehr verrestauriert. — Die
Kirche ist reich an bmkw. Steinplastik. D e n k m a l d e s h l . S e v e r u s ,
um 1370-80; ursp. in Form einer Tumba, früh (vor 1472)
auseinandergenommen. Drei der Seitenplatten trugen Szenen aus dem
Leben des Heiligen in hohem Relief; jetzt dem Marienaltar im nördl. Qsch.
einverleibt; die vierte mit der Anbetung der Könige jetzt im südl. Ssch. (fast
genaue Wiederholung derselben Komposition am WPortal der Nürnberger
Lorenzkirche). Die ehemal. Deckplatte mit dem Relief des Severus [pg 107]
zwischen Frau und Tochter krönt heute den Severialtar; in der Qualität den
Seitenplatten überlegen; von neueren Kritikern nicht unbedingt
überzeugend dem sog. Meister der Barfüßer-K. zugeschrieben. — Feine

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M a d o n n a am Chorbogen um 1370-80 von Joh. Gehart; von demselben
Johannes d. T. und Katharina. — Im Chor Alabasterrelief des h l .
M i c h a e l bez. 1467, künstlerisch bedeutend, unter die Schulrichtungen der
Zeit schwer einzureihen, doch wohl identisch mit dem Meister des
Taufsteines. — Die M a d o n n a a m N P o r t a l ist älter als dieses selbst,
eine Durchschnittsarbeit um 1370. Bedeutend der daneben befindliche
große C r u c i f i x u s , um 1500.

Schotten-Klst.-K. S. Jakob. Basilika aus A. 12. Jh., mit Veränderungen.
Die im Innern erhaltenen rom. Pfll. haben so weiten Abstand, daß
ausgebrochene Zwischenstützen, wohl Sll., vermutet werden müssen. Die
ursp. Flachdecke durch Holzgewbb. ersetzt. Frgot. Vorhalle. Barockfassade
(1772). Got. Turm mit welscher Haube. — G r a b s t e i n des Walter v.
Glizberg und seiner Frau, lebensgroße Figuren in starkem Relief auf
vertieftem Grunde, Behandlung sorgfältig aber wenig belebt; 2. H. 13. Jh.
(oder noch später?). Gute H o l z m a d o n n a A. 16. Jh.

Prediger-K. (Dominikaner). Das Klst. gegr. 1228; eine Baunachricht von
1238 kann nicht auf das vorhandene Gebäude bezogen werden; dieses beg.
1308. — Sehr lang gestreckte, querschifflose Basilika im Gr. 76 : 18,5 m,
geteilt in 15 Joche von genau gleicher Abmessung; die Ssch. schließen platt
(mit Fenstern), das Msch. mit 5 Seiten des 8Ecks; die Mönchskirche von
der Laienkirche durch eine Schranke und einen späteren Lettner (1410)
geschieden. Das Msch. scheint in Absicht auf flache Decke begonnen zu
sein; die Hochwand hat außen keine Streben, innen sind die Gwbb. auf
vorgekragte kurze Dienste gestellt. Die Fassade turmlos, ihr großes Portal
des figürlichen Schmucks beraubt. Die schlanken Türme am Chor eine
jüngere Hinzufügung. Der Kreuzgang (S) abgebrochen, das Kapitelhaus
erhalten.

H o c h a l t a r ; Mensa mit Arkatur aus der Erbauungszeit; Retabulum, große
in 5 Giebel ausgehende Tafel, jetzt des figürlichen Schmucks, wohl
Gemälde, beraubt und verstellt durch einen großen Schnitzaltar von ca.
1470-80 (der bedeutendste Erfurts; die gemalten Flügel nicht »Wolgemut
ähnlich«, überhaupt nicht fränkisch). Hinter der Mensa ein steinerner
Zierbau in Laternenform, 5seitig auf schlankem Fuß, hinten mit einer
steinernen Wand verwachsen und durch eine Treppe zugänglich gemacht;

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wohl S a k r a m e n t s h a u s ; in dieser Anordnung sonst nicht bekannt;
entstanden [pg 108] gleichzeitig mit dem Lettner (1410), während die
steinerne Umrahmung für einen C e l e b r a n t e n s i t z älter ist; in der
Nische gutes F r e s k o , etwa M. 14. Jh. — In die innere Schranke
eingelassen ein Ta f e l b i l d , figurenreiche Kreuzigung, nach M. 14. Jh. —
Im Chor M a r i e n s t a t u e um 1350, eine von den manieriertesten, aber
fesselnd durch die delikate Behandlung. — G r a b s t e i n e . Dieser Zweig
der Plastik ist in Erfurt, vgl. auch die übrigen Kirchen, reich und gut
vertreten und läßt u. a. die Entstehung des Epitaphs neben der Grabplatte
lehrreich beobachten. Die beiden Typen noch nicht deutlich gesondert am
E h e g r a b s t e i n des Rudolf Vitztum † 1365, der Schriftrand für Erfurt
frühestes Beispiel gotischer Minuskeln. Am Lettner Gf. Günther v.
Schwarzburg als Mönch, † 1345, kniend in Profilansicht, die ganze
Erscheinung individuell; sehr flaches Relief, Bemalung neu. Theodorich v.
Lichtenhayn † 1366, ebenfalls kniend und mit Absicht auf Bildniswahrheit;
Farbe verschwunden. Gottschalk Legat † 1422, Epitaphform, Mann und
Frau in starkem Gefühlsausdruck betend vor dem Schmerzensmann.
Friedrich Rosenzweig † 1450, ähnliche Anordnung. Über dem SEingang
Gethsemanerelief bez. 1484; der Künstler Joh. Wydemann zugleich
Donator; sein Stil von Nürnberg abhängig. Wa n d e p i t a p h für Paul Mues
von Friedemann d. Ä. 1579. B i l d n i s g r a b s t e i n des Superintendenten
Aurifaber † 1575. Großes S t e i n e p i t a p h des Jakob Neffzer † 1586,
elegante Arbeit eines Unbekannten. B i l d n i s e p i t a p h des Kriegsrats
Burchard † 1632, Von derselben Hand Senior Silberschlag † 1635 (vgl.
Epit. Mohr in der Barfüßer-K.). — Prächtige A b e n d m a h l s k a n n e 1618
von Erasmus Wagner.

Barfüßer-K. (Franziskaner). Erste Niederlassung 1221; jetzige K. voll.
1285; Brand; 1326 der langgestreckte 1sch. Chor hinzugefügt; Einwölbung
des Lhs. A. 15. Jh. — Querschifflos. Die 6 Arkaden des Lhs. sehr weit
gestellt, auf je 1 von ihnen fallen im Hochschiff 2 schmale Kreuzgewbb. auf
abwechselnd kurzen, vorgekragten und vollständig bis zur Erde reichenden
Diensten; die Pfll. im W zierlich gebündelt, die drei östl. einfacher. Chor 4
Joche und 5/8 Schluß, Lhs. 6 Doppeljoche, ganze L. 78. Formencharakter
von edler Einfachheit, weniger herb als in der Prediger-K. Der in der
zweiten Bauperiode hinzugefügte Turm in verwegener Übereckstellung
über dem letzten Joch des nördl. Ssch.

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H o c h a l t a r ehemals doppelflügelig, in neugot. Rahmenarchitektur falsch
zusammengesetzt, die interessanten, stilgeschichtlich noch nicht genügend
gewürdigten Gemälde [pg 109] nach 1400, die Holzskulpturen
altertümlicher, aber nicht notwendig älter. Frühester Schnitzaltar Erfurts. —
Im südl. Ssch. reiche S c h l u ß s t e i n e mit dem Zeichen i (vgl. Epit. Legat
in der Prediger-K. und Chorstatuen am Dom). — C h o r s t ü h l e um 1325-
50 sehr einfach. — G r a b m ä l e r : in der sog. Saalfeldschen Kapelle südl.
am Chor Cinna v. Vargula 1370, wohl Deckel einer ehemaligen Tumba;
vorzügliche Arbeit, die den Stil der Zeit von seiner besten Seite zeigt;
Saalfeldsche Platte, Schmerzensmann mit 6 Porträtfigg.; Margarete v. Mila
1494, dem Gegenstand nach, Madonna auf der Mondsichel, ein Epit., der
technischen Form nach Grabstein. Am Ende des nördl. Ssch. Albert v.
Beichlingen † 1371, von derselben Hand (»Meister der Barfüßer-K.«) wie
der Grabstein der Cinna und gleich vortrefflich, die Auffassung durchaus
statuarisch. Grabstein Berld v. Vitztum 1478. Epit. Balth. Hirschbach 1583
von H. Friedemann d. Ä. Epit. Nacke 1587. Epit. M o h r 1626. —
G e m ä l d e : in der Saalfeld-Kap. Flügelaltar A. 15. Jh. —
A b e n d m a h l s k a n n e n von Erasmus Wagner 1621 und Andr. Jörg 1679.

Regler-K. (Augustiner-Chorherren) M. 14. Jh. Vom rom. Bau die 2türmige
WFassade (alt indes nur der südl. Turm). Ganz schlichte Anlage.
Unvollständige Flachdeckbasilika; das nördl. Ssch. zum Kreuzgang
geschlagen, darüber eine gegen das Hauptschiff sich öffnende Empore.
Gestreckter platt geschlossener Chor. — Großes doppelflügeliges
A l t a r w e r k um 1480, an dem besonders die gemalten Teile bmkw.; früher
irrig Wolgemut zugeschrieben; wohl von Erfurter Lokalmeistern (an
Außentafeln, Innentafeln und Predella drei verschiedene Hände). An der
Außenwand und sehr verwittert: E p i t a p h des Heinrich Frimar 1417,
Kreuzigungsgruppe, darunter 2 kleine Adoranten, geleitet von 2 Heiligen.

Augustiner-K. (Augustiner-Eremiten; das Kloster M. Luthers). 1289-1325;
1435 das ursp. 1sch. Gebäude zu einer Basilika mit sehr hohen Ssch.
erweitert, dazu langgestreckter Chor; in allen Teilen Holzdecke. Der
8eckige Turm sitzt über einem Pfl., an ihm hoch oben 3 Standbilder, gut,
von einem Nachfolger des Meisters i. — K r e u z g a n g aus 15. Jh. Über
dem NFlügel eine nach der K. sich öffnende Empore. Die L u t h e r z e l l e
nach Brand 1872 erneuert.

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Im Innern der K. die Steinumrahmung eines L e v i t e n s i t z e s A. 14. Jh. —
G l a s m a l e r e i e n im Chor 2 H. 14. Jh. — G r a b s t e i n e der Adelheid v.
Amera † 1298, gravierte und mit schwarzer Paste gefüllte Umrißzeichnung.
G r a b s t . der Titularbischöfe Joh. v. Lepanto † 1316 und Ludwig v.
Marronia † 1323 und des Professors Heinrich v. [pg 110] Frimar † 1354,
alle drei ausgeführt ca. 1370-80 von derselben, geschmackvoll und
eigentümlich arbeitenden Hand (Meister der Barfüßer-K.), neu bemalt.
Heinrich v. Meiningen † 1382 (Art des Joh. Gehart); Theodor Brun † 1462
(vom Meister des hl. Michael in S. Severi??).

Ursulinerinnen-K. E. 13. Jh. Sehr einfacher, 1sch. Bau, dem später ein
nördl. Ssch. hinzugefügt wurde. Im O rck. geschlossen mit 3 hohen
Fenstern. Im W Nonnenchor. Holzgwb. mit hübschem leichtem
Rokokoornament. Über dem Eingang S t e i n r e l i e f mit der Anbetung der
Könige. — Zahlreiche Grabsteine: mit eingeritzter Figurenzeichnung 1313-
1445, mit reliefierter 1436-1540. Hochaltar mit gemalten Doppelflügeln 2.
H. 15. Jh. Auf einem Nebenaltar P i e t a s (Holz) um 1420. Eine ältere
desgl., überlebensgroß, im Klst. Ebendort Wa n d t e p p i c h e aus 14. Jh.

Kaufmanns-K. Schlichte Basilika des 13. und 14. Jh., Msch. rom., Sschiffe
got. Die Türme zu Seiten des polyg. Chors erneuert, der nördl. 1684, der
südl. 1859. — Taufstein 15. Jh. mit 7 sitzenden Prophetenfigg. — Gut
kennen zu lernen die Erfurter Renaissancemeister Friedemann Vater und
Sohn: Kanzel 1598, Hochaltar 1625, Epitaphe Ziegler 1584, Tettau 1585, v.
d. Sachsen 1592.

Allerheiligen-K. Kleiner einfacher Bau, das Schiff in origineller Weise der
Straßengabelung angepaßt, Turm 2. H. 13. Jh. — Hochaltar 1757. Pietas E.
14. Jh. Grabplatten mit geritzter Zeichnung 1381, 1405, mit Relief 1418,
1422, 1536; des Dr. Eberbach 1547 bez. AB; des G. Hupolt 1619 von
Friedemann d. J.

Martins-K. vom ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Turm 1303 1sch. Langhaus
1483, 1755 mit flachem Tonnengewölbe versehen. — A u s s t a t t u n g bar.
M o n s t r a n z von C. X. Stipeldey in Augsburg 1780.

Michaelis-K. 14. Jh., einfach, erweitert 15. Jh., hübsche spgot. Sakristei mit
reliefgeschmücktem Erker. Guter bar. Orgelbau. — C r u c i f i x u s 1405,

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erstes sicheres Werk des Monogrammisten i, des tonangebenden Erfurter
Bildhauers im 1. Viertel 15. Jh. Im Innern und auf dem kleinen Friedhof
G r a b m ä l e r von Renss. bis Klassizismus.

Dreifaltigkeits-Kap. 1500. Erkerchor mit Reliefschmuck.

Andreas-K. Kleiner Bau des 13. Jh., whgest. 1418. — Über dem
Haupteingang K r e u z i g u n g s r e l i e f um 1730 (zu vgl. mit dem
Severisarkophag). Sandsteingruppe der B e w e i n u n g ca. 1430-40 von
einem Nachfolger des Meisters i.

K. des großen Hospitals. 1385, whgest. 1488. Rechteck mit 3seit. Schluß.
— E p i t . Ziegler 1462, tüchtig.

[pg 111]
K. des kleinen Hospitals. G e d e n k s t e i n der Stifter, der
Schneidermeister Konrad von Duderstadt und Siegfried von Leubingen, ca.
1420-30.

Thomas-K. spgot. Thomasrelief 2. V. 15. Jh. Kleiner S c h n i t z a l t a r M.
15. Jh.

Wigperti-K. 1475, Rechteck mit 3seit. Schluß. — An der WFront 3 Statuen
um 1430, handwerklich. Besser eine M a d o n n a um 1450. Im Kreuzgang
K r e u z i g u n g s r e l i e f aus der Nachfolge des Meisters i. — Sakristei mit
guter SpRenss.-Einrichtung.

Neuwerks-K. Gegr. 1196. Total umgebaut im 15. und 18. Jh. — Außen
M a d o n n a um 1380, feiner belebt und wahrer gefühlt, als das meiste
dieser Zeit (nicht von Joh. Gerhart). Eine zweite im Innern um 1400.
Ziemlich prächtiger H o c h a l t a r um 1730. Der ältere von ca. 1500 in der
Sakristei.

Lorenz-K. Gegr. 1140, Neubau 1413, verändert im 17. Jh. — Am SPortal
S a n d s t e i n s t a t u e des hl. Wenzel um 1450. Außen neben dem Eingang
E p i t . B u s e l o y b e n um 1430, an der SWand E p i t . S a l f e l d 1405. Im
Innern Epit. der G e b r. E b e r b a c h 1581 von Friedemann d. Ä. — Die

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Holzskulpturen der modernen Altäre von Antiquaren in München und
Lübeck.

Egidien-K. (Ilgen-K.). Alte, schon im 12. Jh. genannte Gründung. Jetzt zu
Wohnungen eingerichtet. Nur die östl. Giebelwand zeigt kirchliche
Bauformen. Unter der K. Durchfahrt vom Wenigenmarkt zu der einst
befestigten Krämerbrücke. Von einigen inzwischen abgebrochenen Kirchen
haben sich die Türme erhalten:

Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomäus-Turm
(mit Ö l b e r g r e l i e f vom E. 15. Jh.), Pauls-Turm, Georgen-Turm.
Durchweg einfache spgot. Bauten.

[Rathaus. Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen;
Einzelheiten im städtischen Museum.]

Alte Universität (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite nach der
Michaelisstraße 1548-50; diese unverändert; im Innern und an
Nebengebäuden vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. — Die sehr
konservativ gesinnte Körperschaft hat die Hauptfront zu einer Zeit
allgemeinen Vordringens der Renss. in rein got. Formen errichten lassen;
nur in der streng symmetrischen Komposition darf man den stillen Einfluß
des neuen Stils erkennen. Die langgestreckte, 2stöckige Front hat 7 Achsen.
Das große Tor in der Mitte ist ein Prunkstück geometrischer Künstelei. An
den Doppelfenstern des Erdgeschosses regelmäßiger Wechsel von geraden
Schluß- und Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmäßig
rck.; an der Schmalseite verändertes System; der alte [pg 112] Giebel im 17.
Jh. durch einen Halbwalm ersetzt. Das Auditorium maximum »möglichst
im Anschluß an die frühere Form« wiederhergestellt.

Collegium Saxonicum in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener FrRen.

Wohnhäuser. H a u s z u m R e b s t o c k (Futterstr. 2) 1447. In einer Nische
des dritten Stockes feine gleichzeitige M a d o n n a . Der spgot. Bau noch in
wesentlichen Zügen erhalten. — H a u s z u m r o t e n S t e r n
(Allerheiligengasse 11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. — H a u s
z u r h o h e n L i l i e (Friedrich-Wilhelmsplatz) 1538. Feine frühe Renss.
— H a u s z u m G r e i f e n s t e i n (Michaelisstr. 48). 1549. — H a u s z u m

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g o l d e n e n R a d e (Marktstr. 50) 1554. — H a u s z u m g o l d e n e n
H e c h t (Anger 37) 1557. Typisches Portal mit Sitznischen am Gewände;
Steinmetzzeichen der beiden Hans Friedemann. — H a u s z u m r o t e n
O c h s e n (Fischmarkt 7) 1562. Im 1. und 2. Geschoß antike Anordnungen;
im 3. Geschoß Fenster mit gotisierenden Gewänden; am Zwerchgiebel
wieder Ordnungen. — H a u s z u m b r e i t e n H e e r d (Fischmarkt 13)
1584, vielleicht von Hans Friedemann d. Ä. Die Ordnungen gleichmäßig
durchgeführt; reiches, kräftiges, an Heidelberg erinnerndes Detail. Im
Erdgeschoß Netzgwb.; im Obergeschoß mächtiger Hausflur; Wendeltreppe.
Die Wirkung durch moderne Erweiterung gestört. — H a u s z u m
g r o ß e n C h r i s t o p h (Regierungsstr. 62). Altes Gasthaus. 1605. —
H a u s z u m S t o c k f i s c h (Johannisstr. 169) 1607. Langbau, die Giebel
über den Brandmauern. Im Erdgeschoß schachbrettartiger Wechsel glatter
und ornamentierter Quadern, nach niederländischer Art. — H a u s z u m
M o h r e n k o p f (Johannisstr. 168) 1610,

K. Regierung, ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte
Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts Patrizierhaus
der Renss. »zum stolzen Knecht« mit schönem Erker bez. 1540, Mitte und
linker Flügel unter Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den
Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister (M. v. Welsch? M.
Dreysigmark?). Schöner Festsaal in maßvollem Spätbarock, die
Stuckaturen von August Gröninger aus der bekannten Münsterer
Künstlerfamilie, die Plafondmalerei schwach.

K. Haupt-Steueramt 1695 für Lothar v. Schönborn, Erzb. von Mainz und
B. von Bamberg.

Auf dem Fischmarkt Roland als römischer Krieger, 1691 von Israel v. d.
Milla, einem niederländischen (?) Italisten, der [pg 113] Kopf nach dem
Moses Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und Eichenstr. Neptun von
einem ehemaligen Brunnen um 1700.

E R L A B R U N N . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte Flachdecke,
Engelsköpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale. — K a n z e l und
Ta u f s t e i n aus der Erbauungszeit. — B i l d s t o c k 1601, gotisierend.

Page 161

E R L A C H . UFranken B A Ochsenfurt.

Pfarr-K. Got., im 18. Jh. verändert. — 7 adlige G r a b s t e i n e (meist
Seinsheim) von 1540-82; ein älterer (1493). B r o n z e p l a t t e mit Inschr.
und Wappen (Hauschild von Hirschau).

Schloß, Wasseranlage mit 8eck. Umfassung, im Hof hübsche Renss.Laube
1545.

E R L A U . K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. Schiff mit Holzdecke, gewölbter 3/8 Chor in sorgfältiger
Durchbildung. Das 4flügelige A l t a r w e r k (aus der Rochlitzer
Kunigunden-K.) innen geschnitzt, außen gemalt, A. 16. Jh.

E R M L I T Z . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. mit OTurm, in dessen Erdgeschoß das Altarhaus; keine Apsis.

E R M S L E B E N . Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Stadt-K., gänzlich deformiert, interessant nur die Spur ehemaliger rom.
OTürme. — G r a b s t . 1561, 1602.

E R S H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. bar. 1688. Turm gotisierend 1562. Großer Bar.-Altar.

E S C H D O R F. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. 1sch. mit Holzdecke. Rom. Portal. S a k r a m e n t s n i s c h e 1524.
Gemaltes A l t a r w e r k bez. 1588. C G (Christoph Grohmann?).

E S C H E F E L D . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Chor in spgot., Portal in spätrom. Formen. — Spgot. A l t a r w e r k
mit 2 festen und 4 beweglichen Flügeln. G l o c k e n 14. Jh.

E S C H E N S T R U T H . Kr Cassel-Land.

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Dorf-K. Unter jüngeren Veränderungen der rom. Kernbau erhalten, am
besten im WQuerturm mit doppelbogigem Durchgang ins Schiff. Im
Fenster des schon ursp. rck. Chores kleines spgot. G l a s g e m ä l d e .

E S C H W E G E . RB Cassel Kreisstadt.

Markt-K. S. Dionys. Chor 1460, Sch. 1466, Turm 1. H. 14. Jh. —
Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. polyg. Chor. Schafte [pg 114] rund mit 4
Diensten, nur die letzteren mit Kaptt. Die Schildbgg. des Msch. Gwb. ca.
2,5 m höher als die Scheidbgg. WTurm einspringend.

Neustädter S. Katharinen-K. Chor 1446-74, Sch. 1484-1521, Turm 1374
mit neugot. Aufbau. — Hallenkirche von 4 Jochen, Schafte rund mit 4
Diensten und Laubkaptt., welche sich auch um die Schafte ziehen. Reiche
Netzgwbb. — K a n z e l 1589 mit 3 Reliefs.

S. Nicolaus-Turm. 1455, Zopfdach.

Schwarzer Turm. Einziger Rest der vor 1083 gegr. Cyriakus-Abtei.
Einfacher Bruchsteinbau mit wenigen kleinen rundbg. Fenstern.

Hospitals-K. S. Elisabeth. Gegr. 1278, erneuert 1466. Nur die südl. Mauer
der K. und ein Teil des Kreuzganges stehen noch.

Schloß. Beg. 1386, erneuert 1581, sprom. mit got. Erinnerungen.

Ballhaus. 1578.

E S P E N F E L D . Schwarzburg-Sondersh. LA Arnstadt.

Dorf-K. OTurm rom. zu got. 1/2kr. Apsis mit rundbg. Fensterschlitzen.

E S P E R S TA D T. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. Turm mit gekuppelten rom. Schallöffnungen und vermauerter
Rundbogentür. Umbau 1612.

E S S E L B A C H . UFranken BA Marktheidenfeld.

Page 163

Pfarr-K. erb. 1779; gleichzeitig die Ausstattung. — H o l z f i g . St. Barbara
aus Riemenschneiders Werkstätte. — Spgot. G l o c k e n .

E S S F E L D . UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. 19. Jh. Erhalten der 5geschossige spätrom. Turm, 13. Jh., bar.
Haubendach.

E S T E N F E L D . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Posthum got. 1614. Chorturm im Unterbau rom. Bar. Portal 1690.
Stuckdecke um 1720. — H o c h a l t a r E. 18. Jh. mit Gemälde von
Bolsterer 1708. Reiche K a n z e l von J. G. Moritz 1753. M a r i e n s t a t u e ,
Holz, 1. H. 14. Jh.

Hof des Karthäuserklst. Engelgarten 1668. — An den Straßen der
nächsten Umgebung zahlreiche (9) B i l d s t ö c k e .

E T T E N H A U S E N . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Dorf-K. rom. Anlage, umgebaut 1554 und 1706.

E T T E R S B U R G . Sachsen-Weimar VB Weimar.

In der modernen K. D o p p e l g r a b s t e i n des Ludwig von Blankenhain
und seiner Gemahlin aus A. 14. Jh. (dürfte aus der Klosterkirche
Oberweimar hierher verschleppt sein).

Schloß ganz einfach.

[pg 115]
E T T L E B E N . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. A. 18. Jh.

Dorf-Brunnen. Malerische Anlage auf acht jonischen Säulen mit Kuppel.

E T WA S H A U S E N . UFranken BA Kitzingen.

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Kirche. 1741. Ein geistreich hingeworfener Gedanke Balthasar Neumanns.
Kreuzanlage mit wenig verlängertem WArm; das Mittel in den Winkeln
durch Kreissegmente erweitert; nach konzentrischem innerem Kreise
angeordnet 4 Paar gekuppelter dorischer Säulen, durch einen Durchgang
von der Wand getrennt. 3 Sll. hinter dem Altar. Die kleine Kirche voll
perspektivischen Reizes. Sie ist undekoriert geblieben. Die Kuppel ganz
flach und durch Stichkappen von den Kreuzarmen her zerschnitten. Nicht
glücklich, wie öfters bei Neumann, die Lichtführung. Am westl. Ende ein
eleganter Turm, neben dem die Ecken des Schiffs abgerundet
zurückweichen.

E U E R B A C H . UFranken BA Schweinfurt.

Kath. Dorf-K. von 1742. Inneneinrichtung aus derselben Zeit.

Prot. Dorf-K. Chor und Turm spgot. Verschiedene R e n s s . - E p i t a p h e .

Schloß um 1600.

E U E R D O R F. UFranken BA Hammelburg.

Dorf-K. Typischer Juliusbau von 1602, nach Brand 1872 stark erneuert.
Reste von spgot. A l t a r p l a s t i k in der Richtung Riemenschneiders; der
Salvator ähnlich dem in Bibelried.

E U E R H A U S E N . UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. 1730. Mit guter, etwas jüngerer, schöner rok. Ausstattung. Der
isolierte Turm ursp. Torturm der ma. Kirchhofsbefestigung, umgebaut E.
16. Jh., Juliuswappen. — G l o c k e 13.-14. Jh.

E U S S E N H A U S E N . UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Turm frgot. Langhaus 1614. WFassade 1745. Am Turm
eingemauert interessante frgot. sitzende M a d o n n a (stark beschädigt).
Hinter dem Hochaltar Reste von Wa n d m a l e r e i e n aus 1. H. 15. Jh.

E U S S E N H E I M . UFranken BA Karlstadt.

Page 165

Pfarr-K. 1620 mit Chor-Turm aus 13. Jh. — P i e t a s um 1500. — Vor der
K. großer, reicher steinerner P r o z e s s i o n s a l t a r A. 17. Jh. Kellerei.
Charaktervoller Bau von 1638.

E Y B A . Schwarzburg-Rudolstadt. LA Rudolstadt.

Dorf-K., im O rom. Chor-Turm, andere Teile frgot. und Zopf.

Edelhof der Herren v. Könitz, gutes Beispiel für Anlagen dieser Art aus
dem 16. Jh. (Inschr. 1555, ein2elne Teile 17. Jh.).

[pg 116]
E Y E R S H A U S E N . UFranken BA Königshofen.

Dorf-K. Flotter Rok.-Bau um 1750, glückliche Fassade mit WTurm.
Elegante gleichzeitige Einrichtung. D e c k e n b i l d (Huldigung der hl. 3
Könige) von Gg. Anton Urlaub 1753 (1909 restaur.).

E Y R I C H S H O F. UFranken BA Ebern.

Schloß (v. Rotenhan) 1530 und 1584 (renoviert 1847 und 1883), 2flügelig
mit Rundtürmen; auf der NSeite schließt sich ein Rokokoflügel (um 1730)
an. Inmitten eines prächtigen Parkes. — Bmkw. E i n r i c h t u n g : besonders
gute R e n s s . S c h r ä n k e (Schweizer Arbeiten) und reiche europäische
Porzellansammlung.

Schloßkap. Spätbar. Bau (1686) mit stuckierter Decke. — Zinnerne
Ta u f s c h ü s s e l , schön sprenss.

Page 166

F

FA H R . UFranken BA Gerolzhofen.

Auf dem Friedhof bmkw. Kreuzigungsgruppe, Sandstein, 3/4 lebensgroß,
ausgeführt etwa 1430-40, doch zurückgeblieben (wie das bei
handwerklichen Arbeiten oft vorkommt) auf der Stilstufe von 1400.

F Ä H R B R Ü C K . UFranken BA Karlstadt.

Wallfahrts-K. Mariä Himmelfahrt. 1686-98. Kraftvoller Bar. Bau in der
Richtung Petrinis, 1sch. mit schmalem Kreuzgwb., gute Außenarchitektur.
Turm im NO. A u s s t a t t u n g aus der Erbauungszeit. B l a t t des
Hochaltars von O. Onghers 1695. Große M a d o n n a , Holz, von P. Wagner
1798.

FA L K E N . Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

Dorf-K. Schiff und Turm 1500, der gerade schließende Chor frgot. [Eine
rom. Kapelle auf dem Gottesacker 1863 abgegetragen.]

Das »Schlößchen« von 1556 ist ein ehemaliges v. Keudellsches
Gerichtshaus.

FA L K E N B E R G . RB Cassel Kr. Homburg.

Burgruine. War 1250 schon vorhanden.

FA L K E N H A I N . K. Sachsen AH Grimma.

Page 167

Dorf-K. Rom. Anlage. — 6 G r a b m ä l e r 1579-1725.

Herrenhaus. Ursp. Wasserburg des 16. Jh.

FA L K E N S T E I N . Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Schloß. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnräumen aus 16.
Jh.

[pg 117]
FA M B A C H . RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Dorf-K. Turm rom., oben got., mit 4 Schützenerkern. Im spgot. Langhaus
Emporen und bemalte Decke. 1778. — K a n z e l u n d A l t a r 1617, 1623,
Holz, in guter SpRenss.

FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. Dorf-K. 1667. Gute
S c h n i t z b i l d e r von ehemaligen Altären um 1508.

FA S A N E R I E . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Jagdschloß des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die im
klassizistischen Stil ausgeführte Einrichtung des Saales und einzelner
Zimmer mit den alten Tapeten und den auf die Wände geklebten
allegorischen Bildern, auch einzelnen charakteristischen Möbeln und Öfen
derselben Zeit, großenteils unversehrt erhalten.

F E C H E N B A C H . UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. erb. 1732. Am P f a r r h o f Sandsteinfig. der Madonna um 1400.

Burgruine Kollenburg. Ziemlich gut erhaltene, typische Renss. Anlage mit
älteren Resten, an der SSeite des Palas rom.

F E C H H E I M . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm steht
zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs. (Emporensaal) von

Page 168

1702. — 3teiliges A l t a r g e m ä l d e bez. 1480, sehr rest. — Befestigter
Kirchhof

F E I L I T S C H . OFranken BA Hof.

Schloß 1747.

F E L D E C K siehe Dietlas.

F E L S B E R G . RB Cassel Kr. Melsungen.

Stadt-K. Spgot. 1sch. flachged. Gewölbter polyg. Chor.

Kirchhofs-Kap. Rom. und spgot.

Burgruine mit hohem Rund-Turm.

F I L K E . UFranken BA Mellrichstadt.

Mauerschedel. Ruine einer im 14. Jh. zerstörten Kirchenbefestigung.
Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten Gaden. Kirchenruine rom.

F I N D E L B E R G . UFranken B A Königshofen.

Wallfahrts-K. 1570, 1672, 1780.

F I S C H B A C H . UFranken BA Ebern.

Schloß. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenüber Kapelle von 1756 mit
hübscher Außengliederung.

F L A D U N G E N . UFranken BA Mellrichstadt.

Stadt-K. Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung aus M. 18.
Jh.

Rathaus 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln.

[pg 118]

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Gut erhaltene Stadtmauer mit starken Türmen, interessant die auf den
Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore abgebrochen.

F L E M M I N G E N . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. Chor-Turm;
Chorverlängerung 1490. Wohlerhaltenes rom. Portal um 1200. Im
Ty m p a n o n 2 Quadranten mit stilisierten Blumen, am Gewände die eine
Sl. mit senkrechter Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau.

F L E M M I N G E N . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm,
Halbkuppelapsis, Säulenportal wesentlich erhalten. K a n z e l a l t a r 1739.

F L Ö H A . K. Sachsen AHauptstadt.

Stadt-K. 1741 (rest. 1880). — Altar mit bmkw. Gemälden um 1525,
verwandt dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde.

F O R C H H E I M . K. Sachsen AH Marienberg.

Dorf-K. 1719 von George Bähr und Fehre, zentrale Anlage ähnlich der K.
in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch aus der Erbauungszeit. —
Ta u f s t e i n 1725, reiche, tüchtige Arbeit. Altar mit G e m ä l d e von
Butzäus.

Schloß. Einfacher Bau von 1558.

F O R C H H E I M . OFranken BAmtstadt.

Martins-K. 823 zuerst erwähnt, 1335-1803 Collegiatstift. — 3sch. Halle
mit erhöhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, Sschiffe und Chor
Rippengwbb., die 1720 durch J. Vogel aus Bamberg stuckiert wurden. Im S
Reste eines rom. Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher
Haube von 1669. — H o c h a l t a r 1696 von Neuner, 1837 verändert;
A p o s t e l a l t a r 18. Jh., Gemälde von Oswald Onghers, Skulpturen von
Goldwitzer. — An den Pfll. des Msch. 8 G e m ä l d e auf Holz in der
Richtung Wolgemuts, vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin; 3

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G e m ä l d e (Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten Hochaltar.
— S k u l p t u r e n . Im I n n e r e n : Im Msch. und Chor 12 A p o s t e l , Holz,
aus E. 15. Jh., doch nur in einem entfernteren Sinn der Schule des Veit Stoß
zuzurechnen. In der Marien-Kap. P i e t a s , Holz, recht tüchtige Arbeit des
frühen 16. Jh. D e r s e l b e Gegenstand in veränderter, dem Schönheitsideal
des Klassizismus besser zusagender Komposition auf dem Maria-Schmerz-
Altar vom bambergischen Hofbildhauer Kamm 1786. Sehr interessant das
8figurige Relief in Lindenholz mit dem A b s c h i e d C h r i s t i v o n
s e i n e r M u t t e r , nach 1520 von einem guten, noch nicht näher
festgestellten Nürnberger Künstler mit Erinnerungen [pg 119] an Stoß und
Dürer. E p i t a p h e des Ph. v. Egloffstein 1558 von Peter Dell d. J. in
Würzburg; des E. G. Pfersfelder 1590 von Hans Werner in Bamberg. Am
Ä u ß e r e n : Neben dem WPortal Martin und Barbara, 14. Jh., Eustachius
18. Jh., am Chor Kolossalfigur Christi 14. Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., recht
gut; Ölberg aus Sandstein A. 16. Jh. im gewöhnlichen Schema, aber durch
Kraft des Ausdrucks und sorgfältige Gewandung die Durchschnitts-Ölberge
überragend.

Marien-Kap. soll von Otto v. Bamberg A. 12. Jh. erbaut sein; rom. Reste
nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter Raum, jetzt mit
Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar spgot. S k u l p t u r e n . Ö l b e r g von
Ton M. 15. Jh.

Spital-K. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert. 5
Ta f e l g e m ä l d e der Nürnberger Schule E. 15. Jh.

Franziskaner-K. 1690.

Schloß. Gründung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus rom. Zeit das
an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk. 1353-63 als Bischöfl.
Bambergische Residenz hergestellt; noch öfters umgestaltet; 4geschossiger
steinerner Kastenbau mit Rückgebäuden in Fachwerk um 1558.
Stilgeschichtlich wichtige Wa n d g e m ä l d e 1831 und 1907 freigelegt; nur
die letzteren befriedigend rest. Rest eines größeren Zyklus um 1353 die 3
Propheten der Hauskapelle. Ebenda Anbetung der drei Könige,
Verkündigung Mariä und Jüngstes Gericht. Von verschiedenen Händen,
aber zeitlich einander nahe (1390-1400). Italienische Anklänge durch
böhmische Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nürnberger Stil des

Page 171

frühen 15. Jh. Im Erdgeschoß Darstellungen, die von H. Kehrer als Satiren
auf König Wenzel (?) gedeutet wurden.

Rathaus. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss.

Katharinenspital. Schöner Holzbau 1611.

Nürnberger Tor. 1698.

F Ö R D E R G E R S D O R F. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. Architekturlos; hübscher S c h n i t z a l t a r mit Reliefflügeln um
1510.

F R A N K E N B E R G . K. Sachsen AH Flöha.

Stadt-K. 1741. — Herrenhaus. 1553.

F R A N K E N B E R G . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Burgruine. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen Geschlechtes. Der
Bergfried aus sehr großen Buckelquadern noch 24 m hoch erhalten. Sonst
zusammenhanglose Trümmer. Zerst. 1448 und 1525.

F R A N K E N B E R G . RB Cassel Kreisstadt.

Liebfrauen-K. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll. [pg 120] 1359.
Gr. und System folgt der Elisabeth-K. in Marburg, und die Ähnlichkeit der
Anlage würde noch größer sein, wäre nicht der Chor nur im ersten Joch
nach dem ursp. Plan ausgeführt, dann aber breiter und höher fortgesetzt.
Einspringender WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche.
Ganze L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4), H. 12. Die
runden Pfll. mit 4 Diensten, verhältnismäßig sehr stark. Das lockere
Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet. Im Querschnitt die Gwbb. von
genau gleicher Scheitelhöhe, die Scheidbgg. und sämtliche Bgg. der Ssch.
stark gestelzt. Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht
übertrieben schlank, 2teilig, im Maßwerk ein spitzbg. Vierpaß mit 2
Dreipässen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich und deshalb im
First höher als das Dach des Qsch. Das Kranzgesims um die Strebepfll.

Page 172

herumgekröpft. Einfach röhrenförmige Wasserspeier. An der WFront das
Dach abgewalmt, so daß die Mauer horizontal abschließt. Der Turm steckt
mit seinem ersten Obergeschoß halb im Dach, so daß erst das dritte (letzte)
ganz frei wird. Er schließt mit Balustraden und leicht zurückspringenden 4
Giebeln, der mäßig hohe Helm 8seitig. — Hübsches Wa n d t a b e r n a k e l
2. H. 14. Jh. — K a n z e l von Stein 1554. — B a l k e n k ö p f e der
ehemaligen Empore, meisterlich geschnitzt von Phil. Soldan 1529.

Marien-Kap. Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der südöstl.
Diagonalseite des südl. Kreuzarmes der Hauptkirche angebaut. Da auf
normale Orientierung Gewicht gelegt wurde, hat der Gr. unregelmäßig
zentralisierende Gestalt: der größere Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks, ein
3 eck. Raum vermittelt zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhöhe ist der
des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach krönt das schlanke Polygon.
Die Behandlung ist sehr reich und glänzend, in jener schulgemäßen
Reinheit, Schärfe und Eleganz, die für jene Epoche das Höchste war. Demn
Äußeren war ein sehr reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stück, zugedacht und
scheint auch ausgeführt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des Innern
vieles verstümmelt. Erhalten der sehr bmkw. A l t a r . Die Mensa getragen
von 3 Standfigg. (sehr beschädigt). Hohes, 3teiliges Retabulum von feinster
Arbeit. Erstes Glied eine niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat der
Strebepfll., Fialen usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgeschoß 3
Blendbgg. für Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im dritten
Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon einigemal der
Eselsrücken vor; sonst der Formencharakter einer etwas pedantischen
Hochgotik streng festgehalten.

[pg 121]
Spital-K. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw. die
reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten Kragsteine 1515.

Cisterc.-Nonnen-Klst. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und sehr verbaut.
Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und A. 16. Jh.

Rathaus. Fachwerk von 1509, Erdgeschoß verputzter Steinbau, die 2
Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere Erker mit
Spitzdächern; trotz der dürftigen Herstellung aus neuerer Zeit wirkt der Bau
in der Gruppierung noch immer hübsch und lebendig.

Page 173

F R A N K E N H A U S E N . Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt.

Oberkirche. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer zu erraten.
— G r a b d e n k m ä l e r v. B i e l a 1773; Oberst M a y e r 1667 saubere,
tüchtige Arbeit; andere wenigstens kostümgeschichtlich bmkw.
We r n e r sches E r b b e g r ä b n i s mit Eisengitter A. 18. Jh.

Unterkirche. Chor spgot., polyg. Schluß mit Pfll. in der Mittelachse. Lhs.
1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Rängen auf massiven Pfll. mit Korbbgg.
Im Msch. flaches Holzgewölbe. — Ta u f s t e i n aus Marmor,
A l t a r l e u c h t e r und Ta u f s c h a l e , alles für diese Zeit und Gegend
bmkw. gut gearbeitet. Ta f e l mit den Porträts von Luther, Melanchthon und
Johann dem Beständigen (Schule C r a n a c h s ).

Rathaus 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemälde gibt den alten Bestand.)

Pfännerschafts-Haus. Sitzungszimmer 1615.

Fürstl. Schloß. Großer, einfacher Bau des 17. und 18. Jh.

Wohnhaus Burmann, Klosterstraße. Zierliches Detail im Übergang von
Got. zu Renss. Alte Decken.

F R A N K E N H A U S E N (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt.

Kirche. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle — An der
Apsidenkuppel erloschenes Gemälde, J ü n g s t e s G e r i c h t , um 1300.
Darüber zweite Farbenschicht mit spgot. Rankenwerk.

F R A N K E N S T E I N b. Salzungen Kr. Meiningen.

Von der alten Burg nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige burgartige
Aussichtsturm E. 19. Jh.

F R A N K E N TA L . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1587 und 1607. — Schönes A l t a r g e r ä t E. 17. Jh., Dresdener
Beschau. — G r a b d e n k m ä l e r 18. Jh.

Page 174

F R A U E N B E R G . RB Cassel Kr. Marburg.

Burgruine. 1252.

F R A U E N B R E I T U N G E N . Sachs.-Mein. LA Meiningen.

Pfarr-K. Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit [pg 122] spitzbg.
Fenstern und Emporen, an deren Brüstungen 49 G e m ä l d e f e l d e r .
Wertvoller F l ü g e l a l t a r bez. 1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in
fränkischem Schulcharakter, auf den Flügeln Reliefszenen, außen Gemälde
nach der Dürerschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich —
G l o c k e n 1616.

Edelhof (v. Gleichen) renss., malerische Diele.

Ehem. Amtshaus 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken.

Gerichtslinde. Kreisrund ummauert, 4 Eingänge mit Stufen.

F R A U E N H AY N . K. Sachsen AH Großenhain.

Kirche. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. Über dem Chor
bmkw. got. Dachstuhl.

F R A U E N H O R S T. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

Dorf-K. Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg. Fenstern in der OWand.
— Spgot. S c h n i t z a l t a r .

F R A U E N P R I E S S N I T Z . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig mit
polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger, 2geschossiger Anbau mit
Herrschaftsempore und Gruft der Schenken v. Tautenburg; schöne
Metallsärge.

Domänengebäude mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll.,
Triglyphenfries, Krönung mit Ritterfiguren von verhältnismäßig guter
Bildung.

Page 175

F R A U E N R O T H . UFranken BA Kissingen.

Ehem. Cist.-Nonnen-Klst. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte sprom.
Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal. (Empore
ausgebrochen). — Ein kostbarer Schatz das G r a b m a l des Minnesängers
Otto v. Botenlauben (aus dem Geschlecht der Grafen v. Henneberg) † 1266
und seiner Gemahlin Beatrix, ausgeführt etwa 1280-1300. In der
poesievollen Idealisierung höfischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch mit
der thüringisch-sächsischen Gruppe in Zusammenhang, den verwandten
Stücken in Reinhardtsbrunn und Erfurt künstlerisch überlegen, dem
Wiprecht von Groitzsch in Pegau nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus
Frauenroth verschleppt und von demselben Meister die Madonna in Lauter.

F R A U E N S E E . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Ehemalige Cisterc.-Klst.-K. 1860 abgebrochen. Erhalten ein rom.
Kragstein mit Löwenkopf. — Herrenhaus 1632.

F R A U E N S T E I N . K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Stadt-K. Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern
erneuert.

Burgruine aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von 1614.

Schloß. 1585-87. Zwei Flügel rechtwinklig zusammentoßend[pg 123],
durch stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau in strenger toskan.
Ordnung.

F R A U R E U T H . Reuß ä. L. LA Greiz.

Dorf-K. 1733, groß, nüchtern.

F R E I B E R G . K. Sachsen. A Hauptstadt.

Marien-K. (»Dom«). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501. Bei dieser
Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von E. 12. Jh. für den OBau
vernutzt, woher z. T. dessen unregelmäßige Gestaltung; ferner erhielt sich
unversehrt die »goldene Pforte« am südl. Qsch. Die zwei unvollendeten

Page 176

WTürme setzen für das Schiff eine größere Breite voraus; aus welcher Zeit
stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist Hallenkirche. Die 3
Schiffe von gleicher Breite, sehr schlanke kämpferlose 8eckige Pfll. mit
konkaven Flächen, Netzgwb. ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum größten
Teil nach innen gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem
Vorsprung um jeden Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene
Emporenanlage hier zum ersten Mal.

D i e g o l d e n e P f o r t e . So genannt nach der ehemaligen Vergoldung
einzelner Teile, die zum polychromen System gehörte. Urkundliche
Anhaltspunkte zur Datierung fehlen; die stilistischen weisen auf das zweite
Viertel des 13. Jh. Dank langjähriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh.
beseitigten) spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau.
— Der Höhepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. Die erreichte
Harmonie der Erscheinung ist um so bewunderungswerter, als hier zwei
grundverschiedene Traditionslinien, die deutschrom. und die französisch-
got., zusammentreffen. Die erste behält im künstlerischen Wollen die
Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die umfassende
Verbindung von Architektur und figürlicher Plastik. (Ein Wettbewerb um
die Priorität besteht nur mit dem Fürstenportal am Bamberger Dom; er kann
nicht mit Sicherheit entschieden werden; im architektonischen Detail
manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit der italisierenden
Königslutterer Schule verwandt.) Waren auch der Architekt und der
Plastiker verschiedene Personen, so ist doch die Komposition, die nur dem
ersteren angehören kann, ganz einheitlich. Um den verlangten Reichtum
voll entwickeln zu können, ist das Gewände sehr tief angelegt: 9
Rücksprünge mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der
Bogenläufe3 und der Kämpfer so angelegt, daß es im Gr. eine regelmäßige
[pg 124] Zickzacklinie von gleicher Seitenlänge bildet. (So schon an dem
übrigens nüchternen Naumburger Hauptportal.) Der entscheidende
Unterschied gegenüber dem franz.-got. Schema liegt darin, daß die Statuen
(dort in dichter Reihung) mit den Sll. wechseln und daß sie, was für das
statuarische Motiv eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll. verwachsen
sind, sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen. Ganz
französisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende Besetzung der
Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenständliche Programm ist
französisch; es drängt in ein einziges Portal zusammen, was an

Page 177

französischen Kathedralen meist auf drei verteilt wurde. — Im Mittelpunkt
der ganzen Komposition steht das Türbogenfeld mit der Anbetung der drei
Könige — Mariens höchster Ehrentag im irdischen Stande. Darüber, in der
ersten Archivolte, ihre Krönung im Himmel; von ihr, wie von Christus,
werden nur Kopf und Schultern sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die
übrigen drei Archivolten tragen Bestandteile des Jüngsten Gerichts; die
äußerste die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein
merkwürdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr achtbare
Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel, Evangelisten, Abraham, der
die Seelen in Empfang nimmt, die Taube des H. Geistes. Unter den
Gestalten am Gewände erkennt man sicher links Daniel, die Königin von
Saba, Salomo, Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die
Ecclesia. — Aus derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch einige andere
Werke, sehr verstümmelt, aber doch mit Spuren hohen Wertes, erhalten:
zwei kleine B o g e n f e l d e r und eine H o c h r e l i e f - P l a t t e , aus den
Umrissen Moses und die eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel
gehörig (vgl. Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf dem zerstörten
rom. L e t t n e r , der, nach Fragmenten zu urteilen, ähnlich dem
Wechselburger aufgebaut war, stand die jetzt im Dresdener Altertums-
Verein aufbewahrte K o l o s s a l g r u p p e der Kreuzigung, aus Eichenholz
geschnitzt, die Figuren 2,2 m h.]. — » T u l p e n k a n z e l « um oder nach
1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung, künstlerische Feinheit der
Formenanschauung, höchste Virtuosität der aufgelösten Steinmetzarbeit.
Die Bühne als großer Blätterkelch mit den Halbfiguren der Kirchenväter,
getragen von 4 ganz ins Lichte ausgearbeiteten Stengeln, zwischen deren
Verschlingungen Engelskinder sich tummeln. Der Treppenaufgang imitiert
roh zusammengeschlagene Baumäste und Bretter. An ihrem Fuße sitzt ein
Mann in Handwerkertracht (etwa der Meister, der Predigt lauschend), höher
auf [pg 125] dem mittleren Baumstamm ein jüngerer Mann (wohl der
Geselle), der mit Rücken und Armen die Treppe zu stützen sich anstrengt;
dazu zwei hockende Pinscherhündchen, während auf der anderen Seite zwei
Löwen Wache halten. — » B e r g m a n n s k a n z e l « 1638, die
Architekturformen noch in ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am
Treppengeländer ohne Feinheit, tüchtig charakterisiert die Tragefiguren
zweier Bergleute. — Chor und Qsch. dienen als F ü r s t e n g r u f t . In der
Vierung das kolossale Freigrab des Kurfürsten Moritz, 1558-63. Eine für
diese Stufe der Renss. charakteristische Kollektivarbeit vieler Meister aus

Page 178

vieler Herren Länder. Die Brüder Gabriel und Benedikt Thola aus Brescia
zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte Hans v. Dehn-Rothfelser; der
Hoftischler Georg Fleischer schnitzte das Modell. Die eigentliche
bildnerische Arbeit von Anton von Zerroen aus Antwerpen. Der Guß von
Wolff Hilger. Nicht klar die Rolle des Lübecker Goldschmiedes Wessel. Auf
rck. Gr. 2 Geschosse, durch ein verkröpftes von gekuppelten toskan. Säulen
getragenes Gebälk getrennt. Am Sockel sitzen 12 allegor. Figuren der
Künste und Wissenschaften, auf dem Gebälk antike Krieger mit den
Wappen der sächs. Landesteile, auf den Wandflächen Inschrifttafeln;
Material schwarzer und farbiger belgischer Marmor. Als Krönung eine
sarkophagartig ausgebildete schwarze Platte und auf dieser, in weißem
Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens mit dem
Kurschwert und anderen Waffenstücken. Die architektonischen Profile und
das sonstige Ornament sind vortrefflich, die Figg. ungleich, meist nicht
mehr als handwerklich. Früher umstanden das Monument die von Moritz in
der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; das Gitter von 1595
(seit 1884 mit verändertem Platz). — Der eigentliche Chor erhielt seine
jetzige Gestalt seit 1585, wesentlich ein Werk des Bildhauers und
Architekten Nosseni aus Lugano; Guß der Figg. von Carlo di Cesare aus
Florenz. Die Wandflächen unter und zwischen den 7 got. Fenstern erhielten
eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen, unten gekuppelte
Sll., oben Pilaster. Sockel und Gebälk stark vorgekröpft, alle Formen höchst
nachdrücklich, eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor, oben
Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Männer und Frauen des
kurfürstlichen Hauses überlebensgroß, vergoldete Bronze, tüchtige,
lebensvolle Auffassung, gediegene Materialbehandlung; in der oberen
Reihe 8 Propheten; an der Decke gemalt das Nahen des Jüngsten Gerichts,
sehr manieriert. Im Chorschluß Altar mit Kruzifix, [pg 126] dahinter
Charitas und Justitia; oben gegen das Fenster sich abzeichnend die
großartige Fig. des Auferstandenen. Der Stil dieser Arbeiten des Carlo di
Cesare steht etwa zwischen Jacopo Sansovino und Giovanni da Bologna,
während Nossenis Bildnisfigg. mit Leone Leoni zu vergleichen sind. Auf
dem Fußboden des Chors messingne gravierte G r a b p l a t t e n von 28
Familienmitgliedern, von Heinrich dem Frommen † 1541 bis auf Sibylla
Maria † 1643. 1811 wurde das G r a b m a l d e r K u r f ü r s t i n n e n A n n a
und W i l h e l m i n e aus Schloß Lichtenberg hierher versetzt, bez. Balthasar
Permoser 1703. — Im Schiff und in der Turmhalle viele E p i t .; anderes in

Page 179

der St. Annakap. [Die ma. Ausstattung großenteils zu Grunde gegangen;
wertvolle Reste im Museum und im Dresdener Altert.-Ver.]

Jakobi-K. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gänzlich um- und verbaut;
um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. — A l t a r w e r k bez. Bernhard
Diterich 1610. — K a n z e l 1564, schöne Sandsteinarbeit. — Ta u f s t e i n
bez. 1555 H. W. (Hans Walter), glänzend reiche Komposition, am Fuß vier
Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange beliebt: um 1510 in
Annaberg, 1610 in Dörntal, 1650 in Pfaffroda). In der Sakristei großes bar.
Elfenbeinkruzifix, Balth. Permoser zugeschrieben.

Nikolai-K. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und mittleren Teile
der westl. Doppeltürme. Letzte Überarbeitung 1752. An der NSeite ein
schöner rom. Kopf eingemauert. — Chor 1386.

Petri-K. Von der rom. Anlage im SO der »Hahnen-Turm« erhalten; sonst
Neubau 1401 und 1728.

Thümerei (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoß schön gewölbte Räume,
im Obergeschoß kunstvoll behandelte Balkendecken mit Holzpfll. Das
Äußere wenig verändert; in den Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit
Maßwerk- und Blumenmuster beschädigt.

Schloß Freudenstein. Gründung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. durch Hans
Irmisch, seit 1572 unter Gf. Rochus v. Linar. An der künstlerischen
Ausstattung waren der Hofmaler H. Göding und der Lütticher H. Schröer
beteiligt. Im 18. Jh. verfallen, im, 19. Militärmagazin.

Rathaus. 1410, nach Brand 1471 verändert.

Kaufhaus. Schönes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne lombardischer
Ornamentik. Trinkstube 1545.

Bürgerhäuser. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz 10;
Kesselgasse 24 von 1534. — Renss.: Obermarkt 3; Untermarkt 16,
Innenraum 1510; Obermarkt 1 17. Jh.; Eibische [pg 127] Str. 7, Kirchgasse
11 Bergamtshaus; Obermarkt 17 mit wertvollem Portal um 1530-40;

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Donatsgasse 8 bez. 1553; ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit
Erker und schöner Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617.

Museen: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver.

Südl. vor der Stadt die drei Kreuze, die Körper jetzt im Alt.-V.
Altvaterwasserleitung über das Muldetal, M. 17. Jh.

FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt. Stadt-K. U. L. F.
etwa 1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise got. umgebaut. Die K. ist nicht
groß (ganze L. ursp. 37 m), aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit
Vierungs-Turm und westl. Doppel-Türmen, sowie durch die Energie der (im
ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden) Formensprache
von nachdrücklicher Wirkung. Die Hauptapsis in zierlicher Gotik erneuert
um 1400; das Netzgwb. erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die
Kreuzarme flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom.
Nebenapsiden, in der Außenarchitektur besonders wuchtig und gedrungen.
Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem) Rhombendach
zwischen den 4 Giebeln. Ein charakteristisches Formelement die
rautenförmigen Öffnungen in den Turm- und Querschiffgiebeln
(Naumburger Einfluß), im Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der
gekuppelten Fenster. Das Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung der rom.
Jochteilung; an der Umfassungsmauer noch der rom. Sockel beibehalten
und der rom. Bogenfries des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die über
die Fluchten des Lhs. seitlich vortretenden WTürme, fast genaue
Wiederholungen des Naumburger OPaares in ihrer ursp. Gestalt; sie dürfen
unter die vornehmsten Architekturbilder, die Thüringen zu bieten hat,
gerechnet werden. Im Einzelnen bemerke man, daß vom STurm die Fenster
des ersten Fenstergeschosses frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg.
WBaues, also nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema
zurückzukehren. Zwischen den Türmen springt jetzt ein einfach gehaltenes
got. Paradies vor, nach 3 Seiten offen. — Im SKreuz jetzt ein vermauert
vorgefundenes rom. Ty m p a n o n , Maria zwischen 2
rauchfaßschwingenden Engeln, nach den engen, parallelen Wulstfalten zu
schließen E. 12. Jh., großes Kind, Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener
spgot. S c h n i t z a l t a r . Im Altarhaus bmkw. Ta f e l mit h. Sippe.
Ta u f s t e i n mit Puttenfries um 1600 (vgl. Markrölitz). Zahlreiche

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B i l d n i s g r a b s t e i n e , bmkw. das des Ritters v. Taubenheim 1536 in
frührenss. Umrahmung.

Rathaus, got. Steinbau, oft verändert.

[pg 128]
Schloß Neuenburg. Einst die stärkste und nächst der Wartburg wohl
glänzendste Feste Thüringens, jetzt im Gesamteindruck nüchtern, fast
kasernenmäßig; schon Kurfürst August 1552 und die Herzöge von Sachsen-
Weissenfels 1666 bis 1746 haben diese Wandlung herbeigeführt. Der erste
Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der mächtige Bergfried
neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste, was vom rom. Bau sich erhalten
hat, ist eine D o p p e l k a p e l l e , die zum Besten und Bezeichnendsten
gehört, was uns von der höfischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben
ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die beiden Geschosse — das
untere für das Gesinde, das obere für die Herrschaft — durch eine (1856 in
historisch unmöglicher Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel
kleinerer als heute) vergitterter Öffnung gesondert. Nur der kleinere östliche
Teil der Unterkapelle gewölbt; seine Bestimmung durch das alte
Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten freien Verhältnissen,
4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten Wandsll. und einer aus 4
schlanken Schaften zusammengesetzten Mittelstütze; die Quergurte in
Zackenbgg. aufgelöst (morgenländische Reminiszenz?), das Blatt- und
Rankenwerk der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen
gemischt, von phantasievoller Erfindung und glänzender, die Form fast frei
vom Grunde lösender Technik (jetzt in verständnislos greller Bemalung und
Vergoldung). Zu beachten ist, daß trotz der vorgerückten Zeit dem got. Stil
nach der formalen Seite keinerlei Zugeständnisse gemacht sind. — Von
einigem Interesse der F ü r s t e n s a a l von 1552 und das sog. K ö n i g i n
L u i s e n z i m m e r in gutem Zopfgeschmack.

F R E I E N F E L S . OFranken BA Ebermannstadt.

Kirche. 1700. — Schloß. 1690.

F R E I E N H A G E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. Sandsteinquaderbau 1777.

Page 182

F R E M D I S WA L D E . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis.

F R E N S D O R F. OFranken BA Bamberg II.

Pfarr-K. 1353. Angaben über die vorauszusetzenden Veränderungen
späterer Zeit fehlen.

Pfarrhaus. Von G. Bonalino, dem Erbauer der Stephans-K. in Bamberg
und der Ehrenburg in Coburg.

F R E Y B U R G siehe Freiburg a. Unstrut.

F R I C K E N D O R F. UFranken BA Ebern.

Elegante 3jochige Brücke über die Baunach um 1750 mit rok. Brückenfigg.

[pg 129]
F R I C K E N H A U S E N . UFranken BA Ochsenfurt.

Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in der Regel nur
aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich hier in unberührter Wirklichkeit.
Der kleine Marktflecken bildet ein schmales Rechteck zwischen Mainufer
und Weinbergen, einzige Hauptstraße dem Fluß parallel; in der Mitte zu
einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein drittes am Main,
Mauern und Türme (rund) vollständig erhalten.

Pfarr-K. Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 (vorher
Flachdecke). 4jochige Hallenkirche von klaren weiten Verhältnissen. Das
Msch.-Gwb. als Tonne konstruiert mit aufgelegtem Rippennetz auf
Konsolen mit Renss. Profil und Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe.
Portale mit spgot. Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.)
tangiert den Chor des 17. Jh. — H o c h a l t a r 1617, Holz, hoher
vielgliedriger Etagenbau mit zahlreichen Statuen; auf der Mensa elegantes
Rok.-Tabernakel. S e i t e n a l t ä r e : nördl. um 1620, südl. um 1650; zwei
andere aus Stuckmarmor um 1730 mit Gemälde von J. M. Wolcker. Am
Chorbg. großes K r u z i f i x 17. Jh., interessant ein S e b a s t i a n aus M. 16.

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Jh. — 13 G r a b s t e i n e und E p i t a p h e der Renss. — Außen Ö l b e r g A.
16. Jh., einer der besseren; nicht ein Engel, sondern Gottvater selbst bietet
den Kelch.

Rathaus. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne dea spgot.
Charakter zu verändern. Auf dem Platz bewegte bar. M a r i e n s ä u l e bez.
1710.

Knabenschule (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. —
Domkapitelscher Kellerei 1475 (mit hübscher Kelter von 1753) und
mehrere stattliche Wo h n h ä u s e r des Barock. — Zahlreiche herrenmäßige
Häuser aus 16. und 17. Jh. und vollständige, wenn auch auf halbe Höhe
erniedrigte Ringmauer.

F R I E D E R S D O R F. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Dorf-K. Ursp. rom., sehr verbaut. — Großer spgot. S c h n i t z a l t a r mit
Doppelflügeln um 1520, die Gemälde von einem Leipziger Meister, der
sich auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar) findet.

F R I E D E R S D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

Schloß. Neubau 1887. Lange Reihe von B i l d n i s s e n der Familie von
Oppell, 1563 bis A. 19. Jh.

F R I E D E WA L D . RB Cassel Kr. Hersfeld.

Schloßruine. Nach 1476. Regelmäßiges Viereck mit 4 starken runden
Ecktürmen.

F R I E D R I C H R O D A . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Dorf-K. Turm 1538, sonst 1770.

[pg 130]
F R I E D R I C H S WA L D E . K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. 1sch. spgot., renov. 1566. — Der S c h n i t z a l t a r gehört zu den
wertvolleren aus A. 16. Jh.

Page 184

F R I E D R I C H S W E R T H . Sachs.-Gotha LA Waltershausen.

Schloß. 1680-89 von Jeremias Tütleb für Friedrich I., Trikliniengrundriß.
Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw. die Kapelle mit üppiger
Stuckdecke.

F R I E S A U . Reuß ä. L. LA Burgk.

Dorf-K. Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. — Tüchtiger
S c h n i t z a l t a r bez. 1446. Etwas jünger ein zweiter. — Schöner K e l c h
bez. 1509.

F R I E S E N H A U S E N . UFranken Kr. Hofheim.

Kath. Pfarr-K. erb. 1713-15 durch den Würzburger Domherrn Fuchs v.
Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne auf toskan. Pilastern, reiche
Stuckdekoration. Außen desgl. Pilaster in Haustein und profilierte
Fenstereinrahmung. Der Turm springt zur Hälfte aus der WFassade vor. Die
Stilformen der reich und gediegen ausgeführten K. nahe verwandt den
Würzburger Bauten Jos. Greisings. — M a r m o r a l t ä r e aus der
Erbauungszeit. O r g e l g e h ä u s e um 1750. Großes Ö l g e m ä l d e bez. J.
M. Bolster 1707. K e l c h 1467; anderes bar. und rok.

Ev. Pfarr-K. 1521, einfach spgot. E p i t a p h e v. Ostheim 1515, 1573.

Schloß. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. Quaderbau in
guten kräftigen Renss. Formen. Die Brücke vor dem Eingangstor (bez.
1700) flankieren 2 lebensgroße steinerne Turnierritter. Schönes äußeres
Gittertor um 1730.

F R I E S S N I T Z . Sachsen-Weimar VB Neustadt.

Dorf-K. Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. Apsis. — Ikon.
G r a b s t e i n 1605.

F R I T Z L A R . RB Cassel Kreisstadt.

Stifts-K. S. Peter.. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem durch Brand
1078 zerstörten Bau (sicher nicht dem ersten) haben sich die unteren Teile

Page 185

des heutigen Stiftschors erhalten; sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von der
um 1100 errichteten größeren Basilika das Wesentliche des bestehenden
kreuzf. Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren
Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung als Gwb.Bau
im 1. Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. Nachrichten fehlen. Welche
Rolle die bei der Erstürmung der Stadt 1232 auch der K. zugefügten
»Dampna gravia» gespielt haben, wäre noch zu untersuchen. Seitdem nicht
mehr wesentlich verändert.

K r y p t a . Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum [pg 131] in 3 Sch.
zu 6 Jochen, grätige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf Sll. mit gerippten
Würfelkaptt. und steilen Basen mit Ecksporen; zu 1. Viertel 12. Jh. passend.
Das östl. Ende zugleich mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. — Die
nördl. Nebenkrypta zerfällt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit breitem
Apsidenschluß, wird als Chor der 1078 zerstörten K. gedeutet; der vordere
Abschnitt (unter dem Martinschor, d. i. NFlügel des Qsch.) ist mit der
Hauptkrypta gleichzeitig. — Die Nebenräume der SSeite bilden die untere
Sakristei und die alte Schatzkammer (»Falkenberger Kap.«).

O b e r k i r c h e . Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen Formen ohne
größere Bauunterbrechung. Die alten Mauern des Qsch. an den Ecken
verstärkt. Chor quadr. mit polyg. (5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in 3
Doppeljoche nicht regelmäßig: erstes Joch, (östl.) quadr., zweites
überquadr. (8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und
Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene längsrck. mit vielfach abgetreppten
Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Säull. Arkaden-Öffnungen
unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze zusammengefaßt,
Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., die GwbRippen ohne genaue Beziehung
zur Pfl.-Gliederung, derbrck., kein Schlußstein, Scheitel stark steigend (3,7
m über den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster in den
Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Bündelpfll. aus gequetschtem Pfühl und
hoher vielgliedriger Deckplatte (woraufhin Abhängigkeit vom Wormser
Dom behauptet wird; die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein
verbreitet). — Das südl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. — Die schlanken
WDoppeltürme in 6 Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit
Lisenen und Bgfriesen gegliederten vom Bau des 12. Jh., die beiden letzten,
jederseits mit 2 Doppelarkaden geöffneten, aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die

Page 186

Erhöhung des Zwischenbaues, Giebel und Helme 1873. Die zwischen den
Türmen liegende Erdgeschoßhalle mit Empore, gegen das Sch. in 3
Arkaden geöffnet, 12. Jh. Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 Joche
tief, links von der rundbg. Mittelöffnung 2 spitzbgg., rechts nur 1, im
ganzen also 4 Sch. Obergeschoß: 18. Jh. — Die Langseiten klar und zierlich
mit fein profilierten Lisenen und Bgfriesen. An der Hauptapsis fällt der
Mangel aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschluß durch Zwerggalerie.
— Reiche bar. A l t a r a u s s t a t t u n g E. 17. Jh. bis A. 18. Jh. P f a r r a l t a r
1724. Daneben das turmartige S a k r a m e n t s h a u s aus 2. H. 15. Jh.
Lettner abgebrochen. Reste von spgot. S c h n i t z a l t ä r e n unbedeutend.
Verstümmelter C e l e b r a n t e n s t u h l 14. Jh. [pg 132] K a n z e l 1696.
Etwa gleichzeitig das G e s t ü h l im Sch. mit geschnitzten Wangen. — In
der Krypta schlichte got. T u m b a des hl. Wigbert; von 1340 daneben an
einer Säule sein Bild, sitzend, Hochrelief.

Die S t i f t s g e b ä u d e bilden mit der K. eine malerische Gruppe. Der große
8achsige Kreuzgang beg. nach 1300; geschlossene Wände mit Fenstern. Im
Obergeschoß des Ost-Flügels »Musikzimmer« mit spätgot. ornamentaler
Wanddekoration. Im Keller des SFlügels sehr bmkw. überlebensgroßes
H o c h r e l i e f d e s h l . P e t r u s , sitzend, wohl spätestes 12. Jh.

G r a b d e n k m ä l e r . Ihre Zahl sehr reduziert. Die ältesten (M. 14. Jh.) in
der Falkenberger Kap. Was aus späteren Zeiten stammt, ist durchweg von
geringer Qualität.

S c h a t z k a m m e r . Sie enthält mehrere wichtige Stücke. Altarkreuz um
1000, dicht mit Edelsteinen besetzt und daher ornamentlos, Gravierung der
Rückseite und Fuß um 1200. — Tragaltärchen mit den Halbfigg. der
Apostel, braunes Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fuß
und Nodus um 1400. Merkwürdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr.
Scheibenform, in Elfenbein geschnitzt.

Evang. Pfarr-K. (ehem. Minoriten). Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche
aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je 4 Fenstern, polyg. Schluß.

Ursulinerinnen-K. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh.

Frauenmünster-K. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend.

Page 187

Rathaus. Got., dem ehem. Casseler ähnlich, durch Umbau im 19. Jh.
gänzlich entwertet.

Hochzeitshaus. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss. Steinernes
Erdgeschoß.

Wohnhäuser. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420. Mehrere
Fachwerkbauten. Im »Hessischen Hof« schöner spgot. Kamin.

Marktbrunnen mit Rittersäule 1564.

Ringmauern und Tore, ferner 6 an der Gemarkungsgrenze verteilte
Warttürme, schlecht erhalten.

F R O H B U R G . K. Sachsen AH. Borna.

Stadt-K. Spätgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff jünger. — Ikon.
G r a b p l a t t e n 1555, 1668.

Schloß. Starker schlichter Bau von 1544.

F R Ö H S T O C K H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. — Am Chorbg.
R e l i e f b r u s t b i l d in Renss. Umrahmung um 1525, Wappen der Haßberg.
Bedeutendes G r a b m a l des Ernst v. Crailsheim † 1569; auf einfachem
Sockelbau knien vor [pg 133] dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3
Frauen, wuchtige, tüchtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene
Wandarchitektur, erst in der Krönung reicher bewegt. Das Ganze gehört zu
den besten Kompositionen der in der Regel zu wüster Überladung
neigenden Zeit.

Crailsheimsches Schloß, einfache Wasseranlage mit 4 runden Ecktürmen,
sp. 16. Jh., Dächer 18. Jh.

F R O N H A U S E N . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der über dem Altarhaus stehende
Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor polygon seiner Gwbb. beraubt.

Page 188

Spgot. Um- und Zubauten.

Steinhaus (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh.

F U C H S S TA D T. UFranken. BA Hammelburg.

Pfarr-K. Erb. 1766 durch den Neumannschüler Hauptmann J. M. Fischer.
Ausstattung einheitlich und von bedeutender Wirkung. Die
S t u c k m a r m o r a l t ä r e und Stuckaturen von Materno Bossi. Der
gediegene Bau durch moderne Rest. stark beeinträchtigt. Turm rom. 12. Jh.

F U L D A . RB Cassel Kreisstadt.

Dom. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. Zweiter Bau 792-819;
Basilika mit O. und WChor. Wiederholte Brände und Restaurationen ließen
angeblich die Grundsubstanz des karolingischen Baues unverändert, bis
1704 bis 1712 ein Neubau (der gegenwärtige) durch Joh. Dientzenhofer aus
Bamberg ausgeführt wurde. Auch dieser mit Benutzung alter Mauerteile. —
Der wertvollste Teil der Leistung ist das Innere, das dem Besten der Epoche
zuzuzählen ist. Es enthält mehr als bloß allgemeine Erinnerungen an die
Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums, im Lhs.
die rhythmische Travee. Die letztere in der Weise fortentwickelt, daß die
Pilasterpaare nicht in einem geschlossenen, nur durch Nischen gegliederten
Pfeiler liegen, sondern daß sich zwischen ihnen ein wirklicher Durchgang
in die Abseiten öffnet; darüber eine sehr nachdrücklich behandelte
Statuennische. Es wechseln solchermaßen breitere eingeschossige und
schmälere zweigeschossige Joche. Jenen (3 an der Zahl) entsprechen in den
Seitenschiffen stark beleuchtete Kuppelräume; diesen (2 an der Zahl)
schmale, schwachbeleuchtete, kreuzgewölbte Abteilungen. So begleitet den
kräftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer Rhythmus des
Lichts, der seinen Höhepunkt in dem sehr hellen Raum unter der
Hauptkuppel findet. Das Motiv der Statuennischen ist im Qsch. und Chor
fortgesetzt. Beide haben im Innern polygonale Abschlüsse. Die großen
Altarbauten des Qsch. heben sich gegen mächtige Fenster ab und [pg 134]
der Baldachin des Hauptaltars steht vor der Öffnung gegen den
Mönchschor, woraus sich prächtige malerische Blicke ergeben. Die
Formengebung ist nicht so extrem barock, wie an anderen Bauten
Dientzenhofers, die Färbung weiß und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb.

Page 189

scheint unfertig. Die alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch
den Umbau stimmungslos geworden. — Nicht ganz so gut geraten ist das
Äußere, zumal in den Seitenansichten. Übrigens solide Quadertechnik. Das
System der römischen Barockfassade mit dem deutschen der Doppeltürme
verbunden. In den letzteren der Kern der alten rom. Türme mit ihren
Wendeltreppen erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten auf die
Schrägansicht von der Schloßterrasse her gerechnet, wo die Kuppel in die
Gruppierung eingreift; seitlich erweitert sich die Fassade durch niedrige,
mit Kuppeln gekrönte Kapp. — Anschließend der Conventsbau (jetzt
Priesterseminar) großenteils schon 1668. — Im Innern der K. einige nicht
bedeutende S k u l p t u r e n aus der alten K., darunter (rechts vom Eingang)
ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in eine karolingische Sl. gemeißelt. — Annexe
der alten Klosterk. waren im O eine 973 errichtete Taufkirche, mit jener
durch ein zweistöckiges Paradies verbunden, im N die noch vorhandene:

S. Michaelis-K. Erb. 820 als Kapelle des Begräbnisplatzes der Mönche.
Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten Kern unverändert gelassen.
Die Anlage gibt den am meisten gebräuchlichen Typus altchristlicher
Grabkirchen: Rotunde mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5,
Mauerstärke 0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen
verbunden sind, trägt einen den Umgang übersteigenden Mauerzylinder,
ursp. mit Steinkuppel. Im O für den Altar eine kleine 1/2runde, außen rck.
Apsis. Die Mitte nahm eine Nachbildung des h. Grabes ein (bei der
Neuausstattung 1731 vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und
Mittelraum durch einen von 4 Durchgängen durchbrochenen Mauerring
getrennt; der Umgang mit ringförmigem Tonnengwb.; der innere Kreis mit
einem ebensolchen, das in der Mitte von einer kurzen Sl. mit rohest
jonischem Kapt. getragen wird. In diese noch unverändert bestehende
karolingische Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer
Stellung eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche
gab man 1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang ein zweites
Geschoß; beide Geschosse mit Balkendecke, der mittlere Zylinder erhöht
und mit Holz gedeckt; ferner wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore
und niedrigem Turm angefügt (erhöht 1315). Weitere Veränderungen des
[pg 135] 17. und 18. Jh. bei der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von altem
Detail vorhanden ist, gehört zum größten Teil der rom. Rest. an; aus karol.
Zeit die 8 Säulen des Erdgeschosses. 4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer

Page 190

Vorform des Würfelkapt. Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter
Führung der Lagerfugen.

Stadt-K. 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung ähnlich Neumanns
Dominikaner-K. in Würzburg; die Dekorationsformen ein ermattetes Rok.,
jedoch noch ohne klassizistische Tendenz. Von den 2 Fassaden-Türmen der
nördl. got. 1447. — Fresken von Herlein.

Klst. Frauenberg (Franziskaner) 18. Jh.

Nonnen-Klst.-K. 1626. Unter den Hervorbringungen der Nachgotik eine
der merkwürdigsten. Falls nicht die neueste Rest. das got. Element sehr
verstärkt hat, so hätte sich dasselbe noch fast ungebrochen erhalten. Großer
1sch. Raum mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen
Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg. Im Außenbau
Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament.

Hl. Geist-K. u. Spital. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche und 2
Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster.

Abtsburg (Schloß). 1315 an diese Stelle verlegt und stark befestigt.
Völliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen Flügel der tiefen
triklinienförmigen Anlage von Andrea Gallasini. Hauptstück des Inneren
der Kaisersaal von F. J. Stengel, die mächtigen Hermen, welche die Decke
tragen, von D.F. Humbach. Die bedeutende (heute entstellte) Gartenanlage
nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters M. v. Welsch ausgeführt
von Stengel 1722. Das Orangeriegebäude eines der besten seiner Art; die
vorzüglichen Stukkaturen von Andreas Schwartzmann (?), Deckengemälde
von E. Wohlhaupter. — In der Umgebung des Schlosses noch mehrere
einfach-vornehme Gebäude des 18. Jh., den Charakter des geistlichen
Fürstensitzes vervollständigend: P r i e s t e r s e m i n a r , H. Geistspital, A l t e
U n i v e r s i t ä t , 3flügelige Anlage des 18. Jh. mit stuckiertem Prunksaal
von Gallasini, L a n d e s b i b l i o t h e k 1771-78, mit schön und zweckmäßig
durchgeführtem Hauptsaal.

Stadtbefestigung aus Ma., mehrere Rundtürme erhalten. H a a r t o r 16. Jh.
Das monumentale P a u l u s t o r 1711, 1771 versetzt. Auf den Höhen der
Umgebung mehrere Warttürme.

Page 191

[pg 136]

G

G A I B A C H . UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. 1740 nach Plänen von Balth. Neumann von einem Maurermeister
aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die Vierung im Grundriß elliptisch,
ebenso die von ihr ausstrahlenden 3 Konchen, woraus sich für die Gewölbe
pikante Schnittlinien ergeben. Turm östl. am Chor in der Hauptachse. Für
Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrißlinie des Haubenhelmes.
Fassade einfach. — Gute Rok. Einrichtung. Altäre aus Stuckmarmor.
Bmkw. Orgelgehäuse.

Kreuz-Kapelle im Schloßpark. Erb. vor 1698, vielleicht von einem der
Dientzenhofer. Spbar. Zentralbau; außen kreisrund, innen quadr. Hauptraum
mit 4 transversalen Nischen; Polygonkuppel über toskan. Pilastern. —
Altäre spbar., gut in den Raum komponiert.

Schloß. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter v. Mespelbrunn als
quadr. Wasserschloß mit runden Ecktürmen über mächtigen
Fundamentbauten mit Bastionen (davon 2 erhalten); unter Fürstbischof
Lothar Franz von Schönborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister
Johann Leonhard Dientzenhofer umgebaut, vielleicht nur Ausführung von
Plänen des Mainzers M. v. Welsch. Besonders beachtenswert die
Treppenanlage, die als Vorstufe zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern
aus dieser Zeit Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im
Charakter nicht fränkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung Empire
und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im 2. Geschoß ein typischer
Repräsentationsraum um 1825, im Vorsaal Bilder von gleichzeitigen
Münchenern. Reichhaltige Sammlung von chinesischem und europäischem
Porzellan.

Page 192

G A M I G . K. Sachsen AH Pirna.

Schloß. Treppen-Turm und Erdgeschoß der Hauptfront 16. Jh., sonst 18.
und 19.

Kapelle aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke 8eckige Pfll., so
gestellt, daß ein mittleres Quadrat von 4 Rck. und 4 kleineren Quadraten an
den Ecken umschlossen wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige Sterngwbb.
Äußeres modernisiert. In der Betstube schöner G r a b s t e i n des Hans v.
Carlowitz † 1578.

G A N G L O F F S Ö M M E R N . Pr. Sachsen Kr. Weißensee.

Dorf-K. Läßt nach Größe und Anlage eine ehem. Klst.-K. [pg 137]
vermuten. Aus rom. Zeit 2 OTürme, die sich in derselben Weise wie es an
den WTürmen Niedersachsens gewöhnlich ist, aus querhausartigem
Unterbau erheben und eine Galerie mit Satteldach zwischen sich haben.
Angebaut ein frgot. platt geschlossener Chor. — Sch. 1785. — Spgot.
Schnitzaltar. Sakramentshaus.

G Ä N H E I M . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790. Im Lhs. bmkw.
Rest eines S t e i n a l t a r s , die Hochreliefgruppe um 1639, Richtung M.
Kerns.

Schulhaus 1614.

G A R S TA D T. UFranken BA Schweinfurt.

Dorfkirche. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig.

G Ä R T E N R O T H . OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Großes Wa n d g r a b für M. A.
v. Redwitz, † 1576; demselben Meister begegnet man in Wernstein.

G AT T E R S T E D T. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Page 193

Klauskirche S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im wesentlichen intakt.
Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem türlosem Turm.

G A U A S C H A C H . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1786 von A. S. Fischer in Würzburg, in der Anlage den
Landkirchen Neumanns folgend. D e c k e n s t u c k a t u r , A l t ä r e und
reliefgeschmückte K a n z e l gut klassizistisch.

G A U E R S TA D T. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Pfarr-K. Typische Anlage des früheren Ma. (Rck. mit eingezogenem quadr.
turmtragendem Chor) in spgot. Ausführung.

G A U K Ö N I G S H O F E N . UFranken B A Ochsenfurt.

Pfarr-K. 1724-30 (nach Entwurf von B. Neumann??). Reiches und
vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration 1776, schon mit klassizistischen
Anklängen, recht gut. D e c k e n g e m ä l d e bez. J. A. Urlaub 1777.
Vornehmer H o c h a l t a r in Stuckmarmor, frühestes Rok., um 1730,
S e i t e n a l t ä r e und K a n z e l um 1750.

Schlößchen der Rosenbach rok. — Am Haus no 33 S t e i n r e l i e f des
Marientodes, gute Arbeit um 1450. — Zahlreiche B i l d s t ö c k e .

G A U S S I G . K. Sachsen AH Bautzen.

Schloß. Anlage A. 17. Jh., stark überarbeitet um 1800, in palladianischem
Klassizismus, vornehme Innenräume. Größere Gemäldesammlung.

G A U T Z S C H . K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des [pg 138]
protestantischen Kirchenbaues gerechnet. — B ü s t e des G r a f e n E . C h .
v. M a n t e u f f e l , dem Andreas Schlüter nahestehend.

G E F E L L . Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Dorf-K. Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. r Chor mit Turm.

Page 194

G E F R E E S . OFranken BA Berneck.

Pfarr-K. got., »reich geschnitzter« Altar.

G E H R E N . Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt.

Stadt-K. neu. G r a b s t . des Herrn v. Bernstedt 1597. —

Schloß, schmuckloser Renss.-Bau. Schöne Tür aus dem abgebrochenen
Schloß Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt.

G E I L S D O R F. K. Sachsen AH Plauen.

Schloß. 1667 aus einer alten 4türmigen Wasserburg umgebaut; reiche
Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener Großen Garten; in
Verfall.

G E I S A . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Stadt-K. Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor mit
Kreuzgewölbe und gutem Maßwerk. — Got. Ta u f s t e i n . O p f e r s t o c k
1517. K a n z e l A. 18. Jh. — W-Turm mit Wasserspeiern und
Maßwerkgalerie. Schönes got. Portal bez. 1497.

Gangolfs-Kap. mit A u ß e n k a n z e l in reicher Renss. Zahlreiche
G r a b s t e i n e 16. Jh. 2 S c h n i t z f i g g ., Reste eines Altars um 1490-1500.

Ringmauern aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtürmen; der große
Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der Steingasse eingemauert.
Auf dem Gangolfsberg Reste eines alten Schöffenstuhls.

Einfaches Schloß (Fürstabt von Fulda) 1719.

GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde. Stadt-K. 1484-1513, umgebaut
1689. Rck. mit Schluß aus 8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses
Maßwerk. S c h n i t z a l t a r und K r u z i f i x E. 15. Jh.

Kaufhaus 1668, tüchtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß.

Page 195

G E I S L E D E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen noch ganz
bar. (Vgl. Wüstheuterode.) Außen Pilastergliederung. Der große, gut
komponierte H a u p t a l t a r im Formcharakter E. 17. Jh. Rom. Ta u f s t e i n .

[pg 139]
G E I S M A R . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.). Großenteils neu. — H a u p t a l t a r um 1700. Linker
Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten, vielleicht einem Altar
des 17. Jh. entnommenen) Statuen der 14 Nothelfer. Rechter S e i t e n a l t a r
Schnitzwerk um 1500, Qualität gering. K a n z e l 17. Jh.

G E I S M A R . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1805. Der große Altar (1. H. 18. Jh.) aus dem ehemaligen
Klst. Teistenburg.

G E I S S E N . Reuß j. L. LA Gera.

Dorf-K. rom. Anlage, verunstaltet. — K a n z e l b a u hinter dem Altar um
1750. S c h n i t z a l t a r um 1500, nach Flechsig vom Meister von Chemnitz.
(Erfurter Ausstellung 1903.)

G E I T H A I N . K. Sachsen AH Borna.

Stadt-K. Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten
sprom. Doppeltürmen. Ausgezeichnetes rom. Portal mit 3 Rücksprüngen, in
die Kanten eingelegt Viertelssäulen. Chor 14. Jh. unregelmäßig.
Gemeindehaus spgot. Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den
Türmen höher als diese empor. — 1593 im Msch. flache Felderdecke mit
umfänglichen M a l e r e i e n nach evangelischem Programm. Aus gleicher
Zeit der A l t a r b a u von Michael Grünberger in Freiberg und die K a n z e l
von Peter Basler ebenfalls in Freiberg. G l o c k e n 14. Jh.

G E L C H S H E I M . UFranken BA Ochsenfurt.

Page 196

Pfarr-K. Spgot. Anlage in bar. Umbau. — G r a b s t e i n mit Familienrelief
1593.

Joh. Nepomuk-Kap. 1754. — Statue des g e g e i ß e l t e n H e i l a n d s
unter prächtigem Baldachinbau.

Rathaus. Tüchtiger Fachwerkbau 1666.

Deutschherrische Wasserburg, im Bauernkrieg zerstört, bescheiden
whgest.

G E L D E R S H E I M . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Der Unterbau des Turms (nördl. am Chor) und die
Kreuzrippengwbb. der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., die Formen
verwandt der Michaelskap, in Ebrach. Lhs. nachgot. 1602. Einrichtung
spätrok. ca. 1760-70.

G E L E N A U . K. Sachsen AH Annaberg.

Dorf-K. 1581. Verhältnismäßig reiche Ausstattung. A l t a r w e r k 1724.
Ta u f s t e i n vortreffliche Arbeit des Andreas Lorentz 1581. Von demselben
die eigenartig entworfene, reich skulptierte sandsteinerne K a n z e l . Großes
E p i t a p h (4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schönberg, lebhaft an die
Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von A. Lorentz.

G E L L E R S H A U S E N . Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

[pg 140]
Dorf-K. 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schluß, ausgemalt 1714 von A.
Brückner aus Schweinfurt. WTurm 1557.

G E L N H A U S E N . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Marien-K. Kreuzförmige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im Qsch. und
Chor gewölbt; 1 WTurm, 2 OTürme, Zentral-Turm. Im wesentlichen aus
den 3 ersten Dezennien des 13. Jh. Doch sind einige Reste einer älteren
Anlage eingebaut. Aus ihr der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch.
(das an der OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der K.

Page 197

sichtbar). Der Turm schließt mit Rhombendach. — Gegen 1220 Neubau als
flachgedeckte Basilika. Gegen 1230 Ausbau der OTeile in glänzender
romanisierender Frühgotik durch Meister Heinrich Vingerhut (wofern man
die betr. Inschrift an der Giebelarkade des nördl. Qsch-Portals als
Architekteninschrift gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze
Lhs., die westl. Vierungspfll. bis über die Kämpfer, die untere Hälfte der
Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs. flachgedeckt mit spitzbg.,
weitgeöffneten Arkaden; die Gwbb. der Nebenchöre grätig. Die
Bauerscheinung in den Hauptpunkten rom., nur in den Zierformen frgot.
berührt, aber unmittelbare Kenntnis französischer Bauten nicht
voraussetzend. Der zweite Meister (Vingerhut) war am Mittelrhein und in
Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der er beide Elemente zu
verschmelzen verstand, erwarb er sich großen Beifall und wurde für die
Vermittlung der frühen Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den
Plan der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schluß des Chors und die
den Vierungsraum beträchtlich überhöhende Kuppel mit Zentral-Turm. Im
übrigen gibt er dem Bau eine neue Dekoration mit Steigerung der
Wirkungen von W nach O. Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Säulchen
der Arkadenpfll. Die Kreuzarme richtet er für Kreuzrippengwbb. ein; zu
beachten die reichen französischen Profile der Vierungsbgg. und an den
Eckdiensten die diagonale Stellung der Basen und Kapitelle. Die
Stirnwände des Transepts durch eine Gruppe von 3 Rosenfenstern (das
Maßwerk aus Steinplatten ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen
dieser Zeit — gemeinsame burgundische Vorbilder) belebt. Prächtig in der
Vierungskuppel die dekorative Verwertung der Rippen; um den großen
ringförmigen mit Blattkranz geschmückten Schlußstein stehen auf den
Kappen die Namen von 8 Winden; die Fensteröffnungen auch hier als
Rosetten. — An die Wände des Chorquadr. eine Arkatur und darüber eine
Scheinempore vorgeblendet; die Apsis in 5/8 Schluß kam neu hinzu; sie hat
über der Arkatur schlanke spitzbg. Fenster und über [pg 141] diesen
kreisrunde mit Vierpaß ausgesetzte Öffnungen. Die Blendbgg.
kleeblattförmig. Der Gurt, der den Vorchor von der Apsis trennt, hat
dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.; er wird von einem Bündel von 7
Diensten getragen, die zweimal von Schaftringen durchbrochen sind. Sind
auch die Mauermassen tatsächlich erst wenig aufgelöst, so herrscht doch
eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen dem Gotischen verwandten
Eindruck hervorruft, wie denn auch dieser Bauteil auf ein bestimmtes

Page 198

Vorbild, das er geistreich umbildet, zurückgeht: die Notre-Dame in Dijon.
Das Ornament an Kapitellen und Konsolen zeigt rom. und frgot.,
konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive nebeneinander,
immer in lebensvoller und technisch meisterhafter Behandlung. Es gehört
zum Schönsten, das diese Epoche in Deutschland hervorgerufen hat. Die
Bauepoche schloß (um M. 13. Jh.) mit dem polygonal (3/6) in den
Vierungsraum vorspringenden Lettner.

Ä u ß e r e s . Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt. Auf engem
Gr. entwickelt sich eine höchst belebte Massengliederung. Jede der 5 Polyg.
Seiten des Chors schließt mit einem kleinen Giebel, darüber ein spitziges
8seitiges Zeltdach (vgl. Sinzig und Münstermaifeld). Über den
Nebenapsiden steigen schlanke 8seitige Türme auf; um M. 13. Jh. zu
gegenwärtiger Höhe gebracht; die Helme ursp. kaum so schlank wie jetzt.
In der Mitte beherrschend und zusammenfassend der Vierungs-Turm, auch
er 8seitig und mit 8 Giebeln. Auffallend groß die Zahl der Türen. An den
Sschiffen ihrer 3; vom ersten Meister; die größte derselben wahrscheinlich
ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie durch eine noch prächtigere
Komposition; dann noch 2 am Qsch., so daß die keineswegs große K.
schließlich 5 Portale hat. — Die Sakristei M. 14. Jh. hinzugebaut, die
Obergeschosse der Sschiffe 1446. I n n e r e A u s s t a t t u n g . H o c h a l t a r ;
Mensa 13. Jh., Schrein bez. 1500 Nikolaus Schit. Madonna mit 4 Heiligen,
lebensgroß, volle schwere Formen, Flügel gemalt; über dem Schrein reiche
Krönung mit dem Schmerzensmann. — Ebenfalls spgot., doch nicht
bedeutend, die S e i t e n a l t ä r e . — Der hl. K r e u z a l t a r (Laien-A.) am
Lettner kann ursp. keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die
übrigen zum Jubeljahr 1500. — Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. schönes
frgot. We i h w a s s e r b e c k e n . — Ein hohes C h o r g e s t ü h l 2. H. 14. Jh.
— Von den zahlreichen, jetzt meist entfernten G r a b s t e i n e n trugen nur
wenige Bildnisfiguren; darunter der Stein des aus einer Gelnhäuser Familie
stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, ausgezeichnetet [pg
142] Entwurf in mäßiger Ausführung; eine andere gute Arbeit der Stein des
Schultheißen Koch 1603; im südl. Qsch. Wandgrab des Burggrafen von
Laudern, E. 16. Jh. — G l a s m a l e r e i der Chorfenster 13. Jh., wichtig,
wenn auch stark ergänzt. — Die oberen Blenden des Chorquadr. waren
ausgemalt, 15. Jh., darunter Schicht des 13. Jh., sehr beschädigt und jetzt
entfernt, wie überhaupt die letzte, hinsichtlich der Architekturteile

Page 199

verdienstvolle, Restauration den Gesamteindruck doch zu »neu« gemacht
hat.

S k u l p t u r e n . Tympanon des NW-Portals: Christus thronend zwischen
Maria und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg. heiliger Bischöfe. Tympanon am
südl. Qsch.: Maria mit dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die
knienden Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des nördl. Qsch.:
Kreuzigung. Die Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale umrahmende
Rankenornament. — Im besten got. Naturalismus das Blattwerk am Lettner;
in den Zwickeln f i g ü r l i c h e R e l i e f s (weit geringer) mit
Totenerweckung und Hölle; die Statue Christi jetzt in der Sakristei.

Peters-K. sprom., jetzt verwüstet und verkommen (Fabrik). Ursp. kreuzf.
Gewölbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzflügeln, 3 Jochen im Lhs. Die
OTeile um 1200-1220, in halber Höhe Bauunterbrechung. Am besten
erhalten das Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des
Lhs. darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und Ecksll. lassen
für das Msch. Rippengwbb., für die Ssch. Gratgwbb. als beabsichtigt
vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte Basilika mit einfachen
Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt nach dem gleichseitigen Dreieck. Über
den Nebenapsiden erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und Lisenen
geteilte Rundtürme (Zeichnung von 1831). Ein vom Triumphbogen
stammendes prachtvolles Blattkapt. liegt als Brunnenuntersatz im südl.
Ssch. Das nördl. Seitenportal mit sitzender Fig. des h l . P e t r u s vom
ersten Meister (vgl. Aschaffenburg), im südl. Seitenportal die Eck-Sll, auf
Löwen, in der Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung an den
Kaiserpalast erinnernd.

Hospital zum h. Geist. Zuerst erwähnt 1233. Die K. war eine kleine
flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem Ssch., das Chorquadrat
gewölbt; 1893 fast ganz zerstört.

[S. Michaels-Kap. Zweistöckig, im Erdgeschoß Beinhaus, zuerst erwähnt
1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen; nach einer Zeichnung zu
urteilen beste fr. Gotik in der Art der jüngsten Teile der Marienk.]

[pg 143]

Page 200

[Brücken-Kap. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung
wegen abgebrochen.]

Franziskaner-K., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248 (erste
Erwähnung des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren von grätigem
Kreuzgwbb. über 1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; rundbg. Fenster; Apsis
zerstört. — Kreuzgang (jetzt Stall) E. 13. Jh. — Die an der Sseite des
Kreuzgangs im 14. Jh. errichtete größere K. 1826 abgebrochen.

Pfalz. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180 mainzisch, erst
in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. Seit 1363 Beginn der
Zerstörung, nach Ruprecht von keinem Kaiser mehr besucht. Seit 1858
Erhaltungsarbeiten. — Angelegt als Wasserburg (vgl. Büdingen,
Wächtersbach, Burgjossa). Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur
in den Grundzügen zu erkennen. Die heutige Ruine gehört der schon im 14.
Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen Pfalzen die relativ
besterhaltene und künstlerisch edelste, wenn auch weitaus nicht die größte.
Nach Ausweis der Steinmetzzeichen und der technischen Eigenschaften
Bau aus einem Guß. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die Eingangshalle
vielleicht älter. — Der Gr. bildet ein Trapez: an der schmalen WSeite die
Eingangshalle, an der im stumpfen Winkel davon abbiegenden NSeite der
Saalbau, an der SSeite und der polyg. gebrochenen OSeite Ringmauern, an
die sich Wirtschaftsgebäude anlehnten. — Die Ringmauer 2,10 m stark,
Quaderverblendung, Füllung aus Bruchstein und Mörtelguß; Rüstlöcher
sichtbar, doch keine Versetzung mit der Zange. — Der quadr. B e r g f r i e d ,
als Wehrbau nicht sehr bedeutend, im Winkel zwischen der SMauer und der
Eingangshalle; hölzerne Zwischendecken; kleine Tür nach dem Wehrgang
(dessen Höhe daraus zu bemessen ist), eine größere auf eine von
Kragsteinen getragene Plattform, vom Hof aus mit Leitern zu ersteigen; der
obere Teil des Turms in got. Zeit restauriert. — Das E i n g a n g s t o r zeigt
keine Spuren von Zugbrücke und Fallgitter; doch Ansätze zu einem
(zerstörten) Gußerker. Es führt in eine 2sch. 3jochige nach dem Hof offene
Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch. ursp., im Ssch. got. erneuert.
Die Sll. haben Würfelknäufe mit 2teiligem Schild (eine sonst nur im Elsaß
nachgewiesene Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf
eingemauert, jetzt im Palas. — Über der Torhalle lag die jetzt ihrer Gwbb.
beraubte, ebenfalls 2sch. K a p e l l e . — Der P a l a s lehnt sich an die nördl.

Page 201

Ringmauer, die Schauseite nach innen. Erhalten das Erdgeschoß mit kleinen
Fensterschlitzen und das erste Hauptgeschoß. Die Tür, durch eine [pg 144]
Doppelfreitreppe zugänglich, liegt nicht in der Mittelachse (außerdem eine
noch erhaltene innere Treppenverbindung zur Torhalle). Sie führte direkt in
den Saal (13:12 m) mit einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines
Verschlusses); die Fundamente deuten darauf, daß 4 Sll. die Balkendecke
trugen; an der NWand der schöne Kamin. Links an der Tür sind die Ark.
durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt. Am Saal entlang lief ein Gang
und hinter diesem lagen 2 getrennte Gemächer. Ein Obergeschoß war sicher
vorhanden; auch hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon
jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas gehört zum
formenschönsten und delikatesten, was rom. Meisselarbeit hervorgebracht
hat; jedenfalls kann sich kein anderer Profanbau damit messen. — Am
OEnde des Hofes sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m äußerer
Durchmesser) von ungewisser Bestimmung gefunden.

Johanniterhof, vom Ordenshaus in Rüdigheim dependierend; kleines sehr
herabgekommenes Gebäude in der Holzgasse; die paarweise gestellten
Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen für 14. Jh., der SGiebel mit
Kreuzstöcken im 15. Jh. umgebaut. Daneben kleine Kapelle.

Deutschordenshäuser. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch die
landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei Sachsenhausen;
14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; im Hof Brunnen aus
Renss.

Hof der Abtei Arnsberg. 1742 erneuert; die einfache got. Kap. aus A. 14.
Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei.

Hof der Abtei Haina. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh. erhalten.

»Steitz«, Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im Innern ein
Lavabo und andere interessante Einzelheiten.

Romanisches Rathaus, spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein
Fachwerkhaus verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich von
Kunstformen: die im Kleeblatt geschlossene Tür über einer vorgebauten
Plattform und im dritten Geschoß 3 Gruppen dreiteiliger Ark., welche einen

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ungeteilten, die ganze Ausdehnung des Gebäudes einnehmenden Saal
beleuchteten. Daß das Haus öffentlichen Zwecken diente, ist kaum
zweifelhaft; unter den in Frage kommenden gilt die Bestimmung als
Rathaus für die wahrscheinlichste.

Gotisches Rathaus, wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich für
Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert.

Fürstenhof, langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz der
pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; aus dieser
Zeit einige gute Einzelheiten.

[pg 145]
Wohnhäuser. 4 r o m a n i s c h e mit mehr oder weniger bedeutenden Resten
aus der Erbauungszeit: Langgasse 257, ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda
285 [Obermarkt 101, 1895 abgebrochen, die Werkstücke der schönen
gekuppelten Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. G o t i s c h :
Bischofshof, jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106; Töpfergasse 69;
Untermarkt 443 Hinterhaus; Obermarkt 341, altes Gasthaus u. a. m. Diese
sind alle Steinhäuser. Ein got. Fachwerkhaus Langgasse 264.

G E M Ü N D E N . UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus 1488. Turm
zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb. 1486 auf älterer
Grundlage. Das Äußere einfach; WPortal erneuert. Der mit 4 kleinen
Erkertürmchen geschmückte Turm macht durch seine stattlichen
Verhältnisse eine gute Figur im Stadtbild. — Ausstattung neu. Hübsche
Zunftstangen E. 18. Jh. Glocken 14. Jh. und später. — An der äußeren
OWand des Langhauses R e l i e f Christus am Kreuz zwischen den
Schächern; zu Füßen Assistenzfiguren und Soldaten, M. 15. Jh. An der
Kirchenmauer das ehem. S a k r a m e n t s h ä u s c h e n von 1488; ruinös.

Rathaus. 1593. Giebel erneuert.

Rentamt. Behäbiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten
Ecktürmen. Über dem Portal Wappen der Hutten.

Page 203

Scherenburg. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, sowie ein
großer zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.). Nur wenige Reste
der Stadtbefestigung, jedoch noch immer hübsches Ortsbild.

G E N S U N G E N . RB Kassel Kr. Melsungen.

Dorf-K. mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung.

G E O R G E N T H A L . Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Cisterc.-Klst.-K. Trümmer. Grundmauern ausgegraben. Sie erweisen einen
höchst ansehnlichen Bau von 73 m Länge. Nach den jüngsten
Untersuchungen von H. Giesau 2 Bauperioden in folgender Weise zu
unterscheiden: 1. Zugrunde liegt eine kreuzförmige Basilika nach dem
Hirsauer Schema, am Chor 5 Apsiden in staffelförmiger Anlage (Talbürgel).
Im Lhs. 10 Arkaden, Wechsel von stärkeren und schwächeren Pfll. Reste
eines WPortals mit einfach abgetreppten Gewänden. Dieses der
Gründungsbau aus der Mitte des 12. Jh. 2. Umbau für Gewölbe im 2. Drittel
13. Jh. Die 5 Apsiden wurden niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader
Abschluß des Hauptchores. Um ihn wurde ein rck. Umgang von 4,2 m
Breite herumgeführt, aus seiner äußeren Wand rck. Nischen ausgespart.
(Holtmeyers Rekonstruktion mit Umgang [pg 146] und Kapellenkranz in
Art von Riddagshausen nach Giesau nicht haltbar.) Die bauliche
Ausführung des Umbaues unter Leitung eines Architekten aus Walkenried.
Walkenriedisch-maulbronnisch auch das gesamte Detail. An der Westfront
eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m Seitenlänge). — Von der
großartigen Klosteranlage erhalten:

Klausur auf der SSeite der Kirche. Umfängliche Grabungen von Pfarrer
Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt cisterciensischem
Gepräge, der von Maulbronn sehr verwandt. Bmkw. das Herrenrefektorium,
wie in Maulbronn mit der Schmalseite an den Kreuzgang stoßend,
wahrscheinlich 3schiffig. Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch
einen Gang vom Kreuzgang geschieden (ältere Art der Anordnung).
Rippenstücke, Schlußsteine und Säulenbasen maulbronnisch, jedoch im Stil
fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. Auf der Nordseite des
Chores, in geringer Entfernung von ihm zwei 3sch. Säulensäle, durch einen
von N nach S laufenden schmalen gewölbten Gang getrennt, Bestimmung

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ungewiß, vielleicht A b t s h a u s . Ornamentierte Säulenschäfte mit
Würfelkaptt., 2. H. 12. Jh. — K o r n h a u s , got. mit interessantem
Maßwerkfenster. — In der Nähe rom. P a l a s der Grafen v. Kefernburg,
verbaut.

G E P U T Z I G . K. Sachsen AH Rochlitz.

Herrenhaus (v. Wallwitz) 1735 von David Schatz, einfach tüchtig.

G E R A . Reuß j. L. Hauptstadt des Fürstentums.

Salvator-K. 1717-20, erneuert nach Brand 1780.

Trinitatis-K. 1313, vergrößert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die got.
Außenkanzel. — G r a b m a l des Kanzlers Joh. v. Freiersleben † 1770, um
einiges später ausgeführt, klassizistische Richtung. — Großes
K r e u z i g u n g s r e l i e f mit Stifter, 1630. — Auch von den
D e n k m ä l e r n auf dem Kirchhof verdienen einige Beachtung.

Rathaus. 1576 und später. An der Hauptfront hoher 8eck. Turm, dem zu
Altenburg nachgebildet.

Regierung. 1722.

Waisenhaus. 1724, erneuert nach Brand 1780.

Stadtapotheke mit renss. Erker.

Privathäuser des 18. Jh.

Marktbrunnen mit Simson, 1685.

G E R A . Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf.

Dorf-K. Sehr alte Gründung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom. Einzelheiten.
Hoher K a n z e l a l t a r .

G E R B E R S H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Page 205

Dorf-K. (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schluß.

[pg 147]
G E R B R U N N . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh. —
K a n z e l mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. — Hübsche H o l z f i g g . des
Rok.

G E R B S T E D T. Pr. Sachsen Kr. Mansfeld.

[Nonnen-Klst.-K. Der 1688 eingestürzte rom. Bau durch Abb. bekannt,
auch einige formierte Reste erhalten, hier und im Museum zu Halle.]

Stadt-K. Nüchternstes 18. Jh. — Großer interessanter S c h n i t z a l t a r um
oder vor M. 15. Jh. — Rathaus in schlichter Renss. Im Keller gekuppelte
rom. Lichtöffnung.

G E R E U T H . UFranken BA Ebern.

Dorf-K. um 1700, mit hübscher einheitlicher Einrichtung. In der Sakristei
ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten derselben Zeit. Schloß.
Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths 3geschossige
Anlage in 3 Flügeln mit fein durchgeführter Außengliederung.

G E R L A C H S H A U S E N . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute A u s s t a t t u n g ,
besonders die Seitenaltäre in Stuck, wohl von Andreas Mayer, Gemälde von
Dahlwein. — An der Straße nach Sommerach reich skulptierter
B i l d s t o c k 1511, einer der schönsten in Unterfranken, ruinös.

G E R M E R O D E . RB Cassel Kr. Eschwege.

K. des ehem. Prämonstratenser-Nonnen-Klst. Gewölbte rom. Pfl.-
Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schließen in gleicher Flucht mit 3
Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche. WBau doppeltürmig
(wegen Baufälligkeit niedergelegt, 1905 in der alten Gestalt wieder
aufgebaut). Dazwischen, zugleich das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die

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Nonnenempore, die von 4 Paar Sll. mit Würfelknäufen getragen wird. Im
System des Msch. nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten Gurt-
und Schildbgg. auf; keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll. quadr. mit
eingelegten Eck-Sll. Die Sschiffe abgebrochen. — Unter dem stark
überhöhten Chor eine Krypta mit gurtenlosen Gwbb. — Hölzerne Emporen
reich geschnitzt in Motiven der Fachwerkarchitektur. — Am Außenbau ist
nur die OAnsicht einigermaßen intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten
Sockeln, sonst ungegliedert. Klostergebäude. Einige Reste mit rom.
Fenstern in den Domänenhof eingebaut.

G E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. Benedikt.-Klst. Jetzige K. 1778. Scheune. Großartiger Quaderbau
in Hufeisenform 1672.

[pg 148]
G E R O L Z H O F E N . UFranken BAmtsstadt.

Stadtpfarr-K. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl. 1479. Lhs.
Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere 1899 hinzugefügt). Chor
1sch., 1 † 5/8, flankiert von zwei Türmen, deren Erdgeschosse sich als
Kapellen gegen Chor und Lhs. öffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler und
gekehlte Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf
Konsolen in Scheitelhöhe der Scheidbogen. Außen durchweg Strebepfeiler,
z. T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap., gute Arbeiten aus
A. 16. Jh.). — Einrichtung spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg.
H o l z k r u z i f i x mit Naturstamm, Riemenschneider nahestehend.
Geschnitzte R o s e n k r a n z m a d o n n a nachgot. Gruppe der Ta u f e
C h r i s t i vermutlich von Peter Wagner um 1760. — Gutes C i b o r i u m ,
würzburgisch um 1680.

Johannis-Kap. (Karner) beg. 1497. Erdgeschoß 2sch., Obergeschoß 1sch.
in 3 Achsen und 5/8 Schluß, zierliches Netzgewölbe und reich gegliederte
Fenster. Außen (W) einläufiger Treppenaufgang. [Schnitzaltar,
Riemenschneider zugeschrieben, jetzt im Nat.-Mus. München.]

Friedhofs-Kap. 1737. Altarbilder von Chr. Urlaub (1745, 1748) und
Wolker (1748). Das schöne schmiedeeiserne Gitter am Tor (2. H. 17. Jh.)

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stammt aus Klst. Ebrach.

Bezirksamtsgebäude. Ehem. fürstbisch.-würzb. Oberamtshaus, um 1614.

Rentamtsgebäude. Ehem. fürstbisch.-würzb. Amts- und Zenthaus. Turm
und Anlage im Kern mittelalterlich (von einer Burg der Herren v. Fuchs),
Erscheinung wesentlich aus A. 17. Jh.

Spital. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken.

Stadtbefestigung. Interessant durch den doppelten Mauergürtel, Abstand
stellenweise über 100 m. Er diente als Zuflucht für die umliegenden Dörfer.

G E R S D O R F. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. 18. Jh., mit ma. Resten: S a k r a m e n t s h ä u s c h e n , der Eingang
von Engeln bewacht; A l t a r f i g g .; vorzüglich ein lebensgroßer
C r u c i f i x u s A. 16. Jh.; diese jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im
Dresdener Altert.-Ver.

G E R S F E L D . RB Cassel Kreisstadt.

Kirche. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und WTurm. —
G r a b s t e i n e der v. Ebersberg 16. und 17. Jh.

Friedhofs-Kap. 1632, an den Emporen Malereien.

Schloß (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet.

G E R S T U N G E N . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in [pg 149] 3
Geschossen, um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen öffnet sich gegen
das spgot. gewölbte Altarhaus, über welchem der 8eck. Turm. — Steinerne
K a n z e l 1588. G r a b s t e i n e (v. Boyneburg) 16. und 17. Jh.

Fachwerkhäuser. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus aus A. 17.
Jh. (jetzt Oberförsterei) und das v. Boyneburgische am Markt (Apotheke).

Page 208

G E S E E S . OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Veränderungen; Lhs. 4
Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schluß; Turm in N. — H o c h a l t a r 1673, noch
im Aufbau gotischer Flügelaltäre. Steinerne K a n z e l 1562. — Befestigter
Friedhof.

G E S T U N G S H A U S E N . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Pfarr-K. A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich
anschließend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewöhnlich
reich und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs. tragen zwischen
Stuckornament kleine Gemäldefelder vom Coburger J. Schuster 1714.
3geschossige Empore bez. 1712. M o s e s k a n z e l 1727. Ta u f s t e i n 1643.
Um den Kirchhof Mauer mit hohem Torturm.

G I E B E L S TA D T. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. — K a n z e l in strenger
Hochrenss. E. 16. Jh., Mosesträger. Großes E p i t a p h einer Frau v. Zobel
1606.

Schloß der Zobel, whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte Wasseranlage
mit runden Ecktürmen.

Schloß der Geyer, Ruine.

G I E B I C H E N S T E I N . Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. mit rom. Turm und rom. Ta u f s t e i n . G r a b s t e i n e 1474, 1560.

Burgruine ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442.

G I E C H . OFranken BA Bamberg.

Schloßruine bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried.

G I E S E L . RB Cassel Kr. Fulda.

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Jagdschlößchen, erb. 1717 vom Fürstabt v. Butlar an Stelle einer Burg des
16. Jh.

G I E S S M A N N S D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Schloß 1694. Rck., in der Längsrichtung schmaler Gang, in der
Querrichtung Vestibül und doppelläufige Treppe. 2geschossiger Aufbau mit
durchlaufenden tosk. Pilastern. Über dem Dach schmälerer Oberbau in
Fachwerk. Dachreiter. Einfluß böhmischer Schlösser.

G L A S H Ü T T E . K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Stadt-K. 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch. ausgeführt —
18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und [pg 150] 9Eckschluß. Kunstlos
bemalte Felderdecke 1669. — Rest wertvoller A l t a r m a l e r e i aus
derselben Zeit; ebenso die G l a s g e m ä l d e im Chor. — Ta u f b e c k e n
aus Messing A. 16. Jh., gestanzte Zeichnung der Verkündigung. —
S c h ö n e G r a b p l a t t e des Pfarrers M. Kittel † 1639, bemalt, ähnlich der
des Sup. Cademann in Pirna.

G L A S T E N . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. frgot. mit platt geschlossenem Chor, darüber Turm mit 4
gekuppelten Fenstern und Satteldach.

G L A U C H A U . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. 1726 mit Benutzung älterer Teile, darunter 2 Reliefs aus 15. Jh. —
O r g e l 1730 von Gottfr. Silbermann.

Gottesacker-K. Renss.Pforte mit beschädigten, ehemals schönen Reliefs.

Hinterglauchen. Schönburgisches Schloß. Die Erscheinung wesentlich
bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte, ganz einfach
behandelte Hauptfront durch 4 Zwerchhäuser gegliedert, deren
Giebelabsätze nach dem verbreiteten Schema der sächsischen FrRenss. als
Viertelskreise gebildet sind.

G L A U S C H N I T Z . K. Sachsen AH Kamenz.

Page 210

Herrenhaus einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760.

G L E I N A . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. F r e s k e n . — Gute
Typen von B a u e r n h ö f e n .

G L E I S B E R G . K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz einer dem Chor
nördl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb. — Ta u f s t e i n aus
Porphyr mit primitiv eingeritztem Ornamente. — F l ü g e l a l t a r um 1510-
20, bäurische Arbeit, doch vorzüglich gut erhalten; die Gemälde der
Außenflügel stehen höher.

G L E I S E N A U . UFranken BA Haßfurt.

Prot. Dorf-K. 1711. Schloß-K. 1772 mit reicher Sandsteinfassade. —
Schloß (Groß von Torckau) 1773.

G L E U S D O R F. UFranken BA Ebern.

Schloß. Gefälliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung sehr
malerisch zwischen Bäumen. — Innendecken mit M u s c h e l w e r k s t u c k
und eiserner Ofen von 1769.

G L O S S E N . K. Sachsen AH Löbau.

Schloß, erb. 1688 für H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage, Formen
einfach.

G N A N D S T E I N . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Einheitlicher, unveränderter Gewölbebau (Sternmuster) aus A. 16.
Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in [pg 151] Stuck wie in Geithain. Gute
S t e i n k a n z e l mit Maßwerkschmuck bez. 1518. In den Chorfenstern
G l a s g e m ä l d e aus der Erbauungszeit. B e t s t u b e mit reicher Sammlung
von Wappen des sächsischen Adels. E p i t a p h H. v. Einsiedel 1557 mit
langem von Melanchthon verfaßtem Gedicht. Epit. Joh. v. Einsiedel 1582,

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Sandstein, Marmor und Serpentin, z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche
Grabsteine mit lebensgroßen Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausführung
gleichzeitig um 1640. 4 weitere bis 1756.

Schloß (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). Anlage
langgestrecktes Rechteck, einem Höhenzuge folgend. Im innersten Hof
freistehender runder Bergfried. Am selben Hof rom. Palas mit 3teilig
gekuppelten rundbgg. Fenstern; eine andere Gruppe hat Kleeblattschluß. An
einem zweiten größeren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit
Einrichtung des 16. Jh. 4flügeliges Altarwerk.

G N Ö T Z H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes Beispiel
einer vornehm schlichten Landarchitektur. — 1sch. Lhs., quadr. Chor,
WTurm (ohne Eingang). Das gut gegliederte, ornamentlose Portal an der
SSeite. — Reizende S a k r a m e n t s n i s c h e E. 15. Jh. Interessantes, leider
verstümmeltes Wa n d g r a b des Konrad v. Rosenberg † 1596.

G O C H S H E I M . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Großenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung,
ins 14. Jh, hinaufreichend.

Rathaus. Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus (no 183) von 1612.

G Ö D A . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. Netzgewölbte Halle von 1505. Von einem Bau aus 1. H. 13. Jh.
einige fein skulptierte Zierstücke gefunden. — Hübsche
S a n d s t e i n k a n z e l 1514. Zahlreiche B i l d n i s s t e i n e des 17. Jh., recht
gut der des Heinrich v. Bünau 1605.

G Ö D E W I T Z . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K., 2 einfache rom. Tympana.

G Ö H R E N . K. Sachsen AH Rochlitz.

Page 212

Dorf-K., kleine apsidenlose rom. Anlage. — S c h n i t z a l t a r 1512.

G Ö H R E N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Turm rom., Chor frgot., Schiff bar.

G O L D K R O N A C H . OFranken BA Berneck.

Pfarr-K. got., Sandsteinemporen mit »durchbrochener Arbeit«.

G Ö L L I N G E N . Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.

Benediktiner-Klst., eines der ältesten in Thüringen. Von der [pg 152]
sprom. K. wenig erhalten, nämlich: 1. Reste der Apsidenmauer, 2. der viel
Eigentümliches bietende WBau. Er ist als breiter Turm ausgebildet. Die an
die K. anschließende Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und
verdeckt. Von den Sschiffen der K. führten unter weiten Bogenöffnungen je
6 Stufen in die hochräumige Krypta; 3x3 grätige Kreuzgwbb.; die breiten
Gurten in der Linie des Hufeisenbogens; als Stützen kräftige Sll. (auch an
den Wänden) mit Eckblattbasen und flach skulptierten Würfelkaptt. Die
Formen, von trefflicher Ausführung deuten auf die Spätzeit 12. Jh. Über der
Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren östl. Vorraum sich anscheinend als
Empore gegen die K. geöffnet hat. Am nördl. und südl. Ende desselben
Vorraums Türen zu kleinen Treppentürmen, die in die oberen Teile des
Haupt-Turmes hinauf führten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, außen mit
Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert; im letzten
Geschoß weite gekuppelte Fensteröffnungen mit profilierten Gewänden.

G O L L M U T H A U S E N . UFranken BA Königshofen.

Dorf-K. Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit
(1819).

G Ö L S O O R F. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

Dorf-K. aus Granit einfach frgot.

G O M P E R T S H A U S E N . Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

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Dorf-K. 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen Sll. 1808;
alt im Unterbau der östl. Turmchor.

G O N N A . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. Rom. OTurm. — Ta u f s t e i n E. 16. Jh. mit 6 Reliefs.

G O R N O O R F. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. — S c h n i t z a l t a r 1490 vom
Saalfelder »Meister der Baldachine«.

G Ö R S B A C H . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. neu. Der spgot. S c h n i t z a l t a r nächst dem in S. Jakob in
Sangerhausen der bedeutendste des Kreises.

G Ö R S C H E N . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis, das
übrige 16. Jh. und neuer. — C r u c i f i x u s bez. HF, energische Arbeit E. 15.
Jh.

G O R S L E B E N . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. spgot. — Reicher S c h n i t z a l t a r spgot., K a n z e l und
Ta u f s t e i n 1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck.

G Ö S C H W I T Z . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im OFenster
Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarflügeln.

[pg 153]
G O S E C K . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem Sohne dieses
Hauses, dem großen Erzbischof Adalbert von Bremen, in ein Kloster
umgewandelt. Die 1043 und 1056 gew. Kirche hat sich in den OTeilen

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erhalten, welche 1625 als Schloßkap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor
in regelmäßiger rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung (veranlaßt
durch abschüssiges Gelände) eine Krypta. In das Schloß (ein wenig
interessanter Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut ein WTurm im
Übergangsstil des 13. Jh. — E c c e h o m o , Marmortafel in reicher renss.
Umrahmung, Arbeit eines sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder
angetroffenen Künstlers. A l t a r t a f e l , Hinrichtung der h. Katharina, von
L . C r a n a c h d . Ä . Großes reiches E p i t a p h des Bernh. v. Pölnitz
† 1628.

G O S S M A N N S D O R F. UFranken BA Ochsenfurt.

Der Ort enthält an Kirchenausstattung, Bildstöcken, Fachwerkhäusern,
Befestigungsresten allerlei hübsche Kleinigkeiten.

G O S S M A N N S D O R F. UFranken BA Hofheim.

Dorf-K. Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich von B.
Neumann?). Stattliche Fassade. Hochaltar um 1730. Reiche Seitenaltäre um
1760. — Interessante K i r c h h o f s b e f e s t i g u n g , wohl 14. Jh.

Vogteihaus, charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schönes
schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein ähnliches in
Manau).

G Ö S S N I T Z . Sachsen-Altenburg. LA Altenburg.

Stadt-K., im 15. Jh. nach relativ großartigem Plan beg., im 16. verkümmert
ausgeführt, im 17. umgebaut.

G Ö S S W E I N S T E I N . OFranken BA Pegnitz.

Kloster-K. 1730-39 von Balthasar Neumann. Doch hatte schon 1728 der
angesehene Mainzer Architekt F. A. v. Ritter Pläne eingeliefert. Inwieweit
Neumann diese berücksichtigt hat, ist eine offene Frage. Anlage im lat.
Kreuz. Das Qsch. schließt aus dem 6Eck, sogleich an der Längswand
beginnend, Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen
Gang verbunden. Die Flachkuppel nach außen nicht sichtbar. Das

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Tonnengwb. mit starken Quergurten ist reich stuckiert. Die innere
Ausstattung schon in den Formen des Rok.; der Hochaltar (1742) erinnert in
seiner Verwendung von konstruktiv nicht zulässigen Elementen zu Stützen
und Streben an Vierzehnheiligen. Der Außenbau, wie immer bei N.,
einfach, mit 2 Front-Türmen. — Über dem Portal eine gewaltige
p l a s t i s c h e G r u p p e , die h. Dreifaltigkeit. An [pg 154] der Rückseite
eingemauert ein G r a b d e n k m a l von Hans Werner 1588.

G O T H A . Hauptstadt von Sachsen-Gotha.

Augustiner-K. Gegr. 1366, überarbeitet 1676. Einfaches, turmloses Rck.
von 49 : 14,5. — F ü r s t e n s t a n d am Chor in derbem Bar.; desgl. die
K a n z e l ; Rest eines got. A l t a r w e r k s . Die große G e d e n k t a f e l für
Herzog Johann, † 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. — Das Klst. verbaut;
der Kreuzgang rest.

Margarethen-K. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und 1725; ursp.
3sch. Hallenkirche. — D e n k m a l für Herzog Ernst den Frommen 1728
von dessen Enkel errichtet. — Ta u f s t e i n bez. 1687. — Sehr schöne bar.
Engelsfigg., Holz.

Schloß Friedenstein. 1643-1654 für Herzog Ernst d. Fr. von Andreas
Rudolfi. Groß in den Abmessungen, in der Ausführung sparsam, nüchtern,
schwerfällig, fast noch mehr im Charakter einer Zitadelle als eines
fürstlichen Wohnhauses, ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am
Ende des großen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m, wird von 3
Flügeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, an den Ecken breite Türme
mit welscher Haube. Die in der deutschen Renss. an einem Kunstbau nie
fehlenden Giebel sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengänge auf
schweren gequaderten Pfll. — Die innere Einteilung ohne größere
Raumentfaltung. Tiefe, niedrige Gemächer. Darunter leidet die 1685 ff.
hinzugefügte prunkhaft derbe Barockdekoration. — Einige Räume M. 18.
Jh. Das Porzellankabinett und anderes, was nicht mehr sicher
nachzuweisen, 1751 vom Nassau-Saarbrückener Hofarchitekten Stengel.
Die Schloß-K. nahe verwandt der zu Weißenfels (vgl. dort). In der
Fürstengruft viele, z. T. aufwandreiche, Särge. Orangerie von G. H. Krohne.

Page 216

Schloß Friedrichstal. 1711. Nach französischen Mustern in vereinfachter
Formgebung.

Rathaus, beg. 1567, verändert im 17. Jh. Das Portal von auserlesener
Feinheit der Erfindung und Ausführung; bez. 1574, aber noch im Charakter
der FrRenss. An der SFront eingemauertes R e l i e f b i l d eines h. Bischofs
aus 13. Jh.

Gute Barockhäuser die städt. Sparkasse und der ehem. Preußische Hof.

Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmäler der Barockzeit erhalten.

G O T T E S B Ü R E N . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Ehem. Wallfahrts-K. bez. 1331, platter Chorschluß, Ssch. im 15. Jh.
hinzugefügt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb. auf kurzen
Diensten. Vortreffliches Detail.

[pg 155]
G O T T E S G R Ü N . Reuß ä. L. LA Greiz.

Kirche aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher Altaraufbau; das
eingefügte Holzrelief mit dem Abendmahl ist älter, um 1500, anziehendes
Stück.

G O T T L E U B A . K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstämmen und
Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff renss. Portal bez. 1553.

G O T T S T E D T. Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten Fenstern
Würfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten. — Überreste
eines S c h n i t z a l t a r s aus 15. Jh.

GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. Pfarr-K. Vom
spgot. Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen mit Sterngwb. und der
Turm an der NSeite des Schiffes; dieses erweitert 1775. — Mehrere

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H o l z b i l d w e r k e in der Art Lendenstreichs. Der bar. M a r m o r - A l t a r
aus der Barfüßer-K. in Saalfeld übergeführt. Auf dem Friedhof zahlreiche
Schmiedekreuze des 17. und 18. Jh.

G R A D I T Z . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Schloß mit Nebengebäuden E. 18. Jh.

G R Ä F E N B E R G . OFranken BA Forchheim.

Pfarr-K. 18. Jh. einfach.

G R A F E N G E H A I G . OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht vom Umbau
1448. Großes K r u z i f i x 1532.

GRÄFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz. Dorf-K. Rom. Anlage,
der Turm über dem Chor.

G R Ä F E N R O D A . Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Dorf-K. Stark modernisiert. Großer S c h n i t z a l t a r A. 16. Jh.

G R A F E N R H E I N F E L D . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von Joh. Mich. Fischer, einem
Schüler Neumanns. Besonders die Fassade reich ausgebildet. Von den 2
OTürmen nur der südl. got. D e c k e n g e m ä l d e bez. Joh. Zick 1756.
Vorzüglicher, triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit älterem
G e m ä l d e , wohl von Onghers; von demselben 1671 der hl. Sebastian auf
einem Nebenaltar. S e i t e n a l t ä r e und K a n z e l von J.P. Wagner 1766.
C h o r s t ü h l e , Ta u f s t e i n , S t a t i o n s b i l d e r in späterem Rok.

Rathaus. Giebelhaus in Fachwerk 1602. — Großer B i l d s t o c k 1628. Ein
kleinerer 1694.

G R Ä F E N TA L . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Page 218

Dorf-K. Wesentlich Erneuerung 1724. — Stattlicher K a n z e l b a u [pg
156] hinter dem Altar. Ikon. G r a b s t e i n der Familie v. Pappenheim 1561,
1563, 1590. Reste von mittelalterl. Wa n d m a l e r e i .

Schloß Wespenstein. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit
interessanter Torhalle.

G R Ä F E N T O N N A . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Haupt-K. Große 1sch. spgot. Anlage, barock überarbeitet. —
A l t a r w e r k , wohl das umfangreichste, das Thüringen besitzt. Die
3geschossige Archit. 1646 (oder eher 1687?). Die Reliefs von einem
auseinander genommenen Flügelaltar des Klst. Grimmental, angebl. aus
Nürnberg. 10 G r a b s t e i n e der Grafen v. Gleichen 1525-75.

Kettenburg. Das alte Schloß der Grafen v. Gleichen. Jetzt Zuchthaus und
ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke 14. Jh. Andere Bauteile zeigen
Formen der Renss. des 16. Jh.

G R A M S C H AT Z . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung um
1740.

G R E B E H N A . Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit stilisiertem
Baum.

G R E B E N S T E I N . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Stadt-K. 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von niedrigen
Verhältnissen. Die Sschiffe haben über jedem Joch ein besonderes Dach mit
einfachem Giebel. Reich skulptiertes Portal, die Figg. sehr verwittert.
WTurm 1905 rest.

Rathaus in Fachwerk A. 17. Jh.

2 Fachwerkhäuser um 1480.

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Burgruine. Der Palas um 1500.

Gut erhaltene Stadtbefestigung.

G R E I F E N H A I N . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Sprom. OTurrn, in dessen Erdgeschoß der Chor. Gleichzeitig die
WMauer. Im übrigen Umbau 1. H. 15. Jh.

G R E I F E N S T E I N b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt.

Burgruine. Sehr große, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch Gräben
getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt 1137, zerfallen seit
1560.

G R E I T Z . Hauptstadt von Reuß ä. L.

Oberschloß. Große unregelmäßige Anlage, außen formenarm, im Innern
hübsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, auch Reste von Renss.

G R E T H E N . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. — Tür mit rom.
Eisenbeschlag.

[pg 157]
G R E T T S TA D T. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshäuschen. Lhs. mit
stattlicher Fassade von Hauptmann J. M. Fischer.

Rathaus. Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau mit
Freitreppe. Davor D o r f l i n d e mit Stützenbau.

G R I E S H E I M . Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Dorf-K. mit rom. Details. — Zahlreiche G r a b s t e i n e , z. T. nicht übel. —
Stattliches adl. Schloß aus A. 18. Jh.

Page 220

G R I L L E N B E R G . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Burgruine mit 5 Rundtürmen; seit 1217 genannt.

G R I L L E N B U R G . K. Sachsen AH Dresden-A.

Schloß. 1558 unter Oberleitung von Hans Dehn-Rotfelser, jetzt völlig
verändert; auf der Brücke 2 lebensgroße J ä g e r in Sandstein um 1600 in
der Art des Chr. Walther.

G R I M M A . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron. 1251, erweitert 1277. Reste in
der jetzigen Superintendentur.

Frauen-K. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von regelmäßiger
kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen, am Qsch. 1/2kr.
Nebenchöre. Der WBau mit 2 Türmen, im Gr. etwas schmäler als das Lhs.,
noch in rein rom. Formen; die Türme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen
Glockenstube mit 3 gekuppelten Öffnungen, der Giebel darüber von der
Rest. 1888. Das Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg. Formen,
die ursp. flache Decke im 15. Jh. durch Gewölbe ersetzt. Am Chorschluß
Gruppe von 3 hohen schmalen spitzbg. Fenstern. Die Rippengwbb. der
Nebenchöre hochgot. — D e n k m ä l e r 1693-1760.

[Nicolai-K. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen. —
Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren Wertes die
Gemälde von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K. Schallgefäße. Lange Reihe
von Bildnissen jetzt im Stadthause.]

Augustiner-K. (bei der Landesschule) 1290, überarbeitet A. 15. Jh. Rck.
von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. — Denkmäler und Bildnisse
ohne Bedeutung.

Gottesacker-K. 1556, einfach rck. — Grabplatten und Denkmäler ohne
Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische Arbeiten des 18.
Jh.

Page 221

Schloß. 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schönes großes Fenster, vier schmale,
durch zierliche Säulchen getrennte, spitzbg. geschlossene Öffnungen
werden von einem rundbg. Blendbogen zusammengefaßt, in dessen Feld ein
Vierpaß. Weiter ausgebaut E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden Epochen
Bauformen erhalten. — Rathaus 1442, Freitreppe 1585, Giebel um 1600,
— Knabenschule [pg 158] an der Frauen-K. 1614. — An Wohnhäusern
meist nur einzelne Teile aus älteren Epochen. — Altertums-Museum.

G R I M M E N TA L . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. Wallfahrts-K. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499 neben dem
Portal des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der berühmte A l t a r jetzt in
Gräfentonna.]

Linde mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt für einen der ältesten
Bäume Deutschlands.

G R Ö D I T Z . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, Granit. —
G r a b d e n k m ä l e r des 17. und 18. Jh., v. Ziegler und v. Metzrodt.

Schloß. Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen.

G R O I T Z S C H . K. Sachsen AH Borna.

Frauen-K. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des Schiffes; sonst
verändert.

Aegidien-K. Von der rom. Anlage der Turm erhalten.

Burg. Zerstört bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender
Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten; lichter Durchmesser
3,3.

G R O S S B A R T L O F F. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Anständiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb., außen
Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. — 2 N e b e n a l t ä r e in

Page 222

Stuckmarmor. Schöne Kanzel. Ta u f s t e i n aus der älteren K. bez. 1606.

G R O S S B O D U N G E N . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. Bar. — Schloß. Quaderbau von 1331, Türen und Fenster 1584. —
Amtsgericht. Schöner Fachwerkbau mit Erker 1660.

G R O S S B R E I T E N B A C H . Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren.

Stadt-K. 1680, einfach geräumig.

G R O S S C O R B E T H A . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht ursp.), Schiff A.
16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von A n t o n i o P e r r i . — Steinerne
Kanzel 1627, Altar 1696.

G R O S S D I T T M A N N S D O R F. K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. mit spgot. und renss. Portalen.

G R O S S E C K M A N N S D O R F. K.Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes
Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter A l t a r 1706; Emporen mit
biblischen M a l e r e i e n , handwerklich, aber nicht ungeschickt; flache
Decke mit Kehle; bewegte Dachlinie.

G R O S S E N B E H R I N G E N . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Schloß der Herren v. Wangenheim 1547.

[pg 159]
G R O S S E N H A I N . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert und
erweitert von J. G. Schmidt in Dresden (Schüler Bährs). Die Idee der
protestantischen Predigtkirche klar und nachdrücklich ausgesprochen. Über
dem alten (5/8) Chor der Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O

Page 223

durch eine gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darüber Kanzel und
Orgel) in der Mitte der nördl. Langseite, ihr gegenüber an der SSeite
vorspringender breiter Querflügel; also Erweiterung der »Querkirche« zu T-
förmigem Gr. Die Muldendecke wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll.,
die der Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. faßt 2000
Personen. — S c h n i t z a l t a r 1499, die Flügelgemälde bez. E.W. Schöne
got. K e l c h e .

Ruine des Nonnen-Klst. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit Zellengwb. jetzt
Bierkeller.

G R O S S E N L Ü D E R . RB Cassel Kr. Fulda.

Kirche. Erhalten der Chor im Übergangsstil des 13. Jh. Quadr. Vorchor mit
Kreuzgwb., darüber Turm, mehrmals erhöht, der beschieferte Helm mit
Erkertürmchen 16. Jh. Die Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit
rom. Gewändform. An den äußeren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte
Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches Portal mit
Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit großen skulptierten Stiftswappen. Die
Sakristei mit Tonnengwb. und 1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der ältesten
Kirche (gegr. 822). — G r a b m a l der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh.

G R O S S E N S E E . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. Turm über dem Chor 1480, Sch. 1650.

G R O S S FA H N E R . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Kirche. Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch 5 rom.
Scheidbögen des ehemaligen nördl. Ssch. aus 12. Jh. zu erkennen. — 2
Schlösser der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722. Wa p p e n t a f e l bez.
1502. Im Innern einige Räume in reicher Barockausstattung.

G R O S S F U R R A . Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.

Dorf-K. S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen
überwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck. Türen am Ostende
des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewölbtem Chor.

Page 224

G R O S S H A R T H A U . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1794. Feines B u c h s b a u m k r u z i f i x um 1700. Schöner
Wa p p e n g r a b s t e i n um 1500.

Schloß 18. Jh., neuerdings sehr verändert. Erhalten die stattliche
französische P a r k a n l a g e mit Sandsteindekoration.

[pg 160]
G R O S S H E I R AT H . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige Empore 17. Jh.
Der sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh. mit Schweifkuppel und Arkaden
1720.

G R O S S H E N N E R S D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

Schloß. Große unregelmäßig 4flügelige Anlage, mit Benutzung älterer Teile
nach 1676 für M. v. Gersdorf zurechtgemacht und erweitert. Verwahrlost.

Katharinenhof. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und
Waisenhaus.

G R O S S H E U B A C H . UFranken BA Miltenberg.

Rathaus, schöner Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoß 16. Jh.

G R O S S K M E H L E N . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. Umbau des 18. Jh. — Im Altarbau von ca. 1620 sind 2
niederländische S c h n i t z a l t ä r e (von Jan Bormann?) kombiniert,
wahrscheinlich Geschenke der dänischen Gemahlin des Kurf. Christian II.
(vgl. Prettin). Die Flügelgemälde sehr verdorben und schwer zu beurteilen.
M o s e s k a n z e l aus Stein. In der Turmhalle großes T r i u m p h k r e u z .
G r a b s t e i n e des sp. 17. Jh.

Schloß. Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden Ecktürmen.

G R O S S K O C H B E R G . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Page 225

Dorf-K., rom., Turm über dem quadr. Chor, übrigens 15. und 18. Jh. —
S c h n i t z a l t a r vom Saalfelder »Meister der Baldachine«, E. 15. Jh. —
Schloß, einfache Sprenss. 16. und 17. Jh.

G R O S S K R Ö B L I T Z . Sachsen-Altenburg LA Roda

Vom ehemaligen Edelhof das schöne sprenss. Hoftor.

G R O S S L A N G H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Umbau von 1596, Turm um 1400. — Lobenswerter H o c h a l t a r
um 1700, gleichzeitig der Ta u f s t e i n , später das C h o r g e s t ü h l . Auf
den Seitenaltären gute (leider neu bemalte) H o l z s k u l p t u r e n des fr. 16.
Jh., ausgezeichnet besonders eine P i e t a s von einem mit Riemenschneider
nur entfernt verwandten Künstler um 1520. Außen Ö l b e r g , lebensgroße
Sandsteinfigg., handwerklich.

Antonius-Kap. 1399. Über dem Portal Figurennische mit dem Wappen der
Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, um 1400. Auf dem (neuen)
Hochaltar G r a b l e g u n g s g r u p p e um 1500, als Antependium
interessantes Relief, Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um
1500. Die großen Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius, in
etwas manierierter Gefühlsseligkeit. Reich bewegte
K r e u z i g u n g s g r u p p e [pg 161] um 1750 (vom ehemaligen Hochaltar).

Stattliche Häuser, mehrfach mit Marienbildern des 18. Jh. geschmückt. —
B i l d s t ö c k e 1501, 1513, 1713, 1795.

G R O S S L Ö B I C H A U . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. im Chor S a k r a m e n t s h a u s 16. Jh. Frgot. K r u z i f i x .
S c h n i t z a l t a r aus Altenburger Werkstatt, vgl. Maua.

G R O S S M Ö L S E N . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. gilt für eine der ältesten Stiftungen in Thüringen; das jetzige
Gebäude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten. — Taufgestell,
Kanzel und Gestühl 1723; dem Kanzelbau eingefügt 2 gemalte F l ü g e l

Page 226

1520 von Peter v. Mainz mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon.
G r a b s t e i n 1612.

G R O S S N E U H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stattliche Dorf-K. 1729 mit opulenter Ausstattung. — Schloß der Grafen v.
Werthern-Beichlingen 1710.

G R O S S O L B E R S D O R F. K. Sachsen AH Marienberg.

Dorf-K. Gemengbau 16.-18. Jh., A l t a r w e r k um 1645 mit den knienden
Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand v. Einsiedel, wohl von Joh. Böhm in
Schneeberg. Eigenartig prächtiger K e l c h des Freibergers Samuel Klemm.

G R O S S O S T E R H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der Streben und
Fischblasenfenster des 3seitigen östl. Schlusses weisen auf ca. 1500; wohl
älter in der Anlage der breite, nur vom Schiff aus durch ein Pförtchen
zugängliche WTurm, dem ein hohes Zeltdach zwischen polyg.
Ecktürmchen einen charaktervollen Umriß gibt. — Bmkw. spgot.
S c h n i t z a l t a r mit den 14 Nothelfern. Eleganter renss. Ta u f s t e i n 1594.
P a s t o r e n g r a b s t e i n e 17. Jh.

G R O S S O S T H E I M . UFranken BA Aschaffenburg.

Dorf-K. mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe der
B e w e i n u n g C h r i s t i , Holz, um 1501. — Vor dem Ort K a p e l l e mit
dem Wappen des Mainzer Kurfürsten Uriel von Gemmingen 1513. Darin
eine gleichzeitige Kreuzigungsgruppe aus Sandstein. Nach den äußeren
Umständen könnte eine Arbeit aus der Werkstatt Backofens vermutet
werden, was näher untersucht werden müßte.

Fast vollständig erhaltene ma. Stadtbefestigung.

G R O S S P Ö T E W I T Z . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche. Die außen
eingemauerten Reliefs scheinen älter. — Großer und vortrefflich erhaltener

Page 227

Schnitzaltar; Sakramentsnische.

[pg 162]
G R O S S R Ö H R S D O R F. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Großer Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet. Einige Reste
von spgot. A l t a r p l a s t i k .

G R O S S S C H Ö N A U . K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. Schluß. —
A l t a r b a u 1802 mit Gemälde von J. E. Zeissig in Dresden, genannt
Schenau, 1786. — B i l d n i s g r a b s t e i n e des H. v. Nostitz † 1607, des
Malers Schenau † 1806. — Ansehnliche B a u e r n h ä u s e r .

G R O S S S C H WA B H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Gilt als typisches Beispiel einer frührom. Missionskapelle; got.
und bar. verändert.

G R O S S S E D L I T Z s. Sedlitz.

G R O S S S T E C H A U . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Hübsche spgot. Dorf-K.

G R O S S T H I E M I N G . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629. — Guter
R e n s s . A l t a r mit Gemälde um 1620.

G R O S S WA L B U R . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und bar. Helm steht
seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte; das Lhs. noch einmal 1748
erneuert. — Hübsche spgot. S a k r a m e n t s n i s c h e . K a n z e l 1538.
Mehrere gute K e l c h e aus 17. Jh.

G R O S S W E I T Z S C H E N . K. Sachsen AH Döbeln.

Page 228

Dorf-K. Der WTurm rom., alles übrige stillos verbaut. — [S c h n i t z a l t a r
aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.]

G R O S S W E N K H E I M . UFranken BA Kissingen.

Dorf-K. Turm frühes 15. Jh. Kirche 1769-72. D e c k e n b i l d von J. P.
Herrlein. Pietas aus Gußstein 1. H. 15. Jh. M o n s t r a n z E. 16. Jh. Auf dem
Kirchhof: D e n k m a l des letzten Abtes von Bildhausen † 1812.

G R O S S Z S C H O C H E R . K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. von rom. Gründung; OTurm und Chor spgot. Altar und
Herrschaftsstübchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh.

GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg. Pfarr-K. Rom. Anlage
mit spgot. und noch späteren Veränderungen. Holzdecke 16. Jh. —
Geschnitzte Fachwerkhäuser 17. Jh. — Dorf-K. Chorturm mit rom. Kern,
Lhs. 16. und 17. Jh. — S a n d s t e i n k a n z e l 16. Jh. — Brunnen mit
Tritonen und Nereiden 1720.

G R U B N I T Z . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K., Kernbau wesentlich rom.

[pg 163]
G R U M B A C H . K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von Gottfr. Unger mit
lebendig erzählten biblischen Szenen ausgemalt. Prunkvoller Altarbau
1688, das exaltierte S t a t u e n w e r k von J. F. Richter aus Meißen.

G R U N A U . K. Sachsen AH Zittau.

Kathol. K. 1739

G R Ü N A U . UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. Karthause, gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich ausgedehnten
Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende Reste des 17. und 18. Jh.

Page 229

G R Ü N H A I N . K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Vor der Stadt die Trümmer des reichen Cistercienser-Klst. gleichen
Namens.

G R Ü N L I C H T E N B E R G . K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern. —
Lebensgroßer C r u c i f i x u s A. 16. Jh. — S c h n i t z a l t a r 1431; ein
zweiter E. 15. Jh.

G U D E N S B E R G . RB Cassel Kr. Fritzlar.

Stadt-K. 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler beraubt. Der
etwas schmälere Chor hat 1 Joch und Schluß aus dem 6Eck. Rippenprofil
geschärfter Rundstab. Im Maßwerk 2 Spitzbgg. ohne Nasen, darüber großer
3Paß.

Spital-Kap, spgot., auch die alten Spitalgebäude vollständig erhalten. —
Schloßruine, seit 1388 in Trümmern.

G Ü G E L . OFranken BA Bamberg.

Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach verändert, besonders 1612. —
H o c h a l t a r b l a t t 1620 von Fuger, S t a t u e n der 12 Apostel von M.
Kern. Schöne Wa p p e n s t e i n e mehrerer Bischöfe.

G U M P E R D A . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. rom. Die späteren Veränderungen greifen weniger tief ein, als
gewöhnlich; 2 Türen mit plumpen Ty m p a n o n s k u l p t u r e n ,
ungewöhnlich der Gegenstand: Sündenfall, Adam grabend und Eva
spinnend. — S c h n i t z a l t a r bald nach 1400 (also einer der ältesten des
Gebietes), 13 Heilige unter Baldachinen, Abschluß nach oben gerade.

G U N D O R F. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. rom. Anlage. Emporen und Gestühl in guter Behandlung A. 18. Jh.
[F l ü g e l a l t a r gegen 1400 im Dresdener Altert.-Ver.].

Page 230

G Ü N T E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1713. Wertvoller got. S c h n i t z a l t a r (aus Erfurt?).

G Ü N T E R S L E B E N . UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon [pg 164] mit
blindem Maßwerk, in welches Figürchen eingestreut sind. — R o k . A l t a r
mit guter Kreuzigungsgruppe. Schöne M o n s t r a n z um 1710,
augsburgisch. — An einem Hause gute got. M a d o n n a , Stein.

G Ü N T H E R S L E B E N . Sachsen-Gotha Kr. Gotha.

Dorf-K. rom. WTurm, sonst 17. Jh.

G U T M A N N S H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 18. Jh., gut rest. G u t s g e b ä u d e , wirkungsvoller Bau um 1700.

G U T TA U . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. nach Brand 1813. — Aus derselben Zeit das strenganmutige
Herrenhaus, 1stöckig, in der Mitte offene Halle mit dor. Sll.

G U T T E N B E R G . OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. um 1800, Grabmäler 16.-18. Jh.

Schloß, malerischer Komplex, großenteils 18. Jh., Zwinger und Tor aus sp.
Ma. Schöne Wappentafel 1482.

G Ü T Z I N G E N . UFranken BA Ochsenfurt.

Dorf-K. mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Würzburger Hofspital);
G e m ä l d e von Onghers.

Page 231

H

H A A R H A U S E N . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. rom. OTurm, sonst got. und bar.

H A B E S B U R G (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen.

Burgruine sehr zerstört.

H A F E N L O H E . UFranken. BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. H o l z f i g . St. Blasius, handwerkliche Arbeit des späten 13. Jh.,
lebensgroß, gut überarbeitet. S a n d s t e i n f i g . St. Eucharius um 1350.

H A I M B A C H . RB Cassel Kr. Fulda.

Kirche modern. Turm in zierlichen sprom. Formen.

H A I N B . H E R I N G E N . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. rom. Turm über dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis.

H A I N B . S T O L B E R G . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. rom. Anlage wie in Hain b. Heringen.

H A I N A . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Pfarr-K. 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. — Kanzel 1622;
Altarbau 1733; ziemlich guter i k o n . G r a b s t e i n 1424.

Page 232

H A I N A . RB Cassel Kr. Frankenberg.

Ehem. Cistercienser-Klst. Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt [pg 165]
1224 kann sich nur auf die ersten Anfänge des Kirchenbaues beziehen.
Weiterhin fehlen alle sicheren Nachrichten. Der Grundriß einheitlich im
normalen Schema des Ordens: Chor rck. mit plattem Schluß, an der OWand
des Qsch. je 3 Kapp., Lhs. von 9 Jochen. In der Ausführung 3 Abschnitte. 1.
Unterbau der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang (OFlügel) in
das erste Joch des Lhs. führende Tür rundbg., wenn auch mit gotisierendem
Blattwerk. 2. Übergang zum Hallensystem und zur frühgot. Stilform unter
einer wesentlich französich gefärbten Bauleitung, ohne Anklänge an den
deutschen Übergangsstil. Der jüngste Bearbeiter der Baugeschichte von H.
(O. Liemke) setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis 1228 und erklärt
H. für den zweitältesten rein got. Bau in Deutschland, unmittelbar nach
Wetzlar und vor Marburg. Diese Behauptung enthält nichts geradezu
Unmögliches, aber es fehlt ihr doch auch jede festere Begründung. Die
Schulrichtung ist dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons), und
ich halte es noch immer für das Wahrscheinlichste, daß sie in Hessen zuerst
hier eingesetzt hat. Danach wären die ältesten got. Teile in H. in die 40er
Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau von Chor und Qsch. Die Fenster sind
hier 2teilig, der große Kreis der Krönung mit Sechspaß ausgesetzt (in
Marburg noch glatt), besonders schön das 2×2 geteilte große Fenster des
Chorschlusses. Die Fenster der 5 östl. Langhausjoche bleiben 2teilig,
nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Krönung eine Gruppe von
Dreipässen. — Das angenommene Verhältnis zu Marburg bezieht sich nur
auf die OTeile. Mit der Annahme des Hallensystems könnte H. im
Vorsprung gewesen sein. Der Querschnitt ähnelt in der Schmalheit der
Sschiffe und der starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der
weniger steilen Höhenproportion den westfälischen Hallenkirchen. Enorm
stark im Verhältnis zur Arkadenöffnung sind die Pfeiler. Ihre
Zusammensetzung wie in Marburg, nur daß der dem Quergurt
entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen Kragstein gesetzt ist. Das
Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgeschoß sehr stark (2 m), auf der
NSeite durch Nischen mit kleinen Fenstern gegliedert, auf der SSeite
(wegen des Kreuzganges) ohne Durchbrechung; im 2. Geschoß dünne
Wandung, Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4 WJoche und die
WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, verändert ist das Detail,

Page 233

am auffälligsten in den Maßwerkformen. — Am 6. Pfeilerpaar L e t t n e r E.
13. Jh. in schlichten, spröden got. Formen. Im Chor Wa n d t a b e r n a k e l 1.
H. 14. Jh. von schärfster Feinheit der Meißelarbeit. — C h o r s t ü h l e 14.
Jh. — G r a b s t e i n e der Grafen v. Ziegenhain (der [pg 166] letzte † 1450).
S t e i n r e l i e f , auf Landgraf Philipps Klosterreformation bezüglich, 1542.
— G l a s m a l e r e i e n des 14. Jh., grau in graue Teppichmuster (mehrere
neu). — G l o c k e im Dachreiter älter als dieser, 1225 vom Erzbischof von
Mainz geweiht und mit dessen Siegel versehen.

Klostergebäude (jetzt Irrenanstalt). OFlügel des Kreuzgangs E. 13. Jh., S-
und WFlügel 1. H. 14. Jh., NFlügel 1858. Im O 2 Säle, jeder mit 2×3
Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 2×5 Gwbb. (Obergeschoß neu), westl.
anschließend die Küche, östl. die sog. Wermutskammer. Die Gebäude am
westl. Flügel mit dem Sommerrefektorium 15. Jh.

H A I N D O R F. RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Marien-K. 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor entspricht
dem Msch. WTurm. — S a k r a m e n t s h ä u s c h e n spgot. —
S t e i n s k u l p t u r (Krippe) unter einem von 4 Pfosten getragenen
Baldachin, der Figg. beraubt. — In der Sakristei G e w ö l b e m a l e r e i .

H A I N E WA L D E . K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf.
I n n e n a u s s t a t t u n g im ursp. Zustande. Recht hübsch die Orgel.
Charakteristische Denkmäler. — Auf dem Friedhof Kanitz-Kyausche
G r u f t k a p e l l e in reicher bar. Nischenarchitektur mit allegorischen
Figuren.

Altes und neues Schloß, 1564 und 1749; großartiger Terrassengarten.

H A I N I C H E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Kirche mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh.

H A L L B U R G . UFranken BA Gerolzhofen.

Page 234

Von der Burg (als castellisch zuerst erwähnt 1230) stehen noch der ma.
Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau.

H A L L E A . S . Pr. Sachsen Saalkreis.

Dom (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal Albrecht von
Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, aus einer
Dominikaner-K. der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende Veränderungen
umgebaut. Eingehende Untersuchung steht noch aus. Nicht
unwahrscheinlich jedoch geht die bestehende Hallenanlage auf den ersten
Bau zurück, sicher der ganze Chor (totale L. 68 m). Das Äußere ist in
Tradition der Bettelordenskirche turmlos. Das Dach nach den 3 Schiffen
zerlegt, über den Abseiten in dichter Reihung Renss.-Zwerchhäuser
(Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. — Von erheblichem kunstgeschichtlichem
Interesse die p l a s t i s c h e A u s s t a t t u n g . Mit ihr hielt die Renaissance
ihren Einzug in Obersachsen. Die erstaunlich kurze Zeit der Ausführung
(1523 [pg 167] bis 1526) setzt eine stark besetzte Werkstatt voraus. An ihrer
Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch als Dirigent des Ornaments,
ein Schüler Hans Backofens aus Mainz (wohl von demselben die
Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519). Auch das Material (Tuff) ist
rheinisch. An den Portalen trat ein Architekt hinzu, der eingehende und
verständnisvolle Studien in der Lombardei (Certosa, Como) gemacht hatte.
1. Die zwei We i h e t a f e l n an der NWand des Innern, bez. 1523, das
prachtvolle Wappen des Kardinals in Ädikula, dazu die hll. Erasmus, Moritz
und Magdalena. 2. S a k r i s t e i t ü r und südl. A u ß e n p o r t a l bez. 1525. 3.
K a n z e l bez. 1526, nicht groß, aber von höchstem plastischem Reichtum.
4. An den Pfeilern des Inneren großartiger S t a t u e n z y k l u s (Christus, elf
Apostel, Paulus und Mathias und die drei Titelheiligen der K.); die reiche
Abwechslung der Körper- und Gewandmotive, die eindringende
Charakteristik der Köpfe, das ganze Pathos der Empfindung und das
malerische Formgefühl, dies alles ist im Wesen schon barock. [Die vom
Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen, als Halle die Reformation
annahm, nach Aschaffenburg; Grünewalds Tafel mit den hll. Erasmus und
Mauritius jetzt in der Pinakothek zu München.] C h o r g e s t ü h l von spgot.
Charakter mit einigem Renss.Einschlag. E m p o r e n und Altar M. 17. Jh.

Page 235

Markt-K. U. L. Fr. Ursp. standen hier dicht hintereinander 2 Kirchen, S.
Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht von Brandenburg ließ sie 1529
abbrechen bis auf die Türme und verband diese durch einen Neubau, das
jetzige Lhs. Charakteristisches Werk der spätesten Gotik im Anschluß an
die Schule des sächsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche von 10
schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal geteilt durch eingebaute
steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit glatten, im Gr. konkav gekrümmten
Flächen. Das wirre Rippenwerk der Netzgewölbe hat keine struktive
Bedeutung mehr und verschmäht auch formal jeden Zusammenhang mit
den Stützen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das östl. Turmpaar (vor der
Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine Brücke verbunden. Die
Hauben von 1551 aus Spgotik und Renss. gemischt, interessant als Vorstufe
zu dem norddeutschen Bar.Typus. Im W die »blauen Türme«, spgot. mit
rom. Resten, ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krönung von
8 kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der Kirche (ca.
1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal ein Muster jener
komplizierten Stabwerkverflechtungen und Überschneidungen, in denen
sich besonders die sächsische

Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der Fenstergewände
herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals reich bemalten und
vergoldeten E m p o r e n (von Nickel Hofman 1550-1554) geben eine
interessante Verbindung von got. Strukturformen mit renss. Ornament. Eine
zierliche, doch höchst verzwickte, lediglich mit geometrischem Ornament
rechnende Komposition ist die K a n z e l aus Sandstein; der Meister sucht
nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los. Ausgeprägte
Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk über den Emporen, 1562-1575 von Ant.
Pauwart aus Ypern in Flandern. Die weiteren Wandlungen des Ornaments
veranschaulichen die B r ä u t i g a m s s t ü h l e , eine ausgezeichnete Arbeit
von 1595. Aus derselben Zeit der originelle S c h a l l d e c k e l der Kanzel
(1596). Taufkessel 1430 gegossen in Magdeburg von Ludolf v.
Braunschweig u. s. Sohne Heinrich. Großer Wa n d e l a l t a r mit je 3
Flügeln, in allen Teilen gemalt, 1529 von einem Cranachschüler. An der
OWand des nördl. Ssch. Ta f e l b i l d , Christus die Wechsler vertreibend,
bez. 1498, in der Sakristei gotischer Schrank mit reichem Beschlagwerk.

Page 236

Moritz-K. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem Msch.; Schluß
mit 3 Polygonalchören in gleicher Flucht. Die 4 OJoche und der Chor 1388
ff.; die westl. Hälfte (an Stelle des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M. 15.
Jh. Die beabsichtigten westl. Doppeltürme nicht ausgebaut. Die Gwbb.
1557 rest. Im Äußeren sind die Strebepfeiler der östl. Hälfte mit Stäben,
Giebeln und blinden Fialen überreich dekoriert; die westl. einfach; die
Fenster mit Eselsrücken und Scheitelblumen. — Im Innern mehrere
S t e i n s k u l p t u r e n von Konrad v. Einbeck (welcher auch die äußere
Dekoration der östl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte
Konsolen über den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt, Anbetung
des Kindes, nur das Kind in ganzer Figur, alles andere in
Kopfdarstellungen): an einem Pfl. S . M o r i t z v. 1411, derbe Figur in
genauer Zeittracht; in der SOVorhalle E c c e h o m o von 1416, im Nackten
aufmerksame Naturbeobachtung, klagende Maria und C h r i s t u s an der
Martersäule und ein R e l i e f mit der Anbetung der drei Könige — alles mit
Künstlerinschrift. Eine B ü s t e im nördl. Nebenchor, von höchst bmkw.
Energie der Individualisierung, gilt für Konrads Selbstbildnis, ist aber
erheblich jünger. — A l t a r : Mensa mit rom. Ornament, großes und
wertvolles Retabel mit 3fachen Flügeln, im Mittelschrein Schnitzfiguren,
die Gemälde 1511 von Georg Jhener von Orlamünde. — Steinerne
K a n z e l mit ausgedehnten Reliefs [pg 169] in konventionell italisierendem
Stil, 1592 von Zacharias Bogenkrantz; Schalldeckel 1604.

Ulrichs-K. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten). Spgot.
unsymmetrische Halle; es fehlt das südl. Ssch.; beg. 1339, Gwb. in
Netzform 1510. Tympanon (Marientod) 14. Jh. — Einfaches modern
ergänztes C h o r g e s t ü h l E. 14. Jh. Ta u f k e s s e l v. 1430, ähnlich dem
der Markt-K. und von denselben Meistern. — Altar: Mensa mit blindem
got. Maßwerk bald nach 1339, der Schrein mit Doppelflügeln 1488. —
S a k r a m e n t s h ä u s c h e n um 1525, für die barocke Strömung dieser Zeit
sehr bezeichnend; eine Ädikula in den FrRenss.formen des Doms wird
getragen von dem Stamm und umspielt von den Ästen eines Baumes in
spgot. Stilisierung. — K a n z e l , Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel
von 1645. — In der Sakristei wertvolle G e f ä ß e , darunter Weinkanne und
Hostienbüchse 1580, emaillierter Kelch 1654.

Page 237

Neumarkt-K., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten. Sandstein-
Taufstein von 1478.

Glauchaische K., 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen.

Der »rote Turm«, freistehender selbständig gebauter Glockenturm 1418-
1506. Erstes Geschoß Rechteck, die 2 folgenden verzogenes 8Eck.
Schlanker Helm, die Ecktürmchen vielleicht erst aus M. 16. Jh. Der
Sockelumbau aus Backstein neugot. 1825.

Betsäule 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der Kreuzigung.

Moritzburg, 1484-1503 erb. von Erzbischof Ernst v. Magdeburg, beendet
durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb. Abrecht v. Brandenburg; durch
einen Brand im 30j. Kriege schwer entstellt; von Kunstformen wenig
übriggeblieben, zum Teil Ruine. Die Fenster im NFlügel bezeichnende
Beispiele der sich auflösenden Spätgotik.

Rathaus, unregelmäßige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die »neue Laube« von
1558 würde als Renss.Versuch des Spätgotikers Nickel Hofmann
interessieren, ist aber, wie alle älteren Teile, deformiert. Die
Backsteingiebel zeigen die Maßwerkbekleidung in ödester Entartung. —
Der »kühle Brunnen«, Haus des erzbischöflichen Günstlings H. Schönitz,
vollständig verbauter Frührenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher
Innenausstattung. Im selben Charakter die Residenz seit 1530, ursp. als
Kollegiengebäude für die vom Kardinal geplante Universität bestimmt. —
Wage vor 1575, mit gutem Portal. — 2 Täfelungen 1594 und aus 17. Jh. aus
dem Talhaus jetzt im städt. Museum in der Moritzburg eingebaut.

Stadtgottesacker auf dem Martinsberg, östlich vor der alten [pg 170]
Stadtmauer. Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern, einen
verschoben vierseitigen Begräbnisplatz umgebend. 1558 von Nickel
Hofmann begonnen, mit dem 94. Bogen erst 1594 vollendet, Pilaster u.
Bogenzwickel dekorativ skulptiert mit Benutzung von Aldegrever Stichen.

Leipziger Turm, letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor dem Leipziger
Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau, 15. Jh., Haube 16. Jh.

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H A L L E N B E R G . RB Cassel Kr. Schmalkalden

Burgruine. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt.

H A L L S TA D T. OFranken BA Bamberg.

Pfarr-K. 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. — Ansprechendes
Beispiel einer nicht reich aber sorgfältig ausgeführten Kleinstadtkirche.
Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch und gleich breit, Rundpfll.,
Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, im W Empore, sehr hohes Dach,
ausgebauter Chor. Altäre und Gestühl bar., ansehnlich und von gutem
Geschmack. Außen tüchtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm
im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit Ö l b e r g .

H A M M E L B U R G . UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage mit
flachgedecktem Mschiff und netzgewölbten Sschiffen. Der Unterschied
zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und der spielerischen,
derben Spätgotik im Lhs. sehr bedeutend; immerhin gehört der ganze Bau
noch zu den besseren in dieser Gegend. — An der Außenseite got. und
renss. G r a b s t e i n e , der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von
Peter Dell d. Ä. 3 figurenreiche K r e u z w e g r e l i e f s um 1520.

Ehem. Schloß der Fürstäbte von Fulda, jetzt Bezirksamt. Einheitlicher
Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. Vier Flügel um einen
rechteckigen Innenhof, trockenes Spätbarock.

Marktbrunnen. 1541 von Joh. Schoner. Frische und exakt durchgebildete
Frührenss.Arbeit.

Klst. Altstadt. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen der
einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen die harte
Innenarchitektur noch erträglich. Nach außen fast ganz schmucklos.

Schloß Saaleck. Erstmals erwähnt 1282. Aus 13. Jh. der massige, runde
Bergfried aus großen Buckelquadern. Die Wohnbauten im 19. Jh. gänzlich
erneuert. Das ganze Schloß steht prächtig in der Landschaft.

Page 239

H A N A U . RB Cassel Kreisstadt.

Marien-K. Die Erhebung zur Stifts-K. veranlaßte die Erbauung [pg 171]
eines neuen größeren und mit Aufwand durchgeführten Chors 1487. 4 Joche
im Längsteil, 3/8 Schluß; Netzgwbb. mit Wappenschmuck in den
Schlußsteinen und reicher Meißelarbeit an Dienstsockeln und Konsolen;
3teilige Fenster mit reichem Fischblasenmaßwerk; hohl geschwungene
Abdeckung der Strebepfll. Das Lhs. erneuert 1558-61; hölzerne Emporen in
2 Rängen; die Mauern niedriger als die des Chors, der Dachfirst in gleicher
Höhe, Turm im südöstl. Winkel. — Der Chor diente 1451-1612 als
B e g r ä b n i s s t ä t t e für das gräfliche Haus Hanau-Münzenberg. Die
Grabsteine sind durchweg heraldisch, und es ist der Brauch festgehalten,
Wappen und Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand zu setzen. Einigen
Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v. Nassau † 1477,
überlebensgroße, kniende Steinfigur; Philipp III. † 1561, Standbild in
flacher, von Konsolen getragener Nischen- und Pilasterarchit., gefällige,
doch nicht bedeutende Renss. Arbeit, im Ornament hauptsächlich
Groteskenwerk und Anfänge von Rollwerk; Helene von der Pfalz † 1579,
Seitenstück zum vorigen, die Archit. pompöser, das Rollwerk hat breitere
Ausdehnung gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles auf niederländischen
Einfluß deutend), Philipp Ludwig I. † 1580, künstlerisch das beste Stück
der Reihe, im Stilcharakter der internationalen Hoch-Renss., der
triumphbogenartige Aufbau klar disponiert und fein gestimmt in den
Verhältnissen, treffliches Ornament, das Rollwerk mit großer
Zurückhaltung. — Vom got. C h o r g e s t ü h l 2 Wangenteile erhalten,
ungewöhnlicherweise mit Porträtfiguren aus dem Grafenhause geschmückt.
— O r g e l 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr
Prachtgehäuse (von Franz Nagel aus Miltenberg) auffallend abstechend. —
An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt und rest.

Wallonisch-Niederländische K. (reformiert). Gegr. 1599. Doppelkirche,
veranlaßt durch den zweisprachigen Charakter der Gemeinde, die doch ihre
Zusammengehörigkeit auch äußerlich betonen wollte. Ein größerer und ein
kleinerer Zentralbau, jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck
von 23 m Durchmesser, sind ineinander verschränkt. Umgänge von 12 resp.
8 Sandsteinsäulen tragen die flachen Decken und die nur 1geschossige
Empore. Zugang zu den letzteren durch Treppentürmchen in den

Page 240

einspringenden Winkeln zwischen den beiden Kirchen. Die Scheidemauer
durchschneidet auch den in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K.
sind gleichförmig ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster
rundbg. mit Maßwerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders durch die
ungeheuren, unter sich nicht gleichhohen, aber die [pg 172] Mauern an
Höhe weit übertreffenden Walmdächer empfängt das Äußere einen ganz
eigenartigen Umriß.

Johannes-K. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schluß in 3
Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Maßwerk, schwere
Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. Gleichzeitig neue
Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem Orgelprospekt. Begräbnisstätte
der letzten Grafen von Hanau-Lichtenberg.

Stadtschloß. Unregelmäßige Gruppe, meist Spätrenss., im heutigen
Zustand kunstarm und interesselos.

Altstädter Rathaus. 1537-52. Oft verändert, jetzt whgest. Erdgeschoß
ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk mit Erkern. Eingebauter
Justitiabrunnen. — Ein gegenüberliegender spgot. Erker vom älteren
Rathaus.

Neustädter Rathaus. 1725-33 von Baudirektor Hermann. Gute
Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgeschoß Arkaden, teils
offen, teils verblendet; 2 Obergeschosse mit leichtem Mittelrisalit, dessen
Giebelfeld mit Hochreliefs gefüllt ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem
First kleines Uhrtürmchen

Gymnasium. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der Spätrenss.

Fachwerkhäuser 16.-17. Jh., Stadtmauerreste.

H A N N B E R G . OFranken BA Höchstadt.

Dorf-K. befestigt.

H A N S T E I N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Page 241

Bedeutende Burgruine. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstörung durch
König Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos von Northeim). Später welfisch
und seit 1209 mainzisch. Neubau 1308 ff. durch den Erzbischof und die
Herren v. H., Erweiterungen 1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. — Die
Hochburg umschließt einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der
einzelnen Räume nicht sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk und
Details mit einer im 14. Jh. nicht mehr gewöhnlichen Sorgfalt. Tiefer liegt
in weitgespanntem Kreise die Zingelmauer. A. 16. Jh. Verstärkung durch
Zwinger mit Rondellen. Die beiden größten Durchmesser sind 125 und 150
m.

H A P P E R T S H A U S E N . UFranken BA Hofheim.

Dorf-K. modernisiert. Ausstattung und H o l z f i g g . 18. Jh. Bmkw.
M a d o n n a A. 15. Jh.

H A R D I S L E B E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die Ausstattung in
Stuck und Farben einheitlich. — A l t a r a u f s a t z »recht bedeutend«.

[pg 173]
H A R L E . RB Cassel Kr. Melsungen.

Dorf-K. 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schluß. Großer WTurm,
öffnet sich gegen das Schiff mit einer hölzernen Empore von 1589.

H A R R A . Reuß j. L. LA Schleiz.

Dorf-K. Mischbau spgot. und barock. — A l t a r w e r k A. 16. Jh. »sehr
interessant« (so im Inv.).

H A R R B A C H . UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. Gute, klassizistische A u s s t a t t u n g , gefertigt vom Schreiner
Schmidt in Nordheim 1788. — An der Südseite Holzfig. der M a d o n n a ;
teilweise ergänzt, würzburgisch, E. 15. Jh.

H A R S D O R F. OFranken BA Kulmbach.

Page 242

Pfarr-K. OTurm got., Lhs. 18. Jh., hölzerne Doppelempore.

H Ä R T E N S D O R F. K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. (fast neu) in burgähnlicher Lage umgeben von fester Ringmauer.
— Schöner K e l c h A. 16. Jh. Ta u f s t e i n und S a k r a m e n t s n i s c h e um
1500, in reicher aber unfeiner Steinarbeit. B i l d n i s g r a b s t e i n e v.
Wildenfels 1558, 1602. G l o c k e mit Reliefs M. 15. Jh.

H A R T E N S T E I N . K. Sachsen AH Zwickau.

Schloß (Fürst Schönburg). Von der Burg des Ma. Teile der Vorburg
erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von Meyner, Graff u. a. —
Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz, ansehnlicher Fachwerkbau des 17. Jh.

H A S L O C H . UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. Am neuen Altar spgot. F l ü g e l b i l d e r von nicht übler Qualität;
Verkündigung, St. Barbara, St. Margaretha; E. 15. J., schwäbisch?

H A S S E L . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. (z. Z. außer Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal mit
Ty m p a n o n s k u l p t u r ähnlich dem in Aue. — Auf dem Altar ein guter
geschnitzter Rok.Aufsatz.

H A S S E N B E R G . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken von einem
der in dieser Zeit in Thüringen viel beschäftigten Italiener (Castelli?).

Schloß (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende Pilaster nach
palladianischem Muster.

H A S S E N H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch., über dem
quadr. Chore der Turm, wie häufig gebräuchlich an der mittleren Saale;

Page 243

erhalten noch das Hauptgesims und der WGiebel mit Steinkreuz; bar.
verändert.

[pg 174]
H A S S F U R T. UFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg, in manchen
Beziehungen verwandt der von demselben Würzburger Bischof erb. K. in
Königsberg i. Fr. — Breiträumige Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark
überhöht. Steinerne WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht
ausgeführt), flankiert von 2 Türmen (der in SO aus älterer Anlage). — Die
bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. — Am Chorbg. unbemalte
H o l z s t a t u e J o h . d . T ä u f e r s , sehr vorzüglich, die Zuschreibung an
Riemenschneider für mich nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt
M a d o n n a (durch moderne Bemalung beeinträchtigt) und auf dem (neuen)
Hochaltar die 3 i r i s c h e n H e i l i g e n , S. Kilian durch das Schwert als
Würzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger A l t a r g e r ä t e 17.
und 18. Jh.

Ritterkapelle. Die Bedeutung der Adelsfraternität, durch und für die sie
gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Chor beg. 1390, Lhs. 1431,
Abschluß (Inschr.) 1455. Eingreifend rest. unter Fürstb. Julius von
Würzburg 1603-05 und (sehr willkürlich) M. 19. Jh. durch Heideloff. —
1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schluß. Sehr eigentümlich
und schwerlich dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen
Chor und Lhs.: ersterer nämlich geht mit schrägen Mauerstücken in die
Lhs.Wände über und der Chorbg. wird 3teilig. Das Lhs. wird ursprünglich
3sch. geplant gewesen sein, es wurde dann 1sch. mit Flachdecke
ausgeführt; erst 1603 erhielt es die vorhandenen 3 großen Kreuzgwbb. und
die zugehörigen Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot.
umgearbeitet. Unverfälschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt sich der
Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. Mit dem unter dem
Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade und Fialen von Heideloff
hinzugefügt) sind 3 Reihen Wappenschilder verbunden, andere im Innern an
den Schlußsteinen der Netzgwbb., zusammen 226. Früher noch mehr, da
der Wappenfries auch über die WWand des Chors sich hinzog (jetzt unter
dem erhöhten Dach von 1603 versteckt). Ferner war außen an den Fenstern

Page 244

und Strebepfll. ein ganzes Heer von S t a t u e n in Aussicht genommen; zählt
man die durch Konsolen und Baldachine bezeichneten, schließlich leer
gebliebenen Plätze für sie zusammen, so hätten sie sich auf 52 belaufen
müssen. Zur Ausführung kamen die B o g e n f e l d e r am S- und WPortal,
bewegte, gemäldemäßige Kompositionen, in der plastischen Ausführung
stümperhaft (Zug der hll. drei Könige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455).
Von den einst noch zahlreicheren G r a b d e n k m ä l e r n sind 15 innen und
[pg 175] 11 außen erhalten; mehrere urspr. von guter Qualität, aber durch.
Ölfarbkrusten entstellt. Ausstattung neugot.

Spital-Kap. z. Hl. Geist. 2. H. 15. Jh. S c h n i t z a l t a r mit interessanten
bemalten Flügeln, E. 15. Jh. (Kirchenväter, Aposteltrennung in reicher
Landschaft). — Das Spitalgebäude einfacher Bau des B. Julius 1614.

Bischöfl. Amtshaus (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Würzburger Schule
um 1725. — Stattliche Z e h n t s c h e u e r 15. Jh., rest. 1617.

Von der S t a d t b e f e s t i g u n g 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten.

H A S T R U N G S F E L D . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Dorf-K. Rom. Anlage, Turm im O.

H AT T E N B A C H . RB Cassel Kr. Hersfeld.

Dorf-K. Unscheinbarer kleiner rom. Bau.

H A U E D A . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Dorf-K. mit rom. Turm und rom. Ta u f s t e i n .

H A U N E C K . RB Cassel Kr. Hünfeld.

Burgruine. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt.

H A U R Ö D E N . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die
reichgeschnitzten Träger des Dachreiters. — Rom. Ta u f s t e i n .

Page 245

H A U S E N . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. Zahlreiche G r a b d e n k m ä l e r der Familie v. Dörnberg.

Schloß. Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut.

H AY N A . Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Sprom. Dorf-K. mit verhältnismäßig reich ausgebildetem Portal.

H AY N S B U R G . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Ruine der ehem. bischöflichen Burg; erhalten ein hoher, runder rom.
Bergfried, Mauerstärke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Länge erhalten. Wohnbau
renss.

Dorf-K. 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof hübsche
klassizist. Grabdenkmäler.

H E I C H E L H E I M . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O erweitert, Lhs.
mit Holztonne 1686.

H E I D A U . RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. (jetzt Domäne). Kirche E. 13. Jh. 1sch. in 5
Jochen und 5/8 Schluß. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen auf Kragsteinen,
die Strebepfll. entsprechen nicht den Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen
Nonnenempore über 2sch. Halle; später fürstlicher Kirchenstand mit
großem Ofen von 1669. Sehr einfacher ungewölbter Kreuzgang, etwas
reicher das Refektorium. A. 17. Jh. ein S c h l o ß eingebaut; Saal mit
Brettertonne; Alabasterkamin 1619.

[pg 176]
H E I D E N F E L D . UFranken BA Schweinfurt.

Ehem. August.-Chorherrenstift (jetzt Nonnen). Die K. (got.) A. 19. Jh.
abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock 1726-34. Gleichzeitige

Page 246

Stuckdekoration. Die Gastzimmer ebensolche ca. 1760-70. Der alte
Prunksaal (jetzt Kapelle) 1728. Die Zimmer des Propstes mit
pompejanischen Malereien und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein
Entwurf B. Neumanns für Neubau der K. um 1750 nicht ausgeführt.)

Dorf-K. mit vollständiger Ausstattung von J. P. Wagner 1791.

H E I D I N G S F E L D . UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter Rest. die
genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig). Im Lhs. 6 Arkaden auf
schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und Fußgesims. Das Qsch. in seinen
Fronten gleichfluchtig mit den Sschiffen. Chor 1408 verlängert. Aus
gleicher Zeit die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit
Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite (Lhs. 23,5 m l.,
20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm in der SOEcke. 2 rom. Portale, an
der WFront und am nördl. Kreuzarm. — Großer H o c h a l t a r 1712. Feines
S a k r a m e n t s t ü r m c h e n M. 15. Jh. Spätestgot. K a n z e l , Stein, das
Maßwerk in Astverschlingungen umgedeutet, an der Brüstung Statuetten
(nur 3 alt); das Meisterzeichen h b auf den Würzburger Hans Bock zu
beziehen. Ta u f s t e i n renss. 1581. C h o r s t ü h l e um 1710, ziemlich
einfach. Im Chor S t e i n r e l i e f mit Beweinung Christi bez. 1508,
allgemein als Werk Riemenschneiders anerkannt, auch in seinen Schwächen
für ihn charakteristisch. Aus seiner Werkstatt die K r e u z g r u p p e am
Chorbg. Bürgerliche E p i t a p h e des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein für
das Ehepaar Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt
Riemenschneiders. — An der SSeite des Lhs. Ölberg-Kap. 1510.
To t e n l e u c h t e r . M i c h a e l i s k a p . Kirchhofsmauer mit 2 Tortürmen.

Spital-K. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch.

Stadtbefestigung mit mehreren Türmen und 3 Toren, 14. Jh.

Rathaus spgot. und bar. — Haus no 380 frgot. Giebelbau. — Zehnthof von
S. Burkard in Würzburg 1574. — An mehreren Häusern steinerne
M a r i e n - und H e i l i g e n s t a t u e n 16.-18. Jh. Got. B i l d s t ö c k e .

H E I L G E R S D O R F. UFranken BA Ebern.

Page 247

Pfarr-K. Sandstein-E p i t a p h e der Stein-Lichtenstein, M. bis E. 16. Jh.

Schloß nach 1700, 3flügelig mit 2 Geschossen.

[pg 177]
H E I L I G E N K R E U Z b. Meißen. K. Sachsen.

Ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Profanierte Bruchstücke. Wesentlich rom.
Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat mit Apsis, und Nebenapsis
vom südl. Qsch. Auch die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil
der Klostergebäude, rom. Anlage mit got. Zusätzen.

H E I L I G E N S TA D T. OFranken BA Ebermannstadt.

Pfarr-K. wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, »sehr alter« Taufstein,
Emporenbrüstungen mit biblischen Bildern, Grabmäler 1670, 1672.

H E I L I G E N S TA D T. Pr. Sachsen Kreisstadt.

S. Marien-K. (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon in 1. H. 9.
Jh. vorhanden. Für die bestehende K. Geldsammlungen 1276, beg.
angeblich erst 1304, womit die Formen nicht im Widerspruch; nur die
Krypta ist älter, M. 13. Jh. (?) — 3sch. Basilika ohne Qsch. mit
langgestrecktem Chor. Die Scheitelhöhe der Gwbb. in ganzer Länge gleich,
dagegen die Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat außer dem
regelmäßigen 5/8 Schluß 2 gerade Joche, die von schlanken OTürmen (nur
einer ausgeführt) flankiert werden. Das Lhs. beginnt in O mit 2 breiten
Jochen; es folgen 3 sehr schmale und endlich in W wieder 2 sehr breite. In
der Fensterstellung der Sschiffe sind diese Unregelmäßigkeiten für die
Außenansicht ausgeglichen, wodurch im Innern des nördl. Ssch. die
Gwb.Grundrisse sich stark verschieben. Am Ende des nördl. Ssch. die 2sch.
Krypta (?) einer älteren Anlage (M. 13. Jh.) und über ihr eine Empore; auf
der SSeite symmetrisch eine Brüstungswand, aber keine Emporenteilung.
Lhs. und Chor in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt nach dem
gleichs. 3Eck. Die sehr mächtigen Pfll. sind rom. gegliedert (vielleicht,
gleich der sog. Krypta, aus älterem Bau), aber die Scheidbgg. haben in
ausgesprochener Weise Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs.
und die turmlose WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von Joh.

Page 248

Wirauch. — Die A u s s t a t t u n g hat unter der puristischen Rest. 1863
schwer gelitten. [Die schöne Kanzel von 1584 in die Dorf-K. zu Röhrig
gebracht.) Schlichter got. Ta u f k e s s e l . T u m b a des Erzbischofs Adolf v.
Mainz † 1390. — Bmkw. S t a t u e eines Chorknaben mit Lesepult, im
Motiv dem bekannten Naumburger nahe verwandt, doch jünger (A. 14. Jh.).
Am NPortal Ty m p a n o n r e l i e f S. Martin und der Bettler, stark
verwittert.

S. Marien-K. (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltürmen.
Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte: 1. die
WTürme und das erste Joch des Lhs. Sie sind [pg 178] als Abschluß eines
älteren (vielleicht im Stadtbrande 1333 zugrunde gegangenen) Gebäudes
anzusehen. Formcharakter um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition
des in Sachsen und Thüringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil
ein glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbänder gegliedertes
Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit Giebelchen gekrönt, und
zwischen diesen in mäßiger Höhe aufsteigend eine steinerne Dachpyramide.
Sowohl am Mauerteil als am Dach Hervorhebung der Kanten durch kräftig
profilierte Stäbe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon weder groß noch
reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschönheit den besten der
Zeit zuzuzählen. — 2. Lhs. um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5
Jochen, das Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Kräftige Rundpfll. mit
8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Höhe. — 3. Chor A. 15. Jh., 1sch.,
höher als das Lhs. Die angebaute große Kap. richtet ihren polygonalen
Schluß nach Norden und ergibt in der Außenansicht eine gut wirkende
Gruppe. — Die bei der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren umfangreicher
spgot. Wa n d m a l e r e i wurden bei der Neubemalung nicht berücksichtigt.
Auch die prächtige bar. A l t a r a u s s t a t t u n g (1675) ist beseitigt. Ebenso
die meisten G r a b s t e i n e . Erhalten ein Taufkessel von 1492. [Interessanter
Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im Museum.]

S. Aegidien-K. Der älteste und bestausgeführte Teil ist der rck. Chor, beg.
wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs. in nüchterner Hochgotik.
Hallenkirche von 5 Jochen, im Querschnitt mit der in Mitteldeutschland
nicht häufigen Modifikation, daß die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre
Scheitel in der Höhenlage des Msch.Kämpfers). Dadurch wird die
Raumwirkung, bei starker Längenausdehnung, gedrückt. Die WFassade

Page 249

(beg. 1370) schließt sich der von S. Marien an. Doch ist von den Türmen
nur einer (s) ausgeführt. Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoß mit
Ecktürmchen an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). NTurm
1853, Sakristei 1904. — Vi e r z e h n n o t h e l f e r - A l t a r 1638, reicher und
origineller Aufbau in Sprenss. K a n z e l spbar. 18. Jh. C h o r s t ü h l e E. 17.
Jh., aus dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener Ta u f k e s s e l 1507.
D e n k m a l der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete Arbeit aus 3.
Drittel 14. Jh. G r a b s t e i n des Kantors Koch † 1605, Ausführung später, in
krausem, schwulstigem Fr.-Bar.

S. Annen-Kap. 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit großem Wurf. Der
Nachdruck liegt auf dem Außenbau. Für die [pg 179] Gotik ungewöhnlich
das Thema der zentralen Anlage: Regelmäßiges 8Eck, im Aufbau
vergleichbar den Türmen von S. Marien. Die steinerne Dachpyramide
entwickelt sich, wie dort, aus einem Kranz von 8 Giebelchen und endet in
einer Laterne, die verkleinert die Komposition des Ganzen wiederholt. Für
die Formbehandlung bezeichnend die kraftvolle Ausbildung der Kanten.
Die Proportionen: Durchmesser 6,5; H. bis Hauptgesims 5,8; von dort bis
Laternenfuß 6,3; von dort bis Laternenspitze 6,3.

Rathaus. 1738. Davor Neptunsbrunnen.

Schloß des kurfürstl. Vizedoms. 1736 von Chr. Heinemann. Solider
Quaderbau, in der Behandlung recht nüchtern. Drei Geschosse zu 13
Achsen. Einziger Kontrast der Segmentgiebel über dem flachen
Mittelrisalit. Mansarddach. Im Innern Stuckdekorationen an Wänden und
Decken.

Gymnasium (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von Heinemann.

Gefängnis. Erb. 1740 als Waisenhaus.

Wohnhäuser. Über den Stadtbrand 1739 geht weniges zurück. Stattliche
Herren- oder Beamtenhäuser aus 18. Jh. sind der »Preußische Hof«, das
»Deutsche Haus«, der »Eichsfelder Hof« und das Ilbergsche Haus.

H E I L I G E N TA L . UFranken BA Schweinfurt.

Page 250

Ehem. Cist.-Nonnen-Klst. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die K. (z. T.
Ökonomiegebäude) in typisch 1sch. langgestreckter Anlage mit 7/12
Schluß. Die Formen einfache frische Frühgotik, etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor
Rippengwbb. mit Wulstprofil und vorgelegten Plättchen; auf Wandsäulchen
mit Laubknäufen; Fenster 2teilig mit strengem Maßwerk. Langhaus
flachgedeckt. Die flachgedeckte »Gruft« unter der WEmpore zeigt
zwischen den beiden Eingängen Ansätze eines ehemaligen Baldachinaltars.
— 2 gute R i t t e r g r a b s t e i n e (v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh.

H E I L I G E N TA L . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; Figuren von
größter Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle scheinen von hohem Alter.

H E I L S B E R G . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom. WTurm. —
Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit 17 F i g u r e n aus Altarwerken
um 1500, aus einer »trefflichen, von Franken beeinflußten, aber
selbständigen Werkstatt«.

H E I M B A C H . RB Cassel Kr. Rotenberg.

Dorf-K. in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730 von A. Rossini.

[pg 180]
H E I N I T Z . K. Sachsen AH Meißen.

Schloß. Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines künstlichen Sees; im 1. V. 16.
Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentümlichen Gratformation der
Albrechtsburg; 1585 weitere Veränderungen im Sinne eines
heiterprächtigen Landsitzes.

H E I N R I C H S . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Dorf-K. Inschr. 1453 und 1503. Die Wa n d m a l e r e i e n im Chor und Lhs.
bilden einen Zyklus von der Heilsverkündigung bis zum Jüngsten Gericht;
letzteres zerstört. — Gute F a c h w e r k b a u t e n im Ort.

Page 251

H E L B A . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Gutshaus 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln.

H E L D B U R G . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Stadt-K. Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schluß; die Sterngwbb. wohl noch
mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; Fischblasenfenster; reich
überstabtes Portal 1536; Turm nördl. am Chor. — K a n z e l 1536 in
Frührenss., die Reliefs Übertragungen Cranachscher Gemälde; von
derselben Hand der Ta u f s t e i n .

Gottesacker-K. E. 15. Jh. — Mehrere ikon. G r a b s t e i n e , gut der an der
WFront von 1541.

Amtsgericht. Fachwerkbau 17. Jh. — Sonstige Fachwerkhäuser;
hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schöner steinerner Wappentafel.

Bmkw. Reste der Stadtbefestigung.

Veste. Die Gebäude gruppieren sich um ein verschobenes Viereck. Der
künstlerisch bedeutendste Teil der »Neue Bau« (später und jetzt
»französischer Bau«) 1560-64 von Nic. Gromann; gestrecktes Rck. von
geringer Tiefe; nach dem Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn
Erinnerungen an das Heidelberger Schloß vorliegen, wie behauptet wird, so
können sie höchstens in der Gestaltung der Fenster gesucht werden: 2teilig
mit Giebelverdachung, die Gewände durch Zahnschnitt gegliedert;
Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstücke sind die 2 Erker; sie springen von der
Erde auf als rck. Risalite vor und sind mit antikisierend flachem Giebel
geschlossen; an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche
Flächenfüllung mit Trophäen, Rollwerk und figürlichen Reliefs. Zugang
durch vorspringende runde Treppentürme. Vorgemach mit Kamin in reicher
Meißelarbeit; ein anderer im Fürstengemach.

Schloß-K. 1663-65 jetzt in Verfall.

H E L D R U N G E N . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Page 252

Stadt-K. im 30jähr. Kriege zerstört, Neubau 1682.

Schloß von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut.

[pg 181]
H E L F TA . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Cistercienser-Nonnen-Klst., jetzt Scheune. Gestrecktes Rck. ohne
gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore und einiges auf die 2.
H. 13. Jh. weisende Detail.

H E L L I N G E N . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Pfarr-K. neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm.

Wasserburg (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und 4 Ecktürmen,
erneuert im 18. Jh.

H E L M A R S H A U S E N . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Klosterhof. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. umgebaut,
von dem noch Portale, Fensterarkaden usw. erhalten sind. Auch die Kirche
im Kernbau rom.

Stadtmauern mit Turm teilweise erhalten.

Bürgerhäuser, niedersächsischer Fachwerkbau in guten Exemplaren.

H E L M B R E C H T S . OFranken BA Münchberg.

Pfarr-K. got. mit Flachdecke.

H E L M E R S . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm.

H E L M E R S H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Page 253

Dorf-K. Weiträumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten. Ländlich reiche
Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche, meist heraldische
G r a b s t e i n e des 17. Jh., Familien v. Heldritt, v. Zweiffel, v. Wangenheim.

Hennebergischer Freihof, Amtswohnung des Amtsrichters, Fachwerkbau
um 1600.

H E L M S D O R F. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

Dorf-K. 18. Jh. Ta u f s t e i n 14.-15. Jh., reich mit Maßwerk geschmückt.

H E L S A . Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut, daß die
Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein kleineres Quadr. umschreibenden
Steinsll. getragen wird. Fein behandelte hölzerne Emporen aus derselben
Zeit. Der Turm steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung verbunden,
die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jähr. Kriege.

H E N F S T E D T. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Die Anlage für die ma. Bauten des Werratals die typische: 1sch.
mit eingezogenem, turmtragenden quadr. Chor. Im 17. Jh. erneuert. — Ikon.
Grabstein 1521; mehrere heraldische aus 18. Jh. — Herrenhaus 1595. —
Ruine Osterburg.

H E N N E B E R G . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. um 1500. Das Obergeschoß des Turmes wohl das älteste Beispiel
vom Fachwerkbau im Werratal.

[pg 182]
Burg der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den thüringischen
Landen. Am besten erhalten der Bergfried, rund, 14 m h., die Ringmauern
noch in 10-15 m H.

H E N N E R S D O R F. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Page 254

Dorf-K. architekturlos. — A l t a r w e r k ursp. doppelflügelig, von
demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in der Nikolai-K. in
Dippoldiswalde begegnet.

H E R B S L E B E N . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. spgot. Anlage. — Mehrere G r a b s t e i n e . D o p p e l - Wa n d g r a b
des Junkers Christoph Knobloch und seiner Frau † 1612.

Schloß. Gr. unregelmäßiges Halbpolygon. Wesentlich 1554 und 1594. Im
»Rittersaal« schöne Stuckdecke.

H E R C H S H E I M . UFranken BA Ochsenfurt.

Dorf-K. 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche
Patronatswappen. — A l t a r und K a n z e l interessante Arbeiten aus der
Erbauungszeit.

H E R D A . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. Got. Chorturm mit Fachwerkgeschoß und bar. Haube.
Tonnengewölbtes Sch. 17. Jh. — S c h n i t z a l t a r um 1500. — Schlichtes
Herrenhaus, reicher Ofen.

H E R I N G E N . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Stadt-K. 1731. — Schloß (der Grafen v. Schwarzburg) nach 1590,
Rechteck mit 4 runden Ecktürmen, einfache Renss.

H E R L E S H A U S E N . RB Cassel Kr. Eschwege.

Kirche einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb., das Sch.
spgot. 1457 (Inschr.); nördlicher Anbau 1606, Westtür 1777. —
Wa n d g r a b des Georg v. Reckrath † 1558, der Verstorbene in einer Nische
stehend, Sandstein. (Er war Erbauer des neuerdings gänzlich umgestalteten
Schlosses.) Schöne G l o c k e 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516).

H E R M A N N S F E L D . Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen.

Page 255

Dorf-K. mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758.

H E R M S D O R F. K. Sachsen AH Dresden-N.

Schloß. Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. Rest, nach
Brand 1739 durch George Bähr. — Umfassungsmauer mit runden
Ecktürmen (vgl. Moritzburg). Hauptbau: Gr. langgestreckt, nicht ganz
regelmäßig; Aufbau 2geschossig, in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm,
analoge an den Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige
Fenstergewände sind Überreste aus 16. Jh. Im Erdgeschoß auf der
Vorderseite flachgewölbter breiter Korridor, auf der Rückseite die meist
quadr. Zimmer; Obergeschoß 1758 umgestaltet. — Wa n d t e p p i c h e mit
Darstellungen aus dem chinesischen Hofleben, wohl französisch M. 18. Jh.
—

[pg 183]
Großer P a r k Mischung französischer und englischer Gartenkunst.

H E R P F. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen durchsetzt,
deren Schnitzereien zu den besten der Gegend gehören. K a n z e l 1620.
D e c k e n m a l e r e i e n 1772. P o r t r ä t s von 3 Hennebergischen Fürsten
des 16. Jh. — Geschnitzte Fachwerkbauten 17.-18. Jh.

H E R R E N B R E I T U N G E N . RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Ehem. Benedikt.-Klst.-K. An Stelle einer im 10. Jh. genannten königlichen
Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach Aufhebung des Klst. 1553
als Schloß-K. eingerichtet. Im 30jähr. Kriege schwer beschädigt, 1738
partiell whgest. Ausstattung und Bemalung aus dieser Zeit gut erhalten.
1911 der Chor ausgegraben. — Sächsisch-thüringischer Schulcharakter,
Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der Fassade Spuren einer
Vorhalle. Auffallender Weise nur ein Turm (W) und zwar ganz in das Msch.
einspringend. Dieses wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedrängt.
Stützen auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kämpfern, auf der
SSeite Wechsel von Pfll. und Würfelknaufsäulen. Hauptchor und
Nebenchöre kommunizierten durch Doppelarkaden. —

Page 256

B i l d n i s g r a b s t e i n des letzten Abtes † 1541 gefunden. Der Grabstein
des Stifters Pfalzgrafen Siegfried von Orlamünde † 1124 war noch 1875
vorhanden und ist seitdem verschwunden, [hölzerne Nachbildung der
Renss. in der Löwenburg bei Wilhelmshöhe]. Ein im Lhs. liegendes
We i h w a s s e r b e c k e n zeigt hochaltertümliches Ornament, vielleicht aus
der Burgkapelle der ottonischen Zeit.

Dorf-K. 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen Michaels-
Kap.

Im Dorf einige gute Fachwerkbauten.

H E R R M A N N S G R Ü N . Reuß ä. L. LA Greiz.

Dorf-K. Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616.

H E R R N H U T. K. Sachsen AH Löbau.

Gemeinhaus der Societät. Erb. als Erziehungshaus 1724 von Gf.
Zinzendorf durch den Zimmermann Chr. David. Schlichter Bruchsteinbau
mit Obergeschoß in verputztem Fachwerk.

Gemeinsaal (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit Flachdecke und
Mansardendach. Einrichtung einfachst. An einer Langseite Podium mit den
Bänken der Ältesten und dem den Altar vertretenden Tisch. — Der rck.
Platz, in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsäumt von den
Chorhäusern der ledigen Brüder, Schwestern, der Witwen usw.

Herrschaftshaus. Der 1725 von Zinzendorf errichtete Fachwerkbau [pg
184] machte 1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der Unität).

Vogtshof. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergrößert. Großer,
einfacher, schloßartiger Bau.

Die Wohnhäuser des 18. Jh. öfters mit einem Anflug von schlichter
Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten.

H E R R N S H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Page 257

Pfarr-K. Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau 18. Jh.)
zugängliche WTurm E. 12. Jh. — Bezeichnete G l o c k e 1308.

H E R S F E L D . RB Cassel Kr. Hersfeld.

K. des ehem. Benedikt.-Klst. Gegr. 769, erster Neubau 831, zweiter
Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs. gew. 1144, 1761 von den
Franzosen niedergebrannt, jetzt Ruine. — Großartige Raumschöpfung in
schlichten strengen rom. Formen. Bruchstein mit (ursprünglichem?)
Verputz und sorgfältig behandelten Hausteingliedern, rote und weiße
Schichten wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzförmigem Gr. Ganze
lichte Länge (nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5, Lhs. (innen) 47:30,
Qsch. 57,5:13, Langchor 20:13. Abweichend von der normalen Anlage des
ausgebildeten rom. Stils ist die starke Ausladung der Kreuzflügel, das
Fehlen einer Absonderung der Vierung vom übrigen Qsch., der über das
Quadrat verlängerte Gr. des Chors. (Aus diesen und anderen Gründen kann
vermutet werden, daß der bestehende Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9.
angeschlossen habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr.
Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Stützen 4 Paar Sll. mit steilen attischen Basen
ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden, in jeder Blende 2 kleine
Fenster; der unter der Apsis liegende Raumteil durch stärkere Pfll.
abgesondert und mit 3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden
gegliedert (Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4 Fenster, die
Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Flügel eine Apsis und 3 Türen, die
Apsiden von ungewöhnlich schlanker, hoher Figur, so daß sie in die
Fensterregion hineinragen und hier nur für einen Okulus (mit Vierpaß!)
Platz lassen. Im Lhs. je 9 (jetzt ganz zerstörte) Arkaden, die Sll. mit
monolithen verjüngten Schaften, schlichten, mächtigen (Seitenlänge mehr
als 1 m) Würfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst profiliertes
Gurtgesims, ungewöhnlich große Fenster mit wenig abgeschrägten
Gewänden. Höhe 23m (übereinstimmend mit der unter gleicher Bauleitung
begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.). Sehr eigentümlich der WBau, ein
Kompromiss von Chor und Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes Rck.,
zur Hälfte [pg 185] über die Flucht der Türme vor-, zur anderen Hälfte in
das Msch. einspringend, tonnengewölbt, nach W mit offenem Bogen, nach
O Portal. Die mächtigen Mauermassen dieser Vorhalle dienen als
Substruktion eines 1/2kreisförmig zwischen den Türmen vorspringenden

Page 258

Chors. Breite Treppen innerhalb der Türme führen zu ihm hinauf. Gegen
das Msch. ein vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in
situ erhalten). Von den Türmen, die sehr stattlich waren, nur der südl.
erhalten; die 2 obersten Geschosse haben jederseits zwei Doppelfenster und
Blenden. Im letzten Geschoß ein rundbg. gewölbtes Gemach mit primitiven
Kreuzrippen, die nahe dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen
ruhen. — Das Äußere höchst einfach; etwas lebhafter gegliedert nur die
OApsis: 4 Pilaster mit herumgekröpftem Schmiegengesims, darüber das
interessante Motiv eines Kranzes kleiner flacher Nischen, Vorläufer des
Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese fehlen überall. Durch einen Sockel mit
attischer Basis nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter
Bruchstein, an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel von weiß
und rot. — Vo r b a u am nördl. Kreuzarm, Tür und Fenster in reichen
sprom. Formen, an den Kapitellen der Ziersäulchen mannigfache figürliche
Darstellungen. — In einiger Entfernung (SO) von der K. ein E i n z e l t u r m
in reichen Formen des 12. Jh. — S t i f t s g e b ä u d e am südl. Kreuzarm mit
sprom. Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12
Apostel, in den Zwickeln Vögel, Tiere, Engel. — L u l l u s g l o c k e angebl.
M. 11. Jahrhunderts.

Stadt-K. Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als Hallenkirche von 4
Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und polyg. Schluß, im W vortretender
Turm von 6 Geschossen. Reste von Glasmalerei in Teppichmustern.

Spital-K. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal gruppierten
Fenstern unverändert.

Rathaus. Kräftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. Aller Schmuck auf
die Giebel geworfen, die das hohe Dach vollständig einschließen, je 2 an
den Langseiten, je einer an den Schmalseiten, bez. 1597, 1612.

Kantorwohnung bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das Datum gültig
wohl nur für den Unterbau.)

Vor der Stadt Schloss Eichhof, got., spgot. u. renss. Über dem Tor
Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier Äbte.

H E R W I G S D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

Page 259

Dorf-K. 1545; A. 18. Jh. überarbeitet und das Innere als Emporensaal mit
einigem Aufwand neu eingerichtet. Hübscher [pg 186] Dachreiter 1727. —
Auf dem Kirchhof v. Gersdorfsche G r a b m ä l e r .

H E R W I G S D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch. und Altarhaus
stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische Außenansicht.

H E R Z B E R G . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Schloß. Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483, am nordwestl.
Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt 1643.

H E R Z B E R G . Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

Haupt-K. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh. Netz-Gwbb.
Eigentümlich die 3 verdrückten Halbpolygone im Chorschluß. — Die
B e m a l u n g der Gwbb., Evangelisten, Propheten, Verkündigung, Jüngstes
Gericht, hat sich gut erhalten.

H E R Z O G E N A U R A C H . OFranken BA Höchstadt.

Pfarr-K. Ursp. rom. Basilika wie Münchaurach; die rom. Säulenbasen
stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch. mit hölzerner
Tonnendecke. — S t e i n s k u l p t u r 15. Jh. »betender Tempelritter«. —
Got. S a k r a m e n t s h ä u s c h e n .

2 ansehnliche Tortürme.

H E S S B E R G . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. —
Ta u f s t e i n gemischt got. und renss. — G r a b s t e i n e der Familie v.
Heßberg.

H E S S E N S T E I N . RB Cassel Kr. Frankenberg.

Schloß. Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten.

Page 260

H E S S E N TA L . UFranken BA Aschaffenburg.

Kapelle. Große 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem Tuff,
angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten Schüler Backofens
(demselben, der im Dom von Halle gearbeitet hat).

H E T T S T E D T. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Stadt-K. Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. K a n z e l 1587. Gute
B e w e i n u n g , Stein, ca. 1500. — Ruinen eines bedeutenden got.
Schlosses.

H E T Z L A S . OFranken BA Forchheim.

Dorf-K. mit befestigtem Kirchhof.

H E U S T R E U . UFranken BA Neustadt a. S.

Dorf-K. got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe Ecktürme.

Berg-K. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und 17. Jh.

[pg 187]
H E U T H E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollständige
Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener.

H I L D B U R G H A U S E N . Sachsen-Meiningen Kreisstadt.

Stadt-K. 1785 von A. F. v. Keßlau. Kuppelraum umgeben von Emporen in
2 Geschossen, östl. anschließend rck. Altarraum. Die Kuppel aus Holz, im
Außenbau nicht zum Ausdruck kommend; überhaupt die ganze Behandlung
sehr sparsam.

Neustädter oder Waisen-K. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten Ecken;
die Emporen haben auch im W analogen Gr., so daß im Innern ein
gestrecktes 8Eck. Das Äußere Putzbau mit Teilung durch dorische Pilaster,
darüber Triglyphengebälk.

Page 261

Reformierte K. (jetzt kathol.) 1722.

Rathaus. Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen, doch von
charakteristischer Massengruppierung; großer schlichter Renss.Giebel,
seitlich runder Treppenturm mit welscher Haube.

Regierungsgebäude 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen.

Schloß (jetzt Kaserne) 1685-1707 von E. Gedeler. Ein mittlerer
Hauptflügel und 2 anstoßende Nebenflügel umgeben einen Ehrenhof. Im
Innern stuckierte Decken, an die Schlösser in Gotha und Friedrichswerth
erinnernd.

Im Schloßpark Denkmal für die Königin Luise von Preußen 1815 von
Schulze.

Wohnhäuser des 18. Jh., nur für den Spezialisten von Interesse.

H I L F E N S B E R G . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Wallfahrts-K. 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor rom.
Spuren, Türen rundbg. mit Perlstab. Das Sch. öffnet sich mit großem
Rundbogen gegen W ins Freie — C r u c i f i x u s aus fr. Ma. S t a t u e des h.
Bonifatius 1661. G r a b p l a t t e des Fürsten Ernst v. Hessen-Rheinfels
1681.

H I M M E L K R O N . OFranken BA Berneck.

Cistercienser-Nonnen-Klst. Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl nicht viel
später. Abmessungen mittelgroß. Anlage 1sch., in der westl. Hälfte
Nonnenempore, polyg. Chorschluß ohne Einziehung. Die Bauführung zeigt
zwei Abschnitte. Vom ersten der WBau und die an die Klostergebäude
stoßende SWand im ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen
schmalen Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Wölbung beabsichtigt, wie
die mit der Mauer bündigen Strebepfll. an der östl. Hälfte der NWand
anzeigen; ausgeführt nur im Chorgewölbe (1 Joch 5/8 Schluß). Ferner
wurden in dieser Bauperiode (E. 14. Jh.) die Fenster vergrößert und die
3sch. 6jochige Erdgeschoßhalle unter der Nonnenempore angelegt; diese

Page 262

selbst blieb flachgedeckt; der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor trägt
jetzt [pg 188] stuckierte Stichkappengewölbe von 1699. Westfassade
verbaut. Kleiner Dachreiter. — K r e u z g a n g 1473 (Inschr.), nur ein Flügel
vorhanden; er zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll und
glänzend, wie weit und breit nichts Ähnliches zu finden. Die trefflich
gegliederten Netzgwbb. ruhen auf spiralförmig kannelierten Wanddiensten
mit üppigen Laubkaptt.; über diesen Statuen (großenteils zerstört)
Baldachine; in den mittleren Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde
Engel aus Stuck, an den Wänden Passionsreliefs. Die auf einer Konsole
kniende S t a t u e d e r S t i f t e r i n Elisabeth v. Künsberg mit Christus oder
Maria zusammenkomponiert zu denken. — Große Zahl von
G r a b s t e i n e n : am Boden Burggräfin Anna v. Nürnberg † 1383; an der
Wand zunächst dem Eingang Agnes v. Orlamünde † 1300, dem Stil nach 50
Jahre später. Tumba eines Grafen v. Orlamünde mit dem meranischen
Wappen 1. H. 14. Jh. Die übrigen von geringerem Interesse. —
H o l z k r u z i f i x nicht von Veit Stoß.

Markgräfl. Schloß (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von St. Pierre.

H I M M E L P F O R T E N . UFranken BA Würzburg.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Erb. angeblich 1264. Rck. mit leicht
eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in 2 Joche gewölbt;
derbe Birnstabrippen auf Laubkragsteinen. Die Strebepfll. am Schiff lassen
auch für dieses auf ehemalige Wölbung schließen; bei der Rest. unter der
Äbtissin Katharina I V. (1592-1630) wurden die Mauern überhöht und mit

flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg. Fenster
maßwerklos. Die westl. Hälfte des Sch. von der Nonnenempore
eingenommen; die 3sch. gewölbte Halle, auf der sie ruht, später als Sepultur
eingerichtet. Hübsche We n d e l t r e p p e , in der sich got. Maßwerkmotive
mit späten Renss.formen vermischen (bez. 1612). Außen im O und W
Renss.Giebel und ein zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal in frgot.
Formen jetzt neu, doch wohl nach dem alten kopiert, bezeichnend für die
cisterciensische Auffassung der got. Formen. G r a b s t e i n e : Elisabeth v.
Hutten † 1383, Margarethe v. Hutten † 1400, Ludwig v. Hutten † 1414,
Katharina v. Hutten † 1415. — Die K l o s t e r g e b ä u d e renss., der

Page 263

Kreuzgang noch got. Auch die ältere Ummauerung des Klosterbezirks
erhalten.

H I M M E L S TA D T. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Großer Hochaltar aus der
Werkstatt P. Wagners.

H I M M E LTA L . UFranken BA Obernburg.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. 1232, barock umgebaut. —
G r a b s t e i n des Konrad v. Bickenbach 1354.

[pg 189]
H I N T E R N A H . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Dorf-K. 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung. Nach alter
Überlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr. Altarhaus mit Turm. In
dieser Zeit und noch später sind in genauer Wiederholung dieses Schemas,
nur in den Maßen wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von
Schleusingen errichtet.

H I R S C H B E R G . Reuß j. L. LA Schleiz.

Fürstl. Schloß, erb. 1678, verödet.

H I R S C H F E L D . K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp. 1sch. Lhs.
1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl.

H I R S C H F E L D . K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau deuten, 1508
nach O erweitert. — S c h n i t z a l t a r 1518. Gute S a n d s t e i n e p i t a p h e
1623, 1732. Rom. T ü r b e s c h l a g .

H I R S C H F E L D . UFranken BA Schweinfurt.

Page 264

Dorf-K. Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um 1780, die
S t a t u e n und R e l i e f s in der Art J. P. Wagners.

H I R S C H F E L D E . K. Sachsen AH Zittau.

Pfarr-K. spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf 2 schlanken
8eck. Pfll. Älter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte Chor. — Emporen
und Stuckdekoration 1718. Ausstattung großenteils aus derselben Zeit. —
Schöne G l o c k e 1573. Hübsche S a n d s t e i n d e n k m ä l e r rok. und
klassizistisch.

Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von H ä u s e r n in Lausitzer Bauart, z. T.
mit laubenartig vorgebautem Obergeschoß.

H O C H B E R G . UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. Großenteils neu. — Bmkw. Ausstattung 1772-88. Sehr gut die
K a n z e l von Peter Wagner, klassizistisch. M a d o n n a , Holz, um 1480. —
S t a t i o n s b i l d e r (Steinreliefs) und Kreuzigungsgruppe 1626.

H O C H K I R C H . K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. Großer Saalbau von 1717. — D e n k m a l für den in der Schlacht
bei H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den Formen nach um 1780.

H Ö C H S T b. Gelnhausen RB Cassel.

Wendelin-Kap. 1415 (?), rest. im 18. Jh.

H O C H S TA D T. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. 1616. Altar im Aufbau got. Flügelaltäre 1612, die Gemälde bez. S
im Ring mit 3 Herzen.

Kapelle in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Überrest einer [pg 190] Burg.
Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von Langheim † 1473.

H O C H S TA D T. RB Cassel Kr. Hanau.

Page 265

Pfarr-K. Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas höher als die Ssch., Chor 1 Joch
und 5/8 Schluß. Der isoliert stehende Glockenturm wahrscheinlich
ehemaliger Torturm.

Rathaus renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk.

HÖCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt. Stadt-K. um 1400, aus
welcher Zeit der gewölbte polyg. Chor; die Schiffe 1551, 1571, 1728
umgebaut und mit Emporen versehen; Fassade italisierend bar. —
Wa n d t a b e r n a k e l 14. Jh. A l t ä r e und K a n z e l rok. Im Chor auf
schöner got. Konsole S. G e o r g E. 15. Jh. Hölzerne P i e t a s A. 15. Jh.

Spital-K. 1517, unbedeutend.

Schloß. Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert.

Torturm aus sp. Ma.

H Ö C K E N D O R F. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. — A l t a r w e r k mit 2
beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1515. — G r a b s t e i n e und
Wa p p e n t a f e l n .

H Ö C K E N D O R F. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. 19. Jh. Ausstattung und D e n k m ä l e r 16. und 17. Jh., nicht ohne
Interesse.

H O F. OFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. S. Michael 1230. Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, erhalten
nur der Unterbau der WTürme und die Vorhalle. Der alte Gr. scheint dem
der gleichzeitig gegründeten Stadt-K. in Bayreuth ähnlich gewesen zu sein.

Lorenz-K. Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des WTurms;
sonst Umbau des 16. und 19. Jh. — F l ü g e l a l t a r 1470. — G r a b s t e i n e
A. 17.Jh. B r o n z e e p i t a p h 1730.

Page 266

Spital-K. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke mit 90
Gemälden von M.H. Lohe; weitere 53 auf den Brüstungen der
Doppelempore. Originelle Ausstattung. Schnitzaltar 1511. Gemaltes
Epitaph eines Cranachschülers 1573; ein anderer bez. H H B 1556 (wohl
Joh. Hagenberger d. Ä.).

Rathaus 1563-66 von Nickel Hofmann von Halle; 1823 eingreifend
verändert.

H O F. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 wesentlich
umgestaltet. Mächtiges A l t a r w e r k aus Sandstein, Alabaster und Holz mit
Malereien auf Zinkblech, zum Andenken an Dietrich v. Schleinitz † 1612.
Ta u f s t e i n um 1600. D e n k m ä l e r : für H.A. v. Haugwitz † 1544, die in
Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende [pg 191]
Ritterfigur wäre des Hans Schickentanz würdig; S.J. v. Schleinitz † 1559,
von einem geringeren Dresdener Meister; andere aus derselben Familie
1595, 1612, 1660.

Schloß. Die beiden älteren Flügel um 1570, die jüngeren nach M. 18. Jh.
Prächtiger Kamin aus Meißener Porzellan, aus dem Boxbergschen Palais in
Dresden stammend. G e m ä l d e von A. F. Oeser. Zahlreiche
S a n d s t e i n f i g u r e n aus 18. Jh.

H O F G E I S M A R . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Liebfrauen-K. in der Altstadt. — Übergangsstil, z. T. got. umgebaut
(Inschr. 1330). — Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus dem 12Eck
geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am südl. Ssch. zierliches got.
Portal von eigentümlicher Anlage. Am WTurm rundbg. Portal mit
Würfelknauf-Säulen. — C h o r g e s t ü h l 14. Jh., an den Wangen große
Blätter. — Über dem Pfarrstand spgot. A l t a r f l ü g e l .

K. in der Neustadt. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit einfachen
Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine, Der 1sch. Chor mit
polyg. Schluß höher und schlanker. Der WTurm hat diagonal gestellte
Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, oberer 1460.

Page 267

Gilde- und Hochzeitshaus. FrRenss. Modern umgebaut. Schlößchen
Montcheri. 1789 von S. L. Du Ry, eine fast genaue Wiederholung des
Schlößchens in Bad Nenndorf.

H O F H E I M . UFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von Wolf
Behringer) und besonders eingreifend 1740. — Mehrere Reste von
H o l z p l a s t i k , u. a. ein hl. Diakon, Richtung Riemenschneiders.

Wohlerhaltene Stadtbefestigung 16.-18. Jh.

H O F S T E T T E N . UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte P i e t a s ,
Holz, 1. H. 16. Jh. — Am Chorbogen S e l b d r i t t um 1700.

H O H E N B E R G . OFranken BA Rehau.

Burg, gut erhalten und sehenswert.

H O H E N E I C H E . RB Cassel Kr. Eschwege.

Dorf-K. Rom. Anlage. Rom. Tympanon.

H O H E N G A N D E R N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) neu. Der üppige Rok.Altar aus S. Martin in Heiligenstadt
von E. Rickmann um 1760; auf ihm spgot. P i e t a s .

H O H E N K I R C H E N . Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Dorf-K. 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. — K a n z e l a l t a r
1776.

[pg 192]
H O H E N K I R C H E N . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Dorf-K. Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm.

Page 268

H O H E N L E U B E N . Reuß j. L. LA Gera.

Fürstl. Schloß, spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich geworden.

H O H E N L O H E . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Ehem. Nonnen-Klst.-K., erb. ca. 1240. Ungewöhnl. Anlage, fast
gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 hübsche rom. Portale an den
Kreuzflügeln, am Chor Drillingsfenster.

H O H E N S T E I N . K. Sachsen AH Glauchau.

Stadt-K. 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schluß, Emporen ringsumgeführt
(Veränderungen 1889). Schöner Ta u f s t e i n 1764.

H O H E N S T E I N . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche 16.-18. Jh. H o l z r e l i e f mit Abendmahl, Sockel eines Altarwerkes
aus 16. Jh. Großes reiches G r a b m a l des Generals v. Imhof † 1768.

Schloß 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener Empire-Saal.
Reste von rok. Gartendekoration.

H O H E N T U R M . Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus mit 1/2 kr.
Apsis, feine rom. Tür.

H O H L S T E D T. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. P i e t a s .

H O H N S T E I N . K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1725 von George Bähr. Die Umfassungsmauern einer älteren K.
mußten benutzt werden. Gr. näherungsweise quadr. mit abgestutzten Ecken,
eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen; Emporen und Bänke zentrisch
aus Kreissegmenten; Kanzel und Orgel über dem Altar. — Äußeres

Page 269

schlichte Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der Dächer
und des südöstl. angeschobenen Turmes nicht ohne Reiz.

Schloß. Der ursp. sehr starke Bau halb zerstört, der bestehende seines
Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh. [K a n z e l im Dresdener
Altert.-Ver.]

H O L L F E L D . OFranken BA Ebermannstadt.

Pfarr-K. 1774-77 von Neumann d. J. und Vogel. — S t a t u e n der Fassade
und des Hochaltars von J.L. Kamm, G e m ä l d e der Seitenaltäre von
Anwander.

H Ö L L R I C H . UFranken BA Gemünden.

Schloß. Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Flügel mit 4 Ecktürmchen.

Ruine Reußenberg. Erb. durch die Thüngen 1333. Aufrecht stehen der
Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebäudes und des Beringes.

[pg 193]
H O L L S TA D T. UFranken BA Neustadt a. S.

Dorf-K. stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm, Eckturm.

Ehem. Hof des Klst. Bildhausen, schöner Komplex von Renss.Bauten.
S t u c k d e c k e n 18. Jh.

H O L Z H A U S E N . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch um 1780.
Nebenaltäre Frühbarock um 1660; auf ihnen H o l z f i g g . St. Kilian und St.
Rochus nach 1500.

H O L Z K I R C H E N . UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. Kloster-K. erb. von Balthasar Neumann 1730. Signierter Gr. in der
Würzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die interessanten
Konkurrenzpläne L. Dientzenhofers. Reiner Zentralbau, in der Komposition

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für Neumann auffallend einfach. Fast reguläres Achteck, im Innern
abgerundet. An den Ecken korinth. Säulen auf hohem Sockel, die ein
architraviertes Hauptgesims tragen. Darüber die im Querschnitt nicht ganz
halbkreisförmige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Außen die Glieder
aus rotem Sandstein, Mauer weiß. An den Ecken korinth. Pilaster, dann
Gebälk und Attika. Auf dem Pyramidendach zierliche Laterne in Form eines
Tempietto. Trotz der nicht bedeutenden Maße (innerer Durchmesser 15m,
Höhe 20 m) ist der Raumeindruck des Innern mächtig. Die Proportionen
nach einem genau durchgeführten Triangulationssystem. Die stark
klassizistische Architektur ist für Neumann in dieser Frühzeit
ungewöhnlich; nur die (nicht erstklassigen) Rok.Stuckaturen in der Kuppel
und am Gesimse zeigen, daß wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. —
An der Außenseite eingemauertes R o t s a n d s t e i n r e l i e f des 12. Jh., aus
zwei nicht zusammengehörigen Stücken bestehend: Kopf eines Heiligen;
Christus auf der Eselin; Gottvater mit dem Einhorn. Die ikonographische
Idee nicht recht verständlich. — Neumanns Risse für das
K l o s t e r g e b ä u d e kamen nicht zur Ausführung. Das Vorhandene
unbedeutend. Eingemauerte Reste des sprom. Kreuzgangs.

H O L Z Z E L L E . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Benedikt.-Nonnen-Klst. Dürftige Reste. Eine ältere Zeichnung der Ruine
zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Türme im Winkel zwischen Lhs. und
Qsch. (ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf welche jedoch der Chor nicht
hinweist). [Ein figurenreiches, nach der flüchtigen Abb. zu urteilen,
bedeutendes Ty m p a n o n jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.]

H O M B E R G . RB Cassel Kr. Homberg. Pfarr-K. S. Maria. Beg. 1340,
Turm 1374 von Heinrich v. Hesserode (Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen,
Chor 1sch. 3 Joche [pg 194] und 5/8 Schluß. Schlanke Rundpfll. mit 4
Diensten. Gwbb. der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Maßwerk und
Gewände reich gegliedert. Der mächtige WTurm in sehr reinen Formen.
Stattliches WPortal.

Marktbrunnen. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der Passion wohl
von einem Stationsweg.

Got. Häuser hinter der Kirche und Gasthaus Krone.

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Stadtmauer mit Türmen.

H O M B U R G A . M A I N . UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. Schloß. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. — In der
B u r k h a r d u s g r o t t e (im Schloßberg) guter A l t a r von 1613 mit Figuren
und Reliefs aus Alabaster, in der Art des M. Kern.

H O M B U R G a. d. Wern. UFranken BA Gemünden.

Burgruine. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll gelegen.
Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei Teile, die Hauptburg, die
im Bering und in einigen Bauteilen auf das 12. Jh. zurückgeht. Durch
Halsgraben geschieden von der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit
Kapelle, Wirtschaftsbauten und starker, von großen Mauertürmen bewehrter
Ringmauer.

H O P F E R S TA D T. UFranken BA Ochsenfurt.

Dorf-K. spgot. — Guter Ö l b e r g um 1500. — An der Auber Straße bmkw.
B i l d s t o c k A. 15. Jh.

H Ö R N I T Z ( A LT- ) . K. Sachsen AH Zittau.

Schloß 1651 vom Zittauer Meister Valentin. Die Giebel der rck. Anlage mit
dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert.

HÖRNITZ (NEU-).

Schloß 1751, gutes Beispiel dafür, wie bei äußerster Beschränkung der
dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle Wirkung erreicht
werden konnte (jetzt Brauerei).

H Ö R S E L G A U . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Dorf-K. 18. Jh. A l t a r w e r k A. 16. Jh. mit ungewöhnlich großen, nicht
üblen Figg.

H Ö R S T E I N . UFranken BA Alzenau.

Page 272

Pfarr-K. Schiff rom., Chor got.

H O S T E R W I T Z . K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. — A l t a r um 1580 in der
Art des Hans Walther, später umgearbeitet; D e n k m ä l e r 1641, 1788.

H U B E R T U S B U R G . K. Sachsen AH Oschatz.

Jagdschloß. Seit 1721 für den Kurprinzen Friedrich August von J. Ch.
Naumann, fast ganz neu gebaut 1743-51 von Joh. Chr. Knöfel, eine
Hauptleistung der Dresdener Schule. [pg 195] Sehr großräumige Anlage
inmitten weiter Forsten. Zuerst in Triklinienform 55 : 80 m. Der
Hauptflügel durch einen kräftigen polygonalen Mittelbau mit turmartigem
Aufsatz, die Seitenflügel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten
Zeit stammen auch einige Nebengebäude. Der Umbau verlängerte die
Seitenflügel und schloß das Ganze zu einem großen Viereck von 97,5 : 80,5
m ab. Das Äußere blieb einfach in der Behandlung; die innere Ausstattung,
an der Matielli, Knöffler, Dieterici und Oeser teilnahmen, ist großenteils
zerstört; eine Ausnahme macht der westl. Ecksaal und die Kapelle; letztere
in einfachen Architekturformen, aber durch die durchgehende Verwendung
von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die Plastik des
Hochaltars von Matielli dürfte dessen Kunst in ihrem Höhepunkt darstellen;
die Gemälde der Seitenaltäre von Silvestre; die reizende plastische
Dekoration der Eingangsnische mit dem Weihwasserbecken wohl von
Knöffler.

H Ü L F E N S B E R G . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Wallfahrts-K. Spgot. Hallenkirche, roh und dürftig, neuerdings ausgebaut.
Der C r u c i f i x u s (»Hülfenskreuz«) gilt für Arbeit des 12. Jh.; vielleicht
eher archaistische Nachahmung.

H U M M E L S H A I N . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. S c h n i t z a l t a r aus der Saalfelder Schule.

H Ü M P F E R S H A U S E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Page 273

Kirche got. 1603, rest. 1725 und 1826. Schule 1623.

H Ü N F E L D . RB Cassel Kr. Hünfeld.

Protest. K. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig vom ma.
Bau übrig gelassen.

Kathol. K. Spätestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. — Ta u f s t e i n 1495.

Ringmauern gut erhalten.

H U T S B E R G . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Burgruine. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze. An der
Ringmauer Reste des Wehrganges.

H Ü T T E N G E S Ä S S . RB Cassel Kr. Hanau.

Dorf-K. mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597.

I

I C H S T E D T. Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

Dorf-K. 1719, rom. Chorturm, tüchtiges Renss.Epitaph.

I C H T E R S H A U S E N . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Nonnen-Klst.-K. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Süddeutsches Schema.
3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr. 1154). Das Qschiff
über die Sschiffe nicht hinausragend. Im [pg 196] 17. Jh. auf 1 Sch.
reduziert, die Doppeltürme im W verderbt erhalten. — Herabgekommenes
Schloß 16. und 17. Jh.

Page 274

I H L E W I T Z . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art. Rechteck mit
eingezogener 1/2 kr. Apsis.

I L M E N A U . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Stadt-K. 1609 erneuert mit Schonung der got. östl. und westl. Teile. Hinter
dem Altar hoher K a n z e l b a u etwa 1760-70.

Schloß 1616, im 18. Jh. etwas überarbeitet. — Marktbrunnen 1702.

I M M E N H A U S E N . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Stadt-K. Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg. Chor und
WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schmäleren Gwbb. Schafte 8eck. mit
einfachem Kämpferglied. Scheidebgg. aus derselben Grundform profiliert.
— S a k r a m e n t s h a u s , We i h w a s s e r s t e i n , C h o r s t ü h l e spgot.

Rathaus. Fachwerkbau des 17. Jh.

Ringmauern und Türme z. T. erhalten.

I M M I C H E N H A I N . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Kirche des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen,
nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore.

I N G E R S L E B E N . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. Mischbau, älteste Teile 1398. — Am Herrenhof Hoftor mit
Nebenpförtchen in guter Renss.

I N G O L S TA D T. UFranken BA Ochsenfurt.

Dorf-K. 1751 von Balthasar Neumann. 1sch. flachgedeckte Anlage mit
WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils gleichzeitig (Hochaltar),
teils älter. E p i t a p h e der Herren v. Geyer 1570, 1601.

Page 275

I P T H A U S E N . UFranken BA Königshofen.

Wallfahrts-K. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch wegen der
inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich sind es Würzburger
Künstler, die sich in diesem volkstümlich abgestimmten Rokoko munter
und dreist, dabei mit entschiedener Begabung, haben gehen lassen.
D e c k e n g e m ä l d e bez. G.A. Urlaub 1762.

I R M E L S H A U S E N . UFranken BA Königshofen.

Pfarr-K. Zahlreiche v. Bibrasche E p i t a p h e 16.-18. Jh.

Wasserburg der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus Ma. und
Renss. — Kamin 1561.

I S L I N G . OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben Zeit die
Ausstattung.

[pg 197]

Page 276

J

J Ä G E R S B U R G b. Forchheim. OFranken.

Schloß. 1718-21 von Joh. Dientzenhofer für Bischof Lothar Franz v.
Schönborn. Einfaches 3stöckiges Herrenhaus mit Ecklisenen,
giebelgekröntem Mittelrisalit, hohem Dach.

J A H N A . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes Sch.,
eingezogener polyg. Chor mit Glasgemälden.

J A K O B S TA L . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779.

J E C H A B U R G . Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh.

Dorf-K. 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. — Auf dem Frauenberg
Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt mit Chorquadrat,
Apsis und Nebenapsiden.

J E N A . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stadt-K. S. Michael. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M. 13. Jh.,
Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach erneuert, sehr
verständnislos 1873. Noch immer prächtige Raumwirkung. Hallenkirche
mit 7 Jochen und Langchor; früher direkt mit dem nördl. anstoßenden Klst.
verbunden: unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der

Page 277

Deutschordenskirche in Würzburg). 2 Sakristeiräume mit Piscine und got.
Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Fürstengruft eingerichtet und mit
Metallarbeiten von schöner Arbeit. In den Westjochen kunstvolle
Bienenzellengewölbe. Im Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.);
1873 nach O verlängert). Im nördl. Ssch. steinerne Emporen, alte und neue
Bestandteile gemischt. Außen an der SSeite ein reiches spgot. Portal, von
gekünstelter Komposition, aber malerisch wirksam; Kielbogen mit
Teilungspfosten, das Ganze in einer tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an
deren Vorderkante ein schwebender Bogenfries, darüber eine
Fenstergruppe. Der WTurm unter Veränderung des Bauprogramms
nachträglich (E. 15. Jh.) hinzugefügt. Feine, interessante Bauformen. Über
der Eckvermittlung vom 4Eck zum 8Eck befanden sich (jetzt zerstört)
Fialen, von welchen dünne, mit Kantenblumen gezierte Strebebögen
ausgingen. — Spgot. Ta u f s t e i n ; spgot. K a n z e l ganz rest.; bronzene
G r a b p l a t t e M a r t i n L u t h e r s nach dem Gemälde von Cranach, für
Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt; G r a b s t e i n der Familie
C o s p o t h 1632-1676; zahlreiche G e d e n k t a f e l n . — [Von den einst 16
Altären nur das Mittelstück eines einzigen erhalten, jetzt im Museum, [pg
198] wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350]. Nahe der K.
Holzfig. eines Bischofs um 1520. Außen ein verwittertes S e l b d r i t t und
(am Turm) ein stilgeschichtlich interessantes Kreuzigungsrelief, wohl vom
Jenaer Bildhauer Hans Gronig.

Collegienkirche (Dominikaner). Ursp. 1sch.; später ein niedriges Ssch. im
N hinzugefügt. Das spgot. Gewölbe läßt eine ursp. flache Balkendecke
vermuten. Der im S anstoßende Kreuzgang z. T. erhalten. O r g e l 1701, mit
reichem Prospekt, große Menge von G e d e n k t a f e l n und Wa n d g r ä b e r
für Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; außen am Turm großes
dekoratives sächsisches Wa p p e n 1557 mit Inschr. betreffend die
Gründung der Universität. — Vom anstoßenden ehemaligen Dominikaner-
Klst., 1558-1858 Universität, sind einige Zellen und das got. Torhaus
erhalten.

Garnisons-K. 1686. Viele Gedenktafeln.

Katholische K. Joh. Bapt., rom., 11. Jh. Die Kämpferkaptt. am ehemaligen
Apsidenbogen könnten noch spätottonisch sein. Sonst der Chor spgot.

Page 278

umgebaut. Dagegen im Langhaus 3 frührom. Fensterchen. Das Ganze dem
Typus der thüringischen Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch
Querhaus und andere Vergrößerungen entstellt. — Neben dem SPortal
G r a b p l a t t e der Jutta Sellerz 1382. Auf dem Friedhof doppelseitige
P a s s i o n s s t a t u e auf Säule bez. Hans Gronig 1484, feine Steinskulptur.
Manches Originelle unter den G r a b m ä l e r n des 17. und 18. Jh.

Rathaus, ehemals mit offener Erdgeschoßhalle, um 1340, rest. 1700.
Bmkw. der große Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung des 17. Jh. —
Burgkeller, derbe Renss. um 1546. — »Göhre« (Weinhaus) am Markt, mit
spgot. Portal.

Haus Weimar. 1618, 1666; im Innern ziemlich prächtige Stuckdecken —
Mehrere Professorenhäuser des 17. und 18. Jh. — Reste der
Stadtbefestigung, dazu der malerische runde Pulverturm (13. Jh.?) über
Bastei von 1430.

J E S B E R G . RB Cassel Kr. Fritzlar.

Schloßruine. Seit 15. Jh. in Trümmern.

J E S T Ä D T. RB Cassel Kr. Eschwege.

Kirche. Rom. Turmchor, später nach O verlängert. Im flachgedeckten
Schiff Rundbg.Fenster. Got. Überarbeitungen 1588, 1599 (Inschr.).
Hölzerne Emporen. — G r a b m a l des Wallrab von Boyneburg † 1572, der
Ritter in voller Rüstung kniet vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib
und Kind.

Edelhof 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk.

J O A C H I M S T E I N . K. Sachsen AH Zittau.

Fräuleinstift. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers. [pg 199] Große
prächtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querflügeln in der Mitte und an den
Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen, Erdgeschoß als Sockelbau, die
Obergeschosse in den Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel
und geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibül und

Page 279

Treppenhaus, großer Saal durch beide Obergeschosse, im kreuzgewölbten
Erdgeschoß Logier- und Wirtschaftsräume, im 1. Obergeschoß
Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer der 12 Stiftsfräulein.
B i l d n i s s e der sächsischen Kurfürsten und aus der Familie v. Ziegler. —
Der französische Garten wenig verändert. Reichliche Dekorationsplastik. 2
gesonderte Pavillons mit großem Gartensaal.

J O H A N N E S B E R G . RB Cassel Kr. Hersfeld.

Ehem. Benedikt.-Propstei, gestiftet 1013. Von den Gebäuden nur das
Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, außer kleinen rom. Fenstern keine
formierte Architektur. Für die K. erwiesen zufällige Grabungen kreuzf. Gr.,
auch wurden rom. Kapitelle gefunden (verschleudert).

J O H A N N I S B E R G . RB Cassel Kr. Fulda.

Kirche der 812 gegr. Benedikt.-Propstei. Am WTurm, dessen bar.
Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschließt, schönes sprom. Portal
mit Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert. Inneres barock. —
Schloßbau, jetzt Domäne, 1769 umgebaut von Herwarthel aus Mainz (nach
Entwurf von Welsch?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die großartigen
Gartenanlagen z. T. erhalten.

J Ö H S TA D T. K. Sachsen AH Annaberg.

Stadt-K. 1675. — A l t a r w e r k von Andreas Petzold 1676, Holz, 6,3 m Br.
: 9 m H., in der Mitte in lebensgroßen freien Figuren die Anbetung der
Könige.

J Ü C H S E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. 1628. Hübsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung.

J U N K E R S D O R F. UFranken BA Hofheim.

Dorf-K. Frgot. Turmchor mit umfänglichen Wa n d g e m ä l d e n aus M. 15.
Jh. (rest. 1906), an der OWand Jüngstes Gericht; ferner S. Michael und
Szenen aus der Geschichte von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der

Page 280

Untersicht des Chorbg. die klugen und törichten Jungfrauen. An der
WWand des Lhs. S. Christoph u. a. m. Sämtliche Szenen auf weißem Grund
mit roten Sternen.

J U N K E R S D O R F. UFranken BA Ebern.

Dorf-K. sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb. — Schönes
Fachwerkhaus von 1617.

K und C

[pg 200]
C A B A R Z . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Dorf-K. 1670. Mit hübscher K a n z e l .

K A D I T Z . K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. um 1500. — A l t a r 1756 von F. G. Knöfel.

K A H L A . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Stadt-K. Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller Chor. Die
Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert (vgl. Jena). In der Sakristei
Reste von Schnitzaltären. — Steinfigg. von einer Ö l b e r g g r u p p e um
1500. — Reste von Stadtbefestigung. — Leuchtenburg, 3/4 Stunden östl.
auf hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem Bergfried des 12.
Jh., Geschütztürme 16. Jh. Alles andere rettungslos verrestauriert
(Burghotel).

K Ä L B E R A U . UFranken BA Alzenau.

Wallfahrts-K. got.

Page 281

C A L B I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von David Schatz,
eigentümlich der geschweifte Gr. des Altarhauses. Reiche
Barockausstattung.

K A L B S R I E T H . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 18. Jh. — Guter spgot. S c h n i t z a l t a r .

C A L D E R N . RB Cassel Kr. Marburg.

Pfarr-K. 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt. Der Bau um
weniges älter. Schlichter spätestrom. Gwb.Bau. Hauptsch. mit 3 rippenlosen
spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes
Ssch.

C A L L E N B E R G . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Unterschloß. 8eck. Turm, dessen untere Hälfte im 15. und 16. Jh., dessen
obere Hälfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau 1857 im engl.-gotischen Stil
vollständig umgestaltet.

Oberschloß. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll. Von dem
damals geplanten, sehr umfangreichen Schloßbau des Herzogs Johann
Casimir ist nur die S c h l o ß - K . erhalten, bzw. fertig geworden. 3sch.
Hallenkirche in got. renss. Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus
Korbbgg. und Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewölbe. Emporen auf
Kreuzgewölben. Reich geschnitzte Holztür von 1639 auf der Empore. Rest.
1845 und 1882. — Die farbigen G l a s f e n s t e r aus alten und neuen Teilen
gemischt. — S t e i n k a n z e l und Ta u f s t e i n mit kopiösem Schmuck in
originellem Frühbarock. — Der anstoßende Wohnbau 1831, 1882.

[pg 201]
K A LT E N B O R N . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Augustiner-Chorherrenstift. Wenige Ornamentreste der rom. K.

K A LT E N L E N G S F E L D . Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.

Page 282

Kirche. Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal von 1721.

K A LT E N N O R D H E I M . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Martinsburg. Das »alte Schloß« Ruine, das »neue Schloß« 1752-54
schlichter Bau für die Behörden.

K A LT E N S U N D H E I M . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Kirche auf dem stark befestigten Hügel der untergegangenen
Wolframsburg. Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest. 1604. Turm über
dem Chor. — Fachwerkhäuser 17. und 18. Jh.

K A LT E N W E S T H E I M . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. auf befestigtem Hügel. Die jetzige K. 1799. Auf der flachen
Bretterdecke großes G e m ä l d e der Himmelfahrt.

Burgruine. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten.

C A M B U R G . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Stadt-K. Der vortretende WTurm Überrest der rom. Anlage, sonst spgot.
Hallenkirche mit Veränderungen 1703.

S. Cyriacus (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen rom.
Pfl.Basilika.

Burgruine. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh.

K A M E N Z . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Haupt-K. Die Zeit des ersten Baues ungewiß, Wiederherstellung nach
Brand im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch. Hallenbau, nach N um ein 4.
Schiff erweitert, gestreckter 1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das
Langhaus aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet sind,
daß je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefaßt werden. Der Turm
springt in die NWEcke ein. Steinerne spgot. Empore im W. —
Mittelalterliche Einrichtung. Bmkw. K r e u z i g u n g s g r u p p e (ehemals

Page 283

auf dem Triumphbogen), Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh.,
aber mit altertümelnden Zügen. M i c h a e l i s a l t a r 1498, im Schreine die
Figur des Seelenwägers, Flügel bemalt. H a u p t a l t a r um 1520, 3 Vollfigg.
im Schrein, je eine an den Flügeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil,
in der Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespränge.
Protestantische Einrichtung: K a n z e l 1566. H o l z e m p o r e n an den
Langseiten 1675-1709. — Vo t i v g e m ä l d e von einem Nachfolger
Cranachs (wohl Wolf Krodel). E p i t a p h mit Jüngstem Gericht von Andr.
Dreßler 1554. Sonstige Epitaphgemälde E. 16. und A. 17. Jh.
B i l d n i s g r a b s t e i n e (v. Lüttichau, v. Nischwitz) [pg 202] aus derselben
Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617 u. a. m.

Kloster-K. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im Grundriß der
Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel. Reste spätgot. Gestühls.
Mehrere S c h n i t z a l t ä r e von bmkw. guter Qualität aus dem 2. und 3.
Jahrzehnt des 16. Jh.

Unbedeutende kapellenartige Bauten des späten Ma. sind die Katechismus-
K. und die Just-K.

Von den älteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 vieles zerstört.
Einige Renss.Tore. Adelshäuser der Bar.Zeit wie z. B. die jetzige
Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen auf dem Markt 1570, in
der Art Chr. Walthers.

K Ä M M E R Z E L L . RB Cassel Kr. Fulda.

Dorf-K. Geräumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. — B i l d e r aus
der ehemal. Universität in Fulda.

C A N I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. wesentlich 1697; auf rom. Grundlage.

Schloß. 1758, Trikliniengrundriß, die Flügel nach rückwärts. Der Hauptsaal
hat schlichte Holztäfelung und gemalte Tapeten. Park in französischer
Anlage.

Page 284

K A N N AW U R F. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Schloß. Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564.

C A N N E W I T Z . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. got. Prächtige S a n d s t e i n k a n z e l A. 17. Jh., darunter kniender
Ritter, wohl Wolf v. Starschedel.

K A P E L L E N D O R F. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Ehem. Cistercienser-Nonnen-Kloster-K., gegr. 1235 mit Resten einer
älteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut, und das Lhs. erhöht, neue
Nonnenempore in Länge des alten Schiffs. Mehrere G r a b s t e i n e und
E p i t a p h e , interessant das für den Markgrafen von Kirchberg und seine
Frau von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann.

Burg (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. Palas 14. Jh.
mit gesondertem Küchenbau, doppelter Mauerring, Türme 12.-16. Jh.,
Haupttor Renss.

K A R B A C H . UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen) Seitenaltar gute
Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung Riemenschneiders.

K A R L B U R G . UFranken BA Karlstadt.

Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fränkischen
Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten.

Pfarr-K. spgot. und 17. Jh.

[pg 203]
K A R L S D O R F. RB Cassel. Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. (französ. Kolonie). 1704 von Paul Du Ry.

C A R L S F E L D . K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Page 285

Dreifaltigkeits-K. 1684-88, von Hans Georg Roth, angeblich nach, dem
Plan eines Italieners (?). Für Sachsen älteste Vorform des später von George
Bähr gepflegten Typus von Zentralbauten; Gr. quadr. mit abgestutzten
Ecken, durch Anbauten im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit Treppen für
die Emporen) in 8 Eck verwandelt. Kanzel über dem Altar. — Die virtuos
geschnitzten A l t a r f i g u r e n italienischen Stils vielleicht von Andreas
Petzold.

K A R L S F R I E D . K. Sachsen AH Zittau.

Burg. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt. Die
Ruine läßt wenig mehr als den Gr. erkennen.

K A R L S TA D T. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler Umbau
einer sprom. Basilika, von welcher erhalten: der WTurm ganz, die unteren
Teile der Umfassungsmauern des Lhs., die Vierungspfll. und die alte
Sakristei. Im letzten Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8 Schluß
(wohl von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach), das
Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kämpferlosen Pfll. und
Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne Querempore. Das hohe
Dach verdeckt die OSeite des schönen rom. Turms. — 1614 d e k o r a t i v e
B e m a l u n g von W. Ritterlein (vgl. Buchold). Spgot. Wa n d g e m ä l d e im
Chor und Qsch. (sehr rest.). Zierliche S t e i n k a n z e l mit feinen Reliefs,
1523, Werkstatt Riemenschneiders. In der Rienecker-Kap. großer steinerner
S a l v a t o r 2. H. 14. Jh. Vortreffliche H o l z f i g . des hl. Nikolaus von
Riemenschneider. Am Turm interessante Steinstatue, S . G e o r g zu Pferde,
um 1520. — Zahlreiche G r a b d e n k m ä l e r : hervorzuheben die
Bildnissteine der Vögte von Rieneck, aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp
† 1550 von Peter Dell d. J. Im südl. Qsch. Denkmal für Friedrich v. Hutten
1727. — In der S a k r i s t e i : S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende
Arbeit von Ph. H. Drentwett in Augsburg 1710, Maria immaculata, Silber,
von J. M. Maurer in Augsburg 1730. Mehrere gute Kelche rok. und
klassizistisch, 1739. — 2 G l o c k e n 14. Jh., eine 1502.

Spital-K. 15. Jh., flachgedeckt. — Altäre einheitlich 1689.

Page 286

Rathaus 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel. Bmkw.
Einrichtung aus fr. 17. Jh.

Zahlreiche gute Fachwerkhäuser: ältestes no 82 von 1449; [pg 204] no
341 Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345 guter Bar.-Bau von
1721.

Bezirksamt. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau.

Stadtmauern und Türme, 14. Jh., großenteils erhalten.

Über der Stadt die Karlsburg (Ruine). Die erste Gründung wird auf den
Frankenkönig Karl Martell zurückgeführt. Seit ca. 1080 Besitz der Bischöfe
von Würzburg. Aus karoling. Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des
Berings und der Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische sehr
schöne M a d o n n a , Holz, um 1490.

C A R T H A U S E . RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. Kloster-K. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten. A. 13. Jh. An den
Fenstergewänden Säulchen mit Blattwerk.

K A S E N D O R F. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. 1492, Veränderungen 17. Jh. — Lhs. flachgedecktes Rck.,
netzgewölbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluß. G l a s g e m ä l d e 1486. I k o n .
G r a b s t e i n 1560 bez. FH, ein anderer 1688. G e m ä l d e des 17. Jh. mit
interessanter Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem
Augsburger Reichstag 1530. A l t a r 1662.

C A S S E L . Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.

Brüder-K. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. 1331, Sch. voll.
1376. — Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, gewölbt, im Hauptschiff 8
Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck.
Über dem Choranfang schlanker 6eck. Dachreiter. — R e l i e f vom
Tympanon des NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. — E p i t a p h e
mit Relieffigg. aus 16. Jh.

Page 287

Stifts-K. S. Martin. Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach Einsturz neue
Weihe 1462. — Große Hallenkirche mit gestrecktem 5/8 Chor und 2
WTürmen. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen
sich mit einem Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche
Schiffsbreite hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung der
Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel geführt. An den
Schlußsteinen des Chors Apostelbilder. Gegen die festlich reiche Wirkung
des Innern fällt das Äußere ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet,
zum Schluß in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm
versehen, der NTurm ebenso ausgebaut. — Im Chor M a r m o r g r a b
Philipps des Großmütigen † 1567 und seiner Gemahlin von Elias Godefroy
(Gottfro) aus Cambray (Kämerich) † 1569, vollendet 1570 von seinem
Schüler Adam Beaumont; davor im Fußboden die betreffenden Grabsteine
mit Wappen und Allegorien. E p i t a p h e der Landgräfin Christine mit
Bronzerelief [pg 205] von Phil. Soldan 1550, des Prinzen Philipp 1619. In
der Gruft S ä r g e der landgräflichen Familie. — O r g e l 1600 von Hans
Scherer.

Luther-K. am Graben 1734 von G. Ghezzi. Einfacher, turmloser Saalbau in
Straßenflucht. Ö l g e m ä l d e von J. G. Tischbein.

Oberneustädter (französische) K. 1698-1706 vom Hugenotten Paul Du
Ry. Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrönt von einer schweren
Laterne, die Formen innen und außen die denkbar einfachsten, wenn man
auch an der fein profilierten toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser
Schule nicht verkennen wird. Erhöhung durch die oberen Emporen 1874.
G r a u m a r m o r d e n k m a l des Grafen v. Broglie, gefallen 1758.

Kathol. K. 1770-1776 von Simon Louis Du Ry. Da den Katholiken damals
nicht das Recht freier Religionsübung zustand, erhielt die in fortlaufender
Straßenflucht stehende Fassade das Aussehen eines, zwar stattlichen,
Privathauses. Reicher, wenn auch in klassizistischer Simplizität, das Innere;
Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer Umgang. Die Flächen in
rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiß, von Gérin. Spgot. A l t a r f l ü g e l
angeblich aus Hersfeld. Ö l b i l d e r von L. Cranach und J.H. Tischbein.
Bronzene S t a n d l e u c h t e r 1626.

Hof- und Garnison-K. 1757-1770. Saalbau.

Page 288

Unterneustädter K. 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel und Laterne in
der Mitte der flachen Decke.

Bettenhäuser K. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube.

Hospital S. Elisabeth mit K. Gegr. 1383, erneuert 1587.
S a n d s t e i n s t a t u e der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. Nische.

Renthof. Einfacher großer Renss.Bau 1581-1618. Mehrere reich
durchgebildete Portale und ein B r u n n e n mit sitzender Statue in römischer
Feldherrntracht. Im Innern spärliche Reste alter Bemalung.

Marstall, voll. 1585. Vierflügelanlage mit Volutengiebel. Treppentürme in
den Ecken des Binnenhofes.

Zeughaus 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen Stellen reiche
Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766.

Druselturm und Zwehrenturm, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. 1415
angelegten Stadtbefestigung.

Sog. Kunsthaus, ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 für Ldgrf. Moritz den
Gelehrten, umgebaut 1696 von Paul Du Ry.

Orangerieschloß 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen
Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung [pg 206] des
malerisch empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden
Gebäudes französisch. Architekt Paul Du Ry (nicht sicher). Der innere
Ausbau erst 1730 voll. In der Mitte Apollosaal mit stuckierten Wänden.
Vom einstigen Statuenschmuck vieles zerstört. In einem anschließenden
Pavillon das Marmorbad 1720-28 mit den ihrer Zeit berühmten Skulpturen
von Pierre Monot. Als Gegenstück das Küchenschloß 1765. Unterhalb der
Orangerie breitet sich der großartige Augarten aus, entworfen von Le
Notre, E. 18. Jh. anglisiert.

Alte Gemäldegalerie. 1751 von Charles Du Ry.

Garde du Corps-Kaserne. 1768 von S. L. Du Ry.

Page 289

Museum Fridericianum (Bibliothek). 1769-79 von S. L. Du Ry,
klassizistisch in besonders strenger und trockener, an englische Bauten
dieser Richtung erinnernder Auffassung; lang gestreckt in 19 Achsen;
einzige Pilasterordnung, jonisch, mit untergeordneter Behandlung der in 2
Geschossen angeordneten Fenster, oberer Abschluß durch Balustrade mit
Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront.

Au-Tor. 1782 von S. L. Du Ry, die 2 Wachthäuser abgebrochen. Der
Triumphbogen (1824 von Bromeis) auf den Platz vor dem
Regierungsgebäude versetzt.

Privathäuser. Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher Menge,
einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen gebracht. Eines der
ältesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 ao. 1557; Brüderstr. 2 ao. 1597;
Oberste Gasse 17 ao. 1651. Am steinernen Erdgeschoß des Hauses Brink 8
hübsches Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des 17. Jh.
mit Diamantquadereinfassung der Fenster. Von Charles Du Ry das Haus
Theodor Landré Ecke Karls- und Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut
vertreten durch das Haus am Friedrichsplatz gegenüber dem Theater und
eine fast mit dem Asamhaus in München wetteifernde Stuckfassade
Königsplatz 55. Das Haus des Ministers v. Jungken Ecke Friedrichsplatz
und Königsstr. (jetzt k. Schloß) bmkw. als erstes rein klassizistisches Werk
S. L. Du Rys beg. 1767 (durch Anbau 1821 erweitert und als kurfürstliches
Palais eingerichtet). Von d e m s e l b e n 1773 das v. Waitzsche Haus, 1775
das französische Rathaus. Zahlreiche Bauten in gräzisierendem
Klassizismus aus der Zeit Jérômes.

C A S T E L L . UFranken BA Gerolzhofen.

Oberes und unteres Schloß; jenes die Stammburg der jetzigen Fürsten
Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und Reste eines Renss.Baus
auf dem Burgberg erhalten. Jetziges Schloß spätbarock.

[pg 207]
Pfarr- und Schloß-K. 1780 in kühl elegantem Frühklassizismus. Große
umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer Kanzelaltar in
Alabaster (sog. Castellscher Marmor). In der Anordnung des WTurmes
Nachklang des Neumannschen Kirchentypus.

Page 290

K AT H A R I N E N B E R G b. Wunsiedel, OFranken.

Ehem. Wallfahrts-K. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten.

K A U E R N . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Herrenhaus; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau 1701 ff.;
in der Kapelle ein R e i s e a l t ä r c h e n aus Elfenbein, gute französische
Arbeit des 14. Jh.

K A U F U N G E N . K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr. Apsis.

K A U F U N G E N . Kr. Cassel-Land.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. Gegr. 1017 von Kunigunde, der Gemahlin
Heinrichs II. auf einem Königshof. Gew. 1025. Unter den sprom. und spgot.
Veränderungen hat sich vom Stiftungsbau so viel erhalten, daß die
Rekonstruktion, wo nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten
gesichert ist. Die frühe Entstehungszeit macht den Bau besonders
interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L. 56 (eventuell 60
m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme nicht das volle Maß der
Vierung haben, so ist das wohl nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist
die unterquadr. Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau
dieselben Maße kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der Hauptchor eine
Apsis hatte, ist ungewiß; höher die Nebenapsis am nördl. Kreuzarme. Die
sehr hohe Öffnung bezeichnend für Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg,
Hersfeld u. a. m.). Eine Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden des
Lhs. läßt sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die
Stützen waren Pfll. Durch die jüngste Untersuchung (Holtmeyer) ist
wahrscheinlich gemacht, daß die Sschiffe, obgleich sie nicht breit sind
(genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit einer Doppelarkade schlossen
(vgl. S. Michael in Hildesheim). Sehr interessant wäre es, wenn es sich
bestätigte, daß auch das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der
Lettnereinrichtung jüngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In der
Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit eingetretene
Veränderungen mehreres unklar geworden. Das Erdgeschoß stand durch 3

Page 291

Arkaden mit dem Msch. in Verbindung. Nach ihrer Zusetzung wurde die
Eingangstür der Wwand überflüssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere
Türen in der N- und SWand scheinen auf Nebenräume in der [pg 208]
westl. Verlängerung der Sschiffe geführt zu haben, mit denen sie durch die
oben erwähnten Doppelarkaden kommunizierten. Besser gesichert ist
Gestalt und Bestimmung des 2. Turmgeschosses: es enthielt die
Nonnenempore und öffnete sich gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann
noch 2 weitere Turmgeschosse, das letzte mit offenen Klangarkaden. Im
Ganzen erinnert der WBau sehr an westfälische und niederrheinische
Anlagen dieser Zeit, von denen es sich immerhin durch die westl.
Eingangstür unterscheidet. Rätselhaft ist der verhältnismäßig große 6seitige
Nebenturm der NSeite; er steht mit dem übrigen Bau in keinem zeitlichen
und ursächlichen Zusammenhang. Holtmeyer erklärt ihn für älter als die K.
und vermutet in ihm einen Überrest (Bergfried?) der Königspfalz. —
Technische Ausführung von größter Einfachheit: Bruchstein mit Verputz
und Quaderecken, die Portale rechtwinklige Einschnitte, sogar ohne
Maueranschlag für die Türflügel. — Die Umwandlung des Lhs. in
Hallenkirche im 13. Jh. kam nicht zur Vollendung; mit der Marburger
Schule kein Zusammenhang, eher mit Westfalen. Am Chor wiederholte
Änderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. — Reste der A u s s t a t t u n g
unerheblich. 2 spgot. H o l z r e l i e f s mit Heinrich und Kunigunde könnten
zum Chorgestühl gehört haben. G r a b s t e i n e meist sehr beschädigt, gut
der der Äbtissin Anna v. d. Borch 1521. — S t i f t s g e b ä u d e . Zu
modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage, ob in ihnen Reste
von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das Inventar bejaht sie. 1. An der
SOEcke der ehemaligen Klausur stößt eine Kap. mit 1/2 Apsis, sicher rom.,
vielleicht noch etwas älter als die Klst.-K. (in den Quellen von einer S.
Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen »Renterei« am WFlügel des
Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines quadr. Raumes mit quadr.
Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle. Auf Grund dieser Reste von
Holtmeyer im Inventar eine interessante Idealrestauration der ganzen
Pfalzanlage.

K A U S C H W I T Z . K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten eines Weihers;
hohes Kegeldach mit Gaupen und krönender Durchsicht; Treppenanbau in

Page 292

Fachwerk; das Ganze voll Seltsamkeit und malerischen Reizes.

C AV E R T I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. — Reicher
Altarbau 3teilig mit dominierenden großen S a n d s t e i n r e l i e f s ; um 1580;
angeblich von Aegidius de Bruigt (de Brugk). Reizvolle geschnitzte
K a n z e l um 1600. —

[pg 209]
Mehrere bmkw. D e n k m ä l e r 16. und 18. Jh., besonders das der Esther v.
Schleinitz 1584.

K E F F E R H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet, Hauptaltar
ähnlich dem zu Ershausen.

K E I L A . Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla.

Dorf-K. 1696, unbedeutend. — im Chor G e m ä l d e (Kreuzigung) von
Paul Keil aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz und Arnshaugk).

K E L B R A . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Kirche des 1251 gegr. Cisterc.-Nonnen-Klst. Von einem älteren Bau der
rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt, in der Spätgotik
durch 1 Nebenschiff erweitert. Nach Brand 1607 stark restauriert.

K E M B E R G . Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Stadt-K. Spgot. Ziegelrohbau. — A l t a r t r i p t y c h o n mit Gemälden von
L. Cranach d. J. — S a k r a m e n t s h a u s , zierlicher hoher Aufbau aus
Sandstein, in der Art der gewöhnlich Adam Krafft zugerechneten
fränkischen Arbeiten.

K E N T Z G A U . UFranken BA Haßfurt.

Page 293

Dorf-K. 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung. — Reste
des ehemaligen Wasserschlosses. — Überlebensgroße
K r e u z i g u n g s g r u p p e um 1620.

K E R S B A C H . OFranken BA Forchheim.

Pfarr-K. 1744 von Küchel, einem Schüler Neumanns.

K E R P S L E B E N . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Große Dorf-K. 1720 mit WTurm von 1456. — Daran außen R e l i e f ,
Kreuzigungsgruppe. — Pomphafter K a n z e l b a u 3geschossig, bis zur
Decke aufsteigend.

K E S S E L S TA D T. RB Cassel Kr. Hanau.

Schloß Philippsruhe 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau.
Bedeutende Anlage mit Flügelgebäuden und Eckpavillons. Großer Park und
Orangerie. Umbauten 1873.

K E U D E L S T E I N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Ansehnliches Herrenhaus (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., Anlage im
Winkelhaken, steinernes Erdgeschoß, 2 Obergeschosse in Fachwerk.
Schöner Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte Zimmerdecken.

K E U L A . Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben.

Dorf-K. 1662. — Über dem Altar großes anscheinend nicht wertloses
R e l i e f mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung 17. Jh.

K I E S E L B A C H . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh. verändert.

[pg 210]
K I R C H A I C H . UFranken BA Haßfurt.

Page 294

Dorf-K. Sprom. E. 13. Jh., überarbeitet und neu ausgestattet A. 18. Jh. —
H o l z m a d o n n a , gute ländliche Arbeit E. 15. Jh.

K I R C H B R A C H T. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes Sch. und
eingezogener Turmchor. Die spärlichen Details weisen auf E. 14. Jh.

K I R C H E N E H R E N B A C H . OFranken BA Forchheim.

Pfarr-K. 1796. — Altarstatuen von B. Mutschelle aus Bamberg. —
Grabmäler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594, 1595, eines bez. H. W.
(Hans Werner).

K I R C H E N L A M I T Z . OFranken BA Wunsiedel.

Pfarr-K. erweitert 1596 durch Georg Zapf. Altar 1687.

Gottesacker-K. 1660. — Rathaus 1705.

K I R C H G A N D E R N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath). Einheitlich 1686. Sehr prächtiger H o c h a l t a r 1691.

K I R C H H A I N . RB Cassel Kreisstadt.

Stadt-K. (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche aus 2. H. 14.
Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und später) sehr entstellt. — Zierlicher spgot.
Ta u f s t e i n .

K I R C H H A S E L . Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Dorf-K. Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm gelehnt.

K I R C H H E I M . UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur und Gipsaltäre
einheitlich E. 18. Jh. von M. Bossi im Charakter Louis XVI.

Page 295

Synagoge 17. Jh., interessant (ähnliche in Bechhofen, M.-Franken).

K I R C H L A U T E R . UFranken BA Ebern.

Schloß. Bar.Anlage aus der Zeit des würzburgischen Fürstbischofs Joh.
Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark artikulierte Horizontalgliederung,
Volutengiebel. Innen S t u c k d e c k e n um 1720.

K I R C H O H M F E L D . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. got., oberes Turmgeschoß und Dach mit Schnitzereien um 1670.
— E p i t a p h Wintzingerode 1634, Sandstein mit aufgelegten Wappen und
Inschriften in Bronze.

K I R C H S C H Ö N B A C H . UFranken BA Gerolzhofen.

Schloß der Grafen v. Schönborn. 2geschossiger Bar.Bau um 1700. Innen
gute Stuckaturen. Inmitten eines prächtigen Parks.

[pg 211]
K I R C H W O R B I S . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Kap. S. Valentin. 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.

Fachwerkhäuser mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv des
Eselsrückens an den Türstürzen, wie öfters auf dem Eichsfeld in dieser Zeit,
konserviert.

K I R S C H K A U . Reuß j. L. LA Schleiz.

Dorf-K. 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und gleicharmigem
Kreuz. Im Innern keine Teilungen. Außen mächtiger dorischer Fries auf
desgl. Pilastern. Über dem nördl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher
Haube.

K I S S I N G E N . UFranken BAmtsstadt.

Alte Pfarr-K. Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender Empore
von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig, in der Art des Materno Bossi.

Page 296

Friedhofs-Kap. Chor von 1446. Lhs. 18. Jh.

Salinengebäude. Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh.

K I T T L I T Z . K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. Großer Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem Gr. Sie, sowie
das gegipste Holztonnengwb. in Formen akademischer Steinarchitektur. —
[Guter spgot. S c h n i t z a l t a r im Museum zu Bautzen].

K I T Z I N G E N . UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Joh. Bapt. Der unregelmäßig an der NSeite stehende Turm mit
dem anschließenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt 1sch. Anlage voraus. Um
1416 Planänderung. 3sch. Hallenkirche. Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der
NSeite nur in 5 Jochen (wegen des Turms). Eine für Franken seltene Anlage
die Teilung des Ssch. durch eine überwölbte Empore, die sich auch an der
WSeite fortsetzt; eingefügt 1487. Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. In allen
Teilen Netzgwbb. in einheitlicher Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Länge
55 m. — Die Formen zeigen den Fortgang von der späten schulgerechten
Hochgotik zur eigentlichen Spätgotik. Klare, elegante Raumverhältnisse. —
Zugang zur Empore durch eine überdeckte Freitreppe, die in die
Außenansicht einen asymmetrisch malerischen Zug bringt. Der turmlose
WBau auf reiche ornamentale und figürliche Schmückung angelegt, wohl
nie ganz vollendet und jetzt in starker Zersetzung. — Rest. 1885 und 1909.
— I n n e n e i n r i c h t u n g großenteils neugot. 1885. Ansehnlicher
S a k r a m e n t s t u r m um 1470. Ziemlich reiches Chorgestühl nach 1450.
Vornehme klassizistische M a r m o r k a n z e l von Materno Bossi 1793. An
der Chorwand 4 P a s s i o n s r e l i e f s , Holz, vom ehemaligen Hochaltar, aus
der Zeit, aber nicht aus der Werkstatt Riemenschneiders. Flotte
A l a b a s t e r r e l i e f s um 1700. [pg 212] An der Sakristeitür schöne g o t .
B e s c h l ä g e . F a m i l i e n - E p i t a p h des Wolf v. Crailsheim, 1556 von P.
Dell d. J. — Hauptportal mit Altan an der NSeite, um 1400, am
Ty m p a n o n Jüngstes Gericht. Am WPortal M a r i e n k r ö n u n g gegen
1450. — A l t a r g e r ä t e 17. und 18. Jh., die besten Stücke von
augsburgischen, einige von örtlichen Meistern.

Page 297

Protestant. K., (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen,
angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von Ant. Petrini. 1sch.
flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener gewölbter 3/8 Chor mit
seitl. Turm. Die Fensterarchitektur der SSeite und besonders die Fassade in
schweren ernsten Barockformen. — Gute A l t a r g e r ä t e 17. Jh.

Kapuziner-K. 1652. Die Altäre gehören zu den besten dieser im
allgemeinen wenig tätigen Zeit; eines mit G e m ä l d e von Osw. Onghers
1679. Virtuoses lebensgroßes K r u z i f i x um 1650; ein zweites desgl. am
Chorbg. und ein reich dekoriertes h l . G r a b für Prozessionen, beide um
1700.

Hl. Kreuz-K. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von Balthasar
Neumann 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches Kreuz mit leichten
asymmetrischen Abweichungen am O- und WTurm. Der Vierungsraum
dominiert; vor die konkav abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte
Säulenpaare gestellt, von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die
unmittelbar über ihren Kämpfern sitzende Kuppel wird von den Kappen der
Kreuzarme angeschnitten. Die letzteren schließen im N und S gerade, im O
und W werden sie durch Kreissegmente verlängert. Die geistreiche
Raumdisposition, in der die Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht
aufgelockert, nicht aufgehoben ist, würde noch bedeutender zur Wirkung
kommen, wäre nicht die Lichtführung wenig glücklich (ein bei Neumann
öfters vorkommender Mangel). Die Wand- und Freistützen in toskan.
Ordnung. Die zweifellos beabsichtigt gewesene Dekoration in Stuck und
Farbe unterblieb. Die Ausstattung ist etwas ärmlich. Schöner Kronleuchter
um 1750. — Schön und echt neumannisch das Herauswachsen des
WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade. Beachtung verdient die
Friedhofsanlage (in SW der Stadt) von 1542.

Rathaus 1561-63 von Hans Eckhart von Schaffhausen. Eckbau. 3
Geschosse mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, die Abtreppung der Giebel
mit Segmentstücken überbaut. Im Innern: Erdgeschoß große gewölbte
2schiffige Halle, Obergeschoß mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten
Geschoß getäfelte Ratsstube.

Häuser. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen [pg 213] und
Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Bären, Stuckdecken in fr. Rok.

Page 298

Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh.

Marktbrunnen mit S. Kilian 1. H. 18. Jh.

Mainbrücke aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fürstbischofs Joh. Phil. v.
Schönborn) erneuert.

Befestigung. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege angelegt. In
Resten erhalten, besonders der mächtige Marktturm. Vom äußeren Bering
die Mainstrecke mit 8 Halbtürmen (in Wohnungen umgewandelt) und der
hohe runde Falterturm 1469.

K L E I N B A R D O R F. UFranken BA Königshofen.

Dorf-K. Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit hübscher Fassade.
— D e c k e n b i l d von Joh. Peter Herrlein 1781.

Schloß. Renss.Bau 1589-90, überarbeitet im 17. Jh.

K L E I N B A U T Z E N . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn C. H. v. Nostitz
gestiftete Einrichtung bietet im großen Kanzelaltar und dem Betstübchen
höchst prächtige H o l z s c h n i t z w e r k e , noch im Charakter des FrBarock.
Zahlreiche G r a b d e n k m ä l e r der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf, v.
Rechenberg, v. Nostitz.

K L E I N E B E R S D O R F. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. Sprom. Turmchor. — Spgot. A l t a r w e r k .

K L E I N F U R R A . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. OTurm über dem Altar; aus rom. Anlage.

K L E I N G E S T E W I T Z . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage mit Chorturm
und Apsis.

Page 299

K L E I N H E I L I G K R E U Z . RB Cassel Kr. Fulda.

Wallfahrts-K. erb. 1696 vom späteren Fürstabt v. Schleifras.

K L E I N H E R I N G E N . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Neubau 1724. Recht tüchtiger Kanzelaltar aus gleicher Zeit.
Interessantes T r i u m p h k r e u z bez. HF (vgl. Görschen).

K L E I N H E U B A C H . UFranken BA Miltenberg.

Schloß der Fürsten v. Löwenstein. Großer, nicht sehr geschmückter Bau in
Trikliniengrundriß. Der gewöhnlich als Baumeister in Anspruch
genommene Bamberger Joh. Dientzenhofer war hier wahrscheinlich nur
Ausführer eines fremden Planes, und zwar des Darmstädter Hofbaumeisters
de la Fosse.

K L E I N L A N G H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. 15. Jh., Turm (O) um 1300. — G r a b s t e i n e der Zolner 1574,
1577, 1584. — F r i e d h o f s b e f e s t i g u n g 13.-14. Jh.

[pg 214]
K L E I N L A U C H S T E D T. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. enthält interessante Reste einer 2geschossigen rom. Anlage von
ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung.

K L E I N O C H S E N F U R T. UFranken BA Ochsenfurt.

Dorf-K. im Kern rom., verändert A. 17. Jh. — Ansehnliche A l t ä r e mit
Wappen des Fürstbischofs v. Guttenberg (1684 bis 1698). — Wa r t t u r m
am Main.

K L E I N R I N D E R F E L D . UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. 1740 B. Neumann wegen des übernommenen Risses moniert. Der
Bau ausgeführt erst 1768. Doch könnte er auf Neumanns Riß zurückgehen.
Die Anordnung des WTurms in seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke.

Page 300

— A l t ä r e , A. 18. Jh., aus der älteren K. herübergenommen. K a n z e l gute
Rok.Arbeit.

K L E I N S C H I R M A . K. Sachsen AH Freiberg.

Dorf-K. Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des Zimmerwerks
an Decke und Emporen, 16. Jh. — S a n d s t e i n k a n z e l und Ta u f s t e i n
1557. A l t a r w e r k , geschnitzt von B. Diterich 1614.

K L E I N S C H WA B H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und später.

K L E I N W E R T H E R N . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Einfache Dorf-K. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs. Großes
S a n d s t e i n e p i t a p h des Ph. v. Werthern 1588, die einzige bedeutendere
derartige Arbeit in diesem Gebiet.

K L E I N W O L M S D O R F. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. Ursp. spgot. (netzgewölbter Chor), umgebaut 1689 und 1712. —
Herrenhaus um 1720.

C L E T Z E N . Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Verbaute rom. Dorf-K. Spgot. S c h n i t z a l t a r .

K L I N G A . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche Schöpfung des
13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck. Altarhaus mit 1/2kr. Apsis;
einiges rom. Detail.

K L I N G E N B E R G . K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der große
Kanzelaltar. — Herrschaftshaus einheitlich 1682.

Page 301

K L I N G E N B E R G . UFranken BA Schweinfurt.

Schloß (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhöhe gelegen. Zwei Flügel, die
durch einen schmalen Zwischenbau verbunden werden. Teilweise noch
mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg neugebaut. Mit Mauern, Tor
und Graben hoch umgeben.

K L I N G E N TA L . K. Sachsen AH Auerbach.

Pfarr-K. 1736. Zentrale Anlage in regelmäßigem 8Eck (vgl. Carlsfeld,
Schmiedeberg und Loschwitz).

[pg 215]
K L I X . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. neu. Auf dem A l t a r Sandsteintafel, 3 Streifen mit Kreuzigung,
Auferstehung und Jüngstem Gericht, Gedränge kleiner Figuren, um 1580 in
der Art des Chr. Walther. K a n z e l 1702. Zahlreiche G r a b d e n k m ä l e r
der Familien v. Nostitz und Faber, am anspruchsvollsten das große
Wa n d g r a b des Ch. F. v. Gersdorf 1725.

C L Ö D E N . Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

Dorf-K. Sprom. Backsteinbau.

K L O S T E R L A U S N I T Z . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Kirche beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im 16. Jh. Lhs.
und Türme abgetragen und der OBau stark verändert. 1863 ff. nach den
Plänen von v. Quast rekonstruiert, die formierten Teile unter Benutzung der
in den Trümmern gefundenen Stücke und besonders nach Vorbild von
Paulinzelle und Talbürgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher
festgestellt?

K L Ö S T E R L E I N - Z E L L E . K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Cisterc.-Klst. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am OGiebel
unter jüngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in Umrißzeichnung die h.

Page 302

Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt sind. Inschr. Martinus me fecit; der
Stil weist auf 13. Jh.

K L O S T E R R O D E . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Ehem. Prämonstratenser-Klst., gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur ein
gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. grätigen Kreuzgwbb.; kleine
Nebenräume mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten
Würfelkapitellen.

K L O S T E R V E I L S D O R F. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Ehem. Klst. Michaelisberg (Michelstein) gegr. 1189; rege Bautätigkeit A.
16. Jh. — Für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke aufgebraucht, so
daß nur noch verstreute und verbaute Gebäudeteile erhalten sind.

K N A U T H A I N . K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. modern mit eingefügtem bmkw. rom. Portal. [Flügelaltar aus A.
16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines großartigen D e n k m a l s der
Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil des Moritzdenkmals in Dresden. —
Stattliches Schloß um 1700.

K N A U T N A U N D O R F. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus A. 12. Jh., ähnlich
der zu Groitzsch.

K N O B E L S D O R F. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein Portal von
einfachem Aufbau, aber sorgfältiger, schöner Behandlung; merkwürdig der
1/4kreisförmige (anstatt rechtwinklige) Rücksprung für die Sll. Im übrigen
stillos verbaut.

[pg 216]
C O B U R G . Hauptstadt von Sachsen-Coburg.

Page 303

Moritz-K. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh., mit
erheblichen Veränderungen. Die reichen Schmuckformen der Strebepfll.
und Fenster 1520 ff. von Konrad Krebs (vgl. Torgau). Das Innere 1701
barockisiert, geputzte Flachdecke auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten
Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen), die 2geschossigen Emporen der Ssch.
durchschneiden die Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8
Schluß. Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Türme
einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen (jetzt durch
die Orgelbühne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen Reihungen und reichem
skulptiertem Detail. Die Doppeltürme bauen sich in 5 niedrigen, durch
Wasserschläge geteilten Geschossen schwerfällig auf; nur der linke (nördl.)
trägt, durch 3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes, reich
geschmücktes Oktogon; das oberste zurückspringende Mauergeschoß und
der Bar.Helm A. 17. Jh. — Das Hauptportal ist mit glücklicher malerischer
Wirkung dem WChor angegliedert; S t a t u e n , einerseits Adam und Eva,
andererseits Maria und Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den nördl.
Strebepfll. nach 1520. — M o b i l i e n 18. Jh. — G r a b d e n k m ä l e r : am
Schluß des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II. † 1595, ausgeführt bis
1605 von Nik. Bergner, einem thüringischen Meister (aus Rudolstadt?); der
Sockel und das Hauptgeschoß nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal
(entsprechend den Chorwänden), darauf 2 fortschreitend in der Höhe
abnehmende Geschosse und Krönung (ganze H. 12 m). Zwischen der
überaus reich geschmückten Rahmenarchitektur große Reliefbilder; auf
dem Sockel die reichlich lebensgroßen knienden Freifigg. des Herzogs und
seiner Familie. In Größe und Schmuckfülle auch von den Weimarer
Grabmälern, die ihm am nächsten kommen, nicht erreicht. Die zugehörigen
Bodenplatten jetzt an der Wand. — Heraldische G r a b p l a t t e , Bronze, für
Joh. Ernst † 1553, gegossen in Nürnberg vom Büchsenmeister Bernh.
Eberlein. — Ikon. Grabplatte, Bronze, für Joh. Casimir † 1633,
handwerklich. — Bronzeteile von anderen Grabplatten. — Im Lhs. (Ssch.)
ikon. H o c h r e l i e f p l a t t e , Stein, des Ritters Albrecht v. Bach † 1441. —
Viele Grabsteine an der Außenwand, verwittert. — K e l c h e und sonstige
Altargeräte in größerer Zahl. Von eigenartiger Anlage und vorzüglicher
Arbeit ein H o s t i e n s c h r a n k von 1607.

Ehrenburg. Herzog Joh. Ernst beschloß 1540 die Übersiedlung von der
Veste in die Stadt (vgl. den ähnlichen Vorgang in Landshut i. Baiern),

Page 304

Erbauung der neuen Residenz 1543-49 [pg 217] und Benutzung des ehem.
Barfüßerklst. Erweiterungsbau unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister
Bonallino. Nach schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40
Ausbau in neugot.-englischem Stil durch Rénier. — Die alte Anlage
umschloß 3 große Höfe. Der Haupteingang war von der Steingasse. 1816
wurde ein Frontwechsel vorgenommen unter Niederlegung des Hinterhofs
und seiner Wirtschaftsgebäude und Ställe. Der jetzige vordere offene Hof
(N) ist der alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden die
alten Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die doppelte
Durchfahrt seines Mitteltrakts, so kommt man in den alten Vorderhof, der
den Charakter der Renss. und des Bar. im wesentlichen bewahrt hat. Die
Außenfronten an der Stein- und Rückertstr. einheitlich aus der Bauzeit
1543-49; 2geschossig; Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach
Zwerchhäuser. Im Hof gehören dieser Bauzeit die Fronten im W und S mit
mächtigem Treppenturm im Winkel. Die Front des OFlügels (»Altane«)
1626 in kräftigem italienischem Bar., jedoch mit gotisierenden
Maßwerkbrüstungen; die obere Loggia später geschlossen. Der schöne
Brunnen stark renss. Die Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. —
I n n e r e s : Die Räume des 16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten
Gwbb. bewahrt, nicht mehr die Dekoration. Zu beachten vornehmlich die
zu den prächtigsten ihrer Zeit gehörenden Bar.Räume nach 1690; die
Künstler nicht bekannt; der Charakter der Stuckdekoration verwandt den
gleichzeitigen Arbeiten in Gotha, Altenburg, Eisenberg und Großfahner.
Der »Riesensaal«; 28 »Riesen«, von der Hüfte ab aus hermenartigen Pfll.
herauswachsend, tragen die (nicht hohe) Decke, die sie mit dem einen Arm
stützen, während der andere jedesmal einen Bronzekandelaber hält.
»Weißer Saal« ebenfalls reich stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders
prunkvolle Decke des »Gobelinzimmers« und des »Roten Zimmers«. Der
Bibliothekssaal um 1730. Die Schloßkirche (gew. 1738) ist die glänzendste
dieser Epoche in Thüringen; stilistisch noch unberührt vom Rokoko. In den
nächsten 70 Jahren ruhte die Ausstattung. 1808 ff. der Marmorsaal und eine
Reihe kleiner Zimmer in vorzüglicher klassizistischer Behandlung. —
Deutsche G e m ä l d e des 16. und 17. Jh., darunter 4 von L. Cranach d. Ä.

Justizgebäude am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien. Der
Maler Peter Sengelaub, von dem die umfangreichen (verschwundenen)
Fassadenmalereien herrührten, soll auch die Architektur entworfen haben.

Page 305

Gestrecktes, nach 3 Seiten freies Rck. in ausgeprägter
Horizontalkomposition, [pg 218] darüber hohes Dach mit sehr reich
behandelten Giebeln und Zwerchhäusern. Leider ist eine für die Abrundung
der Komposition nötige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr
vorhanden: der vor den Verkaufsläden des Erdgeschosses sich hinziehende
offene Säulengang, dessen Schieferdach bis dicht unter die Luken des
Mezzanins reichte. Die glückliche Massenverteilung in Verbindung mit dem
reichen plastischen Schmuck der Türme, Erker und Giebel (von Nik.
Bergner) und der Bemalung der Wandflächen stellte den Bau in die Reihe
der prächtigsten Bauten der Sprenss. in Thüringen. Das Innere 1896
gänzlich verändert.

Gymnasium Casimirianum. 1601 ff. von P. Sengelaub und Nik. Bergner.
Die Anlage dem Regierungsgebäude ähnlich, jedoch nur 2geschossig,
dadurch ohne Kontrastwirkung des Erdgeschosses, aber mit gesteigerter
Betonung der Dachregion, deren Zwerchhäuser die Zahl 6 und volle
Geschoßhöhe erreichen. Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In
den Details kommen noch Fr.Renss.-Formen (der venezianische Pilaster)
und sogar einzelne got. vor (wie auch an Joh. Casimirs Altane in der
Ehrenburg). An der Ecke Standbild des Gründers von Veit Dümpel 1628.
Das Innere enthielt 3 große Auditorien (also ähnliche Grundsätze der
Einteilung wie in der gleichzeitigen Universität in Helmstädt).

Zeughaus 1616-21 von P. Sengelaub. Der Formencharakter den beiden
vorigen ähnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter (am Portal
Rustikasäulen).

Rathaus 1577, im 18. und 19. Jh. stark verändert, die Fassade (1750)
unbedeutend, früheste Rok.formen in Coburg. An der Ecke schöner
Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm. Großer Saal mit
geschnitzter Holzdecke. Fürstenporträts (Joh. Friedrich II. von Sengelaub).

Hofapotheke, Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil aus einem
Bau des 16. Jh. adaptiert.

Wohnhäuser des 16.-18. Jh. in größerer Zahl und oft gut erhalten;
namentlich ist Coburg eine Stadt schöner Erker. — Besterhaltenes
Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591; ebenda no 4 sog. Kemnate

Page 306

(Trinkstube der fürstl. Beamten); Spitalgasse no 25 mit steinernen
Hofarkaden. Zahlreiche Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse.
Erker in der Judengasse, Spitalgasse und am Markt. — SpBarock:
Gymnasiumsgasse no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda no 12
mit reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach vertreten (ganz
hübsch Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher der Klassizismus. — Die
einst zahlreichen Fachwerkhäuser [pg 219] zusammengeschmolzen oder
durch Putz verdorben; von ihm kürzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627.

Brunnen Rückertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687.

Veste (166 m über der Stadt). Unter Otto III. als königliches Gut erwähnt,
als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der Grafen von Henneberg (bis
1248 des Herzogs von Meran). 1353 durch Erbgang an das Haus Wettin,
dem es verblieben ist. — 3 rom. Pfll. im Erdgeschoß des jetzigen
»Fürstenbaues« sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte
1840 Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr zu
kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte Doppelkap. ist
verschwunden. Im heutigen Bestande der Veste ist nur weniges (das
Zeughaus in den Außenmauern) älter als der Brand von 1500. Auf diesen
folgte eine umfassende Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der
bestimmende war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschloß. Der
Plan von 1553 zeigt in Übereinstimmung mit dem heutigen Bestande eine
doppelte Ringmauer mit Zwinger. Verstärkung der Außenwerke unter
Johann Kasimir durch Gideon Bacher 1614 ff. Belagerung 1635.
Ausbesserung und letzte Vollendung 1669-71. Die 1838 begonnene
Restauration beeinflußte die bauliche Erscheinung stark, weshalb dem
Beschauer Vorsicht zu empfehlen ist. — Die Ringmauern umschreiben,
dem natürlichen Fels sich anschließend, ein ungefähres Oval von ungefähr
230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein imposantes Bar.Tor von 1671
(der Straßenzug, sowie der hinter dem Tor über der inneren Mauer sich
erhebende Turm ist modern). Die beiden keilförmigen SBasteien mit ihren
malerischen kleinen Auslugtürmen schon auf Abbildungen von 1625 und
1626. Die SFront hat übereinander 3 Verteidigungsgänge. Der Wehrgang
des obersten, östl. vom »hohen Haus«, ist moderne Imitation. Der vom
NWEingang ausgehende Tunnel um 1553. Der ihn schützende Rote Turm
verschwunden. Die Bärenbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gefährdete

Page 307

OSpitze durch den großen runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier wird der
Bergfried der ma. Burg vermutet. Die über ihr liegende »hohe Bastei« eine
künstliche Aufschüttung nach dem 30jährigen Kriege. — Das Innere des
Berings wird durch eine Quadermauer in 2 weiträumige Höfe ohne
geschlossene Gebäudefolge zerlegt. a) d e r ö s t l . B u r g h o f . Das
Hauptgebäude besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden
Flügeln: »Hohe Kemenate« und »Fürstenbau«, der letztere auf den
Grundmauern des rom. Palas, die spgot. Teile nach 1501, die in Fr.Renss.-
Formen ausgeführten von Nik. Grohmann 1553-58; im wesentlichen jedoch
die Fassade M. 19. Jh. [pg 220] Hinter der offenen Galerie 2 Räume mit
wohlerhaltenen, z. T. reich geschnitzten hölzernen Decken. Der schöne
Kachelofen aus A. 17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in München
erworben. Im O. schließt sich die Kapelle an; durch öfteren Umbau,
namentlich auch im 19. Jh., historisch entwertet; »Wiederherstellung«
beabsichtigt. Der WFlügel (»Hohe Kemnate«) hat spgot. Mauerwerk und z.
T. spgot. Fenster. Der alte Bankettsaal jetzt Waffensaal; die Türumrahmung
neu, alt der eiserne Ofen mit Reliefplatten um 1480. Im selben Geschoß das
sog. Lutherzimmer; die Erscheinung wesentlich neu, alt der eiserne Ofen,
bez. 1548. (Das Zimmer, in dem Luther 1530 in Wirklichkeit gewohnt hat,
ist ein anderes und vollständig verändert.) In den Zimmern des
Obergeschosses ist Altes und Neues sehr gemischt; bmkw. das
Rosettenzimmer mit spgot. Türgestell und renss. Kachelofen (wohl fremd).
Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die Wandbekleidung mit Intarsia und
Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg übergeführt; sie gehört zum
Schönsten, was in dieser Art in Deutschland zu finden; die Vorlagen zu den
Jagdszenen von Wolfgang Birkner; die Möbel verschiedenen Ursprunges,
aus den Vorräten der Veste zusammengestellt. — b) d e r w e s t l .
B u r g h o f . An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus (»hohes
Haus«) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrstöckiger Giebelbau, von
hübscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus Zink 1850); der Turm hat den
ma. Charakter eingebüßt. Die Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um
1540. Im übrigen enthält der Hof schlichte Wirtschaftsgebäude. — Die
Verlegung der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, daß die
baukünstlerische Entwicklung der Veste über diese Zeitgrenze nicht
fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im einzelnen ärgerlich und
irreführend genug, für den summarischen Eindruck aber sind sie ziemlich
unschädlich, und zumal die Außenansichten von unvergänglichem Reiz. Ein

Page 308

wertvoller Zuwachs die im 19. Jh. angelegten K u n s t s a m m l u n g e n , aus
denen hervorzuheben: 2 Altarflügel, fränkisch, 1. H. 15. Jh., 12 Tafelbilder
von Cranach und seiner Werkstatt; 7 Fürstenbilder von Jost Stettner M. 16.
Jh.; zahlreiche Porträts aus 2. H. 16. und 17. Jh.; karolingischer
Elfenbeindeckel aus Gandersheim; Sandsteinmadonna aus Königsberg A.
15. Jh.; Holzmadonna A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in Coburg; von einem
ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von demselben
Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von Veit Stoß (?) und
zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh. Ausgezeichnete
Möbel, Gläser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung, auch mit
Miniaturen und Handzeichnungen.

[pg 221]
K O H R E N . K. Sachsen AH Borna.

Stadt-K. Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt überarbeitet;
1878 rest. — A l t a r w e r k 1616, Holzaufbau mit bmkw. Gemälden.

Burg. 2 starke Rundtürme erhalten.

C O L D I T Z . K. Sachsen AH Grimma.

Gottesackerk. St. Nikolai. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tür. Denkmäler des
16.-18. Jh.

Stadt-K. 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsgeräte.

Rathaus 1540, Giebel 1650. — Wohnhäuser des 16. und 17. Jh. —

Schloß. Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert 1578-91 von
Hans Irmisch unter Beibehaltung got. Teile. Später verwahrlost. Am besten
erhalten die eingebaute Allerheiligen-Kap. mit P o r t a l in prunkvoll derben
Formen von 1584.

C Ö L L E D A . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Peter-Pauls-K. 1266 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Ursp. 3sch.
Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine rundbg. Fenster, dagegen

Page 309

die Arkaden spitzbg.

Wiperti-K. Bmkw. großes A l a b a s t e r e p i t a p h der Familie v. Werthern
1586.

K O L M D O R F bei Bayreuth OFranken.

Schlößchen Karolinenruhe 1760.

K Ö N I G S B E R G I . F R . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Stadt-K. beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgroßer, mit
Aufwand durchgeführter Bau; durch Brand im 30j. Kriege sehr beschädigt.
(Rest. A. 20. Jh.) — Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen. Langchor von 2
Jochen und 5/8 Schluß. Im nordöstl. Winkel Turm, im südöstl. Sakristei.
Der Chor war durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in Höhe
der Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen. Außen die
Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in diese eingeordneten
S t a t u e n nur die eine der Maria verschont; von den übrigen wenigstens die
Konsolen mit Tragefiguren. Unter dem Mittelfenster Blende mit 3
Baldachinen, denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem
Kaffgesims Spuren von Wandmalerei. Nächst der Sakristei Ö l b e r g -
R e l i e f . — Mit dem Chor gruppiert sich der Turm, voll. 1446; davon
erhalten, doch mit Beschädigung und Umarbeitung im einzelnen, die 4
ersten Geschosse; Friese, rundbg. mit Nasen besetzt, trennen sie; an den
Ecken breite Lisenen und übereck gestellte Streben, ähnlich denen des
Chors mit Statuenblenden und Baldachinen geschmückt. Das letzte
Geschoß E. 17. Jh. — Viel stärker hat das Lhs. gelitten; das Innere E. 17.
Jh. ganz erneuert; dürftig. — Die Ausstattung [pg 222] des Chors mit
niedrigen Schranken, Lesepult und Kanzel sprenss. — G r a b s t e i n e 1593,
1675, 1676, 1682, 1703.

Gottesacker-K. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. — Unter den
zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit, andere
gegenständlich interessant.

Wohnhäuser. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733; reiche
Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstümlichen Fachwerkbaues,

Page 310

sondern vom Steinbau beeinflußt.

K Ö N I G S B R Ü C K . K. Sachsen AH Kamenz.

Stadt-K. 1682 von Chr. Gottschick und G. J. Spieß. Prächtiger A l t a r 1692
mit leidlichen Gemälden. Interessantes E p i t a p h M. v. Schellendorf 1763,
Holz, vergoldet. — Auf dem Friedhof charakteristische Gruftkapellen und
Denkmäler des 18. Jh.

Die Wohnhausarchitektur bietet zahlreiche schlicht reizvolle Stücke aus
18. Jh.

K Ö N I G S F E L D . K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. erneuert 1754. — Kostbarer Altarbau aus Marmor, Serpentin und
Alabaster 1613.

Schloß, ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss.

K Ö N I G S H A I N . K. Sachsen AH Zittau.

Kath. Pfarr-K. 1766 von J. J. Kuntz in Reichenberg, 1sch. Rck., gedeckt
mit 2 böhmischen Kappen. Entlang der Längswände unter den Fenstern
Emporen auf gewölbten Arkaden. — H o c h a l t a r ; über dem Tabernakel
großes Rahmengemälde, von fliegenden Engeln getragen; bez. Phil.
Leubner 1780. — Schöner K e l c h E. 15. Jh.

K Ö N I G S H O F E N im Grabfeld UFranken.

Pfarr-K. 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher Qualität.
Quaderbau. Hallenkirche von 5 Jochen mit mäßig gestrecktem 1sch.
Achteckchor. Die Raumverhältnisse ungewöhnlich in die Breite gehend,
zum Ausgleich das Msch. stark überhöht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw.
zierliche Portale, leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter
Einzelbildung ist das Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der
Juliuszeit; aus eben derselben das noch got. Oktogon des im SO stehenden
Turmes, das mit einer welschen Haube übrigens recht gut ins Verhältnis
gesetzt ist; kunstvolle 2läufige Schneckenstiege. — Das Relief des

Page 311

J ü n g s t e n G e r i c h t s im Bogenfeld des WPortals sehr ähnlich dem in
der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. Mehrere M e s s i n g k r o n l e u c h t e r
17.-18. Jh. Überlebensgroße M a d o n n a , Holz, um 1500. Andere spgot.
S k u l p t u r e n in der Kapelle über der Sakristei. In letzterer frgot.
A q u a m a n i l e (Pferdchen) und elegante E l f e n b e i n g r u p p e der
Kreuzigung, 18. Jh.

[pg 223]
Rathaus ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung städtischer
Altertümer.)

Wohnhäuser am Markt, bar. und rok., im Übergang zum thüringischen
Typus.

Marktbrunnen, Schmiedeeisen, 16. Jh.

Befestigung (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem System,
einige Bastionen erhalten.

K Ö N I G S T E I N . K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1810. — Festung. Die Anfänge gehen bis ins 12. Jh. Regelrechte
Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang nach den Plänen des
Nürnbergers P. Buchner 1591. Die Christiansburg 1589-91 von Buchner
und Irmisch. Johannissaal (»Neues Zeughaus«) 1631. Die Friedrichsburg
1721 erweitert; ihr reicher innerer Schmuck durch Brand 1744 zerstört. Das
alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (»Gardehaus«) 1598, beide von
Buchner. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg, die Magdalenenburg und
die Kommandantur, verändert nach Brand 1806. Bildnisse in großer Menge,
u. a. J. R. v. Patkul und Chevalier de Saxe 1768 von A. Graff. Der 180 m
tiefe Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von Joh. v. Bodt. Die
Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh., vgl. Kämpfer;
umgebaut 1515 und 1631. — Schönes E l f e n b e i n - K r u z i f i x von
Melchior Barthel um 1670.

K Ö N I G S WA L D E . K. Sachsen AH Zwickau.

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Dorf-K. Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. — Spgot.
Schnitzaltar.

K Ö N I G S WA R T H A . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 17. Jh. mit got. Resten. — Adlige G r a b d e n k m ä l e r in großer
Menge.

Schloß erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz † 1796. Nüchterne
Lisenenarchitektur. — B i l d n i s s e des wenig bekannten aber
vortrefflichen Malers Hagelganß 1755.

C Ö N N E R N . Pr. Sachsen Saalkreis.

Stadt-K. 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm im Kern rom.
— Spgot. Ta u f k e s s e l .

C O N R A D S B U R G . Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger Bau undatiert,
nach seinen reichen Schmuckformen um 1200. Qsch. und Lhs. fehlen
(waren sie etwa überhaupt nicht zur Ausführung gekommen?). Der Chor
nach dem Hirsauer Schema; die Nebenchöre kommunizieren mit dem
Hauptchor durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen.
Die abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den Fasen
Rundstäbe, die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen. Die
grätigen Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf [pg 224] Konsolen. Das
Gwb. des Hauptchors eingestürzt; als Ruine abgebildet bei Puttrich; jetzt
notdürftig eingedeckt. In der wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und
Säulen Prachtstücke blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte
wechseln regellos mit spiralisch kannelierten.

C O N S TA P P E L . K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der ältesten des
Meißener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes Qsch., Chorquadrat (bei
der Erweiterung 1884 die Schlußwand durchbrochen und im W ein Turm
hinzugefügt). — Ta u f s t e i n mit Reliefs 16. Jh. A l t a r t a f e l , Beweinung,

Page 313

von einem nicht unbedeutenden Künstler aus der Nähe Cranachs.
Lebensgroße Bildnisse Luthers und Melanchthons aus Cranachs Werkstatt.

C O R B E T H A . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. mit rck. WTurm im Übergangsstil.

K O R B U S S E N . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verändert um 1500.

K O R N B E R G . RB Cassel Kr. Rotenburg.

Kirche des ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Ganz schmuckloser 1sch. got.
Bau mit 8 (meist zerstörten) Kreuzgwbb., Chorschluß aus 8Eck, WEmpore
über 2sch. Halle. — Zweistöckige Klostergebäude um einen Hof ohne
Kreuzgang.

K O S E L I T Z . K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. Bmkw. Altargemälde von C. Roesler 1800.

K Ö S S E R N . K. Sachsen AH Grimma.

Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofjägermeister Dietrich v. Erdmannsdorf.
In reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf von Pöppelmann;
besonders stattlich der große Saal.

K Ö S T R I T Z . Reuß j. L. LA Gera.

Fürstl. Schloß 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage der
klassizistischen Zeit; Tempelchen usw.

C O S W I G . K. Sachsen AH Meißen.

Pfarr-K. 1sch. Saal mit 3/8 Schluß 1497, erhöht und mit Volutengiebeln
versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemäldezyklus an der Empore
und der flachen Decke. — S c h n i t z a l t a r E. 15. Jh., neu montiert A. 17.
Jh.

Page 314

K Ö T I Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Herrenhaus. M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von Samuel Locke; in der
Ausstattung manches Hübsche.

K Ö T Z S C H E N B R O D A . K. Sachsen AH Dresden-N.

Pfarr-K. Netzgewölbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. — A l t a r 1638 von
Zach. Hegewald, auseinandergenommen, von Interesse die Alabasterreliefs
und Sandsteinstatuetten; [pg 225] D e n k m ä l e r 1675, 1738. — Im Dorf
reizende renss. B r u n n e n e i n f a s s u n g mit Puttenrelief von Hans Walther
(?).

K O T T M A R S D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und
Löbauer Ratslogen) gleichzeitig.

K R A K A U . K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Mehrere Ölgemälde 16. Jh. und gute B i l d n i s g r a b s t e i n e 17.
Jh.

K R A N I C H F E L D . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Stadt-K. 1496, 1sch. flachgedeckt, gewölbter polyg. Chor. Änderungen
1702. — Hübsches G e s t ü h l 1520; G r a b s t e i n einer Gräfin Gleichen
1570.

Schloß (»Oberschloß«). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr stattliche
Gruppe hat seither viel verloren. Der älteste Teil der sog. dicke Turm, aus
12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches Quadrat, Kreuzrippengewölbe, Ecksäulen
mit Würfelknäufen; die Außenwand mit fein profilierten Lisenen. — Sonst
das Äußere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine Menge
größerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. (allein an der SSeite ihrer
8). — Unterschloß mit umfänglichen ma. Resten, jetzt modernisiert.

K R A N L U C K E N . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Page 315

Dorf-K. (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750.

K R A U T H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlängert. — Schloß
1710 einfach.

C R AW I N K E L . Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Dorf-K. im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).

K R AY E N B U R G . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Burg. Ausgedehnte, sehr zerstörte Anlage. Der Palas aus der Zeit der
Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. der Wartburg
verwendet.]

K R E I N I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Schloß seit 1776.

K R E I P I T Z S C H . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Schloß. 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm 1611 und
die in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt mit Seitenpförtchen 1628.

K R E U S S E N . OFranken BA Pegnitz.

Pfarr-K. Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot.
S a k r a m e n t s h ä u s c h e n . Großer A l t a r 1688. — An der SSeite
2stöckige got. Kapelle, jetzt Sakristei.

K R E U Z B E R G . UFranken BA Neustadt a. S.

Franziskaner-Klst. 1681-95.

[pg 226]
K R E U Z B U R G . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Page 316

Nikolai-K. Rom. Apsis 1215 in sehr großen Abmessungen; in 7 Nischen je
1 Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt abgebrannt, erneuert
1785. Hoher WTurm 1428.

Liborius-Kap. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen Diensten;
Fenster und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen.

Friedhofs-Kap. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710 haben von
den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor reich renss. 1624.

Got. Klst.-K. vor der Stadt, jetzt Scheune.

Wohnhäuser mit Renss.Portalen.

Stadtmauer aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit.

Schloß. Palas 1170, stark verändert. Ringmauer gut erhalten, Zinnenkranz
und Spuren des Wehrgangs.

Werrabrücke 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223.

K R E U Z E B E R . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß, Pilaster und
Fenstereinfassungen in Sandstein.

K R E U Z W E R T H E I M . UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753.
S c h n i t z a l t a r ca. 1510-20.

Schloß der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb. 1736,
unbedeutend und verrenoviert.

K R I E B S T E I N . K. Sachsen AH Döbeln.

Schloß. Die gut überlieferte Baugeschichte läßt 4 Abschnitte unterscheiden:
vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566 ausgebaut. An den alten Teilen

Page 317

bmkw. Einzelheiten. In der Rüstkammer gut erhaltenes Wa n d g e m ä l d e
um 1400.

C R I M M I T S C H A U . K. Sachsen AH Zwickau.

Stadt-K. 1513. Einfach behandelter wohlräumiger Hallenbau von 15 : 22
m, geteilt in 5 Netzgewölbe; der unsymmetrisch anschließende rck. Chor
mit NTurm aus 14. Jh. — E p i t a p h v. Schönberg 1597, reicher Säulenbau
mit vielen Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der
Schule Nossenis. Halbzerstörter Ta u f s t e i n mit Reliefs, treffliche Arbeit
aus 1. H. 17. Jh. — Mehrere schöne K e l c h e aus M. 15. und A. 16. Jh.

C R Ö B E R N . K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. 1750-55, stattlich. — D e n k m ä l e r der Familien v. Breitenbach
und v. Seydewitz aus 16. Jh.

C R O C K . Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen.

Pfarr-K. (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt nicht sehr
verändert. — Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog. polyg. Chor.
Vorspringender WTurm. Charakteristischer spätestgot. Ta u f s t e i n 16. Jh.

[pg 227]
C R Ö L LW I T Z . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. spgot., durch zierliches Maßwerk in den Fenstern, einen in dieser
Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend.

K R O N A C H . OFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden, interessant durch
deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung. Chor 2 Joche und 5/8 Schluß,
Kreuzgwbb. mit großen dekorierten Schlußsteinen, 1. H. 14. Jh. — Lhs.
5jochige Halle nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. — M. 16. Jh.
Verlängerung nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal mit
reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh. Bapt. 1540. —
Ausstattung großenteils neu. In einer Seitenkap. P i e t a s M. 15. Jh.

Page 318

G r a b d e n k m a l von 1580 von einem Nachfolger des Eichstädters Loy
Hering. — In der Nähe (NO) zierliche 2stöckige Kap. 1512.

Rathaus. Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der
Plassenburg.

Wohnhäuser in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh.

Brunnen mit S. Michael um 1650.

Stadtbefestigung des 16. Jh. großenteils erhalten. Entwürfe zu ihrer
Modernisierung von Balth. Neumann 1741.

Veste Rosenberg, ehem. der Bischöfe von Bamberg. Gut erhaltene, für die
Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage. In der Kernburg hoher 4eck.
Buckelquader-Bergfried aus 13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer
Stelle bez. 1487. Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3.
Befestigungsgürtel 17. Jh. Kräftiges Rustikator 1662 ähnlich wie in
Forchheim. (Kleines Museum zur Stadtgeschichte.)

K R O S I G K . Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K., Ruine einer typischen rom. Anlage.

K R U K E N B U R G . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Burgruine. Bmkw. die 1126 gewölbte sehr hohe rom. Kap. In der Mitte
kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser, ehem. mit Kuppelgwb., 4
rck. Anbauten mit Tonnengwbb, schließen sich kreuzförmig an. Der got.
Palas aus der Zeit des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in großen
Teilen erhalten.

C R U M B A C H . Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schluß. Interessant der runde
WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom Kirchenschiff aus; an
der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges.

K Ü H N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Page 319

Dorf-K. Lhs. rck., schmälerer 5/8 Chor mit gutem Maßwerk [pg 228] 1323.
— K a n z e l 1630 mit schönen Intarsien. — Als Gattung bmkw. die
bäuerlichen E p i t a p h i e n .

Schloß, früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau noch
mittelalterl., Nebenturm renss.

K U L M . Reuß j. L. LA Gera.

Dorf-K. gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs. mit quadr.
Chor und 1/2kr. Apsis.

K U L M B A C H . OFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439.
Wohlräumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener Chor 2 Joche
und 5/8 Schluß. Emporen und Gwbb. des Lhs. modern (1535 hölzerne
Tonne), WTurm mit Maßwerkfriesen und Spitzhelm. — Imposanter
B a r o c k a l t a r mit flotten Skulpturen, am Sockel Porträtrelief des
Markgrafen Christian (1603-55). Ta u f s t e i n mit 4 guten Marmorreliefs A.
17. Jh., vielleicht von Hans Werner von Bamberg. G r a b s t e i n e 17. Jh.,
recht gut der des Georg Wolf v. Lainack. Glasgemälde ca. 1550. —
Pfarrhaus 1730.

Spital-K. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom
Hofbaudirektor Fr. Grael.

Friedhofs-Kap. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und 18. Jh.,
zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten.

Rentamt (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter und
geschmückter Barockbau 1694. Zwei schöne Toranlagen.

Bezirksamt (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften Giebeln
wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 Caspar Vischer.

Rathaus 16. Jh., Fassade 1752. — Einige Wo h n h ä u s e r der Renss.

Page 320

Stadtbefestigung teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich rot
angestrichen, und Pranger.

C U N E WA L D E . K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. 1780. Großer Saalbau mit Doppelemporen. — Kanzel 1656.
Bmkw. Reste von spgot. A l t a r p l a s t i k . Zahlreiche G r a b d e n k m ä l e r
des 17. und 18. Jh.

K U N I T Z . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges A l t a r g e m ä l d e .

Burgruine (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleißberg). Vom rom.
Bau der Bergfried und die Südwand des Palas erhalten.

K Ü N I T Z S C H . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Einheitlich von 1706. — Zwölf D e n k m ä l e r 1608-1782.

K Ü N S B E R G K . UFranken BA Mellrichstadt.

Bedeutende Burgruine, z. T. rom.

[pg 229]
K U P F E R B E R G . OFranken BA Stadtsteinach.

Stadt-K. 1280-1300. Frgot. Basilika mit großem Chorturm. —
Ansehnliches Spitalgebäude mit Kirche, 1738-42, angeblich unter Einfluß
von Balthasar Neumann (?).

K Ü R B I T Z . K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für diese dem
Kirchenbau ungünstigste Zeit ein außerordentlich stattlicher Bau, dem
protestantischen Kultus angepaßt. Der Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die
Ssch. 2geschossig, Erdgeschoß 5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg.
Altarhaus, im W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel
dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe (im ganzen

Page 321

4) eingeschoben, äußerlich mit 3 Achteckseiten hervortretend. Auf der
WEmpore die herrschaftliche Winterbetstube, ehemals reich und behaglich
eingerichtet (erhalten ein K a m i n von einfach vornehmen Formen, die als
Hermen fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche Arbeiten).
Die Formen außen und innen ernst und schlicht, mit manchen got.
Nachklängen; z. B. die Fenster der unteren Reihe spitzbg., der oberen
rundbg., aber mit Maßwerk. Aufwendiger nur das Hauptportal, Rustika mit
toskan. Ordnung, übrigens von strengster Behandlung. — A l t a r w e r k aus
der Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500. — K a n z e l
bez. 1626; die tragende Mosesstatue sowie die Evangelisten der Brüstung,
überraschend durch Formenreinheit im Sinne der Hochrenss., von derselben
ausgezeichneten Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in
äußerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von
puritanischer Einfachheit und Trockenheit. — F a m i l i e n g r u f t der
Herren v. Feilitzsch mit Bildnisgrabsteinen von 1511 ab. In der Kirche
Ölporträts derselben Familie aus 17. und 18. Jh. Vierflügeliger A l t a r um
1500 (schlecht rest.).

K Ü R N A C H . UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. 1723, vielleicht nach Angaben B. Neumanns. Eingezogener Chor
mit 3seit. Kappenschluß, im N und S Sakristeien, Lhs. flachgedeckt,
Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster mit reicher Hausteinumrahmung.
— Im Dorf 4 B i l d s t ö c k e , einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr
stattlich die große Freigruppe der K r e u z i g u n g bei der Grießmühle,
Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766.

C O R S D O R F. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern.

K Y F F H Ä U S E R . Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen.

Burgruine. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz Tilleda gegr. Die
Konstruktion des Bergfrieds weist auf [pg 230] höheres Alter (?). Von der
sehr ausgedehnten Anlage fast nur noch die Grundmauern zu erkennen. —
Die K a p e l l e von derselben einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen
dieser Gegend.

Page 322

L

L A A S . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff, eingezogener
quadr. Chor und überwölbte Apsis; von rom. Kunstformen nichts erhalten,

L A M P E R T S WA L D E . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener Saal. —
Denkmäler.

Schloß um 1690-1700.

L A N D E S W E H R bei Meiningen.

Burgruine. Von der 1525 zerstörten ma. Burg stammt der schräg am Boden
liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch Pulver gesprengt. Die
Steine der Burg wurden 1682 zum Bau der Elisabethenburg, des
Residenzschlosses in Meiningen, verwendet.

L A N D S B E R G bei Meiningen.

Schloß des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40 von Döbner.
Innen große Kunst- und Waffensammlung. 2 Öfen des 16. Jh, aus Saalfeld.
Wertvoll 4 geschnitzte und gemalte thüringische A l t ä r e E. 15. bis A. 16.
Jh. Vertreten sind: Valentin Lendenstreich, der Meister der
architektonischen Baldachine und der Meister des Neusitzer Altars.

L A N D S B E R G . Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Page 323

Stadt-K. sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in gleicher
Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geöffnet. Rom.
Tympanon, S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Löwe.

Doppelkapelle der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus interessanteste
Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. — Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2
gesonderten Geschossen, die durch eine Öffnung im Boden des oberen in
Verbindung stehen. Jedes hat 3 grätig gewölbte Schiffe von gleicher Höhe.
2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke elegant
dekorierte Säulen kontrastieren (Kapitelle interessante Weiterbildung des
Königslutterer Typus); im W ein quer durchlaufender Gang, im O 3 durch
beide Geschosse durchgehende Apsiden. Die enge Treppe liegt außerhalb
der SWand und ist geraden Laufs. Das zweite Obergeschoß, als Wohnraum
dienend, ist spätere Zutat. — Die 2 merkwürdigen P o r t a l e in Sachsen
analogielos. Das größere in der Architekturform einfach, nur Rücksprung,
aber die Leibungsfläche [pg 231] reich ornamentiert, an den Pfosten
figürliche Reliefs, im Tympanon Christus in der Mandelglorie zwischen
Engeln, alles sehr verwittert. Am kleineren giebelförmiger Sturz ohne
Entlastungsbg. Schnitzaltar, um 1500.

L A N G B U R K E R S D O R F. K. Sachsen AH Pirna.

Schloß. Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem 8eckigen
Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten 1749.

L A N G E N A U E . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und Portal;
s k u l p t i e r t e s Ty m p a n o n , Christus im langen Rock am Kreuze
stehend, zu Füßen die Weltkugel, oben Sonne und Mond in ornamentaler
Stilisierung, neben ihm 2 Palmenbäume; höchst bäuerisch, wohl 12. Jh.

L A N G E N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. M. 13. Jh. Nach Brand 1505 whgest., 1873
rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke. Nonnenempore auf 3sch.
Kreuzgewölbehalle.

Page 324

L A N G E N H E S S E N . K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. Triumphbg. und Chor sprom. — Großes spgot. A l t a r w e r k von
1502 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, in den Gemälden Einfluß der
fränkischen Schule.

L A N G E N L E U B A . K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. rom., sehr verbaut; ein schönes Portal mit 2 Säulenpaaren 1841
zwecklos zerstört.

L A N G E N L E U B A . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche Ausstattung
im 18. Jh. — Vornehmes G r a b m a l für Joh. v. Kuntsch † 1714.

Schloß 1707, groß und ehemals prächtig, jetzt in Verfall.

L A N G E N N A U N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne. Ausstattung
fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung.

L A N G E N R E I N S D O R F. K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die westl. Vorhalle
mit massivem Turm enthalten rom. Formen. — S c h n i t z a l t a r 1500.

L A N G E N S A L Z A . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Bonifazius-K. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im 15. Jh.
weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit hohem Dach und
eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der Hauptachse und hat im Innern
nur eine hölzerne Flachdecke. Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf
kunstreichen Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert,
[pg 232] von denen nur der nördl. ausgeführt; Unterbau 1470,
Renss.Oberbau erreicht die für dieses Gebiet ungewöhnliche Höhe von 81
m. Das große WPortal hat seinen p l a s t i s c h e n S c h m u c k im
Bauernkriege verloren; es waren am Gewände 12 Statuen in zwei Rängen

Page 325

und 2×3×4 Statuetten an den Bogenläufen; das von einem Mittelpfosten
getragene Tympanon enthält (ziemlich unversehrt) in 3 Reliefstreifen das
J ü n g s t e G e r i c h t , Kompositionsschema von S. Lorenz in Nürnberg;
von einem fränkischen Künstler (?) am Pfosten ein O p f e r s t o c k . Um
einiges einfacher das nördl. Seitenportal, im Tympanon K r e u z i g u n g . —
Das Obergeschoß über der Sakristei hat eine bmkw. b e m a l t e
B r e t t e r d e c k e aus A. 16. Jh.

Stephans-K. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht im
Stadtbrande von 1506 zerstört. Die dürftige Herstellung gab nur
Bretterdecken und erhöhte das Msch., welches schlichte Stichbogenfenster
erhielt. Reichere Bauformen enthält nur die gerettete Außenansicht der
Sschiffe. Sie sind mit einer Maßwerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln,
zwischen denen die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrönt. Die Fenster
des Maßwerks beraubt. An der SSeite großes, lebhaft gegliedertes Portal.
Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm scheint im Unterbau
aus einer älteren Anlage zu stammen; der Oberbau neugot. 1860. — Unter
den G r a b s t e i n e n sind die ältesten die des Dietrich v. Salza † 1308 und
Günther v. Salza † 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschädigt.

Augustiner-K. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches Rechteck;
abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke erhalten.

Rathaus 1742. — Marktbrunnen 1582. — Zahlreiche Reste der
Stadtbefestigung.

L A N G E N S E L B O L D . RB Cassel Kr. Hanau.

Dorf-K. des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten.

Schloß des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters. Im Garten
G r a b s t e i n eines Abtes aus 15. Jh.

L A N G E N S T E I N . RB Cassel Kr. Kirchhain.

Dorf-K. Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor hat Netzgwb.
mit doppeltem Rippensystem, das untere frei schwebend.

Page 326

L A N G E W I E S E N . Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren.

Stadt-K. 1675.

L A N G H E I M . OFranken BA Lichtenfels.

Cistercienser-Klst., gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des
Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des
Konventshauses 1730 ff., Brand 1802, Säkularisierung 1803, [pg 233]
darauf Abtragung der Ruinen. Erhalten hat sich: eine Kap. vor dem
Klostertor und ein Flügel des Konventsbaues (jetzt Brauerei). Die erstere
frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6 Kreuzgwbb., deren Kämpfer bis zur Fensterbank
hinabreichen (ungefähr wie im Refektorium zu Heilsbronn), der Schluß
5rippig über 1/2kreisförmigem Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr
langgestreckte, platt geschlossene Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die
Klosterbauten wetteiferten in Größe und Opulenz mit denen von Ebrach.
Der erhaltene Flügel trägt am Giebel die Zahl 1792, die Formen zweifellos
um oder vor M. 18. Jh.; wahrscheinlich von Balth. Neumann; Pläne
desselben für Langheim in der Sammlung Eckart in Würzburg.

L A N G H E N N E R S D O R F. K. Sachsen AH Freiberg.

Dorf-K. 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten
Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. Glasgemälde.

L A N G U L A . Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

Dorf-K. modern, reich geschmückter spgot. Ta u f s t e i n .

L A U B . UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. Bedeutende überlebensgroße S a n d s t e i n m a d o n n a , stilistisch
der Madonna im Würzburger Dom nahe verwandt; durch das Stifterwappen
auf der Konsole datierbar auf ca. 1320.

L A U C H A . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Stadt-K. 1479-96. Großer einheitlicher Bau, flachgedeckter Saal, aber
vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern und ringsum

Page 327

Strebepfll. WTurm über nach S und W offener Halle.

Rathaus. Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. —
Stadtbefestigung teilweise erhalten, am besten das Obertor.

L A U C H R Ö D E N . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte der Gegend im
W. Emporen und hölzernes Tonnengwb. — [Schnitzaltar jetzt in der
Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln 18.Jh. — K e m e n a t e der v.
Rotenhan mit Inschr. 1562, 1575. Hübsches Hoftor. Kamin.

L A U C H S T Ä D T. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit, als L. zu E.
18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter Mitwirkung Goethes 1802
errichtete Sommertheater jetzt geschickt wiederhergestellt.

L A U D E N B A C H . UFranken BA Karlstadt.

Dorf, Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe am hohen
Mainufer.

Pfarr-K. Charakteristischer Juliusbau von 1613.

[pg 234]
Burg. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch, im
Bauernkrieg zerstört. 2 rom. Bergfriede, in z. T. kolossalen Quadern (1,50
m l., 0,50 m h.). — Nettes Schloß im Dorf einfach renss.

L A U E N S T E I N . OFranken BA Teuschnitz.

Burg. Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstörung 1290, der Stumpf des
Bergfrieds in ährenförmigem Verband und Teile der Ringmauer und die
Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog. Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N)
1551 bis 1554, von dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit
Rippengwbb., Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in
der Kap. Fresken.

Page 328

L A U E N S T E I N . K.Sachsen AH Dippoldiswalde.

Stadt-K. Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594 erneuert,
System ähnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. Elementen. A l t a r b a u
aus Sandstein, zugleich als Epit. des Rudolf v. Bünau † 1609 und seiner
Gemahlin Anna v. Schleinitz † 1591; großartiges, in 3 Stockwerken
staffelförmig sich verengendes Gerüst von starken Sll., zwischen denen
Reliefbilder; auf den Absätzen Freifiguren, zuunterst der kniende Stifter;
das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk stilistisch aus
niederländischen und italienischen Elementen gemischt, gehört zu den
bedeutendsten seiner Art und Zeit in Deutschland. — Von demselben
Künstler die große M o s e s k a n z e l und der Ta u f s t e i n ; Mäßigung der
Architekturformen, Übergewicht der figürlichen Plastik. —
B ü n a u k a p e l l e (Erbbegräbnis) beg. 1609 von Lorentz Hornung, einem
aus der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in Pirna. Hauptstücke
das Portal und das Epit. von 9 m H. und 5 m Br. Sandstein mit
Heranziehung von Alabaster, Achat und Jaspis; sonst Verzicht auf Färbung
und Vergoldung; virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein
Fortwirken jener niederländischen Tradition, deren bedeutendstes Beispiel
das Grabmal des Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist.

Burg. Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere
Erneuerung und Ausschmückung durch Günther v. Bünau aus Bruchstücken
zu ahnen.

L A U S A . K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch nicht ganz
vergessen. — A l t a r - K a n z e l 1789. — S a n d s t e i n - D e n k m ä l e r
1632, 1688, 1738, 1759, 1762, 1768, 1787, 1805, 1808, 1810, 1817 — eine
stilgeschichtlich bezeichnende Reihe. — Pfarrhaus um 1650.

L A U S I G K . K. Sachsen AH Borna.

Stadt-K. (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen [pg 235]
völlig erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf. Gr., keine
Türme, sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat flachgeritztes

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Blattornament im Charakter des 12. Jh,. und rck. Umrahmung mit
Schachbrettfries, oben Bogenfries, am Gewände 1/4 Rundstäbe anstatt Sll.

L A U S K E . K. Sachsen AH Löbau.

Schloß. Umgebaut 1770 von Graf v. Breßler in einem an die ital. Renss.
sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde Speisesaal mit
kassettierter Kuppel. — Familienbildnisse und Möbel.

L A U S N I T Z , s. Klosterlausnitz.

L A U S N I T Z . Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus derselben
Zeit.

L A U T E R . UFranken BA Kissingen.

Dorf-K. 3/4 lebensgroße S t e i n m a d o n n a E. 13. Jh., eine der
allerschönsten der Epoche, wohl sicher vom Meister des
Botenlaubengrabmals in Frauenroth und sehr wahrscheinlich von dort
verschleppt (eine Zeitlang als Bildstock benutzt).

L A U T E R B A C H . K. Sachsen AH Marienberg.

Dorf-K. 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl (ein gleicher in
Großrückerswalde). Guter S c h n i t z a l t a r A. 16. Jh. und Reste der
Altarbekleidung. K i n d e r g r a b s t e i n e 1585, 1586.

L A U T E R B A C H . K. Sachsen AH Großenhain.

Schloß. 18. Jh. Schöner Saal mit dekorativen Gemälden. Hübsches
Gartenhaus um 1770.

L AWA L D E . K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. K i r c h h o f , Torturm
17. Jh.

Page 330

L E B I E N . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein, spgot. Netzgwb.
— Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh.

L E H E S T E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 1683. — Schloß, ehemals Besitz des Deutschordens;
Wasseranlage; Rundturm mit Eingang von 1551.

L E I D E N H O F E N . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), schmucklose
rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster, der Chor im Erdgeschoß des
OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. mit spitzen Bogenlinien.

L E I H A . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit
eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite. Die bar.
Ausstattung charaktervoll und gut.

[pg 236]
L E I M B A C H . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Schloß. A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.

L E I P Z I G . K. Sachsen. Kr. Meiningen.

Nikolai-K. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof von Merseburg
geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von St. Thomas untergeordnet.
Etwa aus dieser Zeit der rom. WBau; Ziegelmauern mit
Hausteingliederung; 4 breite Lisenen, an den Ecken mit Rundstäben und
oben in Sägefries und Hohlkehle schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster
der alten Glockenstube, etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren
Umbauten; im 14. Jh. Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei 8eckige
Türme; 1555 durch Hieronymus Lotter der Mittelturm erhöht und mit einem
Helm versehen, die Seitentürme mit Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß
mit gestrecktem Vorchor vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO

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anschließende Michaels-Kap.; die SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513
ff.; Halle von 3 Sch. und 5 Jochen. Die Ssch. durch Emporen erweitert,
ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau des Turmes; nach dem 30j. Kriege
umfassende Reparaturen; von der alten Ausstattung ist vieles beseitigt. [Die
G e m ä l d e im Museum, anderes in der Sammlung des Ver. f. Geschichte
Leipzigs.] K a n z e l spgot., sehr reich ornamentiert; jetzt in der Turmhalle.
— 1784-97 eingreifende Umgestaltung des Innern durch Dauthe. Die spgot.
Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen) als antik kannelierte Sll. verkleidet;
kein Kapitell, dafür über dem Astragal ein kühn geschwungener Kranz von
Palmenwedeln — offenbar ein durch das got. Netzgwb. eingegebener
Gedanke. — A l t a r t i s c h , L e u c h t e r und Ta u f s t e i n aus Stuckmarmor
zeigen den Zeitstil von seiner besten Seite. Die m a l e r i s c h e
Ausschmückung von Oeser. Schmerzensmann Stein ca. 1400.

Thomas-K. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. Oft
umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle, 14. Jh. Der gestreckte
polyg. geschlossene Chor und die Sakristeien 15. Jh. Das Lhs. 1482-96
völlig neu aufgebaut von Claus Roder; 3 Sch. von gleicher Breite, 8
schmale Joche, schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. — [A l t a r 1721
jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. Ta u f s t e i n 1614 von Georg
Kriebel. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel im Ver. f. Gesch.
Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, dessen Trophäenkrönung an
die Befreiung Wiens aus der Türkengefahr erinnern soll.] G r a b s t e i n des
Ritters H e r m a n n v. H a r r a s † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte
später). Stein für Georg und Apollonia v. W i e d e b a c h 1517, kniend von
vorn, lebensvolle Figuren, vorzügliches [pg 237] spgot. Rankenwerk. —
Großes Alabasterdenkmal der Familie B a c h o f e n nach 1550 mit
Weltgericht und Auferstehung. — Epitaph für S e b . H i l l g e r † 1570,
Messing mit Email. — Bronzeplatte für N i c . S e l n e c c e r † 1592,
saubere Arbeit. — Denkmal des J o h . J e n i t z 1593 in mehrfarbigem
Marmor aus der Schule Nossenis. — Großes Hängeepitaph für D a n i e l
L e i c h e r † 1617; wohl von Georg Kriebel aus Magdeburg; die malerisch
virtuos behandelten Alabasterreliefs in dreiteilig aufgebauter archit.
Umrahmung; das Ornament in extravaganter Knorpelmanier. —
Vortreffliche Sandsteinplatte für G e o r g We i n r i c h 1687. — Zahlreiche
Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617 von Johann de Perre.

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Pauliner-K. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?) nichts
erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt durch drei
Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. Als ursp. Kern erkennt man
die normale Anlage einer Bettelordens-K.: Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m
L.) und schmaler gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh.
hinzugefügt die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff.
Von dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden Lettner nur geringe
Reste erhalten. Das Lhs. Hallenkirche mit Netzgwbb. — F l ü g e l a l t a r A.
16. Jh., die Teile zerstreut; im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer
Konsole aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. — Von einem
Nebenaltar stammen zwei wertvolle g e m a l t e Ta f e l n des 14. Jh. —
Holzstatue des h . D o m i n i c u s , sitzend, in Meditation (1,13 m hoch),
eine künstlerisch hochbedeutende Arbeit um 1400, vielleicht von derselben
Hand wie der Grabstein des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg.
— Holzstatue des M a r k g r a f e n D i e z m a n n † 1307, im Stil Nachklang
von Naumburg, weicher, manierierter, doch immer noch eine hochstehende
Kunst. — Grabstein des N i c k e l P f l u g k † 1482, hohes Relief in
Sandstein. — Grabplatte der Herzogin E l i s a b e t h v o n S a c h s e n
† 1484, flaches Relief, interessant durch die Technik der getriebenen
Bronze. — Schöner Grabstein mit der Reliefgestalt eines U n b e k a n n t e n
1515. — Wandgrab des L o r e n z v. R e u t l i n g e n 1528. — Desgl. des
C a s p a r B ö r n e r 1547. — Drei Bronzeepitaphe von gleichartiger
Behandlung: des C h r i s t o p h e r v. K r u s c h w i t z † vor 1549, keine
Figg., nur Inschr., Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in frühen,
noblen Renss.Formen (Meister NT, Gießer J. Behem); des A d a m M o l l e r
1549; des Dr. J o a c h i m v. K n e i t l i n g e n 1553; drei Grabplatten der
F a m i l i e M a w 1616-20, Sandstein, [pg 238] ganze Figg. in hohem Relief
mit wenig Ornament, ehrlich und gründlich, zumal im Stofflichen
musterhaft. — Hängeepitaph des B . G o l n i t z † 1635, Holzarchitektur mit
Übergewicht des Figürlichen, wilde Sp.Renss. — Charakteristische
Beispiele aufwandreicher und schwulstiger Barockkunst die
Steindenkmäler des J . J . P a n t z e r von 1673 und des G . T.
S c h w e n d e n d ö r f f e r von 1685. — Mehrere G e d e n k t a f e l n in der
Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von
einem Cranachschüler. — »Lasset die Kindlein zu mir kommen« von L.
Cranach d. Ä. — Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893
abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen Wa n d m a l e r e i e n

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(abgehoben, jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw.
Kunstwerke).

Barfüßer-K. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau nichts
erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. Halle. Die trennenden
4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine über
dem Kreuzgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.). Nochmaliger
Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die Mitte der
SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894 gotisierend.

[Johannes-K., ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen Formen
erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. Mobilien und Denkmäler
erhalten. Bmkw. das Epitaph der Familien M e y e r und P e r g e r 1616, eine
3,8 m breite und bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit
Knorpelornament, die Gemälde von Johann de Perre; Marmorepitaph des
A n d r. W i n c k l e r 1675, in der Mitte die lebensgroße Statue des
Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. — Marmorepitaph des J .
G . S i e b e r von 1680, Relief der Kreuzigung, wohl von Melchior Barthel.
— Marmordenkmal für Ch. F. G e l l e r t † 1769, einfacher Wandsarkophag
mit den trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt des
Dichters haltend. — Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue nach
Thorwaldsen) aus der Thomas-K.]

Johanneskirchhof. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die schmiedeeisernen
Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.]
Charakteristische Grabmäler des 18. Jh.

K. zu Eutritzsch, stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und spgot.
Netzgwb. — [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um 1400; wertvoller der
Annenaltar und Erasmusaltar aus A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in
Dresden.]

Paulinum (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch der
Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck [pg 239] zwischen Pauliner-K.,
der alten Stadtmauer und der heutigen Universitätsstraße ein. Die letzten
Reste 1893 abgetragen. — Die Wa n d g e m ä l d e im Durchgang zur
Paulinumsbibliothek (jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den
Kollegiengebäuden der Universität hat sich nur erhalten: das

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F ü r s t e n h a u s , erb. 1558, wahrscheinlich von Paul Wiedemann, als
Privathaus, seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade mit got.
profilierten rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen Erker.

Rathaus, 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus Lotter von
Sittich Pfretschner und Paul Wiedemann, 1907 vollständig, aber getreu im
Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im übrigen
abgebrochenen Pleißenburg aufgenommen. — Der alte Bau gestreckt und
niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte
Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etwas reicher
gegliederten Zwerchhäusern. Auf der Marktseite an Stelle des dritten
Zwerchhauses ein 8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner,
wohlverstandener, jon. Ordnung (Paul Wiedemann). In verwandter
Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, die Tür im
Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer Art der Erker am
Salzgäßchen und das Tor am Naschmarkt. Drei Kamine in schwulstiger
SpRenss. 1610. In der Ratsstube Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die
Bildnisse L. Cranachs an das Mus. der Bild. Künste, andere an die
Stadtbibliothek, das Ratssilber an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]

Börse, 1678 von Christian Richter (?). Ein nicht großer, aber prächtiger
Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau. Die schmalen
Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. Pilastern besetzt, darauf
holländisch-naturalistisches Laubwerk. Abschluß durch Balustrade. An der
Schmalseite geräumige Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere
Stuckornament der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister
Giov. Simonetti. Deckengemälde von Hans am Ende 1687.

Wage, 1555 und 1570.

Fleischbänke, um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.

Die Nikolaischule, 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.

Die Innungshäuser, soweit erhalten, nur durch Bildnis- und sonstige
Sammlungen von Interesse.

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Verhältnismäßig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt Leipzig
eine lehrreiche Folge von Wohnhäusern des 16.-18. Jh. Spgot. Reste:
Burgstr. 19; Grimmaische Str. 5; Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m.
R e n a i s s a n c e : [pg 240] 1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof
versetzt); Auerbachs Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt
14, mit Gemälden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540,
Katharinenstr. 9 um 1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers Hof, um 1550,
bmkw.; Katharinenstr. 26 um 1560; Reichsstr. 10 bez. 1605; Reichsstr. 6
Specks Hof um 1615, Gerbergasse 12 bez. 1690. — Gute Beispiele von
H ö f e n m i t H o l z g a l e r i e n Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698,
Reichsstr. 27. — E r k e r in reicher H o l z s c h n i t z e r e i : Katharinenstraße
21 um 1660; Katharinenstr. 20 um 1680; Grimmaische Str. 31 um 1670;
Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um 1680; Petersstr. 39 um 1690, einer der
schönsten. — Fassaden unter h o l l ä n d i s c h e m Einfluß: Reichsstr. 8
Deutrichs Hof, Giebel um 1670, zweite sehr stattliche Fassade nach
Nikolaistraße 15; Hainstr. 17 sehr charakteristisch; Brühl 21 unverletztes
altes Geschäftshaus. — In d e u t s c h e m B a r o c k : Markt 17 von 1705,
Markt 2 von 1707; Hainstr. 23, Bärmanns Hof mit sprenss. Portal; sehr
stattlich, palastartig Katharinenstraße 31 vom Maurermeister Fuchs 1701-4;
vom selben ebenda 23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus,
und Markt 17 Hohmannsches Haus, der Höhepunkt des Leipziger Barocks;
Katharinenstr. 16 von 1715 mit wohldurchdachtem Grundriß, das Detail der
Fassade sehr manieriert. In Pöppelmanns Art von G. Werner Hohmanns Hof
1728 Petersstraße 15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner
Richtung gehören ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr. 22;
Reichsstr. 37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735; Stiglitzens Hof Markt 13 und
Klostergasse 6 um 1740; etwa gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem
Mansardendache. — R o k o k o b a u t e n : Katharinenstr. 27, das Portal im
Grundgedanken noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten
Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklängen;
Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus; Thomasgäßchen 5 und
Petersstr. 22 mit Erkern. — Kleine Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus
Sachsens (1694) hat darauf bezüglich über der Tür eine treffliche
Hochreliefgruppe von etwa 1720.

Ehemalige Landhäuser, schloßartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für Kammerrat
Richter, die Fassade in Knöffels Art; 1845 abgebr., Abb. im Inventar];

Page 336

Schloß Gohlis, um 1750, ausgemalt von A. F. Oeser um 1780;
Johannesgasse 6, um 1750, mit zwei bmkw. Statuen von Pierre Coudroy um
1780.

Denkmal des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem Königsplatz, 1780
nach A. F. Oeser, Sockel von Dauthe.

Stadtgeschichtliches Museum im alten Rathaus.

[pg 241]
L E I S L A U . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs. verbaut.

L E I S N I G . K. Sachsen AH Döbeln.

Stadt-K. 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in stilistisch älteren
Formen. — Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen und 4 Jochen,
Chor 3 Joche in der Br. des Msch. und 5/10 Schluß. Pfll. 8seitig mit leicht
konkaven Flächen, Gwbb. stern- und netzförmig, Fenster und Turm in
charakteristischen Formen der Spätzeit des 15. Jh. — H o c h a l t a r 1663
von J. Richter und V. Otte; der Aufbau setzt das spgot. Schema in
Barockformen um (ca. 9 m h.). — Ta u f s t e i n 1638 unbedeutend.

Gottesacker-K. S. Nikolai 1540 und 1674. — S c h n i t z a l t a r 1509. —
Auf dem Fußboden zahlreiche Grabsteine. Wa n d d e n k m ä l e r 1592,
1671, 1708, 1725, 1727, letzteres an der äußeren WWand, durch Feinheit
ausgezeichnet.

Schloß Mildenstein. Der älteste Teil die schlicht rom. Kapelle; Portal und
darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. 12. Jh. Großer runder Turm
unten in vorzüglichem Quaderwerk, oben Backstein. Die Wohngebäude 14.
und 15. Jh. mit starken Veränderungen im 17. Jh.

Sammlung des Altertumsvereins.

L E N G E F E L D . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Rom. Dorf-K. Anlage wie in Hain.

Page 337

LENGENFELD UNTERM STEIN. Pr. Sachsen Kr.
Heiligenstadt.

Kath. K. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.

Fachwerkhaus 1619 aus Buchenholz.

L E N G F U R T. UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. 1612-13. Hochaltar gefälliger Baldachinaufbau aus der Zeit um
1780, die lebensgroßen Figg. in der Richtung P. Wagners. Auf dem linken
Seitenaltar Elfenbeinkruzifix um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung
des hageren Körpers von äußerster Feinheit und Delikatesse.

Dreifaltigkeitssäule am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus Wolkenballen und
Engelsköpfchen. Die Übertragung einer österreichischen Sitte nach Franken
erklärt sich aus der Person des Stifters, des von hier gebürtigen Wiener
Hofkammerrats v. Neuff.

L E N G S F E L D . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790, einheitlich
klassizistische Ausstattung.

Zwei Schlösser. Am älteren mächtige Ruinenreste aus Ma.

[pg 242]
L E U B A . K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. neu. Zahlreiche G r a b d e n k m ä l e r des 17. und 18. Jh.

Schloß. Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz.
L E U B A C H . UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade und Mittelturm.
A u s s t a t t u n g feine Rok.Altäre (aus Kloster Bildhausen stammend).

L E U B E N . K. Sachsen AH Dresden-N.

Page 338

Dorf-K. neu; aus der alten G l a s g e m ä l d e von 1512 und das schöne
D e n k m a l des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der Frauen-K. zu Dresden).

L E U B E N . K. Sachsen AH Oschatz.

Schloß um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. Möbel,
Porzellan, Bildnisse.

L E U B I N G E N . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K., quadr. Chor und Apsis rom.

L E U B N I T Z . K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., der OTeil
1511, weitere Veränderungen 1705. Malerische Innenansicht. Die
Felderdecke ausgemalt 1671 von Gottfr. Lucas; von demselben die
Brüstungen der 3geschossigen Empore. S a n d s t e i n a l t a r mit
großfiguriger Plastik 1730 von J. B. Reinboth und J. Ch. Ebhardt.
S a n d s t e i n e p i t a p h e 1573, 1609, 1726, hervorzuheben das undatierte
des Hans Allnpeck d. J. in der Art der Walther.

L E U T E N B E R G . Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Stadt-K. neuklassisch 1812. — Friedhofs-Kap., geschnitzter sitzender
S c h m e r z e n s m a n n aus 16. Jh. — Schloß Friedensburg, große
unregelmäßige Anlage aus 15. und 17. Jh. in schlichtesten Bauformen mit
umfangreicher Verwendung von Fachwerk. Einige Decken von italienischen
Stuckatoren; die Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holländischem
Einfluß.

L E U T E R S D O R F. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche, rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf geschnitzten
Holzsäulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau 3 abgestufte
Fachwerkgeschosse. — Der Friedhof mit starker Mauer, hohem Torturm
und ungefähr 15 Gaden.

Wirtshaus Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau des 16. Jh.

Page 339

L E U T R A . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. mit geradem Chorschluß, rom. und frgot. Einzelformen, stark
verbaut.

[pg 243]
L E U Z E N D O R F. UFranken BA Ebern.

Pfarr-K. 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung,
geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter Ausführung. — In der
Sakristei gute Rok.Ornate um 1730. Malerisch gelegenes
Renss.Schlößchen mit Wassergraben; innen Stuckdecken um 1750.

L I C H T E N A U . RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Stadt-K. 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. — Stadtmauer z. T.
erhalten, u. a. bedachter Rundturm.

L I C H T E N B E R G . OFranken BA Naila.

Rathaus 1560. — Schloß 1562, 1628 (Ruine).

L I C H T E N B U R G . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Schloß renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf 3 Pfll. Schöne
Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen.

Schloß-K. 1600. 2sch. mit WEmpore.

L I C H T E N B U R G . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Burgruine. Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vögte; erst A. 19. Jh.
verlassen und großenteils abgebrochen. Umfängliche Anlage mit doppeltem
Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried. Die Kemenate bez. 1604, an der
NSeite kleiner rom. Mauerrest.

L I C H T E N F E L S . OFranken BAmtsstadt.

Page 340

Pfarr-K. 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewölbte Halle, jetzt durchgehende
Flachdecke; eingezogener netzgewölbter Chor; Turm seitlich. — Außen am
Turm spgot. Ö l b e r g .

Klosterlangheimer Hof, jetzt Rathaus, 17. Jh. — Auf dem Markt S.
Florianssäule. — Zwei stattliche ma. Tortürme.

L I C H T E N H A I N . Vorort von Jena Sachsen-Weimar.

Kirche. In der Anlage rom., Veränderungen got. und später. An der NWand
außen Wa n d g e m ä l d e 14. Jh., Szenen aus dem Alten Testament.

L I C H T E N S T E I N . K. Sachsen AH Glauchau.

Stadt-K. 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen
Richtung, dabei der traditionelle Charakter der protestantischen
Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten Ecken, ringsum Emporen. —
A l t a r g e m ä l d e von Christ. Leberecht Vogel 1790.

Schloß. Infolge häufiger Veränderungen ohne archit. Bedeutung.

L I C H T E N S T E I N . UFranken BA Ebern.

Burg. Eine der stattlichsten Burgen im nordöstl. UFranken. Stammburg der
Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren Burgberg liegen 3
Höhenburgen nebeneinander; die östliche fast intakt erhalten mit starkem
Torbau. Rom. Reste (12.-13. Jh.) enthält besonders die westl. Burg; die
übrigen Bauten got. und später.

[pg 244]
L I C H T E N TA N N E . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K., wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot. polyg. Chor.
— Rest eines S c h n i t z a l t a r s um 1500 aus einer »sehr guten
oberfränkischen Schule«.

L I C H T E N WA L D E . K. Sachsen AH Flöha.

Page 341

Schloß. Aus dem rom. Bau ein Ty m p a n o n , Kampf eines Löwen mit
einem Drachen, großartig stilisiert. — Großer Neubau für Graf v. Watzdorf,
1722-26; höchst stattliche Anlage bei einfacher Formbehandlung;
berühmter, gut erhaltener Garten.

L I E B E N G R Ü N . Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage. Die
Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden dörflichen
Kunst. — B a u e r n h ä u s e r in Blockverband.

L I E B E N S T E I N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Burgruine. Got. Palas in 3 Geschossen großenteils erhalten.

Kirche 1822 nach Idee eines antiken Theaters.

L I E B E N W E R D A . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Nikolai-K. Weiträumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). Turm neu
(1903). Ta u f s t e i n 1671.

Rathaus 1800. — Schloß. Vom got. Bau der mächtige Torturm (Lubwort)
erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. — A m t s g e r i c h t 1579 und 1766.

L I E B S TA D T. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577. Die Portale
ähnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. — A l t a r g e m ä l d e aus 15. Jh. (nicht
Dirk Bouts) mit Umrahmung von 1673. — I k o n . G r a b s t e i n des Rudolf
v. Bünau † 1615; des Pfarrers Jos. Simon † 1618 (vielleicht vom Meister
des Kademannschen Epitaphs in Pirna).

Schloß Kukukstein. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma. Besitz der
Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten Substruktionen nach 1402,
der obere 16. Jh. Das Innere 1726 ausgebaut. Gute Glasgemälde. Porträts u.
a. von A. Graff.

L I E B S T E D T. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Page 342

Schloß (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an Kunstformen
erhalten hat, gehört der spätesten Gotik mit Hinneigung zur Renss.

L I M B A C H . UFranken BA Haßfurt.

Wallfahrts-K. Großer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb. und
ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach Entwurf von Balth. Neumann.
Bedeutende Raumdisposition, Behandlung trocken, Stuckdekoration
sparsam. Großartiger Hochaltar von P. Wagner, um die freistehende Mensa
[pg 245] eine 1/2kreisförmige Säulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild.
M a d o n n a E. 15. Jh. P i e t a s A. 15. Jh. — Hübsche, charakteristische
Dorfstraße.

L I N D E N H A R T. OFranken BA Pepnitz.

Pfarr-K. Chor got., übrigens 1684.

L I N D E N TA L . K. Sachsen AH Leipzig.

Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden S c h n i t z a l t a r s um
1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.]

L I N D E W E R R A . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1738. Spgot. S c h n i t z a l t a r mit Flügelgemälden.

L I N D F L U R . UFranken BA Würzburg.

Evang. K. 1596, rest. 1782. — E p i t . Wo l f s k e e l 1562, das Ehepaar
symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut angeordnet und kraftvoll im
Ausdruck; wohl vom Meister des Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger
Dom.

L I P P E R S D O R F. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von Michael Zanck
ausgemalt, 55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament in kleinen
quadr. Feldern.

Page 343

L I P P O L D S B E R G . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Kirche des ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Rom. 2. H. 12. Jh.
Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes
System, im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den Raum zwischen dem
WTurm und dem ersten Doppeljoch des Msch. nimmt die Nonnenempore
ein. Die WJoche der Ssch. haben ein Obergeschoß, das durch eine kleine
Tür mit der Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes
werden von Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb. grätig, verstärkt
durch rck. Quer- und Schildgurten. Nur die Hauptpfll. und nur deren
Mschiffsseite mit Vorlagen, kräftig rck., versehen, welche die 1/2kr.
Schildbgg. aufnehmen. Die Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die
Zwischenpfll. an den Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten
Säulchen; der sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze
System zeigt den Gewölbebau in einer noch sehr befangenen Auffassung.
Sehr schlicht das Äußere, ohne Bg.Friese und Lisenen. Das größte Portal im
südl. Ssch. Sein gerader Sturz, an dessen beiden Seiten die Wülste der
Sockelgliederung mit kleinen Würfelknäufen endigen, ist sehr eigentümlich
mit vertieften Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. —
Ta u f s t e i n rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden Türmchen, in denen
Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs; stark verwittert.

[pg 246]
L I P T I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes Schiff. —
Denkmäler des Hans und Dietrich v. Grünrode A. 17. Jh., Porträtfiguren
von tüchtiger Charakteristik.

L I S B E R G . OFranken BA Bamberg II.

Burg. Gilt für eine der ältesten in Franken.

L I S S E N . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Pfarr-K., im Ma. mit einem kleinen Mönchskonvent verbunden,
verstümmelte kleine got. Basilika.

Page 344

L I T Z E N D O R F. OFranken BA Bamberg.

Pfarr-K. 1715-1718 von L. Dientzenhofer. Saalbau. Die SSeite als
Hauptschauseite; Pilaster und Gebälk dorisch; in der Mitte das in dieser
Verwendung originelle Motiv einer großen durchgehenden Nische, in
welcher das Portal.

L Ö B A U . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Nikolai-K. 1513 ff. Unregelmäßige Hallenkirche, im 18. Jh. stark
verändert, rest. 1884. — Die reizvolle Inneneinrichtung fiel der Rest. zum
Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen, die Denkmäler in das Rathaus
übergeführt.]

Johannis-K. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. 1sch. Lhs.,
gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker Turm mit zierlicher 8eck.
Krönung.

H. Geist-K. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Veränderungen. Die
Sakristei hat die von der Meißener Albrechtsburg bekannten
tiefausgehöhlten Kappen.

Kirchhof der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkmäler des 18. Jh.

Rathaus. Anständiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung älterer Mauerteile. —
Wohnhäuser des 18. Jh.

L O B E D A . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stadt-K. spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. — Got.
K i r c h e n s t ü h l e ; L e s e p u l t 1622; K a n z e l 1556; sitzende
M a d o n n e n s t a t u e spgot. In der Turmhalle spgot. Wa n d g e m ä l d e .
G r a b s t e i n renss.

Schloß (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend.

L O B E N S T E I N . Reuß j. L. LA Schleiz.

Fürstl. Schloß, A. 18. Jh., ganz einfach.

Page 345

L Ö B I C H A U . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Schloß für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel des
neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege in
seltener Einheitlichkeit erhalten.

L Ö B S T E D T. Sachsen-Weimar. VB Apolda.

Dorf-K. Chor got., Sonstiges 1616 und 1712. Kanzelbau über dem Altar. —
S c h n i t z a l t a r A. 16. Jh., gehört zu den besseren. — Bmkw. rom.
Altarleuchter.

[pg 247]
L O C K W I T Z . K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. Maßgebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal mit
2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit. Das Ganze ein
bezeichnendes Stilbild. Schöner K e l c h 1. H. 16. Jh.

L O D E R S L E B E N . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau Musterstücke
üppigen Barocks.

L Ö F F E L S T E I G . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. 1732 im Greising'schen Typus.

L O H M E N . K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1786. Aus der Schule G. Bährs. Gr. 8eckig mit verlängerter
westöstl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite, an der nördl. der
ausgebaute Turm. — 3 Gemälde des alten Flügelaltars 1575. — Schloß
1524.

L O H R . UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Von der älteren rom. K. erhalten nur die Sakristei und ein
merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit Kleebogen,

Page 346

eingemauert an der nördl. Seitenwand. — Im übrigen got. Umbau, im
Msch. die Arkaden rundbg. auf got. überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen,
Decke flach. Sschiffe 1488 (Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich,
auch im Stadtbilde von Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559
ausgestorbenen Grafen v. Rieneck; 11 meist ansehnliche B i l d n i s s t e i n e
sind noch vorhanden; hervorzuheben der des Thomas v. R. † 1431. Gut sind
auch Reinhard † 1518 und Agnes † 1519. Die Tafel für Philipp v. R. † 1559
von P. Dell d. J. Die Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im
Schiff; die besten die der Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich v. Kerpen
1629 in der Richtung des M. Kern. — Ta u f s t e i n 1488.

Rathaus. 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt. Im
Erdgeschoß ringsum große (ursp. offene) Blendarkaden, die Pfll. in ganz
ma. Weise aus lebhaftem Wechsel von Hohlkehlen und Rundstäben. Die
beiden Obergeschosse modern umgestaltet; regelmäßig verteilte breite
2teilige Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten
polyg. Turm. Im Innern Vorplätze und Säle mit renss. Decken.

Kurmainzisches Schloß, jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere schlanke
Rundtürme zu einer originellen Gruppe verbunden, Nordflügel 1561,
Südbau 17. Jh.

Mächtiger Stadtturm mit großem Gußerker (14. Jh.).

L O H R A . RB Cassel Kr. Marburg.

Pfarr-K. Übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewölbte Pfl.Basilika [pg 248] ohne
Qsch. und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg. Rippengwbb. Die
Gwbb. der Ssch., wie Arkaden und Fenster rundbg. Bmkw. Orgel 1695.

L O H R A . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. Doppelkapelle. Im
Erdgeschoß tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener Kannelierung, 3×3
grätige, zwischen Gurten eingespannte Kreuzgwbb. Obergeschoß
flachgedeckt; Altarhaus quadr.

L O H R H A U P T E N . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Page 347

Dorf-K., einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der ma. Turm
(vgl. Wölfersheim), in dessen Erdgeschoß ehemals der Chor; die Fenster
der Glockenstube mit frgot. (?) Teilung.

L O M M AT Z S C H . K. Sachsen AH Meißen.

Pfarr-K. Lhs. 1504-14 von Peter Ubrich von Pirna; als 3sch. Hallenkirche
geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, neuerdings gewölbt. Ein
sonderbares, künstlerisch nicht reizloses Bild gewährt der WBau; ein frgot.
rck. Turm 14,3 m br., nur halb so tief, ohne Eingang (das jetzige Portal
modern), wurde von Ubrich erhöht, um das steile Dach der Hallenkirche zu
maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe von 3 Spitzhelmen
bekrönt.

L O M N I T Z . K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. neu, spgot. S c h n i t z a l t a r .

L O N N E W I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Kleine rom. Anlage wie Laas. — Bäurischer F l ü g e l a l t a r um
1510.

L O R E N Z K I R C H . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas größer als
diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle sonstigen Formen sind
jüngere Umgestaltungen. — D e n k m ä l e r des 17. Jh.

L O S C H W I T Z . K. Sachsen AH Dresden-N.

Kirche 1705 von George Bähr, verändert 1848. — Flachgedeckter Saal in
länglichem 8Eck, umlaufende Emporen, Kanzel-Altar, Mansarddach mit
Dachreiter, Formen sehr einfach. — Mehrere G e d ä c h t n i s t a f e l n in
Bronze. — Charakteristische Wohnhäuser E. 18. und A. 19. Jh.

L Ö S S E N . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Page 348

Dorf-K. mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem Gemälde, bez.
1522 J. L.

L Ö S S N I T Z . K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Rathaus 1606.

L Ü C K E N D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Pfarr-K. 1690.

L U D W I G S C H O R G A S T. OFranken BA Stadtsteinach.

[pg 249]
Pfarr-K. Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot. Hallenkirche,
ähnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg. — Schöner messingner
K r o n l e u c h t e r 1697.

L U D W I G S TA D T. OFranken BA Teuschnitz.

Pfarr-K. 18. Jh., ältere Grabsteine.

Marien-Kap. (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit 8 halbrunden
Exedren. Die Anlage ähnelt der Kap. auf dem Marienberg in Würzburg und
der karoling. Pfalzkap. in Altötting. Zur genaueren Altersbestimmung
fehlen die Grundlagen.

L U D W I G S T E I N . RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Burg. Nicht bedeutend, doch gut erhalten.

L U G A U . K. Sachsen AH Chemnitz.

Kirche neu. Bmkw. Reste von P l a s t i k des fr. 16. Jh. Darunter ein großes
Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren der Renss.

L U N G W I T Z . K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Page 349

Wohlerhaltener Landsitz aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten Winkel,
Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben höchst malerische Gruppe bei
einfacher Behandlung des Einzelnen.

L U P PA . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Rom. flachgedeckte Anlage der gewöhnlichen Art, doch von
stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in gleicher Breite mit dem
Sch.

L U S A N . Reuß j. L. LA Gera.

Dorf-K. Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot., 1sch. Lhs. M.
16. Jh.

L Ü T Z E N . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Stadt-K. bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb.

M

M A C H E R N . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. spgot. 1615. — Zahlreiche D e n k m ä l e r , meist der Familie v.
Lindenau.

Schloß 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer »Tempel der Hygieia«
und eine »Ritterburg«, in welche manche alte Bruchstücke eingebaut sind.

M A G D A L A . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. des 14. Jh., große 1sch. Anlage, oft verändert. — Mehrere
G e d e n k t a f e l n aus 17. Jh. K a n z e l b a u 1739.

Page 350

Rathaus mit schönem renss. Portal 1571.

M A I B A C H . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780. Nebenaltäre
schweres Rok. um 1750.

[pg 250]
M A I D B R O N N . UFranken BA Würzburg.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschädigt und
noch im 16. Jh. aufgelöst. Der vorhandene, ziemlich kleine Bau frgot. E. 13.
Jh. Am besten erhalten der platt geschl. rck. Chor. Über dem WBau mit
flacher Nonnenempore ein kleiner Turm, eine fränkische Eigentümlichkeit
der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). — Auf dem
bar. steinernen Hochaltar S t e i n r e l i e f der Beweinung von
Riemenschneider, nach 1520. Die Grabsteine liegen noch größtenteils im
Pflaster des Lhs.

M A I E N L U F T. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Von der 1444 zerstörten Burg ist der sehr hohe Bergfried aus Quadersteinen
gut erhalten.

M A I N B E R G . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, teils
1686. Einrichtung spgot. und bar.

Schloß (ehem. Hennebergisch). Große giebelreiche Anlage um rechteck.
Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen Teile 16. Jh. mit
Veränderungen im 18. und 19. Jh. In der netzgewölbten spgot. Kapelle drei
w e i b l . H e i l i g e , Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse S t e i n f i g . der
Katharina v. Henneberg E. 15. Jh. und G r a b s t e i n des Wilh. v. H. † 1534.
K a c h e l ö f e n 17. Jh. — Stattlicher P f l e g a m t s h o f um 1700 in der Art
Greisings.

M A I N B E R N H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Page 351

Pfarr-K. 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. — Gutes
K r e u z i g u n g s r e l i e f 1498.

Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. Wohnhäuser
(Herrenstr. no 87 prächtiger Hof mit Holzgalerien) und vollständig
erhaltene Befestigung (21 Türme, teils halb-, teils vollrund). Am Obertor
die Barockkrönung um ihres trefflich geführten Umrisses willen zu
beachten. Vor der Stadt Friedhof mit Renss. Portal von 1546 und steinerner
Freikanzel von 1816.

M A I N R O T. OFranken BA Lichtenfels.

Kirche 1680 in gutem deutschem Barock unter Einfluß der gleichzeitigen
Bamberger Architektur.

Rathaus 1733. Mehrere Häuser in gut erhaltener Holzarchit. 17. und 18.
Jh.

M A I N S O N D H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. nachgot. 1583. — A l t ä r e um 1700, gute Kanzel mit
Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der Ta u f s t e i n . — 4
Bechtolsheimsche G r a b m ä l e r 18. Jh.

Schloß (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim, vorher Fuchs
v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um [pg 251] 3eck. Innenhof,
ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit schwerer Stuckdekoration bez. H
1628.

M A I N S T O C K H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. 1717 mit got. Turm.

Ebracher Klosterhof. Schloßartige Anlage von 1624. Rck. mit Ecktürmen,
reichgegliederte Renss.Giebel. Großartige Podesttreppe, vierarmig um 4
freistehende Pfll., gotisierende Maßwerkbrüstungen, zu oberst Rundbgg.
Halle mit jon. Sll. — In mehreren architektonisch reich durchgeführten
Terrassen geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst.

Page 352

M A L I T Z S C H K E N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

Dorf-K. got. um 1300, Granitquaderbau.

M A L S C H W I T Z . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. — Bürgerliche
G r a b d e n k m ä l e r des 17. und besonders 18. Jh. in beträchtlicher Menge.

M A N G E R S R E U T H . OFranken BA Kulmbach.

Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).

M A N N S T E D T. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. wesentlich 1744; hölzernes Tonnengwb., Emporen in 3 Rängen.
Kanzelaltar.

M A N S F E L D . Pr. Sachsen Kreisstadt.

M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schloß-M., 2. Tal-M. (Stadt), 3.
Kloster-M. (Dorf).

S. Georg. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten
Details rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor spgot. — 2
S c h n i t z a l t ä r e ; eherne G r a b p l a t t e des Grafen Reinhard v. Mansfeld
† 1569; Wa n d g r a b 1572; ein z w e i t e s , prunkvolleres 1712; Ta f e l mit
dem Bildnis M. Luthers 1540.

Schloß. Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian zeigt einen
großen Gebäudekomplex mit starken Mauern und Bastionen; jetzt Gemisch
von Ruinen und modernen Wohngeb. — Gr. im Inv. Pr. Sachsen. — Eine
stattliche Anlage, etwa um 1400, die Schloßkap. S a k r a m e n t s n i s c h e
mit umfänglicher, einem Altarbau ähnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei
der Renss. Ta u f s t e i n 1522. Schönes E p i t a p h 1525, dem
Backofenschüler des Hallenser Doms nahestehend. — Zwei Türen zum
Felsenkeller mit derb launigen Reliefs in den Bogenfeldern, Gott Bacchus
und eine Zechgesellschaft; um 1530.

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Kloster-K. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmäßige Kreuzbasilika;
im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint, Stützenwechsel.
Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles ähnlich den Kirchen des Nordharzes.

[pg 252]
M A R B A C H . K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose Mauermasse, oben
frgot. Schallöffnungen in 1 : 2 Achsen. [S c h n i t z a l t a r im Altert.-Ver.
Dresden.]

M A R B U R G . RB Cassel Kreisstadt.

Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der
Deutschordensniederlassung und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren der h.
Elisabeth † 1231. Die Franziskaner-Kap., in welcher deren Grab stand,
mußte dem Neubau weichen; sie lag im Bereich des jetzigen nördl.
Querarms. — Neben der Liebfrauen-K. in Trier ist die Elisabeth-K. der
früheste Bau Deutschlands in einheitlicher und abgeklärt gotischer
Gedankenentwicklung. Die in jüngster Zeit für Wetzlar und Haina
erhobenen Prioritätsansprüche haben keinen genügend festen Grund.
Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen nicht dort, sondern in
Frankreich selbst sich erworben, (in Soissons, Reims u. Cambray) wodurch
er zugleich in nahe Schulverwandtschaft mit dem Meister der Trierer
Liebfrauen-K. tritt. Die Art, wie er den neuen Stil anwendet, ist sehr
selbständig. Der Sondercharakter des Planes besteht in der Verbindung
eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit einem streng
zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses dieser
beiden Bestandteile ist jedoch nicht vollkommen harmonisch gelöst. Von
der Vierung ausgehend, entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau
symmetrisch; jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein
Halbjoch, an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlußstein, ein halbes
10Eck anschließt. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die Ostpartie
vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch entstehen,
abweichend von den westfälischen Hallenanlagen, für die Sschiffe sehr
schmale Joche und enger Querschnitt. Eine weitere Folge ist, dass die
Sschiffgewölbe wie auch die Scheidbögen gegen das Msch. bedeutend
gestelzt werden mußten, um die gewollte Gleiche der Scheitelhöhe zu

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erreichen (formal eine empfindliche Härte, die von nun ab auf längere Zeit
in der hessischen Schule die Regel blieb). Die Wände des Chors und Qsch.
sind in 2 Fenstergeschosse geteilt (nach dem Vorbild von St. Léger in
Soissons und St. Yved in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das
Lhs. übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. Die
Fenster sind in beiden Reihen von gleicher Größe und Form und dank der
Abwesenheit von Sschiffsdächern von geringem Abstand, so daß die
Auflösung der Wand schon weit gediehen ist. Das Maßwerk ganz einfach,
großer von 2 Spitzbgg. getragener Kreis, bei kräftigem Profil von trefflicher
Wirkung. [pg 253] Die Pfll. kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im
Durchmesser gut zur Höhe gestimmt, weniger gut zu den sehr eng
genommenen Arkadenöffnungen, wie denn überhaupt das Lhs. im
Verhältnis zu der hohen Raumschönheit der Zentralpartie einen unfreien
Eindruck macht. — Das Äußere ergibt sich in seiner Gliederung
unmittelbar aus dem Innenbau, doch stört hier nichts mehr die Harmonie;
die Komposition ist in hohem Grade klar, die Formensprache voll schlichter
Kraft; sie beschränkt sich, wie im Gegensatz zum rom. Stil zu beachten ist,
streng auf tektonische Formelemente; freies Ornament, wesentlich
Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die Strebepfll. steigen senkrecht
auf, um erst in der Höhe der oberen Fensterbögen einen starken Rücksprung
zu machen; Wasserschläge, entsprechend den Hauptteilungen des
Fenstersystems, gliedern sie; ihr oberer Abschluß ist wagerecht, mit dem
Kranzgesimse verkröpft, so daß sich Raum zur Anlage von Wasserkesseln
ergab, die ihren Inhalt durch einfache Speier entladen. Besonders wuchtig
sind die Gesimse geraten, nicht nur das Kranzgesims, sondern auch die
beiden Kaffgesimse; letztere vermögen dadurch zugleich als Umgänge (80
cm br.) zu dienen und es haben demgemäß die Strebepfll. Durchlässe
erhalten. — Trotz der nur mittelgroßen Abmessungen (innere L. ohne
Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55, Querschiff 39, H. der Gewölbe
20,2) die Bauführung langsam. Der nördl. Kreuzarm beg. 1249, die zwei
ersten Joche (von O gerechnet) beg. 1255, das Langhaus und der Unterbau
der Türme bis zum ersten Gesims beendigt 1270, Wölbung der OTeile und
feierliche Hauptweihe 1283. Fortführung und Vollendung der Türme 1314-
60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig Wandel. Dagegen können wegen
der Einheitlichkeit des Planes Zweifel nicht unterdrückt werden. Mehreres
spräche dafür, daß ursp. ein Zentralbau geplant war: die Herrschaft der
älteren Ritterorden, die Bestimmung als Grabkirche, der

Page 355

Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren Unsicherheiten im
Anschluß der OTeile an die WTeile, besonders zwischen dem ersten und
zweiten Joch. Wenn auch der OBau dem Bau in Haina m. E. vorangeht, so
dürfte doch die Idee der Hallen-K. von dort entlehnt sein. — Die Fassade ist
sehr einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle und harmonische
Führung der großen Linien vertrauend. Wenig stimmt nur das von der
Cölner Schule beeinflußte große mittlere Prachtfenster, noch weniger der
überreich geschmückte westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehört wohl der
Bauzeit kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine von
französischen Vorbildern unabhängige, die rom. Portalidee in [pg 254] got.
Formen übersetzende Lösung. Die Portale der Langseiten (um 1255) noch
rundbg. — Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne feineres Stilgefühl durchgeführt
und hat manche baugeschichtlich wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr gehört
u. a. der Dachreiter aus Zinkguß über der Vierung, an Stelle eines einfachen
älteren, und die Umgestaltung der Dächer.

A u s s t a t t u n g . Sie ist von seltener Vollständigkeit und Stileinheit. —
M a u s o l e u m d e r h . E l i s a b e t h im nördl. Kreuzflügel. Der das Grab
übersteigende steinerne Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt
und stand vermutlich früher über dem Hochaltar. Das G e m ä l d e der
Rückwand (Tod der Elisabeth) durch Übermalung des 19. Jh. entwertet. Der
S a r k o p h a g jetzt in der Sakristei, an der Vorderseite des Untersatzes
R e l i e f . — H o c h a l t a r um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des
Altars ein wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten
zusammengefügten Mensa erhebt sich eine Retabelwand; sie enthält 3
gleich hohe Nischen, darüber Wimperge und Fialen, letztere schon übereck
gestellt; das Ornament von vollendetster Meißelarbeit; in den Nischen je 3
Statuetten; es scheint, daß die Nischen ursp. durch auf- und
niederschiebbare Holztafeln, welche bemalt zu denken sind, verschlossen
werden konnten; an der Rückwand Ansätze zu einem nicht ausgeführten
Kreuzgwb., welches vermutlich den metallenen Reliquienschrein tragen
sollte. — 4 S e i t e n a l t ä r e an den östl. Querschiffswänden; Katharinen-
und Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes- und Martins-Altar im SFlügel.
Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr Retabelschmuck nicht zur Ausführung
gekommen zu sein. Jetzt tragen sie mit Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf
den bemalten Flügeln bez. 1511, 1512, 1514. — L e t t n e r unter dem westl.
Vierungsbg. um 1330-40. An ihm ist vieles erneuert und verändert,

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namentlich die Mittelpartie über dem Laien-(Kreuz-)Altar, welche ursp. auf
das Weltgericht bezügliche Figg. enthielt Der jetzt aus der Mitte
aufsteigende hölzerne Bogen aus E. 13. Jh. gehörte zum alten
K r e u z a l t a r ; neben ihm ursp. die jetzt in die Sschiffe verwiesenen
K r e d e n z t i s c h e . Von Interesse die kleine Emporbühne an der Rückseite
(welche 1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach dem Schiff zu eine
Predigtkanzel auszubilden). — An der SSeite des Chors
C e l e b r a n t e n s t u h l 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen des Steinstils
nachgehend. Die reizende S t a t u e d e r h . E l i s a b e t h aus sp. 15. Jh.,
die Nebenfigg. neu. — Hinter dem Hochaltar P i s c i n a . — An der NSeite
Wa n d t a b e r n a k e l aus 15. Jh. — Unter der Vierung die C h o r s t ü h l e
[pg 255] d e r R i t t e r , einfach, E. 13. Jh. — G r a b d e n k m ä l e r . Die
Mehrzahl im südl. Kreuzflügel (»Landgrafenchor«) vereinigt, Aufstellung
nicht ursp., die Tumben ganz oder überwiegend neu. I. östl. Reihe: 1.
Konrad von Thüringen, Deutschordensmeister † 1241, Ausführung jünger;
2. Aleydis † nach 1333 und ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich † 1308 (früher
irrig für eine Frau gehalten!) und sein Sohn Heinrich † nach 1297; 4.
Johannes † 1311; 5. Ludwig I. † 1458, ausgeführt 1471. II. Westl. Reihe: 6.
Ludwig II. † 1471, ausgeführt 1478, und Mechthild 1495; 7. Heinrich III.
† 1484; 8. Wilhelm II. † 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der
von Schlangen benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, Kinder
Hermanns des Gelehrten. Am Chorschluß Margarethe von Nürnberg. Die
künstlerisch bedeutendsten sind Nr. 3 und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von
demselben ausgezeichneten, in Frankreich gebildeten Meister, dem das
Stifterdenkmal in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in
Bielefeld gehört. Zu beachten ist, daß Landgraf Otto, in dessen Zeit die
Ausführung fällt, die Tochter des in Bielefeld bestatteten Grafen von
Ravensberg zur Gemahlin hatte. — Die an der Wand aufgestellten
Grabsteine ohne Bedeutung. — Von den in diesem Bauteil aufgehängten
Trauerschilden, Wappen, Fahnen ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. die
S c h i l d e Konrads und Heinrichs aus 13. Jh. — Im nördl. Kreuzflügel 3
gravierte und niellierte P l a t t e n des Hans von Dörnberg und seiner zwei
Frauen, E. 15. Jh. — Ornamentale G e w ö l b e m a l e r e i im Chor spgot. —
G l a s m a l e r e i . Jetzt nur in den Chorfenstern zusammengestellt aus den
Teilen einer ursprünglich größeren Folge. Das nordöstl. und südöstl. Fenster
der oberen Reihe 2. V. 14. Jh. Alles übrige noch 13. Jh. Genauere
Zeitbestimmung nicht leicht. Haseloff entschied sich für Beginn bald nach

Page 357

1249. Der Stil würde dieser Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr
fraglich, ob die Bauführung damals schon weit genug vorbereitet war.
Sicher ist aber der Stilcharakter unfranzösisch, aus der byzantinisierenden
Epoche der deutschen Monumentalmalerei zu erklären. Kunstwert vom
Besten. Ikonographisch besonders interessant die Szenen aus dem Leben
der h. Elisabeth. — S c h r e i n d e r h . E l i s a b e t h in der Sakristei, rck.
Kasten mit steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, Statuetten Christi,
Maria, der hl. Elisabeth u. der zwölf Apostel, am Dach Reliefs aus dem
Leben der hl. Elisabeth, der Schmuck der Perlen und Edelsteine von den
Franzosen 1810 gestohlen; zu den allervorzüglichsten Exemplaren der
Gattung gehörend. K r u z i f i x auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. Jh.

[pg 256]
Dominikaner-K. (Universitäts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische
Hallenkirche, Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. Die Strebepfll.
an der SSeite wegen des anstoßenden Kreuzgangs nach innen gezogen. Der
gestreckte aus 8 Eck geschlossene Chor höher als das Sch.

Barfüßer-Klst. zur Bibliothek umgebaut.

Karner bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoß 2 frgot. Kreuzgwbb. Das
höhere Obergeschoß, eine ursp. flachgedeckte Kap., 1684 als Pfarrwohnung
umgestaltet.

S. Kilians-Kap. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet, jezt
Schule.

Kugel-K. Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben, gew. 1482.
1sch. mit 7 Joch und Schluß aus 8 Eck. Reiches Netzgwb. mit ursp.
Bemalung. Großes Sakramentstabernakel um 1482 (von gleicher Hand wie
das Fritzlarer). — Das Fraterhaus rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.

Gottesacker-Kap. S. Michael. Einfach frgot.

Luth. Marien-Pfarr-K. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm 1447-1473.
Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem Chor. Letzterer hat
nach innen gezogene, keilförmige, an der Stirn mit starken Diensten
besetzte Strebepfll. Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das Äußere

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des Lhs. verhältnismäßig reich. Im S ein Doppelportal, das mit dem darüber
befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. Die Streben mit Blenden
und Kragsteinen für (jetzt fehlende) Statuen. Das Dachsims reich
gegliedert. Der Turm hat mächtige ins Kreuz gestellte Streben, Abschluß
mit Gruppen größerer und kleinerer Fialen, Zinnenkränzen, schlankem von
4 Holzgiebeln umgebenem Holzhelm. A l t a r a u f s a t z 1625 mit vielen
Alabasterskulpturen, letztere mit Zusätzen nach 1667.
M e s s i n g t a u f k e s s e l um 1590. Wa n d t a b e r n a k e l um 1350 mit
Stifterwappen, 2 Prophetenhalbfiguren, Weinrebenumrahmung,
Zinnenkrönung 2-1/2 m hoch. Das schmiedeeiserne Gitter 1503.
Wa n d g r a b des Landgrafen Ludwig III. † 1604 und seiner Gemahlin
Hedwig von Württemberg † 1590, lebensgroße Bildnisfigg. in Alabaster,
reiche architektonische Umrahmung. — D e s g l e i c h e n für Ludwig I V.
† 1626 und Magdalena v. Brandenburg † 1616, errichtet

1628, dem vorigen in der Anlage ähnlich. Schöne Abschlußgitter 1592 und
1831.

Siechenhaus-Kap. Einfach got. E. 13. bis A. 14. Jh.

Rathaus. 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriß, hoher 3stöckiger Aufbau
mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhält einen kräftigen Akzent durch
den Treppenturm mit originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die
Nebenakzente [pg 257] der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches
Detail die spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von Ludwig Jupe 1524.
Getäfelter Saal.

Fürstl. Kanzlei (Regierungsgebäude). Einfacher Renss.Bau von 1575.

Deutsches Haus. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden Zwecken
adaptierte Gebäudekomplex (jetzt zum Teil für Universitätsinstitute) bildet
die Umgebung der Elisabeth-K., früher mit einer hohen Mauer klösterlich
abgeschlossen. Seit der Aufhebung des Ordens 1809 wieder gefallen.
Erhalten ist, jedoch nicht unverändert, das älteste Bruderhaus mit dem
vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Übergangsstil. Als
Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und Erker. Ausgedehnt
waren die landwirtschaftlichen Gebäude, davon erhalten der Fruchtspeicher
von 1515 und die Mühle von 1513.

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Wohnhäuser. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. Nikolaistr.
133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hölzerne Türmchen mit
Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse 296 stattliches Haus des
Vizekanzlers Vultejus um 1600, Erdgeschoß spgot. Mehrere gute
Fachwerkhäuser und Portale der Sp.Gotik und Renss.

Schloß. Großenteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet, daß sie einen
schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. Der Verteidigungszweck
wog nicht ausschließlich vor, so daß einem großartigen Saalbau (voll. 1311)
und einer ansehnlichen Kapelle (gew. 1288) Raum gegeben wurde. Diese
beiden Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche Schloßarchitektur
der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet hat. Der S a a l b a u
hat über dem hohen Keller zwei Hauptgeschosse. An der gegen den Abhang
liegenden W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll. verstrebt, die sich an
den Ecken turmartig verstärken und über dem Dachgesims in freistehende
8eckige Türmchen mit Wendeltreppen auslaufen. (Die Spitzdächer neu,
vorher welsche Häubchen.) In der Mitte der NSeite ein Risalit mit
Staffelgiebel. Künstlerisch der wichtigste Bestandteil ist der das ganze
Obergeschoß einnehmende sogenannte Rittersaal (33,5 l., 14 br., 7,8 h.).
Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der Klosterrefektorien. Eine
mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2 Sch., die von 2 × 5 quadr.
Gwbb. überspannt werden. Die kräftigen, unter sich gleichen Rippen (im
Profil geschärfter Rundstab, begleitet von 2 sehr kleinen Kehlen; ähnlich im
Schloß Rauschenberg) wachsen ohne Vermittelung durch Kaptt., nur durch
ganz kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den Kanten der [pg 258]
8eckigen Pfll. heraus, welche demgemäß übereck gestellt sind. An den
Wänden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten Schlußsteine
sind das einzige Ornament. Der räumliche Rhythmus erhält seinen
Charakter durch die tiefe Lage der Kämpferpunkte (2,6 m über Boden bei
7,8 Scheitelhöhe). An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte
2teilige Fenster, mit einer oberen kreisförmigen Öffnung Gruppe bildend,
alle 3 von spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen mit der Elisabeth-K.
eine Rückbildung des Maßwerks). — Die 3 in den Saal führenden Türen
wurden 1572 mit üppigem Renss. Täfelwerk umkleidet (neuerdings durch
C. Schäfer willkürlich verändert, der auch den großen Renss.Kamin durch
einen neugot. ersetzte). — K a p e l l e . Zweistöckig, mit größter
Raumausnutzung den engen Ortsverhältnissen angepaßt. Die eigentliche

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Kap. im Obergeschoß. Der Gr. verschmilzt in eigenartiger Weise
longitudinale und zentrale Anlage. An ein mittleres querrechteckiges
Kreuzgwb. schließen sich im O und W symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des
8Ecks, im N und S flache, trapezförmig sich verengende Nischen, für die
der Raum durch erkerartigen Ausbau über der stärkeren Mauermasse des
Unterbaues gewonnen ist. Aus dem östl. Polygon führt ein Durchgang in die
über dem Burgtor liegende Sakristei. Die Durchbildung des Innern gibt den
stilgeschichtlichen Moment des Überganges von der Frügotik zur
Hochgotik in klassischer Formenreinheit. Der Meister steht zu der Schule
der Elisabeth-K. in keiner näheren Beziehung. Von Einzelheiten sind
hervorzuheben die schlanken, mit abgebrochenen Laubbüscheln besteckten
Dienstkaptt. und die eigenartige Zeichnung des Maßwerks, in dem
Kleeblattbgg. mit mehrfach gebrochenem Vierpaß verschmolzen werden.
Fußbodenmosaik aus farbig glasierten Tonplättchen. Die Polychromie des
15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schäfer entfernt und durch schematische
Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler S. Christoph whgest. Am Äußern
Strebepfll. von 3eck. Gr., auf dem Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der
letztere hat im Innern zwei rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck
des Raumes ist nicht überliefert. 1572 ihm vorgelegt eine Renss.Laube, die
zur malerischen Belebung des Schloßbildes günstig beiträgt. — Der südl.
und westl. Flügel wurde in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss.
verändert. — Abgesondert steht der n e u e B a u , 1489 ff. — Von der
S c h l o ß b e f e s t i g u n g , die noch im 18. Jh. das ganze Plateau umfaßte,
sind einige Türme erhalten; dazu die bis zur Kugelkirche reichende
Verbindungsmauer mit der Stadtbefestigung.

[pg 259]
M A R G E T S H Ö C H H E I M . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung nach W 1614,
Juliuswappen.

M A R G R E T E N H A U N . RB Cassel Kr. Fulda.

Dorf-K. Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781.

M A R I A B U C H E N . UFranken BA Lohr.

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Wallfahrts-K. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte Architektur
unter Einfluß Petrinis.

M A R I A B U R G H A U S E N . UFranken BA Haßfurt.

Cisterc.-Nonnen-Klst.-K. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal hierher
verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh. Typische, schmale
langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., 50 m l., turmlos. Die WHälfte
flachgedeckt, mit Nonnenempore auf gewölbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch.,
7 Joche), die OHälfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluß. Die die
beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. bis zu den
Gwb.Kämpfern, 2 Türen führen schiffwärts auf eine flache Empore. —
H o c h a l t a r streng bar. A. 18. Jh. Auf einem Seitenaltar (um 1750)
reizende M a d o n n a , Holz, E. 15. Jh. Von den G r a b s t e i n e n interessant
der des Heinrich v. Seinsheim † 1345. [Reste von Altarplastik des 15. Jh. in
der Universitätssammlung Würzburg.] — K l o s t e r g e b ä u d e . Erhalten
zwei Flügel aus 17. Jh.

M A R I A - E H R E N B E R G . UFranken BA Brückenau.

Wallfahrts-K. 1666, erweitert 1732.

M A R I A S O N D H E I M s. Arnstein.

M A R I E N B E R G . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. S. Marien. 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. Hallenkirche
25,6 : 43,3 m; der östl. Abschluß unregelmäßig 5seitig; an den Gwbb. spgot.
Rippendurchsteckungen. — Am A l t a r a u f b a u von 1617 großes Gemälde
des Hofmalers Kilian Fabritius, manieristisch gewandt.

Hospital-K. F l ü g e l a l t a r aus der Schule Wolgemuts.

Rathaus 1533-39; der Plan aus Halle, von Joh. Hofmann, wohl einem
Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in tüchtiger, etwas derber
Renss. ohne got. Reminiszenzen; sonst hat das Gebäude durch Brände
gelitten.

Page 362

Haus Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer Straße
Nr. 447 und Markt Nr. 104.

M A R I E N S T E R N . K. Sachsen AH Kamenz.

Cisterc.-Nonnen-Klst. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, die über E.
13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, das südl. Ssch. unten
zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, welche das Klst. mit dem 2
WJoche einnehmenden Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck.
Pfll., [pg 260] ohne Kaptt., mit dem Gewölbefuß durch Konsölchen
verbunden. Ähnlich schlicht der übrige Formencharakter, wenn auch
vereinzelt etwas Schmuck auftritt, z. B. Laubkränze an den Schlußsteinen.
Die Fenster 2pfostig und mit kleinlichem, dürrem Maßwerk. Die WFassade
bar. übergangen.

H o c h a l t a r 1751 von Franz Lauermann aus Prag; seine 4 Kolossalstatuen
1889 in den Kreuzgang verbannt und durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit
der Kanzel und den Nebenaltären verfahren. 2 spgot. N e b e n a l t ä r e , nicht
übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand G l a s g e m ä l d e ca.
1370-80. — Kreuzgang in der Ausführung der K. vorausgegangen, bald
nach 1250. Sehr einfach. Große fensterartige Öffnungen. Die Gwbb. auf
Konsolen. — Aus E. 17. Jh. das Haus der Äbtissin, 1731 der neue Konvent;
geräumig, in der Behandlung anspruchslos. — B a r. P l a s t i k : 12 Statuen
auf der Brüstung des Kirchgangs, Mariensäule 1720, Dreifaltigkeitssäule
1723, Kruzifix und schmerzhafte Mutter 1725; vermutlich von Jäkel aus
Prag. — Im Schatz ein interessanter überaus reicher rom. S p e i s e k e l c h
nach 1250 und 2 gotische. K a s e l k r e u z in Reliefstickerei um 1530. —
D e n k m ä l e r : Bronzene Grabplatten für Bernhard v. Kamenz 1380 und
Heinrich v. Kamenz, Bischof von Meißen † 1629, beide um 1629.
Sandsteinerne Bildnisplatten für Äbtissinnen 1664, 1697, 1710.

M A R I E N TA L . K. Sachsen AH Zittau.

Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung
wesentlicher alter Teile. — In der K. großer C r u c i f i x u s und anmutiges
S e l b d r i t t , um 1515. — B r u n n e n um 1700. — S t a t i o n s b e r g mit
kolossaler Kreuzigungsgruppe 1728. — Auf dem Kirchhof bmkw.
B i l d n i s s t e i n e der Äbtissinnen.

Page 363

M A R I E N W E I H E R . OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der Turm 1742
(B a l t h . N e u m a n n z u R a t e g e z o g e n ). Rck. mit eingezogenem
Chor und 1/2kr. Schluß. Decke und Wand r e i c h s t u c k i e r t , im Scheitel
6 größere Gemälde. Klassizist. Hochaltar mit G n a d e n b i l d von ca. 1480.
N e b e n a l t ä r e 1770. R e g i n a c o e l i 1695. G r a b s t e i n einer Gräfin
von Hohenzollern 1416. Außen K r e u z i g u n g s g r u p p e um 1520-30 —
Auf einer Anhöhe gelegen, bietet die K. nach allen Seiten ein
wirkungsvolles Bild. Die Flachtonne um 1720 reich stuckiert. WTurm um
1745.

M A R I S F E L D . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Pfarr-K. Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem [pg 261]
Turmchor; der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. — Pfarrhaus.
Fachwerkbau M. 17. Jh. — Schloß. 1663 erneuert, Rck. mit 4 Ecktürmen,
geschweifte Kuppeldächer. H o f p o r t a l reich geschmückt, doch von roher
Arbeit. S t u c k d e c k e 1670.

M A R K E R S D O R F. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. sprom., wenig verändert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk von Jak.
Müller im Museum des Sächsischen Altert. Ver. in Dresden.]

M A R K R Ö L I T Z . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Großenteils Neubau 1694. Bmkw. E p i t a p h für Friedrich und
Margaretha von Burkersroda († 1570, 1582) bez. HK; von derselben Hand
(der man auch in Freyburg und Zorbau begegnet) der reiche und
geschmackvolle Ta u f s t e i n von 1599.

M A R K S U H L . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche 1667, 1sch., mit hölzernem Tonnengwb. 2 Geschosse Emporen auf
geschnitzten Rundsäulen. Gerader Chor mit Kreuzgwb. Geschnitzte
K a n z e l , ehemals auf einer Figur des Moses stehend; diese jetzt im
Thüringer Museum zu Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen.

Page 364

Schloß (zeitweise Residenz einer sächs. Herzogslinie) 1583, mit guten
Sandsteinskulpturen. 1. Über den Fenstern 9 Köpfe, 2. Unter den beiden
Eckerkern je eine männliche Halbfigur als Konsol. 3. Reiches Portal des
Treppenturms. 4. Portal des Hofes mit schöner Bekrönung. Der
Treppenturm hat oben 3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die
Hoffassade z. T. ebenfalls aus schönem Holzfachwerk. Im 1. Stock die
ehemaligen Jagdzimmer mit rok. Stuckdecken.

Wohnhäuser mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132.

M A R K T B R E I T. UFranken BA Kitzingen.

Prot. Pfarr-K. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten spgot.
5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt erweitert. Inneneinrichtung mit
Felderdecke und Emporen, behaglich malerisch. A. 18. Jh. — Eine Reihe
tüchtiger B i l d n i s g r a b s t e i n e . Hervorzuheben Fr. v. Seinsheim † 1500
mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch aufgefaßte
Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg. Außen Wolf Eckhardt 1555 bez.
W.E. — Unter den G l o c k e n die älteste mit Alphabet in got. Minuskeln
13. bis 14. Jh.

Friedhof vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen in
Mainbernheim). Unter den hölzernen Arkaden lange Reihe von
Bildnisepitaphen der Renss.

Rathaus beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. Die
kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem [pg 262] Maintor (ao.
1600), die Rückfassade mit dem »schwarzen Turm« zu prächtigen
Architekturbildern. Im 2. Geschoß große Diele mit stimmungsvoller
Holzarchitektur. Getäfelte Ratsstube; desgleichen das Rundgemach des
obersten Geschosses.

Seinsheimsches Schloß (Amtsgericht) 1580. — Unter den Wohnhäusern
einige von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch zueinander
angelegten Erkerfassaden am Eingang der Schusterstraße, E. 17. und A.
18.Jh., auch bmkw. Inneneinrichtung. Gegenüber dem Amtsgericht schöner
Fachwerkbau 1607 und Mainkran 1773. Auch von außen gesehen ist das

Page 365

Stadtbild von großem Reiz. Der Mauerring (1529-50) großenteils erhalten.
Die hohen schlanken Rundtürme teils mit spgot., teils mit bar. Dächern.

M A R K T H E I D E N F E L D . UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. 1613. — Hübsches Bürgerhaus (Kaufhaus Flasch) 1745, die
Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, die innere Dekoration
im Stiegenhaus und Saal gut erhalten.

M A R K T L E U G A S T. OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke mit
eleganter aber sparsamer Stuckierung.

M A R K T S C H O R G A S T. OFranken BA Berneck.

Dorf-K. spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?).

M A R K T S T E T T. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; —
Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. — Wo h n h a u s Herrenstr. Nr. 144,
sehr hübsche Anlage 1750.

M A R K T Z E U L N . OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.

Rathaus mit Stiegenturm 1588. H o l z h ä u s e r , 16. und 17. Jh. in guter
Erhaltung. [An Haus 53 Überreste aus Klst. Langheim]

M A R K W E R B E N . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. ursp. rom. mit Chorturm.

M A R T I N F E L D . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkrönung. Der schöne
Stuckmarmoraltar aus dem ehemaligen Klst. Beuren.

Page 366

S c h n i t z r e l i e f von einem älteren Altar A. 16. Jh. — Stattliche Edelsitze
(v. Bodungen) 1580 und 1611.

M A R T I N S K I R C H E N . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. Querturm und
eingezogenem Altarbau. Die Wände des letzteren 1699 durchbrochen und
Flügel angelegt. Chor spgot. Rest. 1904. — Mehrere bar. G r a b s t e i n e .

Schloß 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten Ministers).
Hufeisenanlage. Formen in feinem, mäßig reichem [pg 263] Rok. Die
innere Einteilung ist ungestört geblieben, auch die Ausstattung gut erhalten
und anziehend.

M A S S E N B U C H . UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. 1702. Gutes H o c h a l t a r b l a t t von Nikolaus Treu 1776. Über
dem WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) eingemauert; angeblich aus
Schönrain.

M A U A . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 18. Jh. mit got. Chor. S c h n i t z a l t a r aus derselben
ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar von 1498 in
Arnstadt und der in Großlöbichau.

M A U E R S C H E D L bei Mellrichstadt UFranken.

Kleine 1sch. Kirche mit östl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die etwa
gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 Zellen aus etwa 14. Jh.,
wahrscheinlich eine Schutzanlage für das schon 1424 nicht mehr
bestehende Dorf Bischofs. Die Grundmauern 1903 ausgegraben.

M A X E N . K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. gegr. 13. Jh., jetzt formlos. — Wertvolles A l t a r w e r k aus
Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem Kirchboden gute
Holzplastik.

Page 367

Schloß mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss. Anbau 1727.

M E C K E N R I E D . UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. — M o b i l i e n
E. 17. und A. 18. Jh.

Friedhofs-Kap. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des ehemals
befestigten Friedhofes. — B i l d s t ö c k e bar.

M E C K F E L D . Sachsen-Altenburg Kr. Roda.

Dorf-K. S c h n i t z a l t a r bez. 1500, vom »Meister der
Baldachine«.

M E E D E R . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Der turmtragende rom. Chor ist, wie öfter vorkommt, durch eine
geräumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt (vgl. aus der
Nachbarschaft Groß-Wallbur); ungewöhnlich die reiche und gut erhaltene
Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen und Bogenfriesen; die große Stärke der
nördl. und südl. Mauer läßt den Turm außen oblong erscheinen; auf das
dritte rom. Geschoß folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen
von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. — Reiches Sternberg-Rosenbergsches
Wa n d g r a b 1576. — Herrenhaus (jetzt Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten,
reichen Stuckdekoration.

M E E R A N E . K. Sachsen AH Glauchau.

Stadt-K. Wesentlich 1503 mit späteren Umbauten; rom. der zwischen
Schiff und Chor stehende Turm. Reste eines großen Altarwerks von Jak.
Müller in Altenburg 1506.

[pg 264]
M E E R H O L Z . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Isenburgisches Schloß, 1564 aus einem Prämonstr.-Nonnenklst. umgebaut;
hat großenteils seinen alten Charakter verloren. Der SFlügel enthält die

Page 368

Pfarr-K., an den Fenstern entartetes Fischblasenmaßwerk. — Neben dem
Gemeindehaus ein alter Wartturm.

M E I N E W E H . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes
A l a b a s t e r e p i t a p h des Günther v. Bünau † 1706.

M E I N I N G E N . Hauptstadt von Sachsen-Meiningen.

Stadt-K. Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen Rest. 1884-89
fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. die Fundamente einer rom.
Basilika. Von ihr ist über der Erde erhalten der nördl. Fassadenturm bis zur
Firsthöhe des Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst von 1884
(vorher got. veränderte); die 8eckigen Obergeschosse und der runde
Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, das got. WPortal
durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke in der Bibliothek der K.
Rom. Fußbodenfliesen im Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür.
2. Aus got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher got.)
ganz neu. — Von den G r a b d e n k m ä l e r n nur ein kleiner Teil wieder
aufgestellt. Interessanter Wappenstein des Hans Volker 1425. Bildnissteine
des Stadtschultheißen Lorenz Reps † 1563, des Hans Phil. Schenk zu
Schweinsberg 1567, des Matth. v. Hönningen 1576, der Ottilie v.
Hönningen 1574. Die späteren in Epitaphform. — Älteste G l o c k e M. 14.
Jh.

Residenzschloß (der Name Elisabethenburg neu). Ältester Teil der 1511
durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, erbaute NFlügel; stark
neugot. verändert. Das neue Schloß 1682. Auch dieses modern umgebaut,
mit Erhaltung einiger Innenräume in Bar., Rok. und Neoantik.
Hervorragend die bar. Stuckdecke des Riesensaals von J. N. Bestheimer
unter Leitung des Römers Alessandro Rossini. — Im SFlügel die S c h l o ß -
K . 1682-92, mit Stuckdecke, schöner Kanzel und Herzogsloge. Kanzel in
Stuckmarmor rok. Flügelgemälde eines ehemaligen Altars, fränkisch um
1510. — Reiche K u n s t s a m m l u n g . Die Gobelins ehemals im Schloß
Ichtershausen. Porzellan aus Klst. Veilsdorf.

Page 369

Im H e n n e b e r g i s c h e n H a u s die Kunst- und Altertumssammlungen
des Hennebergischen Geschichtsvereins. An der Fassade Relieftafel von
1603 aus der Schloßkapelle zu Ellingshausen. Auf dem F r i e d h o f
treffliches Grabrelief [pg 265] des Reinhard von Wechmar 1488. Im
E n g l i s c h e n G a r t e n künstliche Ruinen 1793.

Teil der ma. Ringmauer hinter der Burggasse.

M E I S S E N . K. Sachsen. Amtshauptstadt.

Dom und Schloß. Beide bilden zusammen einen geschlossenen 3eck.
Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum freien Felsen über der
Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen mit der Umgebung verwachsen, das
Lhs. springt frei in den Hof vor, so daß die Fassade dem Ankömmling als
erster Haupteindruck entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten
Zubau zweier Türme (von Carl Schäfer) das historische Bild wesentlich
verändert.

Dom. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter mehrfachem
Wechsel der Bauidee, zuletzt späteste Gotik. 1. Dem ersten Plan gehört der
Gr. mit Ausnahme der beiden Chöre; in ihm leben noch rom.
Reminiszenzen; das Qsch. aus 3 Quadraten; die WTürme über die
Fluchtlinie der Ssch. vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende
des 13. Jh. waren fertig: das Q s c h . das erste Joch des Chors mit
Sechskappengwb., das erste (östl.) Joch des Lhs., die Türme bis zu 12,3 m
H. und wohl noch weitere Teile des Lhs., deren (z. T. schon geformtes)
Material im Umbau des 14. Jh. Verwendung fand. Sicher als Basilika
begonnen (vgl. außer der Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp.
Dachlinie an der anstoßenden Querschiffswand). Außen am südl.
Kreuzflügel schöne frgot. Giebeldekoration. 2. Die 8eckige Johanneskap,
(urkundl. 1291, die Inschrift unecht), gelegen im SWWinkel des Qsch.;
2geschossig; das Obergeschoß ursp. freiliegend; in der formalen
Durchbildung das beste am ganzen Dom (neben dem Lettner), Fenster aus
15. resp. 19. Jh. — 3. Hallenmäßiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der
Aufbau des 1. Jochs geschont in der Weise, daß nach Ausbrechung des
Oberfensters hinter diesem eine Empore angelegt wurde; Verlängerung des
Chors; zum Schluß der SOTurm, sein durchbrochener Helm wohl noch
jünger. — 4. Von den um 1400 weitergeführten WTürmen nur das zierliche

Page 370

Reliefmaßwerk unter dem 2. Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das
große (jetzt innere) WPortal in akademisch nüchternem Prunk. — 5. Um
1420-30 wurde vor dieses Portal die Fürstenkapelle gesetzt, in der Gestalt
eines Chors von 3 Jochen und 3/8 Schluß; letzte Phase der Hochgotik, die
trocken zierliche Behandlung ähnlich der Schloßkap, zu Altenburg. — 6.
Seit 1479 das hohe Fenstergeschoß des WBaus, wohl von Arnold v.
Westfalen, dem Erbauer der Albrechtsburg; es sollte den (durch den
Übergang zum Hallensystem massig vergrößerten) Giebel des Lhs. [pg 266]
maskieren; wie der obere Abschluß beabsichtigt war, ist nicht mehr
ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh. trug er 3 (wohl hölzerne) Helme, die
1547 abbrannten. Durch den 1904 begonnenen Ausbau steinerner
Doppeltürme wird der überlieferte Charakter der Fassade wie das ganze
Baubild des Domberges völlig verändert. — 7. Sakristei ca. 1500-1506. —
8. Begräbniskap. Georg des Bärtigen 1534.

I n n e r e s . — Lettner frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, an die
Naumburger Schule anschließend, ersten Ranges; aus derselben Zeit die
steinerne Rückwand der Chorherrensitze; die Balustrade und die seitliche
Erweiterung des Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altäre des Doms
großenteils verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. — H o c h a l t a r .
Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Könige, ca. 1520. Der Meister des
singulären, sehr hervorragenden Werkes steht der niederländischen Kunst
nahe (jedenfalls nicht A. Dürer!). — L e t t n e r a l t a r , unter Einfluß
Cranachs; eher von diesem selbst das T r i p t y c h o n m i t d e m
S c h m e r z e n s m a n n in der S. Georgskap, bez. 1534. — Im Stirnfenster
des Chorhaupts G l a s g e m ä l d e aus 13. Jh. — S a k r a m e n t s h ä u s c h e n
mit Tabernakel ca. 1506. — C h o r s t ü h l e unter steinernen Baldachinen E.
13. Jh. — An der OWand des Qsch. Spuren von Wa n d g e m ä l d e n des 14.
Jh., Jüngstes Gericht. — K a n z e l 2. H. 16. Jh. — S t a t u e n aus 2. H. 13.
Jh.: a) an der Wand des Chors ein Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I.
und Kaiserin Adelheid, wohl als Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach
dem Muster Naumburgs, wohin auch der Stil weist; gegenüber Johannes
und Donatus; b) aus derselben Werkstatt die 3 Statuen der Johanneskap.,
tüchtige und anziehende Arbeiten. — Aus A. 15. Jh. der massenhafte
S c h m u c k d e s W P o r t a l s in einer fleißigen kleinlichen Manier; besser
das südl. Seitenportal. — D i e G r ä b e r d e r F ü r s t e n k a p . In der Mitte
Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren † 1428, ausgeführt ca. 1430-

Page 371

40; der Tote vollplastisch auf einem Brokatteppich, das Kurschwert in der
Hand, an den Langseiten 24 kleine gravierte Figuren, Klagemänner und
Wappenhalter; Werkstatt nicht nachzuweisen. Ringsum die ehernen
Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern des sächsischen Hauses. Diese
sämtlich aus der Vischerschen Werkstatt in Nürnberg. Sigismund von
Sachsen, Bischof von Würzburg † 1472, Flachrelief; 1472 lebte noch
Hermann V. und war Peter V. noch nicht zwanzig Jahre alt; bei der großen
Ähnlichkeit mit der 1496 verfertigten Platte des B. Job. Rot in Breslau wird
die Entstehung später anzusetzen sein. Dagegen könnte das Denkmal [pg
267] Kurfürst Friedrich des Guten † 1464, gravierte Platte (gleich allen
folgenden), und die in der Kirche befindliche Platte des B. Kaspar v.
Schönberg † 1463 von Hermann V. herrühren. Von Peter Kurfürst Ernst
† 1486 und die in der Kirche befindliche Gedenktafel für den Domherrn
Heinrich Strecker † 1486. Seinem Sohne Hermann d. J. werden von
Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte † 1500, Amalie von Bayern
† 1502, Sidonie † 1510, Friedrich † 1510; sie gehören zum Besten, was auf
diesem Gebiete in Deutschland je geleistet worden. Erheblich geringer
Friedrich II. und Johann, ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara
in in der Georgenkap.). — G r a b p l a t t e n i m L a n g h a u s e : Bischof
Dietrich III. von Schönberg † 1472, im Charakter der Vischerschen
Werkstatt; Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. von Weißenbach † 1487;
Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, Bronzeguß aus einer sächsisch-
thüringischen Werkstatt, aus der im Naumburger Dom die Platten für
Dietrich von Schönberg und Andreas von Könritz. — G e o r g e n k a p e l l e :
Triptychon von L. Cranach. Marmorrelief der Grablegung, ausgezeichnete
Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte Herzog Georgs † 1539, gravierte Platte
der Herzogin Barbara † 1534.

K r e u z g a n g . Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor und südl.
Quersch. Der älteste Teil der nördl. Flügel und M a r i a - M a g d a l e n a -
K a p . vor 1274; die übrigen Flügel 1491.

Schloß. Der Hauptbau (seit 1676 »Albrechtsburg« genannt) erbaut 1471 bis
ca. 1485 von Arnold von Westfalen (Westveling). Epochemachend in der
Geschichte der deutschen Burgarchitektur, die hier im Begriff ist, in den
Palast überzugehen. Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in
jedem Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Räume in gleicher

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Höhenlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit im
Ornament. Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur im 1. Geschoß
Rippen, in den folgenden scharfgratige tiefbuchtige Zellen. Die sehr großen
Fenster verzichten auf Maßwerk, als oberer Abschluß ist der seither in der
sächsischen Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere für
die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten Geschosses und
die große in einem Turmgehäuse aus der Fassade vorspringende
Wendeltreppe. Höchst originell die Konstruktion: die Widerlager nach
innen gezogen, so daß sich tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden;
die Mauerstärken von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub
der Gewölbe durch senkrechte Belastung aufzuheben (ein [pg 268]
Gedanke, der im Obergeschoß der Domfassade wiederkehrt). Die Fassade
entbehrt der senkrechten Teilungslinien, dafür betonen Gurtgesimse die
Bedeutung der Stockwerkgliederung. Also in vielen und wichtigen Punkten
Abkehr von der eigentlich got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hält die Wage
eine mit Bewußtsein geübte (im älteren Schloßbau bloß zufällig zustande
kommende) malerische Kontrastierung der Massen. — Die an einigen
Bauteilen, Wappensaal des NAusbaues und Ausschmückung des großen
Wendelsteins, sich zeigende Einmischung von Renaissanceformen geht auf
Jakob von Schweinfurt ca. 1525-30.

S. Afra, gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift,
durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika in schlichtesten
got. Formen, der 1sch. gerade schließende Chor in gleicher L. mit dem
Msch. des Lhs. Die Sakristei Überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.).
Um 1390-1400 das südl. Ssch. und der Chor erhöht. Konventsgebäude nach
1600. — Hölzerne K a n z e l 1657. G r a b s t e i n e des 16. und 17. Jh. in der
v. Schleinitzschen Grabkapelle.

Franziskaner-K. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, zweiter
(jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe kreuzgewölbte 3sch.
Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie die Ssch., abgekantet quadratische
Pfll. Der Kreuzgang greift in das südl. Ssch. ein.

Frauen-K. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend.
Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und 5/8 Schluß; Netzgwb.; in
die Ecke zum südl. Ssch. eine Kap. eingebaut, deren Obergeschoß eine

Page 373

Sängertribüne trägt. Das Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt.
Mächtiger WTurm, letztes Geschoß Oktogon mit rundbg. Blendarkaden,
ehemals hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem Dach,
an den Ssch. quergestellte Dächer über jedem Joch. — Kirchhofstor gut
renss. — In der Sakristei Ta f e l b i l d 1496.

Johannes-K. und Jakobs-Kap. unbedeutend und jetzt profaniert.

Martins-K., kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch.
flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. Apsis folgen
sich in staffelförmiger Einziehung. Einfache Tür an der SSeite in Formen
aus A. 13. Jh. Aufgedeckte Wa n d g e m ä l d e aus 13. Jh. (Totentanz?!)
1900 wieder überstrichen.

Nikolai-K. War eine rom. Anlage ähnlich der Martins-K., in got. Zeit
umgebaut. Sehr beschädigte Wa n d g e m ä l d e 13. Jh. Interessantes
gemaltes T r i p t y c h o n .

S. Wolfgang, Begräbniskap. im Meisetal, in der Art Arnolds [pg 269] von
Westfalen, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten Apsiden am rck.
Schiff.

Rathaus stattlich spgot. seit 1479.

Kornhaus 1520-24 von Meister Jakob von Schweinfurt. — Haus gegenüber
dem SEingang des Doms 1526; wohl von demselben; letztes Kämpfen der
Got. gegen die Renss. — Auch in der Stadt einige alte Häuser zu beachten,
z. B. das Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.

M E L K E N D O R F. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte
Flachdecke um 1730. Außen am Eingang zur Sakristei 2 sprom.
Säulenkaptt. eingemauert.

M E L K E R S . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Page 374

Dorf-K. 1687. In allen Teilen Fachwerk. Über der Front niedriger Aufbau
als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der Erbauungszeit.

M E L L I N G E N . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Große Dorf-K. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. — Hölzernes
B r u n n e n h a u s 1667. — D o r f l i n d e mit Steintisch.

M E L L N A U . RB Cassel Kr. Marburg.

Burgruine, erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.

M E L L R I C H S TA D T. UFranken BAmtsstadt

Pfarr-K. Der allein interessante Teil ist der östl.; frgot. mit rom.
Nachklängen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor wird flankiert von 2
mächtigen Türmen (nur der nördl. ausgebaut). Ihr Erdgeschoß bildet
Nebenchöre, die sich sowohl gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in
einer spitzbogigen Arkade öffnen. Leibung ungegliedert. Kämpfer mit rom.
Profil. Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. Die zwei
Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen rck., das andere
quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb., wofür die in der
SWEcke des Chores erhaltene Konsole spricht. Der rom. Kämpfer deutet
auf einen ehemaligen breiten Trennungsgurt hin. Das Äußere zeigt sich als
massiger Quaderbau mit spärlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden
Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit späterem Maßwerk), in der Mitte und an
den Ecken Strebepfll. Giebelabschluß und Rundseiten mit Spitzbogenfries.
Turm zu 6 Geschossen mit Ecklisenen und Trennung durch einfache
Gesimse. In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige
Schallöffnungen. Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. ist ein nüchterner
Bau der Juliuszeit in 3 flachgedeckten, gleichhohen Schiffen, nach einem
Brande 1712 bar. verändert. — [pg 270] S a k r a m e n t s h ä u s c h e n feine,
originelle Arbeit aus A. 15. Jh. — G r a b p l a t t e eines Herrn von der Ker
† 1387.

Spital-Kap. mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.

Page 375

Grossenberg-Kap., kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. H o l z f i g u r e n
und 3 A l t ä r e aus A. 17. Jh., Sandstein.

Reste der Stadtbefestigung.

M E L S U N G E N . RB Cassel Kreisstadt.

S. Nikolaus-K. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche mit 1sch.
polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Über den Sschiffen
Walmdächer.

Schloß 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. — Rathaus,
freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In der Nähe ansehnliche
Holzhäuser des 17. Jh. — Fuldabrücke 1569. — Ringmauern aus Ma.
großenteils erhalten; der Eulenturm, mit hohem Kegeldach.

M E M L E B E N . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Benediktiner-Klst.-K. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, jetzt
dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzförmige Basilika. Die Stilformen
weisen auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich mit Beibehaltung des
älteren Grundrisses. Chor und Qsch. genau nach dem Netze des Würfels,
Lhs. 6 Arkaden, 2 WTürme mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Länge
59 m. — Wohlerhalten nur die Krypta, bis zur halben Vierung
vorspringend. Grätige Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden außen und innen
polygonal. Dieselbe Gestaltung des Bogenfrieses kommt an den ältesten
Teilen des Magdeburger Doms vor. Das Lhs. hat spitzbg. Arkaden von
geringer Höhe; die Pfll. quadratisch mit 2 kräftigen 3/4 Säulen unter den
Bgg.; die Kaptt. kelchförmig, undekoriert; die mächtige Deckplatte mit dem
umgekehrten Profil der attischen Basis. Alle Fenster rundbg. — Ältere
Ansichten zeigen einen niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen die im Gr.
indizierten WTürme; vielleicht waren sie schon zerstört, vielleicht auch
unausgeführt geblieben. — Die K l a u s u r lag ungewöhnlicherweise auf der
NSeite. — Ältere Besucher sahen an den Pfll. gemalte männliche und
weibliche Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft
sichtbar, das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.

Page 376

Dorf-K. Reste von spgot, Altarplastik und großes Holzrelief mit Beweinung
Christi 1500.

Von der ehemaligen Kaiserpfalz ein Torweg und Mauerreste von 5 m
Stärke.

M E N G E R S D O R F. OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. 1521, Veränderungen 1668, 1736.

[pg 271]
M E N G E R S R E U T H . OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hölzerne Tonne mit
G e m ä l d e um 1700.

M E R G E L S H Ö C H H E I M . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit.

M E R K E R S H A U S E N . UFranken BA Königshofen.

Dorf-K. 1737. Deckenfresko von J. P. Herrlein 1777 (vgl. Oberaßfeld).

Pfarrhaus renss. und rok. An der Straßenseite bmkw. got.
S t e i n m a d o n n a von ca. 1350.

M E R K W I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überwölbte Koncha der
alten rom. K. jetzt Sakristei.

M E R S E B U R G . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt. Die rom. Epoche, die des
Übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf gegeneinander. 1. Der
erste Bau, gegr. 1015, gew. schon 1021, war vielleicht nur als Provisorium
beabsichtigt. Nach teilweisem Einsturz 1042 völlige Erneuerung des Chors
und nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines

Page 377

Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. als 1. H.) geht
der ganze gegenwärtige Grundriß einer regelmäßigen Kreuzbasilika zurück;
dann noch einzelne Mauerteile: am Chorquadrat, an den dasselbe
flankierenden OTürmen (die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu
denken sind), am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der
Krypta. Sie hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen Gräten
ohne Quergurte, die Pfll. mit Kerben auf den Flächen und feinen Säulchen
an den Ecken. — 2. Formen der Übergangszeit (dedicatio 1240,
reaedificatio 1274). Die Konstruktionen des Übergangstils zeigen die der
Kreuzrippen noch entbehrenden, jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im
Chor und Qsch., die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; das
Ergebnis dieser Bauepoche war eine Gewölbebasilika von schwerer und
nüchterner Behandlung. Ferner wurde in dieser Zeit der Priesterchor unter
die Vierung vorgerückt und mit Schranken umgrenzt; die durch Profilreste
an den Vierungspfll. bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle
errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. — 3. Die spgot.
Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo v. Trotha das Lhs. zur
Hallenkirche um, wobei die Stellung der Fensterachsen zu der
Jocheinteilung unregelmäßig blieb; Netzgwbb.; außen an den Ssch. eine
Folge von Staffelgiebeln mit Flächenmaßwerk aus Backstein; ferner
erhielten das Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als
Specimina [pg 272] der obersächsischen Schulrichtung bmkw. sind. —
Rest, von Fr. Adler E. 19.Jh. — Der wenig ansehnliche K r e u z g a n g
spgot. mit älteren Resten. — K a n z e l 1514 mit Zusätzen von 1526, die
letzteren schon mit RenssElementen. — C h o r g e s t ü h l von 1446; die
Reliefbilder an der Rückwand von einem sehr unbegabten handwerklichen
Künstler, der sich Caspar Schockholz zeichnet. Viel besser der F ü n f s i t z
von ca. 1480-90. — Reste von S c h n i t z a l t ä r e n zerstreut. — In der
Vorhalle steinernes Ta u f b e c k e n 12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als
nackte hockende Männer dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefäß,
daran unter Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren
Schultern die Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher versetzt, zum
Motiv vgl. Byzantinische Elfenbeine und später das Fürstenportal am
Bamberger Dom). — In der Kap. am WFlügel des Kreuzgangs großes und
gutes Sandsteinrelief eines h . G e o r g , E. 14. Jh. — Zahlreiche
G r a b d e n k m ä l e r , unter denen nur einiges zu nennen. In der Vierung
Gegenkönig R u d o l f v. S c h w a b e n † 1080, Bronzeplatte auf

Page 378

modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger Gießhütte; flachstes Relief,
nur der Kopf stärker hervortretend; etwas unter Lebensgröße; alle Formen,
auch die Gewandung, sehr starr, doch die Ornamente zierlich und
sorgfältig; die Augen hatten Einlagen von Glasfluß, ebenso das Stirnkleinod
der Krone. Nach den historischen Umständen muß Ausführung sehr bald
nach dem Tode angenommen werden. Also der älteste datierbare
Bildnisgrabstein in Deutschland. Im nördl. Qsch. Bischof T h i l o v.
T r o t h a † 1514, wahrscheinlich von P. Vischer, eherne Tumba in
Kistenform, mit der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne
architektonische Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehörige
Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der Trinität. An der
NWand Epitaph des Bischofs A d o l f v. A n h a l t , im südl. Qsch. große
hölzerne Barockepitaphe ohne sonderlichen Wert. Im nördl. Ssch. Grabstein
des Bischofs F r i e d r i c h v. H o y m † 1382, interessant durch den
erstrebten Porträteindruck, Spuren von Bemalung. — In der Vorhalle
Grabstein des Bischofs S i g i s m u n d v. L i n d e n a u † 1544, an einem
Pfl. das zugehörige Epitaph, bezeichneter Bronzeguß von Hans Vischer aus
Nürnberg. — Im östl. Kreuzgang (soll nächstens in die Vorhalle versetzt
werden) R i t t e r g r a b s t e i n um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr
beschädigte Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters (nach H.
Giesau von diesem selbst). — G r e g o r i u s a l t a r und M a r i e n a l t a r um
1515-20, von einem Leipziger Meister [pg 273] (vgl. Friedersdorf). Im
nördl. Qsch. großes allegorisches Gemälde auf die u n b e f l e c k t e
E m p f ä n g n i s 1518. Mehrere ansehnliche Denkmäler aus Renss. und Bar.:
v. Bibra † 1584, Kostitz 1610, v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle),
Christian v. Zoch 1728. Von den G l o c k e n wird eine (die »Schnurre«)
dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta und Nona 1498.

K. und Klst. St. Petri, gegr. 1091, säkularisiert 1562. Aus der rom.
Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) die Apsis des
nördl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen Bau. — Teile des Klst.,
darunter das große Herrenrefektorium, 1sch., 3 rippenlose, stark steigende
Gewölbe im Stil der Übergangsteile des Doms.

Neumarkts-K. S. Thomas, ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, flacher
Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor unverändert; zwei reiche
Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, A. 13. Jh.

Page 379

K. des Collegiatstiftes St. Sixti, erster Bau 1045; E. 15. Jh. als got.
Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verändert.

Stadt-K. St. Maximin, spgot. und modern; die letzten rom. Reste im 19.
Jh. beseitigt.

Gottesacker-K., 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg.
P o r t a l t y m p a n o n mit ausgezeichnet schönem Rankenornament im
Übergangsstil, verwandt den gleichen Bauteilen des Magdeburger Doms.

Schloß. Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut 1605 ff.
unter Herzog Georg von Sachsen durch Melchior Brunner; die Wirkung ist
gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal der geräumige, annähernd
quadratische Hof (die vierte Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehört zu
den eindruckvollsten, großzügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme,
Erker, Portale und Zwerchhäuser in kräftigen, nicht schwülstigen
Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen Fronten so verteilt, daß
sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, aber doch nicht ganz aufheben.
— Ausgezeichnetes B r u n n e n h a u s . — An den Schloßgarten aus 2. H. 17.
Jh. erinnern vier Obelisken. — G a r t e n s a a l b a u 1727.

Rathaus 1475, verändert in der Renss. (vgl. das Wappen). Marktbrunnen A.
17. Jh.

Östl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente der Burg
König Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter und daneben eine
vorgeschichtliche Anlage.

M E R X H A U S E N . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Ehemalige Augustiner-Klst.-K. gestiftet 1213. Flachgedecktes Schiff mit
got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil zerstört. Schönes rom.
Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten [pg 274] ausgekehlt. Die
Klostergebäude modernisiert, bmkw. nur ein Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks,
reichgegliederte Fenster mit Vorhangbgg.

M E S C H E N B A C H . Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Page 380

Dorf-K. spgot., dann öfters verändert. — Spgot. K a n z e l .

M E S P E L B R U N N . UFranken BA Aschaffenburg.

Schloß. Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493. Restauration
und Vergrößerung 1742 durch die Grafen von Ingelheim. Wasserburg,
berühmt durch die malerisch-poetische Lage in einem Waldsee des
Spessart.

M E T Z E L S . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Geschnitztes Holzfachwerkhaus, bez. 1511 auf dem got. Türbalken.
Kleines Museum bäuerlicher Altertümer.

M E U S E L B A C H . Schwarzburg-Rudolstadt LA Königsee.

Kirche, 1743. Die K a n z e l und das originelle Ta u f b e c k e n aus
derselben Zeit.

M E U S E LW I T Z . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. 1604, nach Brand 1640 hergestellt. — Schloß, 1724 für
Feldmarschall Graf Seckendorff; großes Viereck mit kleinem Mittelhof;
pompöse Wirkung beabsichtigt, abgeschwächt durch die geringwertigen
Surrogatmaterialien.

M I C H A E L I S B E R G s. Klosterveilsdorf.

M I C H E L A U . OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. 1804-11. — Holzbauten ähnlich Marktzeum.

M I C H E L B A C H . RB Cassel Kr. Marburg.

Kirche. Übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewölbebau mit
schmälerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm. Im Schiff 3 rck.
Kreuzgwbb. ohne Rippen.

M I C H E L F E L D . UFranken BA Kitzingen.

Page 381

Pfarr-K. nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. — Guter
B i l d n i s g r a b s t e i n 1626.

M I C H E L S B E R G . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schmälerem rck. Chor,
kein Turm.

M I E K E L . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1550, mehrmals erweitert. — Feiner und vornehmer Kanzelaltar
1686. G r a b d e n k m ä l e r der v. Gersdorf, v. Löben und v. Ponickau.

Schloß erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an Schloß
Moritzburg. Kurfürstliche B i l d n i s s e des 16. und 17. Jh.

M I H L A . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche. Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes S t e i n r e l i e f des 14. Jh.
Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v.
Wangenheim, durch die Empore [pg 275] zum Teil verdeckt. Geschnitzter
F l ü g e l a l t a r E. 15. Jh., eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht
gute Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4
Reliefs. Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt.
G r a b s t e i n mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Rüstung,
um 1660. Großes K r u z i f i x , aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters
der Erfurter Grablegung. Große T r u h e mit sehr reichen spgot. Beschlägen
aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v.
Herstall.

Das Graue Schloß bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger
Treppenturm an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut
gemeißelte Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist später in der
Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735.

Das Rote Schloß. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgeschoß
aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber 3 Geschosse aus z. T. reich
geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In

Page 382

der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele
die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh. Einer der
besten Holzbauten Thüringens.

Geschnitztes Holzfachwerkhaus mit guten Schnitzereien no 30.

M I L D E N F U R T. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Ehemalige Prämonstratenser-Klst.-K. gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-
50. Nächst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in
Ostthüringen. Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh.,
erhalten. Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor
zeigen den regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und
Nebenchöre (kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch
Altarnischen in der Mauerdicke der Kreuzflügel. Das Lhs. im gebundenen
System gewölbt; 4 Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll.
um einen ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch.
glatt. Im W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den K l o s t e r g e b ä u d e n
haben sich das Refektorium, der Kapitelsaal und der SFlügel des
Kreuzganges, entstellt, im jetzigen Brauhaus erhalten.

M I LT E N B E R G . UFranken BAmtsstadt.

Altertümliches Stadtbild von großem Reiz. Hauptschmuck die zahlreichen
Fachwerkhäuser, meist 16. Jh., so das Gasthaus zum Riesen 1590.

Pfarr-K. Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. [pg 276]
vollständig umgebaut und erweitert. Außen ansehnlicher Quaderbau mit 2
OTürmen. — Franziskaner-K. barock.

Rathaus. Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte
Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz. — Am Wochenmarkt
hübsches Rok.-Wohnhaus von dem mit Ritter in Mainz in Verbindung
stehenden Lokalmeister J. M. Schmidt.

Schöner Renss. Laufbrunnen.

Page 383

Burg. Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, gut erhaltener
Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest.

M I LT I T Z . K Sachsen AH Meißen.

Pfarr-K. 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. — Hübscher
A l t a r a u f s a t z mit Sandsteinreliefs und Statuetten der Stifter 1622.

Schloß. Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung auf Umbau
1663.

MILZ b. Römhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. Dorf-K. von
Mauer und Graben umgeben. Auch sonst als Ganzes bmkw. — Viel
Fachwerkhäuser.

M I S T E L B A C H . OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hölzerne Tonne mit bmkw.
Malerei. Grabsteine 16. und 17. Jh.

M I S T E L F E L D . OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. Flachgedecktes
Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, darüber Turm. An der
5achsigen Langseite in der Mitte Tür und kleine Fensterrose, zu beiden
Seiten zwei Maßwerkfenster.

M I T T E L D O R F. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grätigen Kreuzgwbb., etwas
schmälerer quadratischer Chor und 1/2kr. Apsis. Der WTurm jünger.

M I T T E L S T R E U . UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden Holzfiguren um
1600.

Karner mit Fragmenten von Steinplastik der Renss.

Page 384

M I T T W E I D A . K. Sachsen AH Rochlitz.

Marien-K. Erneuert nach Brand 1454 durch Meister Arnold v. Westfalen
bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; er entspricht zweien
Schiffen des als 3sch. Halle angelegten Lhs. in der Weise, daß seine Achse
auf die südl. Pfeilerreihe fällt; das nördl. Schiff durch Empore geteilt; diese
Unregelmäßigkeiten von eigentümlich malerischem Reiz; die nördl.
Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Äußere trocken elegant, der
Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache WTurm 1516. —
A l t a r w e r k mit reicher Holzschnitzerei 1661 [pg 277] von Valentin Otto
und Joh. Richter, beide aus Meißen. S a n d s t e i n k a n z e l , von
Mosesstatue getragen, an den Brüstungen der Treppe und Bühne die 12
kleinen und 4 großen Propheten; gefertigt 1667 von Cl. K. Buchau in
Dresden.

An einigen Wohnhäusern hübsche Fr.Renss Türen.

M I T T W I T Z . OFranken BA Kronach.

Schloß nach 1525.

M O G G E N B R U N N . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Schloß 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. Wasserburg. Der
Graben noch erkennbar. Stattliches Portal mit Pfll., Sll., Türklopfer aus 16.
und 17. Jh. Das Innere im 17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.

M O H O R N . K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. — S c h n i t z w e r k e :
Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten A. 15. Jh. Großer A l t a r b a u 1604
von ernster, monumentaler Haltung, in der Mitte großes Abendmahlsrelief.
Treffliche B i l d n i s r e l i e f s 1686, 1711.

M Ö H R A . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz.
Emporen. Anziehendes Gesamtbild des Inneren. — Zahlreiche

Page 385

F a c h w e r k h ä u s e r 17. und 18. Jh., im Schmuck bescheiden, die Gr. z. T.
niederdeutsch. Nr. 75 »M. Luthers Stammhaus«.

M Ö L B I S . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. wesentlich 1688. G l o c k e 14. Jh. B o s e s c h e G r a b m ä l e r .

Herrenhaus (v. Bose) 1714, einfach vornehm.

M O L S C H L E B E N . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. spgot. — Doppelflügeliges A l t a r w e r k 1518; im Schrein
ungewöhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit 6 Szenen aus der Legende
des h. Jakobus d. Ä. auf gemeinschaftlichem landschaftlichem Hintergrund.
— Schönes Fragment eines zweiten S c h n i t z a l t a r s .

M O L S D O R F. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Schloß 1734 für Graf Gotter. Bar. im Übergang zum Rok. Luxuriöse
Innenausstattung. Großer Park.

M Ö M B R I S . UFranken BA Alzenau.

Dorf-K. Grabsteine 1548, 1562.

M Ö N C H R Ö D E N . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Ehem. Benedikt.-Klst. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in
landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebäude. Das
Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pächterwohnung) zeigen Reste
schmuckreicher Behandlung in der Weise des fr. 16. Jh. — An der Dorf-K.
Unterbau einer rom. Apsis; sonst oft veränderter Gemengbau. An der südl.
Außenwand [pg 278] 3 B i l d n i s g r a b s t e i n e von Äbten 1367, 14.., 1474.

M O R I T Z B U R G . K. Sachsen AH Dresden N.

Jagdschloß. 1542-46 von Hans Dehn-Rotfelser für Kurfürst Moritz;
kleinere Veränderungen 1593-1660; Kap. 1672 von W. C. v. Klengel; 1722-
30 Umbau und Erweiterung durch Pöppelmann. — Die Anlage des 16. Jh.

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hatte eine hohe Ringmauer im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit
starken runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem dadurch
gebildeten weiten Hof stand das Schloß, ein einfach behandelter rck. Bau
(15 : 30 m); erst Buchner schmückte ihn 1593 mit den auf älteren
Abbildungen sichtbaren Volutengiebeln. Pöppelmann legte die Hofmauer
nieder, vergrößerte das Mittelschloß um ein Bedeutendes in Höhe und
Breite, verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das Ganze mit
Terrassen, Rampen und Brücken. Die innere Einteilung steht unter dem
Zwang des Umbaus. Die Außenwände sollten Lisenengliederung erhalten;
sie wurde durch (längst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt
besteht der noch immer bedeutende Reiz des Baus allein in der
Massengruppierung und der Lage inmitten eines (auch erst von
Pöppelmann erweiterten) Waldsees. Im Innern fällt der ungeheure Reichtum
an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die Dekoration der Kap.; das
Deckengemälde von Joh. Fink, die porzellanene Altarplastik von J. J.
Kändler. Der Schmuck der Terrassenbalustrade (44 Vasen, 44 Putten, 4
größere Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch empfundene Stücke.
Der Jäger an der SWEcke aus älterer Zeit, wahrscheinlich 1602 von
Christoph Walther.

Fasanerieschloß 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das Hauptschloß.
Dort schweres, derbes Bar. vor Eintritt des französischen Geschmacks; hier
die andere Grenze des Rok. schon überschritten, gesuchte Einfachheit in
spielend antikisierenden Formen, daneben chinesische und indianische
Anklänge, als Symbole der Natürlichkeit, die Räume winzig für intimste
Zurückgezogenheit eines Liebesidylls.

M Ö R S H A U S E N . RB Cassel Kr. Melsungen.

Dorf-K. 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, sehr
hochbusigen Kreuzgwbb.; schmälerer rck. Chor; turmlos.

M O T Z L A R . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. 16. Jh., umgebaut 1733. — Ausstattung gleichzeitig. Am
H o c h a l t a r 2 auffallend gute Holzstatuen. K r u z i f i x , P i e t a s und
A l t a r r e s t e spgot.

Page 387

M Ü C H E L N . Pr. Sachsen Saalkreis.

Kleine frgot. Templer-(?)K. Sorgfältige Ausführung in Sandstein[pg 279].
1sch. mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluß, im W Empore. Die Rippen
auf geschmückten Konsolen.

M Ü C H E L N . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Stadt-K. Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung 1. H.
18. Jh.

Rathaus 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale in malerischer
Gruppierung.

M Ü C K E N B E R G . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Schloß 1737 für Margarethe v. Löwendahl geb. Rantzau. Hufeisenanlage in
anspruchloser Behandlung. Von dem einst reich dekorierten Inneren nur das
Treppenhaus erhalten. Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte
Schloßkap. 1746, auf dem Altar große Kreuzigungsgruppe in Meißener
Porzellan. Vom Park wenig erhalten, großes Gittertor um 1800 mit Motiven
vom Brandenburger Tor in Berlin.

M Ü C K E R N . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.

M Ü D E S H E I M . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Großes
Deckengemälde und Altarausstattung aus derselben Zeit.

Wallfahrts-Kap. H o l z f i g u r e n in der Richtung Riemenschneiders.

M Ü G E L N . K. Sachsen AH Oschatz.

Stadt-K. Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewölbeschlußstein bez. 1521).
Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das 4. Joch der Turm
eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr schmal, Sterngwb. auf 8eck.

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Pfll. mit konkaven Flächen; Fenster 3teilig mit äußerst nüchternem
Maßwerk; Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. — S a k r a m e n t s n i s c h e mit
Halbfiguren von Propheten und Engeln. Überlebensgroßes Kruzifix.
[F l ü g e l a l t a r von M. Krodel 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] Vor
der südl. Vorhalle großes prachtvolles Gitter bez. 1648. — G r a b m a l des
Melchior v. Saalhausen † 1504, höchst lebendig behandelte Standfigur in
fast voller Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz † 1591
und des Diakonus Stein † 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem
Marmor für Sophie und Georg Dietrich v. Wolframsdorf 1691, 1694.

Schloß Ruhetal. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts nachweisbar.
Was vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.

Rathaus. Späteste Gotik ca. 1550, durch »stilvolle« Rest. entwertet.

M Ü G L E N Z . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K., einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die verständnisvolle [pg
280] Durchführung eines got. Netzgwb., für jene Zeit etwas Unerhörtes.

M Ü H L B E C K . Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Dorf-K. von einfach rom. Anlage. Rasenstein. S a k r a m e n t s h ä u s c h e n
und doppelflügeliger A l t a r s c h r e i n spgot.

M Ü H L B E R G . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Ehemaliges Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern. Ein südl. Ausläufer der
märkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227, die maßgebenden
Baudaten nicht bekannt. Etwa zwischen 1250-80 Umbau des Chors und
Qsch., zwischen 1330-50 Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch.
erhalten, besonders der kleeblattförmige Unterbau der nördl. Apsis). Das
Ergebnis 1sch. Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem
Chor. Ganze Länge 60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, das Qsch. 9 m. Hauptapsis
5/10, von den Qsch.Apsiden die im N unten kleeblattförmig (mit got.
vergrößerten Fenstern), oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im
Gr. 5/8. Die Gwbb. sämtlich nach einem der mehreren Brände des 14. oder
15. Jh. erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte Blendnischen, die

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Kaptt. der Säulchen erneuert (frgot. Knospen). Das Lhs. hat mehrere
Veränderungen durchgemacht, besonders auch in der letzten Rest.; wie weit
ursp. die Nonnenempore reichte, ist nicht auszumachen. — Das Äußere in
guten Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen
eingeschoben; gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht rätselhaft das rom.
Portal der SSeite. Die WFassade 15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur
durch Blendnischen (in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum
Blenden und auf den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden
sich Strenge und Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter auf der
Vierung ist neu (der alte beim Brande 1539 eingestürzt). — Eingreifende
Wiederherstellung 1901-06. — Die A u s s t a t t u n g der klösterlichen Zeit
abgegangen. Einfacher Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den
Gemälden, bez. H. G. B. (Heinrich Godechen), Kanzel 1621. Lange Reihe
von Grabdenkmälern (1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. Bis E. 15. Jh.
nur wenige plastisch und dann sehr minderwertig, die meisten in geritztem
Umriß. Von denen des 16. bis 18. Jh. einige leidlich gut. —
K l a u s u r g e b ä u d e . Gelegen auf der NSeite. Der Kapitelsaal (O)
abgebrochen, das Refektorium (N) jetzt Kuhstall, das Äbtissinnenhaus (W)
1717 als Herrenhaus adaptiert, Zellengwbb. im Erdgeschoß deuten auf
einen ziemlich aufwändigen Umbau um 1500; demselben gehört auch der
mit einem Maßwerkmuster (Netz [pg 281] aus sich schneidenden Kreisen)
übersponnene Giebel. Von dem Winkel zwischen dieser Giebelwand und
der Kirchenfront führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca. 100 m abseits
gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten schlicht, das
Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der Abtei, aber in einem
anderen Muster, einem Flechtwerk aus Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten
in schlichter Fr.Renss. nach 1554.

Neustädter-K. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verändert. —
Guter spgot. S c h n i t z a l t a r um 1525, später in Renss.-Rahmen gebracht.
Mehrere G r a b s t e i n e .

Friedhof 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. A l t a r g e m ä l d e 1614.

Schloß. Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt 1535)
nach 154S als kurfürstliches Verwaltungsgebäude einfachst erneuert. In der
Kap. neugot. Altar mit guten F i g u r e n des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).

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Rathaus. Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit Maßwerk ähnlich
der Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur
der WGiebel dem Jahre 1543 angehören. Inneres modernisiert. (Sammlung
des Geschichtsvereins)

M Ü H L F E L D . UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Turm frgot. Lhs. 1593. — G r a b s t e i n e 1481, 1611, 1704.

M Ü H L H A U S E N . OFranken BA Höchstadt.

Pfarr-K. Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. — Schöne
B i l d h a u e r a r b e i t e n des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, B i l d e r aus der
Schule Wolgemuts(?), G r a b m a l von Hans Werner 1613.

M Ü H L H A U S E N . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben Zeit.

M Ü H L H A U S E N . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besaß, sind jetzt 5 im kirchlichen
Gebrauch.

S. Blasien. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen Ordens
gelangt. Ältere Baugeschichte unbekannt. Der vorauszusetzenden rom.
Basilika könnte der WBau bis zu dem in Höhe von 14,5 m liegenden
Rundbogenfries entstammen. Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei
Türme. Von reicher und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in
Umriß und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den Einzelheiten
verschieden. Der nordwestl. ähnelt in Komposition und Einzelheiten
durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in [pg 282] Arnstadt; offenbar
dieselbe Werkstatt. Er hat 3 Geschosse von je 4,5 m Höhe, sein Partner nur
2 von je 6,7 m Höhe. Am nördl. Turm springen die Geschosse um ein
weniges zurück. am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden
gemeinsam ist die Verstärkung der Ecken durch Bündel von je 3
Runddiensten, die sich mit den kräftigen Gesimsen verkröpfen und in jedem
Geschoß auf halber Höhe mittels Ringsteinen in die Wand eingebunden

Page 391

sind. Während die Außenarchitektur des WTurms sich in sprom., und zwar
sehr reichen Formen hält, die zu einem Baubeginn bald nach 1227 passen,
ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe führende Tür frgot. im Charakter
von Maulbronn und Walkenried. Am STurm (vollendet ca. 1260) nimmt
auch die Außenarchitektur frgot. Schmuckformen auf (mit speziellen
Anklängen an Laon), wie auch die lotrechten Linien gegenüber den
wagrechten stärker betont sind, worauf schon die veränderte
Stockwerkteilung hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau
erneuert, unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit quergestelltem
Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die Ecken starke kreuzförmige
Strebepfll. und noch später in der Mitte eine formlose Strebemauer. — Um
1260 die Erneuerung der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen.
Übergangsformen mit Anklängen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines
basilikalen Aufbaus bald verlassen. — Das Lhs. ist Hallenkirche von 5
Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund mit 4 alten und 4
jungen Diensten; die Deckplatten rund, unter ihnen als Kapt. ein
ringsumlaufender Blätterkranz; die Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen
weiten Fenster 3teilig, Maßwerk aus Vier— und Dreipässen. — Am Äußern
haben besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen;
im S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes Portal, von einem
oben abgestutzten Giebel überstiegen; darüber Rosenfenster, dessen
Maßwerk aus einfachen Kreisen. An den Ecken diagonal gestellte
Strebepfll. mit Fialenkrönung. Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel
mit Stabwerk besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. An
der nördl. Front fortgeschrittenere Formen; der Wimperg des Portals im
Lichten ausgearbeitet, die Rose bedeutend größer und aus 14 radianten
Blättern gebildet; vor dem Giebeldreieck freistehendes Pfostenwerk. Weiter
stehen kleinere Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten
Sschiffsdächern entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd
mit den Fialen der Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas monotone
Lebhaftigkeit entsteht. Beeinträchtigt werden die Proportionen durch die
mehr als 1 m hohe Aufschüttung [pg 283] des ehemals als Begräbnisplatz
benutzten Geländes. — Großer S c h n i t z a l t a r E. 15. Jh. — Steinerner
L e v i t e n s i t z A. 14. Jh. — Steinerne K a n z e l E. 15. Jh. — Ta u f s t e i n
1596. — E p i t a p h des Hermann von Heylingen † 1422, der Gekreuzigte
mit Maria und Johannes, am Fuß der betende Stifter. — An Stelle des

Page 392

ehemaligen Lettners eisernes G i t t e r von 1707. — Unter den
A l t a r g e r ä t e n der Sakristei mehreres bmkw.

S. Marien. Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen
Basilika im 2türmigen WBau. Nur der nördl. Turm unverstümmelt, im
Typus von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau mit bar. Oberbau, so daß die
Fassade (vor Zerstörung des südl. Turmes) schließlich dreitürmig war. —
Im übrigen ist die K. völlig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen.
Der einheitliche Charakter des Innern läßt auf eine nicht zu lange Bauzeit
schließen. Der Chor 1328 vollendet. — Hallenkirche mit einer für dieses
System ungewöhnlich reichen Grundrißgliederung. Das Lhs. ist bei 5
Schiffen und 5 Jochen etwas breiter als lang (26,3 : 28,4; der
Breitenüberschuß fällt auf das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die
Fluchtlinie der Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine größere Breite
von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich die inneren
Ssch. als Nebenchöre (1 quadratisches Joch und Schluß aus 8 Eck), das
Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und 8 Eck-Schluß) fort. Die tief
ausgekehlten Pfll. von individueller Bildung. Statt der Schlußsteine dienen
mehrfach tief herabhängende, mit Blättern besetzte Stengel. — Dem
Äußeren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung der
Massen; dafür ist Ersatz in besonders reichem Schmuck gesucht. Über jeder
Fensterachse ein in Maßwerk aufgelöster Giebel; das Motiv trat zuerst an
der Liebfrauen-K. in Arnstadt auf; dort mit Beschränkung auf den
Hauptchor; hier in der regelmäßigen Wiederholung wird es monoton,
vollends durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, als
Staffelgiebel ohne Maßwerk). Dieselbe, aus der Profanarchitektur entlehnte
Form des Staffelgiebels an den Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch.
fungiert als Hauptportal; darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein
Altan.

A u s s t a t t u n g . Hauptaltar mit spgot. F l ü g e l s c h r e i n , in der Mitte
Marienkrönung, auf den Flügeln je 6 Heilige in 2 Ordnungen, gemalte
Außenflügel, Predella jünger. Dahinter S . N i k o l a u s a l t a r (versetzt). Im
nördl. Ssch. 2 gemalte T r i p t y c h a . Steinerner L e v i t e n s i t z M. 14. Jh.
R a t s s t u h l 1604. In den Chorfenstern beschädigte G l a s g e m ä l d e [pg
284] aus 14. Jh. S k u l p t u r e n : Der Schmuck des Hauptportals in den
Münzerischen Unruhen zerstört: An der Brüstung des Altans 4 Statuen, sich

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herabbeugend, nach der örtlichen Überlieferung der Kaiser und die Kaiserin
mit Gefolge, die alljährlich in effigie die Huldigung des Rats
entgegengenommen hätten. Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten
Figuren die Anbetung der h. drei Könige. An der Spitze des Giebels
Jüngstes Gericht in verkürzter Darstellung. — Am Teilungspfosten des
nördl. SPortals eine Heilige mit Kirchenmodell.

S. Jacobi. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne Gwbb.
wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. Von Interesse jetzt nur das
mit ziemlichem Aufwand durchgebildete Äußere. Die WFassade über
ungegliedertem Unterbau 2 Türme, der nördl. quadratisch, der südl. 8eckig,
gleichzeitig die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen begleitet
sind, die ihren Platz ungewöhnlicherweise an den geraden Seiten des 8Ecks
haben. Die in der Mitte einer jeden Langseite angeordneten Türen sind mit
den Fenstern zusammenkomponiert, letztere mit reichem Maßwerk des 14.
Jh.

S. Kiliani. Unbedeutender Bau des 14. Jh.

Allerheiligen. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nördl. 1 Schiff unter
Schleppdach hinzugefügt. Unverhältnismäßig hoher WTurm, unten schlank
quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse und welsche Haube.

Kloster-K. der Büßerinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. Jetzt
Turnhalle.

Barfüßer-K. Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn 1232. 1sch. Rck.
von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem wenig eingezogenem Chor; also
Typus der reinen Predigtkirche. Flache Decke. Fenster nur an der SSeite,
hier auch die 3 Türen. Im südöstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm.
Rck. 75 : 10,6 m. Der ältere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk
und ohne Strebepfll., der östl. Teil besser. Jetzt Packhof.

[Prediger-K. beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. 10 Joch
lange Hallenkirche.]

Hospital-K. Ganz kunstlos; jetzt Magazin.

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S. Petri. E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem Chor,
jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst entstellt.

S. Georg. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfältiger Quaderbau
mit gutem Maßwerk an den Fenstern, von denen 3 an der östl. Schlußwand.
Die an beiden Langseiten angeordneten Türen mit den Fenstern
zusammengezogen, in einfacherer [pg 285] Fassung das Motiv der Jakobi-
K. — Angebaut eine 6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.

S. Martini. Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem aus dem
6Eck geschlossenem Chor.

S. Nikolai. Die größte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere verbaut, jetzt
mit Holzdecken. Das Äußere ganz schlicht. Der im südl. Chorwinkel
stehende Turm im Unterbau romanisierend frgot.

Rathaus. Planloses Aggregat verschiedenartiger Räumlichkeiten. Die
Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof.

Stadtbefestigung. Erhebliche Teile erhalten.

M Ü L L E R D O R F. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. mit rom. Turm. An der Außenseite eingemauert zwei »heidnische
Götterbilder« (??).

M Ü N C H A U R A C H . OFranken BA Höchstadt.

Pfarr-K. Kreuzförmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf unverjüngten
Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. Schlichtes
WPortal. Chor spgot. Turm am NEnde des Qsch.

M Ü N C H E N B E R N S D O R F. Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O.

Dorf-K. 2 A l t a r f l ü g e l von Valentin Lendenstreich aus Saalfeld 1503. —
Typische Wasserburg aus 2. H. 16. Jh.

M Ü N C H E N G O S S E R S T Ä D T. Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.

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Dorf-K. Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., Lhs. 17. Jh.

M Ü N C H E N L O H R A . Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.

Ehemalige Nonnen-Klst.-K. Gewölbte rom. Pfeilerbasilika auf normal
kreuzförmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei Doppeljoche. Die
Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. Die Pfeilerbasen mit kräftigem
attischem Profil; die Kämpfer teils mit demselben, teils mit Blatt- und
Rankenwerk geschmückt. Im Msch. grätige Kreuzgwbb., jedoch schon 13.
Jh. Die Ssch. waren zerstört, jetzt erneuert. Die westl. Hälfte des Lhs. wird
von einer Nonnenempore eingenommen; sie ruht auf gewölbter Halle von 2
Schiffen und 4 Jochen. Die Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und
stark ausgebildete Gesimse und Bogenfriese, an den Wänden dünne 3/4 Sll.;
dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme mit Glockenhaus über
der Empore) war zerstört, jetzt erneuert. (Grundmauern eines älteren
WChors.)

M Ü N N E R S TA D T. UFranken BA Kissingen.

Pfarr-K. Ansehnlich große ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. neu aufgebaut,
erhalten blieben der rom. WTurm und der spgot. Chor. Das rom. Portal
führt in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. Im ersten Geschoß ehemals
Kap., die sich im Rundbg. [pg 286] gegen das Msch. öffnete. Darüber setzt
der Turm ins 8Eck um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom.
Formen. Geschiefertes Obergeschoß und Spitzhelm 17. Jh. — Im Neubau
der Juliuszeit wurde das ursp. niedrigere Hochschiff (erkennbar am
Anschluß an den WBau) bis zu der durch den got. Chor gegebenen
Höhenlage erhöht, das System der flachgedeckten Basilika jedoch
beibehalten und der rom. Bogenfries mit den alten Werkstücken wiederholt.
Im Inneren 4 weitgespannte rundbg. Arkaden, von W nach O in der
Öffnungsweite abnehmend, Stützen Rundpfll. mit toskanischem Kapt. Das
südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert. WEmpore aus der Juliuszeit.
— Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschluß an das Lhs. flankiert von
4seitigen, einfach geteilten Türmen (völlig ausgeführt nur der im SO). —
H o c h a l t a r neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus alten und neuen
Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten Hochaltar, Frühwerke
Riemenschneiders; die Flügelreliefs jetzt auf der Rückseite; andere Teile
verschleudert, z. T. im Münchener Nat.-Mus. Ferner enthält der Altar ein

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interessantes Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar in Nürnberg
erstanden) und ein großes Hochrelief, K r e u z i g u n g , wohl mit Recht Veit
Stoß zugeschrieben, gedrängt, unruhig, in forcierter Charakteristik. Als
F l ü g e l des Stoßschen Altarwerks, ja sogar als eigenhändig von ihm
gemalt, werden neuerdings (von H. Weizsäcker) die 4 jetzt im Chor
hängenden Tafeln in Anspruch genommen. — E i n z e l n e
S c h n i t z b i l d e r von zerstörten Altären in der K. zerstreut; ferner
S a l v a t o r u n d 1 2 A p o s t e l aus gebranntem Ton, neuerdings
steinfarben bemalt. — An der SSeite des WTurms Kap. von 1428 mit
großem rohem Ö l b e r g , einem H e i l i g e n G r a b , einer M e s s e d e s h .
G r e g o r , verdorbenen E p i t a p h e n .

Markt-Kap. Einfacher Bau von 1410.

Augustiner-K. 1752. Geräumiger Saalbau, als Architektur nichtssagend,
die Dekoration wird allein durch die sehr großen und vordringlichen
Mobilien bewirkt. — D e c k e n b i l d e r von Joh. Anwander. Reicher
S c h a t z des 18. Jh.

Aula im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. von Zeni.

Stadtbefestigung mit interessanten Turmanlagen, an zweien
Steinmadonnen aus E. 14. Jh.

Rentamt (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, im Hof
großer Erker 1671 und Portal 1611 von Julius Ernes.

M Ü N S T E R S C H WA R Z A C H . UFranken BA Kitzingen.

Ehem. Benediktinerabtei. Die Gründung wird auf Karl d. Gr. [pg 287]
zurückgeführt. Großartiger Neubau durch Balth. Neumann 1727-1743, eine
seiner bedeutendsten Schöpfungen, auch die Innenausstattung von den
ersten Künstlern der Zeit. Nach Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen,
weil weder Staat noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten.
Erhalten haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigebäude aus der Zeit
vor Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 Torhaus. Von
Neumann ein kleiner 2geschossiger Bau der SSeite. Im Hof 2 hohe

Page 397

Steinvasen mit Putten. — Mainbrücke mit Bildstöcken der Renss. und
Standfig. der Immaculata um 1750.

M U P P E R G . Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Pfarr-K. Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22
umfangreiche Rest. und Erweiterung. — Prunkvolle M o s e s k a n z e l . —
B i l d n i s g r a b s t e i n des Hans von Schaumburg 1559, durch Sauberkeit
und Schärfe der Arbeit ausgezeichnet. — Reste von ma. Wa n d m a l e r e i .

M Ü R S B A C H . UFranken BA Ebern.

Pfarr-K. Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. — Gute spbar. E i n r i c h t u n g .
— R e n s s . E p i t a p h i e n um M. 16. Jh.

Dreifaltigkeits-Kap. Spgot. um 1516. Gute spgot. H o 1 z f i g u r e n .

Im Dorf Fachwerkhäuser.

M U T Z S C H E N . K. Sachsen AH Grimma.

Stadt-K. (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil aus einer
stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. Chor; der
Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.

M Y L A U . K. Sachsen AH Plauen.

Burg in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden Bergfried mit
hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung aus der Zeit Kaiser Karls
IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15.
Jh.), umgebaut unter den v. Schönberg (E. 16. Jh.).

Page 398

N

N Ä G E L S TA D T. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

Untere K. Gehörte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende. In sehr
verstümmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit Zentralturm, schlicht
romanisierend frgot. Detail.

2 überdachte Brunnen 1660 und 1568.

N A N K E N D O R F. OFranken BA Ebermannstadt.

Pfarr-K. 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. — Von dem [pg 288] ehem.
spgot. Hochaltar 2 schöne R e l i e f f l ü g e l erhalten. — Spuren ehem.
Befestigung.

N A S S WA N G . OFranken BA Lichtenfels.

Ökonomiegebäude des Klst. Langheim um 1750, eigentümlich die
zentrische Anlage.

N A U E N D O R F. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhältnismäßig
aufwandreich.

N A U E N D O R F. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. spgot. — Treffliche K a n z e l um 1580, in rein archit. Formen,
ohne figürl. Beiwerk.

Page 399

N A U H A I N . K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgeschoß 12.
Jh. — Hübscher kleiner A l t a r aus A. 16. Jh., im Schrein Anna selbdritt,
die Flügel beiderseits mit tüchtiger Malerei.

N A U M B U R G . RB Cassel Kr. Wolfhagen

Pfarr-K. Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. Die Gwbb. in
Holz erneuert. — Der 1866 verzeichnete Flügelaltar nicht mehr vorhanden.

N A U M B U R G . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Dom SS. Peter und Paul. Sprom. und frgot. Hauptmasse 1. H. 13. Jh. Für
Thüringen das Hauptwerk der schönsten Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf.
Gwb.-Basilika mit doppeltem Chor und Doppeltürmen in O und W, aber
ohne Zentralturm. Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Chöre
erweitert auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente
nachgewiesen, eine regelmäßige kreuzf. Basilikenanlage von ca. 46 m L.,
die Gestaltung des WBaus ungewiß. Der Neubau begann um 1200 in O.
Von ihm erhalten der unter dem OQuadrum liegende mittlere Abschnitt der
Krypta; gekehlte Eckkappen am Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt.
mit facettierten oder geperlten Blättern, Beginn rheinischer Einflüsse. Die
Vorkrypta unter der Vierung um 1220 oder noch später; Gruppenpfll. aus 4
Freipfll. um einen schlanken quadr. Kern, gemeinschaftliche Deckplatte,
schwungvolles Blattwerk. Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schluß)
entspricht der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die
Formen ähnlich denen des Vorchors; die Kaptt. gehören zu den schönsten
des Spätromanismus. Gwbb. grätig, trotzdem mit Schlußsteinen (nur einer,
Löwenkopf mit hängender Zunge, erhalten).

O b e r k i r c h e , r o m a n i s c h e Te i l e . Sie umfassen den ganzen Dom mit
Ausnahme der beiden (got.) Chöre. Baunachrichten fehlen fast ganz. Der
Formcharakter deutet durch [pg 289] seine geringe Abwandlung auf
verhältnismäßig kurze Bauzeit; sie liegt in der Regierung des Bischofs
Engelhard (1207-42). 1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine
Ausführung schloß sich der des Langhauses unmittelbar an. In letzterem
erkennt man nach Vollendung des ersten Doppeljochs (von O gerechnet)

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eine kurze Pause. Erst in den folgenden Jahren treten die Beziehungen zu
Magdeburg ein. Innerhalb des deutschen Übergangsstils steht N. auf dem
konservativen Flügel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und
Bamberg sind vorhanden, aber vom got. Element wird nur zurückhaltend
Gebrauch gemacht. Die Gesamtanlage erinnert am meisten an Bamberg,
ebenso das innere System, jedoch in den Verhältnissen mehr in die Breite
geschoben. Der Spitzbg. in gedrückter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und
Türen. Keine Diagonalrippen (diese erst im letzten Joch), trotzdem
eingekeilte Schlußsteine, Pinienzapfen, Tierköpfe (vgl. sonst Dom zu
Magdeburg, Chorumgang, und öfters in Westfalen). Gerader, mäßig
steigender Gwb. Stich, Kappen in Stärke von 50 cm. — Das System das
gebundene. Die Msch. Joche überquadr. (wie in dieser Zeit am Rhein sehr
oft). Hauptpfll. kreuzf. mit vorgelegten 3/4 Sll. und schwächeren Vollsll. in
den Winkeln; die Vorlagen steigen ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb.
auf, wo sich die Kämpfer mit einem durchlaufenden Gesims verkröpfen.
Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage abzüglich der vorderen Vorlagen.
An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk ohne gotisierenden Einschlag, z. T.
mit Formen des Magdeburger Chorumgangs zusammengehend. Die Fenster
des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in den Arkadenachsen.
Merkwürdig die Widerlagerung durch Übermauerung der Quergurten der
Sschiffe, z. T. in einwärts schräg abfallenden Lagerfugen. Das Äußere in
guter Quadertechnik, formenarm und streng; an der NWand Lisenen, deren
Weiterführung aufgegeben wurde. — H a u p t p o r t a l am südl. Qsch. in
einer dem Kreuzgang sich anschließenden (späteren) Vorhalle; das
Gewände sehr tief, 9 Rücksprünge, aber wenig Schmuck außer dem
Tympanonrelief, der Eindruck nüchtern; vor 1228. Im Innern des
Altarhauses 2 T ü r e n (zu den Turmtreppen) mit auserlesen schöner
Blattwerkfüllung der Bogenfelder im Stil der Krypta.

D i e T ü r m e . Das östl. Paar rein rom., quadr. bis zur Höhe des (um sie
herumgeführten) Dachgesimses von Chor und Qsch., dann 8seitig; schon in
rom. Zeit, dann noch einmal in got., überhöht. Dächer bar. (Ein Bild der
ursp. Gestalt gibt die Wiederholung in den OTürmen der Stadt-K. in
Freiburg a. U.) — Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode,
weitergeführt [pg 290] um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger
WTürme; doch kam nur ein Geschoß zur Ausführung; der südl. blieb ganz
liegen (erst 1894 ausgebaut), der nördl. im 14. Jh. mit 2 weiteren

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Geschossen versehen, die sich im Motiv an das erste anschließen. Zwischen
den WTürmen und dem WChor eine Lücke von fast 2 m, nach außen durch
eine Verbindungsmauer verdeckt.

D i e C h ö r e . a) D e r w e s t l i c h e . Obgleich zeitlich dem Hauptbau
unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach 1270), macht er
stilistisch einen großen Sprung in die gereifte Gotik. Vorderteil Quadr. mit
6teiligem Gwb., Schluß aus 5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch
breiten, gegliederten Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewände innen
einfach abgeschrägt, außen etwas voller gegliedert, Maßwerk aus 2
Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspaß aufgelöste Platte. Höchst
eigenartig und gegenüber den einfachen Architekturformen von besonders
glänzender Wirkung die Wanddekoration über dem Chorgestühl: unten eine
tiefnischige Arkatur, die Krönungen ihrer Miniaturgewölbe ein durch die
vorgefundenen Fragmente nicht hinlänglich beglaubigtes Werk der jüngsten
Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von großer Schönheit, jedoch die
Mehrzahl ergänzt; darüber eine zweite, von der Wand als Laufgang sich
absetzende Kleinbogenstellung; auf ihrer Höhenlage, vor die Wanddienste
gesetzt, Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt der
Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, über dem Kaffgesims Fortsetzung des
Laufgangs und der Standbilder. Das Äußere in knappen Formen; reicher nur
das in der Kehle mit überfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims
und die originellen Fialen über den Pultdächern der sonst ganz einfach
gehaltenen Strebepfll. — b) O s t c h o r . Schmal rck. Vorderjoch und Schluß
aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der Mittelachse (frühestes
Beispiel für diese erst in der Spätgotik häufiger vorkommende Abweichung
von der Regel). In den Formen sind mehrfach diejenigen des WChors
kopiert; andere, namentlich das Fenstermaßwerk und die abgerissenen
Blattbüschel einzelner Kaptt., zeigen die jüngere Zeit; Konsolen und
Baldachine an den Wanddiensten deuten auf beabsichtigte, jedoch nicht zur
Ausführung gekommene Statuen.

D i e L e t t n e r . Der östl. ist der ältere, gleichzeitig mit der Vorkrypta, an
deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von 3 Jochen, Kreuzgwbb. auf
Bündelpfll., tragen die Bühne. Die Rückwand hat in der Mitte den
Laienaltar, zu dessen Seiten 2 Türen, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte
Stufen hinaufführen; aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bühne;

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gegen [pg 291] Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingänge zur
Krypta aus den Kreuzflügeln. Als ältestes erhaltenes Beispiel eines
ausgebildeten Lettners von besonderem Interesse. — WLettner. Mit dem
WChor gleichzeitig. Die Anlage unterscheidet sich von der des östl.
dadurch, daß der Chor keine Krypta hat und sein Fußboden nur um wenige
Stufen höher liegt, als das Schiff. Somit eine von 2 festen Wänden
getragene Bühne. Durchgang in der Mitte. Auf der Chorseite 2
Wendeltreppen. Die Verbindung von Architektur, Ornament und figürlicher
Plastik ist eine dekorative Meisterleistung höchsten Ranges; im einzelnen
gehören die Laubkaptt. zum Vollendetsten, was Deutschland in dieser Art
besitzt.

M o n u m e n t a l e S k u l p t u r e n : a) A m r o m . B a u . Tympanon am
Portal des südl. Qsch. Christus stehend mit segnender Geberde, in der von 2
Engeln getragenen Mandelglorie; die Engel haben 4 Flügel; sehr flaches
Relief; gut in den Raum komponiert; Formen naturlos. — In der
Erdgeschoß-Kap. des NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot.
Konsole; von einem mäßig begabten Mann aus dem Kreise der Künstler,
die das frgot. Turmgeschoß nach Bamberger Muster ausführten. — b) A m
W C h o r . Mit der architektonischen Dekoration zusammen gedacht und
auch gleichzeitig ausgeführt, mit den Säulenbündeln aus einem Block.
Dargestellt sind in 12 Standbildern die Stifter und Wohltäter der K. in ihrer
Frühzeit, 4 Eckardiner und 4 Wettiner mit ihren Frauen. Auch ist noch in
anderem Sinne Ahnenkultus im Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der
WChor ausgeführt wurde, gehörte selbst dem Hause Wettin an. Die
Reihenfolge ist, an der SWand begonnen: 1. Gerburg, 2. Konrad (Gesicht
und rechter Arm ergänzt), 3., 4. Hermann und Regelindis, 5. Dietmar (fiel,
des Verrates an Kaiser Heinrich III. angeklagt, im Gottesgericht, daher auf
seinem Schilde »comes occisus«), 6. Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10.
Eckard und Uta, 11. Gepa, als Witwe geschildert; nach anderer Deutung
Adelheid, Äbtissin von Gernrode; 12. Dietrich. Werkstoff: grobkörniger,
harter Kalkstein. Bemalung mehrmals wiederholt, zuletzt nach 1532;
ursprünglich nur einzelne Teile — Augen, Haare, Gewandsäume, Schmuck
und Wappen — mit dünner Lasurfarbe hervorgehoben. Die Tracht ist genau
die zeitgenössische, Loden und Leder ihr Material. Der Künstler hat alles
Konventionelle abgestreift; er steht der Natur mit offenem Blick, aber doch
auch mit voller künstlerischer Freiheit gegenüber, und ebenso frei hat er aus

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der französischen Schulung seinen persönlichen Stil herausgearbeitet, einen
mit unbefangener statuarischer Würde gepaarten Realismus. Diese [pg 292]
Gestalten sind nicht Porträts, aber sie könnten dafür gelten. Sehr
merkwürdig an einigen von ihnen, besonders am »comes occisus« und der
ihm zunächst stehenden, der Ausdruck momentaner Gemütsbewegung. —
c)A m W L e t t n e r . Die Balustradenreliefs stellen dar: Abendmahl, Judas
Verrat, Gefangennahme, Petri Verleugnung, Wächter, Pilatus
Handwaschung (die beiden letzten Felder 1734 von einem Stümper ergänzt,
doch vielleicht gestützt auf echte Fragmente). Das Relief sehr hoch, die
Vordergrundfigg. ganz frei; jede Platte bei 65 cm Höhe 30 cm tief
ausgehöhlt. Wahrscheinlich ein Werk des Meisters der Chorstatuen aus
vorgerückter Lebenszeit; jene um 1250-60 begonnen, diese vielleicht 1270;
die Erfindung von unerhörter Selbständigkeit gegenüber der Tradition; der
Realismus der Form noch ungeschminkter; Charaktere und Affekte von
leidenschaftlicher Gewalt der Schilderung, die sich auch der
Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte Überschmierung mit Farbe hat
viel von den feineren Formen zugedeckt. Die an ungewöhnlicher Stelle,
nämlich an der Lettnertür, angebrachte K r e u z g r u p p e zeigt die letzte
Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden des Hauptmeisters. Der
Gekreuzigte deckt sich im Umriß vollkommen mit dem Wechselburger,
aber wie völlig anders ist die geistige Auffassung! Bei Maria und Johannes
das Pathos bis zu greller Heftigkeit gesteigert, selbst die Gewandung
gleichsam schmerzzerrissen. — Von einem andersgestimmten Schüler des
Hauptmeisters der D i a k o n mit Lesepult, ursp. wohl im Chor, jetzt am
Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow vorgeschlagene
Datierung auf ca. 1500 nicht überzeugend). — Im OChor Türbogenfeld mit
We l t e n r i c h t e r zwischen Maria und Johannes dem Täufer; durch den
unvollendeten Zustand für das Technische von besonderem Interesse;
Komposition und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe am
OPortal des Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger Meister
zugeschrieben werden muß; das Naumburger Exemplar zeigt aber nicht
dieselbe Qualitätshöhe, wird also nach dem aus Mainz mitgebrachten
Modell von einem Gehilfen in Arbeit genommen sein. — Ebenfalls aus der
Schule des Lettnermeisters das B r u s t b i l d J o h a n n e s d e s T ä u f e r s
über der Tür der Johanneskap. im Domkirchhof. — A l t ä r e . Vieles vom
alten Bestand zerstört oder versetzt. H a u p t a l t a r ; Mensa aus 14. Jh.,
Aufsatz von 1567 in wunderlicher Stilmischung. — Auf dem Nebenaltar im

Page 404

letzten Joch des südl. Ssch. s t e i n e r n e s R e t a b u l u m mit Crucifixus
und vier Frauen, um 1350. — Spgot. S c h n i t z a l t ä r e in der Krypta ohne
Bedeutung. — Reste von 3 oder [pg 293] 4 Ta f e l a l t ä r e n aus der
Werkstatt Cranachs im Dom zerstreut. Der Barbara-Altar im nördl. Ssch.
vollständig, aber in schlechtem Erhaltungszustand.

G e s t ü h l : a) I m O C h o r : schöner frgot. Viersitz, spgot. ihm gegenüber
ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und Dreisitz am Lettner. b) I m
W C h o r : Stuhlwerk bez. 1516. — K a n z e l von 1466 jetzt in der
Johannis-Kap.

G r a b d e n k m ä l e r . Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben: Im
OChor Hochreliefplatte eines unbekannten Bischofs, vielleicht zum
Gedächtnis des Kirchengründers Hildeward, ausgeführt A. 14. Jh. Dieser
älteste Grabstein der beste, nachher sinkt der Durchschnittswert. — Im südl.
Ssch. Grabstein Münch 1563; Grabstein Bruchterte † 1391 (von derselben
Hand wie der Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck
† 1576, bez. M. S.; Epitaph Bünau † 1591, von demselben; Wandstein des
Domherrn Schleinitz um 1520, eines der besten im Dom erhaltenen Stücke.
— Im nördl. Ssch. Bronzemedaillon für Rudolf von Bünau 1505; Georg v.
Molau 1580, bez. H. K. — Im NKreuz Grabstein Dompropst von
Eckardsberga 1406 (von derselben Hand wie Bruchterte; in beiden
Wiederanknüpfung an die Stileigentümlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein
Bischof v. Goch † 1422; Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492;
Bronzebildnis (in Stein eingelassen) des A. v. Könritz 1496; gravierte Platte
des Bischofs Dietrich III. von Bocksdorf † 1466, aus der Vischerschen
Werkstatt, wohl Jugendwerk Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer
sächsisch-thüringischen. — In der Vorhalle M a r m o r d e n k m ä l e r der
Maria v. Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich v. Marschall
1771.

G l a s g e m ä l d e . Im WChor 3 fast volle Fenster aus der Erbauungszeit (?),
im OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen von ursp. 8 zusammengesetzt). —
2 Te p p i c h e aus 16. Jh., einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der
Schleinitz (wohl Bischof Vinzenz von Merseburg † 1535). — 8
M e ß b ü c h e r aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. —
K l a u s u r . Ursp. für die NSeite des Doms beabsichtigt, wo noch Ansätze

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zum Kreuzgang und die für diesen bestimmte Tür in der WWand des nördl.
Querhauses vorhanden. Vor 1228 an die SSeite verlegt. SFlügel rom.,
WFlügel gotisierend, eingewölbt um 1270, die Zellen darüber erst Holz,
nach 1532 massiv. D o m k i r c h h o f mit manchen der Beachtung nicht
unwerten Denkmälern des 16. Jh.

D r e i k ö n i g s - K a p . 1416, Untergeschoß älter, das Ganze sehr
verwahrlost. An der Außenwand bmkw. gleichzeitige Anbetung der 3
Könige in Einzelstatuen.

[pg 294]
D o m p f a r r - K . S . M a r i e n . Nur der Chor erhalten; 1343; bmkw. die
großenteils nach innen gezogenen Strebepfll. sowie geringe rom.
Mauerreste des Schiffs.

J o h a n n i s - K a p . Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von 3 Gwb.Jochen. Das
Detail zierlich und geistreich im Stil des WChors.

D o m h e r r e n k u r i e n , a) Ägidienkurie; der vom rom. Bau (ca. 1200-
1210) erhaltene Teil umschließt die Kap., kenntlich am Erkerchor;
giebelförmige Umbildung des Bg.Frieses; der Kapellenraum mit 8seitiger
Kuppel; originelle Überführung aus dem Quadrat, b) Bischofskurie,
einfacher spgot. Bau rest. 1581 (die Bischöfe residierten im sp. Ma. meist in
Zeitz).

Moritz-K. Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen Klst. Die jetzige
K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die neue Ausstattung 1705-21 wurde
durch die Rest. 1875 entfernt. — Ein im Innern und Äußern gleich
einfacher Bau. Dem Hauptschiff ist nur nördl. ein Nebenschiff angefügt; der
langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur durch einen
Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, alles unter einem Dach.
Holzdecken. Die doppelten Fassadentürme gehen auf rom. Anlage zurück.

Großer C r u c i f i x u s aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger Typus in
vergröberter Fassung, doch sehr bedeutend in seiner heroischen
Wuchtigkeit. Dazu gehörig Maria mit eigentümlich barocker Häufung der
Gewandmotive, kaum von derselben Hand. — Verdorbener Ö l b e r g (? 13.
Jh.). — Trümmer sp. ma. A l t a r p l a s t i k . — G r a b d e n k m ä l e r ohne

Page 406

höheren Wert; archäologisch von Interesse der giebelförmig abschließende,
jedoch mit umlaufender Inschrift versehene, also liegende Stein des
Bischofs Richwin † 1125, ausgeführt etwa E. 13. Jh.

Stadt-K. S. Wenzel. Nach Bränden 1411, 1473, 1517 und aus
nachfolgenden Herstellungen in höchst eigenartiger Gestalt
hervorgegangen. 1411-73 die östl. Hälfte; für sich betrachtet ergibt sie einen
normal angelegten, langgestreckten 1sch. Chor mit 5/10 Schluß in ziemlich
großen Abmessungen, zu beiden Seiten 2 Türme. Das Gemeindehaus war
vor 1473 kaum erst begonnen (das geradlinige Mauerstück mit Portal an der
NSeite); ob die jetzige Grundrißdisposition noch 1473 oder nach 1517
getroffen wurde, ist zweifelhaft. Entscheidend für sie ist die Rücksicht auf
die an dem Choreingang angeordnete Kanzel. Hallenkirche von 2 kurzen
geraden Jochen und polygonalem, einem flachen Kreissegment sich
anschließendem westl. Abschluß (1516). Auf diese Weise wurde die
Gesamtanlage zu [pg 295] einem Zentralbau, wenn auch einem
unsymmetrischen, umgestempelt. Das Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m
tief. Die Decken flach, in letzter Gestalt 1724. Bei bedeutender Höhe ist der
Raumeindruck ein sehr eigentümlicher. Am Außenbau die OTeile
verschwenderisch dekoriert, mit viel eigenwilligen Zügen im Einzelnen und
starker malerischer Gesamtwirkung; die WTeile fast ärmlich vereinfacht,
ausgenommen die 3 Portale im N, S, W. Von den Türmen nur der nördl.
ausgeführt. Um 1600 baute K. Steiner das Obergeschoß der Sakristei in gut
verstandenen got. Formen, gleichzeitig die Balkone des Innern in Renss.
Von den 16 ma. A l t ä r e n nichts erhalten außer einigen gemalten Tafeln:
»Lasset die Kindlein zu mir kommen« 1529 von L. Cranach, eine der
besten Arbeiten seiner späteren Zeit; Anbetung der drei Könige 1522,
Frühbild Cranachs? Heilige Nacht von Barth. Spranger, A. 17. Jh. —
H o c h a l t a r riesiges Schreinerwerk von 1680 mit Gemälde von Hermes in
Dresden. — K a n z e l um 1740. — Messingenes Ta u f b e c k e n 1441, am
6seitigen Kessel Reliefs, Fuß neu. — Von historischem Interesse der
G r a b s t e i n des Pagen Gustav Adolfs, Augustus v. Leubelfing — Trümmer
eines großen Marmorgrabmals um 1630, u.a. Standbild der Caritas. — Im
S c h a t z gute Arbeiten des Ratsgoldschmiedes Krugelstein 1680.

S. Othmar. 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender, gerade
geschlossener Altarnische; der östl. Teil in 2 Jochen 3sch., der westl. mit

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flacher Holzdecke; der erst quadr., dann 8eck. Turm über dem Altarhaus.
Architekturformen und Ausstattung sehr schlicht. — Aus älterer Zeit, ca.
1520, ein guter 3flügeliger S c h n i t z a l t a r . — Im SFenster des
Altarhauses G l a s g e m ä l d e 1539.

S. Marien. 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem Spiegelgwb.
aus Holz, hübsche Stuckaturen und flüchtige Gemälde. Das Äußere
nüchternster Art.

Wenzelskirchhof. Einige Grabmäler nicht ganz ohne Interesse, z. B. das
des Hans Weis, 1568, im Erbbegräbnis Patschke links vom Eingang.

Rathaus. Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fürstenstube,
1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront hat 3 Geschosse, am
hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert mit blinden verschränkten
Kielbgg. in trockenster Spätgotik, aus Ziegeln gemauert (eine in Thüringen
seltene Technik) und wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen
in feiner Frührenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fürstensaal, dessen
Stuckdecke jedoch 1655. — T r i n k h o r n etwa M. 14. Jh. mit schönem
Lederfutteral.

[pg 296]
Wohnhäuser. Die Epoche nach den großen Stadtbränden 1517 und 1532
durch Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten, jedoch nichts eigentlich
Hervorragendes darunter. — Marktbrunnen mit S. Wenzelstatue 1579.

Stadtbefestigung. Seit 1820 großenteils niedergelegt; erhalten das
Marientor von 1446; klassizistische Wachthäuser am Jenaer Tor.

N A U N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. sprom. Überraschend elegantes Portal; im abgetreppten Gewände
je 2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack, dessen Spitzen in Dreiblätter
ausgehen, kannelierten Schaften; das Tympanon in 2 Quadranten geteilt,
Rosetten und freies Randornament.

N A U N D O R F. K. Sachsen AH Oschatz.

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Dorf-K. 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schluß; die stilistische Erscheinung aus
Renovation 1737. — Mehrere G r a b m ä l e r des 16.-18. Jh.

Schloß E. 16. Jh. mit einigen Veränderungen im 18. Jh. Aus der ersten
Bauzeit die mächtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen. — Reichhaltige
Porträtgalerie.

N A U S TA D T. K. Sachsen AH Meißen.

Kirche um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewölbtem Chor
und 5/8 Schluß. — A l t a r a u f s a t z um 1600, heiter und vornehm;
Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. — S a n d s t e i n - Wa n d g r a b des A. v.
Miltitz † 1629, prächtige und gute Arbeit. — Ein a n d e r e s i n M a r m o r
von J. J. Kändler, dem berühmten Porzellanformer.

N E B E L S C H I T Z . K. Sachsen AH Kamenz.

Vornehme bar. Dorf-K., erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern. Der interessante
Plan angeblich von Gaetano Chiaveri, dem Erbauer der kath. Hofkirche in
Dresden. An diese erinnern die halbrunden Abschlüsse im O und W. Im
Innern gut organisierte Wand- und Gewölbegliederung. Die Ausstattung
steht nicht auf der Höhe der Architektur. G e m ä l d e des Hochaltars von
Palko.

N E B R A . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Kirche beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm mit
reichem Portal, im B o g e n f e l d S. Georgs Kampf mit dem Drachen. Das
Schiff nach Brand 1666 dürftig hergestellt. Ansehnliche E p i t a p h e 1670,
1678 bez. C. P.

Burgruine sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., übriges M. 16. Jh.

N E I D E C K . OFranken BA Forchheim.

Burgruine bedeutend, zerstört 1553.

N E M M E R S D O R F. OFranken BA Berneck.

Page 409

Dorf-K. Der kleine Bau hat 3 Türme, einer got. im O, 2 bar. im W. Schloß
A. 16. Jh., schlicht.

[pg 297]
N E N K E R S D O R F. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage. —
A l t a r w e r k 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln.

N E N N S D O R F. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines
Säulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung.

N E N T E R S H A U S E N . RB Cassel Kr. Rotenburg.

Dorf-K. Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm so
verbunden, daß dieser an der Mitte der SSeite halb vor- und halb einspringt,
wodurch die sonst unbedeutende K. ein originelles Ansehen gewinnt.

N E S C H W I T Z . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 17. und 18. Jh., Turm mit hübschem Bar.Helm 1693. — Bmkw.
S a n d s t e i n a l t a r nach 1600. Ein zweiter in der Sakristei. Menge von
Grabdenkmälern.

Altes Schloß 1723 für den österreichischen General Herzog Ludwig v.
Teck. Französischer P a r k mit viel und guter S a n d s t e i n p l a s t i k .

Neues Schloß 1766-75 für W. v. Riesch von F. A. Krubsacius aus Dresden;
nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, von sehr
geschickter Grundrißteilung. Das ovale, zur Hälfte aus der Fluchtlinie
vortretende Treppenhaus enthält 2 Treppenarme mit Podest. In derselben
Achse nach der andern Seite oben ein länglich 8eck. Saal mit wenigen
Nebenzimmern, unten eine Halle, deren Langseiten in jon. Säulenstellungen
aufgelöst sind. Dieselben bilden die Durchgänge zu den langgestreckten
eingeschossigen Seitenflügeln, welche die 300 Bäume fassende
O r a n g e r i e enthielten; die reizenden Wandbrunnen in der Art Gottfr.

Page 410

Knöfflers. Die Formbehandlung des Äußeren im Übergang zum
Klassizismus, ohne Pracht, doch auch weit entfernt von Nüchternheit. —
Der neuere P a r k im englischen Geschmack. Springbrunnen: Delphin mit
reitendem Knaben. Schönes Gittertor. Im Tiergarten behagliches
Jagdhäuschen.

N E S S E L R Ö D E N . RB Cassel Kr. Eschwege.

Schloß, mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der Front, 1592.

N E T R A . RB Cassel Kr. Eschwege.

Pfarr-K. Alt nur der OTurm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus diente.
Epitaph v. Baumburg 1600. — S c h l o ß aus Renss.

N E T Z S C H K A U . K. Sachsen AH Plauen.

Stadt-K. modern. Von einem großen und bedeutenden A l t a r w e r k von
1659 nur die Predella erhalten, elegante Alabasterarbeit [pg 298]
wahrscheinlich von Joh. Heinr. Böhm d. Ä., die Komposition dem
Cranachschen Altar in der Stadt-K. zu Schneeberg entnommen.

Schloß. Baukörper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg. geschlossen,
ähnlich Sachsenburg und Meißen; die extravagant spgot. Tür derselben Zeit
zuzuschreiben, ist kaum möglich. Der große Saal des obersten Geschosses
mit mächtiger Balkendecke erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes
P o r t r ä t Karls v. Bose in lebensgroßer Figur, 1623.

N E U B R U N N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. — Mehrere bmkw.
H ä u s e r in Fachwerk. (Die Datierung des ältesten auf 1400 muß Zweifeln
begegnen.)

N E U D R O S S E N F E L D . OFranken BA Berneck.

Dorf-K. Hübscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit (ca.
1760); Stuckaturen von G. B. Petrozzi, Malerei von J. M. Wolker.

Page 411

N E U E N B E R G . RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. Benedikt.-Klst. Andreasberg. Die Kirche aus rom. Zeit
(Weihedatum zu 1023 überliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. Apsis,
Triumphbg. und Teil des Qsch., Krypta mit gurtenlosen Kreuzgwbb.,
einfache Würfelknaufsäulen ohne Eckblätter. Altar mit Blick in die Krypta.
Amboreste. Die übrigen Teile der K. nach Brand 1440 erneuert und später
verzopft. Grabsteine von Pröpsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten
wieder rom. Formen auf. — K l o s t e r g e b ä u d e . im Umbau von 1440
rom. Bauteile erhalten.

N E U E N G Ö N N A bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. S c h n i t z a l t a r in der Art des V. Lendenstreich.

N E U E N S T E I N . RB Cassel Kr. Homberg.

Schloß aus Ma., 1639 erneuert.

N E U G E R S D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. Stattlicher Saalbau 1738. — K a n z e l a l t a r 1753, von Gebr.
Herzog, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz.

N E U S H A U S . Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Pfarr-K. 1591-95 noch stark gotisierend. — B i l d n i s g r a b s t e i n des
Hans Gottsmann † 1611 und seiner Gattin; Erzguß von sorgsamer
Ausführung, vielleicht aus derselben (Nürnberger?) Werkstatt, wie die v.
Bünausche Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. wohl
zu Füßen des großen E p i t a p h s im Chor; dieses aus Alabaster; der
architektonische Aufbau vortrefflich, weniger die figürliche Plastik.

N E U H O F. RB Cassel Kr. Fulda.

[pg 299]
Schloß der Fürstäbte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof, 4 Ecktürme.

N E U H O F. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Page 412

Schloß. Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die Gwbb. im
Erdgeschoß, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, ein Rundturm mit
Wendeltreppe. Umbau 1866.

N E U H Ü T T E N . UFranken BA Lohr.

In der unscheinbaren Pfarr-K. eine wertvolle rom. K r e u z p a r t i k e l des
11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz, Fuß sp. 18. Jh.

N E U K I R C H E N . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Stadt-K. S. Nikolaus. 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche von 3
Jochen, unregelmäßig anstoßende Kreuzflügel, netzgewölbter
Polygonalchor. Im Chor und Msch. Wa n d m a l e r e i e n , kolossaler S.
Christoph u. a. m.

N E U K I R C H E N . RB Cassel Kr. Hünfeld.

Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgeschoß der
kreuzgewölbte Chor. — Wa n d t a b e r n a k e l 1560, Ta u f s t e i n 1588 von
Meister Henthoos. F l ü g e l a l t a r A. 16. Jh. — Auf dem Turm hölzernes
Obergeschoß und hoher schlanker Helm mit 4 Ecktürmchen. In der
Sakristei Tür mit rom. Beschlägen wiederverwendet.

N E U K I R C H E N . K. Sachsen AH Meißen.

Kirche. Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung durch die
Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw.

N E U M A R K . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K. mit Chorturm.

N E U M A R K . K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem Kirchboden
spgot. T r i u m p h k r e u z und G l a s g e m ä l d e von 1489.

Page 413

Schloß (v. Römer) 1483, mit jüngeren Zutaten. Reihe von
Familienporträts.

N E U N H O F E N . Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor; der letztere
spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhältnissen reich dekoriert. —
Spgot. A l t a r w e r k e 1487, 1519. Das erstere vom Saalfelder »Meister der
Baldachine«. — Außen G e d e n k t a f e l n von 1367, Sandsteinreliefs.

N E U N K I R C H E N A . B R . OFranken BA Forchheim.

Pfarr-K. (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch 2sch., d. i.
Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und niedrigeres nördl. Ssch. mit
Rippengwbb. Im W Turm aus 13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen,
die 8seitigen Obergeschosse [pg 300] spgot. — Im Innern S t e i n f i g g . der
hh. 3 Könige und der h. Jungfrau um 1400; M a r i e n t o d , derbes Holzrelief
um 1500; M a r i e n s t a t u e des Nebenaltars um 1500. G r a b s t e i n e 14.
und 15. Jh., darunter ein kniender Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein
Rotmarmor 1459. E p i t a p h mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige
Einlagen, feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. E p i t a p h e Buttenberg 1600,
Stauffenberg 1698. Zahlreiche G e m ä l d e 16. Jh., darunter Übertragungen
des Dürerschen Marienlebens. Außen Ö l b e r g roher Art.

H. Grab-Kap. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach.

Rathaus 1718, unbedeutend. — Stadttore E. 15. bis E. 16. Jh., z. T. mit
schönen Wappensteinen.

N E U S A L Z A . K. Sachsen AH Löbau.

Kirche der böhmischen Exulanten 1679, unerheblich.

Stadtanlage und Wohnhäuser kulturhistorisch von einigem Interesse.

N E U - S C H Ö N F E L S . K. Sachsen AH Zwickau.

Schloß 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf er in das
Datum 1524 eingeschlossen werden?

Page 414

N E U S E S . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. Ältere Teile vielleicht noch aus
rom. Zeit. Umbau 1785.

N E U S I T Z . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. 1723. — S c h n i t z a l t a r , bez. 1515, in der Bemalung gut
erhalten, irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben, eher Arbeiten eines
Schnitzers, der flüchtig durch Riemenschneiders Werkstatt gegangen.

N E U S O R G E . K. Sachsen AH Rochlitz.

Schloß, erb. um 1720 von General v. Arnheim. Großartige Anlage in
Hufeisenform. Im Garten gerühmte dekorative S k u l p t u r e n von Gottfr.
Knöffler.

N E U S TA D T. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Pfarr-K. S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch., welches
bedeutend schmäler. Infolgedessen wachsen die Rippen aus den schlanken
runden Schäften in ungleicher Höhe hervor, gegen das Msch. erheblich
tiefer. — S a k r a m e n t s h ä u s c h e n spätestgot., turmartig aufgebaut,
Arbeit gering. — Spgot. F l ü g e l a l t a r . — Außen am Chor schöner
ikonischer G r a b s t e i n des Ritters v. Fischbach und seiner Frau † 1448,
ausgeführt später.

Toten-Kap. 1576, noch got.

Schloß. Spgot. und Renss. Ohne Interesse.

Daneben Junker Hansens Turm. Rundbau von ca. 50 m Höhe, hübsche
Krönung in Fachwerk.

[pg 301]
Wohnhaus in der Nähe der Pfarr-K. Erdgeschoß Stein, reiche Fr.Renss.,
Oberbau aus Fachwerk jünger.

N E U S TA D T A . M A I N . UFranken BA Lohr.

Page 415

Pfarr-K. (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlängerung des Chores nachgot.
um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung durch H.
Hübsch; bis dahin eine der bedeutendsten rom. K. Unterfrankens. — Gr.
kreuzförmig, der Chor nach Hirsauer Art ehemals mit Nebenchören (jetzt
Turmuntergeschosse; unzugänglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit
Stützenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg.
zusammengestellt; die Höhenverhältnisse aus Mißverständnis der ihm
mitgeteilten Maße durch Hübsch gesteigert. Alt die ganze NMauer, die zwei
Turmuntergeschosse und einige der steilen attischen Basen. In der Sakristei
wertvolles E p i t a p h von 1381. — G r a b s t e i n e an den Langhauswänden
von gutem Mittelschlag. — Außen eingemauerte bedeutende Reste von
frgot. S k u l p t u r e n (um 1300), St. Martinus, S. Maria, S. Gertraudis und
Karl der Große, nebst Kentauren, Drachen u. a. unter einer Blende
zusammengestellt.

Klst.-Gebäude gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. Reiche
Maßwerkfenster des Kreuzgangs erhalten.

N E U S TA D T A . D . S A A L E . UFranken BAmtsstadt.

Kloster-K. Die Pfll. der NSeite haben rom. Kämpferplatten. Aus ihnen läßt
sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden, ohne Qsch., rekonstruieren.
Das nördl. Ssch. spgot. eingewölbt, wobei je ein Pfl. alternierend
ausgebrochen wurde. Im 17. Jh. das südl. Ssch. beseitigt und mit dem
Msch. zu einem großen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen. Am
Südportal 2 rom. Löwenköpfe aus Metall. — Die zahlreichen
B a r o c k a l t ä r e Mittelgut; ebenso die (stark übertünchten) E p i t a p h e
des 16. Jh.; besser eines von 1669.

Pfarr-K. 1795, 1832. Mächtige korinthische Sll. tragen die Decke und
sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage. Die 1/2kr.
Säulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert mit einer Kreisstellung,
die den Altar enthält. Das Äußere denkbarst nüchtern. — Pfarrhaus mit
feinem Renss.-Portal.

Reste der ma. Umfestigung; unerheblich bis auf das H o h e t o r (1578), das
zu den mächtigsten Exemplaren seiner Gattung gehört; der obere Teil im
Dreißigjährigen Kriege zerstört und danach etwas verändert wieder

Page 416

hergestellt; die Hauptmasse des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal
geteilt; über dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit Volutengiebeln.

In der Nähe Schloß Neuhaus 1767 von Heinrich Todesco für Herrn v.
Borrié; bmkw. innere Ausstattung.

[pg 302]
N E U S TA D T A . D . O R L A . Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

Stadt-K. E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Höhe mit flacher
Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schluß; Netzgwb.; unter dem Chor ein
ehemals offener Durchgang wie an den Stadt-K. von Jena und Kahla.
Fenster 3teilig mit reichem Maßwerk. Im nördl. Winkel zwischen Lhs. und
Chor ein hoher Turm in der Art des Jenaischen. — Formenreicher
Ta u f s t e i n 1494. — Großes A l t a r w e r k mit beiderseits gemalten
Flügeln aus 2. V. 16. Jh. (nicht von Cranach). Zahlreiche Grabsteine und
Gedenktafeln.

Hospital-K. got. und 1706. — Gemaltes T r i p t y c h o n von 1495 (?). Got.
Schnitzfigg.

Schloß. Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten;
sehr verbaut. Hintergebäude 1674.

Rathaus; spgot., bedeutend; der linke Flügel der Marktfront ist der ältere
Teil (1465?), der rechte ein jüngerer Anbau; dadurch der große Erker jetzt
in die Mitte gerückt; mit ihm gruppiert sich glücklich die Freitreppe des
Anbaus. Die Behandlung des Erkers höchst charakteristisch für die späteste
Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der große OGiebel. An der
NFront wird das Dach von 1, an der SFront von 2 hohen got.
Zwerchhäusern durchbrochen. Im Innern mehrere Balkendecken bmkw.,
durch Rest. des 19. Jh. außen und innen mehrfach verändert. — Ratskeller,
16. und 17. Jh. — Haus der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574.

N E U S TA D T. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. — G r a b s t e i n 1581 wird
gelobt.

Page 417

N E U S TA D T. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Wertvolle Fachwerkhäuser um 1600.

N E U S T Ä D T E L . K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Stadt-K. aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. — Bedeutender A l t a r b a u aus
Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht von J. C. Hähnel. K a n z e l ,
ausgezeichnetes Schnitzwerk.

N E U T Z . Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hübsches kleines Portal
mit eigentümlichen Zügen, die Öffnung mit Perlstab umsäumt, wie auf dem
Petersberg, A. 13. Jh.

N I E B R A . K. Sachsen AH Zwickau.

Ansehnliche got. Dorf-K. — Großer S c h n i t z a l t a r mit 4 Flügeln.

N I E D E R - A S P H E . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. Älterer OTurm, in dessen
Erdgeschoß der Chor. Schön gegliederter [pg 303] Holzhelm. 1902 nach W
um 2 Doppeljoche vergrößert und im Innern rest.

N I E D E R D O R F E L D E N . RB Cassel Kr. Hanau.

Burgruine.

N I E D E R E L S U N G E N . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K. Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tür; die jetzige
Verbindungstür zur K. jünger.

N I E D E R F R O H N A . K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K., voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von Andr. Petzold 1690.

Page 418

N I E D E R F Ü L L B A C H . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 G r a b s t e i n e der Familie von
Reitzenstein.

N I E D E R G R Ä F E N H A I N . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende Chor;
um 1500 der Chor erweitert und das Ganze eingewölbt und zu stattlicher
Wirkung gebracht; wohl von demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf,
Roda.

N I E D E R G U R I G . K. Sachsen AH Bautzen.

Schloß um 1700 für Graf Lützelburg. Am tiefen Hof zu beiden Seiten
Wirtschaftsgebäude, in der Achse das Wohnhaus, im Gr. quadr., in der Mitte
stattliches Treppenhaus und Lichthof, die Frontbehandlung einfach. Unter
den P o r t r ä t s eines von Angelica Kaufmann 1786.

N I E D E R H O L Z H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. Neubau nach Dreißigjährigem Krieg. Ausstattung zum Teil älter
und nicht ganz ohne Interesse.

N I E D E R L I C H T E N A U . K. Sachsen AH Flöha.

Dorf-K. 1746 mit geringen rom. Resten. — S a n d s t e i n a l t a r und
S a n d s t e i n k a n z e l 1615, saubere Arbeiten derselben Hand. — G l o c k e
1464.

N I E D E R L Ö S S N I T Z . K. Sachsen. AH Dresden-N.

v. Minckwitzscher Weinberg. Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus,
Winzerhaus, Pavillon 1713-29.

Wackerbarths Ruhe. Hauptgebäude 1853 im Äußeren umgestaltet,
Kapelle 1775 von Knöffel, Jakobsturm 1743.

Weinberghaus Friedstein 1771.

Page 419

N I E D E R M I T T L A U . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. 17. Jh., rom. WTurm, Schallöffnungen mit Würfelknaufsäulchen.

N I E D E R M Ö L L E R N . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im wesentlichen
erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. Ta u f s t e i n mit rom. Kuppa auf
spgot. Fuß.

[pg 304]
N I E D E R M Ö L L R I C H . RB Cassel Kr. Melsungen.

Kirchturm spgot. Im Erdgeschoß der ursp. Altarraum.

N I E D E R O D E R W I T Z . K. Sachsen AH Zittau.

Pfarr-K. 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf,
noch größer und stattlicher (16,7 m breit), 3 Ränge Emporen. Einheitliche
Ausstattung aus gleicher Zeit. — P f a r r h a u s 1746.

N I E D E R O P P U R G . Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Kirche 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die Ssch. mit
flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., derbe Stuckdekoration
auf farbigem Grunde; wohl von Italienern ausgeführt, die damals viel an
den thüringischen Höfen beschäftigt waren. Ausgezeichnet das
schmiedeeiserne Gitter.

Schloß 1708 für C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg; groß,
regelmäßig, in sehr nüchternen Formen. Die innere Ausstattung bis M. 18.
Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders Öfen bmkw.

N I E D E R P L A N I T Z . K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer
Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hölzerne Felderdecke mit
biblischen Gemälden. Bauherr der kurfürstliche Rat und Professor in
Wittenberg Dr. v. Beust. — Bmkw. A l t a r a u f s a t z aus Sandstein bez.

Page 420

1592. S. L. (Samuel Lorenz). — B i l d n i s g r a b s t e i n e v. d. Planitz 16. Jh.
— K e l c h 1656.

N I E D E R P R E T Z S C H E N D O R F. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. 1731-33, zentrale Anlage, ähnlich der zu Lohmen, also in der
Richtung George Bährs; erbaut von J. Ch. Simon.

N I E D E R R A B E N S T E I N . K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K. Ta u f s t e i n mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren (vgl.
Weißbach), 1595 von Michael Hogenwald. In der Sakristei Sandsteinreliefs
vom ehemaligen A l t a r w e r k , vermutlich vom selben Meister.

N I E D E R R O S S L A . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Gutes Beispiel einer größeren Dorf-K. des 18. Jh.; 3sch. mit Emporen;
großer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.

N I E D E R R U P P E R S D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

Schloß (v. Nostitz) 1752 von Andr. Hünigen. Inneneinrichtung Rok. und
Empire.

N I E D E R S T E I N B A C H . K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. Apsis. —
[A l t a r b e h a n g , Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt im Dresdener Altert. Ver.].

[pg 305]
N I E D E R T R E B R A . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 1750. Groß und relativ reich; aufwändiges Altar- und Kanzelwerk.

N I E D E R WA L G E R N . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei kuppeligen
Kreuzgewbb., schmälerer quadr. Chor; am WTurm rippenlose spitzbg.

Page 421

Gwbb. — 1898 durch Anbauten und Entfernung der Gwbb. im Sch.
verändert.

N I E D E R Z W E H R E N . Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. Der Chor im OTurm, einem hübschen und charaktervollen
Vertreter seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktürmchen nach Brand
1552, im Erdgeschoß Reste von Wa n d m a l e r e i aus der Erbauungszeit.
Am Kirchhofe Wehrmauer mit Schießscharten.

N I S C H W I T Z . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Wesentlich 1752. Das A l t a r b i l d von Stefano Torelli, einst weit
und breit berühmt.

Schloß, erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von J. C. Knöffel, im 7jährigen
Kriege zerstört, seit 1778 wiederhergestellt. D e c k e n m a l e r e i von A. F.
Oeser. Vor dem Mittelbau 2 hübsche S a n d s t e i n f i g u r e n , Schäfer und
Schäferin, von Gottfr. Knöffler.

N Ö D A . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K., spgot. um 1500. — G r a b s t e i n einer Frau von Milwitz 1597;
ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms.

N O H R A . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. wie Wolkramshausen. G l o c k e 1. H. 13. Jh. (?) mit drei figürl.
Reliefs.

N O R D E C K . RB Cassel Kr. Marburg.

Burgruine. Die älteren Teile rom.

N O R D H A U S E N . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Dom (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Königin Mathilde als Nonnen-
Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der jetzige Bau: Ostpartie rom.
und frgot., Lhs. spgot. — Chor gestreckt rck. mit plattem Schluß (17,5 : 7,8

Page 422

m). Der Raum wird durch einen breiten, auf schlichten Konsolen ruhenden
Gurtbogen halbiert; über der östl. Hälfte ein rippenloses Kreuzgwb. auf
unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hälfte 2 rck. Kreuzgwbb. mit
frühestgot. profilierten Rippen; der Triumphbogen unterspitz mit gerader
Leibung. Schmale spitzbg. Fenster mit romanisierendem Gewände; an der
OWand zu Dreien pyramidal geordnet (sog. Dreifaltigkeitsfenster), am
Gewände Rücksprung mit Säulchen (Schaftringe, Knospenkaptt.). Unter
dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln, wie in Maulbronn und
Walkenried. Außen an den [pg 306] Ecken Lisenen, die auf zirka 4 m Höhe
abbrechen; unter dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu Seiten des
Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie sind in drei, auch
im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten erbaut; die unteren haben im O
kleine Kapp. Die geschilderten Bauteile vermutlich nach Brand 1234, zuerst
von einem noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister, dann von
einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben mehreren anderen
Anklängen die Halbmondkonsolen der Quergurte). — Unter dem Chor rom.
K r y p t a aus M. oder 2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die westl.
Hälfte des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grätig zwischen breiten Gurten,
stämmige Würfelknaufsäulen; Treppen führen in den Unterbau der Türme.
— Das gegen M. 14. Jh. völlig erneuerte, im 15. vollendete (oder
überarbeitete?) L a n g h a u s geht zu größerem Maßstab über. Im Gr.
26,5:32 m. Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. 8eckig
mit Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; Netzgwbb. etwa
A. 16. Jh.; an den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk; das Hauptportal
am östl. Ende des südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht
Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. — H o c h a l t a r
mit Statuen aus Holz, 1726. — S a k r a m e n t s h ä u s c h e n 1455. —
C h o r g e s t ü h l E. 14. A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und
figürlichen Schnitzereien wenig gewählten Geschmackes. An den Wänden
des Chors 6 S t e i n s t a t u e n , 3 männliche und 3 weibliche, in fürstlicher
Tracht, ihrer Bestimmung nach den Stifterbildern des Naumburger Doms zu
vergleichen, jedoch die Personen nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis
A. 14. Jh.; von einem (lokalen?) Meister, der an Herstellung von
Grabfiguren gewöhnt gewesen sein mag; die Körperformen ganz
ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt; belustigend die Humoresken an
den Kragsteinen (in den Gegenständen zum Teil mit dem sog.
Physiologusfries des Straßburger Münsters übereinstimmend). — An der O

Page 423

— und WWand des Lhs. Statuen des 17. Jh. ohne Wert. — I k o n .
G r a b s t e i n e : 2 aus 14. Jh., 5 aus 16. Jh. — K r e u z g a n g , nur geringe
Reste, rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.

Frauenbergs-K. (Klst. S. Mariä novi operis). Einheitlicher, aber im Detail
zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. von Zeller 1912). Rom.
Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. Gr. normal kreuzförmig
38 m lang, 6 Arkaden auf einfachen quadr. Pfll., die Kämpfer aus Platte und
Schmiege. Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine Krypta. [pg
307] — H o c h a l t a r ; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte Inschrift
nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, an den Seiten je 4
Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten Gruppen; das
ornamentale Beiwerk zerstört. — K a n z e l und Ta u f g e s t e l l 1768. —
An der südl. Außenwand G r a b s t e i n , 1370 mit eingeritzter Figur
K l o s t e r g e b ä u d e verbaut, Kreuzgang abgebrochen.

Nikolai-K. Spätgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der Unterbau der
turmlosen WFassade einfachst rom. — H o c h a l t a r um 1600,
wahrscheinlich ein Hauptwerk des Nordhäuser (später vornehmlich in
Magdeburg tätigen) Bildhauers Christoph Kapup, erst 1646
zusammengesetzt von Joh. Duck. Alabasterbau reich mit Reliefs und
Statuetten besetzt. — K a n z e l und Ta u f g e s t e l l 1588. —
Umfangreiches M a r m o r e p i t a p h des Dr. Conrad Frommann † 1683 mit
Relief der Grablegung. — E p i t a p h der Elisabeth Stromer † 1596 in Form
eines gemalten Flügelaltars; die Gemälde ohne Bedeutung. — Weitere
G r a b d e n k m ä l e r 1664, 1676, 1774. — Bronzene E p i t a p h p l a t t e von
1577. — Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel, spgot. S c h n i t z w e r k .
— 9 K e l c h e , der älteste 1351, die anderen 15. bis 17. Jh.

Blasien-K. Unregelmäßiger Gemengbau. Das stattliche got. Sch. mit
gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor deutet auf bedeutendere
Bauabsichten (Maßwerk teils geometrisch, teils Fischblasen); indessen
kamen vom Lhs. nur 3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so daß der
sprom., von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau
geschont blieb. H o c h a l t a r und G e s t ü h l 1735. — K a n z e l 1592. An
den 6 Brüstungsfeldern R e l i e f s . — Reich geschnitztes hölzernes
E p i t a p h des Cyriacus Ernst 1585. — A l a b a s t e r g r a b m a l W. v.

Page 424

Eberstein 1700. — G r a b g e m ä l d e 1592. — E p i t a p h g e m ä l d e für
Ursula Meienburg von L. Cranach d. Ä. 1529. — Desgl. für Michael
Meienburg † 1555, große bedeutende Arbeit von L. Cranach d. J. bez.
1558, Auferweckung des Lazarus unter Assistenz der Reformatoren und der
Familie M.

Petri-K. Der gerade geschlossene Chor in romanisierender fr. Gotik. Das
Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., öfters umgebaut und geflickt. — K a n z e l
reiche Renss. E. 16. Jh. — Bronzener Ta u f k e s s e l 1429; an der Wandung
16 Heiligenreliefs, als Träger 4 Männer in der Zeittracht; rohe
Handwerksarbeit bez. Mester Tile. — A l a b a s t e r e p i t a p h mit
lebensgroßer Figur des Stadtschreibers Joh. Pfeiffer † 1552.

[pg 308]
Altendorfer K. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., um 1350. Ungewöhnlicher
Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe platt geschlossen.
Nonnenempore Südschiff. Das Ganze sehr entstellt.

S. Jakobi-K. 1744 an Stelle eines rom. Baues.

Kirchhof S. Cyriaci. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut. In der
Kapelle bmkw. g r a v i e r t e G r a b p l a t t e n , darunter die bedeutendste für
die Brüder Segemund 1412; die anderen Platten beziehen sich auf Personen,
die zwischen 1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben
(niederdeutschen? niederländischen?) Werkstatt zu stammen. — [3 andere
Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, sind
untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen der Stadt. Dem
Martinsstift gehörte eine kunstgeschichtlich wichtige Reihe gravierter
M e s s i n g p l a t t e n (Gedenktafeln der Familien v. Urbach und v. Werther)
aus E. 14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen Werkstatt;
jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke aus den Kirchen der Stadt.]

Rathaus. 1608-10 auf älterem Gr. Im Erdgeschoß eine Laube von 6
Bogenöffnungen und polyg. Treppenturm. In den zwei Obergeschossen rck.
gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut 1733 und 1883. Einige Gemächer des
17. Jh. erhalten. — Ratskeller 1710.

N O R D H E I M . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Page 425

Kirche 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche innere
Ausstattung. Großer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche i k o n . G r a b s t e i n e
aus 2. H. 16. Jh., die meisten von der Hand des Meisters I H (vgl.
Meiningen, Bibra, Ellingshausen). B r o n z e p l a t t e für Caspar v. Stein,
gegossen 1633 von Georg Werter aus Coburg. Größere E p i t a p h e der
Familie v. Stein 1706, 1745. — Befestigter Friedhof mit 4 Gaden, bez.
1583.

Schloß. Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. — Häuser in
geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754.

Dorftor mit Steinschem Wappen.

Rathaus A. 18. Jh. Der bescheidene bäuerliche Fachwerkbau wirkungsvoll
gemacht durch eine zweiflügelige Freitreppe mit Laube.

N O R D H E I M . UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. bar., mit got. Chor. — Schnitzbild der P i e t a s um 1500, bei
starken Mißgriffen in den Proportionen doch ein bedeutender Wurf.

Ehem. fürstbischöfl. Amtshaus, schmucker Renss.-Bau um 1600. An einem
anderen Hause S t e i n m a d o n n a um 1350.

[pg 309]
N O R D H E I M V. D . R H Ö N . UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus 1696. Reste der
alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes Architekturbild.

Im Dorfe 2 v. d. Tannsche Schlösser, das eine, der sog. Judentempel, im
Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von 1640.

Ehem. Zehenthaus. Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.

Reste der alten Befestigung.

Sebastians-Kapelle. Erb. 1636. Gute H o l z f i g u r des hl. Sebastian A. 16.
Jh. Sehr originelle Darstellung des A b e n d m a h l s mit 30 cm hohen

Page 426

Holzfigürchen, M. 15. Jh.

N O R D S H A U S E N . RB Cassel Kr. Cassel.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. ohne
charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frühest got., noch M. 13. Jh., die
3 östl. spgot. 15. Jh.; ehemals im W Nonnenemporen. Der WTurm älter als
die K., anscheinend Wehrbau.

N O S C H K O W I T Z . K. Sachsen AH Döbeln.

Schloß. Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen spärlich.

N O S S E N . K. Sachsen AH Meißen.

Kirche 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster Altenzelle,
sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen Schultraditionen, das
mit offenem Bogenfeld aus thüringischer, das andere aus fränkischer
Tradition.

Schloß. 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556 das »alte
Haus« mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Südseite, wohl von einem
Schüler Paul Buchners; 1667 gründliche Umgestaltung der ma. Teile.

N O S T I Z . K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. 1679. Die hübsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt A. 18.
Jh. — v. Zieglersche D e n k m ä l e r .

N Ö T H N I T Z . K. Sachsen AH Dresden-A.

Schloß. Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. Der
aus der Lebensgeschichte Winckelmanns bekannte Bibliotheksaal nicht
mehr in seiner Gestalt von damals.

N O T T L E B E N . Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. 1521. Der spgot. S c h n i t z a l t a r wird zu den besten des Gebietes
gerechnet.

Page 427

[pg 310]

O

O B B A C H . UFranken BA Schweinfurt.

Schloß. Älterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. Jh. Westflügel
stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 bis 1747, in der Richtung Balth.
Neumanns.

O B E R A I L S F E L D . OFranken BA Pegnitz.

Pfarr-K. 1760.

O B E R A U F S E S S . OFranken BA Ebermannstadt.

Schloß. 1690.

O B E R B I M B A C H . RB Cassel Kr. Fulda.

Dorf-K. Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoß rundbg. rippenloses
Kreuzgwb. — Spgot. S c h n i t z a l t a r . — Kirchhofsmauer mit
Schießscharten und 2 Rundtürmen.

Burgruine.

O B E R B O B R I T Z S C H . K. Sachsen AH Freiberg.

Dorf-K. 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluß mit 4 Giebeln und Dachreiter. —
Das 6flügelige A l t a r w e r k bez. 1521 gehört zu den bedeutendsten des
ganzen Landes, die Gemälde von demselben liebenswürdigen Freiberger
Meister, dem man in Seifersdorf, Hennersdorf und Dippoldiswalde
begegnet.

Page 428

O B E R C R U M PA . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Kirche. Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche Gr.
erklärt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau einer rom. Kreuzkirche.
Die gerade OWand mit 3 rom. Fenstern und die Qsch.Fronten mit rom.
Portalen erhalten. 1751 wurde die Vierung 8eckig umgestaltet und mit
Kuppel versehen, das Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine außen
und innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.

O B E R C U N N E R S D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. Vergrößert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete
Emporen. — Die D e n k m ä l e r des Kirchhofs mit Aufwand.

O B E R D Ü R R B A C H . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.

O B E R E I C H S TA D T. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite mit dem Schiff
und gegen dieses mit Doppelarkade geöffnet; aus Umbau 14. Jh. die
3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. Im bar. Kanzelaltar gute spgot.
Schnitzbilder.

O B E R E I S E N H E I M . UFranken BA Gerolzhofen.

Nicht uninteressant die Reste der ehem. Marktbefestigung, ein Rundturm
bez. 1536.

[pg 311]
O B E R E L L E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche. Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, im
B o g e n f e l d Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; rom.
Kämpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.

Herrenhaus got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). Obergeschoß
in Holzfachwerk.

Page 429

O B E R E S S F E L D . UFranken BA Königshofen.

Pfarr-K. in spätem Rok. Gleichzeitiges D e c k e n b i l d von J. P. Herrlein
1777 (vgl. Markershausen).

O B E R E U E R H E I M . UFranken BA Schweinfurt.

Stattliche Dorf-K. mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600.
Gleichzeitige flotte Inneneinrichtung.

Schloß Euerburg (v. Heßberg) 1571-1591. Hufeisenanlage. Eingangstür
mit korinthischen Säulen und Reliefs.

O B E R F L A D U N G E N . UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. K e l c h 15. Jh.

O B E R G E R S D O R F. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere sauber, mit
Felderdecke und Emporen. — Reste eines wertvollen gemalten
F l ü g e l a l t a r s um 1550, vielleicht von Andreas Dreßler in Kamenz. —
Charakteristisch zopfige D e n k m ä l e r von guter Qualität.

O B E R G R E I S L A U . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. mit rom. Spuren, darunter ein Säulenportal, im Tympanon das
Lamm und die Evangelistenzeichen.

O B E R G R Ü N B E R G . K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. Gwb., darüber
Turm mit rom. Kuppelfenstern.

O B E R H A S E L . Sachsen-Altenburg Kr. Roda.

Dorf-K. — S c h n i t z a l t a r vom Saalfelder »Meister der Baldachine«,
trefflich erhalten.

Page 430

O B E R K A U F U N G E N s. Kaufungen.

O B E R K O T Z A U . OFranken BA Hof.

Pfarr-K. Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., im
Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. — A l t a r mit gut geschnitzter Kanzel 1691.
Zahlreiche i k o n . G r a b s t e i n e meist 2. H. 16. Jh. — Schloß, großer
Komplex, überwiegend aus 18. Jh.

O B E R L A U R I N G E N . UFranken BA Hofheim,

Dorf-K. wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. K a n z e l 1705, reich mit
Reliefs besetzt. 4 G r a b s t e i n e der Hutten und Wetzenhausen, 17. Jh.

O B E R L E I N A C H . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Rom. Lhs., 1608 erhöht, 1723 erweitert. An der [pg 312] SSeite
schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, an den Bogenläufen
stilisiertes Rankenwerk. — Hübsche S a k r a m e n t s n i s c h e um 1400,
gleichzeitige S t e i n f i g . am Emporenaufgang. Guter klassizistischer
Ta u f s t e i n .

O B E R L I C H T E N A U . K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. 2. H. 17. Jh., verschönert unter Chr. v. Holtzendorff 1742.
Charakteristische Sandsteindenkmäler des 18. Jh.

Schloß samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von Chr. v.
Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch einige mit Aufwand
dekorierte Räume, der Saal im Obergeschoß um 1730, kleinere Zimmer im
fortgeschrittenen Rok. (rest.). Im modernisierten Park Überreste von
Kaskaden- und Brunnenfigg.

O B E R L I N D . Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Pfarr-K. Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. 1455,
überarbeitet 1748. — Hübscher spgot. Ta u f s t e i n . — Von Interesse die
wehrbaumäßige Ummauerung des Kirchhofs.

Page 431

O B E R L Ö S S N I T Z . K. Sachsen AH Dresden-N.

Bennoschlößchen um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel und 2
Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten.

Hoflößnitz. Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung erhaltene
Obergeschoß bmkw. Beispiel der Dekorationsweise des 17. Jh.

Spitzhaus (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, rundbg.
Fenster, origineller Kontur durch das große geschweifte Dach mit
Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten.

Haus Sorgenfrei 1786 mit bmkw. Gartenhaus.

Meinholds Weinberg.

O B E R M A S S F E L D . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen auf jon. und
korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform (aus der Schloß-K.
zu Meiningen). — Torturm, befestigte Kirchhofsmauer und 3 Gaden
erhalten; einer bez. 1565.

Kapelle an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem Wappenschild
1534.

Pfarrhaus 1638 (1688?).

Fachwerkhäuser von 1573, 1578, 1595.

Dorflinde. Die Äste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung,
ringsum gemauerter Sitz und Meßtisch mit 5 in die Platte vertieften
Rundmaßen bez. 1525.

Werrabrücke, 5jochig, 16. Jh.

O B E R M E R Z B A C H . UFranken BA Ebern.

Page 432

Dorf-K. Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 rest.), Quadr.
Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das figürliche Detail am
Chorbogenkämpfer.

[pg 313]
O B E R N B R E I T. UFranken BA Kitzingen.

Prot. Pfarr-K. 1731. — M o s e s k a n z e l 1696. Altargeräte augsburgisch
18. Jh.

Rathaus. Stattlicher hoher Steinbau. Über dem rundbg. Tor Brandenburger
Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. — B ä c k e r h a u s des 18. Jh.
mit steinernem Verkaufstisch.

O B E R N D O R F. Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

Dorf-K. Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe
abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren Formen (E. 12. Jh.)
eine rck. schließende Chorerweiterung, Ecklisenen und Bogenfries, Teilung
durch 1/2 Sll. mit attischen Basen und Würfel-Kaptt. Über das Maß einer
Landkirche geht dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?

O B E R N E U K I R C H . K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1723, 1873 vergrößert. Schlichter großer Saalbau (1500 Stände),
Ausstattung um 1750. G r a b d e n k m ä l e r : v. Polenz 1609, v. Ponickau
1637, mehrere v. Haugwitz und v. Huldenberg 18. Jh.

Schloß 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche B i l d n i s s e der Frhr. v.
Huldenberg.

O B E R N S E E S . OFranken BA Bayreuth.

Kap. S. Rupert. Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum 1080
falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. Chor und bar. Lhs.

O B E R O D E R W I T Z . K. Sachsen AH Löbau.

Page 433

Dorf-K. 1816 von K. Ch. Eschke, großer Emporensaal in nüchternstem
Klassizismus.

OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. Dorf-K. got.,
mächtiger Turm mit 4 Schützenerkern.

O B E R P E S T E R W I T Z . K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach dem 30j. Kriege.
— Lebensvoller P a s t o r e n g r a b s t e i n 1637. Auf dem Kirchhof Gruft der
Familie Opitz 1770.

O B E R R E I C H E N B A C H . OFranken BA Höchstadt.

Dorf-K. mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung.

O B E R R E I N S B E R G . K. Sachsen AH Meißen.

Schloß. Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens
und der Kunstformen 1500-1650.

O B E R R O S P H E . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Spgot. flachged. Schiff, schmälerer gewölbter polyg. Chor.

O B E R R O T T E N B A C H . Schwarzb.-Rudolst. LA Königsee.

Dorf-K. S c h n i t z a l t a r bez. 1498, Art des V. L e n d e n s t r e i c h .

[pg 314]
O B E R S C H WA P PA C H . UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. — Bmkw. Altäre aus M. und E. 17.
Jh.

Schloß. Sommersitz der Äbte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. von Joh.
Leonhard Dientzenhofer (?), der Formcharakter nahe verwandt dem Klst.
Obertheres. Gr. triklinienförmig. Die langgestreckte Hauptfront gegen den
Garten; 16 Fensterachsen; Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen

Page 434

Proportionen; 3 flache, hauptsächlich in der Dachanlage zur Geltung
kommende Risalite. Ausgedehnter G a r t e n in 3 Terrassen, Treppen mit
Brunnenbecken.

O B E R S C H WA R Z A C H . UFranken BA Gerolzhofen.

Fürstbischöfl. Jagdschlößchen (Forstamt) um 1600.

O B E R S E I F E R S D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender Wirkung.

O B E R S T R E U . UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die nahezu
vollständig erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen Gaden des 16.
und 17. Jh. — Reste der Dorfbefestigung.

Bildstock vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem,
verknotetem Säulenbündel. Der Aufsatz von 1551.

O B E R T H E R E S . UFranken BA Haßfurt.

Ehem. Benedikt-Abtei. Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. Völliger
Umbau 1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich von Joh. Greising, 1809
abgebrochen. Erhalten blieb (als Schloß) der Klosterbau, 3flügelig, Verputz
mit Sandsteingliedern in gediegener Behandlung. Von der unbedeutenden
Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. — Ehem.
Verwaltungsgebäude 1696. — R a t h a u s 1727 und einige hübsche
Wo h n h ä u s e r ; über einem Hoftor der Renss. effektvolle
P i e t a s g r u p p e des 18. Jh. — Originell aufgebauter B i l d s t o c k 1630.

O B E R WA L G E R N . RB Cassel Kr. Marburg.

Kleine, rohe rom. Dorf-K.

O B E R W E I M A R . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Page 435

Ehem. Cistercienser-Nonnen-Klst., M. 13. Jh.; Umbau 1361; sehr entstellt.
Rom. Turm von älterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore auf gewölbter 2sch.
Halle. An der SSeite ein verstümmeltes hochgot. Portal; im Tympanon
Relief des J ü n g s t e n G e r i c h t s . — D o p p e l g r a b s t e i n des Grafen
Friedrich von Orlamünde † 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth.
G r a b s t e i n des herzogl. Kindes Johann † 1519. — A l t a r b i l d von
Cranach d. J. Reste von frgot. M a l e r e i in den Fensterleibungen.

[pg 315]
O B E R W I R B A C H . Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K. rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. Apsis.

O B E R Z E L L b. Würzburg s. Zell.

O B H A U S E N S . P E T R I . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverändert das landesübliche
rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. Form der Fenster trägt dem
neuen Stil Rechnung.

O B S C H I T Z . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis.

O C H S E N F U R T. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat sich der in der
NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker 6geschossiger Aufbau, in
den mittleren Etagen mit frgot., in den obersten wieder mit rom.
Einzelheiten. Die ganze übrige K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4
Schluß. Lhs. 7jochige Hallenkirche, das Msch. beträchtlich überhöht. Die
niedrigen Strebepfll. könnten auf den Gedanken führen, daß ursp. eine
Basilika beabsichtigt war und erst nachträglich Modifikation durch
Überhöhung der Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. mit unverändertem
Profil in die Scheidbgg. übergehend, Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches
geometrisches Maßwerk, vereinzelt mit ersten Ansätzen zur Fischblase.
Steinerne WEmpore durch alle 3 Schiffe. — Ganze L. 47 m. — Der

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Hochaltar von 1612, der ähnlich dem in Frickenhausen war. 1892 durch
neugot. Aufbau ersetzt; erhalten das große K r e u z i g u n g s r e l i e f . Die
Seitenaltäre aus derselben Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. — Zierliches, nicht
sehr großes Sakramentstürmchen 1496. Außerdem
S a k r a m e n t s n i s c h e E. 14. Jh. — Bronzenes Ta u f b e c k e n mit
reicher, nicht eigentlich lebendiger Gliederung; in vieler Hinsicht ähnlich
dem von Hermann Vischer d. Ä. in Wittenberg von 1457 (der von
Riemenschneider gefertigte Deckel nicht mehr vorhanden). —
C h o r g e s t ü h l E. 14. Jh. (Brüstungswände und oberer Abschluß neu). —
Auf der Fenstersohlbank des nördl. Ssch. 3 S t e i n s t a t u e n aus 2. H. 14.
Jh. — Bmkw. H o l z s t a t u e einer schmerzhaften Muttergottes, geistreich
in Bewegung und Gewandung, bei sehr verfehlten Proportionen, um 1520.
H o l z s t a t u e des h. Nikolaus, Riemenschneider nahestehend.

Neben der Kirche Michaelis-Kap. (»Karner«) bez. 1440, Meßstiftung
1473, Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer Hans Pauer war erster Polier bei S.
Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige Anlage, wie sie namentlich in
Mitteldeutschland für derartige Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt
mit mehr [pg 316] als gewöhnlichem Aufwand. Hauptgeschoß hoch, hell
und klar mit fast ganz aufgelösten Wänden, Sterngwbb. und WEmpore. An
der Front doppelflügelige Freitreppe und reiches Portal, im Ty m p a n o n
Jüngstes Gericht in 2 Streifen. Auf dem Altar S t e i n m a d o n n a , seitlich 2
H o l z s t a t u e n , S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle
Arbeiten, von der Würzburger Schule unabhängig.

Spital-K. (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewölbtem Chor von
1499. Im Ty m p a n o n des WPortals die Liebeswerke der h. Elisabeth, um
1450. — S p i t a l h o f mit hübscher Laube in Holzarchitektur 1551.

Kapuziner-K. 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). A l t a r b l ä t t e r von Onghers.

Kap. S. Wolfgang. Bez. 1463. — H o c h a l t a r mit nicht üblem Gemälde
1699. Steinerne K a n z e l 1551.

Die meist starke Befestigung aus 2. H. 14. Jh., zu einem großen Teil
erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen (1567) bestehen noch.
Die Mauertürme rund.

Page 437

Rathaus 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, an der längeren
Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, S t e i n m a d o n n a
(1498) an der Ecke — einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im
Erdgeschoß Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoß Diele und
Ratssaal. Türbeschläge. Spgot. Tische und Schränke. Messingener
Eicheimer. Ortsmuseum.

Stattliche Beispiele von Amtsgebäuden aus 1. V. 16. Jh., ehemals
domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. — Am
Marktplatz Fachwerkhäuser A. 17. Jh. In der Spitalgasse gut
durchgeführter Bar. Bau von 1717. — Auf dem Markt Z i e h b r u n n e n von
1573. — An der Landstraße zahlreiche B i l d s t ö c k e .

O C H S E N S A A L . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.

Ö D E R A U . K. Sachsen AH Flöha.

Dorf-K. Geräumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete spgot. Anlage;
weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven Emporen zwischen den
eingezogenen Strebepfll. Gründlich überarbeitet 1709-25. —
A u s s t a t t u n g um 1720. — — O r g e l von Gottfr. Silbermann 1727. —
G r a b s t e i n des Pfarrers Paulus Odontius † 1605, mit guter Relieffigur. —

Rathaus fr. Renss., verändert 1785.

O H R D R U F. Sachsen-Gotha Amtsstadt.

Michaelis-K. 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. Rck. von 27 :
17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in [pg 317] einer derselben, und
zwar an der Langseite, der Altar- und Kanzelbau; auf der anderen Langseite
der Turm.

Trinitatis-K. 1709. Einfacher Emporensaal. G r a b s t e i n 18. Jh.

Rathaus 1546. — Schloß. Einfache Fr. Renss. mit guten Einzelheiten.

O L B E R N H A U . K. Sachsen AH Marienberg.

Page 438

Dorf-K. 1639 und 1790. — A l t a r g e m ä l d e von J. Finck 1648. Mehrere
wertvolle K e l c h e , ein Augsburger bez. A. L. und ein Freiberger von
Samuel Klemm.

O L D I S L E B E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Benedikt.-Klst. bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus eingebaut)
zerstört. — Dorf-K. spgot.

O L L E N D O R F. Sachsen-Weimar BV Weimar.

Dorf-K. spgot. und bar. — Großer K a n z e l b a u , die ganze Breite des
Chors einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 von Valentin Ditmar aus
Erfurt.

O E L S H A U S E N . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K. rom., verändert 1654. Rom. Tympanon.

O E L S N I T Z . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten got.
Umbauten ging die K. als unregelmäßig 2sch. Hallenkirche hervor. 1888
stark rest.

O E P F E R S H A U S E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. 1718. Großes, für diese Gegend ungewöhnlich reiches E p i t a p h
des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs † 1731. — B i l d n i s g r a b s t e i n
Hans Wilh. v. Haßberg † 1555.

O P P E R S H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

Dorf-K. spgot. mit rom. OTurm.

O R B . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Stadt-K. spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter polygon.
Chor; dieser, der älteste Teil, um 1400. Das Hauptportal auf der NSeite mit

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massivem Schutzdach auf Kragsteinen; reiche Beschläge. Außen an der
Sakristei unter zierlichen Baldachinen zwei S t a t u e n : Schmerzensmann
(tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). Innen G r a b f i g u r ,
1354. — H e i l i g e s G r a b um 1500. — Aus derselben Zeit stark
übermalte Wa n d m a l e r e i . — Sonstige innere Ausstattung 1683.

O R L A M Ü N D E . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Stadt-K., übel verbaut. — Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne besonderen
Wert.

Rathaus 1493, Uhrturm 1670

Burg. Der älteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die »alte Kemnate«, ein
Kastenbau von kolossaler Mauerstärke, der [pg 318] Eingang (für Leiter) 10
m über dem Erdboden, in den oberen Stockwerken kleine rundbg. Fenster.

O R T R A N D . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Stadt-K. Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, 3sch.
Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. Über dem rck. Altarhaus
hübscher Bar. Turm 1730. Türbeschläge 1627.

Friedhofs-Kap. mit Epitaph v. Lüttichau 1548.

O S C H AT Z . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Aegidien-K. Neubau nach Zerstörung durch die Hussiten 1443; weitere
Brände 1616 und 1842; nach dem letzten von Heideloff mit Willkür rest. —
Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender
Hauptchor, rückspringende Nebenchöre, beide aus 8Eck geschlossen. Die
Nebenchöre in zwei Geschossen. Unter dem Schluß des Hauptchors eine als
regelmäßiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. auf Mittelpfl.; Zugang
durch 5 Portale. Am Äußeren zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen
Schmuckes, der aber nicht fertig wurde. Das Lhs. völlig entstellt. 2
stattliche WTürme. — Von der ma. A u s s t a t t u n g wenig übrig: 3
Halbfigg. von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400,
Grabdenkmäler der Sp.Renss.

Page 440

Franziskaner-K. Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne die modernen
Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. Saal. In einer dritten Bauzeit,
E. 15. Jh., nach S. erweitert und eine symmetrisch 2sch. Hallenanlage
geschaffen. Infolgedessen der Chor nicht mehr in der Mittelachse.
Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. — Großer Ta u f s t e i n
aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar und mehrere
Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] — Die Klst. Gebäude nur aus
älteren Abb. bekannt.

Gottesacker-K. 1583. Saal mit 3/6 Schluß. Die Fenster noch got., auch mit
Maßwerk. Hübsch behandelte hölzerne Empore im W. Unter den
D e n k m ä l e r n ist das der Susanna Taucher † 1622, junge Frau mit
Wickelkind, eine tüchtige, lebensvolle Arbeit.

Rathaus 1537 von Bastian Kramer, vielfach verändert. Bmkw. die
Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss, im Stil des
Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.

Brunnen 1588 von Gregor Richter.

Schloßruine Osterland.

O S C H Ä T Z C H E N . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für die Epoche
nach dem 30jährigen Kriege bezeichnende Ärmlichkeit. [pg 319] —
S c h n i t z a l t a r E. 15. Jh. Ein z w e i t e r , besserer, im Stall des
Schulhauses.

Ö S L A U . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. 1517. 1sch. mit 3/8 Schluß. Flachgedeckt. Von Interesse die
Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und WSeite 2geschossige
Empore mit ungewöhnlich reichem, wenn auch derb gearbeitetem
figürlichem Schmuck, Holz und Stuck; die Unterflächen der Emporen
sowie die Decke ebenfalls stuckiert in Quadratwerk. — Aus derselben Zeit
die K a n z e l . C h o r b ä n k e um 1700.

Page 441

Herrenhof 16. Jh. — Herrgottsmühle, am Mühlwerk Schnitzerei, bez.
1617.

O S S A . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, A. 13. Jh.
mit Turm überhöht; die SWand des Lhs. mit Säulenportal; die WWand. —
A u s s t a t t u n g 1680. Verstümmeltes A l t a r w e r k um 1490.

O S S L I N G . K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. 1803, groß, sehr nüchtern. Zahlreiche D e n k m ä l e r aus 18. Jh.

O S S M A N N S T E D T. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. Taufstein,
Kanzel usw. aus dieser und der nächsten Zeit.

O S T E R B U R G . UFranken BA Neustadt.

Burgruine. Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder deuten
auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.

O S T H E I M . UFranken BA Hofheim.

Pfarr-K. Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. K a n z e l 1727. —
H o c h a l t a r 1774 mit entsprechendem Gemälde von Herrlein. —
G l o c k e 14. Jh.

Schmerzhafte Kap. 1675, noch wesentlich got.

O S T H E I M V. D . R H Ö N . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Stadt-K. 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) mit
hölzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, zwischen die Säulen der
NSeite Emporen eingespannt, Fenster spitzbg., Turm über dem Altar. Das
Äußere einfach, Verputzbau, bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen
ausgeführten Portale. — Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An
der SWand ein eigentümliches H o l z s c h n i t z w e r k : Szenen aus der

Page 442

Geschichte Christi, in 4 Reihen übereinander; sie sind älter als die um 1738
ausgeführte umrahmende Sll.Architektur. — Eine Reihe von
B i l d n i s g r a b s t e i n e n [pg 320] in meist guter Qualität: a) in der
Vorhalle: Hans Veit v. Obernitz † 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v.
Obernitz, † 1573 als Knabe; Chr. v. Stein † 1576, mit Meisterzeichen I. H.
(vgl. Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein † 1560 und Anna v.
Ostheim; G. W. v. Stein † 1616; Margarethe v. Stein † 1575, bez. I. H.
1580; weitere Glieder dieser Familie 1638, 1684, 1690. Eigentümlich durch
das Material, Gußeisen, die Platte des Konrad v. Thüngen † 1626.

B e f e s t i g t e r K i r c h h o f . In der alten Herrschaft Henneberg und weiter
südl. in den fränkischen Gebieten kommt dergleichen in kleinerem
Maßstabe oft vor; hier eine wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen
Türmen und Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage im
Ganzen aus 1. H. 15. Jh.

Von den im 17. Jh. genannten 7 A d e l s h ö f e n gut erhalten, der
Hansteinsche aus E. 16. Jh.

In der Nähe ein runder Wartturm.

O S T R I T Z . K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Übergangsstil des 13. Jh.,
Einfluß der benachbarten Cistercienser von Mariental; bezeichnend dafür
das feingegliederte NPortal. Das Lhs. war Basilika, 1615 1sch. umgebaut.
— H o c h a l t a r rck., im Aufbau ein Duplikat jenes in Königshain, das
Gemälde ebenfalls von Leubner in Reichenberg, bez. 1773. — Auf dem
nördl. Nebenaltar P i e t a s um 1480. — S a n d s t e i n k a n z e l 1609. —
Prächtige M o n s t r a n z um 1500. — K e l c h e des 17. und 18. Jh., z. T. aus
Augsburg und Prag. — Zahlreiche G r a b d e n k m ä l e r des 17. und 18. Jh.,
hervorzuheben der lebensvolle Bildnistein des J. H. Dorn v. Dornfeld
† 1661.

O T T E N D O R F. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. spgot. mit ungewöhnlich reich detailliertem Chor. — A l t a r w e r k
1591. — Schloß. Gemengbau 15.-18. Jh.

Page 443

O T T E N D O R F. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., E m p o r e n mit Bildern.
Gemalte G l a s s c h e i b e n bez. 1624. — Im Dorf gute
Fachwerkhäuser.

O T T E N H A U S E N . RB Erfurt Kr. Weißensee.

Dorf-K. (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von gleicher Anlage
wie die in Gangloffsömmern; kleiner polyg. got. Chor. — Ziemlich reicher
spgot. S c h n i t z a l t a r .

O T T E R W I S C H . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. wesentlich 17. Jh. — 12 zum Teil ansehnliche D e n k m ä l e r der
Familie von Hirschfeld 1545-1578.

[pg 321]
O T T O W I N D . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753.

O T T R A U . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Kirche, zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. in zwei Absätzen
errichtet. Rck. Schiff mit schmälerem 4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen
Holzdecke. In den östl. Ecken des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene
Dienste als Träger ehemaliger Wölbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor
schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. Die übrigen
neu. — Wa n d t a b e r n a k e l E. 14. Jh. — Spgot. Wa n d g r a b von
ungewöhnlicher Anlage; große, reich umrahmte und gekrönte Blende; das
Standbild fehlt. — I k o n . G r a b s t e i n 1604, roh. — Bmkw. K a n z e l
von 1544, noch in spgot. Formen.

O T Z D O R F. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Umbau 1713, unbedeutend. — Sitzende rom. M a d o n n a aus
Holz. Eine z w e i t e desgl. wenig jünger. J o h a n n e s , ebenfalls Holz, 2. H.
13. Jh., Arbeit eines geringen Handwerkers aus großer Zeit.

Page 444

O Y B I N . K. Sachsen AH Zittau.

Burg und Kloster. Großartige Ruine in bedeutender Naturszenerie. Erb. um
1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner Zeit die beiden Tortürme, die
Zwingermauer, die westl. Burgmauer und Teile des Hauses vor der K.; man
erkennt sie an den kleinen unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen. 1319
gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar an die Krone
Böhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte rck. Bau am nördl. Felsenrand.
1365 richtete der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er mit
Cisterciensermönchen aus Avignon besetzte. Die K. voll. und gew. 1384.
1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, 1681 Felssturz. Aufnutzung als
Steinbruch- — K i r c h e . Dach und Gwbb. zerstört, sonst im wesentlichen
gut erhalten. Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, 1
gerades Joch und 5/8 Schluß, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand ist aus dem
gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf Fensterhöhe zurücktritt.
Die NSeite wird durch weitläufige Substruktionen mit 2geschossiger
Galerie gestützt; das obere Geschoß, in gleicher Höhe mit dem Kirchenflur,
enthält Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen gehöhlt.
Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. auf gestielten
Konsolen. Die Reste des Maßwerkes zeigen reiche, streng geometrische
Muster, die Bogenprofile in der lebhaften, kontrastreichen Gliederung der
Schule von Prag. (Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der
[pg 322] Parler gebräuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der
Konsolen.

Museum im Burgsaale.

Dorf-K. 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung.

Page 445

P

PA H N S TA N G E N . Reuß ä. L. LA Greiz.

Dorf-K. Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm, wie in diesem Gebiet die
Regel, über dem Altar.

PA N N E W I T Z . K. Sachsen AH Bautzen.

Rittergut 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung der Wohn-
und Wirtschaftsräume.

PA U L I N Z E L L A . Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Benedikt.-Klst.-K. Im Bauernkriege 1525 beschädigt, bald darauf
verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen und zum Teil
abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des Materials haben sich in den
aufrecht gebliebenen Teilen die Formen gut erhalten und lassen eine der
stilkräftigsten Schöpfungen der mittelromanischen Epoche erkennen;
Ruinenschönheit und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen Waldtal
vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. — Gegr. vor 1109. Der
bestehende Bau beg. 1112 von den aus Hirsau kommenden Mönchen. Bei
der Weihe 1132 mindestens die Mönchskirche (Chor, Querschiff und
Anfang des Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach längerer Pause
vollendet etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. 13. Jh. — Die
Anlage nach dem »Hirsauer«, d. i. aus dem burgundischen Cluny
herübergenommenen Bauschema: lateinisches Kreuz, zu Seiten des
Chorquadrums parallele Nebenchöre in gleicher Breite mit den Sschiffen
des Lhs., Schluß in 3 parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der
OSeite der Qschiffsflügel, die ihretwegen etwas überhöhtes Quadrat haben.

Page 446

Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2) in 8 Arkaden. Das erste Stützenpaar Pfll., die
folgenden Sll. Über dem Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus
waren Türme vorbereitet, sind aber nie ausgeführt worden. Dies alles
Hirsauer Merkmale. Dazu als Negatives die Abwesenheit von Krypta und
WChor, welche beiden einer sächs.-thüringischen Klst.-K. dieser Zeit nicht
hätten fehlen dürfen. An Stelle des WChors Vorhof mit 2 Fronttürmen. Ein
wichtiges Novum der Aufbau als reine Säulenbasilika (bisher nur einmal
vorgekommen, in der Moritz-K. bei Hildesheim, auch hier unter
süddeutschem Einfluß). Die Ostteile sind ganz zerstört, konnten [pg 323]
aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden. Die Würfelknaufsäulen
des Lhs. gehören in der strengen Eleganz ihrer Proportionen und der
ausdrucksvollen Schärfe der Linienführung zu den schönsten der ganzen
Stilperiode. Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die Eckzähne der
Kapitelle, die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims
aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten, die
Umrahmung der kleinen Tür am nördl. Qsch. durch Herumführung des
Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt das großartige Hauptportal in
Anspruch. Es ist im sächs.thüringischen Gebiet das erste große Sll.-Portal;
je 4 schlanke Sll. freistehend vor den Rücksprüngen, die Bogenläufe in
straffer, die Gegensätze von Licht und Schatten vorzüglich wahrnehmender
Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand gleichzeitig entstanden, nach
rundem Rechnungsergebnis ca. 1160-70. Über dem Mauermassiv des
Portals eine Empore (ausgesparte Wendeltreppe). Die mit der Wand
bündigen Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, daß im ersten
Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengängen beabsichtigt war.
Die spätere Ausführung hat daraus eine basilikale Vorkirche gemacht. Ihre
Pfll. in der spezifisch thüringischen Gliederung (vgl. Talbürgeln und
Petersberg b. Erfurt). — Von den Klst.-Gebäuden erhalten ein kleiner rom.
Steinbau mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses
eingebaute) Skulpturreste. Großes Wasserbecken aus der Tonsur. —
Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberförsterei.

P E G A U . K. Sachsen AH Borna.

Laurentius-K. Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der schmucklose,
zweitürmige WBau erhalten; übrigens im 15., 16. und 19. Jh. erneuert. —
S a k r a m e n t s h ä u s c h e n um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K.

Page 447

— G r a b m a l des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen
Klst.-K., eines der schönsten aus dem 13. Jh. erhaltenen. Genauere
Entstehungszeit schwer festzustellen, etwa zwischen 1240-1260. Wiprecht
lebte im 11. Jh., also Idealporträt. Die 1,85 lange Gestalt ist stehend
gedacht, trotz des Kissens unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne,
deren Tuch sich über das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur mit
Rankenornament gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen (durch Glasfüsse
dargestellt) besetzter Leibrock, roter pelzgefütterter Mantel, Vollbart und
kurzes Lockenhaar. Material: Sandstein mit Bemalungsresten. — Bibliothek
mit bmkw. Handschriften und frühen Drucken.

Rathaus, erbaut 1559 nach den Plänen von Hieronymus Lotter, die Anlage
ähnlich dessen Leipziger Rathaus.

[pg 324]
P E G N I T Z . OFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. Stillos, jedoch »an Kanzel und Altar bemerkenswerte
Schnitzereien.«

P E I S S E N . Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. Ta u f s t e i n .

P E N I G . K. Sachsen AH Rochlitz.

Bergkirche. Beg. vor 1499, gew. 1515. Große (15 : 41 m) 1sch. Anlage mit
7seit. Schluß. Die Gewölbe nicht ausgeführt; beabsichtigt war eine Halle
mit sehr schmalen Sschiffen und vielleicht auch massiver Empore ähnlich
Schneeberg. An der NSeite geräumige Kapelle 1306 und massiger, mit der
K. nicht in Verband ausgeführter Turm. — Großer und prächtiger
S t e i n a l t a r 1564 von Christoph Walther (gest. von Wolf v. Schönburg),
Architektur in korrekter ital. HochRenss., große Menge von
Alabasterreliefs, protestantisches Programm, viel Farbe, besonders Blau
und Gold. — H o l z k r u z i f i x mit alabasterner Marienfigur 1660. —
Ta u f s t e i n 1609 vom Meister von Seyda (Ulrich Eckhardt) K a n z e l
1607 von Nik. Schwarz. Hinter dem Altar S a n d s t e i n e p i t a p h Pistoris
1582, wohl aus der Werkstatt der Lorenz zu Freiberg. I k o n . G r a b s t e i n

Page 448

eines Altaristen 1517. Über der Sakristeitür B r o n z e p l a t t e 1530. Bmkw.
L u t h e r b i l d n i s von 1521 (Cranach?). R e l i e f b i l d n i s Luthers aus
Papierteig, vielleicht nach der Form Alberts v. Soest. — Die Kapelle der
NSeite enthielt früher Begräbnisse der Burggrafen von Leisnig, jetzt der
von Schönburg. Schönes L e i c h e n s c h i l d des letzten Leisnigers † 1538.
S a n d s t e i n e p i t a p h Ph. v. Hassenstein † 1557. S a n d s t e i n p l a t t e der
Gräfin Agnes mit deren Relieffigur und den Wappen von Leisnig und
Mansfeld. Großes R e n s s . E p i t a p h für Hans Ernst von Schönburg
† 1586, bez. Samuel Lorentz. E p i t a p h Ch. H. v. Sch. 1607 bez. Uriel
Lorentz. Beschädigte S a n d s t e i n f i g . des sitzenden Christkindes, (von
einer Madonnenstatue) E. 12. Jh. A l t a r w e r k 1510. Interessante
P r o z e s s i o n s f a h n e n . Auf dem Kirchhof E r b b e g r ä b n i s s e der
Bar.Zeit mit schönen Eisengittern.

Rathaus 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener
Georgenbaues.

Vorstadtkirche Altpenig. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis und ein schönes
Portal, E. 12. Jh.

P E T E R S B E R G B . E R F U R T. Prov. Sachsen.

Benediktiner-Klst.-K. Brände der älteren K. 1069, 1080, Neubau der
bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders [pg 325] Ditmar 1103, als
ältester Bau der »Hirsauer Schule« in Thüringen. Weihung der östl. Teile
1109, Brandschaden 1142, Weihung zweier Altäre im Chor 1143,
Schlußweihe 1147. Zu erwägen wäre, ob nicht der Brand 1142 sehr
umfassende Veränderungen nach sich gezogen habe; alle späteren
unerheblich, bis auf den Brand bei der Beschießung 1813; worauf 1816-18
die Obermauern des Msch. und Qsch., sowie die Türme abgetragen und die
Kirche als Militärmagazin eingerichtet wurde. Durch Größe und technische
Vollkommenheit neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau
Thüringens aus der Zeit des reifen rom. Stils. — Flachgedeckte
Pfeilerbasilika mit gewölbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer Schema.
Dahin gehört auch die starke Streckung der Längsachse (79 m) d. i. etwas
mehr als das sechsfache der Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von
schmalen Nebenchören, mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung,
zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs. An das östl.

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Ende der Nebenchöre schließen sich Türme, deren Erdgeschoß sich gegen
jene als Kap. öffnet; der Hauptchor um ebensoviel vertieft, so daß nach O
eine gerade Abschlußlinie gewahrt bleibt. (Die Annahme, daß eine Apsis
vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flügel des Qsch. etwas
mehr als quadr., ihre ganze OWand von je einer 1/2 kr. Apsis eingenommen.
Das Lhs. hat 10 Arkaden, in der Grundrißstellung mit sorgfältig
durchgeführtem quadr. Schematismus. Die beiden östl. Arkaden des Lhs.
waren zum Mönchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche der
Abseiten, gleich den Nebenchören, gewölbt (Tonne); außer durch zu
vermutende Schranken war die Grenze durch stärkere Bildung der Pfll.
bezeichnet; über ihnen im Hochschiff ein Bogen, ähnlich den Vierungsbgg.
Dieser Teil der Schiffe war, ebenso wie die Nebenchöre, urspr. in der Tonne
gewölbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug: sie bildete eine
Vorhalle zwischen zwei Türmen; die letzteren im Gr. etwas über die
Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. Sonach bleiben für das Laienschiff 7
Arkaden. Die Pfll. dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken
Halbsll. besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite des Msch.
in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen Ecksporen; einfache
Würfelknäufe; Sockel und Kämpfer nach attischem Profil; gegliederte
Archivolten; Gurtgesims mit Schachbrettmuster (vgl. für alle diese
Eigentümlichkeiten die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle,
Talbürgeln, Hamersleben). Die durch einen Kupferstich überlieferten
rippenlosen Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh. [pg 326] — Das
Äußere erhält durch sein vollendet schön behandeltes Großquaderwerk
(eine Errungenschaft der Hirsauer Schule aus ihren burgundischen
Beziehungen) eine alle örtlich und zeitlich nahe liegenden Bauten hoch
überragende monumentale Würde. Vollständig ausgebildet sind infolge der
Geländeverhältnisse nur die O und SSeite, die letztere am besten erhalten.
Die Ssch.-Wand im unteren Abschnitt (etwa 2/5) gänzlich ungegliedert;
dann schräger Rücksprung, aus dem sich als Jochteilung Halbsll. mit
Ecksporen-Basen und Würfelkaptt. erheben; besonders energisch
empfunden und mit größter technischer Sicherheit ausgeführt der obere
Abschluß durch Schachbrettfries und stark schattendes Gesims, darunter in
flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe Gliederung wiederholt sich am
Hochschiff, zieht sich unverändert um das Querschiff und den Langchor hin
und motiviert auch die Gliederung der Apsiden — ein nach den ma.
Baugewohnheiten ungewöhnlich strenges Gleichmaß. Ungewiß bleibt die

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Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie schon in spgot. Zeit größere
Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der Schmuck reich ausgebildeter Portale;
das gut erhaltene am SKreuz ist am Gewände einfach abgestuft, ohne Sll.,
die Verbindung der Umrahmung mit dem Sockel im Sinne der Hirsauer
Schule. Die WTürme wohl nie ausgeführt, die OstTürme zeigen auf älterer
Abbildung Ecklisenen und in den zwei Obergeschossen gekuppelte Fenster;
spgot. Holzhelme. Die jetzt ganz beseitigten Klst.-Gebäude an der NSeite
nebst Kreuzgang neugebaut 1463-80; Obergeschosse Fachwerk. — Die
A u s s t a t t u n g war in der letzten Zeit des Klst. barock. Von den
zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine) nichts erhalten als der in den
Dom übergeführte berühmte Grabstein des Grafen von Gleichen mit 2
Frauen aus E. 13. Jh. und am Ort ein K r e u z i g u n g s r e l i e f außen neben
dem SPortal, dem Meister des Severisarkophages nahe stehend, 2. H. 14.
Jh.

P E T E R S B E R G B . F U L D A . RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. Benedikt.-Klst.-K. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem Basalt und
hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich
architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau von 837 die
Krypta, Tonnengwbb. mit altertümlich rohen Kappen. Marmormensen mit
Weihinschriften des Rhabanus Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen
Conchen. Im Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh.
eingebrochen. Der Hauptbau enthält Reste einer kleinen, schlicht, fast roh
ausgeführten rom. Pfeilerbasilika aus nicht näher zu bestimmender Zeit;
1479 1sch. umgebaut. Achteckiger [pg 327] Vierungsturm 12. Jh. — Rom.
S t e i n r e l i e f s : Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht
so alt, wie angenommen wird, erst Spätzeit des 12. Jh.

P E T E R S B E R G B . H A L L E . Pr. Sachsen Saalkreis.

Benediktiner-Klst. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor und Qsch.
unter Abt Eckehard 1184. — Kreuzf. Basilika nach dem Hirsauer Schema.
Hauptchor oblong, Nebenchöre ohne Apsiden; anscheinend vor ihnen
ausgeführt die Apsidiole am nördl. Kreuzflügel. Die Chorpartie gewölbt.
Die Nebenchöre mit Emporen und unter dem Dach verhehlten
Strebemauern sind später (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefügt. Durch diesen
Umbau die Hochfenster des Hauptchors verdunkelt und alle 3 Chorschiffe

Page 451

nach außen unter einen einzigen kolossalen Giebel gebracht, eine
schwerfällige, dem rom. Stil sonst fremde Gestaltung. — Im Lhs. 5
Arkaden bei auffallend schmalem Msch. Die Pfll. quadr. mit starker
Abfasung der Ecken. Der WBau erhebt sich ohne Turm als breite Masse
über rechteckigem Gr. und endet in ein Satteldach. Nach innen öffnete er
sich mit Empore. — Außen die älteren WTeile sehr formenarm, die
jüngeren etwas geschmückter. Durchgreifende Rest. von Quast 1853-57.
Bmkw. das schön gegliederte Portal des NKreuzarms; es liegt in einem
Rahmen, der das Sockelprofil fortsetzt (hirsauisch), im Tympanon sichere
Gemäldespuren, Maria mit Engeln. Ein zweites hat am Gewände je 3 Sll. in
eigentümlicher Gruppierung, die Türöffnung von Perlstab umsäumt. — Im
13. Jh. erhielt die K. ein großartiges D e n k m a l der Grafen von Wettin, 10
liegende Gestalten aus Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden
gekommen sein (?); die 1567 hergestellten Nachbildungen in Sandstein, an
sich geringwertig, zeigen in der Tracht und Haltung wohl ziemlich treuen
Anschluß an die Urbilder. — Am K o n v e n t s g e b ä u d e schöne Details
aus A. 13. Jh.

P E T T S T Ä D T. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Der rom. Charakter einigermaßen erhalten am Chorturm; Spuren
einer abgebrochenen Apsis, dürftig spgot. ersetzt. —
S a k r a m e n t s n i s c h e und S c h n i t z a l t a r , auf den Flügeln die 12
Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15. Jh.

P FA F F E N D O R F. UFranken BA Ebern.

Schloß. Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter
Frührok.Bau, 2geschossig, große Estrade.

P FA F F R O D A . K. Sachsen AH Freiberg.

Dorf-K. 1645 erneuert, architekturlos. — Ta u f s t e i n , am Fuße 4 der im
Lande typischen Kinderfigürchen, Kappen auf den Köpfen, 1655.

[pg 328]
P FA R R W E I S A C H . UFranken BA Ebern.

Page 452

Pfarr-K. 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch. Chor; spitze
Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss. E p i t a p h i e n der
Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein (1504, 1506, 1507 und 1530).

P F E R D I N G S L E B E N . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. spgot. — Großer S c h n i t z a l t a r , die G e m ä l d e »interessant«.

P F O R TA . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Ehem. Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta gegr. 1136, seit 1543 Sitz der
berühmten Schule. — Der künstlerische Charakter des Kirchengebäudes
wird wesentlich bestimmt durch den 1251 (Inschr.) begonnenen got.
Umbau; 1268 (I.) der Chor vollendet; Fortsetzung bis nach 1300. Der rom.
Bau ist, bis auf den östl. und westl. Abschluß, im got. erhalten, und es ist
kein Grund gegeben, seine Ausführung wesentlich später als die Gründung
anzusetzen; also in runder Schätzung M. 12. Jh. Demgemäß für
Deutschland das älteste Beispiel einer Cistercienser-K. von schon
ausgeprägtem Typus: Kreuzf. Basilika mit stark gestrecktem Lhs. und je 2
Doppelkapellen an der OSeite des Qsch. Bergner fand an diesen Kapellen
Ansätze zu Apsidiolen; es ergibt sich daraus eine staffelförmige Anordnung
ähnlich den gleichzeitigen Kirchen in Talbürgeln und Georgental. Das ist
die älteste Fassung des Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte
stützenwechselnde Basilika von 4 Doppeljochen, das letzte Joch im O zum
Chor gezogen und voraussetzlich durch eine Lettnerschranke gegen das
Laienschiff abgeschlossen. Erhalten haben sich die (gedrückten)
Blendbögen, die je eine Doppelarkade zusammenfaßten; ferner die
Oberlichter, ungewöhnlich niedrige Raumverhältnisse dokumentierend, und
die ganz schlichten Profile der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf 75 m. —
Der got. Umbau begann nach M. 13. Jh. mit der Einwölbung des Qsch.;
Detail verhältnismäßig reich, romanische Erinnerungen wechseln mit
vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen; nicht leicht zu erklären. Vielleicht war
das Qsch. im 13. Jh. niedriger angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor
noch einmal überarbeitet. — C h o r . Inschr. am südöstl. Strebepfl. nennt das
Jahr der Grundsteinlegung 1251. Anlage und Ausführung zeigen aber die
reife Kunst der Spätzeit des Jahrhunderts. Sie haben auch nichts
Cisterciensisches mehr an sich. Im Gr. ein gerades Joch und regelmäßig
aufgeteilter 5/8 Schluß. Das Erdgeschoß, (4,40 m h.) hat keine Arkatur,

Page 453

sondern eine Folge vom Sitznischen, Piscinen und Wandschränken. Das
Hauptgeschoß ist völlig aufgelöst. Auf der 2 m starken Sockelmauer ein
Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren [pg 329] Wände von den
äußern Widerlagern zu den inneren Dienstbündeln keilförmig verlaufen.
Die Fenster im Polygon 2teilig, im geraden Teil 4teilig (Öffnung 9,7 m h.,
1,25 m bzw. 2,50 m breit). Maßwerk aus Dreipässen, schon mit Nasen; an
Kaptt. und Schlußsteinen reiches naturalistisches Laubwerk. Schulcharakter
mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System im ersten Joch: hier
öffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die über den alten rom.
Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen (S. Trinitatis und S.
Margarethe) und über diesen ist die Fensteröffnung als reich gemusterte
Rose gestaltet. — Im Gegensatz zum vornehm formenreichen Charakter des
Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche gehört, ist das
Äußere des Chors von herber Sparsamkeit; die Strebepfll. ohne Fialen oder
sonstigen Schmuck, das Hauptgesims ohne Laubfries. — Verhältnismäßig
unerfreulich wirkt das L a n g h a u s ; Altes und Neues sind im Umbau
ungeschickt verbunden, die Bauführung wurde durch wiederholte
Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stützenwechsel ist beibehalten mit
der bizarren Eigentümlichkeit, daß die Zwischenstütze höhere Kämpfer hat
als die Hauptstütze, woraus für die Arkadenbögen ungleiche Schenkel
entstehen. Erst das Hochschiff gewinnt reinere Formen in Anlehnung an
diejenigen des Chors. Die Gwbb. sind schön zu nennen; ihre Dienste auf
Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung durch offene
Strebebgg. (in der älteren Cisterc.-Archit. verpönt). Das äußere System hat
Strebebgg., die ohne Vermittlung von Wandpfll. direkt gegen die Mauer
stoßen. Die Strebepfll. am Ssch. spiegeln den Stützenwechsel des inneren
gebundenen Systems wieder. Zum Schluß (nach 1300) erfolgte
Verlängerung um 2 Doppeljoche gegen W und Herumführung des südl.
Ssch. um das Qsch. — Die, wie immer bei den Cisterciensern, turmlose
WFassade hat außerdem das Eigentümliche, daß sie allein auf das Msch.
komponiert ist, während die Sschiffsfronten zurückspringen und durch
wagerechten Abschluß mit abgewalmtem Dach noch unscheinbarer werden.
Die eigentliche Fassade ist also ein sehr schmales und hohes Gebilde,
eingerahmt zwischen 2 weit vorspringende Strebepfll., horizontal geteilt in
3 jedesmal zurückspringende Stockwerke: zu unterst großer Nischenvorbau,
in dessen Hintergrund das an sich einfache Portal und über diesem an der
Wand eine Statuengruppe; im Mittelgeschoß weites, 5teiliges

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Maßwerkfenster; zu oberst vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine
spitzbg. Nische mit reicher Brüstung und Statuenwand. Sicher eine
originelle Idee! Aber um sie überzeugend auszugestalten, reichte die
künstlerische Kraft des Meisters nicht hin (von den Einzelheiten [pg 330]
Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854). Völlig ungenügend waren dann
die Hände, denen die Ausführung des Statuenschmuckes, der in der
Gesamtkomposition eine so wichtige Rolle spielen sollte, zugewiesen war;
man sieht erschreckend deutlich, daß der große Naumburger Meister keine
Schule hinterlassen hatte.

I n n e r e A u s s t a t t u n g . Spärlich erhalten; bedeutender nur der prächtige
Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schöne frgot. Mensa des Hochaltars. Unter
den G r a b d e n k m ä l e r n das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg
v. Meißen † 1402; 1641 von den Franzosen verstümmelt, 1705 notdürftig
wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum;
an den Seitenwänden Arkatur mit Kielbogenabschluß, in den 14 Nischen
das leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt, Querfurt); das Werk läßt hohe
Tüchtigkeit der Ausführung ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen
Grabsteinen fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters Heinrich
Varch † 1294, schöne Umrißzeichnung in der Typik der Naumburger
Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und der eines
»bürgerlichen Ehepaares«, nicht Kinderpaares, aus 1. H. 14. Jh. (3. Pfl. der
SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von Magisterdenkmälern. — Sonst zu
beachten: Christuskopf aus Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom.
Triumphkreuzes; got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt;
Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas aus Stein
(Steinguß?), die Beschreibung läßt den Salzburger Typus vermuten.
Bronzener Schmerzensmann aus der letzten Klosterzeit.

K l a u s u r . Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser Fall, auf der
NSeite der K. Die inneren Gebäude mit der Zeit völlig entcharakterisiert.
Etwas besser erhalten der Kreuzgang. Die nördl., südl. und westl. Front
vom rom. Bau, wenn auch verstümmelt; die erhaltenen Pfll. und Bgg.
umschlossen eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden auf
Säulchen. Ähnliche Gruppen zeigt noch der am OFlügel gelegene
Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang, ungewölbt. Das
Refektorium am WFlügel ist in der Anlage zu erkennen, aber ohne ältere

Page 455

Kunstformen. — Die A b t w o h n u n g lag abgesondert im O und ist im
Erdgeschoß des späteren »Fürstenhauses« erhalten. Zugehörig die
A b t s k a p e l l e , eine der feinsten Leistungen des Übergangsstils in
Deutschland; um 1230-40 von einem Meister der Maulbronn-Magdeburger
Schule, Ornament mehr thüringisch. Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb.
geteilter Saal mit polygonaler (5/10) Apsis. An Gewölbstützen und
Fenstergewänden [pg 331] ein reicher Apparat gewirtelter Sll. Die Gurten
durch starke Betonung des Anlaufs und somit der Entwicklung der reichen
Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die Fenster gepaart, bis auf den
Sockel herabgezogen; Abschluß der Gruppe durch Okulus. — Aus rom.
Zeit noch die K l o s t e r m ü h l e , wenn auch stark verändert. —
F r i e d h o f s l a t e r n e südöstl. vom Chor, gestiftet 1268, archäologisch eine
große Merkwürdigkeit. — B e t s ä u l e 1521, das Bildwerk stark verwittert.
— In der Schulbibliothek B i l d e r h a n d s c h r. (Augustin) des sp. 12. Jh.

P F Ü N D H A U S E N . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und
Inneneinrichtung gleichzeitig.

P F Ü T Z E N TA L . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. mit schönem rom. Portal ähnlich Neutz.

P H I L I P P S TA L . RB Cassel Kr. Hersfeld.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst.-K. gegr. 1190. Der vorhandene Bau aus
dieser Zeit. Flachged. Säulen-Basilika. Querschifflos. Die Ssch. schließen
mit 1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem Triumphbg., jenseits dessen der
quadr. Vorchor und große 3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem
ganzen Chor!) kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs. 6
gut proportionierte Arkaden; die Säulenstämme stark geschwellt;
Würfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltürme und zwischen ihnen
Empore. An der Hauptapsis lebhafte Gliederung durch Lisenen und Halbsll.
in 3 sich stark verjüngenden Geschossen. — In got. und neuerer Zeit das
alte Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. — In der westl. Vorhalle
landgräfliche Familiengruft 1743. — Die Klostergebäude zu landgräfl.
Schloß umgebaut.

Page 456

P I L G R A M S R E U T H . OFranken BA Rehau.

Pfarr-K. 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewölbt.
S a k r a m e n t s h ä u s c h e n spgot. H o c h a l t a r 1710.

P I L L N I T Z . K. Sachsen AH Dresden-N.

Bergkirche 1723 von Pöppelmann, einfaches Rck. mit Flachdecke und
Emporen; A l t a r b a u aus Sandstein mit großem Relief um 1650, das
Ornament in sog. Knorpelmanier; großes E p i t a p h eines Herrn v. Pflugk,
E. 16. Jh., Schule des Hans Walther; G r a b s t e i n v. Loß 1609;
G r a b s t e i n eines Kindes der Familie v. Bünau 1637, hübsch und originell;
G e d e n k t a f e l für Sophie v. Bünau 1640.

Schloß. Der a l t e B a u (1610-33) brannte 1818 ab. Wa s s e r p a l a i s
(»indianisches Lustschloß«) für August den Starken 1720 von Pöppelmann
und Longuelune; das als große Hohlkehle gebildete Gesims und die über
den Mittel- und Eck-[pg 332]Risaliten hohlgeschweiften großen Dächer mit
phantastischen Schornsteinen sollen exotisch wirken. — Eine symmetrische
Wiederholung das B e r g p a l a i s 1723. — F l ü g e l b a u t e n 1788-91 von
Exner und Weinlig. — Das n e u e P a l a i s 1818-26. — Die O r a n g e r i e
nach 1731, wahrscheinlich von Longuelune. — Der e n g l i s c h e
P a v i l l o n (im englischen Park) 1789, die reizende Innendekoration in der
Art Weinligs. Daneben Statue einer Vestalin 1781 von Trippel. —
C h i n e s i s c h e r P a v i l l o n 1804.

P I N Z B E R G . OFranken BA Forchheim.

Kirche. 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung. Der Kirchhof
umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der untere got., oben bar.
Glockenturm dient als Tor.

P I R N A . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. S. Marien. Schon die vorangehende K. war bedeutend; die
Urkunden nennen 15 Altäre von 1338-1462. Von einem 1466 begonnenen
Neubau der unregelmäßig in die SWEcke eingeschobene Turm. Der
Hauptbau 1502-1546. — Hallenkirche mit schwach ausgebildetem Chor;

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die Ssch. schließen gerade mit abgeschrägten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten
des 8Ecks. Der 47 m lange Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite 25 m,
die Ssch. wenig schmäler als das Msch., H. 18 m. Also sehr weite und freie
Raumverhältnisse. Die 8eckigen Pfll. von äußerster Schlankheit. Die in der
Erzgebirgsschule zum Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch
Verwischung der Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgeführt;
Grundform des Gwb. 1/2kr. Tonne mit Stichkappen, darauf einmaschiges
Rippennetz im Msch., Sterne in den Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von
den Kappen ganz abgelöst und in kräuselnde Verschlingungen (»gewundene
Reihungen«) gebracht, etwa an Hobelspäne erinnernd; die tiefsten
Ausläufer ganz naturalistisch als Baumstämme charakterisiert; »wilde
Männer« klettern an ihnen empor; die Kappen mit Rankenwerk bemalt.
(Auch an den Gewölbeanfängern des Lhs. befanden sich 12 Freifiguren,
1778 abgeschlagen). Fenster hoch, schmal, mit abgeflachtem Spitzbg.
geschlossen, Maßwerk spärlich und matt. Als Beispiel spätestgotischer
Formengebung bmkw. die Sakristeitür. An der NSeite Renss.Emporen von
1570.

A l t a r w e r k aus Sandstein 1611 von David Schwenke, Skulpturen von
Antonius v. Saalhausen; 10 m hoch, 5 m br., ursp. reich in Farbe und Gold
staffiert; an der Staffel Abendmahl zwischen Geburt und Kreuzigung; in der
Mitte des Hauptgeschosses Sintflut und Auferstehung des Herrn, seitlich
Jakobsleiter und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des Obergeschosses [pg
333] die Geschichten des Jonas und Simson, in dem Hauptfeld Christi
Himmelfahrt. — K a n z e l aus Sandstein 1543 verkünstelt spgot.,
Schalldeckel 1576. — Ta u f s t e i n 1561, Fuß 1802 (der alte zeigte
Kindergruppen wie in Annaberg). — Unter den zahlreichen G r a b s t e i n e n
und E p i t a p h e n mehrere hervorragende Stücke: D. v. Sebottendorf 1585;
M. L. Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders Sup. Kademann 1607,
höchst lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung nüchtern. Unter den
Grabsteinen an der Außenwand hervorzuheben H. W. v. Schönberg † 1645.
— E p i t a p h g e m ä l d e von H. Göding d. Ä. [A n t e p e n d i u m aus 14. Jh.
in Seidenstickerei, jetzt Altert. Ver. Dresden.] — An den Gwbb. großer
G e m ä l d e z y k l u s aus M. 16. Jh., »ein protestantisches Kunstwerk von
hoher Bedeutung und Seltenheit«. — O r g e l 16. Jh., verändert 1678. —
G l o c k e 2. H. 14. Jh.

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Dominikaner-Klst. Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die K. Rck. 35 :
12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen (zerstört). Im Schiff
8eck. Pfll. von äußerster Schlankheit, Kreuzrippengwbb. auf reich
skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), der Kämpferpunkt an den Pfll. selbst
nicht betont. Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke
angefügte Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige
Kapitelhaus.

Rathaus spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; aus der ersten
Epoche die reich umrahmten Türen des Erdgeschosses.

Privathäuser. Pirna hat mehr als die meisten anderen Städte Sachsens vom
Gepräge älterer Jahrhunderte bewahrt. S p ä t g o t i s c h e s z. B. Markt 3 und
46, Dohnaische Str. 24, Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. — Aus
R e n s s . besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in den
Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekrönt mit dem Reliefbildnis
des Architekten W. B. Ferner Markt 13, Schuhgasse 15, Markt 12 von 1548
im Charakter des Moritzbaues am Dresdener Schloß; Ecke Barbiergasse
und Dohnaische Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18, Schustergasse 4;
Obere Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673, Schustergasse 2 von 1676.
R o k o k o : Langestr. 10, Badergasse 5.

Schloß Sonnenstein, jetzt Irrenanstalt; von älteren Bauzeiten kaum etwas
erkennbar.

P L A S S E N B U R G B . K U L M B A C H . OFranken.

Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, Caspar Vischer unter
Mitwirkung der Württemberger Alberlin Tretsch und Blasius Berwart.
Hauptbauzeit 1559-1569. Die berühmten [pg 334] Festungswerke 1808 von
den Bayern geschleift. Das meiste künstlerische Interesse haben folgende
Teile: im äußeren Hof Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal
von 1607, im mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian zu
Roß; Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten Dekorationsstücke
der ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. Die großartige Wirkung der
letzteren beruht auf dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen
Erdgeschosses und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgelösten, an den Flächen
über und über mit Flachreliefornament bedeckten Obergeschosse;

Page 459

abweichend der NFlügel, der ehemals den großen Rittersaal enthielt; die 4
Ecktürme mit den zur Kommunikation unentbehrlichen Treppen bilden
wieder einfache Massen.

F L A U E . Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

Liebfrauen-K. mit rom. Resten. Ruine Ehrenburg.

P L A U E N . K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das einfache
WPortal und die kleine Sakramentsnische.

P L A U E N . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Johannis-K. Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTürme und die OWand des
Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot. Hallenkirche im Stil der K. von
Annaberg, Schneeberg usw., doch unbedeutender als diese, stark rest. nach
Brand 1548. — In die S u p e r i n t e n d e n t u r eingebaut die Reste des
Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung.

Gottesacker-K. (Luther-K.) 1693-1708. Nächst der zu Carlsfeld der älteste
Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck mit polygonem Chor und
vorspringendem Turm im W, innen Emporen und Holzdecke. — Kleiner
4flügeliger A l t a r aus der Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von
Valentin Silbermann, die feinen figürlichen Reliefs um 1500.

Rathaus letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold v. Westfalen
(Meißen) und wohl von demselben Meister wie die Schlösser in
Sachsenburg und Netzschkau (Hans Reinhart). Der breite Backsteingiebel
nach Brand 1548, gegliedert durch 5 nach der Höhe wachsende
Pilasterordnungen, Eckfüllungen in Wellenlinien.

P L Ö S S N I T Z . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. OTurm, darunter
Altarhaus und 1/2 kr. Apsis.

P Ö D E L I S L . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Page 460

Dorf-K. Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten
Schallöffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot. ziemlich reich
behandelten Chorerweiterung und dem schlicht [pg 335] bar. Schiff. —
S c h n i t z a l t a r bez. H F und Pflugschar (derselbe Meister in Klein-
Heringen, Görschen und S. Moritz in Naumburg).

P O D E LW I T Z . K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, aber im
19. Jh. gänzlich unberührt geblieben und dadurch von einem leider nicht
mehr oft anzutreffenden Stimmungswert des Ensembles.

P Ö H L . K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. Nach Zerstörung im 30jährigen Kriege 1654-61.

Schloß 1572 für Kaspar v. Röder, einfach renss., große tonnengedeckte
Halle. G e m ä l d e s a m m l u n g . Bmkw. ein reicher Rahmen von J. H.
Böhm.

P O L E N Z . K. Sachsen AH Pirna.

Schloß. E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von Flur und
Treppenhaus.

P O L L E B E N . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in Würfelform. Spgot.
Schnitzaltar.

P O M M E R S F E L D E N . OFranken BA Höchstadt

Pfarr-K. 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische G r a b s t e i n e 1543-
1685. Einer um 1560 von Peter Dell d. J.

Altes Schloß. Wasserburg des 16. Jh.

Neues Schloß Weißenstein. 1711 bis 1718 für Lothar Franz v. Schönborn,
Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. Entwurf von M. v. Welsch

Page 461

in Mainz, Ausführung von Joh. Dientzenhofer in Bamberg. Nach Größe und
Wert einer der vornehmsten Schloßbauten des Jahrhunderts, auch
interessant für die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rückwärts
Marquardsburg). Gr. in Tricliniumform; nach der anderen Seite umgrenzt
den großen Hof der Halbkreis der Stallungsgebäude. Der Mittelflügel des
Hauptbaues wird durch einen beiderseits stark vorspringenden, auch etwas
höheren Querbau durchbrochen, die Flügel enden in je 2 Pavillons. An der
Gartenfront 27 Achsen, an den Flügelfronten 15. Der Aufbau in 3
differenzierten Geschossen. Die tragenden Glieder wechselnd Säule,
Pilaster, Lisene, je nach der Bedeutung des zu schmückenden Bauteils.
Übergroßes Mansarddach. Im Innern sind die stärksten Motive das
Treppenhaus und der Festsaal, beide den mittleren Querbau ausfüllend. Das
T r e p p e n h a u s war, bevor die Neumannschen Schloßbauten es überboten,
das großartigste in Deutschland und wird von keinem französischen
erreicht. Ein dem Quadrat sich näherndes Rck. an allen 4 Seiten von
Galerien in 3 Geschossen umgeben; die im freien Mittelraum in 2 Läufen
sich [pg 336] entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten Obergeschoß;
zum zweiten führen verborgene Nebentreppen. Beim Austritt zum obersten
Treppenpodest erweitert sich der umlaufende Gang zu einem kleinen,
besonders reich dekorierten Vorsaal, aus dem man in den Festsaal gelangt.
Dieser geht durch beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer, als Grotte
charakterisierter Gartensaal. Im F e s t s a a l ein schwerer, zugleich
unruhiger Prunk; an den Wänden wechseln Pilaster und Vollsäulen; das
Kranzgesims von willkürlich gebildeten Bgg. durchbrochen; eine sehr
große, durch Stuck und Malerei in heftige Bewegung versetzte Kehle führt
zum freskierten Spiegel über. Unter den übrigen Räumen ist das
Vorhandensein einer Galerie für Gemälde bemerkenswert. Die kleineren
Gemächer haben viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und
Damasttapeten) verloren; doch bleiben manche anziehende Proben
kleinkünstlerischen Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fußböden. —
Der prächtige im Zirkel laufende Marstall 1717 von Welsch. Für andere
Nebengebäude B. Neumann zu Rate gezogen. — Sehr bedeutend waren die
Gartenanlagen; sie sind A. 19. Jh. »englisch« umgearbeitet. — Die große,
früher über Deutschland hinaus berühmte G e m ä l d e g a l e r i e hat M. 19.
Jh. ihre wertvollsten Stücke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer
beachtenswert.

Page 462

P O M S S E N . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. rom. Anlage. — Die Ausstattung, renss, und bar., gibt ein
malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stücke für sich bmkw. Großes
S a n d s t e i n e p i t a p h der Familie v. Ponickau 1560; 18 weitere
Denkmäler dieser Familie bis 1725.

P O N I C K A U . K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. Einfacher flachgedeckter Bau mit großem Turm von 1726. —
F l ü g e l a l t a r , geschnitzt und gemalt, A. 16. Jh.

P O N I T Z . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K., älteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. —
Gedenktafeln 1593 und 1613 in tüchtiger Renss.

Schloß, 1574, stattliche Außenerscheinung.

P O R S T E N D O R F. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Schloß. Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche Baugruppe
meist aus 18. Jh.

P O S A . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Ehem. Benedikt.-Klst.-K. Die Nachgrabungen von 1875 und 1899 ergaben
für den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle genau übereinstimmende
Fünfapsidenanlage (got. umgebaut). Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt
mit Talbürgel. WTürme durch Merians Stich bezeugt.

[pg 337]
Am WAbhang des Berges rom. P a l a s , von den Rundbogenfenstern nur
eines unvermauert, mit schöner Mittelsäule.

P O S S E N D O R F. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weiträumige
Verhältnisse, Formen spätestgot., bmkw. die mannigfaltig gezierten

Page 463

Schlußsteine.

P Ö S S N E C K . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Stadt-K. spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewölbe beraubt.

Rathaus. 1443, Erweiterungen 1449, 1531. Stattliche Anlage in
eigentümlicher und reizvoller Mischung spätester Gotik und früher Renss.
(A. 20. Jh. übel umgebaut). Hauptschmuck der Fassade die in glücklichem
Wurf unsymmetrisch an die Seite geschobene Freitreppe; über den
Treppenläufen offene Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel,
staffelförmig ansteigend, aufgelöst ist. Reich dekoriert auch die beiden
großen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln 4 Streifen von
Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner gardinenförmig geschlossener
Blendbögen. Im Innern hat sich eine zweischiffig gewölbte Halle, sonst
aber wenig von älteren Kunstformen erhalten.

Wohnhäuser. Haus Wohlfahrt am Markt mit schönem Portal von 1565
noch ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.; andere Portale Haus
Fischer am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55; Krautgasse ao. 1564.

Marktbrunnen 1522 mit der Statue des hl. Mauritius.

Bmkw. Friedhof mit K. und vielen Denkmälern des 17. und 18. Jh.

P O S T E R S T E I N . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. spgot. und 17. bis 18. Jh. — Bmkw. die reich geschnitzte
H e r r s c h a f t s e m p o r e 1689 und der A l t a r a u f b a u aus derselben Zeit.

Schloß. Die höchst malerische Gebäudegruppe, wesentlich 16. Jh.,
umlagert einen großen ma. Turm.

P Ö T E W I T Z . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut. — Bmkw. spgot.
Schreinaltar.

P O T T E N S T E I N . OFranken BA Pegnitz.

Page 464

Pfarr-K. Got. 2sch. Halle, »während der Chor sprom. (?) Formen erhielt«,
Ausstattung bar. — Schloß.

P R E D E L . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche Turm
Fr.Renss. — S c h r e i n a l t a r um 1500.

P R E S S E C K . OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. Chor got., Sch. bar.

[pg 338]
P R E T T I N . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Stadt-K. Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von 3
Gewölbejochen. — Großer S c h n i t z a l t a r um 1500, nordwestdeutsch,
oder niederländisch, 1614 von der Kurfürstin Hedwig, einer dänischen
Prinzessin, geschenkt.

Runder got. Torturm in Backstein.

P R E T Z F E L D . OFranken BA Ebermannstadt.

Kirche 18. Jh. unbedeutend.

Schloß 16. Jh. auf ma. Grundlage.

P R E T Z S C H . Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Stadt-K. 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. — A l t a r 1652 von J. G.
Kretschmer aus Dresden. G e m ä l d e , Kreuzigung, von D. Heuer aus
Leipzig. G r a b m a l der Königin Eberhardine. Arnimsche E p i t a p h e 18.
Jh. Außen am Turm Rittergrabstein 14. Jh.

Schloß 1634.

P R I C H S E N S TA D T. UFranken BA Gerolzhofen.

Page 465

Ein altfränkisches Stadtbild, an dem man, wenn sich die Gelegenheit
bietet, nicht vorübergehen sollte. Inmitten großer Weiher. Fast der ganze
Mauergürtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. Charaktervolle Torgruppe mit 2
runden Flankentürmen, in Franken ein seltener Typus. Mitten im Städtchen
großer Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem sprenss.
Dachwerk.

Kirche urspr. got., dann bar. überarbeitet und baulich ohne Interesse, doch
enthält sie eine originelle bemalte S t e i n k a n z e l des 17. Jh.

P R I E S S N I T Z . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack
niederländischer SpRenss. glänzend ausgestattet, besonders die
herrschaftlichen Betstuben. Die G e m ä l d e von Johann de Perre aus
Antwerpen, ansässig in Leipzig.

P R I E T I T Z . K.Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. 1881 fast ganz erneuert. — A l t a r , gute Tischlerarbeit von 1646.
D e n k m ä l e r des 18. Jh., über die in der Lausitz recht gute
Durchschnittsqualität noch hinausgehend.

Herrenhaus (v. Stammer) um 1770. Größere Porträtreihe, u. a. von Anton
Graff und Chr. Leberecht Vogel.

P R O B S T Z E L L A . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. wesentlich 1755. — A l t a r w e r k fränkisch um 1500.

P R O F E N . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. Rom. Turm. Schöner spgot. Chor 1495. — Ausstattung in guter
Renss., desgl. Decke und Emporen in kräftiger Polychromie.

[pg 339]
P R Ö L S D O R F. UFranken BA Haßfurt.

Page 466

Pfarr-K. 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des WTurmes mit
der Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen. — Im Pfarrhof bmkw.
K a s e l k r e u z 15. Jh.

P R O S S E L S H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Posthum got. Neubau 1614. — Derb wirkungsvolle Ausstattung
um 1700. — D o r f b r u n n e n unter einem von 6 tosk. Sll. getragenen
Haubendach.

P R O Z E LT E N siehe Stadtprozelten.

P U L S N I T Z . K. Sachsen AH Kamenz.

Pfarr-K. Über Resten einer got. Anlage ein Emporensaal aus M. 18. Jh. —
Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmäler der Barockzeit.

Schloß (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen
Epochen des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben.

Rathaus schlicht renss. Wohnhäuser 18. Jh.

P U R S C H E N S T E I N . K. Sachsen AH Freiberg.

Schloß aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende Anlage
von 5 Türmen von hohen bar. Helmen gekrönt; davon jetzt nur einer
erhalten; sonstige Kunstformen spärlich.

P U S C H E N D O R F. OFranken BA Höchstadt.

Pfarr-K. 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewölbt. Im Langhaus Holztonne.
Tüchtiger Quaderbau mit energisch profilierten Fenstern. Malerischer
Innenraum. 3 S c h n i t z a l t ä r e aus der Erbauungszeit. Gemalte
Wa p p e n s c h e i b e n nürnbergischer Familien.

Page 467

Q

Q U E I E N F E L D . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um 1546, die
Fenster in got. Formen. — Auf dem nahen Weinberg die Grundmauern der
ehemals berühmten Wa l l f a h r t s - K .

Q U E R F U R T. Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt.

Stadt-K. Urspr. spgot. Hallenkirche, in jüngerer Zeit durch
Emporeneinbauten u. a. m. stark verändert. Die rom. Sll., welche die
Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst. Marienzelle. Am WTurm
gefälliges Portal 1. H. 15. Jh. — Großer bar. A l t a r b a u .

Friedhofs-K. Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen E p i t a p h e n .

Rathaus. Schlicht sprenss.

Schloß. Weitläufiger Komplex von Festungswerken, Beamten- [pg 340]
und Wirtschaftshäusern. Die Oberburg Anlage des 12. und 13. Jh.
Imposanter runder Bergfried (der »dicke Heinrich«) von 21 m Durchmesser
und 4,5 Mauerstärke; dann ein quadr. Wohn-Turm. Im Übergang zur Renss.
ein vom Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. Die
mitten im weitläufigen Bering freistehende K a p e l l e etwa E. 12. Jh. Qsch.
und Chor normale Kreuzanlage mit Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer
Ausdehnung, im W Vorhalle und Herrschaftsempore. Im äußeren Aufbau
die schlichten rom. Formen noch gut zu verfolgen, das Innere 1716
barockisiert. Über der Vierung 8seitiger Turm mit Lisenen und Bogenfries.
— Grabkapelle E. 14. Jh. T u m b a des Gebhard v. Querfurt † 1383, an den
Seitenwänden das Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit
merkwürdiger Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an der Tumba Herzog
Georgs in Pforta.

Page 468

R

R A B E N E C K . OFranken BA Pegnitz.

Burg. Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine.

R A B E N S T E I N . OFranken BA Pegnitz.

Burg mit Wappenstein von 1495.

R A B O L D S H A U S E N . RB Cassel Kr. Homberg.

Dorf-K. Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein † 1604 und seiner Ehefrau
Ch. v. Berlepsch.

R Ä C K N I T Z . K. Sachsen AH Dresden-A.

Denkmal für General Moreau † 1813.

R A D E B E R G . K. Sachsen AH Dresden-N.

Stadt-K. Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. — K a n z e l und
Ta u f s t e i n 1730 von J. C. Feige.

Schloß. 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen Meister aus
dem Kreise des Hans Schickentanz, erneuert 1628 durch Ezechiel Eckhardt.
— Hauptbau auf 3eck. Gr., nur 2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster,
Kamin interessante Beispiele der Dresdener Frührenaissance.

R A D E F E L D . Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. Turm sprom., Sch. spgot.

R A D I B O R . K. Sachsen AH Bautzen.

Page 469

Kirche neu. Aus der alten mehrere hübsche Ausstattungsstücke 16. bis 18.
Jh. — H o l z p l a s t i k in auffallender Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh.,
ausgezeichnet, sicher Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite
desgl. und eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und [pg
341] gemalten Flügeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen
um 1480 u. a. m.

Schloß 1709, große Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in der Mitte
Lichthof und Treppenhaus.

R A D M E R I T Z . K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. Turm 1702. Ansehnliches G r a b m a l des J. v. Ziegler, Stifters v.
Joachimstein † 1734. Ausstattung um 1734. Prächtiges Gruftgebäude 1744.

R A L B I T Z . K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Niedriger Gewölberaum von 1752. Ausstattung charakteristisch
katholisch. — Im Dorf D r e i f a l t i g k e i t s s ä u l e .

R A M M E L B U R G . Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Schloß. Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575 die den unteren
Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, Decke und
Oberteil der Seitenwände bedeckt mit biblischen Darstellungen in »hoch
erhabenem Bildwerk«.

R A M M E N A U . K. Sachsen AH Bautzen.

Schloß nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die
Wirtschaftsgebäude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. Geräumiges,
vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen in der Art Oesers. Die
sonstige Inneneinrichtung zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten
Erbauers mit reichen Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um
1700 und die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer.

R A N D E R S A C K E R . UFranken BA Würzburg.

Page 470

Dorf-K. Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. Gut
erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in ungewöhnlich reicher
Gliederung, die unteren Teile E. 12., die oberen gegen M. 13. Jh. —
Ausstattung um 1700. Auf den Seitenaltären G e m ä l d e von Oswald
Onghers, 1683 und 1704. Seinsheimsche G r a b s t e i n e E. 14. Jh. —
F r i e d h o f s b e f e s t i g u n g nach 1609.

Großer Zehnthof des Würzburger Domkapitels, angelegt (Inschr.) 1332,
verändert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte H ä u s e r 16.-18. Jh. Am
Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhäuschen, Schule Neumanns. —
B i l d s t ö c k e in großer Zahl, meist 17. Jh.

R A N I S . Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Stadt-K. spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im N. Von der
ehemals reichen Ausstattung wenig übrig.

Schloß, got. und renss., mit hohen Giebeln, höchst malerisch.

R A S D O R F. RB Cassel Kr. Hünfeld.

Pfarr-K. (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.). Rom. 11. Jh., im
13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und [pg 342] spgot.
Nachbesserungen. — Basilika auf kreuzf. Gr. Je 5 niedrige Arkaden, deren
ungegliederte steile spitzbg. Bgg. auf 3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll.
ruhen. Basen jetzt im Fußboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh
nachgebildet, hohe Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende
Emporeneinbau (verbaut). Die flache Decke bei der got. Erneuerung des
Obergadens beibehalten. Die Vierungspfll. rund mit 4 Diensten für das
Kreuzrippengwb. Über der Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm,
zu dem eine steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinaufführt; der Chor
mit 5/8 Rippengwb. — Die ganze L. ca. 40 m, H. des Turms über 50 m.

R AT E N D O R F. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und Apsis, Turm
über dem Chor. — S c h n i t z a l t a r 1510.

Page 471

R AT S F E L D . Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.

Fürstl. Jagdschloß 1698. Außen sehr einfach. Die Kapelle in strengem
Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut.

R AT T E L S D O R F. OFranken BA Bamberg I.

Pfarr-K. 1465 ähnlich Hallstadt; 1823 zur Hälfte abgebrochen und
erneuert.

R A U E N S T E I N . Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Dorf-K. 1453. Hübsche Steinkanzel A. 16. Jh.

Burg erb. um 1350, zerstört 1640, Spuren edlerer architektonischer
Durchbildung.

R A U H E N E C K . UFranken BA Ebern.

Burgruine. Polyg. Bering mit Renss. Türmen; am ehem. Palas noch rom.
Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Gräben gut erhalten.

R A U S C H E N B E R G . RB Cassel Kr. Kirchhain.

Pfarr-K. 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das nördl. Ssch. nebst den nordwestl.
Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende Kreuzgwbb. auf
Kragsteinen, von roher Ausführung. A. 14. Jh. das Msch. erneuert, 3 rck.
Kreuzgwbb., Fenster nur an der südl. Seite, südl. Ssch. unterdrückt;
renoviert 1453. Chor 2 Joche und polyg. Schluß, spgot. Netzgwb. in
gewundenen Reihungen. Schmuckloser WTurm. — I k o n . G r a b s t e i n
1584. — H o l z s t a t u e t t e der h. Jungfrau, gute spgot. Handwerksarbeit.
— K r u z i f i x aus gleicher Zeit. — A l t a r f l ü g e l um 1400.

Burgruine. Der in 3 gewölbten Stockwerken erhaltene Wohnturm M. 13.
Jh. interessant in Anlage und Einzelheiten.

R E D W I T Z . OFranken BA Wunsiedel.

Page 472

Pfarr-K. E. 14. Jh., verändert M. 16. Jh. Hallenkirche mit eingezogenem
Chor in 2 Jochen, 5/8 Schluß, im Lhs. 3 Joche. [pg 343] Rundpfll. mit
einfachen Kaptt. Kreuzgwbb. — Hübsches S a k r a m e n t s h a u s 1498, ca.
4 m h. Außen Ö l b e r g 2. H. 15. Jh.

Kathol. K., gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia.

Rathaus umgebaut aus got. Schloß; Erker bez. 1591, andere Bauteile 1509,
1593, 1642.

R E G E N S B E R G . OFranken BA Forchheim.

Schloß ziemlich erhalten.

R E I B E R S D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgeführt. Kanzelaltar
1780. Nicht üble Rittergrabsteine 1552, 1619. Gräfl. Einsiedelsche Gruft
1746.

Schloß 1763 von Andreas Hünigen in Zittau. Uförmige Anlage, die kurzen
Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes, schon dem
Klassizismus zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration z. T. erhalten.
Prächtige Empiremöbel. Zahlreiche Familienbildnisse (Einsiedel und
Verwandte), Graf Joh. Georg v. E. von A. Graff, Graf Heinrich v. E. in der
Art J. F. A. Tischbeins. Meißener Porzellan mit einigen hervorragenden
Stücken. — Die ursp. französische P a r k a n l a g e in der englischen
Umwandlung noch zu erkennen. Reizender G a r t e n t e m p e l von Eschke
1796 (etwas verändert 1830).

R E I C H E L S B E R G . UFranken BA Ochsenfurt.

Burg. Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch. 1525
zerstört. Großartige Ruine. Die Regelmäßigkeit der Anlage deutet auf
späteres Ma. Die Zwingermauer hat 7 Rundtürme.

R E I C H E L S B U R G b . A U B . UFranken BA Ochsenfurt.

Burgruine.

Page 473

R E I C H E N A U . K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1690 von Heinrich Proscher. Weiträumiger Saal mit
Doppelempore und flacher Holzdecke. Reste von spgot. A l t a r p l a s t i k [z.
T. im Dresdener Altert.-Ver.]. A l t a r 1819, die H o l z f i g g . von Gareis in
Ostritz. Prächtige O r g e l 1769.

R E I C H E N B A C H . RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach veränderte rom. Basilika ohne Qsch., Chor
quadr., überall Holzdecken. Im Schiff 6 Arkaden, je zwei
Würfelknaufsäulen wechseln mit 1 Pfl.

Burgruine.

R E I C H E N B A C H . K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. 1720 mit rom. Mauerresten. — Schönes A l t a r g e r ä t E. 17. und
A. 18. Jh., augsburgisch. — O r g e l von Gottfr. Silbermann 1725.

[pg 344]
R E I C H E N B E R G . K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. Chor 1513, das 1sch. Lhs. älter. — 2 Taufsteine, der eine rom. 13.
Jh., der andere, reich geschmückte, 1620. — D e n k m ä l e r : 1621 Kind von
zwei Engeln getragen, 1625 die Mutter mit Blumenstrauß und Gebetbuch.

R E I C H E N B E R G . UFranken BA Würzburg.

Schloß, seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwüstung im Bauernkriege
whgest. im 17. Jh.

R E I C H E N F E L S . Reuß j. L. LA Schleiz.

Burgruine 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon Ruine
geworden. Museum des Vo i g t l . A l t e r t . - Ve r. mit Resten von spgot.
Altarplastik.

R E I C H M A N N S H A U S E N . UFranken BA Schweinfurt.

Page 474

Dorf-K. 1607-15.

Burgruine. Rechteckige Anlage. Türme, Mauern und Gräben teilweise
erhalten, besonders beträchtliche Teile des großen, südl. Bergfrieds. 14.-15.
Jh. Mit Bauernhäusern eingebaut.

R E I D E B U R G . Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. mit rom. Turm.

R E I F E N S T E I N . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. Cisterc.-Klst. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff 5 Joche, im Chor
2 Joche. Kreuzgwbb. Beträchtliche Reste des got. Kreuzgangs.
Klostergebäude bar. mit stattlichem Treppenhaus.

R E I N H A R D S B R U N N . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Herzogl. Schloß an Stelle eines einst hoch berühmten Klosters; gegr. im
11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten eine Reihe von
G r a b s t e i n e n thüringischer Landgrafen bis auf Ludwig den Springer
† 1123 zurückgehend, jedoch sämtlich A. 14. Jh. ausgeführt, als Ahnenreihe
nach derselben Idee, wie die wettinischen Grabmäler auf dem Petersberg
bei Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und Meißen.
Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Hände, beide nicht ersten Ranges,
zu unterscheiden: von der ersten sind Ludwig der Springer, Ludwig III.,
Ludwig IV.; von der zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig
der Eiserne. Außer dieser Reihe das Grab Friedrichs des Gebissenen † 1324,
einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach.

R E I N H A R D T S D O R F. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit schönem Portal,
bez. 1675.

R E I N H A R D T S G R I M M A . K.Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. Umbau 1742, am Äußern spgot. Formen erhalten; ungewöhnlich
langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. — Sandsteinaltar mit

Page 475

Abendmahlsrelief 1601. Orgel von Gottfr. [pg 345] Silbermann 1731 —
I k o n . D o p p e l g r a b s t e i n für H. v. Schönberg und Gemahlin 1615, in
lebensvoller Charakteristik.

Schloß 1767 in der Richtung Knöffels. Im Park Marmordenkmal für Anna
v. Bülow von L. Grossi 1790.

R E I N H A R Z . Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Kirche 1704 mit ungestört erhaltener Ausstattung.

Jagdschloß für August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben. Großer
Mittelbau mit niedrigen Seitenflügeln, schlanker achtstöckiger Turm mit
Zwiebelhaube. 3 vollständig in der Originalausstattung erhaltene Zimmer.
Altmeißener Porzellan.

R E I N H O LT E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges Mobiliar.

R E I N S D O R F. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. Klst.-K., gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch., im 17. Jh. als
evang. Pfarr-K. umgebaut. — Ty m p a n o n , Maria zwischen Engel und
Bischof, A. 13. Jh., zu vergleichen mit Freyburg. Die Decke im 18. Jh.
trefflich stuckiert, weniger gut die Gemälde.

R E I N S TA D T. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Kirche spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche Reste von got.
S c h n i t z a l t ä r e n . G r a b s t e i n e v. d. Pfordten, z. T. feine
Renss.Arbeiten.

Burg in dem einfachen Typus der »Kemnate«, in 4geschossigem spgot.
Aufbau gut erhalten.

R E I T Z E N G E S C H W E N D E . Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Page 476

Dorf-K. 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv ländlichem
Geschmack. — B a u e r n h ä u s e r im Blockverband.

R E I T Z E N S T E I N . OFranken BA Naila.

Schloß 1557 an Stelle älterer Burg.

R E M L I N G E N . UFranken BA Marktheidenfeld.

Sog. Würzburgerschloß, erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I. von Wertheim.
Typische Wasserburg, unvollständig erhalten.

Kastellsches Schloß. Komplex einfacher Bauten um 1560.

R E M S E . K. Sachsen AH Glauchau.

Dorf-K. Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich noch
rom. Steinempore (Reste) könnte durch das nahe ehem. Nonnenklst.
veranlaßt sein. — Kloster. Erhalten ein dreigeschossiger Quaderbau mit
rippenlosen Kreuzgwbb. Bestimmung ungewiß.

R E N G E L R O D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1738. Sorgfältig ausgebildeter Quaderbau.

R E N G E R S B R U N N . UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar H o l z f i g u r [pg 346] der
Madonna um 1460. — Gute K a n z e l in der Art der Bossiarbeiten, E. 18.
Jh. — H o c h z e i t s b e c h e r , Silber vergoldet, bessere Augsburger Arbeit
von 1670. — Großes prächtiges C i b o r i u m , würzburgisch, um 1720.

R E N T W E I N S D O R F. UFranken BA Ebern.

Pfarr-K. Große Anzahl von E p i t a p h i e n der Freih. v. Rotenhan, darunter
gute Renss. Arbeiten in Sandstein.

Schloß (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751 mit langem
Mitteltrakt und schrägen Flügeln; Formcharakter bambergisch. Im

Page 477

Schloßpark schöne O r a n g e r i e um 1750. Vor dem jetzigen Schloß stehen
noch Türme und Wehrbauten des a l t e n S c h l o s s e s um 1520.

R E P P E R N D O R F. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen aus 2. H. 13. Jh.
— A l t a r 1608 mit G e m ä l d e n von Hans Haunisch.

R E T Z B A C H . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1736-40 von B. Neumann. Typisch für die kleineren Landkirchen
des großen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. auf toskanischen Pilastern,
eingezogener polyg. Chor, schlanker WTurm, Äußeres verputzt mit roten
Sandsteinpilastern. — A l t a r b l a t t von Zaner 1741. — Prächtiges
R o k . C i b o r i u m um 1770 bez. D (Joh. Dörffer in Würzburg). Schöner
K e l c h 15. Jh.

Wallfahrts-K. Chor 14. Jh., Lhs. 1625. — G n a d e n b i l d der Madonna 14.
Jh. — Im Pfarrhof reiches rom. Säulchen.

Rathaus. Hübscher Fachwerkbau um 1574.

R E T Z S TA D T. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO) hat im 3.
Geschoß gekuppelte rundbg. Schallöffnungen mit zierlich behandelten
Säulchen aus sp. 12. Jh. Am Aufgang zur K. ein originelles rom. Portal als
Rahmen eines Kruzifixes wiederverwendet; an der abgeschrägten Kante des
Bg. phantastische Tierfigg. — D e c k e n b i l d e r von S. Urlaub 1728.
H a u p t a l t a r vom Schreinermeister Joh. Uhl (der Riß von B. Neumann
approbiert). M o n s t r a n z von Stipeldey in Augsburg 1793.
P r o z e s s i o n s t a f e l (»Blutschild«) aus Silber, um 1700.

Gute Fachwerkhäuser, meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen.
— Mehrere B i l d s t ö c k e 18. Jh.

R E U C H E L H E I M . UFranken BA Karlstadt.

Page 478

Dorf-K. Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die A l t ä r e in derbem
Rok., dekorativ von famoser Wirkung. D e c k e n g e m ä l d e bez. J. P.
Herrlein 1753.

[pg 347]
R E U R I E T H . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem. Chor der rom. K.
Das übrige öfters erneuert. Bmkw. die mit zierlichem Renss.Ornament
bemalte B r e t t e r d e c k e bez. 1596.

Burg, ziemlich gut erhalten, der WFlügel 14. Jh.

R E Y E R S B A C H . UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Sehr feine R o k o k o a l t ä r e (aus Kloster Bildhausen stammend).

R I E D E . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Schloß. 16. Jh. Noch bewohnt.

R I E N E C K . UFranken BA Gemünden.

Kreuzkapelle um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem
R e l i e f der Kreuzigung, bez. 1628.

Burg. Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die Wohnbauten
und der Bering erneuert. Erhalten aus der rom. Zeit der NBergfried, der
WBergfried und die rom. Kapelle an der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13.
Jh. Der NBergfried ein Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen
Buckelquadern. In der Mauerdicke, die die kolossale Stärke von 7 m
erreicht, oben im 3. Geschoß eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m,
Durchmesser 5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen schwachen
Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene 3/4 Säulen, auf
denen die Diagonalgurten ruhen; diese von einfach rechteckigem Grundriß;
die Säulen haben attische Basis mit den zum Überfang umgebildeten
Eckblättern der Spätzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried,
ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres

Page 479

Seitenstück zum nördlichen. Die rom. Kapelle der OSeite einschiffig,
flachgedeckt mit OApsis. Über dem WPortal, später eingefügt, 2 gute
G r a b s t e i n e des 13. Jh., wahrscheinlich eines Herrn von Rieneck und
seiner Frau.

R I E S A . K. Sachsen AH Großenhain.

Ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Einfache spgot. Kirche, 1848
durchgreifend erneuert. Am OFlügel des Klst. (Brauerei) die kleinen renss
Fenster der Nonnenzellen. Im NFlügel Refektorium mit schönem
Kreuzgwb. Der SFlügel E. 16. Jh., jetzt Rathaus. Von der alten Befestigung
ein mächtiger quadr. Turm.

R I E T H . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1682, rom. OTurm.

R I M B A C H . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. spgot. — S c h n i t z a l t a r von besserer Qualität, v. Hansteinsche
G r a b s t e i n e roh.

[pg 348]
R I M PA R . UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. 19. Jh. S a n d s t e i n a l t a r , reiche Arbeit des fr. Barock, Wappen
des Fürstbischofs v. Ehrenberg (1623-31). Zahlreiche (8)
B i l d n i s g r a b s t e i n e der Grumbach; hervorzuheben Eberhard † 1487,
mit Unrecht Riemenschneider zugeschrieben, Valentin † 1520, Konrad
† 1527, Kunigunde † 1507.

Schloß. Nicht groß, aber als Architekturbild imponierend, wesentlich
Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar zu seinem Sommersitz
machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, an der Außenecke
mächtiger Rundturm. Das Äußere hat wenig Schmuckformen. Im Innern
bmkw. 3 Repräsentationsräume; im Hauptsaal ruht die kassettenartig
behandelte Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wänden breiter Figurenfries
in Stuck mit Szenen aus der römischen Geschichte. Stilrichtung italistisch,

Page 480

im Ornament Floriselemente. — L u s t h a u s des Schloßgartens, seiner
Dekoration beraubt (Mädchenschule).

Rathaus 1614. — Menge von h ä u s l i c h e n H e i l i g e n b i l d e r n und
Bildstöcken.

R I T T E R S H E I M . UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. A l t a r b a u von
Winterstein, mit den Seitenaltären zu einer wirkungsvollen Gruppe
zusammengeschlossen. — Hinter dem Chor Turm aus M. 13. Jh.

R O C H L I T Z . K. Sachsen AH Rochlitz.

Petri-K. Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., voll. 1499.
Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe und 3 Joche, das
Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein Turm. Ta u f s t e i n 1548 noch
mit got. Ornament.

Kunigunden-K. von Arnold v. Westfalen (dem Meister des Meißener
Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ähnlich der Petri-K., nur der Schluß aus
5 Seiten des 1OEcks. Die westl. Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der
später angelegten Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um
diese unschöne Lösung zu verdecken, errichtete man nach Brand 1688 den
hohen 8eck. Mittelturm, während die Seitentürme niedrige Hauben
erhielten (vgl. Nikolai-K. in Leipzig). Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf
die Südseite verlegt. Tür und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf
Konsolen, dazu Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal
übereinander an den Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und Flächen
kleine Figürchen hervor, oder bloß Köpfe oder Hände. Nach alter
Zeichnung war auch eine Folge von seitlichen Giebeln mit quergestellten
Firsten vorhanden. Der ganze [pg 349] Reichtum der Erscheinung hat doch
etwas Unorganisches und Starres. — Großes A l t a r w e r k um 1500, 4
bewegliche und 2 feste Flügel, mit der Bekrönung 8,57 m hoch. [Ein
anderer Flügelaltar von 1521 jetzt in der Hospital-K.] — Im Chor Reste von
G l a s m a l e r e i um 1500.

Page 481

Schloß sehr reduziert; einzelne Teile Werk Arnolds v. Westfalen, M u s e u m
mit örtlichen Kunstaltertümern.

R O C H S B U R G . K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der Wechselburger
Vorhalle, also ca. 1220-30. — Großes F r e i g r a b des Wolf v. Schönburg
† 1581 und seiner Gemahlin † 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die
zwölf Apostel, oben die lebensgroßen knienden Gestalten der Verstorbenen.

Schloß. Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im geräumigen 4eck. Hof,
ältester Teil der runde Bergfried. Künstlerisch interessanter der Ausbau
1470 f. unter Hugold v. Schleinitz durch Arnold v. Westfalen. Rest. nach
Bränden 1547 und 1582. In der Kap. bedeutendes A l t a r w e r k 1576, die
10 steinernen Reliefs von Andreas Lorentz aus Freiberg. In einem
Nebenraum S c h n i t z a l t a r von 1522.

R Ö C K E N . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. mit rom. Turm und spätestgot. Chor.

R O D A . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K., rom. Mauern, eingewölbt im 15. Jh. von einem Meister der
Rochlitzer Hütte, vielleicht demselben, der in Kohren tätig war.

R O D A . Sachsen-Altenburg.

Kreuz-K. Alte Gründung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen.
Durch häufige Umbauten charakterlos und unansehnlich geworden.

Stadt-K. E. 16. Jh. in der ungewöhnlichen Form eines großen (21 m
Durchmesser) Achtecks. Drei Ränge Emporen eingebaut 1650, Freitreppen
von außen; flache Decke; der polyg. Chor spgot.

Cisterc.-Nonnen-Klst.-K. Gestrecktes Rechteck von 37,5 : 14,7 m. Die
OWand hat 3 große pyramidal gruppierte spitzbg. Fenster im Stilcharakter
von A. 1300. Im W 3 quergestellte Arkaden, welche eine Empore trugen.
Die Langseiten könnten dem Stiftungsbau um 1240 angehören; Fenster

Page 482

klein, zu 2 gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem
M a d o n n e n r e l i e f . Auf der NSeite nebenschiffartige Erweiterung mit
Erbbegräbnis der Herren von Lobedaburg.

R O D A C H . Sachsen-Coburg Amtsstadt.

Stadt-K. Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, längliche, [pg 350] polyg.
geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach verändert; seitlicher Turm 1471.
— Reste der Stadtbefestigung von 1550.

R Ö D E L S E E . UFranken BA Kitzingen.

Kath. Pfarr-K. 1779.

Prot. Pfarr-K. 1770.

Stattliche Profanbauten: das C r a i l s h e i m s c h e S c h l o ß , der
E b r a c h e r Z e h n t h o f (beide ca. 1600) und das gräfl. C a s t e l l s c h e
Z e h n t h a u s (Gasth. zum Löwen) von 1648.

R Ö D E R A U . K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. 1786-1817.

R Ö D E R S D O R F. Reuß j. L. LA Schleiz.

Dorf-K. Spgot. Mehrere S c h n i t z a l t ä r e .

R O D E R S D O R F. K. Sachsen AH Plauen.

Kirche, ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher WEmpore.
Die kunstvolle A l t a r b e k l e i d u n g ursp. für die Feldgottesdienste Gustav
Adolfs von Schweden. — Gute schmiedeeiserne G r a b k r e u z e .

R O D E W I S C H . K. Sachsen AH Auerbach,

Petri-K. Geräumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36. Löblicher
Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem Kirchboden.

Page 483

R O D I G A S T. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Anlage rom.

R O H R . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. (von Fulda abhängig). Erb. nach M. 13. Jh., jetzt
Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer in 2 gleiche Hälften geteilt;
die westl. enthielt die Nonnenempore über hölzerner Zwischendecke.
Schmale spitzbg. Fenster. An die SSeite lehnte sich ein quadr. Turm.

Dorf-K. Vermutlich die 825 als zu Fulda gehörig genannte S. Michaelis-K.
(Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf einem Hügel haben an eine
ehemalige heidnische Kultstätte denken lassen.) Ältester Teil die Krypta;
Gr. überhöhter 1/2 Kr. mit Radius von 4 m, außen rck. ummantelt (wohl als
Unterbau eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in
primitiver Weise in Mörtelguß mit Bruchsteinen ausgeführte Gwb. ruht auf
4 formlosen Pfll.; die Steine über der nördl. Stollentür zeigen Riefelung.
Alles dieses weist auf hohes Alter, wahrscheinlich vor 950. — Die K. rck.
28,7 : 8,7 m. Form und Größe sprechen dafür, daß dieser Bau die ältere
Klst.-K. war. Spätere Veränderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster übrig
gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. — Befestigter Kirchhof,
Wall, Graben, Tor; letzteres rom., später mit neuem Wehrturm überbaut;
davor eine Art Zwinger mit Vortor.

[pg 351]
Baderei, reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenüber großes Hoftor mit
Sitzkonsolen 1619.

R O H R B A C H . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1778 von Geigel. Sehr gute klassizist. Einrichtung, die
A l t a r f i g g . in der Richtung P. Wagners. Bmkw. M o n s t r a n z und
K e l c h e von Stipeldey in Augsburg 1797.

Kreuz-Kap. 1712. Reste guter A l t a r p l a s t i k um 1500, Richtung
Riemenschneiders, wohl von derselben Hand wie die Figg. in
Großlangheim. Gute P i e t a s um 1490, verwandt der in Eußenheim.

Page 484

R O H R B O R N . Pr. Sachsen Kr. Weißensee.

Dorf-K. Chorturm aus rom. Anlage.

R Ö H R I G . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. Bar. mit dem in dieser Gegend regelmäßig angewendeten 3/8 Chor.
— Ein gutes Stück die renss. K a n z e l mit unten eingebautem Beichtstuhl.

R Ö H R S D O R F. K. Sachsen AH Kamenz.

Herrenhaus. Große schlichte Winkelhakenanlage um 1720. Die hübsche
Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Porträts.

R Ö H R S D O R F. K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K. Architekturlos. — Die K a n z e l aus Porphyrtuff, bez. 1565, im
Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figürliche Plastik allerdings minderen
Wertes. Große G l o c k e A. 15. Jh. Die zwei großen Ö l g e m ä l d e auf Holz
aus A. 17. Jh. bildeten den Verschluß einer Orgel in Chemnitz.

R Ö H R S D O R F. K. Sachsen AH Pirna.

Schloß A. 17. Jh. Prachtvolle Kachelöfen ähnlich denen in Wiesenstein.
Porträts von A. Graff. Gartenstatuen bez. Gottfr. Knöffler.

R Ö M H I L D . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Stadt-K. 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwürdig die Anlage eines
doppelten Chors im O und W, beide in Breite des Msch. vorspringend und
polyg. geschlossen, Turm im NO über der Sakristei. — Üppig
geschmückter Fuß eines zerstörten spgot. S a k r a m e n t s h ä u s c h e n s ;
A l t a r b a u 1686 tüchtig; Vo t i v g e m ä l d e 1482. Ein wertvoller Besitz
die seit 1865 im Chor aufgestellten 7 G r a b s t e i n e : Georg I. von
Henneberg 1465; Johannetta 1481; Hermann VII. 1465; Albrecht v.
Waldstein 1470; Elisabeth v. Wirtemberg 1501; Friedrich II. 1488; Anna v.
Mansfeld 1542. Die wichtigsten Stücke (Südkap.) das E r z b i l d O t t o s
IV. † 1502, doch früher ausgeführt, aus der Vischerschen Werkstatt (Peter?),
und das H o c h g r a b H e r m a n n s VIII. und der E l i s a b e t h v o n

Page 485

B r a n d e n b u r g , nach (wahrscheinlich eine längere Reihe von Jahren)
1507, dem Todesjahr der [pg 352] Elisabeth; nahe verwandt dem
Hohenzollerndenkmal in Hechingen; die persönliche Urheberschaft Peter
Vischers wird fast allgemein angenommen, aber es fehlt dafür nicht nur die
äußere Beglaubigung; die architektonische Dekoration der Tumba in matter
Spätgotik verrät in keiner Weise den Meister des Sebaldusgrabes; von sehr
reiner, wenn schon nicht von sehr lebendiger Formenschönheit die stehend
gedachten, einander in Profilstellung zugekehrten Porträtfiguren der
Deckplatte; nicht gleichwertig die Eckstatuetten. — Zahlreiche Gemälde,
z.T. inhaltlich interessant, künstlerisch unerheblich; manches bmkw. unter
den Geräten und Paramenten.

Gottesacker-K. 1708-12 von Chr. Richter.

Schloß Glücksburg. Oft umgestaltet. Den ältesten Kern (Hinterschloß und
Mittelschloß) bildet der Bau Friedrichs II. 1465 ff. Eine zweite Bauzeit
1540 ff. Eine dritte unter Leitung von Chr. Richter 1676-78. Eine vierte
1724.

Prinzenpalais ca. 1770.

R O M M E R S H A U S E N . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Edelhof. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus auch das
Innere gut erhalten. Außen Bildhauerarbeiten des Philipp Soldan von
Frankenberg.

R O M S C H Ü T Z . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. 1725-33.

Schloß 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert.

R O N S H A U S E N . RB Cassel Kr. Rotenburg.

Dorf-K. mit rom. OTurm über dem gewölbten Altarhaus.

R O P P E R H A U S E N . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Page 486

Burgruine. Rom. Wohnturm.

R Ö P P I S C H . Reuß ä. L. LA Greiz.

Dorf-K. Rom. Anlage wie Pahnstangen.

R O S E N A U bei Coburg.

Schloß. 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh.

R O S E N TA L . RB Cassel Kr. Frankenberg.

Stadt-K. 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmälere polyg. Chor 14. Jh.

R O S E N TA L . K. Sachsen AH Kamenz.

Wallfahrts-K. 1778. Großräumiger gewölbter Hallenbau, Ausstattung
gleichzeitig. Eine schöne Bar.Arbeit die silberne E x p o s i t u r bez. 1691.
K e l c h e got. und bar.

R O S S A C H . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. Spgot. Chor.

R O S S D O R F. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. Großer, 1730 verlängerter Saalbau; in der östl. Hälfte Emporen
und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697. [pg 353] Der in gutem
Umriß aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer mit Schießscharten.

R Ö S S E N . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. Frgot. mit OTurm.

R O S S F E L D . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit Jahrhunderten
gebräuchliche Form, quadr. mit darüber stehendem Turm, beibehalten; das
rck. Lhs. 1750 fast neu aufgebaut.

Page 487

R O S S L E B E N . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern. Lhs. 1690,
sehr nüchtern.

Klst.-K. fast spurlos zerstört. Ältere Ansichten ergeben eine sprom. Anlage
ähnlich Memleben. In der Klosterschule 4 Reliefs, Äbtissinnenbilder in
Renss. Umrahmung, nach den stilistischen Merkmalen von Arntz Semler
von Freyburg. Das neue Schulgebäude 1740-42 in bescheidenen Formen.

R O S S R I E T H . UFranken BA Mellrichstadt.

Wasserschloß mit Fachwerkgiebeln und Türmen mit
Fachwerkobergeschoß. Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh.

R O S S W E I N . K. Sachsen AH Döbeln.

Stadt-K. 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb, Ausbau
erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke und Emporen. —
Rathaus 1505, rest. nach Brand 1806.

Tuchmacherhaus, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes von Zelle;
schmuckreiches Portal 1537.

R O T E N B U C H . UFranken BA Lohr.

Ehem. Jagdschloß der Erzbischöfe von Mainz. 4flügelige Wasseranlage des
17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine Brücke mit einer Kap. des 15. Jh.
verbunden.

R O T E N B U R G I . T H . Schwarzburg-Rudolstadt.

Burgruine. Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im Hauptteil aus sp.
Ma. Künstlerisch interessant und relativ gut erhalten der frgot. Wohnbau
mit großem Saal im Obergeschoß.

R O T E N B U R G . RB Cassel Kreisstadt.

Page 488

Stifts-K. S. Elisabeth, beg. 1370, weitergeführt 1484-1501, verstümmelt
1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche mit ursp. 5 Jochen im
Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen 2 Türme (WTürme nie vorhanden).
Eine der größten K. Kurhessens. — D e n k m a l des Landgrafen Hermann
† 1658 und seiner Gemahlin † 1683.

Pfarr-K. S. Jakob, bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor, Gwb. nur
in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs., [pg 354] spgot., aber mit
Rundbogenfries und Ecklisenen. Schöner marmorner Tisch aus der Schloß-
K.

Georgs-Kap. (Hospital) an Stelle der alten Burg.

Schloß. Im SFlügel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.). Reichgeschnitzter
Hochaltar.

Gute Fachwerkhäuser 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive häufig.

R O T E N F E L S . UFranken BA Lohr.

Pfarr-K. 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik des
Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem Sterngwb. Lhs.
dreiachsig, mit flacher Holzdecke, gotisierende Maßwerkfenster. Aus der
Erbauungszeit die freundliche, dekorative Ausmalung von W. Ritterlein
(vgl. Karlstadt, Büchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar M a d o n n a ,
Holz, E. 14. Jh. — K a n z e l und S a k r a m e n t s h ä u s c h e n Sandstein,
1613. M o n s t r a n z 1615, Stiftung des Fürstbischofs Julius, Augsburger
Arbeit, in der gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die
Bauten dieser Zeit tragen.

Schloß. Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. Bergfried,
Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem Aufwand ausgeführten
Wohngebäude des 16. Jh. Vorburg mit ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden
16.-17. Jh.

Rathaus 1595 in reicheren Renss.Formen.

R O T E N H A N . UFranken BA Ebern.

Page 489

Burgruine. Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die 4 m starken
Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen.

R O T E N K I R C H E N . RB Cassel Kr. Hünfeld.

Dorf-K. Rck. mit WTurm. Gilt für frührom.

R O T E N S T E I N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh.

Rathaus mit spgot. Stabwerkportal.

Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten.

R O T H . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. E. 16. und 18. Jh.
— K a n z e l 1738, hübsch, nicht ganz von der gewöhnlichen Art.

R Ö T H A . K. Sachsen AH Borna.

Georgen-K. urspr. rom., auf 2 WTürme berechnet, von denen nur der nördl.
ausgeführt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. geteilt; der eingezogene
gewölbte Chor nach 1510. — A l t a r w e r k um 1620; das Hauptgemälde
vielleicht von Johann de Perre (vgl. Prießnitz). v. Friesensche E p i t a p h e
und B i l d n i s s e .

Marien-K. (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der [pg 355]
Rochlitzer Hütte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit 3/8 Schluß.
Durchweg Netzgwbb. — A l t a r w e r k um 1520, bmkw. durch frühen
Anklang an die Renss.

Schloß (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von Chr. Bodenstein in
Weißenfels. Reiche Innenausstattung. Porträtgalerie mit Stücken von Pierre
Gaudreau (Marschall v. Sachsen), Rigaud (?), Silvestre, Graff.

R O T T E L S D O R F. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Page 490

Dorf-K. mit rom. Turm.

R O T T E N B A U E R . UFranken BA Würzburg.

Ev. Pfarr-K. von 1490, unbedeutend. — Zahlreiche G r a b s t e i n e der
Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh.

2 Wolfskeelsche Schlösser, bar., im jetzigen Zustand unerheblich.

R O T T E N D O R F. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierender Umbau 1613. D e c k e n g e m ä l d e 2. H. 18. Jh.,
nicht schlecht. Vortreffliche klassizist. A u s s t a t t u n g .

R Ö T T I N G E N . UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. Geräumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Veränderungen A. 17.
Jh. Interessant der einheitliche Chorbau in früher Kompromißgotik (Ablaß
1287). Über dem quadr. Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom.
gegliederte OTurm. Anschließend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten
des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, primitive
Wasserspeier. — Ausstattung 17. und 18. Jh. — Zahlreiche G r a b s t e i n e .
Ältester und interessantester der Petronella Truchsessin von Baldersheim
† 1414. Großer Ö l b e r g 18. Jh.

Spital-K. 1614. Auf einem der klassizist. Altäre liebenswürdige
feingefühlte Holzmadonna um 1470.

Ringmauern großenteils erhalten. — Im Rentamtsgebäude Reste der
Hohenlohischen Burg des 13. Jh. — Rathaus nach 1750. Alte
T r i n k g e f ä s s e . — Der sog. hohe Bau im unteren Teil 13. Jh., mit sprom.
Fenstern, oben spgot. Fachwerk.

R O T W E R N D O R F. K. Sachsen AH Pirna.

Schloß seit 1556. Eigenartige Grundrißanordnung; aus einem Rck. von 26 :
10 m springen übereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln vor;
Fassadengliederung durch Pilaster.

Page 491

R Ü C K I N G E N . RB Cassel Kr. Hanau.

Dorf-K. 1596, am Schnörkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern zahlreiche
Grabsteine und Wappen der Herren v. Rückingen und von Rüdigheim. — 2
Schlösser dieser Adelsfamilien.

[pg 356]
R U D E L S B U R G . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Burg. Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile gut erhalten, der
quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom. Die Vorburg, jetzt nur durch einen
Mauerrest angedeutet, war von außerordentlicher Ausdehnung als Wohnsitz
zahlreicher Burgmannen.

R Ü D E N H A U S E N . UFranken BA Gerolzhofen.

Schloß der Fürsten Castell. Um 1285 zuerst erwähnt. Äußerst malerische
Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und 2 Flankentürmen; innen einige
charakt. Zimmer des frühen 16. Jh. Erweiterungen 1910.

Westl. davon das neue Schloß; M. 18. Jh., im 19. Jahrh. verändert.

Kirche. E p i t a p h e der Grafen Castell, die ältesten (E. 13. Jh.) heraldisch.

R Ü D I G H E I M . RB Cassel Kr. Hanau.

Kirche. Frgot. 1sch., 4 kurzgewölbte Joche mit 5/8 Apsis. Teilweise
erhaltene Außenbemalung. Gehörte zu einer Johanniter-Commende, von
welcher ein jetzt als Fruchtscheuer der Domäne dienender Bau erhalten ist.
An der SSeite gekuppelte spitzbg. Fenster aus 13. Jh. G r a b s t e i n des
Komturs Phil. v. Reifenberg 1495.

R U D O L S TA D T. Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt.

Stadt-K. 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten. 3sch. Halle
mit vortretendem 5/8 Chor. Hölzerne Emporen in 2 Rängen. Pfll. 8eckig.
Fischblasenfenster. Das Seitenportal in guter Renss. von älterem Bau
beibehalten. — Hölzerne K a n z e l von einer Mosesfigur getragen 1636;
derb bar. A l t a r a u f s a t z mit wiederverwendeten spgot. Gemälden.

Page 492

Ludwigsburg. 1734.

Schloß Heidecksburg, nach Bränden 1571 und 1735, formenarmer
Massenbau. Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden gerichteten Kurven,
Dekoration reich und nicht schlecht, Deckengemälde von Deisinger.

Rathaus 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut.

Wohnhäuser. Einige aus 16. Jh.; hübsch die Hofgalerie in der Oberen
Marktstraße no 8.

R U G E N D O R F. OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, Altar 1663. Gut
ornamentiertes Chorgestühl, Emporen mit biblischen Szenen bemalt. 2 gute
E p i t a p h e 1564, 1658.

R U H L A . Sachsen-Gotha LA. Waltershausen.

Dorf-K. 1682. Anlage im Winkelhaken mit hölzernem Tonnengewölbe.
Derb prächtige B a r o c k k a n z e l .

[pg 357]
R U N D S T E D T. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche
Vi e r z e h n n o t h e l f e r a l t a r um 1500, nicht ohne Interesse.

R U P P E N D O R F. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. Umbau 1674.
S c h n i t z a l t a r um 1500.

R U P P E R S D O R F. K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, letztere sicher
rom. — Zahlreiche v. Nostitzsche G r a b d e n k m ä l e r 16.-18. Jh.

R U P P E R T S G R Ü N . K. Sachsen AH Zwickau.

Page 493

Dorf-K. Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewölbebau. Das Emporensystem
von Annaberg, Schneeberg usw. auf eine 1sch. Anlage übertragen. Die
wenig über ein Meter tiefen Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schluß
herum. In ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerückt, ein
Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. Fenster
rundbg. In einigen Details Ansätze von Renss. frühestes Beispiel dafür im
Kreise der ländlichen Architektur. — Runde K a n z e l mit derben Reliefs.

R U S S D O R F. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Ansehnliche Dorf-K. 1729-33.

R U S T E N B E R G . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Schloß bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. Ta u f s t e i n .

Burg. Gründung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; die frgot. Kap.
z. T. erhalten. Großes Amtshaus 18. Jh. — Ganz in der Nähe Spuren der
Kunzenburg.

R U S T E N F E L D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. — A l t a r und K a n z e l
gehören zu den reichsten im Eichsfeld, im Stil für die Entstehungszeit
altmodisch.

Page 494

S

S A A L B O R N . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. rom.-got. Übergang. — A l t a r k r u z i f i x »ganz ausgezeichnete
Arbeit des 12. Jh.« aus vergoldetem Kupfer.

S A A L B U R G . Reuß j. L. LA Schleiz.

Stadt-K. Mischbau ohne Interesse. — Im Fürstenstand ein renss. Ofen.
Tüchtiger Altarbau 1665.

Bmkw. Reste der S t a d t b e f e s t i g u n g .

Klst. Heiligenkreuz gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der Nonnen; die K.
zerstört.

[pg 358]
S A A L E C K . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Burgruine. Der enge Raum nötigte zu vereinfachter Anlage: zwei durch
Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M. 12. Jh.

S A A L E C K . UFranken BA Hammelburg.

Burgruine.

S A A L F E L D . Sachsen-Meiningen Kreisstadt.

Johannis-K. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden OTürme am
Anfang des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. voll. 1456. — 3sch. Halle

Page 495

von 28 : 22 m, geteilt in 4 Joche, wovon das erste den Turm trägt.
Gestreckter Chor mit 8Eck-Schluß. Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor
Netzgwb. (1514). In den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk. Der
Hauptschmuck der Kirche die 2 Portale aus A. 15. Jh. (W und S); die
Statuen ihrer Umgebung zerstört, erhalten die Ty m p a n o n r e l i e f s (W
Jüngstes Gericht, S Anbetung der Könige und Kreuzigung). An der letzten
Fensterbrüstung der Sakristei NSeite R e l i e f mit Schweißtuch der hl.
Veronika (nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.). Der bar. Ausbau 1895 durch neugot.
ersetzt. — Reste von spgot. A l t ä r e n , einer von dem »Meister der
architektonischen Baldachine«; bar. K a n z e l ; R e l i e f von 1516 (ehemals
an der Brückenkapelle) mit der hl. Kümmernis (S. Wilgefortis) und dem
Spielmann; T u m b e n d e c k e l eines Gf. v. Orlamünde, 14. Jh., und
zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; G l a s m a l e r e i e n in den
Langhausfenstern, hervorragend, im Entwurf Dürerische Anleihen. Im
nördl. Sschiff hl. G r a b , 15. Jh.

Siechenkapelle, Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert, im 17. Jh.
dürftig rest. — S c h n i t z a l t a r M. 15. Jh.

Barfüßer-Klst., 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. umgebaut. Im 19.
Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoß jetzt städt. Museum. Im obersten
Geschoß D e c k e n g e m ä l d e des 17. Jh. — Spgot. Kreuzgang z. T.
erhalten.

Nikolai-K. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom. Bau, der die
Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein könnte, nur die glatten Mauern und
zugemauerte Rundbogenfenster (1912 alles barbarisch verputzt). Auch die
späteren Veränderungen (1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht
mehr erkennbar.

Amtsgebäude, 1610.

Rathaus 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in deren Mitte
8eckiger Treppenturm, zur Hälfte vorspringend und in kleinen Giebeln
endigend; mit ihm gruppieren sich [pg 359] rechts und links 2
Zwerchhäuser (in etwas jüngeren Formen); 2 Erker modifizieren etwas die
sonst festgehaltene Symmetrie der Gesamtkomposition. Die Formen spgot.

Page 496

im Übergang zur Renss.; an den Wandflächen Spuren von ornamentaler
Malerei.

Herzogl. Schloß. An Stelle des völlig niedergelegten Benedikt.Klst.
Schlichter großzügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. Großes
Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemälden. Einige
Zimmer in reicher Ausstattung des 17. Jh. erhalten. Kapelle 1719.
Schloßgarten.

Hofapotheke um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im 15. Jh. Rathaus;
nach Brand 1880 stilgemäß hergestellt, mit Beseitigung aller Bestandteile
eines spgot. Umbaues. Alt: das Erdgeschoß, das erste Zwischengesims, die
Eckdienste, das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein Teil der
Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige Details.

Stadtapotheke. Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die Giebel der 2
Zwerchhäuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss.

Haus Gerdts, 1609. Dem vorigen ähnlich und wohl von demselben
Meister. — Sonstige Wohnhäuser des 15. und 16. Jh. in größerer Zahl.

Schloß Kitzerstein; in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; sieben
kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe höchst malerisch.

Burgruine Hoher Schwarm, erb. nach 1200 an der Stelle einer weit
älteren Kaiserpfalz. Großer quadr. Wohnturm mit kleinen Rundtürmen an
den Ecken.

Von der Stadtbefestigung 4 Tore erhalten.

Friedhof mit Resten einer Renss.Halle.

S A AT H A I N . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. Die stattlichste und älteste (ca. 1600?) unter den vielen
Fachwerkkirchen des Kreises.

Herrenhaus, schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden.

Page 497

S A B A B U R G . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Schloß. Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. 1589 zum
Jagdschloß eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.

S A C H S E N B U R G . K. Sachsen AH Flöha.

Schloß. 1488 von Hans Reynhart; bedeutende Anlage, seit der Verheerung
im 30j. Kriege entstellt.

S A C H S E N B U R G . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Burgruine.

[pg 360]
S A C H S E N D O R F. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender quadr. Chor; die
3 Ränge Emporen aus 17. Jh. — Am Triumphbogen ausdrucksvolle
K r e u z i g u n g s g r u p p e , 16. Jh.

S A C H S E N H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm Mitte 16. Jh. —
Spgot. Altarwerk.

S A L L M A N N S H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. — Guter S c h n i t z a l t a r um 1500,
jetzt über dem Chorbogen.

S A L Z . UFranken BA Neustadt.

Dorf-K. Unter späteren Veränderungen als Kern eine kleine rom. Basilika
zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm 4 kleine Schützenerker.

S A L Z B U R G B . N E U S TA D T. UFranken BA Neustadt.

Page 498

Burgruine. Eine der größten in Deutschland. Die Identität mit der
namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht völlig sicher. Der
vorhandene Bau gehört in der Anlage wie auch in seinen meisten
künstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die Burg
würzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein
unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Gebäude
sind regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma.
Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). — Torturm um 1200,
schöne Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in
kräftigen und zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert.
Weiterhin rechts die 1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen
erneuerte Kap. (Wallfahrt); westlich davon neben dem Turm
»Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die Außenmauer lehnte, rom. Fenster
und Spuren eines Kamins. Ein anderer Wohnbau, noch mit 2
Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich »Münze« genannt), die
Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner Frühgotik
besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche
Erneuerungen der Spätgotik und Renaissance.

S A L Z U N G E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Stadt-K. Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die
Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude vernichtet. Von
Wohnhäusern zu nennen der stattliche »Hünische Hof« um 1624 und ein
Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser
der Zopfzeit.

Husenkirche vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt [pg 361] ein
ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481.

Friedhofs-Kap. spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh.
und viele Epitaphe von besserer Qualität.

S A N G E R H A U S E N . Pr. Sachsen. Kreisstadt.

Jakobi-K. Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit höherem
langgestrecktem Chor. — Der F l ü g e l a l t a r der größte und beste des

Page 499

Kreises. Einfacher spgot. Ta u f k e s s e l . Großes G r a b m a l von 1618 aus
der Werkstatt des kurfürstl. Hofbildhauers J. M. Nosseni.

Ulrichs-K. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den Cisterc.-
Nonnen überwiesen, 1389 Brand. — Kreuzf. rom. Basilika, mit
ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die
Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.)
wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die
ungewöhnliche Anordnung, daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt
sind; das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit
Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung des Msch. im
13. Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg.,
aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler
kreuzförmig, einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem, steif
gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise,
dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. —
Ob der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht
klar; WTürme sind nie vorhanden gewesen. Ty m p a n o n mit Ludwig dem
Springer und dem hl. Ulrich. — K a n z e l 1620. — Figurierter spgot.
Ta u f k e s s e l .

Schlösser. A l t e s 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf Bündelpfl.
N e u e s 1586 und 1612.

2 km vor der Stadt Ruine der S. Katharinen-K. im Helmstal, gew. 1220,
flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.

S A N K T G O T T H A R D S B E R G b. Amorbach. UFranken.

Frauenkloster (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg, 1629
hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. — Rom. Pfeilerbasilika von 7
Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims mit Schachbrettmuster.
Chor got. Portal sprenss.

S A N K T H E L E N A b. Gräfenberg. OFranken.

Dorf-K. mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, Veit Stoß
(vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.

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S A N K T J O H A N N I S . OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. 1771. Schloß einfach renss., Portal 1617.

[pg 362]
S A N K T K I L I A N . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Dorf-K. 1689 im Typus Hinternah, noch got.

S A N K T K U N I G U N D . UFranken BA Ochsenfurt.

Kapelle. Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. Kern nicht
erheblich verändert. Derselbe stammt aus der Zeit bald nach der
Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde im Jahre 1200 und der davon
ausgehenden Verbreitung des Kunigundenkultus in Franken. 1sch.
Quaderbau mit eingezogenem Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr.
Erkerapsis vorkragt. Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet.
Schiff flachgedeckt. An den Längsseiten einfache rom. Portale und rom.
Fenster. — Eine Tür im Chor (mit ornamentiertem Tympanon) führte zu
einer A u ß e n k a n z e l , wohl für Ausstellung von Reliquien. Dem
Teilungspfosten einer gekuppelten Klangarkade ist karyatidenartig eine
weibliche d i a d e m t r a g e n d e F i g u r vorgelegt (Kunigunde). —
Friedhofsmauer mit Torbau.

S A N K T M I C H E L N . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. sprom. A. 13. Jh. Das Äußere fast unberührt; quadr. Chor, rck.
WTurm.

S A N K T W O L F G A N G . RB Cassel Kr. Hanau.

Von dem 1468 gegr. Kloster wenig erhalten. Grundmauern einer 3sch.
Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm trug auch die Glocken.

S AY D A . K. Sachsen AH Freiberg.

Stadt-K. 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller Vorhalle.
— 3 Wa n d g r ä b e r der Familie v. Schönberg, besonders bmkw. das

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jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene Architektur in der Art Nossenis,
ungenügend die Bildnisfigg. — Ta u f s t e i n mit figürl. Reliefs um 1500.

S C H A A L A . Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K. Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, Mauern 13. Jh.,
spgot. bekrönt mit doppelt abgestuften Zinnen und schlankem Helm von
origineller Wirkung. Befestigter Friedhof. — S c h n i t z a l t a r aus der
Saalfelder Schule um 1500 (»Meister der Baldachine«). Die Flügelgemälde
nach Stichen von M. Schongauer (Erfurter Ausstellung 1903).

S C H A C H T E B I C H . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein s p g o t . A l t a r
aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe und 4 Flügelgemälde.

SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. Stadt-K. Spgot. Das
1sch. Lhs. mehrmals verändert, der verlängerte [pg 363] polyg. Chor 1520.
— G r a b s t e i n e der Familie v. Schaumberg.

Burgruine Schaumberg, wenig erhalten.

S C H A N D A U . K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. umgebaut 1645 und 1704. — M o s e s k a n z e l 1706.

S C H A R F E N B E R G . K. Sachsen AH Meißen.

Burg. Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überwölbte Hofstube).

S C H A R F E N S T E I N . K. Sachsen AH Marienberg.

Burg. Die ältesten Teile 2 Rundtürme, der größere in Mauerstärke 3,25 m.
Bedeutende Veränderungen 1533; daher ein Backsteingiebel mit derben
spgot. Verschlingungen zwischen dünnen Pfll.

S C H A R F E N S T E I N . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Schloß frühes Ma. bis bar.

Page 502

S C H E I B E N B E R G . K. Sachsen AH Annaberg.

Stadt-K. 1571. — Bmkw. Schnitzaltar um 1500.

S C H E L L S I T Z . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung zwischen dem
got. 5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres hat gemalte Flachdecke.
Bar. K a n z e l a l t a r . Der alte Hochaltar, ein gutes spgot. S c h n i t z w e r k ,
jetzt auf der Empore.

S C H E N K E N S C H L O S S H O F. UFranken BA Würzburg.

Burgruine Roßberg. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in voller ursp.
Höhe von 28 m.

S C H E R N E C K . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. Kanzel um
1650 mit vielen Schnitzfigg.

S C H E S S L I T Z . OFranken BA Bamberg I.

Pfarr-K. got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), rest. 1650.
— G r a b s t e i n e des Grafen Friedrich v. Truhendingen und seiner
Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau 1569, 1570. —
H o c h a l t a r g e m ä l d e von Mattenheimer um 1780. — Auf dem Kirchhof
schönes S t e i n b i l d der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu
Bamberg stammend.

S C H I L D A U . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Stadt-K. Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewölbt, rest. 1730 und 1829. —
S c h n i t z a l t a r der sächs. Schule 15. Jh.

S C H I L D E C K . UFranken BA Brückenau.

Burgruine aus 13. Jh., wenig erhalten.

Page 503

S C H I R G I S WA L D E . K. Sachsen AH Bautzen.

Kath. Stadt-K. 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem Bar.Charakter.
Sumptuöse Altarausstattung, sehr hübsch namentlich die Kanzel mit
Rok.Elementen.

[pg 364]
S C H I R M D I N G . OFranken BA Wunsiedel.

Kirche, 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. Fenstern.

S C H K A U D I T Z . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an Dachgesims
und Portal.

S C H K E I T B A R . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?).

S C H K Ö L E N . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Burg aus Ma., mächtige turmreiche Anlage.

S C H L E B E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. mit interessantem rom. OTurm. — Kanzelaltar und Taufengel
geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.

S C H L E C H T S A R T. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1606, rom. OTurm.

S C H L E I D . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda (wohl von
demselben Meister wie die K. in Bremen). Außen und innen durch dorische
Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des Altarhauses, der Turm hinter diesem.
H a u p t a l t a r : 4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel.

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Aus der ev. K. ein hübscher s p g o t . S c h n i t z a l t a r und Taufstein bez.
1529. — Am ehem. P f a r r h a u s Hoftor 1591.

S C H L E I N I T Z . K. Sachsen AH Meißen.

Schloß. Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst beengten Anlage
fällt die geräumige Kapelle auf; Gratgewölbe im Stichbogen;
Sakramentsnische bez. 1518.

S C H L E I Z . Reuß j. L. Amtsstadt.

Stadt-K. spgot. unbedeutend. — A l t a r b a u 1721, für diese Gegend
ungewöhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl in einer Gruppe von
Freifiguren in 2/3 Lebensgröße.

Berg-K. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor mit Schluß
aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem Strebepfl. und
Emporen. Der Turm auf der NSeite am Beginn des Chors. — Das Innere
durch Barockausstattung in malerische Wirkung gesetzt. A l t a r a u f s a t z
1635. T u m b a Heinrichs des Mittleren † 1500, charakterisiert durch die
Fülle des alle Flächen überwuchernden spgot. Laubwerks; die Figur
unbedeutend. — E p i t a p h Heinrichs II. von Reuß, † 1639, kolossal,
künstlerisch schwach. — Weitere Gedenktafeln und Grabsteine in
ungewöhnlich großer Menge.

Schloß. Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschäden im 18. Jh.
erneuert.

[pg 365]
S C H L E T TA U . K. Sachsen AH Annaberg.

Ulrichs-K. 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor älter.

Schloß. Am nördl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit
Vorhangbögen; das übrige entstellt.

S C H L E T TA U . Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. rom., ziemlich gut erhalten.

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S C H L E U S I N G E N . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der Aegidienkap.
11 G r a b s t e i n e der Grafen v. Henneberg 1444-1583.

S C H L Ü C H T E R N . RB Cassel Kreisstadt.

Ehem. Benedikt.-Klst. (mit Einschluß der K. als Lehrerseminar
eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. Zwischen dem rom.
WTurm und den Klostergebäuden ein Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb.
auf 1/2 Sll. mit Würfelknäufen und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm
an der NSeite des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit 1
rundbg. Tonnengwb., westl. quer davor ein schmälerer, ebenfalls mit Tonne
gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. Sockel. — S . A n d r e a s - K a p .
sprom. von 2 Kreuzrippengewölben überdeckt. — H u t t e n s c h e K a p .
1354 in guten got. Formen. — K r e u z g a n g - K a p . mit Grabsteinen von
1377, 1383, 1480. — Got. K ü c h e . Sonst die Klostergebäude gänzlich
verändert.

Rathaus renss. 1567.

S C H L Ü S S E L A U . OFranken BA Bamberg II.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, spätestgot.
1599 als Pfarr-K. erneuert. — Langgestreckte 1sch. Anlage mit polyg. Chor,
am WGiebel steigender Spitzbogenfries. — G r a b s t e i n des Gottfr. v.
Schlüsselberg 1308.

S C H L Ü S S E L F E L D . OFranken BA Höchstadt.

Pfarr-K. »alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss. (bedeutet
wohl bar.) Stil«. »Schöne G l a s g e m ä l d e «. H o c h a l t a r aus der
Universitätskirche in Würzburg.

Rathaus 1723. — Brunnen mit Petrusstatue 1715.

S C H M A C H T E N B E R G . UFranken BA Haßfurt.

Burgruine. Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer.

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S C H M A L K A L D E N . RB Cassel Kreisstadt.

Stadt-K. S. Georg. Beg. 1437 von Jörg Meier aus Erfurt Gwb. im Chor
1500 (Inschr.), im Schiff 1506. — Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. Chor
von 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4
vorgekragte Dienste. Die Dienste im Chor für (jetzt modern ergänzte)
Statuen und Baldachine unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen
[pg 366] Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht aus
den Diensten, sondern aus den Gewölbeanfängern heraus. — Äußeres:
Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, Steinmetzporträt. Von 2
WTürmen ist der südl. im Unterbau rom., die Turmdächer bar. Reiches
2teiliges WPortal, über dem Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit
Kantblumen. — In der »Lutherstube« über der Sakristei einige
B i l d w e r k e . — K a n z e l reich geschnitzt, Ta u f s t e i n mit biblischen
Szenen auf Metall gemalt 1560. An der WEmpore 16 Ta f e l b i l d e r von
1503. G r a b s t e i n e 17. Jh. Großer got. S a k r i s t e i s c h r a n k und
ansehnliche got. K e l c h e . Ta f e l b i l d mit Kreuzigung um 1450.
S c h n i t z a l t a r um 1500. Prachtvoller messingener K r o n l e u c h t e r .

Hospital-K. von 1339, neuerlich verrestauriert.

Friedhofs-Kap. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. — Das
G e s p r i n g , gefaßte Quelle in Renss.Architektur.

Hessenhof. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben; das steinerne
Erdgeschoß geht auf ca. 1200 zurück. In einem als Herrentrinkstube
gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten Raum Wa n d g e m ä l d e aus 1. H.
13. Jh., Szenen aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr
merkwürdig wegen des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes.

Rathaus. Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten Teile stark
verändert, doch manches noch von Interesse.

Herrenhäuser. G r o ß e K e m n a t e in der Weidebrunnergasse, vom Bau
von 1410 noch vieles erhalten. H e i l i g - G r a b - H a u s in der Pfaffengasse,
später H e n n e b e r g e r H o f , Westhälfte got., Osthälfte renss.
R o s e n a p o t h e k e in der Steingasse 1545. To d t e n w a r t h s c h e
K e m n a t e am Altmarkt 1575.

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Bürgerhäuser. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw.
die zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2,
Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.).

Vor der Stadt zahlreiche Gartenhäuser des 18. Jh., meist in feiner baulicher
Gestaltung.

Stadtbefestigung. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Türme
meist, die Tore alle abgetragen.

Schloß Wilhelmsburg. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher
der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt,
Ausführung durch Christoph und Hans Müller, »Hofschreiner und
Baumeister«. Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma.
Burg wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig,
Viereck außen 51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der [pg 367]
Flügel) näher dem Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern
umschlossen, er selbst aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz
aufgegeben; doch erinnern die niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die
Sorglosigkeit in bezug auf symmetrische Gruppierung der Fenster, der
Mangel an Wandgliederung u. a. m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie
bei den meisten Schlössern und Rathäusern der Epoche traten lebhaftere
Formen erst oberhalb des Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten
Zwerchhäuser sind jetzt allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt.
Einigermaßen auffallend ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig
hochragende an der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma. Die
innere Einteilung kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der
Zimmer macht sie bequem zugänglich durch die 4 in die Ecken des Hofes
gelegten Schnecken, mit 2 Türen auf jedem Podest. Der architektonisch
gehaltvollste Teil ist die in der SWEcke angelegte, nach außen nicht
selbständig gekennzeichnete K a p e l l e . Die Anlage folgt dem in den
Schlössern von Torgau (1544) und Stuttgart (1566) begründeten Typus. Ein
Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3 Seiten von geräumigen Emporen
umschlossen; dieselben bauen sich 3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an
der schließenden Schmalseite übereinander — diese spezifisch
protestantische Anordnung tritt hier zum erstenmal auf — Altar, Kanzel und
Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses haben die Proportionen etwas

Page 508

gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in Korbbögen zwischen sehr
niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte Kreuzkappen aus Stuck
konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom Niederländer Wilhelm
Vernucken): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit sog. Beschlägsornament
in flachem Relief, an der Decke zierliches Rollwerk, unterhalb ihrer auf
dem obersten Scheidbogen liegende Apostelgestalten (offenbar Ableitungen
aus Michelangelos Sistina). Die Ausführung überall in Stuck mit diskretem
Zusatz von Farbe und Vergoldung. Lübke: »in der ganzen deutschen
Renaissance kenne ich keinen Innenraum von ähnlicher Feinheit der
Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen ehemals
Tafelgemälde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes durchgeführt
war (anscheinend im Anschluß an Cranachs Holzschnittwerk »Passional
Christi und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt der farbigen
Dekoration. — Auch in den übrigen Teilen des Schlosses hat sich viel von
dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Türen (letztere
meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien
eingerahmt; [pg 368] nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken;
einigemal erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter; Kamine;
Öfen mit gußeisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollständigsten
Ensemblewirkungen im » R i e s e n s a a l « , hauptsächlich Malerei auf
Wandverputz und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte
hölzerne Deckenträger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer
Kamin. Der Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25 m nur 4,5 m
H., wie denn auch die süddeutschen Schloßsäle dieser Zeit niedrig
proportioniert zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das
L a n d g r a f e n z i m m e r im Erdgeschoß. Über mehrere Räume verteilt die
bmkw. Sammlungen des Hennebergischen Gesch.-Ver. Die
G a r t e n t e r r a s s e n aus A. 17. Jh. sehr zerstört.

S C H M E R L E N B A C H . UFranken BA Aschaffenburg.

Benedikt-Nonnen-Klst. 1769.

S C H M I E D E B E R G . Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Stadt-K. 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines älteren
Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K.

Page 509

Rathaus 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen.

Privathäuser mit renss. Portalen zahlreich.

S C H M I E D E B E R G . K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dreifaltigkeits-K. 1713-16 von George Bähr. Griechisches Kreuz mit sehr
kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten Emporen bilden im Gr. ein
regelmäßiges 8Eck; der Kanzelbau hinter dem Altar. Ta u f s t e i n vom
Dresdener Hofbildhauer Benjamin Thomae. In der Sakristei Wachsbüste,
wohl von Dubut.

S C H M I E D E H A U S E N . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. Der quadr. Turmchor rom.

S C H M O C H T I T Z . K. Sachsen AH Bautzen.

Schloß. Hauptgebäude 1764 vom jüngeren Pöppelmann. Im (stark
veränderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., Sphinx
(hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich August III. 1769 und
P.A. v. Schönberg, den Gründer des Parks.

S C H M Ö L L N . Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.

Stadt-K.; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, seit Brand
1772 mit Holzgwb.

S C H M O R K A U . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.

S C H N A B E LW E I D . OFranken BA Pegnitz.

Pfarr-K. Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein 17. Jh.

Schloß mit Rund-Turm einfach renss.

[pg 369]

Page 510

S C H N E E B E R G B . A M O R B A C H . UFranken.

Dorf-K. Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne Interesse. Sehr
stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks der H o c h a l t a r , 2. V. 17. Jh.,
Stiftung eines Mainzer Domherrn.

S C H N E E B E R G . K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang 1515-16. Baumeister Hans v. Torgau.
— Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; Schiffsbreiten und Jochbreiten
gleich; der östl. Abschluß gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des
16Ecks nehmen die ganze Breite der K. ein. Die lichten Maße: 61 m L., 27
m Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. weg ein einheitliches
Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg und Chemnitz. Die
Emporen, wie überall in dieser Schule, aus Stein und dem System organisch
eingefügt, laufen rings um den ganzen Raum, auch um den Chor; die
Verbindung zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in
Annaberg und Chemnitz, durch Verkröpfung um den Strebepfeiler, sondern
durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. — Großer A l t a r b a u in
strenger Barock-Architektur von 1712. Der alte F l ü g e l a l t a r von 1539
teilweise in den neuen aufgenommen; gute Arbeit aus der Werkstatt
Cranachs; interessant als umfassende symbolische Darstellung des evangel.
Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht auf der
Rückseite. — K a n z e l 1540, Sandstein mit Farbe und Vergoldung, in den
Formen noch got. Erinnerungen; überarbeitet 1607. — Im Chor 4
Grabmäler des 17. Jh. — Hinter dem Altar G e m ä l d e des Schneebergers
Wolfgang Krodel 1561.

Hospital-K. von 1567, erneuert 1737.

Rathaus 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. —
Kurfürstenbilder von Andr. Engelhard in kunstreichen Rahmen von Andr.
Petzold. Kleine Holzädicula mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 W K (Wolf
Kreuter).

S C H N E Y. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. Grabmal.

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Schloß aus Dientzenhoferscher Zeit auf ma. Burganlage.

2 malerische Torbauten und Mauerreste aus Ma.

S C H Ö L L K R I P P E N . UFranken BA Alzenau.

Pfarr-K. spgot. — Schloß, aus einer alten Wasserburg umgebaut.

S C H Ö N A U . K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem
Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar [pg 370] im Museum
Bautzen]. P a s t o r e n g r a b s t e i n 1653, tüchtig.

S C H Ö N A U . UFranken BA Gemünden.

Kloster-K. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau (1. H. 14. Jh.)
erhalten der gerade geschlossene Chor und die jetzige Sakristei. 1699
(Umwandlung für Franziskaner) das jetzige Langhaus angefügt und der
Chor teilweise verändert, die trockene derbe Architektur der Richtung
Petrinis nahestehend. Die pompöse A u s s t a t t u n g aus der Erbauungszeit,
A l t a r b l ä t t e r (wahrscheinlich) von Oswald Onghers und von Seb.
Urlaub (1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria und die beiden Johannes,
sehr gute Arbeiten, möglicherweise eigenhändig von Riemenschneider.

S C H Ö N B A C H . UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. In der Überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter ziemlich gut
bewahrt. — Mobiliar ca. 1650-1700. Madonna auf der Mondsichel A. 15.
Jh.

S C H Ö N B E R G . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. (französ. Kolonie) 1706 von Paul Du Ry.

S C H Ö N B E R G . K. Sachsen AH Oelsnitz.

Dorf-K. Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen 1485-1669.

Page 512

S C H Ö N B O R N . Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. mit rom. Altarhaus. — A l t a r b i l d »an Hans v. Culmbachs Art
erinnernd«(?)

S C H Ö N B R U N N . OFranken BA Wunsiedel.

Pfarr-K. Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. I k o n . G r a b s t e i n 17. Jh.
Kalkstein und Eisenguß.

S C H Ö N B U R G . Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Burg. (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Veränderungen.
Mächtiger, freistehender Rund-T. über 30 m hoch, darin ein Gemach mit
Kamin in Formen, die am Naumburger Dom ca. 1220 zur Erscheinung
kommen, also nicht der »älteste Kamin Deutschlands«. Palas und Kapelle,
in der Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstört die Vorburg, doch auch hier
rom. Kennzeichen.

S C H Ö N E R S TA D T. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich und
sorgfältig durchgebildetes rom. Portal. — H o l z s t a t u e n , Reste eines
Altars aus A. 16. Jh., mit der beste aus dieser Gegend.

S C H Ö N F E L D . K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. — Altar mit G e m ä l d e
von Jonas Eywick zu Pirna 1658; einfache S a n d s t e i n d e n k m ä l e r 18.
Jh.

[pg 371]
Schloß einheitliche Schöpfung von 1573 ff. Inmitten eines Teiches.
Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite, der mittlere von einem
6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die innere Einteilung sehr regelmäßig.
Im Erdgeschoß Gewölbe, in den 2 oberen bemalte Balkendecken.

S C H Ö N F E L D . K. Sachsen AH Großenhain.

Page 513

Schloß. 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von hochmalerischer
Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken erhalten.

S C H Ö N F E L S , s. Alt- und Neuschönfels.

S C H Ö N H A G E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 g o t . A l t ä r e verarbeitet.

S C H Ö N R A I N . UFranken BA Aschaffenburg.

Burg. Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556.

S C H O T T E N S T E I N . OFranken BA Staffelstein.

Pfarr-K. bar. 1703, got. Turm. — G r a b d e n k m ä l e r 16. Jh.

S C H R A P L A U . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Röblingen (s.
dort), doch größer und etwas geschmückter. Apsis mit Lisenen und
Bogenfries, Säulenportal, Tympanon. — Von der »alten« Burg (ao. 979
»Scrapenlevaburg«) und der »neuen« Burg (erb. 1206) dürftige Spuren.

S C H R E B I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Große spgot. Dorf-K. 1sch., Netzgwb., WTurm.

S C H R E C K S B A C H . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. 1754. — Schloß 1580.

S C H U L P F O R T E s. Pforta.

S C H Ü P T I T Z . Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O.

Dorf-K. mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um 1500. —
S c h n i t z a l t a r 16. Jh.; We i h r a u c h g e f ä ß 13. Jh.

Page 514

S C H WA L L U N G E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen

Dorf-K. Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. Dazu
gehörig 4eck. Wohnturm (»Kemenate«) von 1537. — Von den
Fachwerkhäusern des 16. und 17. Jh. sind auch nach dem Brande 1894 noch
einige gute Beispiele übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no
39 von 1663.

S C H WA N E B E R G . UFranken BA Kitzingen.

Schloß in schöner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern aus
Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius.

S C H WA P PA C H (Ober- u. Unter-). UFranken BA Haßfurt.

[pg 372]
Stattliche Amtshöfe des Klosters Ebrach von Joh. Dientzenhofer.

S C H WA R Z A C H . OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. Gotisierender Flachdeckbau 1610, Maßwerkfenster,
Doppelempore auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. G r a b s t e i n 1542, 1609. —
Wirtshaus schöner Fachwerkbau 1680.

S C H WA R Z B A C H . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. wesentlich rom., neuerdings rest. — G l o c k e aus 13. Jh.

S C H WA R Z B A C H . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche, in den ältesten Teilen spgot. Gerader Chorabschluß. Flache Decke
mit 4 großen Gemälden. Moseskanzel.

Mehrere geschnitzte Holzfachwerkhäuser des 17.-18. Jh. mit gut
geschnitzten Eckpfosten.

S C H WA R Z B U R G . Schwarzburg-Rudolstadt.

Page 515

Schloß. Der alte Bestand durch Brände 1695 und 1726 fast ganz vernichtet.
Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade. — 2 S c h n i t z a l t ä r e von
Valentin Lendenstreich, dem Hauptmeister der Saalfelder Schule, 1479 und
1503.

S C H WA R Z E N B E R G . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. 1690-99 von Joh. Georg Roth (vgl. Carlsfeld). 1sch. Saal von 34,3
: 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle Barockausstattung.

S C H WA R Z E N B O R N . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. Schiff im Übergangsstil flachgedeckt, eingezogener quadr. Chor
etwas jünger.

S C H WA R Z E N F E L S . RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Schloßruine 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein bewohnbares
Gebäude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches Barockportal und Brunnen von
1621.

S C H W E B D A . RB Cassel Kr. Eschwege.

Dorf-K. mit rom. Turm. — v. K e u d e l l s c h e Grabsteine. — Got.
Wasserburg der v. Keudell.

S C H W E B E N R I E D . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien,
namentlich der Orgelgehäuse.

S C H W E B H E I M . UFranken BA Schweinfurt.

Schloß (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und großem, von Türmen
flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige Häuser mit Staffelgiebeln
1526, die Treppentürme 1574.

S C H W E I N A . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Page 516

Pfarr-K. schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696, für diese
Gegend reich.

[pg 373]
S C H W E I N F U R T. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer Qualität,
durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt. Aus älterer rom. Bauzeit der
Unterbau der 2 den Eingang in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im
2. Viertel 13. Jh. Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, daß es
durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mußte; die Vierung und die
Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen rck. mit Einkerbung in der
Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform, jedoch unter sich verschieden.
An ihren Kapitellen sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom.
Blattwerk mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller
Behandlung. Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie die beim
spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen anzeigen. Um
dieselbe Zeit Erneuerung des Lhs., davon nur das südl. Portal in guter
Arbeit des 14. Jh. erhalten; sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554.
Am Äußeren interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal
nicht groß, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung. Im
Obergeschoß entsprechend der Zweiteilung des Innern 2 große Kreisfenster
mit reich profiliertem Gewände, getrennt durch eine die Mittellinie
einnehmende Lisene. Am Giebel Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden
Spitzbgb. auf Säulchen mit Knospenkaptt. — Ta u f s t e i n 1367. K a n z e l
1694, got. G r a b s t e i n e unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. Seinsheim
1369, Marg. Fuchs Art des P. Dell d. J. um 1550. An der Außenwand
E p i t a p h des Berthold Rucker † 1377, vor dem Heiland kniend;
interessant für die Entwicklungsgeschichte der Epitaphform. Schöne
A b e n d m a h l s k a n n e E. 16. Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet.

Rathaus 1570 ff. von Niklas Hoffmann aus Sachsen. Es wird den besten
seiner Gattung zugezählt. Bei mäßigem Reichtum des Zierwerks wirkt es
vornehmlich durch die malerische und doch klare und wohlproportionierte
Gliederung der Massen. Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das
traditionelle Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden
Treppenturms ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig

Page 517

über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt im
Erdgeschoß. Das Innere besteht aus mehreren Hallen und Sälen, die sich in
einem Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen sind nach innen gelegt.
Das Detail entspricht der sächsischen Schule; noch mit gotischen
Erinnerungen. Von der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich,
erhalten.

Gymnasium 1582.

Mühltor 1564.

[pg 374]
S C H W E I N I T Z . Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon,
wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen, die S c h n i t z e r e i gilt für
Saalfelder Arbeit, die G e m ä l d e nicht aus Wolgemuts Werkstatt (so
Lehfeldt), die Anklänge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie
kommen in der Saalfelder Werkstatt öfters vor, z. B. auf dem Altar in
Schaala.

S C H W E I N S B E R G . RB Cassel Kr. Kirchhain.

Stadt-K. um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und Netzgwbb.
ohne Strebepfeiler. — Ikon. G r a b s t e i n e der Familie Schenk zu
Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578.

Schloß, ausgedehnte, großenteils spgot. Anlage, teils Ruine, teils bewohnt.

S C H W E P N I T Z . K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und rok.
Denkmälern.

S C H W E TA . K. Sachsen AH Döbeln.

Schloß. Renss. Stattlicher Kamin.

S C H W E TA . K. Sachsen AH Oschatz.

Page 518

Dorf-K. 1751. Zentralbau unter Einfluß G. Bährs. Gr. in Form eines
Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig.

S C H W I C K E R S H A U S E N . Sachs.-Mein. Kr. Meiningen.

Schloß 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Große Stallgebäude 1579,
1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m Spannung.

S E B N I T Z . K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewölbt. — Reicher A l t a r b a u bez.
Martin Roth 1586. K a n z e l 1621. Gute M a d o n n e n s t a t u e E. 15. Jh.

S E D L I T Z . K. Sachsen AH Pirna.

Schloß und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth, Entwurf von
Pöppelmann, verkürzt ausgeführt von Knöffel und Longuelune; rest. 1846;
im Garten dekorative Figuren, Vasen usw.

S E E B A C H . K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. des 18. Jh. mit rom. O-Turm. — Figurenreiche A l a b a s t e r -
E p i t a p h e der Familie v. Berlepsch.

S E E B U R G . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Ausgedehntes, verhältnismäßig wohlerhaltenes Schloß. Hauptgebäude 17.
Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück, darunter die Kapelle, nach
dem Typus der Dorfkirchen dieses Gebietes (vgl. Unter-Röblingen).
Außerdem größere Schloß-K., spgot.

[pg 375]
S E E G A . Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

Dorf-K. quadr. Chor mit romanisierend got. Turm.

S E E G N I T Z . UFranken BA Kitzingen.

Page 519

Rathaus 1608. — Auf dem Friedhof kleines E p i t . bez. TK (Thomas
Kistner).

S E E H O F. OFranken BA Bamberg I.

Schloß Marquardsburg. Bedeutende Anlage. 1686 von Petrini aus
Würzburg für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in Quadr. gestellte
Flügel, an den Ecken breite niedrige Türme; im wesentlichen noch der
Schloßtypus von Aschaffenburg; hinzugekommen die Korridore an der
Hofseite. Die Türme 1711 durch Joh. Dientzenhofer verändert, die innere
Ausstattung durch B. Neumann 1729.

S E E L I T Z . K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. aus E. 15. Jh. Ungewöhnlich groß und aufwändig: Gr. ähnlich der
Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die Gwbb. nicht zur Ausführung
gekommen. — S c h n i t z a l t a r jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar.
Aufbau 1771. — Mehrere G r a b s t e i n e .

S E I B E L S D O R F. OFranken BA Steinach.

Pfarr-K. 1735, helle und geräumige K. im sog. Markgrafenstil. Turm 1753.

S E I D M A N N S D O R F. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Spgot. Emporen bez. 1538.

S E I F E R S D O R F. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes Rck.,
Gewölbe mit aufgeputzten Rippen. — Das umfangreiche A l t a r w e r k
scheint Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595 gefertigten G r a b m a l s aus der
Schule Hans Walthers; unter den zahlreichen anderen G r a b m ä l e r n
besonders die des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod † 1604, 1606
bmkw.

Schloß. Wasserschloß 1531, neugotischer Umbau beendet 1822. —
Hervorragende P o r t r ä t r e i h e , u. a. Goethe 1787, Königin Luise v.

Page 520

Preußen 1788, beide von Darbes, mehrere Glieder der gräfl. Brühlschen
Familie von Graff.

Das S e i f e r s d o r f e r Ta l , einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde,
seit 1781 von Gräfin Christiane v. Brühl in einen romantischen Park
umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine der Vergänglichkeit, Hütte des
Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800).

S E I F E R S D O R F. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. architekturlos. Ansehnliches A l t a r w e r k von 1518, die
tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung von FrRenss. und Got.,
die Malereien in der Art des Meisters von Dippoldiswalde, doch von
geringerer Qualität.

[pg 376]
S E I F H E N N E R S D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1796. Großer Saalbau mit 3 Rängen Emp., nüchtern klassizistisch,
von K. Ch. Eschke.

S E I N S H E I M . UFranken BA Kitzingen.

Dorf-K. H o l z m a d o n n a von einem der besseren Gesellen
Riemenschneiders.

S E I T E N D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Pfarr-K. 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur 1760, im Innern
spitzbg. im Übergang zur Renss.

S E L I G E N TA L . RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Dorf-K. 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern bemalt. —
Mehrere gute F a c h w e r k h ä u s e r .

S E R R F E L D . UFranken BA Königshofen.

Page 521

Dorf-K. spgot. mit OTurm. — A l a b a s t e r r e l i e f s um 1480. —
Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische Gruppe reizvoll.

S E S S L A C H . OFranken BA Staffelstein.

Anziehendes altertümliches Stadtbild. Mauern und Türme auf größere
Strecken gut erhalten. Häuser des 16.-18. Jh. in stattlicher Anzahl, Stein und
Fachwerk.

Kirche. Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden 1522
durch Anbau an ältere 1sch. K. A. 18. Jh. das Innere barockisiert.

S E U S S L I N G S . OFranken BA Bamberg II.

Pfarr-K. um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ältere (rom.?) Krypta.
G l a s f e n s t e r . Relieftafeln vom ehemaligen H o c h a l t a r um 1480.

S E U S S L I T Z . K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh. Andere mit
gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh.

S I E M E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1sch. bar., reich bemaltes hölzernes Tonnengwb. Ungewöhnlich
gutes spgot. H o l z r e l i e f (hl. Sippe).

S I E R S L E B E N . Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Dorf-K. rom. 12. Jh. — Hübsche S a k r a m e n t s n i s c h e 1484.

S I N N E R S H A U S E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstört, später Gutshof. An der
Gartenmauer rohe frgot. S t e i n f i g u r , im Garten mehrere R o k . -
Figuren.

S I T T E N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Page 522

Dorf-K. mit rom. O.-Turm.

S I T T I C H E N B A C H . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. Cisterc.-K. fast spurlos verschwunden. Bis zur Säkularisation
scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverändert bestanden [pg 377] zu haben;
auf ihn gehen 2 mächtige Würfelkaptt. zurück mit 1/2kr. Schilden wie in
Paulinzelle und deren Basen. — Nahebei 2 frühgot. K a p e l l e n . Am
Fenstermaßwerk auf Säulchen der Eindruck des Naumburger Doms zu
erkennen.

S I T Z E N R O D A . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. — S c h n i t z a l t a r 15. Jh.
Mehrere E p i t a p h e 1530-1626.

S O D E N . RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Huttensches Schlösschen. 1536 und 1591. Gut erhalten.

S O D E N B E R G . UFranken BA Hammelburg.

Ruine. Schwer zugängliche Höhenburg. Erb. im 14. Jh. von den Thüngen.
Sehr verfallen.

S O M M E R A C H . UFranken B A Gerolzhofen.

Interessantes Beispiel einer zum größten Teil erhaltenen
spätmittelalterlichen Dorfbefestigung.

S Ö M M E R D A . RB Erfurt Kr. Weißensee.

Stadt-K. S. Bonifazius. 1sch. flachgedeckt mit gewölbtem Chor 1462;
Turm nördl. daneben. — Guter S c h n i t z a l t a r . Hinter ihm 2 G e m ä l d e
A. 15. Jh.

Rathaus 1529 ff. ziemlich groß, entstellt.

S O M M E R H A U S E N . UFranken BA Ochsenfurt.

Page 523

Anmutiges Mainstädtchen mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen, 2
Figurenbrunnen. In der Kirche schöne geschnitzte K a n z e l 17. Jh.

Schloß der Grafen v. Rechteren. — R a t h a u s kräftiger Renaissancebau. —
Auf dem Friedhof originelle S t e i n k a n z e l mit Überdachung.

S Ö M M E R S D O R F. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. 1795 mit nachgot. Turm. M a r m o r a l t a r aus St. Michael in
Würzburg, um 1750. Reste eines s p g o t . A l t a r s um 1510.

S O M S D O R F. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der NSeite scheint
rom. [Reste eines großen A l t a r w e r k s um 1500 im Dresd. Altert.-Ver.]

S O N D E R S H A U S E N . Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh.

Trinitatis-K. nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration, in
den Winkeln des Polygons 4 Palmbäume; darauf die 4 Evangelisten;
schwebende Kinderengel halten Gemälde. Reicher K e l c h um 1400.

Fürstl. Schloß 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration E. 17. Jh.,
NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck. mit Emporen in 2 Rängen.

S O N D H E I M V. D . R H Ö N . Sachs.-Weimar VB Dermbach.

Pfarr-K. 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung. [pg 378] Die
Emporen mit biblischen Gemälden 1606, Taufstein 1606, Kanzelaltar 1775,
auf der hölzernen Flachdecke K o l o s s a l g e m ä l d e (Himmelfahrt) von
Peter Herrlein 1775. — Hohe befestigte K i r c h h o f s m a u e r . — Von den
A d e l s h ö f e n ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig geblieben.

S O N N E B O R N . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Kirchenruine mit frgot. Chor. G r a b s t e i n e des M. v. Wangenheim 1588
gehört zu den besseren.

S O N N E F E L D . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Page 524

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. 1264. Der mächtige Chor, 3 Joche und
5/8 Schluß, überragt das unansehnliche spgot. Lhs. Seine strengen und
sorgfältig ausgeführten Formen aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). —
G r a b s t e i n e aus der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht
bewegter Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mönchs;
Kunigunde v. Sonneberg; Äbtissin Anna v. Henneberg † 1356, vielleicht der
beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik.

S O N T R A . RB Cassel Kr. Rotenburg.

K. S. Georg. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. An den spitzbg.
Türen gekreuzte Stäbe. Fischblasenmaßwerk. Turm 17. Jh. Unter den
Kragsteinen der Sakristei in der SOEcke der sog. Wodanskopf.

Rathaus, malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher Freitreppe.

S O R N I T Z . K. Sachsen AH Meißen.

Schloß 1500. Präzises Beispiel eines »festen Hauses« jener Tage. Kleines
Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen, umschlossen von
Wassergräben. Nüchterner Umbau 1742.

S PA N G E N B E R G . RB Cassel Kr. Melsungen.

Stadt-K. Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, höherer 1sch. Chor,
gestreckt mit Schluß aus 8Eck. Der WTurm aus E. 13. Jh. hat ein reich
gegliedertes Portal, gekuppelte Fenster, 4 Steingiebel und schlanken
hölzernen Helm. — T u m b a der Landgräfin Anna † 1462, an den Seiten 8
von Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Häupten 2 Engel, zu
Füßen Löwe und Hund.

Hospitals-K. Schlicht spgot. 1sch. — H o l z s k u l p t u r , Pietas.

Schloß. Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem A. und E. des 16.
Jh. mit älterem Tor-Turm, umgeben von tiefen, trocknen Gräben und
kunstvollem Wall. In verschiedenen Sälen figürliche und ornamentale
Malerei.

Page 525

[pg 379]
Schöne alte Fachwerkhäuser in neuester Zeit durch Brand und Umbau
zerstört.

Ringmauern schlecht erhalten, besser 3 Türme (1 runder und 2
viereckige).

S PA R N E C K . OFranken BA Münchberg.

Kirche got. mit Grabmälern aus 15. und 16. Jh.

S P I E L B E R G . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich intakt rom.

S P I E S S C A P P E L . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Ehem. Prämonstratenser-Klst.-K. Erb. 2. H. 12. Jh. als flachged. Basilika
auf kreuzf. Gr. von mittelgroßen Abmessungen. Um 1500 Chor, Qsch. und
östl. Teile des Lhs. niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des Msch., mit 6
Arkaden, das nördl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom. Bauformen
verhältnismäßig reich. Im System wechseln quadr. Pfll. und verjüngte Sll.
Die Würfelknäufe mit skulptiertem Ornament bedeckt; an mehreren eine
von Rankenwerk umgebene menschliche Figur; an einem 8 Männer- und
Weiberköpfe, deren Haar und Bart in langen Strähnen
durcheinandergeschlungen. Die Fenster des Ssch. haben wellenförmig
profiliertes Gewände, die des Msch. sind durch Rundstab, Schräge und
Kehle gegliedert. Das WPortal hat im Gewände 5 Rücksprünge mit 3/4 Sll.
ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung die Brustbilder des
Salvators, der Mutter Gottes und des Täufers. Die Vorhalle spgot. 1504. —
In der spgot. Turmkapelle (S. Michael) ein A l t a r b a l d a c h i n in spätesten
und reichsten rom. Formen. — In der Vorhalle S t e i n r e l i e f s von 1500
und 1504. — S p r i n g b r u n n e n b e c k e n bez. 1509 aus dem ehem.
Kreuzgang.

S P I T Z K U N N E R S D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Page 526

Dorf-K. 1712 von J. Kirschstein, dem Erbauer der K. von Hainewalde und
dieser gleich. Altar mit gediegenen S c h n i t z f i g u r e n von Fr. Bühner aus
Böhmen. Zahlreiche bar. G r a b d e n k m ä l e r .

S P O R A . Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern.

S P R E M B E R G . K. Sachsen AH Löbau.

K. 1901 völlig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. — Zahlreiche
G r a b d e n k m ä l e r bar. und rok., unbedeutend

S TA D E L H O F E N . OFranken BA Bamberg I.

Dorf-K. um 1700.

S TA D T I L M . Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Pfarr-K. Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got. Reste beibehalten,
darunter das wichtigste die 2 Portale an [pg 380] der N- und SSeite mit
Vorhallen in reicher und guter Hochgotik. Die hier aufgestellten S t a t u e n
der Madonna und 6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu
Erfurt. Der platte Chorschluß aus der alten K. herübergenommen. Das
schöngegliederte Portal (3 m groß) in Paulinzeller Tradition. Im W 2
ansehnliche Türme, rom. und rom.-got., letztes Geschoß hochgot. mit
niedriger Steinpyramide, Eckfialen und Wimpergen — eine treffliche
Komposition, aber neuerdings völlig verrestauriert.

Ehem. Kloster der Cist.-Nonnen. Der spätgot. Unterbau der
Nonnenempore eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete Schloß.
(Verständnisloser Anbau A. 20. Jh.).

S TA D T L A U R I N G E N . UFranken BA Hofheim.

Pfarr-K. wesentlich 1731.

Rathaus, schöner Fachwerkbau bez. 1563.

Page 527

Zehntscheuer mit gutem Bar.-Portal bez. 1628.

S TA D T L E N G S F E L D . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Pfarr-K. WTurm mit rom. Schallöffnungen. Schiff 1790.

Schloß (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und 18. Jh.
umgebaut.

S TA D T P R O Z E LT E N . UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H. 15. Jh. Langhaus
im 17. Jh. nachgot. verändert. Turm von 1628. — Im Innern gute
S a n d s t e i n f i g u r einer weibliehen Heiligen, um 1430.

Rathaus erb. um 1520, mit späteren Veränderungen. Malerischer,
zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm und Erker. Im
Sitzungssaal des Obergeschosses die alten Durchzüge und ein Glasfenster,
bez. 1600.

Burgruine Prozelten (auch unter anderen Namen bekannt: Klingenburg,
Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit der Gesamtanlage,
die Harmonie der einzelnen Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der
schönsten Süddeutschlands. Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die
Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas und die
Ringmauer mit großen Bastionstürmen und dem Torbau. An der ganzen
WSeite entlang ein unterirdischer Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der
NBergfried und der nördl. Teil des OPalas. 2. Großartiger Umbau und
Erweiterung der Gesamtburg durch den Deutschherrenorden im 15. Jh. Aus
dieser Zeit der kleine Bergfried, der WPalas und die Ringmauer. Einzelne
Änderungen spgot.

S TA D T S C H WA R Z A C H . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Lhs. neu. Chor 1467. — Pompöser H o c h a l t a r um 1730, die
feineren S e i t e n a l t ä r e um 1710. [pg 381] Spgot. C h o r s t u h l mit
Flachschnitzerei. Sitzende M a d o n n a 1. H. 14. Jh., bäuerisch.

Page 528

S TA D T S T E I N A C H . OFranken BAmtsstadt.

Marien-Kap. 1690, Apsis aus 13. Jh.

Marter 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. Säulen.

2 Stadttürme und Strecke der Mauer. B u r g r u i n e Nordeck
(Hennebergisch); zerst. 1525.

S TA F F E L S T E I N . OFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Der älteste Bestandteil der große, in Quadern ausgeführte Turm,
jetzt nördl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. Sonst Neubau 1481,
1515. Inneres umgestaltet 1730. Spgot. Hallenbau nach dem besonders in
Mittelfranken häufigen Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im
bar. Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt ein
hübsches malerisches Innenbild. — Neben der Haupttür
R o t m a r m o r r e l i e f 1484; am Turm ein verwitterter R i t t e r g r a b s t e i n
14. Jh.

S. Annen-Kap. Schönes geschnitztes Marienbild, aber nicht »Veit Stoß.«

Rathaus 1687, Erdgeschoß mit Quaderecken, über dem Portal ein an
Kaiser Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk.

4 Tortürme 14 Jh. (?).

S TA U C H I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Schloß für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von J. R. Petersell. 15 achsige
2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem Mittelrisalit; am flachen
Giebel Nachklänge von Renss.-Voluten. Sehr stattlicher und tiefer Vorsaal
mit doppelläufiger Treppe. Reihe von Bildnissen.

S TA U S E B A C H . RB Cassel Kr. Kirchhain.

Pfarr-K. 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus 8Eck
geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte Netzgwbb.

Page 529

— Einfache K a n z e l etwa E. 15. Jh. We i h w a s s e r s t e i n spätestgot. 16.
Jh. — Befestigter Kirchhof.

S T E C K E L B E R G . RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Burgruine. Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend 16. Jh.

S T E D T E N . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhältnismäßig
aufwändigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma — Schloß 1737, einfach.

S T E D T E N . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Rom. Dorf-K., das Detail geschmückter als gewöhnlich; got. überarbeitet.
Großer F l ü g e l a l t a r .

[pg 382]
S T E D T L I N G E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1736, sehr reiche K a n z e l . — Geschnitztes Fachwerkhaus 17.—
18. Jh.

S T E I N . K. Sachsen AH Zwickau.

Schloß, sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage bmkw. und
wohlerhalten.

S T E I N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte Dorf Steina
abgegangen). U n t e r s t e i n erb. 1544, stattlicher steinerner Unterbau,
Fachwerkobergeschoß. Noch ansehnlicher angelegt O b e r s t e i n 1582,
1594.

S T E I N A C H . UFranken BA Kissingen.

Pfarr-K. C r u c i f i x u s ; durch eine in der Seitenwunde verborgene
Urkunde von 1516 als eigene Arbeit Riemenschneiders beglaubigt; Holz;

Page 530

mit ausgeprägtem Streben nach weicher Schönheit in Haltung und
Körperform.

S T E I N A U . RB Cassel Kr. Schlüchtern.

S. Katharinen-K. 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche mit
gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im N O . — Geringe
Steinfiguren, Reste eines h . G r a b e s . —

Spgot. K a n z e l von Stein.

Schloß. Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige Anlage, umgeben
von hoher Mauer und trockenem Graben. An der NWSeite ein 3stöckiger
Saalbau, über 30 m lang. Das Erdgeschoß mit Netzgwb. auf 5 Mittelsäulen.
Das 2. Geschoß enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden); Reste von
Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3 Geschosse ein
Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbögen und Fischblasenblenden.
Sehr hoher Schloßturm mit bar. Bedachung.

Amtshaus 1562 spgot.

Rathaus 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschoßhalle.

Gasthaus zum Schwan 1620.

Ringmauern z. T. doppelt und Stadttürme ziemlich gut erhalten.

S T E I N B A C H . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration —
Stattliches H e r r e n h a u s (v. Pflugk) 1715.

S T E I N B A C H . UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. 1770 mit gefälliger Ausstattung der gleichen Zeit.

S T E I N B A C H . Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Page 531

Dorf-K. von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmälerer quadr. Chor und
1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewöhnlich fein.

S T E I N B A C H . UFranken BA Lohr.

Pfarr-K. 1723 von Balthasar Neumann. Den Typus der kleineren
Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in großem [pg 383]
Maßstabe St. Paulin in Trier), der dann auch von Neumanns Schule stark
kultiviert wurde, hat auch dieser anmutige Bau: eingezogenen, 3seitig
geschlossenen Chor, 1sch. Lhs. mit einspringendem WTurm. —
Ausstattung gut. — H o c h a l t a r etwas früher als der Bau. Linker
S e i t e n a l t a r von Leunenschloss 1723.— Silbergetriebenes K r u z i f i x ,
Augsburger Arbeit um Mitte 18. Jh. — K r e u z p a r t i k e l , Silber vergoldet;
um 1730, elegante Augsburger Arbeit, vermutungsweise nach Neumanns
Entwurf.

Schloß der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) von Balthasar
Neumann. Der ganz originelle Grundriß Längsbau, von zwei Querflügeln
rechtwinklig durchschnitten, so daß der Längsflügel noch als Risalit an den
Schmalseiten vortritt, während die inneren Schnittpunkte abgerundet sind,
macht die äußere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. Im Innern
in der Mitte der 2geschossige, große Saal mit guten Stuckaturen im
Charakter des fr. Rokoko. Reiche Ahnengalerie.

S T E I N B A C H - H A L L E N B E R G . KB Cassel Kr. Schmalkalden.

Burgruine Hallenburg. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der Henneberger.
Um 1600 verfallen.

Dorf-K. Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige Empore
mit Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente Bar. Kanzel. — Befestigter
Kirchhof, am Tor bez. 1605.

S T E I N B E R G . OFranken BA Kronach.

Pfarr-K. angeblich im 15. Jh. aus einer Burg.

S T E L Z E N . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Page 532

Pfarr-K. Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung älterer Teile.

S T E P F E R S H A U S E N . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen dieser
Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. — Die
Kirchhofsbefestigung mit Tortüren stand mit dem ehem. Schloß in
Verbindung. — F a c h w e r k h ä u s e r 17. und 18. Jh.

S T E R N B E R G . UFranken BA Königshofen.

Pfarr-K. (1673) mit guter Fassade. Stattlicher H o c h a l t a r .

Schloß um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen (Schema wie bei
dem Aschaffenburger Schloß).

S T E R P E R S D O R F. OFranken BA Höchstadt.

Wallfahrts-Kap. 1763.

S T E T T B A C H . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Zwei männliche H o l z f i g g . neben dem Hochaltar, schwache
Arbeiten ohne näheren Zusammenhang mit Riemenschneider.

[pg 384]
S T E T T E N . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?) Kaptt.
wiederbenutzt. Am Ta u f s t e i n von 1651 Ölgemälde in Kartuschen.

S T E T T F E L D . UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus gleicher Zeit. —
Chorbg. K r u z i f i x überlebensgroß, um 1520, bmkw. — G l o c k e 1354.

Mühle A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der Gegend.

S T E U D N I T Z . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Page 533

Dorf-K. rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren mit altem
Beschlag.

S T Ö C K A C H . UFranken BA Hofheim.

Schloß um 1730. Im Dorf schönes Fachwerkhaus.

S T O C K H E I M . UFranken BA Mellrichstadt.

Altes Zehnthaus. Mächtiger Fachwerkbau des 17. Jh.

Ansehnliche Reste der Dorfbefestigung.

S T O L B E R G . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Stadt-K. S. Martin 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schöne bronzene
G r a b p l a t t e der Elisabeth von Stolberg, geb. Gräfin v. Wirttenberg,
† 1505, nach allen Kennzeichen eine Arbeit der Vischerschen Werkstatt,
desgl. die G e d e n k t a f e l für den schon 1488 verstorbenen
Theologieprofessor Rispach mit Schmerzensmann. Großes Wandgrab für
den gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg.
Handwerkliche Bildnisse von L u t h e r und M e l a n c h t h o n 1611, besser
die P a s t o r e n p o r t r ä t s 1656, 1672.

Die alte Münze (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit Schnitzerei
gezierter Fachwerkbau 1535. — Rathaus 1482, rest. 1600. — Schloß,
große Gebäudegruppe, deren östl. Teile aus 16. Jh., mit stattlichem renss.
Portal.

S T O L L B E R G . UFranken BA Gerolzhofen.

Von der ma. Höhenburg ist die Anlage mit Gräben, sowie Teile des
sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten erhalten.

S T O L L B E R G . K. Sachsen AH Chemnitz.

Marien-K. Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.) umgebaut 1.
H. 15. Jh. als regelmäßige 2sch. Hallenkirche, eingezogener Chor 1 gerades

Page 534

Joch und 5/8 Schluß. Über dem Chor Dachreiter. — Spgot. S c h n i t z a l t a r
mit den 14 Nothelfern.

S T O L P E N . K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1490, durch Umbau 1793 entstellt. — Veste. Ruine, einige Teile
noch unter Dach. Prächtiges Renss.Eingangstor [pg 385] nach M. 16. Jh.,
nicht 1521; dieses Datum (ein sehr frühes für Renss.Architektur in
Deutschland) kommt nur der Nebenpforte zu. — K a p e l l e 1405 und 1440.

S T O L Z E N B U R G . RB Cassel Kr. Schlüchtern

Burgruine, mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten.

S T O L Z E N H A I N . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1592. Anlage unverändert ma., Fenster rundbg. — Intakte
A u s s t a t t u n g um 1680, recht gut der Altar.

S T Ö R M TA L . K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K., langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipaß angelegtem
OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau gotisierend 16. und 17.
Jh.

S T Ö S I T Z . K. Sachsen AH Oschatz.

Herrenhaus 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige Leistung von
Dresdner Künstlern zweiten Ranges.

S T R A S S B E R G . K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. von 1576, großer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse spitzbg.
Fenster, platter Chor.

S T R E H L A . K. Sachsen AH Oschatz.

Stadt-K. Spgot. Von Interesse die Ausstattung. H o c h a l t a r 1605 von
Hans Ditterich aus Freiberg, großes Auferstehungsrelief, am Sockel

Page 535

Abendmahl; die lebensgroßen Statuen gehören zu den besten der Zeit.
K a n z e l von 1565, ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige
Glasur leider überstrichen; die tragende lebensgroße Mosesstatue mit einem
Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengeländer Reliefs.
D e n k m a l e des Hans v. Beschwitz † 1496, tüchtige vollplastische
Standfigur; des Seb. Pflugk † 1557; des Otto Pflugk † 1568 (wohl von Hans
Walther); der Margarethe Pflugk † 1573 (Christoph Walther
zugeschrieben); des Otto Pflugk † 1591, bez. WK, das Ornament unter
niederländischem Einfluß; des Hans Pflugk † 1618 (Art Ch. Walthers). Die
zahlreichen Denkmäler des 17. und 18. Jh. haben geringeres Interesse.

Rathaus 1751, schlicht.

S T R E I T B E R G . OFranken BA Ebermannstadt.

Burgruine, umfängliche Anlage, wenig erhalten.

S T R E U F D O R F. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Wohl ältestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden
Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; noch einige rom.
Formen. Um 1500 Verlängerung des Chors. Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert.
— M o s e s - K a n z e l 1650; Ta u f s t e i n 16. Jh.; im Chor H o l z s t a t u e n
des Auferstandenen und der Kriegsknechte von 1718; i k o n . G r a b s t .
1701, 1716.

[pg 386]
S T R U P P E N . K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verändert; bmkw. rom.
Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit spätestrom. Rippengwb. aus
2. H. 13. Jh. — Im Pfarrhaus Reste eines S c h n i t z a l t a r s aus E. 15 Jh.

S T R U T H . RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Dorf-K. 1771. — D o r f l i n d e mit ummauertem Tanzplatz.

S U H L . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Page 536

Stadt-K. 1645 und jünger. Großzügiger Bar.Bau. Ansehnlicher
Bar.Kanzelbau.

Kreuz-K. 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus; die äußere
Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in Dresden (?) erinnern. Unter
Baueinfluß der K. ein Bürgerhaus mit fein stuckierter Fassade.

Schloß, gruppiert sich um einen unregelmäßig 4eck. Hof; Portale und
andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661, die Substruktionen gehen
bis 13. Jh. zurück.

S U L Z A ( D O R F ) . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Kirche in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich 15. und 17.
Jh.

S U L Z A ( S TA D T ) . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Kirche aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen Stuckator.

S Ü L Z E N B R Ü C K E N . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. Mischbau rom. bis 18. Jh. — Bmkw. gesticktes A n t e p e n d i u m
um 1400.

S U L Z F E L D . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal 1710 (der got.
Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich verstärkt). An der
Außenwand mehrere E p i t a p h e , das beste 1605. Großer Ö l b e r g im
bekannten Schema, 1497 gestiftet vom Schultheißen Lorenz Götz und zur
Erinnerung an diesen † 1534 eine Bronzetafel.

Rathaus 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das winzige
Städtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb effektvoll umrahmte
Portale.

Heiligenstatuen an den Häusern ungemein zahlreich und von
verhältnismäßig hoher Qualität.

Page 537

Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute
Stadtbild mit manchem stattlichen Treppengiebel und vielen kleinen, meist
zerbröckelten Mauertürmen.

S Ü L Z F E L D . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594. Mehrere bmkw.
Fachwerkhäuser, Datierungen 1612, 1619. — Dorflinde mit alter
Steinbank.

[pg 387]
S U L Z H E I M . UFranken BA Gerolzhofen.

Schloß (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Höchst stattlicher Bau um 1720
(der Hinweis auf Balth. Neumann sehr unsicher). Gestreckter Mittelbau, an
den Enden Querflügel vor- und rückwärts ausspringend. Im Detail
Kreuzung bambergischer und würzburgischer Formen (vgl. einerseits
Oberschweppach, andererseits Untertheres). Schöne Treppenanlage. In den
Zimmern Rok.Tapeten.

S U L Z TA L . UFranken BA Hammelburg.

Pfarr-K. Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von Bossi u. a.,
früher im Kloster Oberzell bei Würzburg.

S Y H R A . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. A l t a r w e r k (Holz) 1598. Aus
demselben Jahr die K a n z e l mit Wiederverwendung der got. Altarfiguren.
Mehrere v. Einsiedelsche G r a b d e n k m ä l e r .

Herrenhaus 1620, Umbau einer ma. Wasserburg.

S Y L B A C H . UFranken BA Haßfurt.

Dorfrathaus 1598. Allerliebster Fachwerkbau.

Page 538

T

TA L . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Kirche des ehem. Wilhelmitenklst. A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh., entstellt. —
Ruine Scharfenberg, fast nur der runde Bergfried erhalten.

TA L B Ü R G E L . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Benedikt.-Klst.-K. Unter den rom. Denkmälern Thüringens an Wert in
vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterführung desjenigen von Paulinzelle.
OBau 1142-1150, WBau bis A. 13. Jh. (die frühere Inschr. am Portal 1201
nicht mehr sichtbar). Lhs. nach 1200 fortgesetzt. — Der Chor zeigt das
Hirsauer Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an Cluniacenser-
und frühesten Cistercienserkirchen Burgunds öfters vorkommenden
Modifikation: neben dem Chorquadrat mit Apsis je z w e i Nebenchöre von
gleicher Anlage, aber sukzessive kleiner werdenden Maßen, so daß die
ganze Gruppe der 5 Chöre im Gr. staffelförmig zurückspringt. Um dieser
Anordnung Raum zu geben, sind die Flügel des Qsch. über das
gewöhnliche Maß verlängert. Die Chöre werden gewölbt gewesen sein;
alles übrige flachgedeckt. Eine Krypta war nicht vorhanden. (Diejenige, die
im 15. Jh. nebst einem got. Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die
Sschiffe des Lhs. enden mit Türmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war,
doch [pg 388] nicht, wie dort, das Erdgeschoß in das Schiff einbezogen,
sondern als massive Mauer ausgeführt, nur gegen das Qsch. mit einer
kleineren Doppelarkade geöffnet. Der zwischen diesen OTürmen liegende
Abschnitt des Msch. war gegen die Gemeinde-K. durch eine Bogenstellung
abgeschlossen (Vorform des Lettners). — Das Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in
auffallend dichter Stellung. Ihr Gr. ist oblong mit 6 Dreiviertelsäulen

Page 539

besetzt, davon 4 an den Ecken und je 1 unter dem Scheidbogen, wodurch
die Gesamtform einen gestreckten Gr. erhält. Das Profil der Scheidbgg. im
Anschluß an die Pfeilergliederung aus 3 Wulsten und Rücksprüngen
zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die eingebundenen Sll. jede
mit eigener Basis und eigenem Würfelkapitellchen, einzelne jedoch mit
vegetabilischem Schmuck, welcher ebenso wie die Palmettendekoration des
Gurtgesimses der Nordwand erst nach 1200 ausgeführt sein kann. Der
baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. — Im W ist dem Msch. eine 4 m
starke Mauermasse vorgelegt, in welche die Portalnische eingreift; das
Gewände abgetreppt und jederseits mit 4 Sll. besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit
grätigen Kreuzgewölben. Ungemein charaktervolle Gestalt der stämmigen
Sll., die Schäfte stark geschwellt; mächtige Würfelkapitelle und attische
Basen in Eckhülsen. Im W waren Türme nicht vorhanden. — Gesamtlänge
72 m. — Jetzt ist nur das Lhs. (mit zerstörtem Lichtgaden) als Kirche im
Gebrauch, 1860 sehr nüchtern whgest.; OBau und Vorhalle Ruine, südl.
Ssch. abgetragen, die Klostergebäude bis auf wenige Keller verschwunden.
— P i e t a s , Holz, um 1500. — G r a b s t e i n e des 16. und 17. Jh.

TA L H E I M . Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Dorf-K. gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die Backsteinteile
jünger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener quadr. Chor und 1/2kr. Apsis,
im W rck. Sattelturm. Dies ergibt eine 4fache von O nach W steigende
Höhenabstufung.

TA L L E B E N . Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

Dorf-K. mit sprom. Chorturm. — Wohnhäuser 1541, 1548.

TA N N . RB Cassel Kr. Gersfeld.

Gottesacker-K. mit großem v. Tannschem E p i t a p h .

Stadttor 1557 rundbogig mit Flankentürmen, geschweifte Hauben.

Schloß. Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680. Brunnen mit
bronzenen Delphinen.

Page 540

TA N N E B E R G . K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. — Schönes Wa n d g r a b m a l von
Andreas Walther 1575.

[pg 389]
TA N N E N B E R G . K. Sachsen AH Annaberg.

Dorf-K. Bmkw. A l t a r w e r k , bez. 1521. Die Gemälde in der Dekoration
schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand wie die Altäre in Einsiedel
und Ehrenfriedersdorf.

TA N N E N B E R G . RB Cassel Kr. Rotenburg

Burg, teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus 16. und 17. Jh.
Dabei 7stöckiger Wohnbau mit ausgekragter Kapellenapside.

TA U B E N H E I M . K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. Chor mit Zellengwb. in der Art Arnolds v. Westfalen. Rom.
Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. — A l t a r a u f s a t z aus
Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter Ta u f s t e i n wenig älter.

TA U B E N H E I M . K. Sachsen AH Löbau.

Dorf-K. 17. und 18. Jh. — Reich an G r a b d e n k m ä l e r n .

TA U C H A . K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. stattlich nüchterner Predigtsaal von 1772. — Beweinung Christi,
lebensgroßes ausdrucksvolles H o l z s c h n i t z w e r k des 16. Jh.

TA U T E N B U R G . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. S c h n i t z a l t a r mit gemalten Flügeln.

Schloßruine. Erhalten ein trapezförmiger rom. Turm mit Zinnenkranz.

T E I C H A . Pr. Sachsen Saalkreis.

Page 541

Dorf-K. einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got. Sakramentsnische.
Spgot. S c h n i t z a l t a r , einer von den besseren. Auf dem Friedhof
Grabsteine des 18. Jh., bmkw. durch Ornamente und Trachten.

T E I C H W E I D E N . Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K., rom. Anlage, spgot. umgebaut. — Guter spgot. S c h n i t z a l t a r .

T E I L H E I M . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches Beispiel für
den Formenkampf der Übergangszeit. — A l t ä r e um 1700, auf einem
(nördl.) gute lebensgroße H o l z f i g . , Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh.
— P r i e s t e r g r a b s t e i n 1496. — K a n z e l um 1525, früheste Renss.

T E I S T U N G E N B U R G . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Die bestehende Kirche 1724, Tonnengwb.
mit aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, WPortal mit
figurengeschmücktem Nischenaufbau. Reste des Kreuzgangs.

T E N N E B E R G . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Schloß. Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar.
Deckengemälde.

[pg 390]
T E N N S T E D T. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

Pfarr-K. Kreuzgewölbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418 (Inschr.). Das
3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken hergestellt.

T E T T E N B O R N . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die Fortdauer des
got. Stils noch 1608.

T E U T L E B E N . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Page 542

Dorf-K. Verhältnismäßig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.; Chorquadrat mit
Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; im W eine Empore auf 2
rippenlosen Kreuzgewölben, der Fußbodenbelag aus Platten mit Tier- und
Pflanzen-Ornamenten in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail.
— Ta u f s t e i n 1586, vielleicht nach rom. Muster; prächtige K a n z e l
hinter dem Altar A. 18. Jh.

T H A L LW I T Z . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Chor um 1440, Schiff 1626. — Zahlreiche D e n k m ä l e r , meist
der Familie v. Holtzendorff.

Schloß des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender P a r k in französischer
Art 1764.

T H A M S B R Ü C K . Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

Stadt-K. Sch. 1669. Der got. Turm im O und über dem Altarhaus; wohl in
Nachwirkung einer rom. Anlage. — Großes R e n s s . E p i t a p h der
Familien v. Berlepsch und v. Haugwitz.

T H A N G E L S T E D T. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. Rom. OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. — A l t a r w e r k
1498.

T H A R A N D T. K. Sachsen AH Dresden-A.

Kirche charakterlos. In der Sakristei K r e u z i g u n g s g r u p p e um 1500,
temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht bekannten Künstlers von
selbständiger Physiognomie. Die darunter angebrachte P r e d e l l a 17. Jh.
Ungewisser Herkunft das eingemauerte rom. P o r t a l , von nicht
gewöhnlicher Feinheit, um 1220-30. — Tüchtige i k o n . G r a b s t e i n e
1634, 1667.

Schloß 1446 unter Oberleitung Arnolds v. Westfalen (vgl. Meißen)
umgebaut, jetzt Ruine.

T H E K L A . K. Sachsen AH Leipzig.

Page 543

Dorf-K. aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte Bretterdecke
1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter Brüstung. — Glocke aus 13. Jh.
— Am A b e n d m a h l s k e l c h der Knauf hervorragende Arbeit des 13. Jh.,
Fuß 15. Jh., Kuppa neu.

[pg 391]
T H E M A R . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Stadt-K. beg. 1488; mehrere spätere Umbauten laufen ineinander. 1sch. mit
eingezogenem, länglichem, gewölbtem Achteckchor; daneben Turm. Die
2geschossige Emporenanlage von 1541 mit hübsch durchgebildeten
Einzelheiten. — Im Chor 4 spgot. S c h n i t z a l t ä r e mit gemalten Flügeln,
der älteste der an der SOSeite.

Amtshaus bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. — Wohnhäuser bez.
1601 (Hintere Stadt 170), 1672 (Römhilder Str. 65). — Stadtbefestigung
1457.

T H E U M A . K. Sachsen AH Plauen.

Kirche, ehem. des Deutschordens. 1sch. Gewölbebau um 1400. —
Vierflügeliges A l t a r w e r k A. 16. Jh.

T H I E R B A C H . K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. in großem befestigtem Kirchhof. — A l t a r und D e c k e n s t u c k
mit biblischen Darstellungen um 1680.

T H I E R S T E I N . OFranken BA Wunsiedel.

Burg. Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553, rest. 1640,
verbrannt 1725.

T H O S S E N . K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. Vierflügeliges A l t a r w e r k um 1500; über der Predella die
liegende Stifterfigur.

T H R E N A . K. Sachsen AH Grimma.

Page 544

Dorf-K. rom. Anlage. Stattlicher spgot. S c h n i t z a l t a r , wohl aus dem
Klst. Eiche.

T H U L B A . UFranken BA Hammelburg.

Ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Gegr. 1127. Das Klst. im Bauernkrieg
zerstört. Die rom. Kirche erhalten, stattliche kreuzf. Pfeiler-Basilika. Im
Lhs. ein Teil der Stützen ausgebrochen, vielleicht urspr. Stützenwechsel.
Rest eines Kreuzganges mit Würfelknaufsäulen. — Rok. E p i t a p h e .

Ehem. Propsteihaus (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736.

T H Ü N G E N . UFranken BA Karlstadt.

Protest. K. Charakterlos verbaut. Thüngensche Grabsteine 18. Jh. Kath. K.
neu. Auf den neuen Altären bmkw. Reste älterer Plastik, bez. CB 1627.

Friedhofs-Kap. neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche v.
Thüngensche G r a b s t e i n e aus dem. 16. Jh.

Schloß, Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh.

T H ü N G E R S H E I M . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. — Ta u f s t e i n [pg 392]
1590. K a n z e l 1605. O r g e l und C h o r s t ü h l e rok. Bürgerliche
E p i t a p h e des 17. Jh. Kirchhofsmauer mit Gaden. — 3 einfache Tore
1588, 1609, 1751. Altertümliche Straßenbilder. Haus no 260 gefälliger
spgot. Bau mit ansehnlicher Zimmerausstattung. An no 188 M a d o n n a um
1520, an no 189 J o h a n n e s um 1780. — Zahlreiche (9) Bildstöcke 15.-18.
Jh.

Brunnenhaus mit schöner M a d o n n a von Riemenschneider.

T H U R M . K. Sachsen AH Glauchau.

Dorf-K. 1729. — S c h n i t z a l t a r um 1500. K e l c h 1571. G r a b m a l des
Wolf v. Weißenbach, † 1584, von Samuel und Uriel Lorentz aus Freiberg;
reicher Aufbau in bedeutenden Maßen, die lebensgroßen Gestalten des

Page 545

Verstorbenen und seiner zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor
mit Vergoldung.

T H U R N A U . OFranken BA Kulmbach.

Kirche. Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur
von derselben Hand wie in der Ordenskirche in Bayreuth. — Großer
Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer Verkürzung. Kanzel auf 2
lebensgroßen Stuckfiguren, Moses und Johannes.

Marktbrunnen mit Neptun um 1700.

Schloß der Grafen Giech. Ältester Teil, A. 13. Jh., die sog. Kemenate;
Treppen-Turm 1591; schöner Erker 1570. Weiter westl. einfacher Renss.-
Bau 2. H. 16. Jh. Am Haupthof der Karl-Maximiliansbau und der Hans-
Georgenbau 1729-31. Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die
Bildhauerarbeiten an Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten
an der Plassenburg.

T I E F E N O R T. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten. Eingemauert
ein rom. Türsturz in flacher Giebelform. S t e i n k a n z e l 1550, gotisierend.
G r a b s t . des Grafen Adam v. Bruhlingen, † 1538, in guter fr. Renss.
Andere G r a b s t . 17. Jh.

T I E F E N S E E . Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Schloß. Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen Landsitzes E. 16.
oder A. 17. Jh.

T I E F U R T. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. aus 15. und 18. Jh.

Schloß ganz bescheidene Anlage von ca. 1760.

T I N Z . Reuß j. L. LA Gera.

Page 546

Dorf-K. Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar.

Fürstl. Lustschloß 1748 ff.

[pg 393]
T O N N D O R F. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. WTurm rom., Lhs. 1494.

Burgruine mit Resten aus 12. Jh.

T O R G A U . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. S. Marien 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schluß mit 3 polyg.
Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen Langchor hinausgeschoben.
Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im Chor Zellengwb. Doppeltürmige rom.
WFront (der STurm bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte
Schallöffnungen, deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang
und Fensterrosen. Renss. Sakristei. — Hölzerne K a n z e l mit Evangelisten
1582. Ta u f s t e i n 1693. Marmorner A l t a r a u f s a t z 18. Jh. —
B r o n z e p l a t t e der Sophie v. Mecklenburg † 1503 aus der Vischerschen
Hütte, bez. 1504. G r a b s t . der Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau
† 1552, halbrundes bemaltes Relief. Zahlreiche E p i t a p h e an der
Außenwand, darunter das des Baumeisters Konrad Krebs † 1540. —
T r i p t y c h o n bez. 1509. — L u t h e r p o r t r ä t in Papiermasse 16. Jh. —
Bmkw. A l t a r g e r ä t e . [Ein lange verschollen gewesenes Hauptbild L.
Cranachs jetzt im Mus. Frankfurt a. M.]

Alltags-K. (Militärmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4 Achsen,
verlängerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schluß. Die Fenster des Lhs. 3teilig
mit Vorhangbg. und überschnittenem Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit
rundbg. Maßwerk und Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. —
G r a b s t . 1463.

Nikolai-K. (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten
Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Türme mit renss. Giebeln und
Bischofsmützen.

Page 547

Rathaus große 3flügelige Anlage, ehemals rein renss., wovon jetzt noch der
SOGiebel und ein prächtiger Erker.

Stadtmauer Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden Wichhäusern.

Privathäuser: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. 354 mit
Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale häufig,
hervorzuheben Schloßstr. 453.

Schloß Hartenfels. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13. und 14. Jh.
Für die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten 1533-44 und 1616-23.
Mit seinen vielen teils runden, teils viereckigen Türmen und hochragenden
Mauermassen gibt das Schloß besonders vom jenseitigen Elbufer eine
großartige Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. Cranachsche
Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne verdorben.
Architektonisch am bedeutendsten, eine Hauptleistung [pg 394] der
FrRenss. in Deutschland, ist die Hoffront des 1533-35 von Konrad Krebs
erbauten OFlügels. Langgestreckter 4geschossiger Aufbau mit mäßig
großen spgot. Vorhangfenstern und einem auf mittlerer Höhe balkonartig
vorgekragten Laufgang; von durchschlagender Wirkung als Vertikalkontrast
das aus der Mitte vorspringende Treppenhaus; schlichter rck. Unterbau in
Höhe des Erdgeschosses mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die
eigentliche Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors; der
Aufbau in Pfll. aufgelöst, zwischen denen die Spirallinien der Stiege auch
nach außen sichtbar gemacht sind; Pilaster und Brüstungen mit reichstem
FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein von Dresdener Steinmetzen
angefertigt); der krönende Giebel folgt der Krümmung des Gr. Das Ganze
die renaissancemäßige Umsetzung des analogen Motivs am Schloß zu
Meißen; Kenntnis des Schlosses von Blois möglich, doch nicht notwendig.
Ein an die NSeite geschobener Erker von höchster Pracht und Feinheit der
Dekoration und ein aus der SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit
offenen Umgängen vervollständigt durch Brechung der Symmetrie den
malerischen Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze
Hauptschloß einnehmenden Saal von 14 : 70 m. — Schloßkirche 1543-44
von Nickel Grohmann. Von Luther persönlich eingeweiht und tatsächlich
»die erste protestantische Kirche«. Die Anlage erklärt sich aber nicht
sowohl aus neuen Forderungen des protestantischen Gottesdienstes, als aus

Page 548

der Eigenschaft als Schloßkirche, deren mehrere in dieser Gegend schon E.
15. Jh. ähnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirstädt). Die Kirche ist
lediglich ein in den NFlügel des Schlosses eingebauter Saal, gleich den
übrigen Teilen 3geschossig, was im Innern zur Anlage von Doppelemporen
führt; dieselben ruhen auf Flachbögen, die zwischen die einwärts
gezogenen Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne
mit Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel am
Mittelpfeiler der SSeite. — Der prachtvolle A l t a r a u f s a t z stammt aus
der Schloß-K. zu Dresden; keine Künstlerbezeichnung; Art der Walther.
Eine dekorativ vorzügliche Arbeit die D e d i k a t i o n s t a f e l mit dem
Porträt Luthers zwischen denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh.
Friedrich, gegossen 1545 durch Wolf und Oswald Hilger.

T R A G N I T Z . K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Spgot. flachged. Schiff mit verhältnismäßig großem Chor. Das
Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten Felderdecke, seinen
Emporen, Stübchen und Stühlen »wohl das malerischste in Sachsen«. Der
A l t a r 1659 von [pg 395] dem Bildhauer V. Otte und dem Maler J. Richter
(vgl. Leisnig).

T R A P P S TA D T. UFranken BA Königshofen.

Schloß (früher v. Bibra) um 1700. Ein älterer Bau von 1616. Guter,
großfiguriger Ofen.

Dorf-K. Gleichzeitig mit dem Schloß, mit nicht übler Fassade.

T R A U N . Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. Der rom. Turm östl. über quadr. Altarhaus.

T R A U S TA D T. UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. Zwei gute spgot. H o l z f i g u r e n um 1500 im Stil
Riemenschneiders. Stattlicher H o c h a l t a r um 1680.

Page 549

Ehem. Schloß (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih. Voit-Rieneck.
Das Innere verwüstet. Im einstigen Festsaal bmkw. Reste einer ernst-
pompösen Dekoration in Stuck und Malerei, besonders interessant durch
die Zeitstellung, Epoche der ersten Wiederbelebung der Kunst nach dem
30 jährigen Kriege.

T R A U T Z S C H E N . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. 1475. WTurm mit 8eck. Obergeschoß und originellem Dach (wohl
17. Jh.). — Bmkw. S a n d s t e i n w a n d g r a b des Burgold Puster † 1567.
— G l o c k e mit Reliefbildern bez. 1462.

T R E B E N . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. um 1450, WTurm A. 13. Jh. — Große G e d e n k t a f e l für H. v.
Bünau 1600.

T R E B E N . Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K., spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh.

T R E B G A S T. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. 1740. Für eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der Zeit des
Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich. Am breiten,
flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, darüber Turm. Da am
Chorbg. noch got. Profile vorhanden sind, wird die Disposition ins hohe
Ma. zurückgehen. Sonst ist die Kirche in schönen Quadern völlig erneuert.
An den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der
Fenstergewände; der Turm 3geschossig, sehr hübsch die Überführung
zuerst in ein ungleichseitiges, dann in ein regelmäßiges 8Eck. Das Innere
ganz einheitlich erhalten (nur die moderne Färbung etwas störend); ringsum
tiefe Emporen, schönes Orgelgehäuse, hervorragend gut stuckierter Plafond,
Kronleuchter mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau über dem
Altar zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das Ganze zwischen
Reichtum und Armut in anständiger Mitte, von gebildetem Geschmack,
heiter, reinlich; nicht leicht kann für den protestantischen Geist im Zeitalter
des Rationalismus ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. — Reste

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einer [pg 396] prächtig skulptierten renss. S t e i n k a n z e l in der Holzlege
des Pfarrhauses.

Pfarrhaus aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau.

Rochus-Kap. anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos.

T R E B S E N . K. Sachsen AH Grimma.

Schloß, 1522 für Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen. Der
mittlere Flügel lehnt sich an einen kolossalen wohl älteren Rundturm;
spgot. Giebel; Veränderungen 1783.

T R E F F U R T. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

S. Bonifazius-K. Sprom. ca. 1230-50, unter Einfluß von S. Blasien in
Mühlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch. kreuzförmige Anlage in
schmuckreicher Ausführung; einfacher und etwas jünger, schon stark mit
got. Elementen durchsetzt das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und
Qsch. mit spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in geschärfter Rundstab
begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit Teilungsringen,
an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und Knospenwerk;
Kleeblattpiscinen in der Art derer von Walkenried. Das Lhs. jetzt mit
Bretterdecke, Qsch. und Lhs. mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne
dasselbe. Die Portalnische am nördl. Kreuzarm zur Gewinnung größerer
Tiefe halb vorgebaut, 3 Rücksprünge mit Säulen, die eckigen Teile des
Gewändes wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab besetzt; ein
nordwestfranzösisches Motiv; soll man an einen von dort kommenden
Arbeiter denken? Das Tympanon wird ein Gemälde getragen haben. Der
schlichte WBau hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein
Fachwerkgeschoß.

Rathaus. Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und Freitreppe.

Burg Normannstein. Stattliche Ruine; der Rundturm und das zunächst
anstoßende, einst durch eine hölzerne Brücke verbundene Gebäude 13. Jh.

T R E I S B A C H . RB Cassel Kr. Marburg.

Page 551

Dorf-K. frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2säulenförm.
Strebepfll. Kleine Schlitzfenster.

T R E N D E L B U R G . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Stadt-K. 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. K a n z e l 1633.
Wa n d m a l e r e i , h. Christophorus u. a. Vier G r a b s t e i n e 1577-1604.

Burg. Wohngebäude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben von Gräben und
Mauern mit 4 Ecktürmen.

T R E N N F E L D . UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. um 1614 umgebaut. E p i t a p h i e n ; an der Außenseite H. von
Reinstein † 1349, R. v. Gebstetter † 1540 von P. Dell d. J.; vom selben
Enders v. Bibra † 1553.

[pg 397]
T R E P P E N D O R F. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb., Lhs. spgot. und
1756. — A l t a r w e r k um 1480.

T R E Y S A . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Ehem. Pfarr-K. (»Totenkirche«). Um 1230-40 sprom. begonnen;
beabsichtigt als Basilika mit flachem Msch. und gewölbten Sschiffen. Von
diesem bis zu halber Höhe ausgeführten Bau die ungegliederten rundbg.
Arkaden (5 Paare) auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck
der Marburger Elisabeth-K. geändert, doch mit Beibehaltung des basilikalen
Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als Bündeldienste umgearbeitet,
den Außenwänden Strebepfll. vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom.
rundbg., die Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Maßwerk.
Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schluß. — Aus der
SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls einfache Turm auf;
von Interesse nur die Krönung mit 4 großen Giebeln, ebensoviel diagonal
gestellten kleinen und gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das

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polychrome System noch erkennbar. — Nach dem 1834 begonnenen, dann
eingestellten Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach.

Dominikaner-K. (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch 2sch.
Hallenkirche. Der Chor schließt sich dem nördl. Sch. an. Das Sch. mit 8,
der Chor mit 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Die Formen tunlichst
vereinfacht, nur die Portale reicher. Die abwechselnd 8eck. und runden
Schafte ohne Kaptt., die Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. Über dem Ssch.
standen Giebel und quergestellte Dächer. Im Winkel zwischen Ssch. und
Chor ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerstört. — Ikon.
G r a b s t e i n des Hermannus de Wildungen, episcopus [titular.] Scopiensis
† 1396, kleinere Nebenfigg. zweier Geistlichen. — R e l i e f s von
gebranntem Ton, Stationsbilder, an den Strebepfl. (15. Jh.). — Bmkw. die
To t e n l e u c h t e am Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. — O r g e l b ü h n e von
Holz bez. 1466.

Spital-K. zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß.
Das Äußere, ohne Strebepfll., hat in dem an der SWEcke angebrachten
zierlichen 7seitigen Baldachin und dem über dem steilen WGiebel
aufsteigenden steinernen Glockentürmchen einen eigentümlichen und
anziehenden Schmuck. — Blende mit dem in Stein gehauenen L e i c h n a m
C h r i s t i , schlichte Handwerksarbeit um 1400. — Bei der Rest. 1910
wurden an allen Wänden Spuren von figürlicher M a l e r e i entdeckt.

Rathaus. Steinernes Erdgeschoß mit got. spitzbg. Fries. Die [pg 398]
folgenden Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. — Brunnen mit
kleiner Rolandfig.

Stadtmauer an verschiedenen Stellen in voller Höhe erhalten.

T R I E F E N S T E I N . UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. Klst.-K. (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige Kirche erb.
1685 ff., wohl nach dem Risse von Valentin Pezani, von welchem
nachweisbar 1696 die Klostergebäude aufgeführt wurden. Was den
stattlichen, aber architektonisch nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht, ist
die in den Jahren um 1780 (die Deckengemälde voll. 1786)
hinzugekommene Ausstattung. Die Stuckaturen von Augustin Bossi, ebenso

Page 553

von ihm die prächtigen Altäre und die Kanzel aus Stuckmarmor. Die
Altargemälde von Osw. Onghers 1694 f. von der früheren Ausstattung
herübergenommen. Die großen Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner
das Chorgestühl, die Orgel und die Beichtstühle in der Richtung P. A.
Wagners, die Deckengemälde von Januarius Zick. Die Tendenzen des
frühen Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen Kirche ein
Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf ein Minimum, Ornamentik
und Motive der klassischen Architektur und architektonische Funktionen
vortäuschend; völliger Parallelismus in der Anordnung, so daß sogar bei der
an das Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster durch
eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber fein berechnete
Anwendung der Farbe im zarten, kühlen Dreiklang von meergrün, weiß und
mattgold.

Klostergebäude, erbaut 1696 ff., durch Valentin Pezani, mit Verwendung
weniger älterer Teile; schmucklos. Jetzt Schloß des Fürsten von
Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.

T R I E S T E W I T Z . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung, Gestühl,
Empore, Decke reich bemalt. E p i t a p h 1689, 1704.

T R I M B E R G . UFranken BA Hammelburg.

Burg-Ruine. Erstmals erwähnt 1018. Stammburg eines altberühmten
Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden deutlich erkennbar. Die
Innenburg in der Anlage rom.; jedoch reichen nur mehr der Bergfried und
die ihn einschließende Schildmauer in das 12. Jh. zurück. Die beiden Palas
17. Jh. Bering mit Bastionstürmen 15.—16. Jh. Ähnlichkeit in der
Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg.

T R O S S E N F U R T. UFranken BA Haßfurt.

Dorf-K. sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet, gut erhalten
der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, über dem Quadrium Rippengwb. auf
Eckpfll. mit Würfelkaptt. [pg 399] schwerer, gediegener Quaderbau. —

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Üppige A u s s t a t t u n g in ländlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige,
sorgfältig durchgebildete M a d o n n a , um 1500.

T R O S TA D T. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Ehem. Prämonstratenser-Nonnen-Klst. Die Kirche einfaches Rck., in den
unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt zu landwirtschaftlichen
Bedürfnissen eingerichtet.

T R U S E N . RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Dorf-K. 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-weiß. —
K i n d e r g r a b s t e i n 1570. Zinnerne We i n k a n n e , feine Renss. um 1550.

T Ü C H E R S F E L D . OFranken BA Pegnitz.

2 Burgen, geringe Reste.

T Ü C K E L H A U S E N . BFranken BA Ochsenfurt.

Ehem. Klst.-K. Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als
Prämonstratenserdoppelklst. 1350 mit Karthäusern besetzt. Beschädigung
im Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613. Im jetzigen Zustand
Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom. Anlage nicht mehr sicher
festzustellen. Rom. Formen, und zwar schon A. 13. Jh., hauptsächlich an
der Außenwand des platt geschlossenen Chores; das große rom. Fenster
wird an der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-
fries, umsäumt. Das Qsch. hatte an seiner OWand große Apsiden (durch
Ausgrabung nachgewiesen); seine Flügel im 14. Jh. durch eingezogene
Zwischenwände abgesondert und zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus
der Juliuszeit, verwandten Charakters mit Dittelbach. Vor der großen
ungegliederten verputzten Fläche hebt sich das reiche und kraftvolle Portal
in fr. Barockform (bez. 1615) mit großer Wirkung ab; an den Kanten
Diamantquadern. Außerdem geben die schweren bar. Giebeldekorationen
der Außenansicht das Gepräge. — Großer figurenreicher H o c h a l t a r von
Wolfgang Auwera nach 1750. K a n z e l um 1720 aus S. Barbara in
Würzburg. Bedeutendes C h o r g e s t ü h l in reicher Rocailledekoration
1746. Schöne M o n s t r a n z um 1720.

Page 555

Klostergebäude. Der typische Charakter der Karthause gut erhalten. Der
weitläufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten Zellen ist so angelegt, daß die
Kirche den WFlügel in der Mitte durchschneidet. Vor der Kirche das
Verwaltungsgebäude. Der große Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale
Becken mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild.

Pfarr-K. S. Lambert (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem
4eck. Chor. Interessantes rom. Detail.

[pg 400]

U

Ü B I G A U . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Stadt-K. langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau, Rest. 1681.

Ü B I G A U . K. Sachsen Dresden-N.

Schloß 1724 für Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau von 20 :
13,5 m mit wenigen, aber großen Gemächern; allseitig eine (1726 von
Eosander v. Göthe hinzugefügte) 2geschossige Pfeiler- und Bogenhalle,
deren der ital. Hochrenss. nahestehende Haltung sich erheblich von der
sonst in Dresden üblichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen
großen streng architektonischen Motiven; erhalten nur die
K i n d e r g r u p p e n auf der Brüstungsmauer.

U D E R . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal 1720. Die
Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungewöhnlich. Einheitliche
ungestörte Barockausstattung. Got. K l a p p a l t a r .

Page 556

U D E S T E D T. Sachsen-Weimar. VB Weimar.

Große Dorf-K., wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm um 1380. —
S c h n i t z a l t a r 1520 (in veränderter Anordnung) wohl fränkische Arbeit,
die bmkw. gemalten Flügel jünger. — G l a s s c h e i b e n 1594.

U H Y S T. K. Sachsen AH Bautzen.

Große Dorf-K. von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, Turm
an der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel an der anderen Längsseite.

U L B E R S D O R F. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. A l t a r , die Gemälde bez. Gottfr. Schaicker 1685 (Reste des got.
Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 G r a b p l a t t e n E. 16. bis A. 17. Jh.,
meist derer v. Hermsdorf.

U M M E R S TA D T. Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen.

Stadt-K. Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor, darüber Turm.

Gottesacker-K. rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. umgestaltet.
Befestigter Kirchhof.

Marktbrunnen 1743.

U M P F E R S T E D T. Sachsen-Weimar. VB Weimar.

Dorf-K. aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern. Der Chor
frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel mit Kruzifix. Lhs,
16. Jh. mit Holztonne.

U N S L E B E N . UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. 1sch. spgot., älter das quadr. Altarhaus mit 1812 erneuertem Turm.
— 4 adlige E p i t a p h e 16. Jh.

[pg 401]

Page 557

Schloß (Wasseranlage), guter Typus eines fränkischen Reichsrittersitzes,
älteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich jedoch renss. und bar.
Einige getäfelte Zimmer mit ornamentaler Bemalung 16. Jh.

U N T E R D Ü R R B A C H . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar bmkw.
Kreuzgruppe von Peter Wagner.

U N T E R E R T H A L . UFranken BA Hammelburg.

Pfarr-K. Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. verändert. Drei Renss.-
Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. H R 1554. Werke des gleichen
Meisters kommen in der Gegend öfters vor (Thüngen, Windheim,
Hammelburg).

U N T E R E S S F E L D . UFranken BA Königshofen.

Dorf-K. Für die Gegend bezeichnender Spätbarockbau (1699). Reiche
Fachwerkhäuser und charakteristische Hofanlagen mit skulptierten Toren,
meist in schwerem Spätbarock.

U N T E R G R E I S S L A U . Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K., vielleicht zu dem im 13. Jh. erwähnten, dann verschollenen
Nonnenkonvent gehörig. Sprom. Apsis, durch schlanke Halbsäulen
gegliedert, Sockel und Fenstergewände fein profiliert; desgl. Portal.

U N T E R H O H E N R I E D . UFranken BA Haßfurt.

Kath. Pfarr-K. 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle und Giebel.

Prot. Pfarr-K. 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. verändert. — Wertvoller
S c h n i t z a l t a r A. 16. Jh. G l o c k e 14. Jh. Eine z w e i t e 1510.

U N T E R L A U T E R . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schießscharten 16. Jh.

Page 558

Ehem. Herrenhaus mit Wappenstein 1517.

Brunnenhaus 1510 und 18. Jh.

U N T E R L E I N A C H . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierend A. 17. Jh. — Hochaltar 1743 von Benedikt Schlecht.

U N T E R L E I T E R B A C H . OFranken BA Staffelstein.

Pfarr-K. 1439-52, umgebaut im 18. Jh. — K a n z e l 1590. Großes
G r a b m a l für L. v. Schaumburg von Hans Werner 1588. Großer A l t a r
mit Reliefflügeln aus der Nürnberger Schule um 1500.

U N T E R M A S S F E L D . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Wasserburg 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstürmen, ähnlich
Bibra, einer bez. 1669.

U N T E R M E R Z B A C H . UFranken BA Ebern.

Schloß (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im [pg 402] 18. Jh.
Große bar. Terrasse (früher anschließend der Garten) hebt die schon von
Natur schöne Lage.

U N T E R M H A U S . Reuß j. L. LA Gera.

Kirche einfach got. M. 15. Jh.

Fürstl. Residenzschloß Osterstein, einst Grenzveste gegen die Slawen, der
kolossale Bergfried mit 4 m Mauerstärke. Jetzt wesentl. 1686-1735; die
S c h l o ß - K . 1752. Das Äußere, wie an den übrigen thüringischen
Fürstenschlössern der Zeit (Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld,
Weißenfels usw.) ganz anspruchslos; etwas aufwändiger die Innenräume;
bmkw. Stuckdecken.

U N T E R - N E U B R U N N . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1490, erweitert 1723.

Page 559

U N T E R P L E I C H F E L D . UFranken BA Würzburg.

Rest eines ehem. Grumbachschen Schlosses.

U N T E R R E I C H E N B A C H . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. Schon 810 erwähnt; jetziger Bau 1748. — D o p p e l g r a b s t e i n
zweier Gräfinnen v. Weilnau 1364.

U N T E R R I S S D O R F. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. rom. Der Turm, wie in dieser Gegend häufig, ohne Tür, d. h. zur
Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg. mit dem Sch. verbunden, an
den Kämpfern rom. Ornamente, Seitentür mit rom. Tympanon.

U N T E R R Ö B L I N G E N . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Beispiel einer größeren rom. Dorf-K. Sch. rck. mit 3 Fenstern und 2 Türen;
im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden geöffnet; quadr. Vorchor
und 1/2kr. Apsis. — Eine ähnliche Kirche in Ober-Röblingen.

U N T E R S I E M A U . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh., Gemälde der
Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. — I k o n . G r a b s t e i n 1557.

Schloß. Das obere 2. H. 16. Jh., erhöht 1682; das untere 16. Jh. mit
neuklassischem Saal.

Pyramide zum Gedächtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs Ernst
Friedrich 1799.

U N T E R S T E I N A C H . OFranken BA Stadtsteinach, BA Bamberg II,
BA Bayreuth.

Pfarr-K. Schiff sprom., netzgewölbt 1506. Turm 1715. Kanzel und Altar in
schöner Schnitzarbeit 1631.

U N T E R S U H L . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Page 560

Dorf-K. 1615. Merkwürdigerweise ein Rundbau, Altarhaus in 3/4kreis
ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller Dachhelm.

[pg 403]
U N T E R T H E R E S . UFranken BA Haßfurt.

Pfarr-K. 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altäre gegen 1760.

U N T E R W E I D . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. 1719. OTurm von alter Anlage. — Ummauerte D o r f l i n d e , bez.
1578.

U N T E R W E I S S B A C H . Schwarzbg.-Rudolst. LA Königsee.

Dorf-K. 1767. Gut erhaltenes A l t a r w e r k , Saalfelder Arbeit von 1510.

U N T E R W E L L E N B O R N . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark verändert, das Innere mit bar.
Emporen gefüllt. — S c h n i t z a l t a r 1512, die Figuren ungewöhnlich groß.

U N T E R W Ö L L N I T Z . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 1743. Bäuerlicher Zentralbau.

U N T E R Z E L L b. Würzburg s. Zell.

U T E N B A C H . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck, eingezogener
quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den Einzelheiten der ursp.
Stilcharakter verwischt.

U T E N B A C H . Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail, nach dem zu
urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes war; übel verunstaltet und
verbaut.

Page 561

U T T E R S H A U S E N . RB Cassel Kr. Fritzlar.

Dorf-K. Chor 1520, Sch. 1767. — 2 S a n d s t e i n r e l i e f s , S. Georg und
Kreuztragung, spätestgot.; das letztere jetzt als Vorderwand vorn im Altar
eingemauert.

Ü T T I N G E N . UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. 1730 mit beachtenswertem Ölgemälde, bez. J. J. Siecht 1621.

V

VA C H A . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Stadt-K. Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom. Portal und
kleinen frgot. Fenstern. Obergeschoß 16. Jh. — in der Sakristei 2
B i l d n i s g r a b s t e i n e 1621; sorgfältige Kostümbilder.

Klst.-K. der Serviten. Der allein erhaltene Chor um 1400 dient als
Friedhofs-K. — Wa n d g e m ä l d e E. 15. Jh. (rest.). R i t t e r g r a b s t e i n e
v. Mansbach 1483, v. d. Tann 1424.

Haus Widemark, sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß,
erb. 1613 von Hans Weber aus Hersfeld in hessischem Charakter. Die
innere Ausstattung z. T. erhalten. [pg 404] — Auch sonst mehrere gute
Fachwerkhäuser, namentlich das ehem. Rathaus. (1878 brannten 64
Wohnhäuser ab.)

Der Brunnen von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schönsten in
Thüringen gerechnet.

Stadtbefestigung in beträchtlichen Teilen erhalten. — In der Nähe die
vorgeschichtliche Burg Oechsen.

Page 562

VA C H D O R F. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg. Kirche nach
1626. Einfache, ansprechende A u s s t a t t u n g aus derselben Zeit.

VA R G U L A . Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

Dorf-K. Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609.

V E I T H Ö C H S H E I M . UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. von 1690 mit sprom. Turm. A u s s t a t t u n g aus der gleichen und
der nächstfolgenden Zeit.

Friedhofs-Kap. einfach rom. 12. Jh., Veränderung 1589. — Gute B a r.
Plastik.

Schloß. Erste noch bescheidene Anlage für Fürstbischof v. Dernbach,
(1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche 1748. Erweiterung des
Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, nach Plänen von Neumann. Im
Treppenhaus bmkw. Skulpturen von P. Wagner um 1770. Die hübsche, doch
nicht bedeutende Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. — Den
Ruhm Veithöchsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen des
Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim 1763-75 (Leiter, doch kaum
Erfinder, der Bauamtmann Geigel). Der kleinere ältere Teil liegt in der
Achse des Schlosses, der jüngere seitlich, Verbindung durch Terrassen. —
Die räumliche Ausdehnung nicht sehr groß (der untere Garten 300m lang,
200 m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und See, ganz
verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in der Veithöchsheim
unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Künstler (mit Gehilfen): Auwera, noch
in bar. Tradition (Figg. des Schloßparterres, Neptun an der nördl.
Gartenmauer), Dietz, ein leichtsinniger, überbeweglicher Rokokogeist (der
sog. Helikon im großen See, die große Orpheusgruppe mit den Tieren, die
koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer Tracht), P. Wagner, ein
gediegener Vertreter des eigentlichen Zopfes, d. h. des Überganges vom
Rok. zum Klassizismus (große Ruinenkaskade mit Neptun, Ceres, Saturn).
Wagner arbeitete über 1775 hinaus. — Obschon der Eindruck der
Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und auch die

Page 563

Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten von Veithöchsheim
einer der anschaulichsten Vertreter der Gartenkunst des 18. Jh., die wir noch
haben.

[pg 405]
V E I T L A H M . OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs. mit
eingebautem Treppen-Turm. — Gute ikon. G r a b s t e i n e der Herren v.
Künsberg 16. und 17. Jh. B r o n z e e p i t a p h 1551 gegossen von Kunz
Neilich. — Befestigter Kirchhof.

V E I T S B E R G . Sachsen-Weimar VB Neustadt.

Kirche. Ältester Bestandteil der OSchluß des nördl. Ssch., vielleicht von
einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle der Grafen v.
Gleisberg) und in diesem Fall der älteste erhaltene kirchliche Bau im
thüringischen Vogtland. Das Kreuzrippengewölbe unmöglich von 974
(Lehfeldt nach Mothes); immerhin ist die Konstruktion altertümlich, indem
der eine Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei
Armen gegen ihn stößt. — Die übrigen Teile der K. zeigen eine verworrene
Folge von Erweiterungen und wiederum Reduktionen: sprom., hochgot.,
spgot. — gAltarwerk um 1480. Außen an den Streben R e l i e f s aus der
Passion (nach Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). — Got.
Wa n d m a l e r e i am Triumphbg. und am Chorgwb. — G l a s b i l d e r in
den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210 (?).

V E S S R A . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Kloster-K. (Prämonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum von
umfassend zerstörender Wirkung. Kreuzf. flachged. Basilika mit strenger
Quadratur in den Abmessungen des Gr. und Triangulatur des Querschnittes.
Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches
Profil, am Kämpfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des südl.
Ssch. rundbg. und einfach abgeschrägt, die des nördl. Ssch. got. erweitert.
Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. Gegen N und S sind keine
Vierungsbgg. vorhanden. Der quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die 1/2kr.
Nebenapsiden zerstört, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine

Page 564

Krypta; (die Gewohnheiten der Prämonstratenser in dieser Hinsicht
dieselben wie die der Hirsauer und später der Cistercienser). Pfll. und Bgg.
in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. — Der WBau wohl nach dem
Brand von 1201. Zwei vierseitige Türme flankieren die rck. Vorhalle;
Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil rck. mit vorgelegtem Plättchen und leicht
geschärftem Rundstab; auf Ecksäulchen mit dekorierten Würfelkapitellen
ruhend. Nach außen öffnet sich die Vorhalle in einer weiten rundbg. Arkade,
in das Schiff führt ein reiches, dreifach abgetrepptes sprom. Portal. Die
Fassade beginnt mit energisch profiliertem Sockel. Die wagerechte Teilung
durch Gesims und Bogenfries entspricht der Höhenabstufung der Schiffe;
[pg 406] schmälere und breitere Lisenen vollenden die wohlproportionierte,
von keinen Fenstern unterbrochene Flächengliederung. Hierauf folgt in
anderem Material je ein freistehendes Turmgeschoß mit spitzbg. Blenden
und ein Zwischenhaus mit Satteldach, an der niederen Wand eine rundbg.
Arkatur. Die Obergeschosse aus späterer got. Zeit und in schlechterer
Technik. Am nördl. Qsch. die Begräbniskap. der Grafen v. Henneberg, gew.
1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist ungewiß; vielleicht
die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? — Rom. Ta u f s t e i n , breite Schale
mit säulenartigem Fuß. — In der Klostermauer eine To r f a h r t ; das
Gewände dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die Bg.Läufe mit
Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche kleinere
Tür vermauert. Die jetzige Schmiede wird als ehemalige Pförtnerei
gedeutet.

V I E R Z E H N H E I L I G E N . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K., früher Wallfahrt, geräumiger Bau aus M. 15. Jh.

V I E R Z E H N H E I L I G E N . OFranken BA Staffelstein.

Wallfahrts-K. und Cistercienserpropstei. Beg. 1743 von Balthasar
Neumann; nach seinem Tode (1753) genau in seinem Sinne weitergeführt;
voll. 1772. — Die immer weiter ausgreifende Phantasie des großen
Rokokomeisters wagt in diesem Alterswerk ein Äußerstes. Zwar die
Außenansicht verrät noch nichts Ungewöhnliches; sie scheint einer
kreuzförmigen Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich keiner
einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist möglich, daß Neumann die
erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche Banz empfangen hat;

Page 565

nur erscheint Dientzenhofers Kühnheit im Vergleich mit dem, was hier
unternommen wurde, schüchtern. Der erste Anblick läßt das geometrische
Prinzip, nach dem die Gewölbe und ihre Stützen geordnet sein könnten
durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie statisch
unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern und Säulen; alle zur
Grundfläche parallel laufenden Linien sind Kurven, und zwar Kurven
zweiter Ordnung, ebenso die Gewölblinien. Nach und nach entdeckt man
dann folgendes (vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der
Längsachse steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; über ihm eine
ovale Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen korinth. Sll.
getragen; hieran schließt sich nach der Längsachse im O und W je ein
kleineres Oval; wo sie sich mit dem mittleren tangieren, werden
Querachsen gebildet; eine kürzere, an die Umfassungsmauer des Lhs.
reichende im W; eine längere, auch nach, außen als Qsch. sich geltend
machend, zwischen dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren [pg
407] werden jedoch nur in den Gewölben selbst erkennbar, die
Grundrißstellung der Stützen bringt von ihnen nur Segmente zur
Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhängenden Kämpferlinien, da
über allen Intervallen Stichkappen in die Kuppelflächen eingreifen. An den
Kreuzungspunkten der beiden Querräume mit dem Längsraum, wo man
sonst eine zusammenhängende Form oder eine Höhensteigerung zu finden
gewohnt war, fliehen sich hier die Gewölbelinien und sinken sie ein. Im
Sinne der Hochrenss. wäre dies alles barbarische, antiarchitektonische
Willkür; was Neumann sucht, ist die Poesie des Geheimnisvollen. Leider
hat der Meister in seinem abstrakt gewordenen Denken durch einige
schwere Fehler sein eigenes Werk gestört. Die ganz entsetzliche Gestalt der
Nebenräume, in denen man auf der einen Seite gerade Linien, auf der
anderen unverständliche Kurven hat, mag noch hingehen. Unentrinnbar
störend sind aber die Fenstereinschnitte, die völlig außer Zusammenhang
mit dem inneren Rhythmus das Bild an zahllosen Stellen durchlöchern. Sie
sind es auch, die keinen vollen Genuß an dem für sich sehr harmonischen
Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit Marmorstuck aufkommen lassen.
— Die Frage, ob diese Architektur dem Bar. oder dem Rok. zuzuzählen sei,
ist müßig. Entschiedenen, programmatischen Rokokocharakter haben aber
die Altäre, soweit sie von Neumann selbst herrühren, vor allem der zentrale
Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an die architektonische Form
vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltäre von J. M. Feichtmayer.

Page 566

Das Hochaltarblatt und sämtliche Fresken von Giuseppe Appiani (mehrere
nach dem Brand 1835 erneuert). — Die Fassade bildet in der Mitte eine
vorspringende Kurve und wird von zwei von unten auf 8eck. Türmen
begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht beitragen.

V I E S E L B A C H . Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. wesentlich 17. Jh. — Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die F i g u r e n aus
spgot. Altarwerken.

V I T Z E N B U R G . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Schloß 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von 1587 gab den
Baumeisternamen Nickel Delitzscher. NFlügel 1694. Treppenpavillon 1767.
Alle Einzelheiten stark rest.

V O I G T S B E R G . K Sachsen AH Ölsnitz.

Große Burg, im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches Interesse.

V O L K A C H . UFranken BA Gerolzhofen.

Stadtpfarrk. 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor (Baubeginn 1413)
mit spgot. Netzgewölbe und urspr. 3sch. [pg 408] Lhs. (um 1474), das im
18. Jh. durch Herausschlagen der Pfll. und Einziehung einer stuckierten
Spiegeldecke 1sch. umgestaltet wurde. Das Äußere besitzt reiche spgot.
Gliederung. Details in der Art des Meisters Hans Bock (Dommeister um
1500 in Würzburg), der um 1512 erwähnt wird. Turm nördl. vom Chor mit
Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und Kuppel. — Einrichtung Rok.;
Würzburger Charakter um 1750. — Taufstein um 1600 mit Wappen. —
P i e t a s Gußstein, südbairischer Import um 1420. — Reiche Paramente des
17. und 18. Jh.

St. Michaels-Kap. Vor dem Südtor. Ty m p a n o n um 1400-1420; Krönung
Mariä.

Wallfahrts-K. auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant, jetzt 1sch.
— Im Hochaltar P i e t a s (Gnadenbild); um 1380-1400 mit Resten der alten

Page 567

Fassung. — R o s e n k r a n z m a d o n n a um 1500; hervorragende Arbeit,
wohl mit Recht Riemenschneider zugeschrieben. E p i t a p h e 16.-17. Jh.
Überreste einer lebensgroßen Wa c h s g r u p p e , einen Ritter und dessen
Frauen darstellend; erhalten nur einige Köpfe und der Holzkern. G r o ß e s
S t e i n k r u z i f i x bez. TK (Thomas Kistner) 1555. — Am Weg zur Kirche
drei spgot. R e l i e f s , Stationsbilder (1521). — 2 G l a s f e n s t e r mit
Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus, um 1450-80.

Rathaus. Renss.Bau mit Freitreppe (1544).

Amtsgericht. Guter Renss. Bau um 1600; eine schöne Kassettendecke.

Behäbige Bürgerhäuser, spbar. und rok. — Eine hervorragende Leistung
des Würzburger Spätbar. Greisingscher Richtung das »Schelfenhaus«.
Stuckierte Zimmer. Reicher und ansehnlicher, großfiguriger, schwarz
glasierter Kachelofen um 1700.

Von der Stadtbefestigung stehen noch 2 Tore; spgot. in der Anlage, mit
hübschen Renss.Giebeln.

V O L K E N R O D E . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Klst.-K. Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils dürftig wieder
hergestellt. Ursp. regelmäßige Kreuzbasilika. Quaderbau. Hauptapsis
erhalten, Nebenapsiden untergegangen. Am Triumphbogen abgebrochene
Pfeilervorlagen (für Triumphkreuz). Reste des Kreuzgangs rom. und got.

V O L K E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister wie
Geisleden.

V O L K E R S B E R G . U Franken BA Brückenau.

Einsiedelei von 1113 zum Klst. erweitert 1661.

[pg 409]
V Ö L K E R S H A U S E N . Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Page 568

Kirche 1731. Typisch protest. Emporensaal, über dem Altar Kanzel und
Orgel.

Schloß der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung erhalten.

Oberförsterei 1613. Mehrere Häuser in geschnitztem Fachwerk.

V O L K M A R I T Z . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. Im W rom. Turm, türlos gegen das Sch. in 2Rundbgg. geöffnet, im
Obergeschoß gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterröblingen).

V O L K M A R S E N . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Pfarr-K. S. Maria. Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit quadr. Chor und
vortretendem WTurm. Msch. doppelt so breit wie die Sschiffe, 3 Joche,
starke Rundpfll. mit 4 alten und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten,
reiche Laubkaptt. Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab,
Kreuzrippen mit Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das südl. sehr
reich und zierlich, M a r i e n s t a t u e im Tympanon, P e t r u s und P a u l u s
unter den Fialen des Wimpergs. Ein drittes Portal am Turm, im Tympanon
t h r o n e n d e r H e i l a n d . Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschluß
zur Aufnahme der Wasserausgüsse. Der Turm mit spgot. Obergeschoß und
welscher Haube. — Zwei Wa n d t a b e r n a k e l , E. 13. und E. 14. Jh.

Holzhäuser des 16. und 17. Jh.

Stadtmauer im SO erhalten.

V O L S B A C H . OFranken BA Pegnitz.

Pfarr-K. um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung.
Innendekoration 1680.

W

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WA B E R N . RB Cassel Kr. Fritzlar.

Lustschloß 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von S. L. Du Ry (jetzt
Strafanstalt). 3 Gebäude in Hufeisenstellung, durch Galerien verbunden.

WA C H A U . K. Sachsen Dresden-N.

Dorf-K. ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet.

Schloß seit 1730 für Graf Schönfeld. Großartige Vestibül- und
Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten.

WA C H S E N B U R G . Sachsen-Gotha LA. Gotha.

Burg (eine der »drei Gleichen«). Nach 1710 zur Festung eingerichtet. [pg
410] Die ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr entstellt.

W Ä C H T E R S B A C H . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Stadt-K. mit WTurm von 1519.

Isenburgisches Schloß, bedeutende ehem. Wasserburg mit 4 Ecktürmen,
von denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode um 1525 die zierlichen Erker
am WTurm. Dritter Umbau um 1650.

WA H L H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfängliche Emporen machen
den evangel. Charakter in dem sonst kathol. Kreise sofort kenntlich. Die
Decke und alle Holzteile 1775 von dem Schullehrer geschickt ausgemalt.
G r a b s t e i n e der Herren von Hanstein.

WA H R E N . K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K., frgot. Kernbau. Ta u f s t e i n aus 13. Jh. Hübsches geschnitztes
L e s e p u l t E. 15. Jh. B e s c h l ä g e der Türflügel, naive dörfliche Kunst,
könnte ins 13. Jh. hinaufreichen.

WA E H R S D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Page 570

Dorf-K. 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766,
stimmungsvolles Grabmal 1798.

WA I S C H E N F E L D . OFranken BA Ebermannstadt.

Pfarr-K. um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze Kirche
überarbeitet.

WA I T Z E N B A C H . UFranken BA Hammelburg.

Schloß. Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltürme an den
Ecken um 1680.

WA L B E C K . Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Kloster gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr Material
wahrscheinlich in das jetzige Schloß verbaut, in dem der alte
Klosterkreuzgang noch erkennbar. R i t t e r g r a b s t e i n mit eingeritzter Fig.
um 1300.

WA L D A U . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Dorf-K. 1601 wie Hinternah.

WA L D A U . RB Cassel Kr. Cassel.

Kirchturm spgot. 16. Jh. Der 8eck. hölzerne Helm von 4 ausgekragten
Ecktürmchen umgeben.

WA L D B Ü T T E L B R U N N . UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. bar. — Krönung Mariä, H o l z g r u p p e , um 1500, nicht aus der
Werkstatt Riemenschneiders, doch ihr verwandt.

WA L D E N B U R G . K. Sachsen AH Glauchau.

Stadt-K. spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut. —
Wa n d g r a b des Hugo v. Schönburg † 1566, vom Dresdner Bildhauer Chr.

Page 571

Walther, das bedeutendste Werk [pg 411] dieser Gattung in Sachsen vor
dem Auftreten Nossenis (vgl. auch Penig).

WA L D H E I M . K. Sachsen AH Döbeln.

Schloß-K. E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schluß. Reiches Netzgwb. Die
Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. mit got. Maßwerk.
— A l t a r 1594 von Joh. Maria Nosseni, 1716 umgestaltet.

WA L D K I R C H E N . K. Sachsen AH Auerbach.

Dorf-K. mit rom. Portal, alte Beschläge.

WA L D S T E I N . OFranken BA Münchberg.

Burgruine.

WA L L D O R F. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. Kirchhofsbefestigung mit 5 Türmen. Der größte ist Bergfried der
ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. B i l d n i s s t e i n der Marschalk v. Ostheim.

Synagoge, aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. — Mehrere sehr
ansehnliche Fachwerkhäuser: Schmiede 1592, das »rote Haus« um 1600,
Gasthaus zum freien Ritter (Herrenhaus v. Marschall) 1697.

WA L L E N B U R G s. Auwallenburg.

WA L L E N S T E I N . RB Cassel Kr. Homberg.

Burgruine mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der Ringmauer.

WA L L R O D A . K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. ohne Interesse. — S c h n i t z a l t a r A. 16. Jh. Ta u f b e c k e n aus
Sandstein feine renss. Arbeit um 1650. Die O r g e l das erste Werk J. G.
Silbermanns.

WA L S D O R F. OFranken BA Bayreuth.

Page 572

Kirche. Schönes D e n k m a l des Vizekanzlers Reuß 1599.

WA LT E R S H A U S E N . Sachsen-Gotha Amtsstadt.

Stadt-K. 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen über Pfll. in ellipt.
Grundstellung. Turm 1458. S c h n i t z a l t a r A. 16. Jh.

WA LT E R S H A U S E N . UFranken BA Königshofen.

Schloß. Erb. um 1540, verändert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal mit bemalter
(allegor. Figg.) Holzdecke.

WA N D E R S L E B E N . Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. Erweiterung eines rom. Baus. — Spgot. S c h n i t z a l t a r .

Gasthaus. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. — Gehöft mit Jahreszahlen
1541-1605. — Burg Gleichen, ausgedehnte Ruine mit rom. Kapelle.

WA N F R I E D . RB Cassel Kr. Eschwege.

Rathaus, früher Landgräfl. Rotenburgsches Schlößchen aus [pg 412] dem
E. d. 17. Jh. Oberstock — reicher Fachwerkbau; Innenräume noch mit alten
Tapeten usw.

Gasthaus zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T. zerstörtem
großem Steinportal aus dem A. des 17. Jh.

WA N G E N H E I M . Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Dorf-K. spgot.; 9 G r a b s t e i n e der Familie v. W. (vgl. Sonneborn).

WA R T B U R G b. Eisenach Sachsen Weimar.

Gegr. höchst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070. Die ältesten
erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem Ende der rom. Epoche. Im
13. und 14. Jh. war die Wartburg Residenz der Landgrafen von Thüringen
und Markgrafen von Meißen. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des
17. Jh. zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem

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Verfall überlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten Gebäude
abgetragen mit Ausnahme des Landgrafenhauses und des hinteren
Bergfrieds in der Hauptburg, des Ritterhauses und der Vogtei samt den
überdeckten Mauergängen in der Vorburg. 1838-1867 umfangreiche
Restaurierung der erhaltenen und völlige Neuerbauung vieler der früher
abgetragenen Baulichkeiten unter Großherzog Carl Alexander von Weimar
durch Prof. Hugo v. Ritgen aus Gießen. Als Ziel schwebte bei der
Wiederherstellung vor, die Wartburg in der Erscheinung wiedererstehen zu
lassen, die sie im 12. Jh. gehabt hatte.

Mittelalterliche Bauten: 1. D a s L a n d g r a f e n h a u s , P a l a s , großes
dreigeschossiges Wohngebäude aus Sandstein. Berühmt als besterhaltener
rom. Palasbau auf deutschem Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht
durchweg richtig restauriert. Die Außenwand steht auf der Ringmauer. Die
Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, deren Sll. und
Kapitelle zu etwa einem Drittel die ursprünglichen sind. Treppenaufgang
modern und falsch rekonstruiert. Über der Tür rom. Relief, früher in der
Vorburg. Die Gestaltung des Gurtgesimses zwischen 2. und 3. Geschoß läßt
vermuten, daß es ursprünglich Dachgesims war, mithin das 3. Geschoß
etwas später hinzugefügt ist. Die SSeite des Palas im oberen Teile erneuert,
mit einem modernen Balkon. Die OSeite, ursprünglich durchaus nicht als
Schauseite gedacht, bei der Restaurierung wesentlich »verschönert«. Der
NGiebel, das Dach und zwei der großen Rauchschlote erneuert. — Das
I n n e r e : Im Kellergeschoß einfache, im wesentlichen unveränderte Räume
ohne Zierformen. Im Erdgeschoß 3 Wohnräume, der mittlere mit
Balkendecke, die durch eine aus Eisenach übertragene rom. Steinsäule
gestützt wird, die beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewölben überspannt,
die [pg 413] durch reich verzierte Mittelsäulen getragen werden. Fenster—
und Türöffnungen in diesen Räumen meist die ursprünglichen. Einer
derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings mit
byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. — Wohl erhaltene Innentreppe,
die zum mittleren Geschoß emporführt. Hier das Landgrafenzimmer mit
erneuerter Holzdecke und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom.
Stützsäule. Wandgemälde von M. v. Schwind. Der Sängersaal mit
Holzdecke und zwei alten Stützsäulen. Wandgemälde von Schwind, den
sagenhaften Sängerkrieg darstellend. Anstoßend die Sängerlaube, zu der
Stufen hinanführen, erneuert. Kapelle, nicht im ursprünglichen Bauplan

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vorgesehen, wahrscheinlich von Landgr. Ludwig für seine Gemahlin
Elisabeth eingebaut. Eine reich verzierte rom. Mittelsäule, trägt die
Kreuzgewölbe. Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. — Holzkanzel
von 1628. Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstücke. —
Elisabethgalerie mit Wandgemälden von M. v. Schwind. Wendeltreppe aus
dem 19. Jh. führt zum Obergeschoß, das einen einzigen großen Saal enthält,
dessen Ausstattung durchweg neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind
sämtlich alt, die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach
Ritgens Entwurf rekonstruiert.

2. D e r h i n t e r e B e r g f r i e d im Hofe der Hauptburg, got. Sein hohes
Dach wurde 1803 abgetragen und durch einen Zinnenkranz ersetzt.

3. R i n g m a u e r d e r H a u p t b u r g gegen S und W im Unterbau alt, in
den oberen Teilen meist erneuert.

4. Z i s t e r n e i m H o f e d e r H a u p t b u r g , jetzt ohne Überdeckung und
mit einem ganz irreführenden Zinnenkranze aus dem 19. Jh. umgeben.

5. To r t u r m in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im 16. Jh. abgetragen
bis zur Dachhöhe des aus got. Zeit stammenden

6. R i t t e r h a u s e s , das aber bei der Restaurierung im 19. Jh. durch
romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. Im Erdgeschoß Wachstube
mit got. eisenbeschlagener Tür. Im 1. Obergeschoß reizvolle Eingangshalle
mit spgot. Deckenbemalung. Gegen S stößt an das Ritterhaus

7. d i e Vo g t e i , das massive Erdgeschoß aus 15. und 16. Jh., der
Oberstock aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut das got.
geschnitzte »Pirckheimerstübchen« aus Nürnberg und die Lutherstube mit
got. und Renss. Möbeln, Bildern von Cranach usw. An der SSeite der
Vogtei got. Holzerker aus Nürnberg angebaut. 8. Der
M a r g a r e t h e n g a n g , ein überdeckter Verbindungsgang [pg 414] auf der
westlichen Ringmauer der Vorburg.

9. D e r E l i s a b e t h e n g a n g , überdeckter Verbindungsgang mit
angebautem Schützenerker auf der östlichen durchweg wohlerhaltenen
Ringmauer der Vorburg.

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Bauten aus der Zeit der Restauration (1838-1867): Das an der SSeite des
Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene B a d e h a u s an der Stelle
eines früheren Fachwerkbaues. An der WSeite das Gadem (Gästehaus) in
Fachwerkstil. (Der Keller unter diesem Gebäude ist noch mittelalterlich.)
Nördlich an den Palas anstoßend die in rom. Stil ganz massiv erbaute n e u e
K e m e n a t e mit Wohnräumen für den Hof (Keller mittelalterlich,), auf drei
Seiten um den H a u p t t u r m herumgebaut, der ungefähr auf den
Fundamenten des alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh..
abgetragenen Hauptturmes neu errichtet ist. To r f a h r t s h a u s , das Haupt-
und Vorburg scheidet, in rom. Stile gehalten, darüber ein länglicher
Wohnraum, die sog. D i r n i t z l a u b e ; endlich an der WSeite, teils in der
Haupt-, teils in der Vorburg stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut.
Unterbauten z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgeschoß der reichhaltige
R ü s t s a a l , in den oberen Geschossen Wohnräume für Gäste. Reich
geschnitztes »Schweizerzimmer«, aus dem Schlosse der Herren v. Salis-
Soglio bei Chur, treffliche SpRenss.-Arbeit. An der N Seite außen rom.
Steinrelief: Simson mit dem Löwen.

WA R Z A . Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant.

WA S E W I T Z . K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh.

WA S S E R L O S E N . UFranken BA Hammelburg.

Kirche. Zwei virtuose R o k o k o a l t ä r e mit Altarblättern von Nic. Treu.
1762.

W Ä S S E R N D O R F. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Einheitlich spgot. 1496. — M a d o n n a , Holz, um 1480. 5
E p i t a p h e der Schwarzenberg und Seinsheim. Das älteste und beste Stück
die betende Profilfigur des Kilian v. Seinsheim † 1502, sehr feiner
Porträtkopf, die untere Hälfte der Platte zerschlagen.

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Schloß (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im 16. Jh. an die
Schwarzenberg). Neubau 1555. 4flügeliger Wohnbau, Ringmauer mit
Türmen. Formen einfachst. Im Innern eine Reihe von Zimmern im
Zustande des 16. Jh. Fachwerkwände mit farbiger Bemalung.

WA S U N G E N . Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.

Stadt-K. 1584, im Charakter einer größeren Dorf-K., 1sch. mit 3/8 Schluß,
spitzbg. maßwerklose Fenster. Inneneinrichtung [pg 415] mit Holztonne
und hübsch geschnitzten Emporen E. 17. Jh.

An und in der ganz einfachen Friedhofs-Kap. (mit rom. Mauerresten)
zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine.

Rathaus 1533, einer der ältesten und tüchtigsten Fachwerkbauten des
Gebiets. (Einige Veränderungen 1904).

Amtshaus 1606. Auf hohem steinernem Erdgeschoß ein Fachwerk-
Obergeschoß mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches Hoftor in
origineller Rustika, bez. 1611.

Mehrere Höfe ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches
Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof 1630, auch hier
Stuckdecken in Quadraturwerk. — Bürgerhäuser des 17. Jh. in guter
Fachwerkarchitektur. — Reste der Stadtmauer.

Burgruine Maienluft. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, Abschluß
rest.

WAT Z E N D O R F. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche 1729, an der Flachdecke Gemälde, Chor spgot. rck. mit rippenlosem
Kreuzgwb.

W E C H S E L B U R G . K. Sachsen AH Rochlitz.

Schloß-K. (früher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr. 1168 von den
Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht maßgebend; die einheitliche
Formengebung weist auf das 2. bis 3. Jahrzehnt des 13. Jh. — Eine der

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spätesten Flachdeckbasiliken, in der Erscheinung klar und frei. Normaler
kreuzf. Gr., 54,3 m l. Mauern Gneisbruchstein, für die Gliederungen harter
Rochlitzer Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der Vierung mit
Ecksäulchen. Aus späteren Zeiten keine Veränderungen als die spgot.
Einwölbung des Lhs. im 15. und die des Qsch. im 14. Jh. Die WTürme
schließen eine nach dem Schiff sich öffnende Empore ein. Die WWand
ohne Eingang; derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig
offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten Erinnerungen
an den sog. Königslutterer Stil und noch mehr an Kreuzgang und
Choreingang des Magdeburger Doms. Das Äußere durchgehend mit fein
profilierten Lisenen und reichen Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken
feine Rundstäbe; die Fenster des Chors mit Säulchen im Gewände; über
dem Apsidendach am OGiebel ein Vierpaßfenster. An den Giebeln des
Qsch. Erneuerung der Dächer noch in sprom. Zeit zu erkennen. Die
WTürme nur bis zur Höhe des Schiffs ausgeführt; nach dem Kirchenmodell
auf dem Grabe des Stifters zu schließen, wäre auch ein Vierungsturm
beabsichtigt gewesen. — Das Innere birgt B i l d h a u e r w e r k e , die unter
den edelsten Kleinoden deutscher Kunst zu nennen sind. Einheitlich [pg
416] nach Vollendung der K., also um 1230-35, leider nicht mehr in
ursprünglicher Anordnung. Bis zu den eingreifenden Veränderungen im J.
1666 lag der Fußboden des Chors, veranlaßt durch die Krypta, 2,5 m höher
als jetzt; zu ersehen aus der Höhenlage der Arkatur in der Apsis und der
Basen der Ecksäulchen an den Triumphbogenträgern. Gegen das Qsch. war
der Chor durch einen Lettner abgeschlossen. Jetzt ist derselbe hinter den
Altar, an die Grenze der Apsis, zurückgeschoben und bei dieser Operation
auch in seiner Zusammensetzung verändert. (In einem Wirtschaftsraum des
Schlosses befinden sich formierte Trümmer, die über die ursp. Gestalt
Aufschluß geben könnten.) Der jetzige Altartisch vor dem Mittelbogen ist
modern. Es liegt nahe, zu glauben, daß sich unter ihm die Eingangstreppe
zur Krypta befand, während die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen
führten. Seine Laubdekoration ist die ursprüngliche; die in den Zwickeln
befindlichen Halbfiguren von Kain und Abel haben diesen Platz erst bei der
letzten Rest. erhalten; vorher gehörten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich).
Die zweite Höhenabteilung enthielt unter dem großen Mittelbogen, jetzt mit
modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die Kanzel; zu deren beiden
Seiten in Wandnischen 4 Gestalten des Alten Testaments (Daniel und
David, Absalom und ein ungewisser Prophet). Die Gegenstände der

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Kanzelreliefs sind: an der Front Christus in der Glorie umgeben von den
Evangelistenzeichen und begleitet von Maria und Johannes d. T. (»Dusis«);
an der linken Schmalseite die eherne Schlange, an der rechten Isaaks
Opferung; die oben genannten Halbfiguren Abels und Kains sowie zwei
Halbfiguren von Engeln werden schicklich auf die Zwickel der Bögen
verteilt, von denen man die Kanzel getragen denken muß. Die
Kanzelbrüstung hatte ursp. polyg. Gr., so daß die Seitenfelder mit Maria
und Johannes in stumpfem Winkel zurücksprangen. Mithin Anordnung der
5 Relieftafeln [**Illustration:]. Endlich die Krönung des ganzen Aufbaues,
die kolossale Kreuzigungsgruppe; die starke Ausbiegung der Hüfte
(byzantinisch) und die Durchbohrung der Füße mit einem einzigen Nagel
eines der frühesten Beispiele; zu Häupten Christi im Dreipaß der
Kreuzesendigung die Halbfigur des Vaters mit der Taube; zunächst den
ausgestreckten Armen, wieder in Dreipässen (vgl. Halberstadt), zwei über
Betrachtung der Wundmale in Jammer ausbrechende Engel; zu den Füßen
Marias eine gekrönte weibliche Gestalt, zu den Füßen Johannes eine desgl.
männliche, auf die überwundenen Mächte des Judentums und Heidentums
gedeutet; zu den Füßen Christi Adam, der [pg 417] in einem Kelche das
erlösende Blut auffängt. Die Gesamtkomposition also eine Darstellung der
im alten Bunde verheißenen und antitypisch vorgebildeten, im neuen
vollzogenen Welterlösung. — An ihrem ursp. Platz zwei als Melchisedek
und Abraham (als Heerführer) vermutete Freistatuen. — Die
Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas mehr als
lebensgroß; alles übrige Bildwerk aus dem grobkörnigen und harten
Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis zur letzten Rest. gut sichtbar. Der
Stil eine freie Verarbeitung byzantinischer Anregungen, den Freiberger
Skulpturen in den Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung
zu ihnen. In der Ausführung am vollkommensten ist die
Kreuzigungsgruppe; feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefühls,
Mäßigung und Verinnerlichung des Pathos und im Zusammenklang aller
dieser Eigenschaften eine Monumentalität, die für die deutsche Kunst
damals eine neue Offenbarung war. In der Behandlung erinnert noch einiges
an die Traditionen der Kleinkunst; es weist zurück auf das, was zu
überwinden nötig gewesen war. Von anderer Hand die in Stein ausgeführten
Stücke; besonders die Kanzelreliefs mehr realistisch, voll Größe,
schwierigen Aufgaben der Verkürzung gewachsen. — Ungefähr derselben
Zeit, doch in der Qualität nicht auf gleicher Höhe das G r a b d e r S t i f t e r ,

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des Grafen Dedo von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis; lebensgroße
Gestalten, auf der Tumba ruhend.

W E C H T E R S W I N K E L . UFranken BA Mellrichstadt.

Ehem. Cisterc. Nonnen-Klst.

Kirche. Gew. 1179, z. T. abgebrochen 1895. Ursp. 3sch. rom. Basilika, nur
ein Teil des Lhs. und die Apsis erhalten, auch der Nonnenchor abgerissen.
Breite 19,7, Länge 18,3 m. 4 Arkaden auf einfachen rom. Pfll. und glatten
Rundbgg. Soweit im Stil zu 1179 passend. Jünger das einfache WPortal mit
Rundbogentür und kleinem rom. Crucifixus. — B a r o c k a l t a r aus Kloster
Bildhausen. Kleine Predella mit Bild einer Äbtissin 1558.

Propstei von 1792. Mit schönem Treppenhaus.

W E E S E N S T E I N . K. Sachsen AH Pirna.

Schloß auf hohem Felsen über der Müglitz. Erste Anlage angeblich von
König Heinrich I. Von A. 15. bis E. 18. Jh. im Besitz der Bünau. Aufbau,
dem Felsen folgend, in 8 Stockwerken, die unteren die jüngsten, so daß die
Kellereien im 5., die Ställe im 3. Stockwerk liegen. Die Vorburg auf einem
durch Brücke verbundenen zweiten Felsplateau. Im sog. Mönchsboden
Wa n d m a l e r e i e n der frühesten Renss. Einrichtung der Schloßkirche
1738-41. Der »steinerne Saal« [pg 418] 16. Jh. Schmuckreiches
Hauptportal 1575. Aus A. 18. Jh. Stuckdecken, Ledertapeten, bmkw. Möbel.
Im Gartenflügel gute klassizist. Ausstattung. P o r t r ä t s von Rotari, Mengs,
Graff, Vogel, Leypoldt, Torelli. — Oben im Walde Jagdschlößchen mit
prachtvollen R o k . - Ö f e n .

W E H N D E . Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. 1670 gotisierender Barock.

W E H R D A . RB Cassel Kr. Hünfeld.

Dorf-K. An den got. OTurm 1567 ein rck. Schiff angebaut, der Turm
wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh.

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W E H R D A . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem Kirchhof. —
Spgot. S c h n i t z a l t a r .

W E H R S H A U S E N . RB Cassel Kr. Marburg.

Marien-K. OHälfte 1475, WHälfte jünger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. auf
Laubkragsteinen, polyg. Schluß. Hübscher Dachreiter.

W E I D A . Sachsen-Weimar Kr. Neustadt a. d. O.

Stadt-K. (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/8 Schluß; im 16. Jh.
ein südl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal in einfachen frgot. Formen.
— K a n z e l und andere Ausstattungsstücke 1646 ff. Tüchtiges
lebensgroßes K r u z i f i x 1680.

Friedhof. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleiner Freibau von 1608.

Peters-K. Ruine mit großem rom. Turm.

Wieden-K. Ruine; Lhs. und doppeltürmiger WBau rom. Um M. 14. Jh.
begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet wurde;
ausgezeichnete Leistung der in diesem Teile Deutschlands wenig
vertretenen Hochgotik. Der Chor schließt mit 5 Seiten des 8Ecks, Maßwerk
und Laubwerk von bester Zeichnung. — In der WVorhalle Spuren von
Wandmalerei (13. Jh.?).

Nonnenklst.-K., aus E. 12. Jh. und E. 14. Jh., sehr verbaut, später städt.
Kornhaus.

Rathaus 1580, rest. nach Brand 1687, denen zu Altenburg und Gera
verwandt.

Schloß Osterburg; eine noch immer bedeutende Baugruppe, wenn auch
nicht mehr so reich wie auf der Ansicht Merians. Großer runder Bergfried;
der erste, ca. 30 m hohe Absatz 2. H. 12. Jh.; der zweite Absatz, 22 m hoch,
von kleinerem Radius, und die beiden Zinnenkränze aus dem späten Ma.
Die Wohngebäude im 16. und 17. Jh. um- und ausgebaut, ihrer

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Zwerchhäuser und sonstigen Schmuckes großenteils beraubt. In der Kap.
rom. Bündelpfll., ähnlich denen im Klst. Mildenfurt.

[pg 419]
W E I D E L S B U R G . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Burgruine. Noch ziemlich viel erhalten, 14.-16. Jh. 2 große Wohngebäude,
umgeben von Mauern mit 9 halbrunden Türmen und tiefem Graben.

W E I K E R S G R Ü B E N . UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. Guter spgot. F l ü g e l a l t a r um 1490. — H o l z f i g u r St.
Nikolaus, würzburgisch um 1500.

W E I L A R . Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. Einheitlich 1740. — Hübscher Rok.Kanzelaltar, mit der
Orgelempore verbunden. Im Herrschaftsstand mehrere F l ü g e l g e m ä l d e
E. 15. Jh. (in diesem Gebiet selten).

Schloß (v. Boineburg) M. 18. Jh. Ausstattung aus dieser und der Folgezeit.
Gemälde- und Waffensammlung.

Auf dem Beyer vorgeschichtliche Wallburg.

W E I M A R . Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. Mauern im W frrom., nach O sprom. erweitert, Gwbb. spgot. —
Steinkanzel spgot., Empore renss.

W E I M A R . Hauptstadt von Sachsen-Weimar.

Haupt- und Stadt-K. Spgot. Halle. Beg. 1498, umgebaut 1735. — Großer
Reichtum an G r a b m ä l e r n (im Inv. werden ihrer 49 beschrieben).
Darunter 6 große Wandgräber: 1) für Herzog Joh. Wilhelm † 1573;
Triumphbogen in den Formen italienischer Hochrenss. mit einzelnen
nordisch-barocken Zügen; — 2) für Herzog Johann III. † 1605 und
Gemahlin von L. Tüttich und H. Hünefeld aus Leipzig; die
Triumphbogenform klar durchgeführt, die Einzelheiten sehr barock; in der

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Hauptnische die Ölbergsgruppe; — 3) für die Kurfürstin Agnes † 1555,
reliefierte Wandtafel auf hohem Fuß; — 4) für Friedrich Wilhelm I. † 1602;
der Herzog und die Herzogin Freifiguren, kniend vor dem Kruzifix; dieses
Hauptfeld flankiert von gekuppelten korinth. Sll. mit verkröpftem Gebälk;
an dem hohen Sockel und der Attika Relieftafeln; — 5) für Johann
Friedrich III. † 1565; das Motiv ähnlich dem Epitaph der Kurfürstin Agnes;
— 6) für die Herzogin Dorothea Susanna, Witwe Joh. Wilhelms, † 1592;
geteilt durch 4 jonische Pilaster, vor welchen 4 jonische Freisäulen; die
Verstorbene dreimal, als Kind, Braut und Witwe (oder mit zwei Töchtern?);
Alabaster, roter Marmor und Schiefer. Unter den Grabplatten am meisten
bmkw.: 7) Kurfürstin Margarethe † 1521; Bronzeguß aus der Werkstatt P.
Vischers, flaches Bildnisrelief, Umrahmung durch einen Kleeblattbg. mit
leichter Andeutung von Maßwerk; am Rande der Platte die Umschrift in
got. Minuskeln mit einer schmalen Bordüre von renss. Ornament; — 8)
Lucas Cranach »pictor celerrimus [pg 420] et consul Witebergensis«
† 1553; Sandstein; die Porträtfigur künstlerisch von mäßigem Wert; — 9)
Herzog Wilhelm d. Tapfere † 1482; Bronze; die Zeichnung in kühnen
derben Umrissen vertieft geschnitten; der Herzog im freien Raume stehend,
halb links gewendet; — 10) Joh. Friedrich d. Großmütige und Gemahlin,
beide † 1554; zwei Tafeln aus Bronze auf steinernem Sockel; nur mit
Wappen und Inschriften; Umschließung durch ein schönes eisernes Gitter;
Entwurf des Ganzen vom Maler Peter [Gothland], die Bronzeplatten vom
Bildhauer Hermann in Erfurt und dem Büchsengießer Jacob Schlaf in
Eisleben; — 11) Kurfürstin Agnes † 1555 (zusammengehörig mit dem
Epitaph No. 3); Bronzeplatte, bloß ornamental behandelt, in der Mitte das
große Wappen in stärkerem Relief. — A l t a r t r i p t y c h o n von L.
Cranach; des Meisters letztes Werk, in dem seine lange verwahrloste Kunst
sich noch einmal hebt; bez. 1552, ein Jahr vor seinem Tode, vollendet von
seinem Sohn 1555; auf dem Hauptbilde in der Mitte Christus am Kreuz;
links der Auferstandene als Sieger über Tod und Teufel; rechts die
Porträtgestalten Luthers und Cranachs, von Johannes dem Täufer auf das
Kreuz hingewiesen; auf den Flügeln Porträts der kurfürstlichen Familie; auf
den Außenseiten Christi Taufe und Himmelfahrt. — Drei
L u t h e r b i l d n i s s e zu einem Triptychon zusammengestellt, das linke
bmkw. Original von Veit Thim, die beiden anderen Kopien nach Cranach.

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Residenzschloß. Die seit 1651 von Moritz Richter erbaute Wilhelmsburg
hatte einen ähnlich unbewegt mäßigen und düsteren Charakter wie der
Friedenstein in Gotha. Nach Brand 1774 unter Goethes Leitung Um- und
Neubau (bis 1803). Architekten: Steiner, Ahrens, Thouret, Genz. Drei Flügel
umgeben einen rck. Hof, der an der vierten Seite frei bleibt; mäßig
gegliedert; Formen nüchtern neuklassisch. Vor der SWEcke einige von dem
älteren Schloß gerettete Baulichkeiten: der Schloßturm, im Unterbau von
1439, in den Obergeschossen E. 18. Jh.; die »Bastille« mit großem renss.
Tor um 1550, Säulenhalle an der Parkseite aus 17. Jh.

Rotes Schloß, 1574 als Witwensitz der Herzogin Susanna erbaut; der Erker
beraubt und sonst einfach.

Gelbes Schloß, im selben Gebäudekomplex wie das vorige; 1702.

Grünes Schloß (jetzt Bibliothek), in ursp. reicher, an den Schauseiten
durchaus bemalter Renss.; 1760 und 1803 das Äußere vereinfachend
umgebaut, das Innere rok.

Wittumspalais, erb. nach 1750 in bescheidenen Formen.

Stadthaus 1526-1547. — Haus der Familie v. L ü t z e l b u r g [pg 421]
(jetzt Staatsanwaltschaft) 1568. — Cranachhaus am Markt (von C.
bewohnt 1552-53), wesentlich E. 16. Jh. — Haus Herderplatz No. 16,
ehemals dem Deutschorden gehörig, 1566, Renss. strengerer Richtung. —
Das Goethe- und das Schillerhaus; neben ihrem Erinnerungswert als
Typen des vornehmeren und des bescheideneren mitteldeutschen
Bürgerhauses am E. 18. Jh. nicht uninteressant. — Ein ähnliches
Doppelinteresse bietet der P a r k mit seinen Ziergebäuden aus Goethes Zeit.

W E I S C H W I T Z . Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. wesentlich 1792. — Drei Figuren von einem A l t a r w e r k um
1500 »zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der Saalfelder Werkstatt zu
rechnen«.

W E I S M A I N . OFranken BA Lichtenfels.

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Pfarr-K. Spgot. Alt nur der Chor; das Lhs. (Halle) erneuert; genauere
Anhaltspunkte für die ursp. Gestalt waren nicht mehr zu finden.

Rathaus 1634. — Gut erhaltenes Torhaus mit Turm.

W E I S S E N B E R G . K. Sachsen AH Löbau.

Stadt-K. Stattlicher A l t a r 1666. — Lange Reihe v. Gersdorfscher
Grabsteine 16.-18. Jh.

Rathaus nach Brand 1787, ältere Teile benützend.

W E I S S E N B O R N . K. Sachsen AH Freiberg.

Dorf-K. ohne ausgeprägten Stil. — Stattliches E p i t a p h des Adolf v.
Hartitzsch bez. 1612, in der Art der gleichzeitigen Arbeiten in Sayda und
Lauenstein. — 3 ikon. G r a b s t e i n e derselben Familie 1557, 1632, 1664.
— Schloßruine.

W E I S S E N B O R N . K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. 14. Jh., umgearbeitet 1430 und 1552. — S e l b d r i t t , gutes
Schnitzwerk um 1500. G l o c k e 14. Jh., mit 1489 und 1538.

W E I S S E N B R U N N A M WA L D . Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche 1508 (Inschr. über der NTür), umgebaut 1753. Schloß 1556.

W E I S S E N F E L S . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. S. Marien. Sandsteinquaderbau. Am WTurm Inschrift 1303; das
übrige nach Brand 1429 erneuert bis 1480, doch wohl mit Benutzung der
alten Grundmauern. Die Schmalseite des Ssch. spricht für ehemalige
Basilika. Jetzt die drei Schiffe von gleicher Höhe, das Gwb. des Msch. nicht
ausgeführt (Balkendecke), in den Ssch. Netzgwbb. Die Fensterachsen der
SSeite entsprechen nicht den Arkaden. Die Ssch. schließen
sonderbarerweise mit 2 Polygonalseiten, der in Breite des Msch. vorgebaute
Chor hat 2 Joche und 5/10 Schluß. Seine Fenster und Strebepfll. sind sehr
reich dekoriert, ungefähr in [pg 422] der Art der Schloß-K. zu Altenburg,

Page 585

während das Lhs. sparsam gehalten ist. — H o c h a l t a r 1524, sonstige
Ausstattung 1670-84.

Ehem. Klst. S. Clara (profaniert und ruinös). Im wesentlichen der
Gründungsbau von 1285. Sehr langgestreckt (9,9 : 52,9), der Chor nicht
abgesetzt, aber durch (spätere) Gwbb. vom flachgedeckten Lhs.
unterschieden. Er schließt 3/8. Im W. 2jochige Nonnenempore. Die
schlanken Fenster 2teilig, als Maßwerk einfacher Kreis über 2 Spitzbgg. —
Die spgot, Kanzel aus der Stadt-K. versetzt. — Die als Magazine
vernutzten Klst.Gebäude in der Anlage noch zu erkennen.

Schloß Neu-Augustusburg. 1664-90 von Erhard Lindner; der Entwurf
wohl von Moritz Richter, ähnlichen Charakters wie die Schlösser von
Weimar und Gotha. Imposanter Massenbau in schlichtesten Einzelformen. 3
Flügel in Triklinienstellung. Je 21 Fensterachsen in 3 Geschossen. Keine
Giebel. Einziger Akzent der breite turmartige Aufsatz auf dem Mittelflügel.
Die innere Ausstattung durch Umwandlung zur Kaserne zerstört. Von
namhaftem Interesse die von Leonhard Sturm, dem Theoretiker des
protestantischen Kirchenbaus, gerühmte Kap. Saalbau mit Emporen nach
dem durch das Schloß von Torgau vorbildlich gewordenen Typus. Sehr
reiche »täppisch-überzierliche« Dekoration in weißem Stuck auf rosa und
apfelgrünem Grunde.

Rathaus 1670, Turm 1690 von Chr. Richter. — Bürgerhäuser renss. und
bar.

W E I S S E N O H E . OFranken BA Forchheim.

Ehem. Benedikt. Klst.-K. gegr. im 11. Jh., neu erbaut und ausgestattet
17.-18. Jh., ohne künstlerische Bedeutung.

W E I S S E N S E E . RB Erfurt Kreisstadt.

Nikolai-K. (jetzt Remise). Einfacher 1sch. rom. Bau mit got.
Veränderungen.

Petri-Paul-K. Der gestreckte got. Chor, 3 Joch und 5/8 Schluß nach 1331,
das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus jünger. 2 S c h n i t z a l t ä r e um

Page 586

1500.

Landgrafenburg. Die rom. Anlage vollständig erhalten, ähnlich dem
Landgrafenhause der Wartburg und wahrscheinlich von demselben Meister
erbaut. Fenster vermauert. Im Erdgeschoß des Turms rom. Sll. Erhalten
auch das rom. Außentor.

W E I S T R O P P. K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. 1499. Stark verändert. Im großen WTurm Vorhangsbögen. —
Schloß ohne Interesse. Porträts von Graff und Tischbein.

W E I T E R S H A U S E N . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Roher 1sch. Gwbbau im rom.got. Übergangs-Stil, 1700 rest.

[pg 423]
W E L K E R S . RB Cassel Kr. Fulda.

Dorf-K. neu. Flandrisches Altarwerk mit geschnitzter Kreuzigung in 23
Figuren, E. 15. Jh.

W E N D E L S T E I N . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Burg. Seit M. 14. Jh. Besitz der Witzleben, im 16. Jh. als fürstengleicher
Edelsitz eingerichtet, im 30jähr. Kriege zerstört; jetzt größeren Teils Ruine,
einige Gebäude notdürftig unter Dach. Das 1596 für Wolf Dietrich v.
Witzleben von Friedrich Fuss errichtete »Neue Schloß« zeigt im
Hauptportal Hochrenss. in vornehm behandelter jon. Ordnung; an der Tür
des Treppenturms Elemente des Florisstils.

W E N I G E N J E N A , Vorstadt von Jena. Sachsen-Weimar.

Dorf-K. Urspr. als langgestreckte Klst.-K. geplant. Unvollendet. Chor mit
5/8 Schluß hochgot., die Gewölbe 1902 ergänzt. Dürftiges kleines 1sch.
Lhs. aus A. 16. Jh. Außen an der SSeite reich angelegtes und sorgfältig
ausgeführtes, aber unvollendet gebliebenes Portal aus der ersten Bauzeit. —
S a k r a m e n t s n i s c h e , auf der Grenze von Hoch- und Spgot. —

Page 587

G e d e n k t a f e l n aus 17. und 18. Jh. — Im Chor Wa n d m a l e r e i e n des
14. Jh., Jüngstes Gericht, Passion und Heiligenlegende.

W E N K B A C H . RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Rom. 12. Jh. Der breite OTurm bildet mit seinem Erdgeschoß den
Chor. Abgewalmtes Satteldach mit 4 Erkern. Am flachged. Sch. nur die
SMauer rom.

W E R D A U . K. Sachsen AH Zwickau.

Stadt-K. 1760 vom Dresdener Baudirektor S. Locke. Hallenbau mit
Emporen. Stuckierung von A. Vogel. Reicher K e l c h M. 15. Jh.

W E R K E L . RB Cassel Kr. Fritzlar.

Kirchturm, spgot. von 1508 mit hohem, schlankem Holzhelm, woran 4
Ecktürmchen.

W E R L E S H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Ansehnlicher Edelsitz der Herren v. Harstein 1565, steinerner Unterbau, 2
hohe Fachwerkgeschosse, Treppenturm und Erker.

W E R N B U R G . Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. Chor rom., Sch. jünger. Ausstattung von einigem Interesse.

Kap. S. Veit. Kleiner malerischer spgot. Bau. Am Chorgiebel reiche
Maßwerkblenden.

Schloß 1580. Stattlicher Renss.Bau. Im Erdgeschoß große gewölbte Halle.

W E R N E C K . UFranken BA Schweinfurt.

Sommerschloß des Fürstbischofs Karl Friedrich von Schönborn, [pg 424]
1731 bis 1747 von B. Neumann. Mit den sich anschließenden Stallungen
und Ökonomiegebäuden eine große, komplizierte Anlage; im Hauptbau 2
Säle und 100 Zimmer. Die glänzende innere Einrichtung 1806-14 durch

Page 588

Großherzog Ferdinand völlig verändert, jedoch in der Kapelle noch die
Stuckdekoration aus der Erbauungszeit. Weitere Zerstörungen bei der
Einrichtung als Irrenanstalt. Prachtvolle Gittertore von Oegg in der Art
jener des Würzburger Schlosses. Der ausgedehnte Park anglisiert.

W E R N S T E I N . OFranken BA Kulmbach.

Schloß. Über Buckelquaderfundamenten des 13. Jh. kleiner Renss.-Bau
1567. Befestigung mit reicher Tordekoration 1576, anscheinend von Caspar
Vischer. Im Vorwerk großer Festsaal 1580-93, Porträtmedaillons und
Ornament im Charakter der Plassenburg.

W E S T E N F E L D . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1579, verändert 1731.

W E S T H A U S E N . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. rom. Anlage mit OTurm, in spgot. Zeit gründlich umgebaut.

W E T T E R . RB Cassel Kr. Marburg.

K. des 1015 gegr. adligen Jungfrauenstifts. Baudaten fehlen.
Möglicherweise etwas vor der Elisabethkirche in Marburg begonnen, ist sie
doch wesentlich unter deren Einfluß ausgeführt, mit Neigung zu etwas
altertümlicherer Prägung der Einzelformen. Gr. und System gleichen, bei
bedeutend kleineren Abmessungen, ganz dem Marburger, mit dem
Unterschied, daß die Kreuzarme nicht polygonal, sondern in gewöhnlicher
Weise gerade schließen. Das Qsch. enthält also außer der quadr. Vierung je
2 rck. Gewölbefelder. Das Lhs. 5 Joche. Ganze innere L. 40 m. Von
Marburg abweichende Züge sind sonst noch: die Schaftringe an den
Diensten der OTeile; die schlichten runden Sockel; die fast zur Hälfte nach
innen gezogenen Strebepfll.; die primitive Bildung des Maßwerks durch
Ausschnitt aus Steinplatten; die Walmdächer auf den Kreuzflügeln (die
jetzigen Dachgiebel eine willkürliche Zutat von G. G. Ungewitter). Das
Hauptdach aus 15. Jh.; vorher über dem Msch. ein gesondertes Satteldach
und quergestellte Dächer über jedem Joch der Sschiffe. Ursp. geplant
wahrscheinlich 2 W-Türme. Jetzt ein einzelner großer von 1506. Die spgot.

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Bemalung des Innern von C. Schäfer beseitigt und nach vorgefundenen
frgot. Resten erneuert; ob für das Ganze zutreffend, ist natürlich
zweifelhaft. Auch am Äußeren des Chors Spuren eines gemalten Frieses. —
S t i f t e r d e n k m a l der Almudis und Dinkmudis. Schöner Celebrantenstuhl
[pg 425] 1466. Ta u f s t e i n frgot., 6 auf Löwen ruhende Säulen stützen das
halbkugelige Becken. — A l t a r mit Retabelgemälde, 7 Passionsszenen, 13.
(??) Jh. — Wa n d m a l e r e i e n im Chor spgot.

Von dem alten Stiftsgebäude geringe Reste.

Von der Stadtbefestigung Teile mit Wehrgang erhalten.

W E T T E S I N G E N . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K. sprom. mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. WTurm wehrhaft, ohne Tür.
Bemalte Steinkanzel und Taufstein aus 13. Jh.

W E T T I N . Pr. Sachsen Saalkreis.

Stadt-K. spgot. unbedeutend.

Burg, malerisches Landschaftsbild, architektonisch ohne Interesse.

W E T T R I N G E N . UFranken BA Hofheim.

Pfarr-K. Wesentlich 1775. Sehr ansehnlicher H o c h a l t a r , die Figg. in der
Richtung P. Wagners, ebenso die vortrefflichen K r u z i f i x e auf den
Seitenaltären. P i e t a s A. 16. Jh. — Mehrere B i l d s t ö c k e .

W E T Z H A U S E N . UFranken BA Hofheim.

Ev. Pfarr-K. Einheitlich 1707, ebenso die Ausstattung. — Bmkw. durch
Vollständigkeit und z. T. auch durch Qualität die lange mit 1460 beginnende
Reihe von G r a b m ä l e r n der Truchsessen v. Wetzhausen, 31 an der Zahl.
— Bmkw. K e l c h 14. Jh.

Schloß. Großer 4flügeliger, 4geschoßiger Bau des 16. Jh., Einzelheiten got.
und renss.

Page 590

W E Y E R . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Got. OTurm mit Chor 1. Hälfte des 15. Jh. Der übrige Bau nebst
Stuckaturen um 1730.

Pfarrhaus. Unter Abt Baumann von Ebrach (1703-14) erbaut. Gute
Stuckdecken um 1730.

Malerischer Gemeindebrunnen auf zehn steinernen Säulen. Erneuert 1840.

Bildstock der Kreuzigung mit Stifter von 1623.

W I C K E R S H A I N . K. Sachsen AH Borna.

Marien-K. (früher Wallfahrts-K.). Durch wiederholte Um- und Anbauten
hat die ursp. rom. Anlage (von welcher der turmtragende quadr. Vorchor
und die WWand) eine sehr unregelmäßige Gestalt erhalten; der Chor von
1424 von eigentümlicher Verschiebung des polyg. Gr.

W I E D E R A U . K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. Von der rom. Anlage erhalten der Chor und das schöne Südportal.

W I E D E R A U . K. Sachsen AH Borna.

Schloß (Gf. Hennicke) 1705, schmuckloser Putzbau von vornehmen [pg
426] Verhältnissen. Bmkw. die unveränderte Ausstattung des durch 2
Geschosse gehenden Saales. — Porträts von Graff, Venusstatue bez. Balth.
Permoser 1724, von demselben die Jahreszeiten.

W I E D E R K U N F T, F R Ö H L I C H E . Sachs.-Altenb. LA Roda.

Jagdschloß Joh. Friedrichs des Großmütigen beg. 1547. Inmitten eines von
Waldbächen gebildeten Teiches. Nach vielen Beschädigungen im 19. Jh.
sehr willkürlich rest. Urspr. ein großer, von Gräben, niedrigen Mauern und
Ecktürmen mit Zwiebeldächern umgebener Hof; im Innern freistehend der
Wohnbau aus Fachwerk; mit vielen Erkern und Türmen. — Die jetzige
Ausstattung mit renss. Möbeln verschiedenen, meist fremden Ursprungs. 4
G e m ä l d e aus der Schule Cranachs schildern das Leben Joh. Friedrichs.

Page 591

R e l i e f - B r u s t b i l d desselben aus Papierteig und bemalt, eine damals in
Thüringen beliebte Technik.

W I E D E R S B A C H . Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Dorf-K. 1601, wie Hinternah.

W I E S E N B R O N N . UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Turm (W) um 1300, Lhs. 1603. — Altar A. 17. Jh. mit bmkw.
G e m ä l d e von Hans Heunisch. — G r a b m a l des brandenbg. Geh. Rats
Joh. Buttner † 1605 und seiner Frau, 2 Tafeln in schönem B r o n z e g u ß
von Joh. Weinmann.

W I E S E N F E L D . RB Cassel Kr. Frankenberg.

K. einer um 1200 gestifteten Johanniter-Kommende. Frgot. 1260. Rck.
mit Schluß aus 6Eck, im Sch. 4 oblonge Kreuzgwbb. An der NSeite großer
5geschossiger Turm ohne Tür, nur mit Leiter ersteigbar, also zu
Verteidigungszwecken errichtet (rest. 1903).

Johanniterhaus. 1587, unbedeutend und verwahrlost.

W I E S E N F E L D . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1768. Gutes Beispiel des ansehnlichen Eichsfelder Bar.-Typus
(vgl. Geisleden, Rengelrode, Reinholtsroda, Volkerode, Wüstheuterode).

W I E S E N T H A U . OFranken BA Forchheim.

Dorf-K. spgot., stark rest. — A l t ä r e 17.-18. Jh. K a n z e l bar. mit spgot.
Figg. Reich geschnitzter B e i c h t s t u h l 18. Jh. E p i t a p h e der Familie v.
Wiesenthau 1581, 1590, 1605.

Schloß, stattlicher Renss.-Bau mit Rundtürmen, Schneckenstiegen,
Rittersaal. Im Bauernkriege zerstört, neu gebaut 1566.

W I E S E N T H E I D . UFranken BA Gerolzhofen.

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Pfarr-K. 1727-32 von Balth. Neumann; Bauführer der oft von Neumann
verwendete und später im Kurfürstentum [pg 427] Trier selbständig
auftretende J. G. Seiz. In ihr gibt der große Künstler seine Idee einer
Landkirche, freilich mit ungewöhnlich reichlichen Mitteln, die ihm der
vornehme Bauherr (Schönborn) zur Verfügung stellte, ausgeführt. Die
Raumdisposition ganz einfach: hoher klarer Saalbau mit flacher
Spiegeldecke, eingezogener Chor. Außen Verputzbau mit
Sandsteingliederung. Mansarddach. Im Detail neben spezifischen
Rokokoformen (Fenster) Elemente des dorischen Stils (Pilaster und Fries).
Der Turm wächst hinter dem Fassadengiebel aus dem Dach; ein
interessanter, indes kaum geglückt zu nennender Versuch. Die
Innendekoration nachneumannisch; gemalte Scheinarchitektur an Wand und
Decke, gut verbunden mit den prächtigen Stuckmarmoraltären. Auf dem
Hochaltar bmkw. gut die S t a t u e des h. Mauritius.

Kreuzigungsgruppe vor der K. 1766; groß, virtuos, enorm theatralisch.

Schloß der Grafen v. Schönborn; weitläufiger Komplex um einen quadr.
Binnenhof, Ausführung 16.-18. Jh. im ganzen schlicht. Geschmackvoll
eingerichtete Rok.Zimmer.

Gräfl. Gruftkapelle, ca. 1730. Im Innern Scheinarchitektur von dem Maler
der Kirche (eine einstürzende Kuppel darstellend).

Rathaus in behäbigem fränkischem Fr.Rok.

W I L D B U R G . UFranken BA Königshofen.

Burgruine. Von der ehem. Stammburg des Dynastengeschlechtes
Wildburg-Henneberg nur unbedeutende Reste erhalten.

W I L D E N B E R G . UFranken BA Miltenberg.

Burgruine ca. 1170-1250. Eine der schönsten, die sich aus rom. Zeit
erhalten haben; Gelnhausen und Münzenberg nicht nachstehend (die
Inschriften jetzt im gräfl. Erbachischen Schloß Eulbach nicht einwandfrei).
Die Anlage klar und regelmäßig. Ungewöhnlicher Aufwand an

Page 593

Kunstformen: rom. die Torhalle, darüber Kap. mit ausgekragtem Altarerker;
der Palas rom. und frgot., ganz glänzende Fensterarchitektur.

W I L D E N F E L S . OFranken BA Forchheim.

Burgruine bedeutend.

W I L D P R E C H T S R O D A . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1683.

Schloß (v. Butlar). Der einzige ansehnliche Renss.Bau der Gegend, 17. Jh.

W I L H E L M S B A D bei Hanau RB Cassel.

Badanlage 1779, Brunnentempel, Logierhaus, Theater, Karussell; im Park
künstliche Ruine, Insel mit Pyramide, Eremitage.

[pg 428]
W I L H E L M S H A U S E N . RB Cassel Kr. Hofgeismar.

K. des ehem. Cisterc. Nonnen-Klst. Wahlshausen. Rom. 12. Jh.
Flachgedeckte Basilika auf kreuzf. Gr., Apsiden am Chor und Qsch., im
Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. An den Sll. attische Basen mit
Eckblättern, Würfelknäufe mit Pflanzenornament. Eine Tür am südl.
Kreuzflügel umrahmt mit dem Profil der attischen Basis, im Tympanon
Agnus Dei. (Nebenapsiden und Sschiffe jetzt zerstört.) 1892 rest. und
vielfach verändert.

W I L H E L M S H A U S E N . Kr. Cassel-Land.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. Im 13. Jh. Cisterc.-Nonnen. Die Bauformen der
Kirche weisen auf 12. Jh. Im 30jährigen Kriege halb zerstört, 1891 rest. —
Kleine kreuzf. Basilika (28 m l.). Der Gr. des Qsch. und Chors zeigt genau
dieselben Abweichungen vom quadr. Schema wie Kaufungen. Hauptapsis
alt. Im Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. Wuchtige Sll. mit kurzem, stark
verjüngtem Schaft, an den Flächen der Würfelkaptt. eingetiefte Palmette.
WFassade turmlos. Rom. (?) Ta u f s t e i n .

Page 594

W I L H E L M S H Ö H E bei Cassel.

Ein im 12. Jh. gegr. Nonnenklst. 1527 aufgehoben. Bescheidenes landgräfl.
Schloß. Im 17. Jh. vergrößert. A. 18. Jh. unter Landgraf Karl Neubau
(Entwurf von de la Fosse 1710) mit großartiger Parkanlage geplant. Nur die
letztere wurde unter Karl wirklich begonnen, von seinen Nachfolgern
fortgesetzt. Den Schloßbau verwirklichte erst Wilhelm IX. (Abbruch des
alten Schlosses Weißenstein 1786-90). Der erste Entwurf von Wailly 1785
wurde abgelehnt; desgl., wegen zu großer Ausdehnung, der unter dem
Einfluß Palladios entstandene, künstlerisch sehr bedeutende Entwurf von H.
Chr. Jussow 1786. Den Auftrag erhielt Salomon Louis Du Ry (aus der in
Cassel, s. dort, in mehreren Generationen tätigen Hugenottenfamilie). Die
vorgeschlagenen Lösungen sehr verschiedenartig, übereinstimmend jedoch
in der Stilfrage. Der in seiner Jugend bei Blondel in Paris gebildete Künstler
hatte sich unumwunden dem Klassizismus englischer Färbung zugekehrt.
Der Bau des nördl. Flügels begann 1788, der Mittelbau 1792, die
Innenarbeiten 1803 vollendet. — Die Anlage modifiziert mit interessanter
Wirkung, zumal in Anpassung an das bewegte Gelände und die
ansteigenden Baummassen des Parkes, den traditionellen Hufeisengrundriß
in der Weise, daß dessen 3 Flügel in 3 selbständige Gebäude aufgelöst, dann
aber durch segmentförmige Zwischenbauten wieder verbunden werden, und
zwar so, daß die Achsen der Nebengebäude zu dem Hauptgebäude in
stumpfem Winkel anlaufen.

[pg 429]
Nicht befriedigend ist das Höhenverhältnis der Zwischenbauten; sie waren
auch ursp. auf das Erdgeschoß beschränkt; die Obergeschosse teils unter
Jerôme, teils erst 1829 hinzugefügt. Wie sehr die apsidialen Schlüsse der
Hauptbauten und überhaupt der ganze Rhythmus durch sie gestört wird,
leuchtet ohne weiteres ein. — Das Schloß von Wilhelmshöhe vertritt
zusammen mit dem von Koblenz am bedeutendsten die dem Empire
vorangehende Phase des Klassizismus. Der Nuancenunterschied der beiden
Gebäude ist bezeichnend für den Unterschied der strengeren, großzügigeren
englischen (von den Zeitgenossen oft »römisch« genannten) und der
weicheren französischen Richtung. In der inneren Einrichtung drängt sich
der französische Geschmack wieder vor, doch schon im Gepräge des
eigentlichen Empire. Ein Verzeichnis der Gemälde von 1790 gibt 45

Page 595

Nummern, zu denen später noch manches hinzukam, vieles wieder beseitigt
wurde. Unter den Gegenständen überwiegt die römische Geschichte, auch
ein Zyklus aus Tasso war vorhanden. Die Künstler großenteils Deutsche.
Die bekanntesten Namen F. H. Tischbein, Hackert und Nahl.

Der Park. Beg. bald nach 1700 unter Landgraf Karl in Erinnerung an die
Gärten in Rom und Frascati durch den römischen Architekten Giov. Fr.
Guernieri — vielleicht das grandioseste, was irgendwo der Barockstil in der
Verbindung von Architektur und Landschaft gewagt hat. Diese Anlage, die,
wo nicht ganz, so doch in bedeutenden Teilen, tatsächlich zur Ausführung
gekommen war, wich seit 1786 dem noch bestehenden Naturpark im
englischen Geschmack. Bei Guernieri war das Hauptmotiv die mit reichem
architektonischem Beiwerk ausgebildete Kaskadenfolge, die sich von der
Höhe des Habichtswaldes bis zum Schloß Weißenstein hinzog, 3500 Fuß
rhein. l., die Mittelbahn 6,5 m br., zweimal durch Absätze mit Rundmotiven
und eine breite Querallee mit vielen Becken und Springbrunnen
durchbrochen. Davon hat sich nur der oberste Abschnitt erhalten, endend in
das phantastisch-kolossalische O k t o g o n mit dem Herkules (der »kleine
Herkules« aus einer älteren Anlage des 17. Jh.). Auch der englische Park
wollte auf Mitwirkung der Architektur nicht verzichten. Doch in einem
grundsätzlich anderen Sinn, als das Barock. Nicht um architektonische
Durchbildung des Geländes und Pflanzenwuchses handelte es sich, sondern
um Anlage zerstreuter Einzelarchitekturen, die in der (scheinbar) freien
Natur malerische Zentren bilden und durch ihre gegenständliche Bedeutung
Stimmung machen sollten. Künstliche Ruinen u. a. wurden beliebt. Im
ersten Projekt Du Rys sollte sogar das Schloß selbst einen Ruinenflügel
erhalten. [pg 430] Im Charakter einer imaginären Urkunst das »Grab der
Vögel«. Römisch die »Sibyllengrotte« und die kleine Nachbildung der
Cestiuspyramide. Inzwischen kam aus England die romantische
Schwärmerei für die Gotik. So entstand (erster Plan 1790) die
L ö w e n b u r g , anfangs als Ruine beabsichtigt. Auf Verlangen des
Landgrafen ein vollständiges, wohnbares, allerdings im Maßstab der
einzelnen Bauteile klein gegriffenes Bergschloß — kulturhistorisch
merkwürdig als eine der frühesten Schöpfungen sentimentaler Neugotik in
Deutschland. Entwurf von Jussow. Für die dem Schloße näher liegenden
Zierbauten kehrte derselbe mit gutem Takt wieder zu klassischen Formen
zurück: S ä u l e n h a l l e und Te m p e l am Bowlingreen und reizvoller

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Entwurf (nicht ausgeführt) zum Philosophentale. — Eine c h i n e s i s c h e
G a l e r i e , eine M o s c h e e und eine E r e m i t a g e d e s P l a t o sind
seither wieder verschwunden. — Unter den Nebengebäuden des Schlosses
das wichtigste das T h e a t e r von 1808 (jetzt mit starker Veränderung
Tennishalle) und das P f l a n z e n h a u s .

W I L H E L M S TA L bei Cassel.

Schloß. Es gehört nicht zu den größeren, aber zu den reizvollsten unter den
Rok.Schlössern Deutschlands. Erb. von Mitgliedern der aus Frankreich
stammenden, in mehreren Generationen in Cassel ansässigen
Architektenfamilie Du Ry. Drei Flügel in aufgelöster Triklinienstellung.
Anlage des Ganzen und Ausführung der Kavaliershäuser von Karl D. Sein
Sohn Simon Ludwig D. war schon 1749 in Paris mit der Durcharbeitung des
Entwurfs für den Mittelbau (corps de logis) unter den Augen Blondels
beschäftigt (ausgeführt erst nach dem 7jährigen Kriege). Die bei großer
Feinheit der Sandsteinarbeit etwas kraftlose Fassade zeigt schon eine leise
Tendenz zum Klassizismus; das Innere ist reines Rokoko, allerdings nicht in
jener ekstatischen Prachtlust, der vor allem die geistlichen Fürsten des
katholischen Deutschlands huldigten, auch in ihren Schlössern, sondern
leichter in der Haltung, feiner und anheimelnder; wie denn auch der Gr. und
die Abmessungen in erster Linie auf Wohnlichkeit ausgehen. — Zur Seite
standen Du Ry der Bildhauer J. A. Nahl und der Maler J. H. Tischbein. —
Die kleinen Wachthäuser um 1770 in derjenigen Abwandlung des Rok., die
man »Zopf« zu nennen pflegt.

W I L H E L M S TA L bei Eisenach Sachsen-Weimar.

Großherzogl. Schloß. Malerische Gruppe von niedrigen schlicht bar.
Einzelhäusern, zwei Reihen in einer Längsachse geordnet. Am NEnde
ellipt. Festsaal A, 18. Jh. Umgestaltung [pg 431] der beiden NHäuser unter
Goethes Leitung 1790. Aus derselben Zeit der Brunnen in der Querachse.
Weitere verbindende Zutaten 1850.

W I L L E R S H A U S E N . RB Cassel Kr. Eschwege.

Pfarr-K. Spgot. Hallenkirche mit älterem quadr. Chor. Im Schiff je 4
schlanke Rundpfll., mit spiralisch um den Schaft sich windenden Ansätzen.

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Schloß, meist Fachwerkbau, ohne Bedeutung.

W I L L M E R S R E U T H . OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. Sprom. Chor im OTurm, Kreuzrippengwb. Lhs. 1753 umgebaut.
— H o l z f i g g . Reste eines A l t a r s von ca. 1520. Bmkw. Ta u f s t e i n 2.
H. 16. Jh.

W I L S D O R F. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Die rom. Anlage unverändert. Rck, OTurm in gleicher Br. mit dem
Schiff. Türrahmen der NSeite aus 3 rom. Grabsteinen.

W I L S D R U F F. K. Sachsen AH Meißen.

Pfarr-K. S. Nikolai neu; aus der alten das hübsche Portal aus ziemlich
früher got. Zeit; K a n z e l 17. Jh.; E p i t a p h 1731.

W I M M E L B U R G . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Benediktiner-Klst. gegr. ca. 1060. Stattliche Kirche im Stil der 2. H. 12.
Jh. Jetzt Ruine; leidlich erhalten nur Teile des Chors und Qschiffs (lichte
Länge des Qsch. 22 m). Ausgebildeter Hirsauer Gr. mit 5 Apsiden.
Nebenchöre (gewölbt) und Hauptchor (flachgedeckt) kommunizieren durch
je zwei niedrige Arkaden (also ähnlich Konradsburg, doch ohne den
dortigen Blendbg.); Pfll. mit Ecksäulchen in der Art des Meisters von
Königslutter. Der Bogenfries der Apsis bildet eine Wellenlinie (wie in Klst.
Mansfeld).

W I N D E C K E N . RB Cassel Kr. Hanau.

Stadt-K. 1455-96, 3sch.

Schloß (Amtsgericht) 16.-17. Jh.

Rathaus, spgot. Massivbau mit Staffelgiebeln. Bmkw. Inneneinrichtung.

Stadtmauer mit Wehrgang und Scharten.

Page 598

W I N D H A U S E N . Kr. Cassel-Land.

Herrenhaus, anspruchslos behaglicher Bau von 1789. Die Anlagen des
Ministers von Schlieffen (von 1781 ab) ein charakteristisches Beispiel des
sentimentalen Naturparks und seiner Requisiten: Einsiedelei,
Freundschaftsdenkmal, Altar, Arminiusgrab, gotische Ruine, Teufelsbrücke.

W I N D E H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Pfarr-K. Im platt geschlossenen Chor frgot. Drei-Fenster-Gruppe, am
Gewände Ringsäulen.

[pg 432]
W I N D H E I M . UFranken BA Hammelburg.

Pfarr-K. 1766. Guter Bau der Neumannschule, wahrscheinlich von
Hauptmann Fischer (vgl. Fuchsstadt). Stattlicher H o c h a l t a r von 1696,
ehem. in Hammelburg.

W I N D I S C H - H O L Z H A U S E N . Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. mit wohlerhaltenem rom. OTurm und Apsis.

W I N D I S C H L E U B A . Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Ansehnliche spgot. Dorf-K. mit Netzgwb., WTurm rom. 12. Jh.

Schloß; bedeutende Anlage; E. 14. Jh. verständnisvoll hergestellt.
Ringmauern und Ecktürme ma., Hauptwohngebäude (SFlügel) im 1. und 2.
Geschoß um 1450, das Obergeschoß und die sehr stattlichen Giebel und
Zwerchhäuser 1532. Auch die anderen Gebäude enthalten bmkw.
Einzelheiten. Rok.Saal. Wertvolle Sammlung von ma. Kleinkunstwerken.

W I N T E R H A U S E N . UFranken BA Ochsenfurt.

Hübsches Gesamtbild mit manchen der Aufmerksamkeit werten
Einzelheiten. Pfarr-K. 1497 und 1573 umgebaut. Der Chorturm hat 3
sprom. Geschosse. Bar. Hochaltar mit bmkw. spgot.

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S c h n i t z b i l d e r n ; im Hauptfeld Kreuzigung, in der Predella Abendmahl.
Starke Kirchhofsbefestigung aus sp. Ma.

Mauritius-K. (prof.). In der Anlage fast genaue Wiederholung der
Lambert-K. in Tückelhausen, 1sch. mit eingezogenem quadr. Chor.,
Stilformen frgot. um 1300.

Rathaus 1738, gefälliger Bau des Würzburger fr. Rok.

W I P F E L D . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. um 1780-90, aufwändige klassizist. Ausstattung der Würzburger
Schule.

W I P P R A . Pr. Sachsen. Mansfelder Gebirgskreis.

Burgruine. Sehr verfallen.

W I R S B E R G . OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. 1. H. 18. Jh. Gutes Beispiel einer Landkirche im sog.
Markgrafenstil. Kanzelaltar (sächsisch-thüringischer Einfluß).

W I R T H E I M . RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. spgot., in allen Teilen flachgedeckt, auch in dem 1/2 8eck. Chor;
sorgfältiges Maßwerk.

W I T T E N B E R G . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. Unscheinbare Hallenkirche von gedrückten Verhältnissen. Chor
und WBau mit 2 Türmen um 1300, Lhs. A. 15. Jh. Die 3 Sch. schließen
platt in gleicher Flucht, das nördl. ist verbreitert, daher die
Unregelmäßigkeiten des Schlusses. Errichtung von Emporen zu 1516 und
1540 gemeldet. Die jetzigen neugot. Der Predigtstuhl M. Luthers [pg 433]
(1543) in der Lutherhalle, das A l t a r w e r k L. Cranachs d. Ä. modern
verunstaltet. An der nördl. Chorwand Gemälde von L. Cranach d. J., die
Bekehrung Pauli, des Meisters letztes Werk, 1586. Ta u f b e c k e n in
Rotguß von Hermann Vischer 1457, 8eck., auf Löwen ruhend, am Kessel

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Reliefs von Heiligen. Einfacher i k o n . G r a b s t e i n Bugenhagens. Großes
E p i t a p h für Matth. v. Schulenburg 1S69 von G. Schröter. Das
ausgezeichnete A l a b a s t e r r e l i e f , Grablegung, am Grabmal L. Cranachs
d. J. † 1586 von S. W. (Sebastian Walther in Dresden). Tafel für Kaspar
Lindemann von Ulrich Gretel in Leipzig. — Außen an der NSeite Relief,
Christus als We l t e n r i c h t e r 1310; am WPortal M a r i a mit Heiligen aus
derselben Zeit; am Chor J u d e n s a u .

Schloß-(Universitäts)-K. ca. 1490-1500, rest. seit 1885. Das Äußere
entspricht ungefähr dem alten Zustande, das Innere durchaus rest. Rck. von
6 Achsen mit 3/8 Schluß. Zwischen den nach innen gezogenen Pfll. eine
ringsumlaufende, von Stichbögen getragene Empore, dem entsprechend ein
niedriges unteres und ein hohes oberes Fenstergeschoß. — Große
B r o n z e g r a b p l a t t e n für Friedrich den Weisen und Johann den
Beständigen; jene bez. Peter Fischer (sic) Norimbergensis A. 1527; diese,
eine fast genaue Nachahmung, H V (Hans Vischer). Außerdem dieselben
beiden Kurfürsten in lebensgroßen knienden M a r m o r s t a t u e n . Die
Bronzetafel auf dem Grabe Luthers moderne Kopie des Exemplars in Jena.
B r o n z e - G e d ä c h t n i s t a f e l des Juristen Henning Goeden von P.
Vischer 1521 (Wiederholung im Dom zu Erfurt).

Schloß erb. von Friedrich dem Weisen 1490-99. Sehr entstellt. Bmkw. die
beiden Treppenhäuser, die sich nach dem Hof in Lauben öffnen. Über dem
Portal schön gemeißelte Wappen. 2 runde Türme an den Ecken. Urspr.
Zustand auf dem Titelbilde des Wittenberger Heiligtumbuchs.

Rathaus spgot. und renss. An der langen Marktseite außer dem
(modernisierten) Erdgeschoß 2 Geschosse zu 13 Achsen, Vorhangbögen;
später hinzugefügt ein Renss.-Portal mit Altan und 4 Renss.
Zwerchhäusern. — Apotheke L. Cranachs. Straßenseite durch neuen
Verputz entstellt, besser erhalten der Hof, darin ein nicht sicher zu
deutendes Relief eines Geharnischten. Häuser Melanchthons und
Bugenhagens. Das Lutherhaus (urspr. Augustiner-Klst.) hat durch die
Rest. 1840 einen gänzlich falschen Charakter erhalten; unberührt das 1540
in Pirna gefertigte Portal und im ganzen auch Luthers Wohnstube.

Alter Friedhof vor dem Elstertor; renss. Portal ca. 1560 mit [pg 434] Relief
des Weltenrichters. Die Grabsteine von Luthers Tochter Elisabeth und

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Melanchthons Nichte Magdalene haben nur Inschriften.

W I T T G E N D O R F. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1754. Gute G r a b m ä l e r E. 17. Jh.

W I T Z E L R O D A . Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. E. 16. Jh. Charakteristische Inneneinrichtung um 1702.

W I T Z E N H A U S E N . RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Stadt-K. Angeblich 1404. Lhs. 3sch. mit überhöhtem, fensterlosem Msch.
Jetzt Bretterdecken. Der gewölbte Chor höher. — Grabmal der Familie v.
Bodenhausen 1575; mehrere lebensgroße Rundfigg. knien auf einer von Sll.
getragenen Plattform, darüber Relief mit der Auferstehung Christi.

Wilhelmiter-Klst. 2 Säle (jetzt Schafstall); der kleine mit 4Gwbb. auf 1
Mittelpfl.; der größere durch 4 achteckige Schafte, aus deren Kanten die
Rippen herauswachsen, in 10 Gwb.Felder geteilt; Ähnlichkeit mit dem
Rittersaal des Marburger Schlosses. Die Klostergebäude jetzt zur
Kolonialschule eingerichtet.

Klus-Kap. am rechten Werraufer. Alle Fenster mit rom. Profilen.

Hospitals-Kap. S. Michael. Einfacher spgot. Bruchsteinbau um 1392. Der
sonst schmucklose kleine WTurm trägt einen bmkw. Aufbau; 4 Sll., durch
Eselsrücken verbunden, die Öffnungen mit Maßwerk gefüllt, Krönung mit
steinernem Helm.

Rathaus. Einfacher Renss.Steinbau, 1819 durch Restauration nach einem
Brande zur Unkenntlichkeit entstellt.

Wohnhäuser in Fachwerk.

Reste der Stadtbefestigung.

W I T Z L E B E N . Schwarzburg-Sondershausen LA Arnstadt.

Page 602

Dorf-K. mit rom. Resten.

W O F F L E B E N . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. 1751. Der eigentümliche Gr. erklärt sich aus den Experimenten des
protestantischen Kirchenbaues.

W O L F E R S T E D T. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. mit romanischen Details, darunter bmkw. Portal.

W O L F H A G E N . RB Cassel Kreisstadt.

Pfarr-K. S. Anna. 2. H. 13. Jh. Niedrige Hallenkirche in schlichten,
kräftigen Formen. Chor aus 8Eck. WTurm 1303 (Inschr.), das bmkw. Dach
1501.

Vor der Stadt Kapelle in vorzüglichen hochgot. Formen.

W O L F M A N N S H A U S E N . Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Im Sch. schöne Felderdecke aus 17. Jh., östl. Chorturm im
Erdgeschoß rom. Hübsche Ausstattung um 1730.

[pg 435]
W O L F S M Ü N S T E R . UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. Turm A. 14. Jh., das geräumige Langhaus 1734 mit urspr. guter
gleichzeitiger Ausstattung (stark rest.). G l o c k e n 1412, 1786.

Schloß Wolfsmünster. Malerische Anlage von 1584 mit Treppengiebeln.

W O L K E N B U R G . K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. 1794 nach Entwurf von J. A. Giese in der Richtung von C. G.
Langhans. Die das Schiff von 3 Seiten umgebende Empore von dor. Säulen
getragen; der Altartisch ohne Aufsatz; hinter ihm in der Nische Gemälde
von A. F. Oeser und H. V. Schnorr v. Carolsfeld.

Page 603

Die ältere K. (um 1400) jetzt Erbbegräbnis der Grafen Einsiedel.
Altarwerk aus farbigem Marmor 1657, ausgezeichnete Arbeit von J. H.
Böhm. Schöne Gedenktafel des bei Kaiserslautern gefallenen Gf. Friedrich
v. E., Eisenguß aus Lauchhammer.

Schloß (Gf. Einsiedel). Got. Formen im SBau. Sonst alles gründlich
umgebaut. Die klassizistische Saalausstattung vom Besten.
Familienbildnisse u. a. von Mengs, Graff und Grassi. Großer Park, englisch
umgearbeitet.

W O L K E N S T E I N . K. Sachsen AH Marienburg.

Stadt-K. nach Brand 1689, einfacher 1sch. Bau. — A l t a r w e r k aus
mehrfarbigem Gestein 16S2 von Joh. Böhme.

Burg, in jetziger Gestalt ohne Interesse.

W O L K R A M S H A U S E N . RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. Sprom. WTurm, got. Sch. mit 1/2 Achteckschluß.

W O L K S H A U S E N . UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. Erb. 1616, nach W verlängert 1778. Die vortrefflich in das
Architekturbild eingegliederten A l t ä r e von Auwera und Steuerwald
(letzterer ein Lokalmeister in Kitzingen).

Sebastians-Kap. 1771. Stuckatur und Altäre gleichzeitig. Ein älterer
A l t a r a u f s a t z um 1650 an der NWand. Hinter der Kap. bmkw.
B i l d s t o c k um 1400.

Im Dorf lebensgroße S t a n d f i g . des hl. Michael 1743.

W O L M I R S TA D T. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. spgot., 1sch., mit Netzgwb.

W O M M E N . RB Cassel Kr. Eschwege.

Page 604

Gutshaus, Portal Frührenaissance 1535.

W O N F U R T. UFranken BA Haßfurt.

Pfarr-K. Zentralbau von 1824. Altäre und Kanzel um 1700.

Friedhofs-Kap. Bmkw. Grabsteine des sp. 16. und des 17. Jh. Gute
K r e u z i g u n g s g r u p p e um 1750.

Schloß. E. 16. Jh., einige Veränderungen 1695.

[pg 436]
W O N S E E S . OFranken BA Ebermannstadt.

Pfarr-K. 18. Jh. — Epit. Guttenberg 1541, Giech 1601.

W O R B I S . Pr. Sachsen RB Erfurt. Kreisstadt.

Stadt-K. 1756, im 19. Jh. rom. (!) rest.

Klst.-K., bar. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche, Kreuzgwbb.

Hardtkap. 1749. Großer Schnitzaltar 15. Jh.

Amtsgericht, schöner Fachwerkbau mit Erker, 16. und 17. Jh.

W O R M S L E B E N . Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Kirche. Angeblich älteste des Gebietes. — Jetzt stillos bis auf ein primitiv
aussehendes rom. Tympanon.

W Ü L F E R S H A U S E N . UFranken BA Königshofen.

Pfarr-K. 1607. Charakteristisches Beispiel der von Bischof Julius
begünstigten Nachgotik.

W Ü L F E R S H A U S E N . UFranken BA Karlstadt.

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Dorf-K. aus der Juliuszeit, im 18. Jh. überarbeitet. Die guten Rok.-
Mobilien in Würzburg gearbeitet.

W U N S I E D E L . OFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K., spgot. Anlage, Lhs. und Turm 1730 umgebaut.

Spital-K., spgot., unbedeutend. — Gottesacker-K. 1672.

W Ü R D E N H A I N . Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1577 und 1747. — Spgot. F l ü g e l a l t a r , zusammengesetzt aus
einem größeren und kleineren. Die Figuren nicht übel.

W Ü R Z B U R G . UFranken B Amtsstadt.

Dom S. Kiliani. Urbau unter B. Arno (855-93). Rest. unter B. Burkard
(931-41). Neubau unter B. Bruno 1042ff. Ferner noch, in rom. Zeit
bedeutende Bautätigkeit unter B. Embricho (1125-47) und B. Hermann
(1225-54); Veränderungen 1606 bis 1607 und 1701-03. Heute wirkt der
Dom im Äußeren wesentlich als romanischer, im Innern als Barockbau. —
Die Baugeschichte macht Schwierigkeiten. Die Hauptfrage ist: hat
Embricho, auf dessen Zeit alles formale Detail am Langhaus hinweist,
dieses auf dem unveränderten Grundriß Brunos wiederhergestellt? oder hat
er einen völligen Neubau in vergrößertem Maßstabe begonnen? Für die
erstere Alternative kann die Ähnlichkeit des mehrere ungewöhnliche
Eigenschaften zeigenden Grundrisses mit einem anderen Bau des 11. Jh.,
der Klst.-K. in Hersfeld (beg. nach 1037), geltend gemacht werden. Dann
aber müßte der WBau mit seinen Doppeltürmen, da er auf schmälere
Schiffe hinweist4, auf eine noch ältere Zeit zurückgehen, was aber nicht
wohl möglich ist, weil die Anlage westlicher Doppeltürme mit
Eingangshalle nicht vor 2. Viertel 11. Jh. (zuerst in Straßburg)
nachgewiesen [pg 437] werden kann. Zwischen den beiden oben genannten
Möglichkeiten blieb dann nur noch eine dritte, rein hypothetische:
Veränderung des Maßstabes schon unter Bruno. — Der Ostbau hat das volle
Gepräge schon des 13. Jh. — Der Gr. ist kreuzförmig, die Vierung genau
quadr., die Flügel des Qsch. sowohl als der Chor gestreckt rechteckig
(einzige aber genaue Analogie die Kloster-K. Hersfeld); Hauptapsis und 2

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kleinere Apsiden an der OWand des Qsch.; im Chorwinkel 2 quadr. Türme.
Im Lhs. 10 Ark.; die rom. Kämpferprofile der Pfll. noch sichtbar. Wie die
allgemeine Disposition, so sind auch die Abmessungen denen von Hersfold
sehr nahe: ganze lichte L. ohne Turmhalle 97 (Hersfeld 95), Lhs. 57 : 31
(Hersfeld 55 : 30), Qsch. 58 (Hersfeld 57), H. des Msch. 24 (Hersfeld 23).
Der Chor 1749 tiefer gelegt unter Opferung der alten Krypta.

I n n e r e s . Das Raumbild ist noch das alte romanische geblieben und von
mächtiger Wirkung. Rom. Einzelformen nur an den Pfll. sichtbar. Sie
zeigen eine ungewöhnliche, nur mit einigen thüringischen Bauten
vergleichbare Form; Halbsäulenvorlagen unter der Bogenleibung. Die
Gewölbe des Hauptchors und der Sschiffe um 1500 eingezogen. Bischof
Julius beabsichtigte A. 17. Jh. eingreifende Umwandlung im Charakter der
von ihm bevorzugten posthumen Gotik. Zur Ausführung kamen nur die
Gewölbe des Hochschiffes durch Lazzaro Agostino. Die ausgezeichnet
schöne Stuckdekoration 1701 von Pietro Magni.

Ä u ß e r e s . Die Fassade stammt aus verschiedenen rom. Epochen; durch
die glättende und gleichmachende Rest. 1880 hat sie ihren historischen
Charakter verloren; das Portal neu erfunden; bis 1644 stand vor dem
Erdgeschoß eine Paradieshalle. — Die oberen Turmabschlüsse 1418. — Die
Langseiten aus 1. H. 12. Jh. mit der üblichen Lisenen- und
Bogenfriesgliederung, die jedoch einen eigentümlich flauen Charakter hat;
vielleicht ist der Grund durch Verputz erhöht. — Die Osttürme im
Erdgeschoß mit dem Chor gleichzeitig, in den oberen Teilen 1225-50. Die
Überführung vom Quadrat zum 8Eck sehr eigentümlich; fast möchte man
glauben, daß hier eine blasse Erinnerung an die Türme von Laon vorliegt,
vielleicht vermittelt durch Bamberg. Zu beachten die polychromen
Wirkungen durch Wechsel im Sandstein.

A u s s t a t t u n g . C h o r . [Von den 1701ff. beseitigten Kunstwerken waren
die wichtigsten gewesen: H o c h a l t a r mit dem Standbild des Salvators
unter einem von 4 Sll. getragenen Ciborium aus Salzburger Marmor, auf der
Retabelwand ein Marmorsarkophag mit Reliquien, 1510 von
Riemenschneider; von demselben 1494 ein bis zum Gewölbe reichendes [pg
438] S a k r a m e n t s h ä u s c h e n . Ehernes S i n g p u l t von Hans
Wurzelbauer aus Nürnberg jetzt in der Sepultur.] Die jetzigen A l t ä r e gute

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Durchschnittsleistungen der Barockzeit. Sie enthalten Gemälde von Oswald
Onghers (Enthauptung Johannis), Sandrart (Kreuzabnahme), Bueler
(Grablegung), Merian (Drei Könige). Die Altäre des Langhauses an den
Pfeilern aufgestellt; sie erhielten 1793 einheitliche Umrahmung. —
C h o r s t ü h l e von Jakob van der Auwera 1749 mit den Wappen der damals
amtierenden Domherren. — E i s e n g i t t e r von Gattinger. — Spgot.
B i s c h o f s s t u h l jetzt in der Sakristei. — Im Langhaus Taufkessel,
Erzguß, bez. Eckart von Worms 1279. — K a n z e l von Mich. Kern 1609.

G r a b d e n k m ä l e r . Neben denen des Mainzer Doms die großartigste
Reihe, die Deutschland besitzt. Sie wurden im 18. Jh. an Wänden und
Pfeilern aufgestellt. Die älteren bildeten Deckplatten von Tumben, die
jüngeren sind Bildnisepitaphe; die zu den letzteren gehörigen Bodenplatten
(über der wirklichen Grabstelle) sind teils untergegangen, teils an den
Seitenschiffswänden aufgestellt. Im 16. Jh. kam das Ädikulaepitaph mit
Reliefbild auf.

Im Q u e r s c h i f f : I. NFlügel. a) OWand. Über der kleinen, zur Krypta
führenden Tür Epitaph des Dechanten J. C. Kottwitz v. Aulenbach † 1610;
B. Konrad v. Bibra † 1544 im Stil des Peter Dell d. Ä. b) WWand.
Grabstein des Grafen Bernhard v. Solms † 1553 im Stil des P. Dell d. J.;
Grabstein des B. Gerhard von Schwarzburg † 1400, überlebensgroß, die
Gewandung dekorativ sehr wirksam, dabei ist es wichtig, daß mit ihr auch
das gesagt wird, was eigentlich Sache der Figur wäre; im Kopf könnte man
ein fein gestimmtes Porträt zu sehen glauben, trüge nicht der von
demselben Meister gefertigte Konrad von Weinsberg in Mainz auch ganz
dieselben Züge. Epitaph des Dompropstes F. L. Faust v. Stromberg † 1673.
Unter dem Durchgangsbogen zum nördl. Ssch. Erzplatten des Kottwitz v.
Aulenbach (vgl. Epitaph oben) und des Erasmus Neustetter. — II. SFlügel.
a) WWand: Ehernes Epitaph des C. F. v. Thüngen 1629. b) SWand:
Kenotaph des B. Moritz v. Hutten † 1552 von Martin Hering, c) OWand:
Epit. des B. Konrad v.Thüngen 1540 von Loy Hering aus Eichstätt;
Kenotaph des Dompropstes Niedhard v. Thüngen, B. v. Bamberg, 1598.

I m L a n g h a u s . — N ö r d l i c h e R e i h e . 1. Pfl. NSeite: B. Gottfried III.
v. Hohenlohe † 1322 (mit neuer falscher Inschrift), das Schwert führen die
Würzburger Bischöfe als Herzöge von Franken; trotzdem die Rechte zum

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Segnen erhoben. [pg 439] SSeite: B. Otto v. Wolfskeel † 1345,
ausgezeichnetes Beispiel für den Stil des 14. Jahrhunderts; die große
Schleppfalte von der linken Hüfte zum rechten Fuß im Schema der Apostel
des Kölner Doms. Rundfigur. — 2. Pfl. NSeite: Domdechant Peter v.
Aufseß † 1522, flacher Erzguß, wohl aus der Vischerschen Hütte. OSeite:
B. Albert v. Hohenlohe † 1372, die Sförmige Schwingung so trefflich in die
Charakteristik einbezogen, daß sie kaum noch als konventionell wirkt. — 3.
Pfl. NSeite: Epit. des Erasmus Neustetter 1594 (Grabplatte s. oben). — 4.
Pfl. O. Seite: B. Johann v. Eglofstein 1411, Standbild unter Baldachin,
Porträtkopf. B. Wolfram v. Grumbach-Wolfskehl † 1333. Kein Kissen mehr,
die Auffassung als Standfigur zum ersten Male konsequent durchgeführt,
überhaupt bedeutende Arbeit. — 5. Pfl. NSeite: Dompropst v. Frankenstein
1789 vom Bamberger Mutschelle. OSeite: B. Johann v. Grumbach 1466,
Standbild unter Baldachin, fein, vornehm, geschmackvoll; vom Würzburger
Meister Leonhard Strohmeier. — 7. Pfl. OSeite: B. Adam Friedrich v.
Seinsheim 1779 von J. P. Wagner nach dem Entwurf des Hofmalers
Christoph Fesel. — 8. Pfl. SSeite: B. Philipp Adolf v. Ehrenberg † 1631,
ausgeführt 1664. — S ü d l i c h e R e i h e . 1. Pfl. NSeite: B. Mangold v.
Neuenburg † 1303. Keinesfalls wesentlich jünger, wichtig für den Übergang
vom Stil des 13. Jh. zu dem des 14. Jh. (Pinder glaubt an einen in Sachsen
geschulten fränkischen Künstler); der merkwürdig individuelle Kopf im 18.
Jh. übergangen. SSeite: B. Gottfried v. Spitzenberg † 1190 auf dem
Kreuzzug; der Stein, trotz der jüngeren Inschrift, gleichzeitig, ältestes
Zeugnis der Monumentalplastik in Würzburg, — 3. Pfl. NSeite, neben der
Kanzel: B. Gottfried Schenk v. Limburg 1455. — 4. Pfl. OSeite: B. Johann
v. Brunn 1440; die Gesichtszüge sind individuell, verraten aber nicht einen
80jährigen Greis. NSeite: B. Rudolf v. Scherenberg 1493 von
Riemenschneider, dessen Stil von seiner besten Seite zeigend. — 5. Pfl.
NSeite: B. Lorenz v. Bibra 1519; bei Lebzeiten bestellt; das Beiwerk zeigt,
wie sich der alternde Meister Riemenschneider mit den eindringenden
Renss.-Formen auseinandersetzte; vielleicht jedoch unter Mitwirkung eines
jüngeren Gehilfen; die Putten haben auch in den Köpfen mit dem bekannten
Engeltypus Riemenschneiders nichts gemein; übrigens ist das Verhältnis der
Figur zur tektonischen Umgebung vorzüglich abgewogen und die
Verbindung verschiedenfarbiger Steine mit zartem Geschmack
durchgeführt. — 6. Pfl. NSeite: B. Melchior Zobel zu Gutenberg, ermordet
1558, Hauptwerk des vielbeschäftigten aber unerfreulichen P. Dell d. J. —

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7. Pfl. NSeite: B. Friedrich v. Wirsberg [pg 440] 1573 von W. Sarder aus
Eichstätt. OSeite: B. Franz Ludwig v. Ertal 1795. — 8. Pfl. NSeite: B.
Julius Echter v. Mespelbrunn 1617 von M. Kern; Architektur gut, Figur
nicht bedeutend. SSeite: Ritter Sebastian Echter, des Bischofs Bruder, 1577.
OSeite: das umgestürzte Wappen des letzten Echter † 1665. — 9. Pfl.
NSeite: B. Joh. Gottfr. v. Aschhausen † 1622. — Die Form des
Renss.Epitaphes, Ädikula mit Relief. An der südl. Sschiffswand eine Reihe
bronzener Grabplatten, ehemals in der Nähe der entsprechenden Epitaphe
zu denken. Von ihnen gehören der Gießhütte Peter Vischers: Dompropst
Georg v. Giech † 1501, Dompropst Albert v. Bibra † 1511, B. Lorenz v.
Bibra † 1519, letztere vielleicht nach Riemenschneiders Entwurf in
Nürnberg gegossen.

S o n s t i g e S k u l p t u r e n . — Vom Triumphbogen herabhängend
überlebensgroßes H o l z k r u z i f i x von 1478. — Auf 3 Pfll. der NSeite
verstreut M a r i a u n d d i e h . h . d r e i K ö n i g e , interessante, stark
bewegte Standbilder aus A.14.Jh., durch moderne Rest, und Bemalung
entstellt; ähnliche Pfl. Aufstellung in der Lorenz-K. in Nürnberg; trotzdem
vielleicht ursp. für ein Portal gedacht, wie in Freiburg. Zu Beginn des Lhs.
Ta u f k e s s e l , Erzguß, bez. Eckart v. Worms 1279; die zu dieser Zeit in
Süddeutschland wenig geläufige Technik erklärt die Roheit der Formen. —
K a n z e l von Mich. Kern 1609. — In einer Kap. am WEnde des südl. Ssch.
große G r u p p e des Marientodes, um 1470-80, hervorragend durch
Wahrheit und Stärke des Ausdrucks; am Eingang in die Kap. ein D i a k o n
mit Lesepult in einem zugleich an Riemenschneider und Backofen
erinnernden Stil, dann die 2 S ä u l e n »Booz« und »Jachim« vom
ehemaligen Paradies. — Die spgot. S t a n d b i l d e r an den ersten Pfll. des
Lhs, von den Strebepfll. der Marienkap., wo sie zu verwittern drohten,
hierher geborgen. — In der Vorhalle Madonna um 1420.

E p i t a p h e a m Ä u ß e r e n . Meist sehr beschädigt. Historisch interessant
dasjenige Tilman Riemenschneiders, wohl von seinem Sohne Jörg.

S c h ö n b o r n - K a p . am nördl. Qsch. 1721-36 von J. B. Neumann.
Kreisrunder Kuppelraum mit elliptischen Exedren nach O und W, Eingang
N, Hauptaltar S. Vier G r a b m ä l e r von Kirchenfürsten aus der Familie
Schönborn. Das Innere, als Grabkap. in grauem und schwarzem Marmor,

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kommt infolge nicht glücklicher Lichtführung nicht nach seinem Werte zur
Geltung; das Äußere zeigt Neumanns Formensprache in aller Vollendung.

K r e u z g a n g . NFlügel 1424-28, SFlügel 1428-31, WFlügel nach 1431,
OFlügel 1449-53. Die 3rippige Wölbung, [pg 441] deren mit Wappen
geschmückte Schlußsteine im Gr. eine Zickzacklinie bilden, wohl später.
Stattliche Abmessungen, etwa 35 : 50 m bei 4 m Tiefe der Gänge. Die im O
liegende Sepultur 1461. 2sch. Halle von 35 : 11 m, an der OWand 8 Kapp.,
deren Öffnungen in den Pfeilerachsen liegen, eine ]L: 5] Konsequenz der
sternförmigen Teilung des Gwb. Das Erdgeschoß diente als Sepultur des
Kapitels. Unter den überaus zahlreichen D e n k m ä l e r n im Kreuzgang
seien hervorgehoben: Heinrich v. Seinsheim † 1360, schlanke Ritterfigur in
engem Lederpanzer; Paul Fuchs † 1540 wohl von Peter Dell; Martin v.
Wiesenthau † 1554, bez. T K (Thomas Kistner), Dompropst Markgraf
Friedrich v. Brandenburg † 1536; Oberst Baur v. Eisenberg, bez. Mich.
Kern 1623. In der Sepultur Bronzeepitaph Alb. Schenk v. Limpurg, bez.
Jörg Straubinger (Nürnberg) 1680.

S. Burkard. K. des 751 gegr. Benedikt.-Klst. Neubau 1033, eingreifende
Rest. 1168, Erweiterung der östl. Teile 1494-97. — Kleine flachged.
Basilika ohne Qsch. An den östl. Enden der Ssch. quadr. Türme, aus deren
Mauermasse rundbg. Altarnischen ausgespart sind; jetzt durch neue
Einbauten verdeckt. Der Hauptchor setzte sich zwischen den Türmen fort
und schloß voraussetzlich mit rundbg. Apsis. Außerdem waren WTürme
vorhanden, die 1677 abgetragen wurden; damals auch die WEmpore
eingebaut. 6 Arkaden mit regelmäßigem Stützenwechsel. Sll. mit
Würfelkaptt. und eckblattlosen att. Basen. — Äußeres ganz schmucklos, der
Gesimse beraubt. Interessant nur das Portal an der NSeite mit geschlossener
Vorhalle; dieselbe hat den Eingang im O und eine Altarnische im W, an der
NWand 2 gekuppelte große Lichtöffnungen. Das Portal (nachträglich) durch
seitwärts vorgeblendete Säulengruppen geschmückt; reiche und originelle
tektonische Gliederung bei fast völligem Mangel an Ornament. Die Türme
quadr. bis zur Firsthöhe des Msch., dann ins 8Eck umsetzend; diese Teile
1241 in anmutig ernsten frgot. Formen. — Der spgot. OBau in erheblich
größerem Maßstab; das Qsch. so breit, daß zwischen Vierung und Flügeln
je eine Stütze eingeschoben; ursp. flachgedeckt; modernes Netzgwb. im
Monniersystem. — C h o r s t ü l e 1693 aus got. und bar. Teilen

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zusammengesetzt. — Im nördl. Qsch. bmkw. O p f e r s t o c k mit Reliefs E.
13. Jh. — Vo t i v r e l i e f aus dem Leprosenhaus, Kreuzigung ca. 1370. —
Großer F l ü g e l a l t a r , noch in got. Anordnung, 1589-91; die Gemälde vom
Würzburger Bürger Alexander Müller (die von demselben ausgeführte
Wand- und Deckenbemalung zerstört). — G r a b s t e i n e der Äbte Hermann
Lesch † 1408, Eberhard Lesen † 1436, Johann [pg 442] v. Waldenfels
† 1427. — An der Wand G e m ä l d e der Grablegung von Osw. Onghers
1676. — In der Pfarrei H o l z m a d o n n a von Riemenschneider aus seiner
Frühzeit.

[Augustiner-Klst. Gew. 1302. Abgebrochen 1824. Interessante Reste von
dekorativer Plastik, oberrheinischen Schulzusammenhang bekundend, im
Museum.]

Franziskaner-K. Erste Ordensniederlassung 1221. Die gegenwärtige K.
eine ursp. flachgedeckte got. Basilika aus 2. H. 13. Jh. Der gewölbte Chor,
größer als der erste, gegen 1289 hinzugefügt. Veränderungen unter Bischof
Julius: Einziehung von Gwbb. (in Netzform) 1611-14, alle 3 Schiffe unter
ein gemeinschaftliches Dach gebracht, die Fenster (mit Ausnahme derer am
O- und WSchluß) verändert. Vom frgot. Bau geblieben: der Gr. (das 3sch.
Lhs. 35 m l., der 1sch. Chor 22,5 m l), das Mauerwerk und die (6) Arkaden
des Msch. Sie zeigen die got. Formen in der für die Bettelorden
charakteristischen äußersten Vereinfachung: gemauerte Rundsll., 8eck.
Sockel, glatte Kelchkaptt., 4eck. Deckplatten, Bogenleibungen glatt bis auf
die Abfasung der Ranken, die Oberfenster kreisrund mit Vierpaß. —
Traurige Rest. 1882. — Der geräumige Kreuzgang um 1300 bereits in
reicherer Behandlung. — Die beträchtliche relative Höhe der Ssch. schon
im ursp. Querschnitt. — Die Valentins-Kap. an der SSeite, eine sehr alte
Gründung, von Bischof Julius nachgot. umgebaut. Über ihr ein reich
stuckierter Prunksaal, der vor der Erbauung der Universität den
akademischen Festlichkeiten als Aula diente. — An der steinernen Mensa
des Hochaltars Metallplatten mit frgot. S c h m e l z a r b e i t , meist Tierbilder
nach dem Physiologus. Auf einem Seitenaltar eine P i e t a s von
Riemenschneider (?). — Bmkw. M e ß g e r ä t e 18. Jh. — G r a b m ä l e r :
Bildnisplatte des Weihbischofs Georg Antworter † 1499, keine von den
guten Arbeiten der Zeit. Im Schiff die Frau des Schultheißen Zingel † 1407.
Dann im guten Würzburger Durchschnittscharakter mehrere

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Rittergrabsteine: Balthasar v. Zingel † 1493; Truchseß v. Wetzhausen
† 1513, Hans v. Grumbach † 1529, Peter v. Randersacker † 1540. Schönes
kleines Kinderepitaph 1582 für eine Echter v. Mespelbrunn. Großes
prachtvolles Wandgrab des Heinrich Zobel v. Giebelstadt † 1589 mit Frau
und 11 Kindern. Ein ähnliches für die Familie v. Thüngen 1625 v. Mich.
Kern. — Außen an der K. Ölberg von Georg Riemenschneider.

Deutschhaus-K. (Militärmagazin). Der früheste got. Bau in Würzburg (an
Stelle einer staufischen curia regia, zu welcher der erhaltene rom. WTurm
in Beziehung steht), beg. nicht lange vor 1280, die WTeile nach 1296. —
1sch. Anlage von 7 [pg 443] Jochen mit polyg. Schluß. Am 4. Joch tritt ein
Wechsel der Formen ein. Der ältere Teil mit Wimpfen, der jüngere mit
Oppenheim verwandt. Reiche Schlußsteine, Blattmasken und Figürliches,
das letztere von sehr guter Hand. Dagegen das Portal (S) ohne Plastik, nur
in eleganten Architekturformen.

Dominikaner (Augustiner)-K. Erste Niederlassung 1228. Der jetzige Bau
ein Neubau von Balthasar Neumann 1744, bei dem der got. Chor (von
1308) beibehalten, nur dekorativ umgestaltet wurde. Das Lhs., eine
hochstrebende Pfl.Basilika, hat für das Bar. ungewöhnliche Proportion;
Neumann selbst erklärt: »Die Kirche, daß sie so hoch muß werden,
obliegiert der schöne alte, gut gewölbte Chor«. Es ist möglich, daß
Neumann auch den got. Gr. vollständig beibehalten hat. Die Dekoration ist
einfach; es wird hauptsächlich, und zwar stark, durch die Altäre gewirkt,
deren einer auf jeden Pfl. des Lhs. Die Skizzen dazu von Neumann selbst.
Der architektonische Apparat des Barockaltars ist aufgegeben, diese hier
wollen nur Bilderrahmen sein, allerdings sehr prächtige und umfängliche.
Die prunkvollere Dekoration des Mönchschors hinter dem Hochaltar
nachneumannisch. Gemälde des Hochaltars von Treu aus Bamberg,
Deckengemälde von G. A. Urlaub (Chor) und Ermeltraut (Lhs.).

S. Gertraud in der Pleichach. Vor 1133 von Meister Enzelin, der später am
Dom tätig. 1600-1613 völlig umgestaltet.

Stifts-K. Haug. Ehemals rom. Sl.Basilika mit WTürmen und
Dreiapsidenschluß. 1665 wegen der Festung niedergelegt. Tympanon mit
thronender Muttergottes und den beiden Johannes, nach 1200, jetzt im
Luitpold-Mus. — Neubau 1670 bis 1691 von Antonio Petrini. Die Anlage

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nach dem Typus des Gesù in Rom; als selbständige Elemente treten hinzu
die starke Ausladung der Qsch.Arme, welche auch das Lhs.System der
seitlichen Altarnischen fortsetzen, und die Doppeltürme der Fassade. Die
Einzelformen schwer und ernst, von starker Ausladung. In allen Nischen
mächtige Barockaltäre italienischen Gepräges (Gemälde Onghers). Im
übrigen ist der Binnenraum farblos. — Am meisten weicht von den
italienischen Vorbildern das Äußere ab. Es hat Strebepfll. und hohe Dächer,
welche die Fenster des hohen Kuppelanbaues teilweise überschneiden.
Immerhin wirkt die Kuppel sehr bedeutend. Die Fassade hat durch die
seitliche Stellung der Türme eine mächtige Ausdehnung erlangt. Des
rhythmischen Lebens, das sonst an Barockfassaden so stark zu sein pflegt,
entbehrt sie. Schwere Gurtgesimse, einfache Lisenen (nicht antike
Ordnungen!) und Statuennischen ergeben vielfältige, aber monotone
Gliederung. — Prächtige K a n z e l .

[pg 444]
S. Jakob. K. des ehem. Schottenklst. Beg. nach 1134, voll. 1146.
Flachgedeckte Pfl.Basilika ohne Qsch., schließend mit 3 parallelen
Apsiden. Auf 31 m L. 10 Ark. Die beiden letzten Ssch. Joche mit stumpf
grätigen Kreuzgwbb. zwischen breiten Gurten (in urspr. Form nur im südl.
Ssch.). Die quadr. Pfll. und alle übrigen Formen die einfachsten. Die
rundbg. Friese ähnlich denen des Doms. Die westl. Vorhalle E. 17. Jh.
abgebrochen. Die OTürme, von denen der südl. rom., der nördl. einfachst
got. Nach M. 13. Jh. wurde der Chor umgestaltet: über der im Unterbau
beibehaltenen rundbg. Hauptapsis ein hoher polygonaler Chor. — An den
Pfeilern Malereien des Augsburgers Leonhard Beck 1504. — Die K. jetzt
Militärspeicher, das Klst. Militärkrankenhaus.

[Johanniter-K. A. 14. Jh., 1815 zerstört. Die Grabsteine im Münchener
Nationalmuseum.]

Karmeliter-K. 1662-1669 von Antonio Petrini. Der erste italisierende
Barockbau in Franken. Der Gr. zeigt die typische von den Jesuiten
ausgebildete Form. Die Haltung derb und schlicht. — A l t a r b i l d e r aus
der Erbauungszeit von den Rubensschülern Diepenbeck und de Rul. — Im
Klst. ein H o l z k r u z i f i x aus 13. Jh.

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Liebfrauen-Kap. auf der Feste Marienberg. Der Kernbau wahrscheinlich
identisch mit der A. 8. Jh. unter Karlmann genannten cappella in honorem
S. Mariae constructa, also der älteste kirchliche Steinbau im Frankenland.
Rotunde Das Erdgeschoß hat 11,67 m im Lichten bei 4,07 m Mauerstärke;
im Innern durch 6 Rundnischen und 2 Durchgänge im W und O gegliedert.
Im 12. Jh. ein Obergeschoß von nur 0,75 m Wandstärke, daher in der
Außenansicht rückspringend. Der Bau des 12. Jh. kann nicht gewölbt
gewesen sein; für den des 8 Jh., der alt christlichen Anlagen durchaus
ähnlich sieht, ist Wölbung vorauszusetzen. — Renss.-Portal vom
Herstellungsbau nach Brand 1600. — Stuckdekoration 1699 ff. — Bmkw.
spgot. R e l i q u i a r bez. 1519.

Marien-Kap. auf dem Markt. Nach der Judenverfolgung 1348 zur christl.
K. eingerichtet: Neubau 1377 ff.; Chor gew. 1392; die Ausschmückung
setzte sich bis nach 1470 fort. — Hallenkirche von 5 Jochen, 1sch. Chor
von 4 Jochen und 5/8 Schluß. Das Innere 1713 barockisiert, 1856 in got.
Sinne hergestellt. Hallen von extremen Höhenverhältnissen. Noch
bezeichnender für die Zeit das in allem Schmuckreichtum etwas dürr
bleibende, in schematisch eleganten Formen durchgebildete Äußere, an
dem namentlich die Streben ein ungemein glänzendes dekoratives Beiwerk
erhalten haben. Eigentümlich die Art, wie die Dachbalustrade um den
WGiebel [pg 445] herumgeführt ist. Im S, W und N 3 sehr prächtige
Portale. — Der Turm steht nördl. neben der Fassade, mit 3 Pfll. frei; bis zur
Gesimshöhe der K. ganz einfach, dann noch ein mit Stab- und
Maßwerkrelief besetztes quadr. Geschoß, endlich ein hohes Oktogon; alles
in reichsten Formen; diese Teile 1441-60 von Eberhard Friedeberger aus
Frankfurt. (Der durchbrochene Steinhelm modern, vorher Bleidach.)

S k u l p t u r e n . Am WPortal Madonna um 1440. Die Bogenfelder der 3
Portale, am nördl. Verkündigung, am südl. Marienkrönung, am westl.
Jüngstes Gericht, das Verkündigungsrelief ausgezeichnet in der Füllung der
Bildfläche, der leichten Beweglichkeit der Gewänder, der Anmut der Typen.
Entstehung um 1430-40 (Pinder: 1415-20). — Riemenschneiders A d a m
u n d E v a am NPortal, künstlerisch von größter Bedeutung, wurden in
jüngster Zeit entfernt (Histor. Verein) und durch Gewandstatuen ersetzt.
Ebenfalls von Riemenschneider, 1500-1506, die S t a t u e n Christi, des

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Täufers und der zwölf Apostel an den Strebepfll., durch moderne Rest.
verdorben (die beiden Johannes neu, Originale im Dom).

Im Innern: südl. Ssch. zwei Reliefs um 1400; M a r i e n t o d , feierliche zarte
Stimmung, feinfühlig flaches Relief, die Komposition altertümlich bis auf
das perspektivisch schräg gestellte Bett; von anderer Hand und in
kräftigerem Pathos die K r e u z g r u p p e , der kniende Donator vielleicht
Graf Günther v. Schwarzburg † 1410. Am Chorbg. D o r o t h e a und
M a r g a r e t h a von Riemenschneider, ca. 1510. G r a b s t e i n e : Martin v.
Seinsheim † 1434; Konrad v. Schaumburg † 1499, Werkstatt
Riemenschneiders; Ritter Schrimpf von Peter Dell d. J. 1556, Valentin v.
Münster von demselben, 1558. Bürgerliche Grabmäler in Epitaphform
1566, 1624, 1648.

S.Michaels-K. An Stelle einer nicht bedeutenden rom. K. Neubau 1766
Valèntin v. Münstèr 1858ff. von J. P. Geigel und Joh. Fischer als Ordens-K.
der Jesuiten. Das Äußere nüchtern, das Innere von bedeutender
Raumwirkung, aber in der Behandlung unsicheren Wollens zwischen
barockem Grundgefühl und modernistischem Klassizismus. (Weitaus
unerfreulicher als die die gleiche Übergangsstufe hochbedeutend
repräsentierende Klst.-K. zu Wiblingen bei Ulm). Die Deckengemälde,
reich an theologischen Finesen, 1770 vom Mainzer Hofmaler Joseph
Appiani, fortgesetzt vom Würzburger Chr. Fesel. Stuckaturen von Materno
Bossi, Hochaltar von Gärtner 1798.

Neubau-K. s. Universität.

Neumünster-K. Erb. unter B. Heinrich (995-1018), vgl. den Stein am Chor
mit der Inschr. »Henricus me fecit«; schon [pg 446] in rom. Zeit
wiederholte Bauveränderungen, überliefert für die Zeit B. Adalberos (1045-
1085), ferner Ablässe 1223-47. Rest. des Innern und westl. Anbau 1711ff.
Der Barock-Umbau nach derselben Methode, wie am Dom, d. h. der rom.
Mauer- und Pfeilerkörper wurde beibehalten, aber im Innern ganz mit
Barockformen umkleidet, außen die romanischen belassen. — Urspr.
flachgedeckte Basilika mit Doppelchor. Die OKrypta erstreckt sich bis
unter die Vierung; ihre rom. Wandsll. erhalten; in der westl. Hälfte
Würfelkaptt. und an den Basen primitive Eckblätter, in der östl. reiche
sprom. Laubkaptt. Die WKrypta gänzlich umgebaut. — Der im NW

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stehende Turm dürfte mit dem abgebrochenen WChor in Verbindung
gestanden haben; schlanker 8Eckbau mit reicher, stark bewegter
Gliederung, in der Bewegung der Bogenfriese an die OTeile der Stifts-K.
von Gelnhausen erinnernd; der Stil paßt zeitlich zu den Ablässen 1223ff. —
Umbau in den 30er Jahren des 18. Jh. Die dabei genannten Würzburger
Namen geben nur die Bauführer, der Plan von nicht sicher
nachzuweisenden auswärtigen Künstlern; u. a. Gabrieli in Ansbach zu Rate
gezogen. Der rom. WChor durch einen Kuppelbau von mächtiger Wirkung
ersetzt. Die Fassade auf stark bewegtem Grundriß, gut in den Proportionen
und reich, auch mit Figuren in Schmuck gesetzt, mag die beste der Zeit im
Frankenlande sein. Sie war besonders geschickt auf einen engen Platz
(Kürschnerhof) komponiert. Die neuerliche Freilegung hat ein gutes Teil
der Wirkung zerstört. — Das Innere enthält bmkw. ältere Kunstwerke. Im
nördl. Qsch. eine der schönsten M a d o n n e n s t a t u e n von
Riemenschneider bez. 1493, Sandstein, neu bemalt. — G r a b s t e i n des
Abtes Joh. Trithemius † 1516 von Riemenschneider. In der WKrypta bmkw.
rom. Altarmensa und die in Holz geschnitzten B r u s t b i l d e r der drei
Frankenapostel von Riemenschneider, Reste des Domtabernakels. In der
OKrypta merkwürdiger C r u c i f i x u s um 1340, S e l b d r i t t bez. 1417.
Vier bedeutende Ta f e l b i l d e r A. 16. Jh., Schulherkunft nicht festgestellt.
[Ein Flügel des reichen rom. Kreuzgangs jetzt im Garten des städtischen
Museums.]

Wallfahrts-K. auf dem S. Nikolausberge (»Käppele«) 1747 bis 1750 von
B. Neumann neben der älteren Gnadenkap. Großer, zentraler Kuppelraum
mit 3 elliptischen Apsiden, Eingangshalle und 2 Fassadentürmen. Die
innere Dekoration z.T. aus nachneumannscher Zeit. — Die
D e c k e n f r e s k e n , sehr farbig, bez. M. Günther 1752. — Eine
ausgezeichnete Komposition der große, den Berg hinanführende
Treppenweg; [pg 447] die 14 S t a t i o n s b i l d e r (Sandsteingruppen) von
Joh. Peter und Simon Wagner um 1775.

Peters-K. Umbau einer ma. K. 1717ff. durch Greising und Pezzani (beide
wohl nur Ausführer der Idee eines Dritten). Der rom. Turm, der got. Chor
und Mauerteile des Langhauses sollten wiederverwendet werden. Im
Verhältnis zu diesen Schwierigkeiten die Lösung geschickt: weiträumige
Hallen-K. mit Emporen in den Abseiten. Hohe 3geschossige Fassade, im

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Mittelstück flach polygonal vorspringend; der Statuenschmuck
klassizistisch. Von der inneren Ausstattung hervorzuheben die rok. Kanzel
von Ant. Bossi, in Brillanz und Grazie unübertroffen.

S. Stephans-K. Von der rom. Basilika die Krypta und der untere Teil der
Türme erhalten. Im übrigen 1789 von Geigel (Kleinholz nur Maurermeister)
vollständig umgestaltet als weiträumiger, ungeteilter Saal ohne Emporen.
Die dekorative Ausstattung durch den Bildhauer Georg Winterstein, eine
der besten in dieser Zeit in Deutschland entstandenen, gibt die Klärung der
klassizistischen Bewegung, deren erste Regungen an der Michaels-K. zu
beobachten sind. Die Wände ausschliesslich in Weiß und Gold; Gestühl und
Kanzel in natürlicher Holzfarbe. Stuckierung von Materno Bossi.
Deckengemälde von K. Huber von Weißensee.

Schloß Marienberg. Seit 1250 ständiger Sitz der Bischof-Herzöge. Große
Erweiterungen 1468-1495. Umfassende Neugestaltung, doch mit
Benutzung der alten Teile (starker runder rom. Bergfried) durch B. Julius
nach Bränden 1572 und 1600. Es wurde tunlichst für Regelmäßigkeit des
Gr. gesorgt, der ein langgestrecktes Viereck darstellt. Einheitliche
Fassadenbildung fehlt, geschmücktere Formen nur an einzelnen
Zwerchgiebeln, Türmen und Portalen, wovon seither vieles wieder
verschwunden. Eine interessante Folge von Stiltypen geben die nach den
Erbauern benannten Festungstore: Scherenbergertor 1482, Echtertor 1606,
Neutor 1657, Guttenbergtor 1684.

Rathaus. Den ältesten Teil bildet der »Graf-Eckhardturm«. Entstanden aus
einem rom. Wehrbau (Sitz der Würzburger Burggrafen), doch schon im sp.
Ma. umgebaut. Am östl. Ende der jetzigen Straßenfront ein breites rom. Tor
mit spgot. Einbau. Sonst bildete das Erdgeschoß ursp. eine ungegliederte
Masse. Der Erker und Doppelfenster mit Vorhangbg. M. 16. Jh. Die
Obergeschosse, der WGiebel und der Turm 1615. Die Uhr 1455 von Hans
Klein aus Haßfurt. Im Mittelgeschoß ein Saal; eine prächtige Sl. trägt über 2
Rundbgg. 4 spitzbg. Kreuzgwbb. Die Ausmalung in Teppichmustern [pg
448] und mit zahlreichen Wappen der Reichsfürsten, vermutlich 1397 für
den Besuch König Wenzels. — Das n e u e R a t h a u s 1659. Die
Komposition der hohen Giebelfassade, wie der malerisch gruppierten
Treppen und Vorsäle steht noch ganz auf dem Boden der deutschen Kunst

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vor dem großen Kriege, wenn auch mit einem Zusatz schweren Ernstes;
Rustikabau fast ohne Ornament.

Universität. 1582-91 unter B. Julius Echter u. a. Man kann keinen
bestimmten Baumeister nennen; Kompromiß, bei dem viele mitgesprochen
haben. Der erste Entwurf war von Robin in Mainz (vgl. Bd. III u. Bd. IV.).
— 4 Flügel von gleicher Höhe umgeben einen großen quadr. Hof; der südl.
enthält die Kirche und hat sein eigenes System; der östl. und westl.
entsprechen sich genau. Im Erdgeschoß Pfeilerhallen (von Petrini
geschlossen und als Bibliothekssaal umgebaut) in reicher diamantierter
Rustika mit dorischem Fries. Die 3 Obergeschosse geben eine verputzte
Fläche ohne jede andere Gliederung als durch die breiten Fenster;
Teilungspfosten; gotisierende Gewände. In der Mitte unbedeutende
Zwerchgiebel. Wendeltreppen kommen nicht mehr vor, sondern nur solche
mit gerade gebrochenem Lauf. Die Einfahrt hat ein völlig got. Netzgwb. Als
äußere Schauseite hat die Front nach der Schulstraße zu gelten; sie besitzt 3
Portale, unorganische Vorsatzstücke in harten antikisierenden Formen. Dem
Gesamteindruck fehlt das Heitere und Behagliche, das der deutschen Renss.
des 16. Jh. eigen gewesen war; man ahnt schon den strengen und finsteren
Geist der Epoche des Religionskrieges. D i e K i r c h e . In ihr scheint noch
am meisten vom Robinschen Plan beibehalten zu sein. Einer der wenigen
bedeutenden Kirchenbauten der deutschen Renss. In Deutschland galt es,
mit der protestantischen Predigt in Wettbewerb zu treten, daher Ähnlichkeit
mit dem Typus der protestantischen Schloßkirchen. Die Ausstattung der
rundbg. Fenster mit Maßwerk (sehr grob) ist ein Zugeständnis an den noch
immer für vorzugsweise sakral geltenden got. Stil. Drei Ränge Galerien
begleiten beiderseits ein hohes, langgestrecktes Msch. Pfeiler- und
Bogenstellungen mit vorgesetzten antiken Ordnungen; Kreuzgwbb. Der
groß gedachten Anlage sind die Einzelformen und die Proportionen nicht
ebenbürtig: sie entbehren der feineren Belebung. Auch war die
Konstruktion fehlerhaft; 1617 stürzte das Hauptgwb. ein und zerstörte das
Juliusdenkmal Robins und die übrige reiche Ausstattung. Wiederherstellung
1696. Der vorspringende WTurm in den unteren Teilen vom Juliusbau
erhalten, in den oberen von Petrini; eine bedeutende Kunstleistung; die
Lösung wesentlich [pg 449] anders und besser, als an den Türmen, die
Petrini vorher an der Hauger K. errichtet hatte; der innerlich widerstrebende

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antike Formenapparat ist der nordischen Turmidee merkwürdig glücklich
dienstbar gemacht.

Juliusspital. Von dem 1580 voll. Stiftungsbau des Bischofs Julius hat sich
nichts erhalten. Brand 1699 und danach völliger Umbau durch Petrini; nach
neuem Brande 1745 von Neumann instand gesetzt, erweitert 1791 von
Ickelsheimer (Straßenfront).

Hofspital. Die K. aus einer got. E. 18. Jh. von A. S. Fischer klassizistisch
umgebaut. Schönes H o l z r e l i e f mit den 14 Nothelfern A. 16. Jh. (nicht
von Riemenschneider). G r a b s t e i n des Ritters Christoph von Köln 1564
von P. Dell d. J.

Josephsspital (»Hueberspflege«), gegr. 1794 durch Erweiterung des v.
Zobelschen Hofs in der Kapuzinergasse. Großes R e l i e f von B. H. Nickel,
zur Erinnerung an die Stiftung; von ansprechender, entfernt an die
Tendenzen Schadows erinnernder Natürlichkeit.

Bürgerspital. Gegr. 1319 vom reichen Bürger Johann vom Stern (Johannes
De Ariete). Madonna um 1420. Zwei ausgezeichnete
B i l d n i s g r a b s t e i n e : Johann v. Stern † 1329, Ekro v. Stern † 1343; man
beachte den Stilwechsel im Standmotiv. Außen Sternsches Familienepitaph
ca. 1330. — [Der schöne Portalstein im Museum.]

Klerikalseminar (früher Jesuitenkollegium) als Werk Jos. Greisings
gesichert, 1716 f. Ernst und tüchtig, der Formengeist in der Mitte zwischen
der düsteren Schwerfälligkeit des 17. Jh. und der neuen Vornehmheit
Neumanns. Die Portalskulpturen von Jakob v. d. Auwera aus Mecheln (nur
die krönende Nischenstatue des h. Ignatius nach Aufhebung des Ordens
durch guten Hirten ergänzt).

Rückermaingebäude (früher Amtshaus des Ritterstifts S. Burkard) 1715-
22 v. J. Greising; derselbe knüpft, im Gegensatz zu dem Hauptmeister der
unmittelbar vorangehenden Zeit, Ant. Petrini, an die Traditionen des
deutschen Frühbarok an. Im Innern bmkw. Stuckdecken.

Zuchthaus in der Burkharderstraße. Erb. A. 19. Jh. als Kaserne der
fürstbischöfl. Leibgarde von Späth, in kräftiger und origineller Verbindung

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von Rustika mit dor. Sll.

Deutschordenskomturei, mit dem Wappen des Komturs v. Ow 1694,
Richtung Petrinis.

Residenzschloß. Erb. 1719-44 (innere Einrichtung fortgesetzt bis in die
70er Jahre) von den beiden Fürstbischöfen aus dem durch großartigen
Bausinn hervorragenden Geschlecht der Schönborn (vgl. Pommersfelden,
Werneck, Wiesentheid, [pg 450] Heusenstamm, Bruchsal, Worms, Mainz,
Koblenz, Trier). Fürstbischof Johann Philipp wählte zum Baumeister den
noch jungen und erst an einem einzigen Kunstbau (Ebrach 1716) bewährten
Artillerie- und Geniehauptmann Joh. Balthasar Neumann (1687-1753).
Nach der Sitte der Zeit wurde der Plan von auswärtigen Architekten (M. v.
Welsch und L. v. Hildenbrand), vermittelt durch Joh. Philipps Verwandte,
den Kurfürsten von Mainz und den Reichsvizekanzler in Wien, begutachtet,
ohne jedoch ihn irgend nennenswert zu verändern. Erst als Neumann nach
Paris geschickt wurde, mußte er sich durch den nüchternen Akademiker
Boffrand eine Verschlechtbesserung seines Treppenhauses gefallen lassen;
nützlicher könnten die auf die Zimmereinteilung bezüglichen Ratschläge
Robert de Cottes gewesen sein. 1729 ging N. nach Wien, wo L. v.
Hildebrand diesmal größeren Einfluß gewann; die Gartenfassade bezeugt
ihn. — Das Schloß von Würzburg ist eines der größten architektonischen
Kunstwerke, die Deutschland besitzt, auch in seinem inneren Wesen
deutscher, als die landläufige Meinung annimmt. Der französische
Geschmack beeinflußt nur, und auch nur teilweise, die Innendekoration.
Den italienischen Bar. kannte N. nur mittelbar durch die Wiener Schule.
Der Stil seines Werkes ist wesentlich persönlich auf Grund der international
gewordenen allgemeinen Barocküberlieferung. — Der Grundriß erweitert
das herkömmliche Triklinienschema zu einem Gruppenbau. In der Mitte ein
53 m tiefer und 60 m breiter Ehrenhof (ehemals durch ein prachtvolles
Gitter abgeschlossen), in den Flügeln je zwei Binnenhöfe, die gerade
Gartenfront 160 m l., die Seitenfronten 90 m. Der Aufbau ist 2teilig, da das
2. und 4. Geschoß sich als Mezzanine völlig unterordnen. Von Risaliten
wird maßvoller Gebrauch gemacht, auch die Dachlinien sind nicht sehr
bewegt, im ganzen sollen die Horizontalen herrschen. Die Einzelheiten
vorzüglich im Grad des Reliefs und in der Präzision der Zeichnung, barocke
Üppigkeit nur in der Krönung des Mittelbaus. Das berühmte Treppenhaus

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bietet nur die Hälfte von Neumanns ursp. Plan; die symmetrisch dazu
gedachte zweite Treppe wurde ihm von Boffrand gestrichen; ausgeführt
wäre es weitaus die großartigste Treppenanlage der Welt geworden. — Die
Stuckdekoration ist von N. bis ins einzelne vorgezeichnet. Seine erste
Manier im rechten Flügel, voll. 1737, das meiste A. 19. Jh. umgeändert. Im
Spiegelsaal und Thronsaal beginnt eine gewisse Hinneigung zum
französischen Louis XV., stärker wird sie in der Salle des gardes. In der
1743 gew. K a p e l l e verliert Neumann die frühere Klarheit seiner
Kunstsprache, [pg 451] eine eigentümlich »schwüle, überhitzte« Stimmung
tritt ein. Die Gwbb. und ihre Widerspiegelung im Gr. geben die
Durchschneidung mehrerer Ellipsen. In den jüngeren Räumen allmähliche
Wandelung des Stils. Die letzten 1805 ff. durch N. A. de Salins
umgestalteten verkünden den Sieg des Neuklassizismus. — 1750-53 führten
G. B. Tiepolo und sein Sohn Domenico die weltberühmten Deckengemälde
im Treppenhaus und Kaisersaal aus; die übrigen Maler waren durchweg
Deutsche. (Das Riesenbild des Treppenhauses, eine Huldigung für den
Fürstbischof Karl Philipp v. Greifenklau, zu der der ganze Olymp und alle
vier Weltteile aufgeboten werden; im Kaisersaal Geschichte Friedrich
Barbarossas, dem das Bistum die Belehnung mit dem Herzogtum Franken
verdankt.) Kurz vor Tiepolo hatte Joh. Zick die Decke des Gartensaales
gemalt, 1750. Unter den Bildhauern und Stuckateuren bemerkt man neben
den Deutschen (der beste war Balthasar Esterbauer) mehrere Italiener, die
Niederländer Jakob und Wolfgang v. d. Auwera, nur einen Franzosen, Curé.
Die unvergleichlich prachtvollen Schmiedearbeiten sind vom Tiroler J. G.
Oegg. Die ältesten Stuckaturen im Ingelheimer Zimmer von Castelli 1724-
28. Kaisersaal, Weißer Saal und andere Paradezimmer der Ostfront von
Anton Bossi, das Grüne Zimmer von Materno Bossi 1770, ebenso der schon
zum Klassizismus übergehende Fürstensaal. — 1765-70 die Abrundung des
Residenzplatzes durch die Arkaden und den »Gesandtenbau« von J. Geigel;
der korrespondierende »Rosenbachsche Hof« auf der NSeite ist älter
(vielleicht von Greising). Die dekorative Plastik im Treppenhaus und später
die im Garten von J. P. Wagner.

Wohnbauten. Aus Ma. wohl manche Mauerreste, aber keine sich
augenfällig machende Formen; gut, wenn auch nicht zahlreich vertreten die
Renss. des 16. und 17. Jh., ganz hervorragend das 18. Jh.

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A d e l s h ö f e d e r R e n s s . : Curia Tannenberg am Paradeplatz 1575. Das
jetzige bischöfl. Palais, früher Echterscher Hof, A. 17. Jh., gegen
Herrengasse 8 reicher Erker, in der Hauskapelle Alabasteraltar von Mich.
Kern. Von demselben Meister der Kressenhof, jetzt Wittelsbacher Hof,
Marktplatz 1. Der Sandhof, nach 1595 (jetzt stark verändert), reizvoll,
namentlich die Hofarchitektur; die Stuckdecke mit St. Georg nur Teil einer
einst umfassenden Dekoration [Stücke im Nat.-Mus. München].
Ehrmannsches Haus Augustinerstr. 1, im Hof Fachwerk mit ausgezeichnet
schönen Schnitzereien 1547. Ein anderes reiches Fachwerkhaus, in den
Schnitzereien stark unter Einfluß von Steinformen, das Bachmannsche
Haus von 1634, Neubaustr. 2. Seebachhof Domerschulgasse 3 mit [pg 452]
got. Kapelle. Heidecker Hof ebenda 1 von 1626. Hof zum Kalb,
Ebrachergasse 2. Hotel zum Schwan; Hof zum wilden Schweinskopf,
Paradeplatz 2; Martinsgasse 1 mit schönem Eckerker aus dem 17. Jh.

B a r o c k . Seit E. 17. Jh. Von Petrini oder unter seinem Einfluß: Marktplatz
2, ao. 1685, Musikschule 1680-90, Pleicherschulhaus 1695. Von Greising
mehrere Häuser der Neubaustraße, no 6, 8, 10, 12 von 1716, no 14
verändert 1736, im Innern stattliche Treppen mit geschütztem Geländer und
Stuckdecken. Curia Großburkstadt 1716 in der Heinestr. 5, daneben 7 und 9
ao. 1721. Glockengasse 5 ao. 1718.

R o k o k o . Von Neumann oder unter seinem Einfluß: sein eigenes Haus
(Hof Oberfrankfurt) in der Franziskanergasse; Haus des Hofkanzlers v.
Fühler, Bronnbachergasse 8, anno 1724. Huttenschlößchen 1725, in der
Sanderglacisstr. wiederaufgerichtet. Hof Marmelstein Domerschulstr. 2 ao.
1747. Damenstiftshaus (jetzt Stadttheater) 1750. Hotel de Russie.
Jagdzeughaus Zellerstr. 40. Eine ganze Reihe von Häusern in der Theaterstr.
(2, 3, 4, 6, 8, 10) 1738-50. Dagegen hat das Haus zum Falken (Marktplatz
9) mit Neumann nichts zu tun; stuckierte Fassadendekoration von
glänzender Munterkeit, echt deutsche Fassung des Rokoko.

I m Ü b e r g a n g z u m K l a s s i z i s m u s : Domstr. 19. Bahnhofstr. 11.

Votivstatuen und Reliefs an Privathäusern noch in großer Menge erhalten;
keine andere Stadt Deutschlands (außer Mainz) kann sich darin mit
Würzburg messen; gute got. Exemplare Augustinergasse 13, ca. 1390,

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Eichhornstr. und Johanniterstr. ca. 1410; die große Masse bar. und rok., die
besten von jüngeren Mitgliedern der Familie v. d. Auwera.

Brunnen auffallenderweise erst aus 18. Jh. Der größte der Vi e r r ö h r e n -
B r. 1766 von Lucas v. d. Auwera, recht »zopfig«. In anmutiger
Maskereinatürlichkeit der F i s c h e r - B r u n n e n am Fischmarkt und der
B ä c k e r - B r. in der Semmelgasse, beide von Michael Daniel Köhler
† 1778. D r e i k r o n e n - B r. 1779. Ceres-Br. um 1790, von Nickel.

Luitpold-Museum mit wichtigen Resten Würzburger Plastik.

Universitäts-Bibliothek. Frühromanische Elfenbeinreliefs,
Bilderhandschriften, Skizzenbuch Balthasar Neumanns.

Universitäts-Sammlungen, wichtig für fränkische Plastik und Malerei.

W U R Z E N . K Sachsen AH Grimma.

»Dom«. Den ältesten Teil der langgestreckten Anlage (63 m) bildet im W
eine sprom. Pfeilerbasilika von 3 spitzbg. Arkaden, urspr. flachgedeckt, im
ganzen ähnlich der Frauen-K. [pg 453] zu Grimma. Erweiterungen 13., 14.,
16. Jh., neugot rest. 1817. — S t e i n s t a t u e n , zum Chorbau von 1513
gehörig, jetzt im Lhs.

Schloß 1491.

W Ü S T H E U T E R O D E . Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1804. Gewölbter Quaderbau, noch ganz in dem
herkömmlichen Eichsfelder Bar. Typus.

W Y H R A . K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Einheitlicher Bau von 1494; die auch für das Lhs. (1sch. 3jochig)
beabsichtigten Gewölbe nur im Chor (eingezogen 2 Joche und 5/8 Schluß)
zur Ausführung gelangt.

Page 624

Z

Z A B E L S T E I N . UFranken BA Gerolzhofen.

Burgruine aus 13. Jh., ehedem bedeutend, nach Beschädigung im
Bauernkriege 1586 von Bischof Julius erneuert, jetzt nur spärliche Reste.

Z A H N A . Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Stadt-K. Rom. Granitquaderbau, urspr. 3sch., jetzt 1sch. kreuzf. Von den
urspr. 3 Apsiden 1 erhalten. Am Qsch. Granitportale. Im W rck. Turm, unten
Granit, oben got. Backstein.

Z E H I S TA . K. Sachsen AH Pirna.

Schloß; erb. im 16. Jh., daher einige Volutengiebel; umgebaut 1736 vom
Gf. Brühl.

Z E I G E R H E I M . Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K. Beg. rom., Sch. und quadr. Chor, über welchem der Turm, wie oft
üblich im Gebiete der Saale. Frgot. umgestaltet; Chor verlängert und beide
Joche mit spitzbg. Tonnengwbb.; Hauptgesims aus Werkstein, an den Ecken
des O- und WGiebels zu Ohren verkröpft. Das südl. Fenster des östl. Chor-
Joches erweitert mit Maßwerk der Hochgotik. Bmkw. hölzerne Emporen
des Sch. 1715. — Guter S c h n i t z a l t a r um 1490, vom Saalfelder
»Meister der Baldachine«. — G l o c k e 1499.

Z E I L . UFranken BA Haßfurt.

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Stadt-K. 1713 mit Beibehaltung des got. Chorturmes (nunmehr W). Im
Chor reiches D e c k e n g e m ä l d e von J. P. Herrlein 1761. A l t ä r e um
1730. — G l o c k e 1379, eine zweite A. 14. Jh.

Golgatha-Kap. mit großer Kreuzigungsgruppe unter einem von 4 Sll.
getragenen Dach, 1623.

Rathaus 17. Jh. 2 Steingeschosse, oberstes in Fachwerk.

[pg 454]
Rentamt (vorher bischöfl. bambergisches Jagdschloß) erb. von Lothar
Franz v. Schönborn gegen 1700.

Mehrere gute Fachwerkhäuser. No 126 von 1689 mit besonders reichem
Schnitzwerk (ähnliches in Königsberg i. Fr.).

Z E I L F E L D . Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1734 im Anschluß an die für diese Gegend typische ma. Anlage,
1sch. Lhs. mit eingezogenem quadr. Chor, darüber Turm. — A l t a r w e r k
A. 16. Jh.

Z E I L I T Z H E I M . UFranken BA Gerolzhofen.

Pfarr-K. 16. Jh. mit originaler bemalter Holzdecke.

Schloß des späten 17. Jh., eine der frühesten fränkischen Bauten der
Familie Schönborn. 4flügelig um einen quadr. Hof. Innen einige sehr
vornehm dekorierte Zimmer.

Z E I T H AY N . K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. 1595, im Chor Tonnengwb. mit Rippennetz. — Schleinitzsches
Wa n d g r a b 1698, die gut charakterisierte Bildnisfigur in reicher
Umrahmung von Marmorsll. D o p p e l g r a b 1620.

Z E I T Z . Pr. Sachsen Kreisstadt.

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Pfarr-K. S. Michael. Die OWand des Qsch., der Apsidenbogen und der
Unterbau der 2 WTürme frührom. Für das letztere, in Thüringen durch kein
älteres Beispiel beglaubigte Motiv ist das Fehlen genauerer Datierung
besonders zu bedauern. Langhaus, Chor und Stirnwände des Qsch. frühgot.
gegen 1300. Die schmalen Fenster zu je 2 gruppiert. Aus dieser Zeit die
bmkw. Wa n d g e m ä l d e des Chors mit Stuckauftrag an Nimbus und
Gewandsäumen. Von den einst 12 Kolossalfigg. (2-3 m hoch) sind 7
wiederhergestellt. — Spätgot. Umbau als Hallen-K. nach der Zerstörung
durch die Hussiten 1429. Spätgot. Wandgemälde, darunter To t e n t a n z .
Übermalt mit einem kolossalen S . C h r i s t o p h o r u s . Die Gemäldespuren
im Qsch. frühgot. In der Sakristei guter bar. Ö l b e r g .

Schloß-K. S. Peter u. Paul. (Bis zur Verlegung des Bistums nach
Naumburg im 11. Jh. Domkirche.) Ältester Teil die Krypta, erb. 974 ff.,
erweitert nach 1032, die Gwbb. aus 12. Jh. Wichtige Zeugnisse für den
Stand der ottonischen Kunst nahe den damaligen Ostmarken sind die 2 × 4
Säulen, in denen fast verloschene Erinnerungen an die Antike mit
mühsamen Neubildungen sich mischen; besonders bezeichnend ein nach
der Würfelform tastendes Kapitell, auf dem gleichwohl in flachem Relief
aufgerollte Akanthusstengel ausgearbeitet sind. — Von der Basilika des 12.
Jh. hat sich erhalten die Vierung, ein Teil des QHauses und Teile der
WTürme. — 1433-44 Umbau als spätgot. Hallen-K. An den ähnlich wie im
Erfurter Dom gegliederten Bündelpfll. 13 [pg 455] lebensgroße
S t a n d b i l d e r . Rom. Ta u f s t e i n , Becken vierpaßförmig, Fuß als attische
Basis. An den Wänden ein K r e u z i g u n g s r e l i e f in Alabaster aus 16. Jh.
und 7 G r a b d e n k m ä l e r der Bar.Zeit. In der Krypta 13 reiche Zinnsärge
aus der Familie der Herzöge von Sachsen-Zeitz. 16 Grabsteine (durch
moderne Zementrestauration mißhandelt) im Kreuzgang.

Franziskaner-K. um 1300. Hauptschiff mit 1 Ssch., der gegen 1400
verlängerte Chor mit 5/10 Schluß, das Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen,
oben als Empore ausgebildet (vgl. Marienstern). — In einem Raum des
ehemaligen Klst. (jetzt Konferenzzimmer des Gymnasiums) bmkw. Spuren
von Wa n d m a l e r e i des 15. Jh.

Nikolai-K. neu. Aus der alten die G l o c k e n (wahrscheinlich von F.
Eisenberg), ein G e m ä l d e Cranachs d. Ä.

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Stephans-K. An Stelle eines ma. Klst. 1739. Gute Rokoko-Ausstattung.

Rathaus 1502-09 von Sebald Waldstein aus Altenburg. Bezeichnend für die
letzte Phase der Spätgotik. Die Komposition beruht auf der Kontrastierung
der ganz schlichten, durch unregelmäßige Fensterreihen schwach belebten
Wände mit der reichen Ausstattung der Giebel (Maßwerk aus gebrannten
Formsteinen) und des mit 5 Erkern besetzten hohen Satteldachs (rest.
1909). Ratskeller 1505, großräumig, mit 4 Rippengwbb. eingedeckt.

Schloß. Die ma. Anlage im 17. Jh. verstärkt, 8 Rundtürme, in den herzogl.
Zimmern Stuckdekoration um 1700, Saal mit Kassettendecke. — Bmkw.
Stadtbefestigung 14-16. Jh., von ihr 6 Türme erhalten.

Z E L L A . M . bei Würzburg UFranken.

Prämonstratenser-Klst. Oberzell. Gegr. 1128. Der Bau bald darauf beg.
Chor und Qsch. A. 17. Jh. neu aufgebaut (1838 z. T. wieder abgetragen). M.
17. Jh. das rom. Lhs. eingewölbt, unter Abt Hammerich (1692-1720)
stuckiert, WFassade bez. 1696. — Das unter der Bar.Hülle erhaltene rom.
Lhs. gehört zu den klarsten und gediegensten Bauschöpfungen aus der
Klasse der rom. Sll.-Basiliken. Das Lhs. hat 8 Arkaden, die Sll. verjüngt
und geschwellt, die att. Basen eckblattlos, die Würfel-Kaptt. jetzt vom
Stuck verdeckt. Im WBau ist die doppelgeschossige Vorhalle hinsichtlich
der urspr. Anlage nicht mehr ganz deutlich. Die Turmhallen hatten
Öffnungen (jetzt zugesetzt) gegen die Sschiffe. Das rom. Portal am 1. Joch
des südl. Ssch. führte in den ehemaligen Kreuzgang. Die 1696
vorgeblendete Sandsteinfassade ist mit jonischen Pilastern 1geschossig
gegliedert; Statuen von Maucher. — [pg 456] S t i f t e r g r a b m a l 1604,
wohl nach got. Vorbild. — K l o s t e r g e b ä u d e 1744-60. Keine von den
ganz großen Anlagen, aber in der reichen und vornehmen Behandlung ihres
Meisters, Balth. Neumanns, würdig. Die Fassade in langgestrecktem
Aufbau von 19 Achsen, die linke Hälfte (Abteiflügel) nicht ausgeführt; im
Aufbau Erdgeschoß, Hauptgeschoß, Mezzanin in ausgeprägter
Kontrastierung; die Endrisalite wenig, das mittlere stark herausgehoben. Im
Treppenhaus interessiert vor allem die Raumlösung; die Dekoration nicht
hervorragend. Die Innenräume (Kapitelsaal, Sommer- und
Winterrefektorium) einheitlich in Stuck dekoriert. Im Erdgeschoß
D e c k e n g e m ä l d e von Franz Asam 1758 (dem Sohn Cosmas Damians).

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Rom. Hoftor, aus M. oder 2. H. 12. Jh., durch die Seltenheit derartiger
Anlagen (vgl. Bd. IV, Remagen) besonders interessant. Geteilt in Einfahrt
für Wagen und kleines Fußgängerpförtchen, Gewände und Bgg. reich
profiliert; Quadermauer; Abschluß des Torbaues durch Rundbogenfries. —
Reich behandelte r o m . S ä u l e n r e s t e , wohl vom Kreuzgang, an
mehreren Stellen des bar. Neubaues wiederverwendet.

Prämonstratenserinnen-Klst. Unterzell. Von dem urspr. Doppelklst.
abgezweigt. Die vom Generalkapitel 1141 verlangte Verlegung in größere
Entfernung erst im 13. Jh. ausgeführt. 1609-11 Neubau von einem
»welschen Baumeister«. Trotzdem in den von FB. Julius gepflegten
gotisierenden Formen, 1sch., Sterngwbb., Spitzbgfenster mit Maßwerk.
Vom alten Bau blieb erhalten, in unregelmäßiger Stellung an der SSeite, der
5geschossige rom. Turm. Die K. seit der Aufhebung des Klst. 1803
profaniert. — K l a u s u r g e b ä u d e renss., aus der Juliuszeit.
Saaldekoration um 1720.

Z E L L A - S T. - B L A S I I . Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Stadt-K. 1768, verwandt der Michaels-K. in Ohrdruf, s. dort.

Z E L L A a . d . We r r a . Sachsen-Weimar. VB Eisenach.

Propsteigebäude, jetzt Forsthaus, an einer Ecke bez. 1592. Ringmauer.

Z E L L A b. Dermbach. Sachsen-Weimar.

Kirche der ehemaligen Propstei. 1715-32. Eine der besten Leistungen aus
der Epoche der von Fulda geleiteten lebhaften Tätigkeit des katholischen
Kirchenbaues in dieser Gegend. Prächtige Sandsteinfassade auf
geschweiftem Gr. und mit Kolossalfigg. in Nischen. Die Kreuzgwbb. des
1sch. Raumes von Pilastern, im Chor von Stuckmarmorsll. getragen.
Würdevolle A l t a r a u s s t a t t u n g . Gutes H o l z r e l i e f mit Grablegung
Christi um 1500. Schönes S i l b e r g e r ä t [pg 457] ca. 1780-90. —
P r o p s t e i g e b ä u d e 1718. Reich dekorierter Festsaal.

Z E L L A . Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

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Ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst., jetzt für landwirtschaftliche Zwecke
umgebaut und schon vorher sehr entstellt. Erkennbar eine ziemlich große
1sch. rom. Anlage.

Z E L L I N G E N . UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1785 von Geigel. 1sch. Saal mit Muldendecke und eingezogener
Chorapsis. Die 2reihige Fensteranlage erklärt sich aus der
Wiederverwendung der Mauern eines Schloßbaues. Das Innere ziemlich
reich klassizistisch dekoriert von Materno Bossi (vgl. Kirchheim), mehr mit
dem Pinsel als mit Stuck. Altäre und Kanzel aus grau- und violettem
Stuckmarmor, auf den Fensterbänken die Stuckbüsten der Apostel.

Mariahilf-Kap. Bmkw. die A l t ä r e von Peter Wagner 1788.

Rathaus. A. 17. Jh., einfach. M a r k t t o r E. 15. Jh. mit behäbiger
Bar.Haube.

Z E U C H F E L D . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Im Schiff einzelne sprom. Formen; OTurm und eingezogener rck.
Chor mit frgot. Dreifenstergruppe.

Z E U B E L R I E D . UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. Anlage gleich der Mauritius-K. in Winterhausen. Um 1300. Im
Detail noch rom. Erinnerungen. — Bmkw. R e n s s . K a n z e l 1598. Über
dem NPortal S t a t u e des h. Blasius, Holz, M. 14. Jh. Ö l b e r g E. 15. Jh.
— Gute B i l d s t ö c k e 18. Jh.

Z E U Z L E B E N . UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. von 1753-55, mit guter gleichzeitiger Inneneinrichtung. Turm nach
1602.

Z I E G E L H E I M . K. Sachsen AH Glauchau.

Dorf-K. 1507 in trefflicher Architektur der Rochlitzer Schule.
Ungewöhnlicher Gr.: zwischen dem mächtigen WTurm und dem

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langgestreckten Chor ein kleines querrck. Gemeindehaus. Kunstvolle
Sterngwbb. mit reicher Durchsteckung der Rippen. — Stuhlwerk und
Emporen um 1642, gut. Gleichzeitig die Malerei der Chorgwbb., zwischen
den Aposteln das Bildnis Luthers.

Z I E G E N H A I N . RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Schloß. Großer Gemengbau um 5eck. Hof, hauptsächlich spgot.

Ehem. Landratsamt, 1659 in noch ma. Weise.

Große Fruchtspeicher von 1543 und 1577.

Fachwerkhäuser aus 16. und 17. Jh.

Z I E G E N H A I N b. Jena Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. beg. 1424 als Wallfahrte-K., hauptsächlich E. 15. Jh. [pg 458]
Langer Chor mit 5/8 Schluß, am 1sch. Lhs. im W 3sch. QHaus, jetzt
dachlos, Portal vom selben Steinmetzen, wie die Portale der Stadt-K. in
Jena. — Reste eines spgot. S c h n i t z a l t a r s und spgot. Wa n d m a l e r e i .
Hübsche renss. We i n k a n n e 1610; Rest einer K i r c h e n f a h n e aus 2. H.
15. Jh. Bar. K a n z e l b a u auf 4 Palmbäumen. — Von den 3 Burgen
oberhalb Ziegenhain jetzt nur ein runder frrom. Bergfried erhalten, der sog.
F u c h s t u r m (Haube 1909).

Z I E G E N R Ü C K . Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. einfachst spgot. mit Flachdecke.

Z I E R E N B E R G . RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Pfarr-K. 1430. Hallenkirche mit kreisrunden Schäften, blattlose Kaptt.

Rathaus. Fachwerkbau mit reich verzierten Schwellen und ehem. 4
Ecktürmchen. Über einer Tür Inschr. 1590.

Fachwerkhäuser aus 16. und 17. Jh.

Page 631

Ringmauern z. T. erhalten.

Z I L L B A C H . Sachsen-Weimar B Dermbach.

Kirche im Bankettsaal des ehem. Jagdschlosses. Eingangstür bez. 1595.
Das neue J a g d s c h l o ß 1790.

Z I P S E N D O R F. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. 1407, 1sch. mit 3/8 Chor; Netzgwb. Die ansehnlichste got. Dorf-K.
des Kreises.

Z I T TA U . K. Sachsen Amtshauptstadt.

Johannis-K. Der spgot. Bau, eine doppeltürmige Hallenkirche, durch
Brand 1757 zerstört. Neubau beg. 1766 nach Entwurf von Andr. Hünigen
(mit Beibehaltung des alten NTurms). 3sch. Pfll.Halle, das breite, an beiden
Enden in den 1/2Kr. übergeführte Msch. mit Muldendecke, die mit
Emporen durchsetzten Sschiffe flachgedeckt. — Konstruktionsfehler
nötigten im 19. Jh. zu einem Umbau, beg. 1834 nach Entwurf von Schinkel.
Das Mittelstück der Fassade neukomponiert, das Innere mit schmucklosem
Detail. — Zahlreiche D e n k m ä l e r des 17. und 18. Jh. erhalten; unter
ihnen das des Prokop Naso † 1608, ein Meisterwerk der Renss.Dekoration.
Interessantes H u n g e r t u c h , Ölmalerei auf Leinwand, die 6,80 m br., 8,20
m h. Fläche in 90 Felder geteilt; wohl vom Franziskanerkonventualen
Vincentius.

Petri-Pauli-K. (Franziskaner). Zusammenfassung von 3 nicht planmäßig
zusammengehörenden Bauteilen. 1) Die frühere Nikolaus-Kap., jetzt
Sakristei, sp. 13. Jh., zierliches frühgot. Detail mit rom. Erinnerungen. 2)
Chor gegen 1293. Gestrecktes Rck., gedeckt mit 4 Kreuzgwbb. (in
Backstein) auf Konsolen. 3) Lhs. 15. Jh., 2sch. Hallenkirche, Pfll. in
Backsteinformen. — Innere Einrichtung 1658 ff. Schlichtes [pg 459]
Chorgestühl 15. Jh. Trefflicher Altarbau 1668; ebenso die Kanzel. Empore
in kräftigem Holzwerk. Am Ssch. die Noacksche B e t s t u b e mit guter
Fassade, 1696. — D e n k m ä l e r . Ältestes 1449, Frau und Kind in geritzten
Umrissen. Auf dem Kirchhof bar. Gruft-Kapp. Mehrere mit vorzüglichen

Page 632

eisernen Gittern. — K l o s t e r g e b ä u d e . Erhalten der got. Kapitelsaal.
Bibliotheksaal im WFlügel 1662.

Frauen-K. Der ma. Bau durch Brände 1475 und 1535 zerstört. Nur der
Chor mit Qsch. whgest. (Letzte Rest. 1897.) Die Formen im Übergangsstil,
etwa 1260-80, weisen auf böhmische Beziehungen; wegen der Seltenheit
vorgotisch. Denkmäler in der Lausitz besonders beachtenswert. Im Qsch.
werden die Kreuzarkaden von der Vierung durch je eine Doppelarkade
abgesondert. Unmittelbar an die Vierung schließt sich die polyg. (5/8)
Apsis. Hohe, schmale Rundbg.Fenster. Arkaden und Gwbb.Linien spitzbg.,
Rippen derb rck., teils auf dünnen Diensten mit Knollenkaptt., teils auf
gestielten Konsolen. Das Äußere mit Blenden auf ähnlichen Diensten
zierlich gegliedert. — Im A l t a r b a u von 1619 eine schöne spgot.
M a d o n n a . K a n z e l 1619 von Michel Greger. Emporen aus derselben
Zeit. Die Wände bergen einen reichen Schmuck von hölzernen B a r.
E p i t a p h e n . Die s t e i n e r n e n D e n k m ä l e r an den Außenseiten
opulent und meist von guter Qualität. Ein Teil ins Stadtmuseum gebracht.

Kreuz-K. beg. 1410. Plan ähnlich der Serviten-K. in Prag. Lhs. quadr. mit
Mittelpfl., von dem sich ein regelmäßiger Stern entwickelt. Eingezogener
Chor. Material Sandstein. — Der G e k r e u z i g t e mit Maria und Johannes,
gute Schnitzw. aus 2. H. 15. Jh. Ausstattung noch 1651. Das 17. und 18. Jh.
außerordentlich freigebig mit Grabdenkmälern, namentlich von den Gruft-
Kapp. des Äußeren sind mehrere geradezu luxuriös, so die Mönchsche um
1710, die Schrönsche um 1720, die Finksche um 1730.

Dreifaltigkeits-K. (Weber-K.) Einfach spgot. um 1440. 1sch. mit 3/8
Schluß. An Stelle der zerstörten Gwbb. Flachdecke des 17. Jh. Die
Grabdenkmäler wiederum sehr zahlreich.

Hospital-K. Kleiner 1sch. Bau des 14. Jh., wiederholt rest. Portal und
Fenster noch ausgeprägt frgot. Das Innere durch mannigfaltige Einbauten
recht malerisch.

Altes Gymnasium 1571 mit Benutzung von Resten des
Johanniterkreuzhofs. Denkmal des Gründers Joh. v. Dornsbach. † 1580.

Vom Rathaus des 16. Jh. haben sich nur der Turm und die Keller erhalten.

Page 633

[pg 460]
Marstall, zugleich Rüstkammer und Schüttboden, bez. 1511. Der mächtige
Dachraum im 18. Jh. umgebaut.

Von den einst zahlreichen Brunnen haben sich die folgenden, durchweg
plastisch reich durchgebildeten, erhalten: Marsbrunnen 1585,
Samariterinnenbrunnen 1697, Herkulesbrunnen 1708, Schwanenbrunnen
1710.

Wohnhäuser. (Geschichtliche Marksteine sind die Stadtbrände 1589 und
1608 und die Beschießungen 1632 und 1757.) a) F r. R e n s s . Neustadt 32
und 34, prächtige Sandsteintore. b) S p . R e n s s . Markt 3 und 15,
Bautzener Str. 2 und 11. c) F r. B a r. Markt 24 (Amtsgericht) von 1678;
Neustadt 23 von 1681; Markt 4 von 1689, hoch und schmal, reiches Detail,
Eindringen Dresdener Einflüsse, auch die Rückfassade zum
Johanniskirchhof zu beachten, d) S p . B a r. Markt 9 von 1710, 7 Fenster
br., guter Aufbau und prächtiges Detail; Weberstr. 20 von 1717; Wettinerstr.
21 von 1728; Markt 16, Bautzener Str. 6 von 1745. e) R o k . Lebhafte
Bautätigkeit nach Stadtbrand 1757. Markt 13 von 1767.

Städtisches Museum.

Z Ö B L I T Z . K. Sachsen Kr. Marienberg.

Stadt-K. 1729 von J. Ch. Simon, sehr einfach.

Z O R B A U . Pr. Sachsen AH Querfurt.

Dorf-K. Rom. OTurm, der frgot. Rechteckchor Ersatz für die rom. Apsis;
alles sehr entstellt.

Z Ö R B I G . Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Stadt-K. ursp. rom. Anlage, nach spgot. und neuester Rest. ohne Interesse.

Z Ö S C H A U . K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Wenig veränderter rom. Bau. Das kurz rck. Lhs. flachgedeckt, der
eingezogene quadr. Chor mit Hängekuppel zwischen mächtigen Gurtbgg.,

Page 634

darüber der Turm (in jetziger Gestalt 17. Jh.), die Apsis aus der Halbkugel
gewölbt, die Fenstergewände z. T. alt. — Granitener rom. Ta u f s t e i n im
Gutspark. Spgot. S a k r a m e n t s n i s c h e . Guter F l ü g e l a l t a r um 1520,
besonders die Relieffig. des Schreins, S. Nikolaus, von sorgfältigster
Ausbildung.

Z S C H A I T Z . K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Turm 1515, Schiff 1717. Rck. mit gestutzten Ecken. — Stattlicher
A l t a r b a u mit Gemälden 1655, K a n z e l 1656.

Z S C H E I L A . K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. Quadr. Gemeindehaus mit eingezogenem quadr. Chor,
kreuzgewölbt, M. 13. Jh., 1512 Erweiterung nach W.

Z S C H E I P L I T Z . Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. Klst.K., rom. Anlage mit OTurm und Apsis nach dem [pg 461]
Typus einer Dorf-K., nur durch die größere Länge des Schiffs
ausgezeichnet.

Z S C H E P P L I N . Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. spgot. Backsteinbau. — Frrenss. Ta u f s t e i n mit figürl. Reliefs.
Mehrere E p i t a p h e des 17. Jh., für dieses Gebiet von guter Qualität.

Z S C H O PA U . K. Sachsen AH Flöha.

Martins-K. E. 15. Jh., oft erneuert.

Burg alter Gründung. Umbau 1545 durch Kurfürst Moritz; aus Ma. der
starke runde Bergfried.

Z W Ä T Z E N b. Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Chor und Turm (1513) got., Lhs. rom. mit schmalen
Schlitzfenstern und rom. Bohlentür mit altem Beschläge. S c h n i t z a l t a r
1517, guter thüringischer Durchschnitt. Grabsteine von

Page 635

Deutschordensrittern, deren Embleme auch am K a n z e l b a u (Zopf). —
Die Komtureigebäude gänzlich verbaut.

Z W E T H A U . Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. renss. Seitwärts in 8 m Abstand rom. Turm mit gekuppelten
Schallöffnungen.

Z W I C K A U . K. Sachsen Kreishauptstadt.

Marien-K. Erster Bau gew. 1118, zweiter beg. 1328, dritter 1465-1506.
Infolge dieser verwickelten Baugeschichte zeigt der Gr. viele
Unregelmäßigkeiten. Die ältesten Teile im WBau. Querschifflose
Hallenkirche ähnlich Annaberg, Schneeberg usw. Nur deutet der zuerst
begonnene Chor auf die ursp. Absicht, die Ssch. schmäler zu halten; er
schließt mit 5 Seiten des 16Ecks. Lichte Maße 59,5 m l., 31 m br., 17 m h.
Die äußere Erscheinung reich, im Gegensatz zu der sonstigen Tendenz der
Erzgebirgsschule; die Strebepfll. kräftig vortretend; sie selbst sowohl als die
zwischen ihnen liegenden Wandflächen in glänzender, wenn auch
einigermaßen einförmig wirkender Weise mit blindem Stab- und Maßwerk,
durchflochtenen Kielbögen usw. überkleidet. Unter dem Dachgesims taucht
der Rundbogenfries wieder auf, in charakteristischer Umbildung des rom.
Motivs; an Baldachinen, Giebeln usw. nimmt das Maßwerk öfters
naturalistische Astformen an (vgl. Schloß-K. in Chemnitz). — Die Kirche
nimmt durch die wenig versehrte Fülle ihrer Ausstattung eine bevorzugte
Stellung ein. Großes A l t a r w e r k von Michael Wolgemut aus Nürnberg
1479; 4 bewegl. und 2 feste Flügel; 7 m l., 2,50 m h. Der Schrein und die
Innenflügel geben Maria und 8 weibliche Heilige in Schnitzwerk; alles
übrige ist gemalt; die erste Wandelung zeigt Verkündigung, Geburt,
Anbetung und h. Sippe, die zweite Wandelung Ölberg, Geißelung.
Kreuztragung, Kreuzigung. — [pg 462] Ta u f s t e i n , Kelchform in
blühender FrRenss. 1536, vielleicht von Hans Speck. — Sicher von diesem
die K a n z e l , z. T. in farbiger Terrakotta, schmuckreiche Treppe mit Tür;
Schalldeckel 1651. — Reste von C h o r s t ü h l e n mit Laubwerk, Getier und
Fratzen, E. 15. Jh. Prunkvoller R a t s s t u h l von 1617.
K a l a n d s t ü b c h e n in der südwestl. Turmempore mit prachtvollem Ofen
aus emaillierten Kacheln um 1540. Bemalte Orgeltürflügel 1627. —
H e i l i g e s G r a b , bez. 1507; aus Lindenholz geschnitzter freistehender

Page 636

Schrein mit hohem turmartigem Aufbau; das figürl. Element tritt gegen das
architektonische zurück. — F r e i g r u p p e der Maria mit dem Leichnam
des Herrn A. 16. Jh.; Lindenholz, noch in der feinen alten Bemalung; nicht
manierfrei, aber edel und tief gedacht; unter den deutschen
Bildhauerarbeiten dieser Epoche verdient dies anonyme (neuerdings von
Flechsig dem Zwickauer Peter Bauer zugeschriebene) Werk einen hohen
Rang. — G r a b s t e i n e und besonders G e d e n k t a f e l n in sehr großer
Zahl. Messingplatten: ikonisch Martin Römer 1560, die meisten heraldisch.
Freigrab nebst Epitaph für Karl v. Bose 1637. Von den über den Emporen
hängenden Epitaphen die bmkw.: Joh. Seling 1591, der Rahmen in der Art
des S c h r e c k e n f u c h s ; Joh. Zochendorf 1662, farbiges, plastisches
Kniebild; Obristwachtmeister v. Heldreich † 1674, lebendgroße, lebendig
behandelte Holzfig.; Bürgermeister Mühlpfort † 1534; unbekannte
Stifterfamilie 1559 bez. W. K. (Wolf Kirchner?). — Unter den
A l t a r g e r ä t e n Meisterwerke der spgot. und renss. Silberschmiedekunst.
Abendmahlskanne vom Zwickauer Meister M W 1622, Hostienbüchse C W
1661.

Katharinen-K. gegr. nach 1212, in verschiedenen got. Epochen umgebaut,
zuletzt 1571. Der gestreckte, platt geschl. Chor und die Sakristei aus 14. Jh.
Das Gemeindehaus durch Hinzufügung von Ssch. in Hallenkirche
umgewandelt. Das schmuckreiche Äußere durch Rest, des 19. Jh.
entcharakterisiert. — A l t a r w e r k , ganz gemalt, A. 16. Jh. (von Hans v.
Kulmbach?), 2 feste und 2 bewegliche Flügel. — K a n z e l von Hans
Speck.

Rathaus 15. und 16. Jh., im 19. Jh. entstellt. Interessante G l a s g e m ä l d e
bez. C. R. 1581. S i l b e r s c h a t z .

Gewandhaus 1522; der nördl. Backsteingiebel zeigt die got. Formen in
einer für diese Zeit und Gegend bezeichnenden Degeneration.

Schloß Osterstein, für Kurfürst August ausgebaut von Hans Irmisch 1565-
85; sehr entstellt.

[pg 463]
Z W Ö N I T Z . K. Sachsen AH Chemnitz.

Page 637

Stadt-K. 1sch., erneuert nach Brand 1687. Das hölzerne Gwb. durch
Laubrippen belebt, auch die ganze bar. Ausstattung aus Holz, gut erhalten,
die Emporenträger in Gestalt von Palmbäumen.

[Blank Page]

Page 638

Ortsverzeichnis
geordnet nach Staaten und
Verwaltungsbezirken.

Page 639

Königreich Sachsen.

Kreishauptmannschaft Bautzen.

Bautzen. Baruth. Bischofswerda. Burkau. Frankental. Gaussig. Göda.
Gröditz. Großhartau. Guttau. Kleinbautzen. Klix. Königswartha.
Malschwitz. Miekel. Neschwitz. Niedergurig. Oberneukirch. Pannewitz.
Radibor. Rammenau. Schirgiswalde. Schmochtitz. Uhyst.

Kamenz. Bischheim. Brauna. Elstra. Glauschnitz. Großröhrsdorf.
Höckendorf. Königsbrück. Krakau. Marienstern. Nebelschitz. Obergersdorf.
Oberlichtenau. Ossling. Prietitz. Pulsnitz. Ralbitz. Röhrsdorf. Rosental.
Schwepnitz.

Löbau. Bernstadt. Bertelsdorf. Berzdorf. Cunewalde. Ebersbach. Eibau.
Friedersdorf. Glossen. Großhennersdorf. Herrnhut. Herwigsdorf.
Hochkirch. Kittlitz. Kottmarsdorf. Lauske. Lawalde. Neugersdorf.
Neusalza. Niederruppersdorf. Nostitz. Obercunnersdorf. Oberoderwitz.
Ruppersdorf. Schönau. Spremberg. Taubenheim. Weißenberg.

Zittau. Althörnitz. Bertsdorf. Gießmannsdorf. Großschönau. Grunau.
Hainewalde. Herwigsdorf. Hirschfelde. Neuhörnitz. Joachimstein.
Karlsfried. Königshain. Leuba. Lückendorf. Mariental. Niederoderwitz.
Oberseifersdorf. Ostritz. Oybin. Radmeritz. Reibersdorf. Reichenau.
Seifhennersdorf. Seitendorf. Spitzkunnersdorf. Waehrsdorf. Wittgendorf.

Kreishauptmannschaft Dresden.

Page 640

Dippoldiswalde. Bärenstein. Bieberstein. Frauenstein. Geising. Glashütte.
Hennersdorf. Höckendorf. Lauenstein. Lungwitz. Niederpretzschendorf.
Possendorf. Reichardsgrimma. [pg 466] Ruppendorf. Schmiedeberg.
Seebach. Seifersdorf.

Dresden-Altstadt. Brießnitz. Döhlen. Fördergersdorf. Grillenburg.
Klingenberg. Leubnitz. Lockwitz. Mohorn. Nöthnitz. Oberpesterwitz.
Plauen. Räcknitz. Somsdorf. Tharandt.

Dresden-Neustadt. Großeckmannsdorf. Hermsdorf. Hosterwitz. Kaditz.
Kleinwolmsdorf. Kötzschenbroda. Lausa. Leuben. Lomnitz. Loschwitz.
Moritzburg. Niederlößnitz. Oberlößnitz. Pillnitz. Radeberg. Reichenberg.
Schönfeld. Seifersdorf. Uebigau. Wachau. Wallroda.

Freiberg. Kleinschirma. Langhennersdorf. Oberbobritzsch. Pfaffroda.
Purschenstein. Sayda. Weißenborn.

Großenhain. Blochwitz. Frauenhayn. Großdittmannsdorf. Koselitz.
Lauterbach. Ponickau. Riesa. Röderau. Schönfeld. Seußlitz. Zeithayn.

Meißen. Altzelle. Boritz. Burkhartswalde. Constappel. Coswig. Grumbach.
Heiligenkreuz. Heinitz. Hirschfeld. Lommatzsch. Miltitz. Naustadt.
Neukirchen. Nossen. Oberreinsberg. Scharffenberg. Schleinitz. Sornitz.
Tanneberg. Taubenheim. Weistropp. Wilsdruff. Zscheila.

Pirna. Altstadt. Borna. Borthen. Dittersbach. Dohna. Eschdorf.
Friedrichswalde. Gamig. Gottleuba. Großsedlitz. Hohnstein. Königstein.
Langburkersdorf. Liebstadt. Lohmen. Maxen. Neustadt. Ottendorf. Polenz.
Reinhardtsdorf. Röhrsdorf. Rottwerndorf. Schandau. Sebnitz. Sedlitz.
Stolpen. Struppen. Ülbersdorf. Weesenstein. Zehista.

Kreishauptmannschaft Leipzig.

Borna. Auligk. Dittmannsdorf. Elstertrebnitz. Eschefeld. Frohburg.
Geithain. Gnandstein. Greifenhain. Groitzsch. Kohren. Lausigk. Mölbis.

Page 641

Nenkersdorf. Niedergräfenhain. Ossa. Pegau. Prießnitz. Roda. Roetha.
Steinbach. Syhra. Trautzschen. Wickershain. Wiederau. Wybra.

Döbeln. Altenhof. Beerwalde. Buch. Gersdorf. Gleisberg. Großweitzschen.
Grünlichtenberg. Hainichen. Knobelsdorf. Kriebstein. Leisnig. Marbach.
Nauhain. Noschkowitz. Otzdorf. Roßwein. Schönerstadt. Schweta. Tragnitz.
Waldheim. Zschaitz.

Grimma. Altenbach. Ammelshain. Belgershain. Bernbruch. Brandis.
Burkhartshain. Cannewitz. Colditz. Döben. Dornreichenbach.
Erdmannswalde. Falkenhain. Fremdiswalde. Glasten. Grethen. Grubnitz.
Klinga. Kössern. Kunitzsch. Machern. Müglenz. Mutzschen. Nischwitz.
Otterwisch. Pommssen. Schwarzbach. Thallwitz. Threna. Trebsen.
Wasewitz. Wurzen.

[pg 467]
Leipzig. Baalsdorf. Cröbern. Engelsdorf. Gautzsch. Großzschocher.
Gundorf. Knauthain. Knautnaundorf. Lindenthal. Markranstädt. Podelwitz.
Störmtal. Taucha. Thekla. Wahren.

Oschatz. Ablaß. Altmügeln. Altoschatz. Bloßwitz. Borna. Bornitz. Calbitz.
Canitz. Cavertitz. Dahlen. Hof. Hubertusburg. Jahna. Jakobstal. Kötitz.
Kreinitz. Laas. Lampertswalde. Leuben. Liptitz. Lonnewitz. Lorenzkirch.
Luppa. Merkwitz. Mügeln. Naundorf. Ochsensaal. Schmorkau. Schrebitz.
Schweta. Stauchitz. Stösitz. Strehla. Zöschau.

Rochlitz. Burgstädt. Erlau. Geputzig. Göhren. Gräfenhain, Ober-.
Kaufungen. Königsfeld. Langenleuba. Markersdorf. Mittweida. Neusorge.
Niedersteinbach. Penig. Ratendorf. Rochsburg. Seelitz. Wechselburg.
Wiederau. Wolkenburg.

Kreishauptmannschaft Zwickau.

Annaberg. Buchholz. Ehrenfriedersdorf. Elterlein. Gelenau. Jöhstadt.
Rauenstein. Scheibenberg. Schlettau. Tannenberg.

Page 642

Auerbach. Klingenthal. Rodewisch. Waldkirchen.

Chemnitz. Altchemnitz. Bräunsdorf. Einsiedel. Glösa. Lugau.
Niederfrohna. Niederrabenstein. Röhrsdorf. Stollberg. Zwönitz.

Flöha. Auerswalde. Augustusburg. Ebersdorf. Frankenberg. Lichtenau.
Lichtenwalde. Niederlichtenau. Oederau. Sachsenburg. Zschopau.

Glauchau. Hohenstein. Lichtenstein. Meerane. Remse. Thurm.
Waldenburg. Ziegelheim.

Marienberg. Forchheim. Groß-Olbersdorf. Lauterbach. Olbernhau.
Scharfenstein. Wolkenstein. Zöblitz.

Ölsnitz. Elster. Schönberg. Voigtsberg.

Plauen. Geilsdorf. Kauschwitz. Kürbitz. Mylau. Netzschkau. Neumark.
Pöhl. Reichenbach. Rodersdorf. Straßberg. Theuma. Thierbach. Thossen.

Schwarzenberg. Carlsfeld. Grünhain. Klösterlein-Zelle. Lößnitz.
Neustädtel. Schneeberg.

Zwickau. Altschönfels. Blankenhain. Crimmitschau. Härtensdorf.
Hartenstein, Hirschfeld. Königswalde. Langenhessen. Langenreinsdorf.
Neuschönfels. Niebra. Niederplanitz. Obergrünberg. Ruppertsgrün.
Schönfels. Stein. Weißenborn. Werdau.

Page 643

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

Apolda. AG Allstedt: Kalbbrieth. Oldisleben. Wolferstedt. Apolda:
Hainichen. Nauendorf. Niederroßla. Niedertrebra. [pg 468] Osmannstedt.
Sulza. Utenbach. Buttstedt: Großneuhausen. Gutmannshausen. Hardisleben.
Mannstedt. Teutleben. Jena: Altengönna. Ammerbach. Beutnitz. Bürgel.
Dornburg. Dothen. Frauenprießnitz. Göschwitz. Großlöbichau.
Großschwabhausen. Hohlstedt. Kleinschwabhausen. Kunitz. Lehesten.
Leutra. Lichtenhain. Lobeda. Löbstedt. Maua. Nennsdorf. Neuengönna.
Porstendorf. Rodigast. Rothenstein. Steudnitz. Talbürgel. Tautenburg.
Unterwöllnitz. Wenigenjena. Ziegenhain. Zwätzen.

Dermbach. Bremen. Geisa: Bermbach. Borsch. Buttlar. Geismar.
Kranlucken. Motzlar. Schleid. Kaltennordheim: Brunnhardtshausen.
Diedorf. Empfertshausen. Erbenbausen. Helmershausen. Kaltensundheim.
Kaltenwestheim. Unterweid. Zella. Zillbach. Ostheim: Lichtenburg.
Sondheim. Stetten. Vacha: Dorndorf. Kieselbach. Krayenburg. Tiefenort.
Völkershausen.

Eisenach. Bischofsroda. Burkhardsroda. Farnroda. Krauthausen.
Kreuzburg. Marksuhl. Mihla. Wartburg. Wilhelmstal. Zella a. d. Werra.
Gerstungen: Berka. Brandenburg. Dankmarshausen. Dippach. Frauensee.
Großensee. Herda. Lauchröden. Sallmannshausen. Untersuhl.
Stadtlengsfeld: Lengsfeld. Weilar.

Neustadt a. d. Orla. Auma: Braunsdorf. Schönborn. Traun. Neustadt:
Arnshaugk. Daumitsch. Dreitzsch. Keila. Lausnitz. Neunhofen. Nieder- u.
Oberoppurg. Weida: Frießnitz. Mildenfurt. Münchenbernsdorf. Schüptitz.
Veitsberg.

Weimar. Blankenhain: Berka. Heilsberg. Magdala. Saalborn. Thangelstedt.
Tonndorf. (Großrudestedt:) Eckstedt. Nöda. Ilmenau. Vieselbach:

Page 644

Großmölsen. Kerspleben. Ollendorf. Udestedt. Weimar: Belvedere.
Ehringsdorf. Ettersburg. Heichelheim. Kapellendorf. Liebstedt. Mellingen.
Oberweimar. Sachsenhausen. Tiefurt. Umpferstedt.

Page 645

Herzogtum Sachsen-Altenburg.

Altenburg. Breitenhain. Flemmingen. Langenleuba. Romschütz. Rußdorf.
Treben. Windischleuba. Meuselwitz. (Ronneburg:) Großstechau. Kauern.
Korbussen. Löbichau. Mückern. Posterstein. Schmölln: Gößnitz. Ponitz.

Roda. Eisenberg: Klosterlausnitz. Kahla: Altenberge. Bibra. Dienstädt.
Großkröblitz. Gumperda. Hummelshain. Meckfeld. Neusitz. Oberhasel.
Orlamünde. Reinstädt. Schweinitz. Wiederkunft. Fröhliche. Roda:
Drackendorf. Kleinebersdorf. Lippersdorf. Ottendorf.

[pg 469]

Page 646

Herzogtum Sachsen-Meiningen.

Hildburghausen. Eisfeld: Brünn. Crock. Sachsendorf. Stelzen.
Unterneubrunn. Heldburg: Gellershausen. Gompertshausen. Hellingen.
Rieth. Schlechtsart. Ummerstadt. Westhausen. Hildburghausen:
Adelshausen. Bedheim. Ebenhards. Heßberg. Klosterveilsdorf.
Michaelisberg. Roth. Streufdorf. Zeilfeld. Römhild: Behrungen. Haina.
Milz. Westenfeld. Wolfmannshausen. Themar: Dingsleben. Henfstedt.
Marisfeld. Reurieth. Trostadt.

Meiningen. Amalienruhe. Belrieth. Bettenhausen. Bibra. Einhausen.
Elisabethenburg. Ellingshausen. Fasanerie. Feldeck. Grimmental.
Habesburg, Helba. Henneberg. Hermannsfeld. Herpf. Hutsberg. Jüchsen.
Landeswehr. Landsberg. Leutersdorf. Melkers. Neubrunn. Nordheim.
Obermaßfeld. Queienfeld. Schwickershausen. Stedtlingen. Stepfershausen.
Sülzfeld. Untermaßfeld. Vachdorf. Walldorf. Salzungen: Allendorf.
Altenstein. Dietlas. Feldeck. Frankenberg. Frankenstein. Frauenbreitungen.
Helmers. Leimbach. Liebenstein. Möhra. Oberellen. Schweina.
Wildprechtsroda. Witzelroda. Wasungen: Hümpfershausen. Kaltenlengsfeld.
Maienluft. Metzels. Oepfershausen. Roßdorf. Schwallungen. Schwarzbach.
Sinnershausen.

Saalfeld. Camburg: Kleingestewitz. Leislau. Münchengosserstädt.
Schmiedehausen. Utenbach. Vierzehnheiligen. Gräfental: Lichtentanne.
Probstzella. Kranichfeld: Achelstädt. Saalfeld: Aue am Berg. Gorndorf.
Graba. Großkochberg. Treppendorf. Unterwellenborn. Weischitz. Pößneck.

Sonneberg. Schalkau: Effelder. Meschenbach. Rauenstein. Sonneberg:
Gefell. Mupperg. Neuhaus. Oberlind.

Page 647

Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.

Coburg. Ahorn. Callenberg. Großheirath. Grub am Forst. Hohenstein.
Moggenbrunn. Neuhof. Neuses. Niederfüllbach. Rosenau. Rossach.
Schermeck. Seidmannsdorf. Unterlauter. Untersiemau. Watzendorf.
Weißenbrunn. Königsberg i. Fr.: Altershausen. (Neustadt:) Einberg.
Fechheim. Mönchröden. Oeßlau. Rodach: Breitenau. Elsa. Gauerstadt.
Großwalbur. Meeder. Ottowind. Roßfeld. Sonnefeld: Gestungshausen.
Hassenberg.

Gotha. Apfelstedt. Günthersleben. Haarhausen. Ichtershausen. Ingersleben.
Molschleben. Molsdorf. Pferdingsleben. Stedten. Sülzenbrücken.
Wachsenburg. Warza. Gräfentonna (Tonna): Großfahner. Herbsleben.
Volkenrode.

[pg 470]
Ohrdruf. Liebenstein: Elgersburg, Gera. Gräfenroda. Ohrdruf: Crawinkel.
Georgental. Hohenkirchen. Zella.

Waltershausen. Tenneberg: Cabarz. Friedrichroda. Hörselgau.
Reinhardtsbrunn. Thal: Ruhla. Wangenheim: Ettenhausen. Friedrichswerth.
Großenbehringen. Hastrungsfeld. Sonneborn.

Page 648

Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt.

Frankenhausen. Göllingen. Ichstedt. Kyffhäuser. Rathsfeld. Rothenburg.
Seega. Thalleben.

Rudolstadt. (Königsee:) Allendorf. Meuselbach. Oberrottenbach.
Unterweißbach. Leutenberg: Bucha. Burglemnitz. Eyba. Rudolstadt:
Blankenburg. Greifenstein. Kirchhasel. Oberwirrbach. Schaala.
Schwarzburg. Teichweiden. Zeigerheim. Stadtilm: Bücheloh. Griesheim.
Paulinzelle.

Page 649

Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen.

Arnstadt. Alkersleben. Dornheim. Espenfeld. Oberndorf. Plaue. Witzleben.

Sondershausen. Ebeleben: Allmenhausen. Keula. Gehren:
Großbreitenbach. Langewiesen. Sondershausen: Bendeleben. Großfurra.
Jechaburg.

Page 650

Fürstentum Reuß ältere Linie.

Greitz. Burgk: Friesau. Pahnstangen. Röppisch. Greiz: Fraureuth.
Gottesgrün. Hermannsgrün.

Page 651

Fürstentum Reuß jüngere Linie.

Gera. Geißen. Köstritz. Kulm. Lusan. Tinz. Untermhaus. Hohenleuben:
Reichenfels.

Schleiz. Hirschberg. Lobenstein: Ebersdorf. Harra. Schleiz: Kirschkau.
Rödersdorf. Saalburg.

Page 652

K. Pr. Regierungsbezirk Merseburg.

Bitterfeld. Alt-Jeßnitz. Beyersdorf. Brehna. Friedersdorf. Mühlbeck.
Talheim. Zörbig.

Delitzsch. Beerendorf. Benndorf. Brinnis. Cletzen. Eilenburg. Grebehna.
Hayna. Landsberg. Naundorf. Radefeld. Tiefensee. Zschepplin.

Eckartsberga. Auerstedt. Beichlingen. Burghäseler. Burgwenden. [pg 471]
Cölleda. Gorsleben. Heldrungen. Kannawurf. Leubingen. Memleben.
Niederholzhausen. Sachsenburg. Steinbach. Wolmirstadt.

Halle und Saalkreis. Beesenlaublingen. Böllberg. Brachstedt. Buschdorf.
Cönnern. Giebichenstein. Hohenturm. Krosigk. Mücheln. Nauendorf.
Neutz. Peissen. Petersberg. Reideburg. Schlettau. Teicha. Wettin.

Liebenwerda. Alt-Burxdorf. Blumberg. Boragk. Elsterwerda.
Großkmehlen. Großthieming. Langennaundorf. Martinskirchen.
Mückenberg. Mühlberg. Ortrand. Oschätzchen. Prettin. Saathain.
Stolzenhain. Uebigau. Würdenhain.

Mansfelder Gebirgskreis. Arnstein. Conradsburg. Ermsleben. Falkenstein.
Hettstedt. Mansfeld. Rammelburg. Siersleben. Walbeck. Wippra.

Mansfelder Seekreis. Alsleben. Amsdorf. Benkendorf. Burgisdorf.
Eisleben. Esperstedt. Gerbstedt. Gödewitz. Heiligental. Helfta. Holzzelle.
Ihlewitz. Müllerdorf. Pfützental. Polleben. Rottelsdorf. Schraplau. Seeburg.
Stedten, Unterrißdorf. Unterröblingen. Volkmaritz. Wimmelburg.
Wormsleben.

Merseburg. Atzendorf. Beuchlitz. Corbetha. Cröllwitz. Cursdorf. Dehlitz.
Ermlitz. Hohenlohe. Kleinlauchstedt. Lauchstedt. Lössen. Lützen. Röcken.
Rössen. Rundstedt. Schkeitbar. Treben.

Page 653

Naumburg. Abtlöbnitz. Altenburg. Benndorf. Flemmingen. Görschen.
Hassenhausen. Kleinheringen. Kreipitzsch. Niedermöllern. Pforte.
Rudelsburg. Saaleck. Schellsitz. Schönburg. Schulpforte.

Querfurt. Albersrode. Almsdorf. Altenroda. Balgstedt a. U. Barnstedt.
Baumersrode. Bottendorf. Branderode. Braunsdorf. Burgscheidungen.
Dobichau. Ebersroda. Eichstädt. Freyburg. Gatterstedt. Göhrendorf.
Goseck. Großosterhausen. Laucha. Leiha. Lodersleben. Markrölitz.
Mücheln. Nebra. Neumark. Niedereichstädt. Obercrumpa. Obereichstädt.
Obhausen. Pettstädt. Plößnitz. Pödelist. Reinsdorf, Roßleben. Sankt-
Micheln. Schleberode. Sittichenbach. Spielberg. Vitzenburg. Wendelstein.
Wilsdorf. Zeuchfeld. Zorbau. Zscheiplitz.

Sangerhausen. Artern. Beiernaumburg. Bernecke. Bielen. Brücken. Gonna.
Görsbach. Grillenberg. Hain. Heringen. Kaltenborn. Kelbra. Klosterrode.
Lengefeld. Sittendorf. Stolberg. Windehausen.

Schweinitz. Clöden. Frauenhorst. Gölsdorf. Herzberg. Malitschkendorf.

Torgau. Annaburg. Axien. Belgern. Dautzschen. Dommitsch. [pg 472]
Elsnig. Graditz. Lebien. Lichtenburg. Schildau. Sitzenroda. Triestewitz.
Zwethau.

Weißenfels. Burgwerben. Dobergast. Droyssig. Großcorbetha.
Großpötewitz. Hassel. Langendorf. Lissen. Markwerben. Meineweh.
Obergreißlau. Obschitz. Pötewitz. Schkölen. Untergreißlau.

Wittenberg. Kemberg. Pretzsch. Reinharz. Schmiedeberg. Zahna.

Zeitz. Aue. Breitenbach. Gleina. Haynsburg. Langenaue. Posa. Predel.
Profen. Schkauditz. Spora. Zipsendorf.

Page 654

K. Pr. Regierungsbezirk Erfurt.

Erfurt. Alach. Bechstedtwagd. Gottstedt. Nottleben. Petersberg. Windisch-
Holzhausen. Wandersleben.

Heiligenstadt. Bernterode. Besenhausen. Birkenfelde. Bischofsstein.
Burgwalde. Dieterode. Dingelstedt. Ershausen. Freienhagen. Geisleden.
Geismar. Gerbershausen. Groß-Bartloff. Günterode. Hanstein. Heuthen.
Hilfensberg. Hohengandern. Kefferhausen. Keudelstein. Kirchgandern.
Kreuzeber. Lengenfeld. Lindewerra. Martinfeld. Reinholterode Rengelrode.
Rimbach. Röhrig. Rustenberg. Rustenfelde. Schachtebich. Schönhagen.
Siemerode. Stein. Uder. Volkerode. Wahlhausen. Werleshausen. Wiesenfeld.
Wüstheuterode.

Langensalza. Nägelstadt. Oppershausen. Tennstedt. Thamsbrück. Vargula.

Mühlhausen. Ammern. Annerode. Dörna. Falken. Helmsdorf. Langula.
Treffurt. Zella.

Nordhausen u. Grafsch. Hohenstein. Ascherode. Bleicherode. Dietenborn.
Kleinfurra. Kleinwerthern. Lohra. Mitteldorf. Münchenlohra. Nohra.
Tettenborn. Woffleben. Wolkramshausen.

Schleusingen. Altendambach. Christes. Heinrichs. Hinternah. Kühndorf.
Rohr. St. Kilian. Schwarza. Suhl. Veßra. Waldau. Wiedersbach.

Weißensee. Gangloffsömmern. Griefstedt. Ottenhausen. Rohrborn.
Sömmerda.

Worbis. Adelsborn. Beuren. Bischofferode. Bodenrode. Bodenstein.
Breitenworbis. Gerode. Groß-Bodungen. Hauröden. Kirchohmfeld.
Kirchworbis. Neustadt. Reifenstein. Scharfenstein. Teistungenburg.
Wehnde.

Page 655

Ziegenrück. Altenbeuthen. Blankenberg. Blintendorf. Bodelwitz.
Liebengrün. Ranis. Reitzengeschwende. Wernburg.

[pg 473]

Page 656

K. Pr. Regierungsbezirk Cassel.

Cassel. Breitenbach. Crumbach. Dörnhagen. Elgershausen. Eschenstruth.
Helsa. Karlsdorf. Kaufungen. Niederzwehren. Nordshausen.
Oberkaufungen. Waldau. Weimar. Wilhelmshausen. Wilhelmshöhe.
Wilhelmstal. Windhausen.

Eschwege. Abterode. Bischhausen. Boyneburg. Brandenfels. Germerode.
Herleshausen. Hoheneiche. Jestädt. Nesselröden. Netra. Schwebda.
Wanfried. Willershausen. Wommen.

Frankenberg. Basdorf. Haina. Hessenstein. Rosental. Wiesenfeld.

Fritzlar. Besse. Büraberg. Gudensberg. Jesberg. Uttershausen. Wabern.
Werkel.

Fulda. Adolfseck. Blankenau. Bieberstein. Giesel. Großenlüder. Haimbach.
Johannisberg. Kämmerzell. Kleinheilig-Kreuz. Margretenhaun. Neuenberg.
Neuhof. Oberbimbach. Petersberg. Welkers.

Gelnhausen. Alsberg. Altenhaßlau. Aufenau. Birstein. Burgjossa. Höchst.
Kirchbracht. Lohrhaupten. Meerholz. Niedermittlau. Orb.
Unterreichenbach. Wächtersbach. Wirtheim.

Gersfeld. Tann.

Hanau. Bergen. Bischofsheim. Bockenheim. Bruchköbel, Hochstadt.
Hüttengesäß. Kesselstadt. Langenselbold. Niederdorfelden. Rückingen.
Rüdigheim. St. Wolfgang. Wilhelmsbad. Windecken.

Hersfeld. Aua. Ebersberg. Friedewald. Hattenbach. Johannesberg.
Philippstal.

Page 657

Hofgeismar. Gottesbüren. Grebenstein. Haueda. Helmarshausen.
Hohenkirchen. Immenhausen. Krukenberg. Lippoldsberg. Sababurg.
Trendelburg. Wilhelmshausen.

Homberg. Falkenberg. Neuenstein. Raboldshausen. Wallenstein.

Hünfeld. Hauneck. Neukirchen. Rasdorf. Rotenkirchen. Wehrda.

Kirchhain. Albshausen. Allendorf. Amöneburg. Anzefahr. Langenstein.
Neustadt. Rauschenberg. Schweinsberg. Stausebach.

Marburg. Bauerbach. Caldern. Christenberg. Ebsdorf. Elisabethbrunnen.
Frauenberg. Fronhausen. Leidenhofen. Lohra. Mellnau. Michelbach.
Nieder-Asphe. Nieder-Walgern. Nordeck. Ober-Rosphe. Ober-Walgern.
Treisbach. Wehrda. Wehrshausen. Weitershausen. Wenkbach. Wetter.

Melsungen. Altenburg. Altenstein. Breitenau. Carthause. [pg 474]
Dagobertshausen. Felsberg. Gensungen. Harle. Heidau. Mörshausen.
Niedermöllrich. Spangenberg.

Rinteln. (Exklave Grafschaft Schaumburg). Siehe Bd. V.

Rotenburg. Asmushausen. Blankenheim. Heimbach. Kornberg.
Nentershausen. Ronshausen. Sontra. Tannenberg.

Schlüchtern. Altengronau. Schwarzenfels. Soden. Steckelberg. Steinau.
Stolzenburg.

Schmalkalden. Auwallenburg. Barchfeld. Fambach. Haindorf. Hallenberg.
Herrenbreitungen. Seligental. Steinbach-Hallenberg. Struth. Trusen.

Witzenhausen. Allendorf. Arnstein. Berlepsch. Lichtenau. Ludwigstein.
Reichenbach.

Wolfhagen. Altendorf. Breuna. Burghasungen. Ehlen. Ehringen.
Elmarshausen. Merxhausen. Naumburg. Niederelsungen. Oelshausen.
Riede. Volkmarsen. Weidelsburg. Wettesingen. Zierenberg.

Page 658

Ziegenhain. Hausen. Herzberg. Immichenhain. Michelsberg. Neukirchen.
Ottrau. Rommershausen. Ropperhausen. Schönberg. Schrecksbach.
Schwarzenborn. Spießkappel. Treysa.

Page 659

K. Bayr. Regierungsbezirk Oberfranken.

Bamberg I. Altenburg. Buttenheim. Giech. Gügel. Hallstadt. Litzendorf.
Rattelsdorf. Scheßlitz. Seehof. Stadelhofen.

Bamberg II. Burgebrach. Burgwindheim. Ebrach. Frensdorf. Lisberg.
Schlüsselau. Seußling. Walsdorf.

Bayreuth. Bindlach. Bischofsgrün. Eckersdorf. Emtmannsberg. Gesees.
Kolmdorf. Mengersdorf. Mengersreuth. Mistelbach. Obernsees. St.
Johannis. Warmensteinach.

Berneck. Gefrees. Goldkronach. Himmelkron. Marktschorgast.
Nemmersdorf. Neudrossenfeld.

Ebermannstadt. Aufseß. Burggailenreuth. Drügendorf. Freienfels.
Heiligenstadt. Hollfeld. Nankendorf. Neudeck. Oberaufseß. Pretzfeld.
Streitberg. Waischenfeld. Wonsees.

Forchheim. Effeltrich. Eggolsheim. Gräfenberg. Hetzlas. Hilpoltstein.
Jägersburg. Kersbach. Kirchenehrenbach. Leutenbach. Neideck.
Neunkirchen. Pinzberg. Regensberg. St. Helena. Weißenohe. Wiesenthau.
Wildenfels.

Höchstadt a. A. Büchenbach. Hannberg. Herzogenaurach. Mühlhausen.
Münchaurach. Oberreichenbach. Pommersfelden. Puschendorf.
Schlüsselfeld. Sterpersdorf.

Hof. Feilitsch. Oberkotzau.

Kronach. Mitwitz. Steinberg.

Page 660

Kulmbach. Buchau. Burggehaig. Harsdorf. Kasendorf. [pg 475]
Mangersreuth. Melkendorf. Neudrossenfeld. Plassenburg. Sanspareil.
Schwarzach. Thurnau. Trebgast. Veitlahm. Wernstein. Willmersreuth.
Wirsberg. Zwernitz.

Lichtenfels. Altenkundstadt. Burgkundstadt. Gärtenroth. Hochstadt. Isling.
Langheim. Mainrot. Marktzeuln. Michelau. Mistelfeld. Naßwang. Schney.
Weismain.

Münchberg. Helmbrechts. Sparneck. Waldstein.

Naila. Lichtenberg. Reitzenstein.

Pegnitz. Betzenstein. Bronn. Creussen. Gößweinstein. Lindenhart.
Oberailsfeld. Pottenstein. Rabeneck. Rabenstein. Schnabelweid.
Tüchersfeld. Volsbach.

Rehau. Hohenberg. Pilgramsreuth.

Stadtsteinach. Grafengehaig. Guttenberg. Kupferberg. Marienweiher.
Marktleugast. Ludwigschorgast. Presseck. Rugendorf. Seibelsdorf.
Untersteinach.

Staffelstein. Banz. Döringstadt. Schottenstein. Seßlach. Unterleiterbach.
Vierzehnheiligen.

Teuschnitz. Lauenstein. Ludwigstadt.

Wunsiedel. Alexanderbad. Epprechtstein. Katharinenberg. Kirchenlamitz.
Redwitz. Schirnding. Schönbrunn. Thierstein.

Page 661

K. Bayr. Regierungsbezirk Unterfranken.

Alzenau. Hörstein. Kälberau. Mömbris. Schöllkrippen.

Aschaffenburg. Großostheim. Hessental. Mespelbrunn. Schmerlenbach.
Schönrain.

Brückenau. Maria-Ehrenberg. Schildeck. Volkersberg.

Ebern. Albersdorf. Altenstein. Baunach. Eyrichshof. Fischbach.
Frickendorf. Gereuth. Gleusdorf. Heilgersdorf. Junkersdorf. Kirchlauter.
Leuzendorf. Lichtenstein. Mürsbach. Obermerzbach. Pfaffendorf.
Pfarrweisach. Rauheneck. Rentweinsdorf. Rotenhan. Untermerzbach.

Gemünden. Adelsberg. Burgsinn. Harrbach. Hofstetten. Höllrich.
Homburg. Massenbuch. Rengersbrunn. Rieneck. Schönau. Weikersgrüben.
Wolfsmünster.

Gerolzhofen. Abtswind. Alitzheim. Altenschönbach. Astheim. Bimbach.
Castell. Dimbach. Fahr. Gaibach. Hallburg. Kirchschönbach. Laub.
Nordheim. Obereisenheim. Oberschwarzach. Prichsenstadt. Rüdenhausen.
Sommerach. Stollberg. Sulzheim. Traustadt. Volkach. Wiesentheid.
Zabelstein. Zeilitzheim.

Hammelburg. Aura. Diebach. Engental. Euerdorf. Fuchsstadt. Saaleck.
Sodenberg. Sulztal. Thulba. Trimberg. Unterertal. Waitzenbach.
Wasserlosen. Windheim.

[pg 476]
Haßfurt. Augsfeld. Buch. Ebelsbach. Eltmann. Gleisenau. Kentzgau.
Kirchaich. Limbach. Maria-Burghausen. Meckenried. Obertheres.
Prölsdorf. Schmachtenberg. Schönbach. Schwappach, Ober- und Unter-.

Page 662

Steinbach. Stettfeld. Sylbach. Trossenfurt. Unterhohenried. Untertheres.
Wonfurt. Zeil.

Hofheim. Aidhausen. Bettenburg. Birkenfeld. Birnfeld. Bramberg.
Bundorf. Burgreppach. Eichelsdorf. Friesenhausen. Goßmannsdorf.
Happertshausen. Junkersdorf. Oberlauringen. Ostheim. Stadtlauringen.
Stöckach. Wettringen. Wetzhausen.

Karlstadt. Altbessingen. Arnstein. Aschfeld. Bonnland. Büchold. Bühler.
Duttenbrunn. Erbshausen. Eußenheim. Fährbrück. Gänheim. Gauaschach.
Gramschatz. Himmelstadt. Karlsburg. Laudenbach. Müdesheim. Retzbach.
Retzstadt. Reuchelheim. Rohrbach. Schwebenried. Thüngen.
Wülfershausen. Zellingen.

Kissingen. Aschach. Bildhausen. Bocklet. Bodenlauben. Burglauer.
Eltingshausen. Frauenroth. Großwenkheim. Lauter. Münnerstadt. Steinach.

Kitzingen. Bietelried. Biebergau. Buchbrunn. Bullenheim. Dettelbach.
Efeldorf. Etwashausen. Fröhstockheim. Gerlachshausen. Gnötzheim. Groß-
und Kleinlangheim. Herrnsheim. Mainbernheim. Mainsondheim.
Mainstockheim. Marktbreit. Marktstett. Michelfeld. Münsterschwarzach.
Obernbreit. Prosselsheim. Repperndorf. Rödelsee. Schwaneberg. Segnitz.
Seinsheim. Stadtschwarzach. Sulzfeld. Wässerndorf. Wiesenbronn.

Königshofen. Althausen. Aubstadt. Breitensee. Eibstadt. Eyershausen.
Findelberg. Gollmuthausen. Ipthausen. Irmelshausen. Kleinbardorf.
Merkershausen. Oberessfeld. Serrfeld. Sternberg. Trappstadt. Untereßfeld.
Waltershausen. Wildburg. Wülfershausen.

Lohr. Maria-Buchen. Neuhütten. Neustadt a. M. Rotenbuch. Rotenfels.
Steinbach.

Marktheidenfeld. Böttigheim. Dorfprozelten. Esselbach. Fechenbach.
Grünau. Hafenlohr. Hasloch. Holzkirchen. Homburg. Karbach.
Kreuzwertheim. Lengfurt. Remlingen. Stadtprozelten. Trennfeld.
Triefenstein. Uttingen.

Page 663

Mellrichstadt. Bahra. Eußenhausen. Filke. Fladungen. Künsbergk.
Leubach. Mauerschedel. Mittelstreu. Mühlfeld. Nordheim. Oberfladungen.
Oberstreu. Reyersbach. Roßrieth. Stockheim. Unsleben. Wechterswinkel.

Miltenberg. Amorbach. Amorsbrunn. Engelsberg. Groß- und Klein-
Heubach. Schneeberg. St. Gotthardsberg. Wildenberg.

[pg 477]
Neustadt a. S. Bischofsheim. Brend-Lorenzen. Heustreu. Hollstadt.
Kreuzberg. Osterburg. Salz. Salzburg.

Obernburg. Himmeltal.

Ochsenfurt. Aub. Baldersheim. Bieberehren. Bolzhausen. Butthart.
Darstadt. Eibelstadt. Erlach. Eßfeld. Euerhausen. Frickenhausen.
Gaukönigshofen. Gelchsheim. Giebelstadt. Goßmannsdorf. Gützingen.
Herchsheim. Hopferstadt. Ingolstadt. Kleinochsenfurt. Reichelsberg.
Reichelsburg. Rittersheim. Röttingen. Sommerhausen. St. Kunigund.
Tückelhausen. Winterhausen. Wolkshausen. Zeubelried.

Schweinfurt. Bergrheinfeld. Eckardshausen. Egenhausen. Ettleben.
Euerbach. Garstadt. Geldersheim. Gochsheim. Grafenrheinfeld. Grettstadt.
Heidenfeld. Heiligental. Hirschfeld. Holzhausen. Klingenberg. Löffelsterz.
Maibach. Mainberg. Obbach. Obereuerheim. Pfundhausen.
Reichmannshausen. Schwebheim. Sömmersdorf. Werneck. Weyer. Wipfeld.
Zeuzleben.

Würzburg. Bergtheim. Burggrumbach. Eisingen. Erlabrunn. Estenfeld.
Gerbrunn. Güntersleben. Heidingsfeld. Himmelpforten. Höchberg.
Kirchheim. Kleinrinderfeld. Kürnach. Lindflur. Maidbronn.
Margetshöchheim. Mergelshöchheim. Mühlhausen. Oberdürrbach.
Oberleinach. Oberzell. Randersacker. Reichenberg. Rimpar. Rottenbauer.
Rottendorf. Schenkenschloßhof. Stettbach. Teilheim. Thüngersheim.
Unterdürrbach. Unter-Leinach. Unterpleichfeld. Unterzell. Veitshöchheim.
Waldbüttelbrunn. Zell.

[Blank Page]

Page 664

[pg 479]

Künstlerverzeichnis.

AB 110.
A. L. 317.
Adler, Fr. 272.
Aglio, A. S. 59.
Agostino, Lazzaro 437.
Ahrens 420.
Albert v. Soest 324.
Ammann, Jost 22.
Anwander, J. 41. 192. 286.
Appiani, Gius. 407. 445.
Arnold v. Westfalen 265. 267. 268. 269. 276. 334. 348. 349. 389. 390.
Asam 11. 95. 456.
Auwera, Jakob van der 95. 438. 449. 451.
Auwera, Joh. Wolfgang v. d. 11. 399. 404. 435. 451.
Auwera, Lucas v. d. 452.
Auwera, Richt. der 23. 452.

Bacher, Gideon 219.
Backofen u. s. Schule 21. 69. 70. 161. 167. 186. 251. 440.
Bähr, George 78. 81. 87. 89. 118. 159. 182. 192. 203. 247. 248. 304. 368.
374.
Balestra 86.
Baratta, Franc. 80. 86.
Barthel von Durlach 12.
Barthel, Melch. 223. 238.
Basler, Peter 139.
Basti, Matteo 24.
Bauer (Augsburg) 80.

Page 665

Bauer, Peter 462.
Beaumont, Adam 204.
Beck, Leonh. 444.
Beham, H. S. 47.
Behem, J. 237.
Behringer, Wolf 191.
Berger 88.
Bergner, Nik. 216 f.
Bernini, L. 80. 86. 95.
Berwart, Blasius 333.
Bestheimer, J. N. 264.
Bibiena, Carlo 48.
Bibiena, Giuseppe 48.
Birkner, Wolfg. 220.
Blondel 430.
Bock, Hans 176. 408.
Bodenstein, Chr. 355.
Bodt, Jan de 86. 223.
Boffrand, G. 450.
Bogenkranz, Zach. 169.
Böhm, Franz 40.
Böhme d. Ä., Joh. Heinr. 13. 161. 298. 335. 435.
Bolster, G. M. 1. 60. 114. 130.
Bonalino 40. 128. 217.
Borcht v. d. 87.
Bormann, Jan 160.
Bossi, Ant. 447. 451.
Bossi, Augustin 73. 398.
Bossi, Materno 92 ff. 133. 210 f. 346. 387. 445. 447. 451. 457.
Bouts, Dirk 244.
Braun, Erasmus 35.
Braunschweig, Heinrich u. Ludolf v. 168 f.
Bromeis 206.
Brückner, A. 140.
Bruigt, Ägid. de 208.
Brunner, Melch. 273.
[pg 480] Buchau, Cl. K. 277.

Page 666

Buchner, P, 83f. 223. 278. 309.
Bühner 379.
Bueler 438.
Buttigen (Büdingen?), Conrad v. 12.
Butzäus 118.

C. B. 391.
C. G. 113.
C. P. 296.
C. R. 462.
C. T. R. 6.
C. W. 462.
Casanova 86.
Castelli 6. 173. 451.
Cesare, Carlo di 125f.
Chiaveri, Gaet. 79. 81. 296.
Conrad von Buttigen 12.
Corradini 86.
Cotte, R. de 450.
Coudroy, Pierre 240.
Cranach d. Ä. u. s. Werkstatt 153. 197. 205. 217. 220. 224. 238f. 267. 293.
295. 298. 302. 307. 324. 367. 369. 393. 413. 419ff. 433. 455.
Cranach d. J. 25. 209. 307. 314. 420. 433.
Cranachschule 2. 14. 57. 121. 168. 180. 190. 201. 266. 426.
Curé 451.

D 346.
Dahlwein 147.
Darbes 375.
Daucher, Adolf 13.
Dauthe 236. 240.
David, Chr. 183.
Decker 49.
Degen, Hans 75.
Dehn-Rothfelser, Hans v. 82. 125. 157. 242. 278. 340.
Deibel, Jos. 87.
Deisinger 356.

Page 667

Delitzscher, Nickel 407.
Dell, Peter d. Ä. 18. 23. 373. 438. 441.
Dell, Peter d. J. 438. 439. 445. 449.
Dientzenhofer, einer der 41. 136. 369.
Dientzenhofer, Georg 39.
Dientzenhofer, Johann 42. 133. 134. 197. 213. 335. 372. 375.
Dientzenhofer, Joh. Leonh. 136. 314.
Dientzenhofer, Just. Heinr. 41.
Dientzenhofer, Leonhard 35. 37. 40. 42. 49. 94. 136. 193. 246. 406.
Diepenbeck 444.
Dierks 86.
Dieterici 195.
Dietrich, Ch. W. E. 70. 101.
Dietz 404.
Dieussart, Ch. Ph. 47.
Dirnstein, Hans 21.
Diterich, Bernh. 126. 214.
Ditmar (Laienbruder) 325.
Ditmar, Valent. 317.
Ditterich, Hans 385.
Dittmann, Hans 75.
Döbner 230.
Dörffer, Joh. 346.
Dorsch, J. B. 85. 87.
Dowher s. Daucher.
Drentwett, Ph. H. 80. 203.
Dreßler, Andr. 201, 311.
Dreysigmark, M. 112.
Dubut 368.
Duck, Joh. 307.
Dümpel, Veit 2. 218.
Durlach, Barthel von 12.
Dürer 13. 119. 266.
Du Ry, Charles 206. 430.
Du Ry, Paul 203. 205 f. 370.
Du Ry, Salomon Louis 428 f.
[pg 481] Du Ry, Simon Louis 191. 205. 206. 409. 430.

Page 668

E. W. 159.
Eberlein, Bernh. 216.
Ebhardt, J. Ch. 242.
Eckart v. Worms 438. 440.
Eckhardt, Ezech. 45. 340.
Eckhardt, G. 324.
Eckhart, Hans 212.
Eiffländer, Hans 78.
Einbeck, Konrad v. 168.
Eisenberg, F. 455.
Emes, Julius 18.
Ende, Hans am 239.
Enderlein, Caspar 25.
Engelhard, Andr. 369.
Ermeltraut 443.
Ernes, Julius 286.
Eschke, K. Ch. 313. 343. 376.
Esterbauer, Balth. 451.
Exner, Chr. F. 79. 81. 332.
Eysenberg, Nik. 101.
Eywick, Jonas 370.

F. H. 204.
Faber, A. W. 56.
Fabritius, Kilian 259.
Fehre, J. G. 89 f. 118.
Feichtmayer, J. M. 11. 407.
Feige, J. C. 340.
Fesel, Christoph 439. 445.
Finck, Joh. 41. 278. 317.
Fischer, A. S. 137. 449.
Fischer, J. M.
133. 155. 157. 432. 445.
Fleischer, Gg. 83. 125.
Flötner, Peter 13.
Fossati 45.
Fosse, de la 213. 428.

Page 669

Franz v. Magdeburg 13.
Friedeberger, Eberh. 445.
Friedemann d. Ä., H.
105 f. 108-112.
Friedemann d. J., H., 105. 110. 112.
Fuchs 240.
Fuger 163.
Fuss, Friedr. 423.

Gabrieli 446.
Gallasini, Andrea 135.
Gareis 343.
Gärtner 27. 31. 445.
Gattinger 11. 438.
Gaudreau, Pierre 355.
Gedeler, E. 187.
Gedeler, G. v. 47.
Gehart, Joh. 17. 107. 110 f.
Geigel, J. P. 68. 351. 404. 445. 447. 451. 457.
Genz 420.
Gérin 205.
Ghezzi, G. 205.
Giese, J. A. 435.
Glantschnigg, J.A. 91.
Godechen, Hnrch. 280.
Godefroy, Elias 204.
Göding, Heinr. 84. 126. 333.
Goldwitzer 118.
Gontard, P. K. Ph. 48 f.
Göthe, Eosander v. 400.
Goethe, Wolfg. v. 233. 420.
Gothland, Peter 420.
Gottschick, Chr. 222.
Gout 55.
Gräbner 81. 100.
Grael, Fr. 228.
Graff, Anton 71. 82. 173. 223. 244. 338. 343. 351. 355. 375. 418. 422. 426.

Page 670

435.
Grassi 435.
Graul, J. F. 48.
Greger, Michel 459.
Greising, Jos. 94. 130. 247. 250. 314. 408. 447. 449. 451 f.
Gretel, Ulrich 433.
Grohmann, Chr. 113.
[pg 482] Grohmann, N. 5. 180. 219. 394.
Gronig, Hans 198.
Gröninger, Aug. 112.
Groß, Abr. 47.
Grossi, L. 345.
Grünberger, Mich. 139.
Grünewald, Math. 20. 167.
Guernieri, G. F. 429.
Gundermann, W. 98.
Günther, Math. 11. 446.
Gutschell, Enders 105.

H 251.
h. b. 176.
H F 152. 213. 335.
H G B 280.
H H B 190.
H K 261. 293.
H R 401.
H. V. 433.
H. W. (Hans Walther) 126.
H. W. (Hans Werner) 210.
H.W. [Z.] (auch W.Z., Meister d. »schönen Tür« in Annaberg). 12, 59. 92.
96.
Hackert 429.
Hackl 80.
Hagelganß 223.
Hagenberger, Joh. 190.
Hähnel, J. C. 302.
Hans v. Straßburg 103.

Page 671

Hans v. Torgau 369.
Hase, G. 89.
Haunisch, Hans 346.
Heck, Hieronymus 21.
Hegewald 79. 81. 224.
Heideloff 27. 31. 174. 219. 318.
Heinemann, Chr. 57. 179.
Heinrich v. Braunschw. 168 f.
Heinrich v. Hesserode 193.
Heinricus filius Tiderici 26.
Henricus 61. 445.
Henthoos 299.
Hering, Loy. 18. 34. 227. 438.
Hering, Martin 438, Hermann 172. 420.
Hermes 295.
Herrlein, J. A. 102.
Herrlein, Joh. Peter 8. 135. 162. 213. 271. 310. 319. 346. 378. 453.
Herwarthel 199.
Herzog 298.
Hesserode, Heinrich v. 193.
Heuer, D. 338.
Heunisch, Hans 426.
Hildebrand, L. v. 450.
Hilger, Osw. 394.
Hilger, Wolff 125. 394.
Hofmann, Joh. 259.
Hofmann, Nickel 168 ff. 190. 259. 373.
Hogenwald, M. 304.
Hölzer, G. A. 81.
Hönnicke 95.
Hornung, Lor. 234.
Huber, K. 447.
Hübsch, H. 301.
Humbach, D. F. 135.
Hünefeld, H. 419.
Hünigen, Andr. 304. 343. 458.

Page 672

i 109 ff.
Ickelsheimer 449.
Ihener, Gg. 168.
Irmisch, Hans 84. 126. 221. 223. 462.

J. E. 54.
J. H. 54. 308. 320.
J. L. 248.
Jacob v. Schweinfurt 12. 268f.
Jäkel 260.
Jörg, Andreas 109.
Junker, Hans 22. 71.
Junker, Valentin 40.
Jupe, Ludw. 257.
Jussow, H. Chr. 428. 430.

Kamm, J. B. 41. 90. 118. 192.
[pg 483] Kändler, J. J. 278. 296.
Kapup, Christoph 307.
Kaufmann, Angel. 303.
Keil, Paul 14. 209.
Keilwerth, Jos. 11.
Keller, Georg 22.
Kern, Michael 40. 52. 73. 137. 163. 194. 247. 438. 440 ff. 451.
Keßlau, A. F. v. 187.
Kil, J. G. 69.
Kirchner, J. Ch. 86.
Kirchner, Wolf 462.
Kirschstein, J. 379.
Kistner, Thomas 23. 375. 408. 441.
Klanbacht, Hans 76.
Klein, Hans 447.
Kleinholz 447.
Klemm, Sam. 97. 161. 317.
Klengel, 53. 82. 89. 278. Klenze 102.
Knauf 7.
Knöfel, F. G. 200.

Page 673

Knöffel, Joh. Chr. 79. 86. 87. 88. 90. 194. 240. 303. 305. 345. 374.
Knöffler, Gottfried 71. 84. 87. 88. 90. 195. 297. 300. 305. 351.
Köhler, Gottfr. 62.
Köhler, M. D. 452.
Konrad v. Einbeck 168.
Körmser 55.
Krafft, Adam 37. 209.
Kramer, Bastian 318.
Kramer, Hans 79.
Krebs, Konrad 216. 393.
Kretschmer, J. G. 338.
Kreuter, Wolf 369.
Kriebel, Gg. 236 f.
Krodel, M. 279.
Krodel, Wolfg. 201. 369.
Krohne, G. H. 154.
Krubsacius 81. 87. 297.
Krugelstein 295.
Küchel, J. M. 36. 40. 41. 209.
Kücher, Eckh. 105.
Kühne 74.
Kulmbach, Hans v. 370. 462.
Kumoller, Hanns u. Matth. 81.
Kunz, J. J. 222.

Langhans, C. G. 435.
Lauermann, Franz 260.
Lendenstreich, Valentin 155. 230. 285. 298. 313. 372.
Le Notre 206.
Leubner, Phil. 222. 320.
Leunenschloss 383.
Leypoldt 418.
Lindemann, H. 98.
Lindner, Erhard 422.
Liotard 71.
Locke, Sam. 79. 224. 423.
Lohe, M. H. 190.

Page 674

Longuelune, 86 ff. 31 f. 374.
Lorentz, Andr. 139. 349.
Lorentz, Sam. 304. 324. 392.
Lorentz, Uriel 324. 392.
Lorentz, Werkstatt der 324.
Lossow 74.
Lotter, Hier. 25. 236. 239. 323.
Lucas, Gottfr. 242.
Ludolf v. Braunschweig 168 f.
Lünenschloß 95.
Lynar, Rochus v. 25. 126.

M.S. 293.
M W 462.
Magdeburg, Franz v. 13.
Magni, Pietro 437.
Mainz, Peter von 106. 160.
Marcolini, Fr. 39.
Martinus 215.
Mattenheimer 90. 363.
Mattielli, Lorenzo 80. 87. 195.
Maucher 455.
Maulbersch, Ant. 80.
Maurer, J. M. 203.
[pg 484] Mayer, Andr. 147.
Meer, Erhard v. d. 25.
Meier, Jörg 365.
Meister der Baldachine 152. 160. 230. 263. 299. 311. 358. 362. 453.
Meister der Barfüßerkirche in Erfurt 107. 110.
Meister der »schönen Tür« in Annaberg (H. W. [Z.] u. W. Z.) 12. 59. 92. 96.
Meister d. Neusitzer Altars 230.
Meister i von Erfurt 109 ff.
Meister t von Erfurt 106. 109.
Meister von Chemnitz 139.
Mengs, A. R. 80. 82. 418. 435.
Merian 35. 438.
Meyner 173.

Page 675

Mica, Franc. 65.
Michael, J. G. 57.
Michael, Martin 46.
Milla, Isr. v. d. 112.
Minetti, Fr. D. 68.
Möhring, Melchior 105.
Monot, Pierre 206.
Moritz, J. G. 114.
Müller, Alexander 441.
Müller, Chr. 366.
Müller, Hans 366.
Müller, Jakob 261. 263.
Müller, Joh. Mich. 96.
Münzel, Joh. 98.
Mutschelle, B. 41. 210. 439.

N. T. 237.
Nagel, Franz 171.
Nahl, J. A. 429 f Naumann, Jacob 16.
Naumann, J. Ch. 194.
Nave, Ant. 95.
Neilich, Kunz 405.
Neumann, Balthasar 35. 41 f. 67. 94 f. 115. 135 ff. 153. 155. 176. 193. 196.
211. 214. 227. 229. 233. 244. 260. 287. 310. 336. 341. 346. 375. 382 f. 387.
404. 406 f. 424. 426. 440. 443. 446. 449 f. 452. 456.
Neumann, F. J. 192.
Neuner 118.
Nickel, B. H. 449. 452.
Noack 459.
Nosseni, Joh. Maria 79. 81. 82. 125. 126. 226. 237. 361. 362. 411.

Oegg 424. 451.
Oeser, A. 70 f. 191. 195. 236. 240. 305. 341. 435.
Onghers, Oswald 52. 67. 96. 97. 116. 118. 155. 164. 212. 316. 341. 370.
398. 438. 442. 443.
Otte, V. 241. 394.
Otto, Valentin 277.

Page 676

P D 18.
Palko, Karl 80. 296.
Parler 322.
Pauer, Hans 315.
Pauwart, Ant. 168.
Pellegrini 45.
Permoser, Balthasar 45. 80. 85 f. 101. 126. 426.
Perre, J. de 237 f. 338. 354.
Perri, Ant. 158.
Pesne, Ant. 60.
Peter v. Mainz 106. 161.
Peter v. Pirna 12.
Petersell, J. R. 381.
Petrini 39. 40. 116. 212. 259. 370. 375. 443 f. 448 f. 452.
Petrozzi, M. 47. 48. 298.
Petzold, A. 199. 203. 303. 369.
Pezani, Val. 398. 447.
Pfau, Hans 103.
Pflugschar 335.
[pg 485] Pfretschner, Sittich 239.
St. Pierre 47. 48. 49. 188.
Pirna, Peter v. 12.
Pöppelmann, M. D. 78 f. 83 f. 86. 88 f. 224. 240. 278. 331. 368. 374.
Pötzsch, Martin 44.
Pozzo 39 Preißer, Hieron. 105.
Proscher, Hnrch. 343.

v. Quast 215. 327.

RT 105.
Ränz, El. 49.
Ränz, J. D. 49.
Reinboth, J. B. 242.
Reis, Hans 82.
Remela, Jo. Ad. 95.
Rénier 217.
Reuß 40.

Page 677

Reynhart, Hans 334. 359.
Ricchini 83.
Richter, Chr. 239. 352. 422.
Richter, Gregor 318.
Richter, J. F. 163. 241. 277. 394.
Richter, Moritz 420. 422.
Richter, Rud. Heinr. 50.
Rickmann, E. 191.
Ridinger, Georg 21.
Riedel 2.
Riemenschneider, Jörg 440. 442.
Riemenschneider, Tilman 24. 34. 37. 54. 96. 99. 114 f. 148. 160. 174. 176.
191. 202 f. 211. 250. 279. 286. 300. 315. 348. 351. 370. 376. 382 f. 392.
408. 410. 437. 439 f. 442. 445 f. 449.
Rigaud 355.
Ritgen, Hugo v. 412.
Ritter, F. A. v. 153. 276.
Ritter, J. H. 6.
Ritterlein, W. 64. 203. 354.
Robin 448.
Roder, Claus 236.
Röhrscheidt, Wenzel 46.
Rösler, C. 224.
Rossini, A. 179. 264.
Rotari 418.
Roth, Joh. (Hans) Gg. 203. 372.
Roth, Mart. 374.
Rubens 51. 85. 101 f.
Rudolfi, A. 154.
Rudolph, J. Ph. 17.
Rul, de 444.

S. (im Ring m. 3 Herzen) 189.
S. L. 304.
S. W. 433.
Saalhausen, Ant. v. 324.
Salins, N. A. de 451.

Page 678

Sandrart 35. 438.
Sarder, W. 440.
Schade, Abr. 47.
Schadow 449.
Schaefer, C. 258. 265. 424.
Schaicker, Gottf. 400.
Schatz, David 75. 146. 200.
Schenau 162.
Scherer, Hans 205.
Scheubel, J. J. 40.
Schick, Fähnrich 10.
Schickentanz, Hans 71. 82. 191. 340.
Schilling 81.
Schinkel 458.
Schit, Nik. 141.
Schlaf, Jakob 420.
Schlecht, Bened. 401.
Schleinitz, R. 78.
Schlüter, A. 49. 138.
Schmidt, J. G. 78. 81. 88. 159.
Schmidt, J. M. 276.
Schmidt (Schreiner) 173.
Schnorr, H. V. 435.
Schockholz, Casp. 272.
Scholz, Daniel 66.
Schoner, Joh. 170.
[pg 486] Schönermark 3.
Schongauer 13. 362. 374.
Schreckenfuchs 462.
Schröer, Hans 25. 126.
Schröter, G. 433.
Schulze 187.
Schuster, J. 149.
Schwartze, J. H. 79. 84.
Schwartzmann, Andreas 135.
Schwarz, Nic. 324.
Schweinfurt, Jak. v. 12. 268 f.

Page 679

Schwenke, David 332.
Schwind, Mor. v. 413.
Seiz, J. G. 427.
Semler, Arntz 353.
Semper 84.
Sengelaub, Peter 217 f.
Siecht, J. J. 403.
Silbermann, J. Gottfr. 25. 150. 316. 343 f. 411.
Silbermann, Val. 76. 92. 334.
Silvestre 71. 86. 195. 355.
Simon, J. Ch. 43. 304. 460.
Simonetti, Giov. 239.
Soest, Albert von 324.
Soldan, Phil. 120. 205. 352.
Sorg, Kilian 34.
Späth 449.
Speck, Hans 462.
Spieß, G. J. 222.
Spranger, Barth. 295.
Starke, J. G. 85.
Steiner, K. 295. 420.
Stengel, F. J. 56. 135. 154.
Stettner, Jost 220.
Steuerwald 435.
Steyer, Hans 89.
Stipeldey, F. X. 4. 71. 110. 346. 351.
Stoß, Veit 38. 188. 220. 286. 361. 381.
Stoß (Schule) 118 f.
Straßburg, Hans v. 103.
Straubinger, Jörg 441.
Strohmeier, Leonh. 439.

t 106. 109.
T K (Thomas Kistner) 23. 375. 408. 441.
Teuscher, Sebald 101.
Thalheimer 71.
Thim, Veit 420.

Page 680

Thola, B. de 83 f. 125.
Thomä, B. 78. 368.
Thoman, Jos. Val. 11.
Thormeyer 57.
Thouret 420.
Tiepolo 11. 451.
Tile 307.
Tischbein (welcher?) 422.
Tischbein, J. F. A. 343.
Tischbein, J. G. 205.
Tischbein, J. H. 205. 429 f.
Todesco, Heinr. 301.
Torelli, Stef. 305. 418.
Torgau, Hans v. 369.
Trautmann 41.
Tretsch, Alberlin 333.
Treu, J. N. 39. 263. 414. 443.
Trippel 332.
Trost, G. H. 6.
Tütleb, Jer. 130.
Tüttich, L. 419.

Ubrich, Peter 248.
Uebelher, G. 11.
Uhl, Joh. 346.
Unger, Gottfr. 163.
Ungewitter, G. G. 424.
Urlaub, Chr. 148.
Urlaub, Gg. A. 116. 196. 443.
Urlaub, J. A. 137.
Urlaub, S. 17. 346. 370.

Vaga, Perino del 83.
Valentin 8. 194.
Vater, G. S. 6.
Vernucken, Willi. 367.
Vincentius 458.

Page 681

Vingerhut, Heinr. 140.
[pg 487] Vischer, Casp. 35. 228. 333. 424.
Vischer, Hans 20. 272. 433.
Vischer, Herm, d. Ä. 266 f. 315. 433.
Vischer, Herm, d. J. 105. 267.
Vischer, Peter u. s. Werkstatt 6. 20. 34. 69. 105. 266 f. 272. 293. 351 f. 384.
393. 419. 433. 439. 440.
Vogel (welcher?) 418.
Vogel, A. 423.
Vogel, Chr. Leber. 243. 338.
Vogel, J. J. 39. 40. 71. 118. 192.
Vogt, Caspar 82.

W. B. 333.
W K. 369. 385. 462.
W. Z. (Meister der »schönen Tür« in Annaberg) 12. 59. 92. 96.
Wagner, Erasmus 108 f.
Wagner, J. P. 52. 102. 116. 148. 155. 176. 188 f. 244. 351. 400. 404. 425.
439. 447. 451. 457.
Wagner, P. A. 241. 398.
Wagner, Simon 447.
Wailly 428.
Waldstein, Seb. 455.
Walther, Andreas 84. 388.
Walther, Christoph 46. 83. 157. 202. 215. 278. 324. 385. 410.
Walther, Hans 78. 83. 90. 126. 194. 225. 331. 375. 385.
Walther, Sebast. 81. 433.
Walther, Val. 58.
Walther, Werkst. u. Schule der 50. 83. 226. 242.
Wamser, Chr. 21.
Weber, Christoph 66.
Weber, Hans 403.
Weinlig, Ch. 87 f. 332.
Weinmann, Jakob 34.
Weinmann, Joh. 426.
Weiß, J. G. 47.
Welsch, General M. v. 10. 112. 135 f. 199. 335 f. 450.

Page 682

Wemding, Hans 40.
Werner, G. 240.
Werner, Hans 2. 40. 47. 119. 154. 210. 228. 281. 401.
Werter, Gg. 308.
Wessel, Hans 125.
Westfalen, Arnold v. 265. 267. 268. 269. 276. 334. 348. 349. 389. 390.
Wiedemann, Ludwig 90.
Wiedemann, Paul 239.
Willkomm, Hans 83.
Winkler 88.
Winterstein, Gg. 17. 348. 447.
Wirauch, Joh. 177.
Wiskotschill 87.
Wohlhaupter, E. 135.
Wolgemut 78. 107. 109. 118. 259. 281. 374. 461.
Wolker, J. M. 129. 148. 298.
Worms, Eckart v. 438. 440.
Wunder 47. 48. 90.
Wurzelbauer, Hans 438.
Wydemann, Joh. 108.

Zanck, Mich. 245.
Zaner 346.
Zapf, G. 210.
Zeckel, Joh. 73.
Zeissig, J. E. 162.
Zeller 306.
Zeni 286.
Zerroen, A. v. 125.
Zick, Januarius 398.
Zick, Joh. 11. 155. 451.
Zincke, H. G. 7.
Zwenger, Paul 97.

Page 683

[pg 488]
Satz und Druck der Berliner Buch- und Kunstdruckerei, G. m.b. H.,
Berlin SW. 48 — Zossen.

Page 684

Footnotes

1. Die Vermutung, daß hierbei Ebrach die Vermittlerrolle gespielt
habe, liegt nahe, wenn auch von eigentlicher Nachahmung nicht
die Rede sein kann.

2. [pg 29u]
Öfters ist in der Literatur von Brandspuren am Hochschiff die
Rede, woraus gefolgert wird, daß dieses den Brand von 1185
überdauert habe, also ottonisch sei. Nach Versicherung eines
materialkundigen Gewährsmannes ist die rote Färbung einzelner
Steine in der Tat nur durch Erhitzung zu erklären. Allein diese
Steine bilden keine zusammenhängenden Flächen, sondern sind
zwischen naturfarbenen zerstreut. Es kann sich also nur um
Benutzung einzelner Werkstücke aus dem abgebrochenen älteren
Bau handeln.

3. Die rechtwinklige Umrahmung mit abschließendem Bogenfries
ist neu und so wenig organisch, daß sie schwerlich auf alte
Ansätze zurückgehen kann (bei Puttrich nichts davon zu
erkennen).

4. Die Mauern des jetzigen Hochgadens stoßen auf die
Fensteröffnungen an der Ostseite der Türme.

Page 685

Page 686

*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HANDBUCH DER
DEUTSCHEN KUNSTDENKMÄLER, BD.1, MITTELDEUTSCHLAND,
1914 ***

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Page 693

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Section 2. Information about the Mission of Project
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Project Gutenberg is synonymous with the free distribution of
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computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg’s goals
and ensuring that the Project Gutenberg collection will remain freely
available for generations to come. In 2001, the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation was created to provide a secure and
permanent future for Project Gutenberg and future generations. To
learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and
the Foundation information page at www.gutenberg.org.

Section 3. Information about the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non-profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state
of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue
Service. The Foundation’s EIN or federal tax identification number is
64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive
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federal laws and your state’s laws.

The Foundation’s business office is located at 41 Watchung Plaza
#516, Montclair NJ 07042, USA, +1 (862) 621-9288. Email contact

Page 694

links and up to date contact information can be found at the
Foundation’s website and official page at www.gutenberg.org/contact

Section 4. Information about Donations to the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation

Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without
widespread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine-readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment. Many small
donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax
exempt status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United States.
Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable
effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these
requirements. We do not solicit donations in locations where we have
not received written confirmation of compliance. To SEND
DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
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While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg web pages for current donation
methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations. To
donate, please visit: www.gutenberg.org/donate.

Page 695

Section 5. General Information About Project Gutenberg
electronic works

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone. For forty years, he produced and distributed Project
Gutenberg eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
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